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      "speaker": "Intro",
      "startTime": "0.08",
      "endTime": "10.24",
      "body": "Willkommen bei Goldrausch. Anders glücklich leben. Der Podcast von Katharina Naumann und Sebastian Hess über die Balance zwischen Leistung, Leben und Leidenschaft."
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      "speaker": "Katharina",
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      "body": "Hallo zusammen. Heute sprechen wir über das Thema Pläne. Sebastian, Du als Trainer Trainer schreibst viele Pläne für deine Athleten. Im Coaching werden sehr, sehr viele Pläne immer entwickelt, Ziele zu erreichen. Und wir haben uns aber letztens gefragt, braucht man immer einen Plan?"
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    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "32.87",
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      "body": "Ist es, wie sinnvoll ist es, den Plan immer wieder zu aktualisieren und wofür eignet sich Plan und wofür auch einfach mal Licht?"
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      "speaker": "Sebastian",
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      "endTime": "69.024994",
      "body": "Ja, das ist spannendes Thema. Ich hatte es gestern mit paar Trainerkollegen kurz von Plänen gehabt und hab da auch gefragt, ja, wie wichtig sind eigentlich Pläne? Und Du hast recht, im im Spitzensport werden Pläne als sehr, sehr wichtig und sehr, sehr sinnvoll erachtet. Wir machen ständig Pläne. Also wir haben ja für jeden Tag einen Trainingsplan, was trainiert werden muss."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "69.024994",
      "endTime": "101.87499",
      "body": "Wir haben aber natürlich auch einen Plan für verschiedene Zyklen, für verschiedene Etappen, für die ganze Saison. Man kann Pläne machen über verschiedene Olympiazyklen hinweg, wenn man die ganze Karriere 1 Sportlers ausarbeiten möchte. Und ich glaube, im richtigen Leben ist das auch so, dass manche Menschen sich einen Plan machen, was sie an diesem Tag machen möchten. Dass sie sich Plan machen, was wollen sie in einem Jahr erreichen? Und es gibt ja aber auch Menschen, die haben einen Lebensplan Stück weit."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "102.515",
      "endTime": "128.035",
      "body": "Also ich glaub, da unterscheidet sich der Spitzensport vom normalen Leben gar nicht so sehr. Ich glaub, was sich unterscheidet, dass wir im Spitzensport fast alles verschriftlichen. Wir haben immer Pläne, die irgendwo verschriftlicht sind und vor allem bei mir, da ich auch einfach viele Sportler aus der Ferne betreu, ist es einfach zwingend notwendig, dass man was aufschreibt. Genau."
    },
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      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "128.595",
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      "body": "Ab welchem Level vom Athletendasein würdest Du denn empfehlen, einen Trainingsplan zu führen?"
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    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "135.235",
      "endTime": "159.465",
      "body": "Das ist das ist natürlich spannend. Da gibt's ganz unterschiedlich, glaube ich. Ich glaub, das ist typabhängig. Es gibt Athleten, die brauchen ganz lange gar keinen Plan und sind trotzdem erfolgreich, machen's vielleicht auch son bisschen nach dem Bauchgefühl. Und dann gibt's Athleten, Hobbyathleten, also die schaffen keinen 10 Kilometer Freizeitlauf ohne Plan und die kriegen oder möchten auch schon Athleten."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "159.465",
      "endTime": "164.02501",
      "body": "Also ich glaub, das ist sehr typabhängig, ab wann man Plan braucht."
    },
    {
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      "body": "Ist es nicht auch erfolgabhängig? Also Du sagst, können erfolgreich sein, auch ohne Plan. Ich hab jetzt keinen Plan, trainier immer nach Bauchgefühl, nach Tagesform, nach Lust und Laune, überlege mir schon währenddessen, okay, was macht jetzt Sinn? Aber sehr spontan. Allerdings ja, ist das jetzt erfolgreich, ist eine andere Sache."
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      "speaker": "Sebastian",
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      "body": "Genau, das wäre jetzt die Frage, verfolgst Du damit ein Ziel? Ich glaub, damit hängt's ja ein Stück weit zusammen. Also diese Zieldefinition und die Spitzensportler verfolgen ja alle ein Ziel. Jetzt ist die Frage, ob Du auch ein ganz bestimmtes Ziel verfolgst, was man messen kann, wo Du sagst, das will ich unbedingt erreichen oder eben Du sagst, wenn ich mich bewege, ist auch schon gut."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "209.28",
      "endTime": "232.92001",
      "body": "Ja, ich hab derzeit kein Ziel, deswegen brauche ich auch keinen Plan. Ja, man kann es vielleicht davon abhängig machen, ob man ein konkretes Ereignis sich vorgenommen hat, 'n Marathon, Halbmarathon, Triathlon, irgendeine Challenge und dafür exakt sich vorbereiten möchte. Wenn man dann so konkret rangeht, glaube ich, ist vielleicht Plan nicht verkehrt für viele."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "232.92001",
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      "body": "Ja, ich glaube also, dass also ich ich glaube, es gibt, das werden wir wahrscheinlich im Laufe des Podcastgespräch auch noch merken, ich denke, gibt Für und Wider, aber ich glaube, das große Für für Pläne ist, dass wir natürlich irgendwie Stück weit in soner recht unsicheren Welt leben und wir denken, so ein Plan gibt uns Stück weit Kontrolle. Und ich glaub, das ist so das, was ganz viele an sonem Plan gut finden. Ich sag nicht, dass es unbedingt so ist, weil grad wir ausm Spitzensport wissen, es gibt fast keinen Plan, der 1 zu 1 so abgearbeitet wird, weil Du eigentlich nicht sagen kannst, was ist morgen? Aber in dem Moment, wo Du diesen Plan machst, gibt er dir glaube ich schon diese Zuversicht und so die Kontrolle, dass wenn Du es so machst, dass dann alles gut wird."
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      "body": "Ja, ich glaube auch, dass man durchaus hinterher verschriftlichen könnte, was man trainiert hat und auch das Gefühl der Kontrolle hätte."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "287.42",
      "endTime": "323.755",
      "body": "Das ist spannend. Es gibt tatsächlich Triathleten, sehr gute Triathleten, die sich vor ihrem Hauptwettkampf, bei den Langdistanzern ist das ja meistens Hawaii, so einen Tag, manchmal auch morgens, bevor dann am nächsten Morgen geht's ja sehr früh los, dann der Wettkampf ist, hinsetzen und die schauen quasi in ihr Trainingstagebuch und gucken einfach mal in der Rückschau, was haben sie tatsächlich alles trainiert, auch zu sehen, ey, was hab ich eigentlich auch schon alles geschafft? Also wie gut müsste ich eigentlich tatsächlich auch sein? Das gibt auch ein Stück weit Sicherheit. Also das ist ja son bisschen das mal Rückschau, also was ist überhaupt passiert und was habe ich getan?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "324.235",
      "endTime": "339.9",
      "body": "Aber ich glaube keiner ist geht so weit und sagt dann in der Situation, jetzt schaue ich mal, was war geplant und was ist wirklich passiert. Ich glaube die schauen dann halt nur, was haben sie tatsächlich gemacht. Ich weiß nicht, ob 1 dann den Plan hernimmt und sagt, oh guck mal hier, die Einheit habe ich ja gar nicht gemacht, die Einheit habe ich anders gemacht. Das weiß ich nicht."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "339.9",
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      "body": "Na, hoffentlich nicht."
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      "body": "Genau."
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    {
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      "startTime": "341.5",
      "endTime": "346.3",
      "body": "Vor allem einen Abend vor dem Wettkampfstand sollte man das tunlichst unterlassen, würde ich sagen."
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    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "346.3",
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      "body": "Ja, würde ich auch so sagen."
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      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "348.72498",
      "endTime": "414.695",
      "body": "Ich hab gerade eine, das jetzt mal ins in den Alltag auch zu transferieren, ich hab gerade eine junge Klientin, die sich auf das nächste Bewerbungsgespräch vorbereitet und einen Plan für sich ausarbeiten möchte, optimal vorbereitet zu sein. Natürlich haben wir dann einfach so nach Punkten geschaut, die ihr einfach noch fehlen, so Assessment Center Training und solche Dinge, Aber hauptsächlich braucht sie einfach mehr Selbstbewusstsein, da ja mit breiter Brust reinzugehen und zu behaupten, dass sie die beste Kandidatin ist. Und da haben wir tatsächlich auch einen Plan gemacht, indem sie ab dem Tag, wo sie rausgegangen ist, alles notiert, was im Alltag passiert, was dafür einspielt in ihrer Kompetenz, die sie haben muss für den nächsten Job. Damit sie das merkt und auch dann halt verschriftlicht hat, ganz viele Argumente, warum sie die beste Kandidatin ist. Das ist ja auch eine Form von Plan."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "414.935",
      "endTime": "447.61502",
      "body": "Absolut und ich glaub, das ist auch wieder, da knüpfe ich son bisschen an an meinen Punkt. Sie kriegt dadurch Stück weit Kontrolle über sich. Wahrscheinlich tut sie ja auch ihrem Selbstbewusstsein einfach sehr gut, weil sie einfach sieht, okay, das kann ich auch alles tun, vielleicht erfolgreich in diesem Bewerbungs oder in diesem Bewerbungsprozess hervorzugehen. Also es gibt Sachen, die ich machen kann Und ich glaub immer, wenn Menschen Werkzeuge oder Dinge an die Hand bekommen, die sie tun können, dann geht's uns grundsätzlich schon mal besser. Ich glaube, dieses planlose Dasitzen und gar nicht wissen, was könnt ich eigentlich machen, ich glaub, das ist schlimm für viele."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "447.61502",
      "endTime": "454.24",
      "body": "Und ich glaub, deswegen sind auch viele dann gleich ganz dabei, wenn's heißt, sollen wir nicht Plan machen? Oh ja, der Plan ist immer gut."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "455.59998",
      "endTime": "459.04",
      "body": "Was ist denn, ist der Plan auch gut, wenn man ihn nicht durchhalten kann?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "459.28",
      "endTime": "486.65",
      "body": "Kommt drauf an, würde ich sagen, das ist ja meine Standardantwort auf solche Fragen. Es kommt drauf an, genau. Ich hab ja vorher schon son bisschen gesagt, ich glaube, es gibt ganz, ganz wenige Pläne, die 1 zu 1 so abgearbeitet und durchgezogen werden, wie ich sie konzipiere, weil das ist ja das Thema, egal ob im Spitzensport oder im Business, Du konzipierst ja in diesem Moment. Das heißt, konzipierst mit den Informationen, die zur Verfügung stehen. Du konzipierst im Spitzensport auch mit Erwartungshaltungen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "486.65",
      "endTime": "512.03",
      "body": "Das heißt, wenn ich Pläne konzipiere, überleg ich natürlich, was macht diese Einheit mit diesem Athleten? Was macht diese Einheit mit diesem Athleten, wenn er das trainiert in Summe, was er alles schon trainiert hat? Und was kann ich denn dann am nächsten Tag überhaupt von ihm abverlangen? Das kann ich Stück weit vorhersehen, das kann ich Stück weit mit in meine Überlegungen miteinbeziehen. Aber dann gibt's ja Dinge, die hab ich an den an dem Moment, wo ich diesen Plan entwerfe, überhaupt nicht in der Hand."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "512.27",
      "endTime": "546.23",
      "body": "Verletzungen, Überlastungssteuerung, irgendwelche privaten Dinge, die auf ihn einprasseln, Dinge, die vom Umfeld irgendwie herangetragen werden. Also da gibt's ja ganz, ganz viel. Und dann ja, ist es natürlich irgendwie so, dass man erst mal, glaube ich, versucht, so hab ich das zumindest am Anfang meiner Trainerinaufbahn gemacht, an dem Plan festzuhalten. Heute bin ich viel schneller dabei auch zu sagen, ja, dann lass es einfach anders machen. Ich glaub, am Anfang, wenn man noch nicht so vielleicht so viel Erfahrung auch hat oder auch nicht das Vertrauen und dieses Selbstbewusstsein hat, dann tut man sich eher schwer, diesen Plan dann schnell übern Haufen zu werfen."
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    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "546.31",
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      "body": "Ich frag mich auch manchmal, ob das so gut ist, alles so schnell übern Haufen werfen. Vielleicht ist manchmal sogar gut, erst mal noch bisschen an dem Plan festzuhalten, aber ich glaub ja, Pläne zu verändern, das ist notwendig, damit Plan auch wirklich gut ist."
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    {
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      "body": "Man macht dann schon von vornherein einen Plan mit der Gewissheit, mal schauen, ob es so wird."
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      "speaker": "Sebastian",
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      "body": "Ja, und das widerspricht ja eigentlich auch bisschen aber diesem Planungskonzept, weil Du setzt dich ja hin und investierst viel Zeit und Energie in den perfekten Plan und wenn der Plan am Schluss steht, dann bist Du absolut überzeugt, dass er perfekt ist und gleichzeitig auch mit dem Wissen, wahrscheinlich wird's anders kommen."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "584.885",
      "endTime": "605.25",
      "body": "Der Moment zu entscheiden, wir halten jetzt nicht am Plan fest, ist ja ein ganz spannender Moment. Wie findest Du den? Woran wie hast Du dich da gefunden, wenn Du sagst, früher war das auf jeden Fall, später der Fall, als es heute ist und ist das überhaupt so gut? Was sind so Signale, die dir sagen, ah okay, jetzt jetzt sollten wir Abstand nehmen vom Plan?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "606.255",
      "endTime": "637.545",
      "body": "Also vorhin hatten wir ja schon gesagt, wir haben ja ein Ziel oder die meisten haben, wenn sie Plan machen, dann dann möchten sie zu irgend Ziel kommen, ja. Und ich glaube, ganz wichtig ist, abgesehen vom Plan ab und zu mal zu überprüfen, ist denn Ziel noch das, was ich also bin ich auf diesem Weg dieses Ziel zu erreichen mit diesem Plan? Das ist mal das allererste und ich glaube, wenn ich sagen würde, okay, der Plan ist nicht mehr dafür da unbedingt dieses Ziel auch zu erreichen, dann würde ich ihn zum ersten Mal wirklich in Frage stellen oder sogar überdenken. Aber"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "638.02496",
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      "body": "Das ist eher selten."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "638.90497",
      "endTime": "684.46",
      "body": "Das ist eher selten, genau, würde ich sagen, dass man gleich den dieses Ziel komplett aus den Augen verliert. Ich glaub, es gibt einfach so Punkte, wo Du einfach merkst im Spitzensport, dass vielleicht Athleten jetzt einfach mit der Belastung nicht mehr so zurechtkommen, wie Du es vielleicht gedacht hast. Also ich glaub, das ist das Allerhäufigste, dass Athleten einfach irgendwann müde werden und vielleicht früher müde werden als als Du es gedacht hast und dann musst Du reagieren und ich glaub, da bin ich mittlerweile tatsächlich so, dass ich relativ schnell dann auch den Plan über den Haufen werfe, neue Pläne konzipiere, viel auch freigebe, was ich früher glaube ich so nicht gemacht hab. Also das ist auch so ein Vorwurf an am Anfang meiner Trainerkehre, dass ich glaube ich meine Athleten oft auch ein Stück weit überfordert hab mit dem, was ich einfach wollte. Heute bin ich da viel freier."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "684.46",
      "endTime": "714.79004",
      "body": "Ich weiß, dass meine Athleten alles tun, gut zu werden. Und wenn die sagen, ich kann nicht mehr oder ich merke, oftmals sagen die gar nicht, ich kann nicht mehr, sondern ich merke es aus diesen Gesprächen heraus. Wenn die sagen, ah, es tut alles schon weh, es ist heut alles schwergefallen. Wenn dann vielleicht auch Zeiten oder Weiten nicht mehr dem entsprechen, was man sich vielleicht so vorgestellt hat, dann ist es manchmal gut, einfach ja, diesen Plan übern Haufen zu werfen und und Abstand zu nehmen davon. Ja, und ich glaub, Pläne sind ja für Menschen da."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "714.79004",
      "endTime": "732.645",
      "body": "Ja, ich glaub, das ist ganz, ganz wichtig. Wir machen diese Pläne für Menschen. Und wenn wir aber nur noch diesen Plan durchziehen des Planes wegen, weil es halt da steht, weil es irgendwann mal jemand da aufgeschrieben hat, dann ist es nicht mehr zweckdienlich. Der Plan muss sich am Mensch orientieren und nicht der Mensch am Plan."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "732.805",
      "endTime": "739.88",
      "body": "Haben denn manche Athleten von Dir dann das Gefühl der Niederlage, wenn sie vom Plan abweichen, weil sie einfach nicht mehr können?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "740.27997",
      "endTime": "801.56",
      "body": "Vielleicht im ersten Moment ja, deswegen fällt's ja vielen auch so schwer, sich das einzugestehen, dass dieser Moment vielleicht jetzt gekommen ist, wo es besser ist, nichts zu tun. Ich glaub, da ist es dann tatsächlich gut, wenn Trainer einen bestärkt und sagt, jetzt macht's mir einfach nix und ich glaub, man muss einfach auch verstehen, ich glaub, das müssen alle verstehen, nicht nur Spitzensportler, dass wir ja immer in einem Wechselleben von Belastung und Entlastung und so sind ja auch Pläne konzipiert und dass es einfach manchmal auch total sinnvoll ist, weiterzukommen, wenn wir eine Entlastungsphase einfügen und einfach weniger oder auch mal gar nichts machen, ja, ich sag immer son bisschen Luft an dieses System ranzulassen. Alles kann wieder aufatmen, kann sich wieder neu justieren, regenerieren, dann vielleicht nach der Pause auch mit abgeänderten oder anderen Plan viel stärker und viel besser zurückzukommen. Und ich glaub, das im Businesskontext genauso, wenn Du immer die ganze Zeit in in diesem Hamsterrad deinem Plan hinterherjagst und eigentlich merkst, ich komm nicht mehr mit. Ich bin eigentlich nicht mehr in der Lage."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "801.56",
      "endTime": "825.00995",
      "body": "Ich hab nicht mehr diese Energie oder vielleicht auch nicht mehr diese Bereitschaft, nicht mehr diesen Willen, nicht mehr dieses Feuer, die Motivation, da gibt's ganz, ganz vieles, dann ist es vielleicht tatsächlich sinnvoll, das auch Stück weit zu überdenken und anzupassen. Und es nichts Schlimmes und es ist kein Scheitern, es ist nichts Negatives, es ist nichts, wo man sagen kann, na ja, der ist halt zu schwach dafür. Nein, nein, wie gesagt, der Plan orientiert sich am Menschen."
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      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "825.64996",
      "endTime": "843.025",
      "body": "Ja und ich glaube, es ist sehr, sehr wertvoll, wenn man das Gefühl lernt zu wissen, wann man davon Abstand nehmen sollte, einfach Augen zu und durch, das durchzuziehen. Die Pläne des Alltags sind ja eher To do Listen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "843.42505",
      "endTime": "863.79504",
      "body": "Allerdings. Viele, viele To do Listen, die niemals enden. Muss man vielleicht auch mal begreifen. Man denkt ja immer bei To do Listen, jetzt arbeite ich das noch ab und das noch ab und das noch ab und wenn diese Liste dann mal komplett leer ist, dann schreibe ich Buch. Und da wird's nie dazu kommen, dass Du dieses Buch schreibst, weil diese Liste wird niemals leer sein."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "863.79504",
      "endTime": "893.305",
      "body": "Ja, diese Liste wird immer gefüllt werden und jeder Tag bringt neue Dinge, also warte nicht auf den Tag, wo diese Liste irgendwie mal blank ist, aber ich glaub, wir leben oft so mit diesem Gefühl auch in diese Welt hinein, wenn dann. Und ich glaub, das ist ganz ganz schlimm, wenn Du sagst wenn dann. Du kannst sagen, wenn dann, wenn ich die Spülmaschine ausgeräumt hab, dann schreibe ich mein Buch. Das ist okay, aber wenn Du sagst, die Liste muss leer sein oder die nächsten 10 Sachen, dann mache ich die Weltreise, dann nehme ich mir Zeit für mich. Das wird nie dazu kommen meiner Meinung nach."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "893.46497",
      "endTime": "910.8",
      "body": "Ja, man ist nie fertig und eigentlich will man ja auch nie fertig werden, weil was wäre denn auch das Fertig? Ja, also nachdem in der Hoffnung, dass man ja auf der To do Liste durchaus Sachen stehen hat, die man mag. Das wäre ja hoffentlich der Fall und nicht nur Sachen, die man erledigen muss."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "911.04",
      "endTime": "933.59503",
      "body": "Ja, genau, aber wenn Du selber deine To do Listen oder wenn ich auch meine To do Listen denk, da stehen da schon auch immer wieder viele Sachen drauf, wo ich halt sag, ah, hab ich jetzt eigentlich nicht so sehr große Lust dazu? Was ich mittlerweile nicht mehr mache, dass ich nur noch die Sachen, wo ich eigentlich so viel Lust drauf habe, auf die To do Liste schreibe, sondern ich schreibe alles auf die To do Liste, auf die Sachen, die ich gern mache."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "934.0",
      "endTime": "941.92004",
      "body": "Ja, das ist lustig, dass Du das sagst, weil ich habe eben gedacht, die Sachen, die ich gern mache, die passieren ja automatisch, die stehen bei mir gar nicht auf der To do Liste."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "942.16003",
      "endTime": "957.73505",
      "body": "Ah okay, genau und ich schreibe die Sachen auf die To do Liste, die ich auch gerne mache. Also wenn ich irgendwie Sport mache, kommt das auf meine To do Liste, obwohl es gar kein To do ist, weil ich es so gern mache. Aber ich finde es irgendwie positiv, auch einfach Sachen auf dieser Liste zu finden, wo ich sage, ach komm, die mache ich gern."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "958.05505",
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      "body": "Ist eigentlich schön, ja. Finde ich auch."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "960.53503",
      "endTime": "961.09503",
      "body": "Keine Ahnung."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "961.32",
      "endTime": "981.055",
      "body": "Ist dann son bisschen mehr halt der Tagesplan, ne? Wann mach ich was auch gefühlt? Und dann kann man das vielleicht auch eher objektiver priorisieren, wenn da die Dinge draufstehen, die man auch mag, dann passieren sie, glaube ich, schon auch eher, als wenn man sie nicht drauf stehen hat und anfängt abzuarbeiten und plötzlich ist der Tag schon"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "981.615",
      "endTime": "1013.85504",
      "body": "Genau, das war eigentlich auch der Grund, warum ich das irgendwann mal angefangen hab, weil Du gerade gesagt hast, die passieren dann automatisch. Bei mir sind die dann aber auch gar nicht mehr automatisch passiert. Wenn die Weil die Liste war irgendwann so voll, ich hab nur noch diese Sachen abgearbeitet und am Ende des Tages oder der Woche hab ich gemerkt, ah verdammt, ich wollt eigentlich noch ins Fitnessstudio gehen, ich wollt eigentlich noch laufen gehen, ich wollt eigentlich noch dies und das machen, ich wollt eigentlich noch das Buch fertig lesen und es ist nicht passiert. Deswegen schreibe ich einfach auch die positiven Sachen zum Teil zumindest einfach auf die To do Liste und dann ist die Wahrscheinlichkeit bei mir auf jeden Fall viel größer, dass ich sie auch mache und dass sie auch was Schönes ist."
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    {
      "speaker": "Katharina",
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      "body": "Ja, total. Ich glaube, die meisten ticken so tatsächlich. Ich mache einfach das, was ich am liebsten mache zuallererst. Und dann schaffe ich das, was ich eigentlich notgedrungen erledigen sollte. Das fällt dann hinten runter."
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      "speaker": "Sebastian",
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      "body": "Auch auch 'n Plan."
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      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1035.095",
      "endTime": "1079.59",
      "body": "Ja, was dann sich einfach aufstaut und irgendwann stresst und dann halt tatsächlich auch der Tag X kommt, wo ich da sage, okay, das muss jetzt mal zuerst weggeschafft werden. Aber vieles, was mir wichtig ist, ja, also es gibt ja die Theorie, erledige das, was dich am meisten nervt zuallererst, weil alles andere geht dann viel leichter. Du hast es nicht im Hinterkopf und schiebst es voran und dein Tag wird schlechter, weil Du die ganze Zeit an dieses eine lästige To do denkst, was Du noch machen möchtest, musst und die ganze Stimmung einfach senkt. Wenn man es sofort erledigt, liegt es hinter einem und dann ist man natürlich viel befreiter für jegliche andere Tätigkeiten."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1079.99",
      "endTime": "1139.01",
      "body": "Ja, aber wir haben es ja auch schon mal in 1 anderen Folge, so wie Du deinen Tag startest, so wird er vielleicht auch. Also wenn Du jetzt einfach nur die Sachen, die Du eigentlich gar nicht gern machst, gleich am Anfang des Tages machst, das würde ja son bisschen der Theorie dann widersprechen, weil Dein Tag dann vielleicht ja gut, vielleicht gehst Du dann danach befreiter in den Tag, weil diese auch schon abgearbeitet sind, aber also ich mach's tatsächlich so, ich starte den Tag meistens mit was Positivem, also nicht mit irgendwas, wo mir schwer aufm Herzen liegt oder wo auf dieser To do Liste steht und ich denk, oh, auf den Anruf hab ich eigentlich gar keine Lust. Ich versuch dann tatsächlich aber auch relativ schnell die Punkte, die mir irgendwie son bisschen schwerfallen, abzuarbeiten, aber ich arbeite sie nicht ganz hintereinander ab. Ich unterbreche es immer wieder mit was Positivem. Auch 2 Punkte mal, die mir auf dem dem Magen liegen, das kann schon sein, dass ich die hintereinander mache, aber dann gibt's auch immer wieder positiven Punkt dazwischen, bevor ich dann wieder zu was komme, wo ich denke, ah, wenn der weg ist, das wäre schon auch grundsätzlich nicht so verkehrt."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1139.01",
      "endTime": "1175.475",
      "body": "Also das ist meine Strategie und die andere Strategie ist, das ist ein ein Spruch, der mir der tatsächlich immer wieder mich begleitet ist von Karl Lagerfeld, ich diskutier nicht mit mir selbst und manche negativen Sachen, wo ich auf dieser Liste hab, ich denk nicht drüber nach, was da passieren könnte oder warum ich da keine Lust drauf hab oder ach ja, die war so unfreundlich da an der Rezeption, jetzt muss ich da Termin verlegen. Das sind ja oft solche Sachen. Ich denk gar nicht drüber nach, nehm einfach den Hörer in die Hand und wähl und in dem Moment, wo ich dann einfach halt in dieser Leitung bin, dann legst Du normalerweise auch nicht mehr auf und dann ist es eigentlich schon diese Überwindung ist schon halb passiert."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1175.555",
      "endTime": "1208.3351",
      "body": "Ja, bei so kleinen Todos geht das glaube ich ganz gut. Es gibt ja auch so die Theorie aus dem Zeitmanagement, alles was in 3 Minuten erledigt ist, macht es einfach sofort. Es gibt die Theorie kiss the frog first, also da eher das unliebsame zuerst, dann hast Du es hinter dir. Steht absolut im Widerspruch zu Morgenstunden halt Gold im Mund über ihr macht. Alles, aber tatsächlich, ich nutze auch die ersten Stunden, weil ich bin da einfach so vom Biorhythmus am kreativsten und konzentriertesten und wachesten."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1209.0499",
      "endTime": "1229.0851",
      "body": "Das nutze ich ganz gerne für die Sachen, die einfach am wichtigsten ist. So kann man es ja einfach vielleicht mal sagen. Und ich glaube, die lästigeren Todos würden eher und leichter dennoch passieren, wenn ich dafür eine sehr realistische Uhrzeit festlegen würde. Kam ja so,"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1229.0851",
      "endTime": "1229.485",
      "body": "wo"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1230.125",
      "endTime": "1254.315",
      "body": "ich ohnehin weiß, okay, das ist dann vielleicht die Zeit nach der Mittagspause, wo ich ohnehin so ein kleines Tief habe von der Müdigkeit her vielleicht und dann denke, okay, da kann ich auch irgendwelche Calls erledigen und in Warteschleife hängen und solche kleinen fisselige To dos abarbeiten. Das schadet dann meiner produktiven, schönen guten Zeit nicht."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1254.795",
      "endTime": "1270.6499",
      "body": "Ja, aber wie gesagt, ich glaub, da gibt's verschiedene Strategien. Ich glaub auch es gibt nicht die eine Strategie, die für alle funktioniert. Ich glaub, jeder muss son bisschen selber schauen, wie er das macht. Ich find es ganz interessant, dass Du gesagt hast, Du hinterlegst son bisschen auch bis wann ist das abgeschlossen son bisschen. Das finde ich gut, das mache ich zum Beispiel auch."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1270.97",
      "endTime": "1317.185",
      "body": "Ich hab sehr unterschiedliche Tage bei mir. Es gibt Tage, die sind sehr durchgeplant und da setze ich mich auch am Abend vorher hin und mach einen Zeitplan, also von aufstehen bis ins Bett gehen durchgetaktet Ehrlich? Und hinterleg tatsächlich auch hinter jedem Punkt ein Zeitfenster und dieses Zeitfenster, das ist aber so der Trick dabei, das bemesse ich immer bisschen größer, als ich eigentlich denk, dass ich brauch. Dadurch verschaffe ich mir über den Tag immer 'n bisschen Puffer. Manchmal reicht der Puffer nicht oder gibt's den Puffer nicht, weil Sachen auch mal länger dauern, gerade zum Beispiel wenn Du sagst irgendwelche Calls, Warteschleifen, das kannst Du schwer abschätzen, das kann nach 5 Minuten erledigt sein oder Du brauchst eine halbe Stunde, aber keine Ahnung, wenn ich jetzt sage, ich muss noch 2 Überweisungen machen, da weiß ich ja normalerweise so mit mit einloggen ins Konto und diese Sachen da eintippen, das dauert wahrscheinlich 5 Minuten, aber da hinterlege ich mal 10."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1317.185",
      "endTime": "1344.265",
      "body": "Dann habe ich so 5 Minuten Puffer und das ist eigentlich das Schöne, dass sich dann im Laufe des Tages so einen Puffer ansammelt und dann kannst Du entweder noch mehr erledigen oder Du kannst was Schönes einstreuen. Und das ist so das ist so ein Tag, den's bei mir gibt und dann gibt's halt den anderen Tag komplett ohne Plan mit wenig Terminen, wo ich einfach in diesen Tag hineinlebe. Das sind so meine beiden total unterschiedlichen Tagespläne. Also einmal ganz, ganz strikt und einmal megafrei."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1344.265",
      "endTime": "1349.4651",
      "body": "Wie machst Du diesen strikten Plan? Also ist das Onlinetool oder ist das machst Du das handschriftlich und"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1349.385",
      "endTime": "1384.72",
      "body": "Ja, ich mach das handschriftlich tatsächlich. Ich hab in meinem Handy sone sone To do Liste, da stehen ganz grob immer so 20 Sachen drauf, die sind am Ende der Woche immer noch da, weil das einfach sehr langfristige Projekte sind und meistens auch Punkte, wo ich sag, oh, da hab ich eigentlich gar keine Lust dazu. Und die irgendwann aber mal getan werden müssen. Das heißt, wenn da irgendwie sone Zahl steht 20 25, dann ist eigentlich die Woche soweit erst mal abgearbeitet. Und ab und zu schaff ich's natürlich dann auch mal von diesen 20 25 Punkt wegzuarbeiten, also das ist einmal so Handy, aber den Tagesplan mach ich tatsächlich handschriftlich."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1384.72",
      "endTime": "1423.5449",
      "body": "Also da hab ich son son Buch, da schreib ich's einfach rein, den Tag durchstrukturiert und dann schaue ich auch immer wieder in dieses Buch und schleicht das durch und hack das ab, was getan ist. Genau, also es ist so dieser Extremtag. Gibt's jetzt tatsächlich nicht so oft, also ist bei mir nicht so, dass jede Woche irgendwie 3 solcher Tage hat. Ich würd sagen, wahrscheinlich hat jede Woche so einen von solchen Tagen, wo es recht durchgetaktet ist, aber die allermeisten Pläne die allermeisten Tage sind dann eher so in between, also son kleinen Plan, wo paar Sachen draufstehen, die gemacht werden müssen und auch bisschen Freiraum. Und dann gibt's mindestens auch einen Tag in der Woche versuche ich zu schaffen, wo ich echt in den Tag hineinleben kann."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1423.7051",
      "endTime": "1444.4299",
      "body": "Natürlich gibt's da auch mal Sachen, wo Du sagst, okay, hier habe ich irgendwie kleinen Telefonanruf, den muss ich heute erledigen. Es ist kein Urlaubstag. Natürlich arbeite ich, mach irgendwie bereite Coachings vor oder hab vielleicht auch kleines Coaching, wo eine Stunde oder anderthalb geht, aber ansonsten ist der Tag relativ frei. Und dann leb ich Tag hinein und guck, was mich erwartet."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1444.4299",
      "endTime": "1447.5499",
      "body": "Wonach legst Du's fest, welcher Tag der Durchgetagte ist?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1448.3451",
      "endTime": "1477.2",
      "body": "Ja, das ist son bisschen, das ist son bisschen lustig. Meistens ist das kein Tag, wo wenig los ist, sondern es ist meistens Tag, wo schon paar Termine feststehen und dann denk ich mir so, na ja gut, für mich ist das dann son Tag, wenn schon 2, 3 Termine feststehen. Das ist für mich dann nicht son Tag, wo ich sag, oh ja cool, wenn ich die 2, 3 hab, dann kann ich ja noch richtig schön frei in den Tag rein. Dann denk ich mir so, ah, der Tag ist schon son bisschen zerpflückt. Da kann ich eigentlich auch noch zwischen die Termine noch andere Sachen reinlegen, die ich tun muss."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1477.4149",
      "endTime": "1552.26",
      "body": "Dann mache ich aus diesem Tag meist einen recht getakteten Tag. Also so mit dieser Strategie gehe ich einfach vor. Und die freien Tage sind meistens Tage, wo tatsächlich wenig ist, wo ich meistens dann auch, ich versuche immer so einen Tag irgendwie mir freizuschaufeln, wo auch kein Coaching ansteht und dann genau hab ich meistens so diesen Vormittag, wo nichts ist und das ist für mich wirklich Traum. Also ich stehe mit der Family noch auf und und dann gehen die Kids irgendwie in die Schule, meine Frau vielleicht an dem Tag dann noch arbeiten, dann ist es perfekt, weil ich dann einfach das Haus für mich hab, dann ist einfach Ruhe und dann setz ich mich manchmal, nachdem ich mit der Familie gefrühstückt hab oder am am Tisch saß, setz ich mich manchmal noch selber hin, wenn alle weg sind und frühstück dann in aller Ruhe, les Buch dabei, les bisschen Zeitung und dann geh ich rüber an meinen Schreibtisch und dann überleg, okay, was möchte ich denn heute machen? Und dann kann's tatsächlich sein, dass ich irgendwas konzipier, dass ich irgend eine andere Idee umsetz, dass ich irgendwas grafisch irgendwie mach oder einfach auch tatsächlich vorm Fenster sitz, mal eine halbe Stunde rausschau in den Himmel und einfach gar nichts, erst mal an gar nichts denk und irgendwann kommen dann Gedanken und lass ich einfach zu und die dürfen kommen und die dürfen auch wieder gehen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1552.26",
      "endTime": "1553.94",
      "body": "Also ein Tag ohne Plan."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1554.34",
      "endTime": "1582.89",
      "body": "Mhm. Ja, also so unterschiedlich es ja bei dir ist. Ich glaube bei vielen, die haben jetzt nicht die Freiheit, so unterschiedlich ihre Tage zu gestalten. Ich glaube, es ist aber dennoch wertvoll, sich einfach mal Gedanken zu machen, welcher Plan für einen selbst denn am stimmigsten wäre. Einfach vom Energielevel, will ich mit dem anfangen, was mir nicht so lieb oder nutze ich die Morgenstunde eher für schöne Dinge?"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1583.37",
      "endTime": "1631.3649",
      "body": "Wann bin ich am produktivsten? Wie viel Pause brauche ich tatsächlich, dann auch sehr achtsam hoffentlich zu merken, okay, ich hab einfach zu viel für die ganze Woche geplant. Ich sehe irgendwelche Alarmzeichen hoffentlich und bin so reflektiert und streiche dann, wie es auch Spitzensportler tun, etwas von dem Plan weg oder ändere es. Ich glaube, dass man das im Spitzensport tut, ist schon gang und gäbe, weil die haben ein Körpergefühl, es geht den Körper, man denkt die ganze Zeit darüber nach und möchte es ja optimieren. Und das Mindset ist ja auch, dass die Erholung mit zum Training gehört und deswegen absolut mehr als gerechtfertigt ist."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1631.525",
      "endTime": "1670.62",
      "body": "Ich glaub, da ist son bisschen das Mindset natürlich zum Alltag, wenn man einfach durch den Job rennt. Ein anderes, da sind die Pausen nicht gerechtfertigt für viele vom Gefühl her. Pausen sich zu planen, ein längerem Business Lunch über 2 Stunden sich einzuplanen, haben schon viele schlechtes Gewissen oder sagen sie, nee, dann schaffe ich die Arbeit nicht. Ich glaube, da kann man sich eigentlich aus dem Spitzensport was abschneiden, ist die Rechtfertigung mit dem Mindset auch, nee, wenn ich auf meine Pausen achte, klappt auch alles andere besser und nicht andersrum."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1671.1001",
      "endTime": "1704.2101",
      "body": "Absolut und ich glaub, das ist auch total wichtig und ich geborene dir absolut recht. Ich hab da als Selbstständiger natürlich eine große Freiheit. Du ja auch natürlich hat man Termine und ist ein Stück weit in Korsett auch gepresst, das ist jeder. Ich glaub so so ganz frei über sein Leben können tatsächlich nur ganz wenige bestimmen, aber die meisten, die natürlich da draußen auch echt Job haben und dann bist Du wirklich in starren Konstrukt auch erst mal drin. Und ich glaub, da ist es dann noch umso wichtiger, immer wieder drauf zu achten, aus diesem Konstrukt bisschen auszubrechen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1704.2101",
      "endTime": "1737.615",
      "body": "Das kann das muss ja auch nicht immer gleich ganzer Tag oder ganzer Vormittag sein. Manchmal ist es einfach, dass Du dann einfach sagst, ja, heut Abend geh ich noch aufs Laufband, geh ich noch in die Sauna, treff mich noch mit jemand, auch wenn ich vielleicht müde bin nach der Arbeit, weil's mir einfach guttut oder dass ich das Wochenende nutz oder dass ich immer auch wieder Ich bin natürlich Freund auch von längeren Urlaubsphasen, aber ich find's grundsätzlich erst mal total gut, wenn man auch immer mal wieder kleine Breaks in diesen Alltag reinmacht und wenn's nur 2 Tage sind, wo Du einfach mal rauskommst, einfach mal bisschen Luft an dein System ranlässt. Ich glaub, das tut schon gut."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1738.015",
      "endTime": "1748.735",
      "body": "Ja, also dieses Luft ranlassen, wie Du sagst, ja, finde ich, ist auch einfach mal etwas anders zu machen, als man es sonst immer tut."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1748.735",
      "endTime": "1749.775",
      "body": "Da bist Du ja gut drin."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1750.15",
      "endTime": "1782.8799",
      "body": "Ja, da ich sehr gut drin. Das stimmt. Ich mach das automatisch, ohne drüber nachzudenken fahre ich irgendwie immer ständig andere Wege oder denke in der Situation, wie mag ich's denn heute? Aber ich mag es generell, also ich glaube, es ist sehr wertvoll, Routinen immer mal wieder zu durchbrechen und dabei zu merken auch, okay, ist die Routine es wert, noch weiter gelebt zu werden, aufrechterhalten zu werden oder brauche ich tut sie mir gar nicht so gut, wie sie am Anfang mir vielleicht hat."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1782.88",
      "endTime": "1817.6499",
      "body": "Ja. Aber glaubst Du denn so grundsätzlich, dass Pläne jetzt gut sind oder sind Pläne eher hinderlich? Jetzt haben wir relativ viel auch gesprochen, also immer über Pläne, Pläne, Pläne, Pläne und wie gut Pläne eigentlich sind und was die alles können. Und natürlich haben wir auch son paar Aspekte irgendwie gefunden, wo wir sagen, ha, da wird's dann vielleicht irgendwie schwierig, da muss mal Plan mal abändern, da muss man ihn mal über Haufen werfen, aber an sich ist Plan gut oder ist es eher nicht so gut oder gibt's auch Möglichkeiten komplett ohne Plan hier zurechtzukommen? Was ist deine Meinung dazu?"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1817.65",
      "endTime": "1847.3151",
      "body": "Ich glaub natürlich kann man auch ohne Plan leben, planlos halt. Aber ich glaube, es ist, wenn man ein Ziel hat, dann natürlich schon ein Unterschied, ob man das irgendwie einplant oder nicht. Also es ist ja schönes Beispiel gewesen, irgendwann mal im Leben eine Weltreise zu machen. Wenn man die nicht plant, findet sie einfach nicht statt. Das ist es."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1847.3151",
      "endTime": "1860.1951",
      "body": "Aber es ist auch ein konkretes Ziel. Wenn man solche Ziele nicht hat, finde ich, kann man wahrscheinlich wunderbar den Alltag ohne Plan getrieben führen. Ziele zu erreichen, ist es einfacher, sie zu planen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1861.05",
      "endTime": "1880.215",
      "body": "Ich merk tatsächlich an an diesen Tagen, wo ich einen Plan hab und wenn das aufgeht, fühlt sich das aber auch gut an. Also dieser Plan fühlt sich jetzt erst mal gut an. Aber ich merk auch, dass diese Tage, wo ich keinen Plan hab, sich auch verdammt gut anfühlen. Also ich würd gar nicht sagen, das eine ist besser als das andere. Ich glaub, es geht beides gut."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1880.215",
      "endTime": "1911.605",
      "body": "Ich glaub, es kommt immer son bisschen drauf an, was hab ich für eine Sichtweise auf diesen Plan und wie starr hänge ich an diesem Plan und was symbolisiert dieser Plan ein Stück weit für mich. Und ich glaub, da fängt das son bisschen an zu kippen oder kann das System kippen und dann kann vielleicht auch Plan mal absolut kontraproduktiv oder bremsend sein. Ich glaub, so würd ich's vielleicht aus meiner Sicht beschreiben. Gar nicht so ohne Plan ist super, macht alle keinen Plan oder nee, Ihr müsst alle jetzt einen Plan machen jeden Tag, sondern ich glaube"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1911.845",
      "endTime": "1912.245",
      "body": "Gottes willen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1912.325",
      "endTime": "1922.88",
      "body": "Kann beides gehen, kann beides funktionieren, aber ja ich glaube es kommt darauf an, was ich diesem Plan für eine Macht am Ende über mich selbst gebe. Vielleicht ist das son bisschen mein"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1922.9601",
      "endTime": "1940.065",
      "body": "Ja, deswegen fragt ihr auch, wie enttäuscht ist man, wenn man vom Plan abweicht? Also für mich wär son getakteter Alltag jetzt nicht möglich. Das würde mich irgendwie stressen, da hätte ich kein gutes Gefühl bei. Alleine den schon zu erstellen, würde mich nerven. Wenn das auf der To do Liste stände, würde ich es nie machen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "1940.225",
      "endTime": "1940.705",
      "body": "Ja,"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1942.7051",
      "endTime": "1987.9",
      "body": "aber ich würde es tatsächlich son bisschen an, ja, an den Faktor Ziele vielleicht koppeln und ob man einfach, ja, Du sagtest vorhin auch das Gefühl der Kontrolle und das ist ja sehr typabhängig, ob man das haben muss für sich selbst oder nicht. Ich brauch's nicht. Ich hab aber auch Kandidaten in meinem Training sitzen, die sind wirklich etwas überfordert zunächst, weil ich keine Agenda habe, auch in meinen Trainings nicht. Und die fühlen sich nicht wohl bei der Sache. Also ich sag dann schon, es würde eine Kaffeepause geben, aber wann genau, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen, so ganz grob und was wann welche Übung drankommt, weiß ich auch vorher nicht."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "1988.4601",
      "endTime": "2015.62",
      "body": "Ich hab einen ganz, ganz groben Plan im Hinterkopf, einfach aus meiner Erfahrung, aber ich seh's dann, ich reagiere sehr situativ und ich denke, dadurch wird das Training auch besser. Aber die es ist absolut Typfrage, das krieg ich auch manchmal als Feedback, dass manchmal hier und da jemanden die Agenda sehr gefehlt hat und er dachte, oh Gott, wo ist er hier rein geraten? Da steht ja nichts auf dem auf dem Flipchart, was passieren wird."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2015.62",
      "endTime": "2021.245",
      "body": "Ja, genau. Ich glaub, das ist halt dann einfach son Typ, der will halt wissen, was auf ihn zukommt, was auf ihn erwartet."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2021.245",
      "endTime": "2022.445",
      "body": "Ja, ist ja auch fair."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2022.445",
      "endTime": "2049.92",
      "body": "Will diese Kontrolle über diesen Tag Stück weit dann auch selber wieder bekommen durch Deinen Plan, den Du ihm halt dann gibst und wenn Du ihm den halt gar nicht an die Hand gibst, dann hat er keine Kontrolle, dann ist er son bisschen ausgeliefert. Vielleicht fühlt er sich son bisschen als Spielball. Du machst im Prinzip, was Du willst und er muss sich dann dementsprechend fügen und ich glaub, genau, das sind über andere, die sagen wahrscheinlich, oh, super, ich lass mich einfach drauf ein. Die wird schon wissen, was sie tut. Das wird bestimmt toller Tag, ja, so kannst Du ja auch rangehen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2049.92",
      "endTime": "2063.355",
      "body": "Muss ja gar nicht wissen, was da kommt. Genau, so sind, glaube ich, die Menschen halt total unterschiedlich. Aber ich glaub halt diese diese Kontrolle bringt einfach Stück weit halt Sicherheit und ich glaub, das ist dann am Ende da also"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2063.515",
      "endTime": "2065.675",
      "body": "Was viele suchen auch. Genau. Sicherheit, genau."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2065.675",
      "endTime": "2066.395",
      "body": "Kontrolle ist son Wort,"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2066.76",
      "endTime": "2072.6",
      "body": "Hörst Du das Vertrauen auch. Also das andere, da muss man, wenn man keinen Plan hat, muss man mehr vertrauen wahrscheinlich."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2072.84",
      "endTime": "2094.705",
      "body": "Ja, glaube ich auch definitiv. Dann vielleicht noch so ausm ausm Spitzensport, aus der Erfahrung. Ich hab eine ganz coole Geschichte, wo wir total strukturiert nach Plan vorgegangen sind und dann in einem Moment den Plan komplett über den Haufen geworfen haben. Das ist schon viele Jahre her. Wir waren in Südafrika im Trainingslager, haben trainiert und der Plan war im Prinzip, morgen ist frei, ja."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2095.17",
      "endTime": "2121.4648",
      "body": "Und wir haben dann irgendwann am Tag vorher schon gemerkt, also bis zu dem Morgen wird's nicht mehr reichen wahrscheinlich. Die Athleten sind alle schon zu müde. Man ist am nächsten Morgen aufgestanden, die Athleten wollten alle trainieren und dann hab ich aber schon gemerkt, das wird wahrscheinlich keinen Wert haben, diesen Plan weiter zu verfolgen. Und dann haben wir Auto gemietet, sind an Strand gefahren, haben Mittag gegessen, sind abends surfen gegangen. Die Sonne ging so hinterm Tafelberg unter."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2121.4648",
      "endTime": "2156.33",
      "body": "Wir haben so versucht, noch irgendwie die Wellen zu kriegen. Dann sind wir nach Hause gefahren, haben uns ins Bett gelegt und am nächsten Tag haben wir weiter trainiert mit 'nem bisschen abgeänderten Plan. Also ein krasser Plan, den wir eigentlich durchziehen wollten, haben wir in einem Moment mehr oder weniger komplett unterbrochen, haben was eingeschoben, was da nie geplant war. Aber wir haben einfach gemerkt und da komm ich son bisschen wieder drauf zurück, der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, für was machen wir das? Es bringt nichts, nur den Plan abzuarbeiten, damit überall nachher Haken dran ist und wir sagen können, guck mal, das haben wir uns vorgenommen und das haben wir genauso auch durchgezogen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2157.13",
      "endTime": "2210.395",
      "body": "Das kann mal in wenigen Ausnahmefällen der Weg sein, aber ich glaub, in den meisten Fällen ist das nicht der Weg. Da tust man sich viel leichter und es kommt auch viel mehr bei raus, wenn man hier und da mal drauf schaut und Änderungen vornimmt. Genau, wir müssen uns einfach, glaube ich, komplett davon freimachen, dass es auf dieser Welt für irgendetwas irgend eine Sicherheit gibt, sondern wir leben einfach in Welt, die ja einfach sich alles verändern kann von einem Moment auf den anderen und Du kannst noch so tollen Plan machen und Du kannst noch so viel irgendwie denken, Du schaust voraus und das haben wir einkalkuliert, das haben wir einkalkuliert. Dann kommt irgendwas, wo Du halt nicht dran gedacht hast und das schmeißt deinen Plan komplett über den Haufen. Und deswegen klar, son Plan gibt Kontrolle, son Plan gibt Sicherheit, aber Du musst dir auch immer wieder bewusst sein, die wahre Sicherheit, diese wahre Kontrolle, die hast Du nicht."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2210.395",
      "endTime": "2211.835",
      "body": "Eben auch mit dem besten Plan nicht."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2212.24",
      "endTime": "2251.17",
      "body": "Ja, ich glaube, deswegen ist es auch viel wichtiger, flexibel zu bleiben auf dem Weg, den man da, ob jetzt mit oder ohne Plan, aber zu irgendeinem Ziel hoffentlich verfolgt. Weil wenn man auch merkt, okay, es ist doch alles anders, als ich gedacht habe, dann muss man auch den Mut haben, auch wenn man es schön geplant hat, davon abzuweichen und komplett etwas Neues zu machen, entweder auch neues Ziel oder komplett neuen Weg einzuschlagen. Und ich glaub, diese Flexibilität ist viel wichtiger als jeder jede Stunde, die man irgendwie über einem Plan gebrüht hat."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2251.905",
      "endTime": "2278.1802",
      "body": "Genau und ich glaub deswegen, weil dieses Leben einfach so dynamisch ist, ich glaub, dieses Wort beschreibt's für mich am besten. Es ist einfach eine Dynamik. Es ist nicht nicht negativ, es ist nicht positiv, es ist einfach eine Dynamik und die kann mal negativ sein und mal positiv. Und ich glaub, deswegen hab ich auch son bisschen bei meinen Athleten diesen Begriff von des dynamischen Planes geprägt. Also dieser Plan, der einfach ja mit verändert wird, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2278.1802",
      "endTime": "2319.595",
      "body": "Wir müssen einfach gucken, was ist. Und ich glaub, dann fällt's uns auch viel leichter, auch vom Kopf her, diesen Plan mal abzuändern, wenn wir wissen, das ist dynamischer, das ist kein starrer Plan, das ist nicht so in Stein gemeißelt und wenn ich das nicht so durchzieh, dann wird irgendwie alles nix oder dann wird irgendwie alles schlecht. Nee, überhaupt nicht. Das ist jetzt mal so die die Ausgangsbasis und so fangen wir mal an und dann passen wir sukzessive nach und nach an. Und ich hab natürlich schon für manche Athleten tatsächlich auch Plan über viele Olympiazyklen hinweg, also grad hier mit meinem meinem Sprinter, da hab ich 2020 mich mal hingehockt und hab überlegt, wie könnt ich diesen Athleten, noch jungen Athleten tatsächlich über mehrere Olympiazyklen hinweg formen?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2319.595",
      "endTime": "2354.915",
      "body": "Was sind so tatsächlich auch Sachen, die ich im Lauf der Jahre gern bei ihm implementieren möchte? Aber wenn wir jetzt an die Pläne rangehen, da gibt's Jahresplan, da ist so ganz grob so die Wettkampfstation ganz grob, so wann wollen wir welche Inhalte machen? Dann gibt's son Feinplan, aber mittlerweile bin ich jetzt dazu übergegangen, auch wenn wir jetzt an die nächsten Wettkämpfe denken, für nächste Woche hab ich noch gar keinen Plan gemacht, ja? Ich hab gesagt, okay, bis zu diesem Tag machen wir Plan, dann setzen wir uns zusammen und dann schauen wir, was wir dann machen. Also es hätt gar keinen Wert gehabt, für nächste Woche schon diesen Plan zu machen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2354.915",
      "endTime": "2361.1902",
      "body": "Das heißt, ja, diesen dynamischen Plan immer wieder anzupassen, ich glaub, das ist der Schlüssel."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2361.43",
      "endTime": "2378.575",
      "body": "Ist auch 'n ist schönes Wort auch, was man fürs Leben natürlich übertragen kann, ganz ohne Sport einen dynamischen Plan zu haben, was man ungefähr im Leben vielleicht erlebt haben möchte, finde ich ganz schön die Idee."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2379.055",
      "endTime": "2427.34",
      "body": "Ja und das ist natürlich auch immer so die Frage, also braucht's für alles auch einen Plan? Also das frage ich mich oft. Also braucht es denn auch zwingend für alles einen Plan? Ich denke mir das oft so, wenn wir in Urlaub fahren, brauchst Du denn für jeden Tag den perfekten Plan oder kann man nicht einfach gerade im Urlaub einfach auch mal in einen Tag einfach so hineinleben oder vielleicht sogar noch in den nächsten, wenn man weiß so das Wetter wird vielleicht ganz gut, man hat irgendwie Meer, Strand, Berge, was auch immer vor der Haustür, kann man nicht einfach so in in diesen Tag auch hineinleben und ich glaube auch da ist so wieder die diese Abwechslung vielleicht auch gefragt. Ich glaube, wenn Du jetzt irgendwie eine Weltreise machst über 3 Monate und Du sagst einfach, ach ich bin total planlos, ich lass mich einfach total treiben, ich fahr jetzt mal an den Flughafen und guck, wo ich hinfliege."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2427.485",
      "endTime": "2460.095",
      "body": "Das kann eine ganz tolle Reise sein, wenn Du auch der Typ bist, der sagt, ist mir auch egal, wenn ich nicht alles gesehen hab. Dann war ich halt in dem Land, hab das nicht gesehen, macht nix. Ich hab einfach mein Ding gemacht und es war gut. Wenn Du diese Einstellung schon vom ersten Tag an an den Tag legst, super, mach das so. Aber ich glaub ganz viele, die würden auch sagen, Mensch, jetzt bin ich hier irgendwie die halbe Welt geflogen und hab keine Ahnung, die Freiheitsstatuen nicht gesehen, ja, weil ich gar nicht gewusst hab, dass es die vielleicht hier jetzt gibt Und dann ist vielleicht auch ganz gut, sich für paar Sachen vielleicht auch kleinen Plan zu machen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2460.255",
      "endTime": "2479.71",
      "body": "Aber wenn ich jetzt irgend einen Berg besteigen will und jetzt halt an dem Tag Nebel, dann kommt die Dynamik wieder rein. Dann sag ich, ja, macht das jetzt Sinn, da hoch klettern und dann oben im Nebel zu stehen und nichts zu sehen oder muss ich jetzt halt einfach diese Dynamik der Welt annehmen, dass das Wetter halt nicht so ist, wie ich's mir gedacht hab und jetzt muss ich diesen Plan halt abändern."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2479.79",
      "endTime": "2544.555",
      "body": "Ich glaube ein Unterschied ist halt auch, ob man tatsächlich etwas plant und es ist eher Organisation, das ist ja das eine oder ob man sich, wozu ich zum Beispiel To do Listen zähle, ist ja ganz viel Organisation oder ob man sich einfach mal ganz grob überlegt im Leben, was plane ich noch für mich zu erreichen und einen ganz, ich ich das ist gar nicht Lebensplaner, weil man ja muss es auch gar nicht dann in eine Strategie direkt umsetzen, aber mal grob zu überlegen, okay, wenn ich jetzt 90 bin, was will ich denn absolut erlebt haben? Und das kann man dann natürlich, man muss es auch nicht sofort planen. Und wie wir ja festgestellt haben, da ist ja jeder auch son bisschen anders. Aber ich finde es schon wertvoll zu überlegen, was plane ich denn generell mit meinem Leben im großen Ganzen und groben anzufangen? Will ich mal irgendwo im Ausland gelebt haben?"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2544.555",
      "endTime": "2554.075",
      "body": "Will ich Haus gebaut haben? Will ich Baum gepflanzt haben, ja? Will ich, ja, was was will ich unbedingt erlebt haben?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2554.9",
      "endTime": "2579.755",
      "body": "Ja, das ist super. Finde ich gut, sich da mal Gedanken drüber zu machen. Ich glaub, das waren die wenigsten tatsächlich oder werden dann auch irgendwie bleiben bei Waage, sage ich jetzt mal, werden wenig konkret. Ich hab son bisschen den Eindruck, bei manchen, die schieben das immer son bisschen raus. Also die haben den Lebensplan und die haben manche Träume und die sagen, ich würd gern das und das machen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2579.915",
      "endTime": "2604.475",
      "body": "Ich würde als Empfehlung geben, macht auch was davon. Und zwar wartet nicht noch 10 Jahre, das wieder so was ich am Anfang gesagt hab mit wenn dann, sondern geht raus und macht's jetzt. Vielleicht nicht im Ausland leben, wenn jetzt die Kinder grad hier im deutschen Schulsystem unterwegs sind, dann muss man sich das vielleicht noch mal gut überlegen. Vielleicht ist es dann auch gut zu warten, bis die Kids vielleicht die Schule hinter sich haben und ausm Haus sind, dann kann man das vielleicht machen, aber Du möchtest"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2604.5552",
      "endTime": "2608.53",
      "body": "Gut, ist gerade gut, das zu tun, während die Kinder im Schulsystem sind?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2608.53",
      "endTime": "2644.58",
      "body": "Genau, da können wir dann vielleicht in einem anderen Podcast noch mal Richtung Bildung gehen. Genau, könnte auch sein, aber ich glaub immer zu sagen, ja, das mache ich dann, wenn ich in Rente bin zum Beispiel. Dann, wenn ich in Rente bin, dann habe ich Zeit. Ich glaub, das ist gefährlich, weil Du hast gerade so gesagt, was will ich eigentlich so mit meinem Leben anfangen, bis ich 90 bin, aber auch da gibt's halt keine Kontrolle und keine Sicherheit und es kann halt auch nicht bis 90 rausreichen, Sondern es kann halt auch früher Schluss sein. Und das ist irgendwie schade, wenn Du dann irgendwie am Ende halt dasitzt und vielleicht sagst, okay, jetzt kann ich halt nicht mehr auf diesen Berg steigen."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2644.58",
      "endTime": "2668.09",
      "body": "Jetzt kann ich halt nicht mehr den Marathon laufen. Jetzt kann ich halt nicht mehr die Welt fliegen. Jetzt kann ich halt das alles nicht mehr. Hätte ich mal. Ja und ich glaub, dieses hätt ich mal kann man son bisschen umgehen, indem man sagt, okay, jetzt nehme ich mir vielleicht was vor von diesem Lebensplan, was ich jetzt kurzfristiger umsetze und kurzfristig heißt ja nicht gleich morgen, aber vielleicht bis 2028 haben wir das gemacht."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2668.09",
      "endTime": "2724.5852",
      "body": "Ich hatte mal einen jungen Consultant, der in einem Präsentationstraining bei mir war und ich verknüpfe das ja gerne mit so Coachingthemen und ich habe die Aufgabe gestellt, dass sie genau das Lebensziel präsentieren müssen. Haben auch Zeit bekommen, sich darüber Gedanken zu machen, integriert auch, okay, wenn ich das erlebt habe, sehe ich mein Leben als erfolgreich auch an son bisschen verknüpft. Wir haben es vorher definiert und all so was. Und er sagte am Ende des Tages oder vielmehr am nächsten Tag, als wir uns wiedergesehen haben, er hat das sehr das Thema sehr mit nach Hause genommen und meinte, er weiß gar nicht, ob er lachen oder weinen soll, weil es freut ihn sehr, dass er jetzt gezwungen wurde, sich damit zu beschäftigen und er könnte heulen, dass er nie früher darüber nachgedacht hat. Ich mein, er war jetzt noch jung, Mitte 20."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2724.985",
      "endTime": "2774.4648",
      "body": "Da ist es jetzt, glaube ich, nicht so dramatisch, wenn man da noch nicht drüber nachgedacht hat. Aber ich glaube, ich glaube, nicht so viele machen das wirklich konkret im Kopf oder auch auf Blatt Papier aus und schreiben solche großen, großen Ziele auf. Vielleicht, wenn man merkt, oh mir, es wird gesundheitlich, baue ich ab. Vielleicht kommt dann bei vielen der erste Moment von wegen okay, vielleicht ist so das Helis gehen, wenn ich es jetzt nicht mache, dann sehe ich mich da in 5 Jahren nicht mehr, weil die Knie bereits jetzt schon schmerzen. Ich glaub, dann wird man eher dazu gezwungen, vielleicht solche Gedanken zu finden, wenn man die Zeit hat und nicht im Alltag total gefangen ist."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2775.505",
      "endTime": "2785.04",
      "body": "Ich glaube aber, es schadet ja auch nicht, dass viel früher und ständig und genauso dynamisch anzugehen wie jeden anderen Plan im Leben."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2785.52",
      "endTime": "2810.7302",
      "body": "Finde ich voll super. Hast Du dir denn selber auch schon mal Gedanken gemacht über deinen großen Lebensplan? Du hast gerade eben so gesagt, ich kurz drüber nachgedacht, habe gedacht, ich wüsste keine Antwort, aber weißt Du, wann ist das Leben gut gewesen? Also wenn Du so ans Ende denkst, wir wissen nicht wann das Ende ist, aber wann würdest Du sagen, das und das habe ich gemacht und deswegen hat sich's gelohnt? Gibt's da irgendwas?"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2811.21",
      "endTime": "2851.25",
      "body": "Ja, recht viele Dinge ehrlich gesagt. Also gut, einerseits das ein Buch zu schreiben und noch weitere zu schreiben, ist definitiv so ein To do, was ich hinterlassen möchte. Auch die Frage hab ich einfach mir gestellt, okay, was möchte ich denn hinterlassen? Ich würde sehr, sehr gern meinen Kindern einfach einen 'n Ort hinterlassen, wo maximale Sicherheit und ein gutes Gefühl noch weiterhin bestehen bleiben kann, immer eine Basis, wo sie zurückkehren können und sich gesund fühlen. Und es gibt durchaus auch Reiseziele, die ich noch auf der Landkarte entdecken möchte, wie zum Beispiel Japan ganz konkret."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2852.4749",
      "endTime": "2883.235",
      "body": "Ja, und dann möchte ich gesagt haben, dass ich ganz viele Stunden in meinem Leben irgendwie es Zeit gefunden habe, zu tanzen, zu malen, zu lesen und all diese schönen Dinge zu machen. Und die gehören tatsächlich geplant. Also das Tanzen gehen und das Malen, das ist das, was am ehesten runterfällt. Ich glaub, es ist noch einfacher, eine Japanreise zu planen, als diese ganzen vielen kleinen Freuden, die eigentlich den Alltag täglich schöner machen können."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2883.555",
      "endTime": "2912.4648",
      "body": "Ja, aber auf die kommst Du doch vielleicht am Ende tatsächlich sogar an, weil die bringen dich ja auch durch deinen Alltag Stück weit durch. Die Japanreise vielleicht auch. Ja, das ist auch toll, aber viel öfters wirst Du also die Japanreise würde viel seltener stattfinden als alles andere, was Du so aufgezählt hast, vor allem jetzt am Schluss und grad tanzen und malen kreativ zu sein, das ist das, was Du ja theoretisch auch jede Woche mal machen könntest, wenn Du dir dafür Zeit nimmst und es dir einplanst."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2912.545",
      "endTime": "2940.835",
      "body": "Ja, also es führt auf jeden Fall dazu, dass ich also das Malen ist bei mir einfach hat die Überschrift kreativ arbeiten und da ist jetzt grade Fokus schreiben angesagt. Das ist genauso kreativ für mich, deswegen vermisse ich auch grade das Malen weniger als sonst als vor dem Buch sozusagen. Und das Tanzen findet durchaus Platz in meinem Alltag. Ich tanze recht viel zu Hause einfach und mit meinen Kindern und überall, wo ich kann."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "2942.675",
      "endTime": "2979.82",
      "body": "Ja, ich bin ich bin grad son bisschen drüber gestolpert, weil ich ja vorher gesagt hab, bei mir wechseln sich die Tage so krass ab und dass es auch immer wieder Tage gibt, wo ich planlos in den Tag hineingehe, aber wenn ich jetzt so richtig darüber nachdenke, sind diese Tage geplant, damit ich planlos bleiben darf. Also ich glaube, habe ich mich gerade so gefragt, gibt es tatsächlich irgendwas komplett ohne Plan und selbst wenn Dein Plan ist, ich mache keinen Plan. Das war so irgendwie ein Gedanke, der mir jetzt einfach kam, weil wir so drüber geredet haben. Vielleicht geht es ja auch ganz ohne Plan, aber ist nicht das auch schon ein Plan, dass es ganz ohne Plan gehen darf?"
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "2979.82",
      "endTime": "3029.115",
      "body": "Ja, ich frage mich häufig und da bin ich selbst zwiegespalten, wenn ich die Aussage höre, da bin ich so reingeschlittert. Ich hab die lange Zeit als sehr negativ wahrgenommen, von wegen, ja, dann machst Du etwas, ohne drüber nachzudenken eigentlich, ob Du das wirklich willst. Und das ist ja gar nicht selbstbestimmt, sondern der einfachste Weg wahrscheinlich gewesen, ja, dass kein Risiko, kein großes, ja außerhalb der Komfortzone, man ist da so rein geschlittert und bei mir war das lange Zeit so ein bisschen negativ behaftet. Im Moment, ja, es wandelt sich so ein bisschen, weil ich auch sehe, ja, das Vertrauen zu haben, einfach mal Dinge anzunehmen und zu sagen, hey, ich probiere das aus und gucke, ob es einfach was für mich ist. Ich lasse das Schicksal walten."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "3029.115",
      "endTime": "3055.8052",
      "body": "Ich nehme das jetzt einfach mal als einen Versuch und schaue einfach mal, wo es hingeht im Vertrauen. Das ist ja auch ganz wunderbar und sehr wertvoll und sehe ich jetzt sehr positiv an. Ich glaube, vielleicht ist ein kleiner Unterschied nach Zeit einfach mal zu reflektieren, es ist auf mich zugekommen, ich hab das einfach wahrgenommen, ich bin reingeschlittert, aber will ich das wirklich?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "3056.365",
      "endTime": "3098.63",
      "body": "Ja, ich ich also ich find's super, dass Du das sagst, auch diese Wandlung. Ich würde sagen tatsächlich, ich bin in meinen Beruf reingeschlittert. Ich fand's nie schlimm, dass das so geschehen ist. Ich konnt's nicht oder ich wollt's nicht planen, ich hab's nicht geplant, ist einfach so gekommen, war auf einmal Trainer und hab dann die ersten 3 Jahre einfach gemacht, so mit allem, was so kam und hab mich danach erst hingesetzt und hab reflektiert, hast Du das gern gemacht, was hast Du da eigentlich gemacht, warum ist das gut geworden, warum ist manches nicht gut geworden, also in dieser Phase gar nicht so sehr. Hab's tatsächlich erst danach gemacht, aber wird tatsächlich auch heute die Frage beantworten, es ist so geworden, ohne dass das jemals geplant war."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "3098.79",
      "endTime": "3138.7349",
      "body": "Ja, also ich hab die meisten Dinge schon in meinem Leben wahrscheinlich eher geplant und bin weniger rein geschlittert. Andererseits da, wo ich das tatsächlich und das hab ich gemerkt, dass ich das selbst verwendet habe, das Wort, da bin ich so rein geschlittert und bin selbst über meine Worte gestolpert, sind die ganzen Rhetoriktrainings, die ich gebe, die auf mich zukamen durch einen Kontakt, den ich über 3 Ecken kennengelernt habe, der einfach der Meinung wäre, ich könnte das und mach doch mal. Und dann dachte ich, okay, ich hab noch Zeit vorher, mir da das ein oder andere anzueignen. Ich probier's einfach mal aus. Ich kann's mir auch vorstellen, dass ich's kann."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "3138.815",
      "endTime": "3148.255",
      "body": "Also mach ich's und es hat sich vom ersten Moment so angefühlt, als hätt ich's jahrelang schon gemacht und deswegen bin ich auch sehr, sehr gerne dabei geblieben, weil's mir nach wie vor sehr viel Spaß macht."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "3149.35",
      "endTime": "3176.15",
      "body": "Aber das war wunderbar eigentlich, dass man in was reinstellen kann, ungeplant und es macht Spaß, es erfüllt einen und es ist irgendwie so geworden. Im Schwäbischen gibt's so ein Ausdruck, es ist halt so worre. Also es ist so hin hin geworden, weil man hat selber irgendwie es mit sich machen lassen und ich finde aber, das ist ja auch eine große Eigenschaft, dass man's mit sich machen lässt und nicht einfach gleich auf die Bremse treten und sagt, nee, Moment, also Rhetoriktraining, das geht ja gar nicht."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "3176.15",
      "endTime": "3177.1099",
      "body": "Das Hab ich nicht geplant."
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "3177.19",
      "endTime": "3196.0151",
      "body": "Hab ich nicht geplant, hab ich nicht gelernt, kenn ich mich wahrscheinlich gar nicht so gut aus, auch wenn Du das sagst, mach ich auf keinen Fall, sondern einfach mal zu sagen, ah okay, Du traust mir das zu und dann vielleicht kurz in die Reflexion gehen, ach ja, paar Sachen hab ich vielleicht auch zu dem Thema, paar Sachen muss ich mir vielleicht noch aneignen, mach ich einfach mal und dann bist Du so reingeschlittert."
    },
    {
      "speaker": "Katharina",
      "startTime": "3196.0952",
      "endTime": "3237.09",
      "body": "Ja. Ich glaube, wir können festhalten eigentlich zum Thema Pläne, dass wir, dass die Dynamik es anzusehen, dass es alles dynamisch ist, sehr, sehr wertvoll ist und auch dann dem Ganzen bisschen mehr Leichtigkeit gibt und auch nicht das Gefühl der Niederlage, dass es völlig okay ist, vom Plan abzuweichen, weil alles ist dynamisch und wir können festhalten, dass es nur alles gut verlaufen kann, wenn man regelmäßig reflektiert und einfach mal ja schrittweise innehält zu gucken, okay, ist es noch das richtige Ziel? Ist es noch der richtige Plan? Ist es noch das, was ich in meinem Leben leben möchte?"
    },
    {
      "speaker": "Sebastian",
      "startTime": "3237.5698",
      "endTime": "3245.845",
      "body": "Ja und ich würde glaube ich noch festhalten aus unserem Gespräch, der Plan muss für den Mensch da sein und nicht der Mensch für den Plan."
    },
    {
      "speaker": "Intro",
      "startTime": "3247.285",
      "endTime": "3258.323",
      "body": "Das war Goldrausch. Anders glücklich leben. Danke, dass Du dabei warst. Katharina, Sebastian und ihre Gäste freuen sich, wenn Du den Podcast abonnierst und die Reise weiter mitgehst."
    }
  ]
}
