FEHRENSEN: Analysen zur digitalen Öffentlichkeit

Social Media verbieten? Für Dirk von Gehlen ist das die falsche Antwort auf die Probleme digitaler Plattformen.

In seinem Buch „Social Media verbieten? Verboten!“ warnt er davor, Kinder und Jugendliche durch staatliche Verbote und Altersverifikationen schützen zu wollen. Denn dafür müssten am Ende nicht nur junge Menschen, sondern wir alle unser Alter nachweisen. Aus seiner Sicht droht dabei eine Infrastruktur, die mehr Daten erzeugt, Big-Tech-Konzernen in die Hände spielt und später für ganz andere Zwecke genutzt werden könnte.

Im Gespräch geht es um die Debatte über Social-Media-Verbote, den Generationenkonflikt hinter dieser Diskussion und die Frage, ob Verbote tatsächlich schützen – oder junge Menschen daran hindern, digitale Medien selbstbestimmt zu nutzen. Dirk von Gehlen plädiert stattdessen für Befähigung, Medienkompetenz und eine digitale Demokratie, in der Kinder und Jugendliche nicht nur geschützt, sondern auch beteiligt und ernst genommen werden.

Wir sprechen außerdem darüber, warum die Suchtmetapher den Blick auf soziale Medien verengen kann, weshalb Menschen dadurch ihre eigene Handlungsmacht verlieren und was die Bio-Bewegung mit einem bewussteren Medienmenü zu tun hat. Dirk erklärt, warum bessere Alternativen zu den großen Plattformen nötig sind, wie Interoperabilität soziale Netzwerke verändern könnte und weshalb er trotz der Macht von Meta, Google und Co. optimistisch bleibt.

Kapitel

00:00 Begrüßung und der Meta-Vergleich in den USA  
01:27 Altersverifikation und die Gefahr einer Zensurinfrastruktur  
03:18 Social-Media-Verbote als gesellschaftliches Feigenblatt  
05:39 Grundrechte, Kinderrechte und digitale Teilhabe  
09:09 Bewahrpädagogik: Schutz durch Verbote?  
12:40 Social Media und die problematische Suchtmetapher  
15:20 Digitale Demokratie und erlernte Hilflosigkeit  
17:09 Das Machtungleichgewicht zwischen Nutzern und Big Tech  
18:03 Technologie als Sündenbock für gesellschaftliche Probleme  
19:21 Die Idee einer Bio-Bewegung für Medien  
22:40 Empowerment und bessere Alternativen zu Social Media  
25:02 Warum Social Media nicht nur schadet  
28:18 Fediverse und die Rückeroberung digitaler Vernetzung  
29:45 Interoperabilität und die Zukunft sozialer Netzwerke  
32:00 Geld, Strafen und die politische Macht von Meta  
34:08 Kartellrecht und der Aufstieg von Meta  
35:23 TikTok, Konkurrenz und das Momentum des Wandels  
36:15 „Optimismus ist Pflicht“ – das Schlusswort  

Anmerkungen

1* Wer 2008 geboren ist, durfte bei der Bundestagswahl 2025 noch nicht wählen. Je nach Geburtstag und Wohnort konnte diese Person aber bereits bei der Europawahl 2024 sowie bei einzelnen Landtags- oder Bürgerschaftswahlen mit 16 Jahren wählen.

2* Link zur Studie der Techniker Krankenkasse: https://www.tk.de/resource/blob/2223044/70c31ebe506c7d80c96f1e3d869eda91/social-media-report-data.pdf

3* Link zu https://savesocial.eu/ & https://di.day/de 

4* Link zu Enshittification: https://en.wikipedia.org/wiki/Enshittification

5* Die App hieß RedNote – in China Xiaohongshu (小红书, „Kleines rotes Buch“).

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Zum Gast:

Dirk von Gehlen ist Journalist und Autor. In seinem Buch **„Social Media Verbot? Verbieten!“** beschäftigt er sich mit der Debatte über Social-Media-Verbote, digitaler Demokratie und der Frage, wie eine selbstbestimmte digitale Gesellschaft aussehen kann.

Buch: Social Media Verbot? Verbieten! https://www.rheinwerk-verlag.de/social-media-verbieten-verboten-ein-plaedoyer-fuer-digitale-demokratie-und-medienkompetenz/ 
  
Weitere Informationen: https://www.dirkvongehlen.de/wer/

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FEHRENSEN ist mein Podcast über die Systeme, die bestimmen, was wir sehen, glauben und denken – soziale Medien, Algorithmen, KI und die Plattformen dahinter.

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