Weil man immer wieder von Deutschen und anderen Deutsch-Muttersprachlern liest die sich fuer die Grüne Insel sehr faszinieren und sich einen Ausgedehnten Urlaub, einen Studienaufenthalt oder ein Ganz neues Leben in Irland vorstellen können aber oft nur schwer oder teilweise Infos finden, möchte ich hier fuer alle Interessierten Einblicke zur Vorbereitung und zum Start hier in Irland (Arbeits- und Wohnungsmarkt, Sozialversicherung, Infrastruktur etc) sowie zum Alltagsleben bieten - Genauso möchte ich euch aber in meine eigenen Einblicke und Eindrücke mitnehmen, Land, Leute, Kultur und Ausflugsziele (inklusive und über die weltbekannten Attraktionen) und vieles weitere, eventuell finden wir ja auch im weiteren Verlauf fuer die ein oder andere Episode eine(n) Gesprächspartner/in. Wenn Ihr also Fans des Landes von Joyce und Connolly, des schwarzen Biers und der Grünen Wiesen seid, würde ich mich freuen wenn Ihr einschaltet und den Podcast euren Freunden und Bekannten weiterempfehlt
Hallo, Servus und wie immer ein ganz, ganz herzliches Willkommen heute zur dreiundzwanzigsten Episode von. Mein Lieben, ich hoffe, ihr hattet so weit ein schönes Pfingstwochenende, habt die Sonne genossen, wenn ihr denn welche habt. Und natürlich freue ich mich sehr darüber, dass ihr auch heute wieder eingeschaltet habt. Heute haben wir ein Thema gerade für diejenigen, die vielleicht einen Jobangebot aus Irland bekommen haben, wenn wir schon hier sind und sich doch etwas intensiver mit dem Arbeitsmarkt aktuell beschäftigen, vielleicht die letzten Jahre doch eher länger im selben Job waren und deswegen dahingehend nicht mehr ganz so up to date sind. Und auch für diejenigen, die so vielleicht gerade von der Auswanderung noch träumen und sich bisschen auch die Frage stellen, ja lohnt es sich denn von den Rahmenbedingungen her?
Speaker 1:Lange Rede, kurzer Sinn, es geht heute Arbeitsbedingungen. In Irland, da werden wir uns etwas näher beschäftigen mit Themen wie Krankentage, Urlaubsanspruch, Elternzeit und so weiter. Ganz weit vorne steht hier aber mit Sicherheit auch das Thema Bezahlung. Ich will mich gar nicht lang damit aufhalten. Wir haben ja vor einigen Wochen die Episode zum Thema Gehaltsniveau und Bezahlung in Irland gehabt.
Speaker 1:Deswegen hier nur noch mal ganz kurz der Verweis auf den Mindestlohn. Dieser liegt aktuell bei 11 Euro und 30 Cent pro Stunde brutto. Damit wären wir auch direkt beim Thema Arbeitszeit. Typischerweise sind hier ähnlich wie in Deutschland 40 Stunden pro Woche. Kleinere Abweichungen sind durchaus üblich, so sind 39 oder 39.5 Stunden durchaus keine Seltenheit.
Speaker 1:Üblicherweise wird alles von 35 Stunden pro Woche und mehr als Vollzeitarbeit bezeichnet. Ein Maximum, was die Regelarbeitszeit betrifft, liegt hier genauso wie in Deutschland bei 48 Stunden. Wer viel arbeitet, will auch hin und wieder eine kleine Verschnaufpause haben. Was Pausen betrifft, ist es hier relativ flexibel gestaltet. Grundsätzlich gilt allerdings, wer 8 Stunden oder mehr an einem Tag arbeitet, hat einen Anspruch auf eine Stunde unbezahlte Pausen.
Speaker 1:Das gliedert sich sehr, sehr unterschiedlich. Oft ist es tatsächlich so, dass nach der Hälfte der Arbeitszeit oder einem anderen Zeitpunkt während des Arbeitstages eine Mittagspause von 1 Stunde eingelegt wird. Genauso wie eine Aufteilung in zweimal 30 Minuten oder dreimal 20 Minuten denkbar. Bei Bürotätigkeiten ist es oft aber auch so, dass eine Stunde unbezahlte Mittagspause genommen wird und Arbeitgeber kürzere Pausen von zweimal 10 oder zweimal 15 Minuten während der Arbeitszeit zugestehen. Zum Thema Arbeitszeit wäre dann vielleicht noch ein wichtiger Stichpunkt das Thema Gleitzeit.
Speaker 1:Es ist so, dass es da natürlich genauso wie überall anders auch auf den Arbeitsbereich ankommt. Also gerade so im administrativen Bereich und so in Financial Services und alles, was jetzt nicht mit der unmittelbaren Erreichbarkeit durch Kunden, also Einzelhandel, Callcenter und so weiter abhängt, kommt es durchaus vor, dass Gleitzeitmodelle angeboten werden. Es erscheint mir aber dennoch insgesamt etwas seltener, als es zum Beispiel in Deutschland der Fall ist. Feiertage. Es gibt in der Republik Irland aktuell 10 gesetzliche Feiertage.
Speaker 1:Der Clou hierbei ist, dass jeder Feiertag, der auf ein Wochenende fällt, am darauffolgenden Werktag nachgeholt wird. Also ich nehme jetzt als Beispiel mal Weihnachten. Wenn der 25 Punkt 1 2 spricht der Weihnachtstag auf einen Samstag fällt und der 26 Punkt 1 2, also der sein Stevens Day oder der zweite Weihnachtsfeiertag auf einen Sonntagfeld, wären somit quasi 2 gesetzliche Feiertage weg, so nach deutscher Regelung. In Irland ist es allerdings so, dass zur Kompensation die darauffolgenden Werktage, also der Montag und der Dienstag, sprich in diesem Fall der siebenundzwanzigste und der achtundzwanzigste Dezember als freie Feiertage angeboten werden müssen. Das heißt, ihr habt da stattdessen frei, wenn ihr von eurem Arbeitgeber aus dennoch arbeiten müsst, bekommt ihr diese Tage dann als days in lou spricht könnt diese Tage dann zu einem anderen Zeitpunkt nachholen oder werdet entsprechend doppelt bezahlt.
Speaker 1:Hier werden in der Regel Wahlmodelle angeboten. Weil wir jetzt gerade schon von Freizeit und Freizeitausgleich sprechen, wäre der nächstliegende Punkt dann das Thema Urlaubsanspruch. Wie überall in der EU ist es so, dass ihr einen gesetzlichen Mindestanspruch von 20 Tagen habt bei 1 Fünftagewoche beziehungsweise von 24 Tagen bei 1 Sechstagewoche, sprich ihr habt einen Mindestanspruch von 4 Wochen. Genau in Deutschland ist es hier auch so, dass es dabei aber von Arbeitgeber zu Arbeitgeber Unterschiede gibt. Tendenziell ist es aber so, dass in Irland etwas weniger Urlaub gewährt wird.
Speaker 1:Also ich sage mal so als Faustregel, es ist in etwa eine Woche weniger als in Deutschland. Wenn wir gerade mal beim Thema Office Jobs bleiben, was für viele von euch ja zutreffen dürfte, ist es so, dass gerade Vendoren Firmen sich oft leider an das gesetzliche Minimum halten und dort wirklich nur 4 Wochen gewährt werden. Bei Arbeitgebern in Direktanstellung liegt der Name Bereich, ich sag jetzt mal so bei 22 23 bis 27 Tagen, wobei so ein Standardwert oft rund 25 Tage Urlaub sind, die ihr im Jahr bekommt. Damit wären wir bei meiner Aussage von gerade ungefähr eine Woche weniger als in Deutschland, sind doch so 28 bis 30 Tage von dem her, was ich immer so mitbekomme, so der Normalfall in Deutschland. Weiter geht es mit dem Thema Probezeit generell und da gab es im letzten Jahr eine gesetzliche Änderung darf eine Probezeit in Irland bis zu 6 Monate betragen dies entspricht auch der generell gängigen also ein halbes Jahr Probezeit ist genau wie in Deutschland ganz normal.
Speaker 1:Es gibt auch in einigen Tätigkeiten gerade dort, wo es schwer ist, entsprechende Kandidaten zu finden, oft auch etwas kürzere Probezeiten. Ich selber hatte in der Vergangenheit auch schon mal eine Probezeit von nur 3 Monaten. Genauso ist es aber unter besonderen Umständen wie jetzt längerer krankheitsbedingter Abwesenheit oder ähnliches auch möglich, eine Probezeit auf maximal eine Gesamtdauer von 12 Monaten zu verlängern. Genauso kann innerhalb der Probezeit mit 1 Kündigungsfrist von 1 Woche gekündigt werden, solange jetzt kein Verstoß gegen unfaire Gründe vorliegt, die jetzt durch Gewerkschaftszugehörigkeit, Schwangerschaft, Elternzeit oder ähnliches bedingt sein könnten. Heißt hier ist im Großen und Ganzen die Regelung mehr oder weniger identisch mit der gültigen Deutschland.
Speaker 1:Wie sieht es denn hierzulande mit Krankheitstagen aus? Das war lange Zeit so etwas wie eine Problemzone hier in Irland, war es doch so, dass krankheitsbedingte Abwesenheiten per Gesetz vom Arbeitgeber nicht bezahlt werden mussten. Eine bahnbrechende Änderung gab es hier zu Beginn dieses Jahres, also zum ersten ersten 23, seitdem 3 Arbeitstage beziehungsweise 3 krankheitsbedingte Fehltage gesetzlich abgesichert sind. Diese Tage werden zu 70 Prozent vergütet, allerdings auch bis zu einem täglichen Maximum von einhundert und 10 Euro. Heißt, wenn ihr täglich mehr als circa einhundertfünfzig Euro verdient brutto, dann verliert er auch hier wiederum Geld.
Speaker 1:Das heißt aber natürlich nicht, dass das zwangsläufig so ist, wir reden hier von einem gesetzlichen Minimum. Auch hier gilt, es gibt Arbeitgeber, die sich wirklich ans Minimum halten und gerade auch bei Vendoren und Ähnlichem ist dies leider doch eher die Regel als die Ausnahme. So war ich auch bevor diese Regelung galt in Arbeitsverhältnissen, wo ja dies tatsächlich Bestand hatte, also Krankheitstage nicht bezahlt wurden. Aber wie gesagt, 3 Tage habt ihr inzwischen in jedem Fall sicher, zumindest zu 70 Prozent und es ist trotzdem so, dass es jede Menge Arbeitgeber gibt, die auch Krankheitstage bezahlen. Da ist es aber meistens auch so, dass es eine Deckelung gibt, also eine bestimmte Anzahl an Tagen, die vom Arbeitgeber übernommen werden.
Speaker 1:Also oft ist es so, dass wirklich 5 Tage in jedem Fall bezahlt werden pro Kalenderjahr und ihr auch kein Attest vorlegen müsst und weitere 5 bis 10 Tage gegen Vorlage 1 Attestes dann auch weiterhin bezahlt werden. Bei den meisten Arbeitgebern ist es allerdings so, dass bei Krankheiten darüber hinaus dann wirklich nur private Versicherungen greifen oder diese minimale staatliche Absicherung. Man muss also sagen, es hat sich hier in den letzten Jahren viel zum Positiven entwickelt aus Arbeitnehmersicht, nicht zuletzt dank der Techindustrie, aber wir sind hier noch nicht auf dem Level von beispielsweise Deutschland, wo die Übernahme von Krankheitstagen doch wesentlich selbstverständlicher ist auch. Dann haben wir last but not least ein Thema, das junge Eltern, werden die Eltern, junge Familien, junge Pärchen besonders interessieren dürfte. Ja, richtig geraten, es geht das Thema Elternzeit.
Speaker 1:Auch hier ist es so, die Elternzeit ist staatlich abgesichert. Es gibt hier, wenn der Arbeitgeber keine entsprechende Vorkehrung trifft, für Mütter einen Schutzzeitraum von 26 Wochen, sprich einem halben Jahr, der bezahlt genommen werden kann und in dem ein staatlicher Zuschuss von zweihundertundzweiundsechzig Euro pro Woche bezahlt wird. Darüber hinaus können 16 Wochen unbezahlt genommen werden. Für Väter sieht das deutlich magerer aus. Dort sind es 2 Wochen, die bezahlt werden können zu gleichen Konditionen und da bleibt es auch soweit ich es überblicke beim bezahlten Zeitraum von 2 Wochen.
Speaker 1:Soweit bei leiblichen Kindern. Bei adoptierten Kindern gibt es für ein Elternteil bis zu 24 Wochen bezahlt, sowie die Option auf 16 Wochen unbezahlte Elternzeit. Für das jeweils andere Elternteil sind es hier 2 Wochen genauso wie bei den Vätern generell. Auch hier gilt, bevor ihr jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagt, dass das nicht in jedem Fall in Stein gemeißelt ist. Also auch hier sprechen wir wirklich vom gesetzlichen Minimum, das euch soweit nicht anders reguliert zusteht.
Speaker 1:Es gibt auch hier in diesem Punkt viele, viele tolle Arbeitgeber, die eine anderweitige Regelung getroffen haben, mit der ihr am Ende des Tages deutlich besser aussteigt als mit der gesetzlichen Mindestregelung. So gibt es Unternehmen, die beispielsweise für die Mütter diese 26 Wochen zu vollen Beziehungen bezahlen, teilweise auch wirklich für beide Elternteile dieses Angebot machen oder aber auch für den Väter beziehungsweise das zweite Elternteil dann 16 Wochen voll bezahlen oder einen ähnlichen Zeitraum. Also wie gesagt, euch dann nicht vom gesetzlichen Minimum abschrecken lassen. Das ist mir ein sicherheitsmäßiger doppelter Boden als alles andere. Ich habe euch zu all diesen Themen, falls es euch hier etwas zu schnell ging, auch die citizens information.
Speaker 1:I e Artikel an gehängt in den Shownotes, wo ihr wirklich alles in Ruhe noch mal nachlesen könnt, wo ihr Weiterverlinkungen findet auf verwandte Themen und so auch alles drum herum in Ruhe nachlesen könnt. Es wird dort auch auf externe Quellen noch mal verlinkt. Also so viel nur als schneller kurzer Überblick von meiner Seite. Falls aber weitere Fragen bestehen, vielleicht auch wirklich etwas spezifischer, Soweit ich helfen kann, helfe ich euch natürlich gerne. Kommt da einfach über die bekannten Kanäle auf mich zu.
Speaker 1:Also ihr kennt die E-Mail-Adresse, das Kontaktformular auf der Website, the Varianstrandet oder inhirent.com Und natürlich die Social Media Kanäle Facebook Instagram. Damit wären wir auch heute am Pfingstsonntag wieder durch eine zur Abwechslung sehr, sehr kurz gehaltene Folge. Ich hoffe dennoch, dass ich nichts entscheidendes vergessen hab. Wenn doch, gebt mir bitte Bescheid, wenn ihr mehr zum Thema wissen wollt und ich komme als schnell als ich kann auf euch zurück. Wir hören uns wahrscheinlich Ende der zweiten Juniwoche, also so den achten wieder mit einem kleinen Special und ansonsten gibt es im Juni ein bis 2 kulturelle Folgen, die ich aktuell am vorbereiten bin, bevor wir uns dann wie versprochen mit den Lebenshaltungskostencheck befassen.
Speaker 1:Falls ihr weitere Anregungen habt, Kritik, ob positiv oder negativ, irgendwelche Vorschläge zu Themen, irgendwas, wo ihr beitragen könnt, falls ihr mitmachen wollt als Interview oder in welcher Form auch immer. Gebt mir gerne Bescheid. Ansonsten ihr kennt die übliche Leier, sagt euren Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen Bescheid, die sie vielleicht für dieses Thema speziell oder allgemein für das Leben im Irland interessieren. Und damit wir noch mehr Freunde der grünen Insel erreichen, folgt dem Podcast auf den sozialen Netzwerken. Abonniert fleißig auf den Streamingplattformen und lasst 5 Sterne Feedback da.
Speaker 1:Ich bedank mich schon mal recht herzlich bei jedem einzelnen von euch dafür. In diesem Sinne wünsch ich euch noch ein sonniges Feiertagswochenende. Bleibt gesund, macht's gut, genießt die Zeit und bis bald. Ciao, servus und bis dahin sagt, euer Max.