Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung

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Die meisten Systeme scheitern nicht daran, dass sie zu wenig können, sondern daran, dass du ihnen nicht vertraust. Diese Folge zeigt, warum Vertrauen der eigentliche Maßstab für ein gutes System ist, nicht Funktionsumfang, und warum Misstrauen dazu führt, dass du wichtige Dinge zusätzlich im Kopf mitträgst.

Ich gebe dir den Türsteher-Filter mit drei Fragen für alles Neue mit, das in dein System will: Ist es relevant? Ist es wichtig? Ist es jetzt dran? Was eine der drei Fragen nicht besteht, verlässt die aktive Liste, wird aber nicht gelöscht. Voraussetzung dafür ist, dass du selbst weißt, was für dich relevant und wichtig ist, das führt zurück zu Zielen und Standards im Zeitnavigator.

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What is Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung?

Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.

Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.

Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."

Hallo, hier spricht Ivan Blatter, dein Mentor und Coach für strategisches Zeitmanagement.

Ich helfe dir, deine Zeit so zu nutzen, dass dein Business läuft,

ohne dass du dich verlierst.

Heute geht es um die Frage, woran du eigentlich erkennst, dass dich dein System trägt.

Ich glaube, ich hatte in meiner ganzen Karriere noch nicht einen Kunden,

der keine To-Do-Liste hatte.

Überhaupt nicht. Die haben alle To-Do-Listen. Die haben auch ausgefeilte Tools

und die kennen auch ganz, ganz viele Methoden.

Aber ein Fall, der mir sehr häufig begegnet, ist dieser hier.

Die To-Do-Liste liegt irgendwo, aber man schaut gar nicht mehr richtig rein.

Warum nicht? Ja, weil die Liste zu voll ist, zu unübersichtlich.

Und irgendwo tief drinnen weiss man, irgendwie kann ich dieser Liste nicht mehr trauen.

Und dann macht man genau das, was die meisten machen. Wir führen die wirklich

wichtigen Dinge zusätzlich im Kopf mit.

Die To-Do-Liste, die gibt es zwar, die existiert noch, aber sie ist so eine Art Kulisse geworden.

Weil das eigentliche Steuern deines Tages passiert woanders, nämlich im Kopf.

Und vor allem nachts oder unter der Dusche oder beim Autofahren.

Genau das ist nicht optimal. Das Blöde ist, genau das ist der Moment,

in dem ein System aufhört zu helfen.

Es sollte dich doch eigentlich entlasten, aber wenn du ihm nicht wirklich traust,

dann wird es zu einer weiteren Baustelle neben deinem Kopf.

Vielleicht pflegst du ja die Liste sogar noch. Du befüllst sie vielleicht noch

weiter, du trägst brav deine Aufgaben ein, aber du verlässt dich nicht wirklich darauf.

Und dann hast du am Ende mindestens zwei Systeme gleichzeitig am Laufen.

Das offizielle System in der App und eben das inoffizielle im Kopf,

das eben nachts um drei noch mitläuft und dich fragt, ob du wirklich an alles gedacht hast.

Das ist doppelte Arbeit für einfache Entlastung.

Genau deshalb fühlt sich Selbstständigkeit für viele so anstrengend an,

obwohl sie eigentlich gut organisiert sind.

Und das gilt nicht nur für Selbstständige, sondern für alle Menschen,

die Verantwortung tragen.

Das Blöde ist der eigentliche Preis. Das ist nicht mal der Zeitverlust,

den du hast, weil du diese Systeme im Kopf und nebenbei noch pflegen musst,

sondern der Preis ist dieser Restzweifel, der immer mitläuft.

Dieses ganz leise Gefühl, irgendwas könnte dir durchrutschen und das bringt

dich dann dazu, vielleicht noch ein zweites und ein drittes Mal nachzuschauen,

obwohl du gerade erst nachgeschaut hast.

Ein System, dem du nicht traust, dem dann gibst du auch nicht wirklich etwas ab.

Du versuchst die Kontrolle im Kopf zu behalten, auch wenn eigentlich längst

alles irgendwo in einer App steht oder stehen sollte.

Kennst du das Gefühl? Ich kenne es manchmal, vor allem wenn ich ganz stressige

Zeiten habe und nicht ganz sicher bin, ob ich mein System gut gepflegt habe.

Aber vielleicht ist das bei dir Alltag, was ich hier beschreibe.

Und es geht noch weiter. Dieser Zweifel, der da immer mitläuft,

der ist nicht einfach nur mal so da und dann wieder weg, sondern er frisst dich

in deine Pausen, in deine Wochenenden,

in die Momente, die eigentlich für etwas anderes gedacht wären.

Du bist vielleicht körperlich nicht am Arbeiten, weil du Freizeit hast,

weil du bei der Familie bist, aber ein Teil von dir bleibt im Hintergrund irgendwie

noch online, weil das System diesen Teil nicht übernehmen kann.

Und mit System meine ich deine To-Do-Liste, dein gesamtes System.

Und dieser ständige Hintergrundbetrieb ist es, der Menschen eben so richtig auslaugt.

Es ist häufig nicht eine einzelne Aufgabe, sondern häufig ist es dieses ständige

Alert-Sein, dieses ständige Online-Sein, dieser ständige Hintergrundbetrieb,

der so richtig viel an Energie und an Power kostet.

Übertrag das mal auf deinen Arbeitsalltag. Ein System ist nur so gut,

wenn du ihm wirklich vertraust und nicht, wenn es extrem viele Features hat.

Du kannst die durchdachteste Struktur haben mit Projekten, Bereichen,

Tags und Ansichten, alles farblich wunderbar sortiert und sauber beschriftet.

Wenn du dem System aber trotzdem nicht traust, wenn du dieser Struktur nicht

zutraust, dass sie dich rechtzeitig an das Wichtige erinnert,

dann bringt dir diese gesamte Struktur nichts, gar nichts.

Sie ist vielleicht schön anzusehen, aber sie entlastet dich nicht.

Und jetzt kommt ein Gedanke, den finde ich noch ziemlich wichtig und das ist

vielleicht einer, der dir noch gar nie so richtig durch den Kopf gegangen ist.

Und zwar, die meisten von uns, die optimieren ihr System auf Funktionsumfang.

Mehr Ansichten, mehr Möglichkeiten, mehr Filtern, mehr Automatisierungen oder

noch eine bessere App, die alles noch besser können soll.

Dabei ist das gar nicht der Massstab. Nicht der Funktionsumfang ist der Massstab.

Sondern der Massstab ist Vertrauen.

Ein minimales System, und das kann durchaus eines auf Papier sein zum Beispiel,

kann, aber muss nicht. Also digital ist auch okay, aber analog ist genauso okay.

Hauptsache ein minimales System, dem du zu 100% vertraust, schlägt jedes ausgefeilte,

mächtige System, das du ständig kontrollieren musst, weil du dir nicht sicher

bist, ob es wirklich alles im Blick hat.

Man könnte sogar so weit gehen und sagen, je mehr ein System kann,

desto mehr musst du selbst wissen, um ihm überhaupt trauen zu können.

Und genau das frisst wieder die Energie, die du eigentlich sparen wolltest.

Und ich will dir hier ein Beispiel sagen, das habe ich schon ab und zu mal hier im Podcast erwähnt.

Vor einigen Jahren, das war, ich glaube, das war während der Corona-Zeit sogar,

also 2020, 2021, so irgendwo herum war das.

Da war Sabin noch bei mir angestellt und wir haben das gesamte Business auf Notion umgestellt.

Das kam damals erst so langsam richtig hoch und mich hat das von Anfang an fasziniert.

Und dann haben wir uns wirklich ein gutes System gebaut mit Projekten und Aufgaben

und alles war miteinander verknüpft und wir haben uns Dashboards gebaut und

wenn man mit der Arbeit anfing, konnte man auf das Dashboard schauen und sagen,

oh, das muss heute unbedingt sein, das wäre auch nett, das hier ist delegiert und so weiter.

Wirklich sehr, sehr ausgefeiert.

Und dann haben wir einen Fehler gemacht. Wir sind in den Urlaub gefahren.

Wir waren zwei Wochen weg.

Das muss wahrscheinlich nach Corona gewesen sein oder ich weiss nicht.

Wir waren auf alle Fälle zwei Wochen weg.

Wir kamen dann zurück ins Büro, haben auf unser Notion geschaut,

auf unser super tolles, ausgefeiltes Dashboard und haben uns angeschaut und

uns gegenseitig gefragt, weisst du noch, wie das Ganze funktioniert?

Sehen wir hier eigentlich alles? Wo müssen wir jetzt etwas eintragen,

damit es hier erscheint? und so.

Wir wussten es nicht mehr. Nach zwei Wochen. Und das System war gut.

Das war ausgefeilt. Das war alles verknüpft. Und wir haben es ja auch selber gebaut.

Und trotzdem konnten wir ihm nicht mehr vertrauen.

Und wir haben das System einfach verlassen. Obwohl ich da, ich weiss noch,

einen halben Sommer damit verbracht habe, Notion zu lernen und dieses System

zu entwickeln. Ich hatte gut Zeit und dann habe ich das halt so gemacht.

Grosser Fehler.

Und genau davon spreche hier. Vielleicht ein Extrembeispiel, aber trotzdem.

Je mehr ein System kann, desto mehr musst du selbst wissen, um ihm überhaupt trauen zu können.

Und genau dieses Notion-Beispiel ist ein sehr schönes Beispiel dafür.

Ja, Kontrolle und Vertrauen, die fühlen sich manchmal auf den ersten Blick relativ

ähnlich an, aber sie sind total gegensätzlich.

Kontrolle heisst ja, du prüfst selbst nach, ob alles stimmt.

Vertrauen heisst aber, du musst gar nicht mehr nachprüfen, weil du weisst,

dass es stimmt. Du weisst es.

Ein System, das sehr viel Kontrolle von dir verlangt, ja, das mag vielleicht

schon mächtig wirken, aber es hält dich trotzdem irgendwie fest.

Heisst, du musst ständig eben reinschauen.

Ein System, dem du vertraust, das lässt dich tatsächlich loslassen.

Und genau um dieses Loslassen geht es mir, weil das ist der eigentliche grosse

Gewinn eines guten Systems.

Schauen wir uns doch mal an, warum dieses Misstrauen, dieses fehlende Vertrauen überhaupt entsteht.

Das ist natürlich keine Frage der App, logisch, sondern das ist eine Frage von Regeln und Workflows.

Das sind zu viele Eingangskanäle, E-Mails, Notizen, spontane Ideen,

Zurufe von Kunden, Nachrichten am Wochenende und für jeden Kanal gibt es eine

andere Vorgehensweise, wie etwas überhaupt ins System kommt oder eben nicht.

Es gibt keinen klaren Workflow oder eine klare Regel, was überhaupt ins System rein darf.

Und wenn es dann im System ist, wie es auszusehen hat, also wie ich eine Aufgabe

formuliere zum Beispiel.

Und dahinter, da steckt oft die Angst, etwas zu vergessen. Also landet lieber

alles da drin, sicherheitshalber, bevor ich es vergesse.

Jede Idee, jede halbe Aufgabe, jeder Gedanke, der einem irgendwann mal nützlich erscheinen könnte.

Und ich sehe auch das wieder bei meinen lieben Kunden. Die meisten To-Do-Apps,

die haben ja so einen Eingang, eine Inbox oder wie auch immer das heisst,

Eingangskorb, wie auch immer.

Und ich erlebe häufig, dass da nicht einfach nur fünf oder zehn Sachen drin

sind, so Dinge, die man im Verlauf des Tages halt aufschreibt,

sondern ich erlebe es, dass da Dutzende, teilweise sogar hunderte Dinge drin sind.

Alles halb gar, vieles nicht wichtig, aber alles ist da, aus Angst,

ich könnte es ja sonst vergessen. Vielen Dank.

Und dann kommt noch etwas dazu. Ohne klare Kriterien, was eigentlich relevant

und wichtig für dich und dein Business ist, ja dann verschwimmt erst recht alles

irgendwie so zu einem grauen Brei.

So eine kurze Notiz zu einem Buch, das du vielleicht mal lesen willst,

steht neben dir Nachfrist für ein Angebot, das dich diese Woche Umsatz kosten

kann, wenn du sie verpasst.

Beides sieht in der Liste genau gleich aus. Ein Eintrag unter vielen, vielen, vielen.

Dein Kopf merkt das aber. Der weiss, da stimmt etwas nicht und dann beginnt

er selbst zu sortieren, eben im Hintergrund.

24 Stunden am Tag, unkontrolliert und eigentlich wolltest du genau das vermeiden

und genau deshalb wolltest du ein gutes System.

Tja und dann wird die Liste länger und länger und länger und unübersichtlicher

und mit jedem Eintrag, der eigentlich gar nicht mehr relevant ist,

sinkt dein Vertrauen ein Stück weiter.

Ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt. Je unübersichtlicher die Liste,

desto weniger schaust du rein.

Je weniger du reinschaust, desto mehr trägst du wieder im Kopf.

Und je mehr du im Kopf trägst, desto weniger Grund hast du, der Liste überhaupt

noch etwas anzuvertrauen, weil sie es ja ohnehin nicht schafft,

das Wichtige sichtbar zu machen.

So schaukelt sich das über Wochen und Monate hoch, bis eben am Ende diese beiden

Systeme parallel laufen, die sich gegenseitig nicht entlasten,

sondern beide für sich Aufmerksamkeit fordern.

Das System in der To-Do-Liste und das System in deinem Kopf.

Das Problem ist übrigens gar nicht die Länge der Liste an sich.

Wenn du ein gutes System hast, ist eine To-Do-Liste mit ein paar hundert Einträgen,

überhaupt kein Problem.

Aber dieser graue Brei, der ist ein Problem.

Und das macht sich von aussen übrigens kaum bemerkbar. Das sieht ja nach gut organisiert aus.

Du hast unzählige Kategorien und Farben und Labels und Termine und so weiter

und so fort. Und vielleicht gelingt es dir sogar, Termine wirklich einzuhalten,

E-Mails zu beantworten.

Vielleicht fällt dir nicht mal etwas hinten runter.

Aber dieses Vorgehen hat trotzdem einen Preis, nämlich,

in deiner Energie, in der Fähigkeit nach Feierabend wirklich abzuschalten,

in der leisen Anspannung, die einfach nie ganz verschwindet,

weil Hintergrundmodus, es läuft noch in deinem Kopf mit.

Und deshalb merken viele gar nicht, dass das eigentliche Problem gar nicht die

Menge der Aufgaben ist, sondern das fehlende Vertrauen eben in das System,

das eigentlich diese Menge verwalten sollte.

Tja, und was machen wir? Wir machen das, was ein lieber Kunde von mir auch gemacht hat.

Er wollte nicht sein System aufräumen, sondern er hat ein neues Tool ausprobiert

und wollte dabei bleiben.

Und jetzt hat er aber das Chaos eins zu eins vom alten Tool ins neue geschaufelt.

Seine Begründung war, ja, da habe ich eine viel bessere Möglichkeit mit Labels zu arbeiten.

Nett, aber wir haben eigentlich im Coaching besprochen, dass er seine To-Do-Liste

aufräumen soll. nicht einfach Copy-Paste in ein neues Tool und dann das Chaos

da weiterführen mit noch ein paar Labels mehr.

Aber das ist naheliegend. Wir suchen dann nach einer externen Lösung und das

heisst ein neues Tool oder eine neue App.

Oder wir sagen, ich brauche mehr Disziplin. Ich muss einfach jeden Abend aufräumen.

Aber beides, weder ein neues Tool noch mehr Disziplin, löst das Grundproblem dahinter nicht.

Ein neues System mit mehr Funktionen verschiebt das Problem nur,

so wie bei meinem lieben Kunden, und mehr Disziplin ist auf Dauer anstrengend,

auch weil sie an der Ursache vorbeigeht.

Weil das Problem liegt ja nicht am Werkzeug oder an der Willenskraft,

sondern an der fehlenden Regel für den Eingang.

Das heisst aber auch, da kannst du ansetzen, ohne neue App, ohne neues System,

einfach mit einer klaren Regel.

Deshalb schlage ich dir Folgendes vor. Nutze doch einen einzigen, einfachen Filter.

Stell dir diesen Filter wie ein Türsteher vor, der gewisse Dinge reinlässt, aber andere eben nicht.

Und wie findet ihr heraus, was rein darf? Ihr stellt drei, vier Fragen.

Ihr stellt drei Fragen. Vier gibt es nicht. Ihr stellt nur drei Fragen.

Die erste Frage ist, ist das relevant? Gehört das überhaupt in dein Leben,

in dein Business oder zu deinen Zielen?

Vor allem das Letzte ist das Entscheidende.

Vieles, was uns über den Weg läuft, ist vielleicht interessant,

aber es ist nicht relevant für das, was wir da so tun den ganzen Tag.

Auch wenn es interessant klingt.

Nur interessant reicht nicht als Kriterium, um reingelassen zu werden.

Relevanz, das ist das Entscheidende. Und das ist schon mal die erste grobe Sortierung.

Alles, was hier schon durchfällt, das muss gar nicht weiter diskutiert werden.

Die zweite Frage, ist es wichtig? Relevant ist nicht dasselbe wie wichtig.

Es gibt Dinge, die zwar zu deinen Themen gehören, aber gerade keinen echten

Hebel haben oder keine spürbare Wirkung auf das, was du erreichen möchtest.

Wichtig heisst, es bringt dich tatsächlich voran, es bringt dich näher zu deinen Zielen.

Wichtig heisst nicht, es passt irgendwie thematisch dazu. Das reicht nicht.

Und die dritte Frage ist, ist es jetzt dran?

Es gibt Dinge, die sind relevant und wichtig, aber die müssen nicht unbedingt

jetzt sein. Die müssen nicht jetzt ins aktive System.

Manches ist wichtig, aber erst in drei Monaten dran.

Nämlich, wenn das aktuelle Projekt abgeschlossen ist oder eine bestimmte Voraussetzung erfüllt ist.

Diese dritte Frage schützt dich davor, deine aktive Liste mit lauter richtigen,

aber verfrühten Dingen vollzustopfen.

Jetzt haben wir noch ein ganz kleines Problem, nämlich, was ist denn eigentlich

für dich in deinem Business und für deine Ziele relevant?

Kannst du das beantworten? Was ist denn eigentlich wichtig?

Wer sagt denn, was relevant und wichtig ist? Was sind da deine Kriterien?

Weisst du jetzt ganz spontan, was für dich relevant und wichtig ist?

Das kannst du nur, wenn du das Dach in meinem Zeitnavigator im Griff hast.

In dem Zeitnavigator stehen ganz oben Ziele und Standards.

Und da gehören dazu Vision, Ziele, Rollen und eben diese Standards.

Wenn du irgendwo Ziele hast, weil Ziele muss man sich ja setzen,

und das habe ich ja gemacht, nämlich vor acht Monaten, am 1.

Januar oder vor neun Monaten, da habe ich mir ja Ziele gesetzt.

Natürlich habe ich Ziele.

Ja schon. Aber leben die noch?

Haben die wirklich einen Einfluss auf deinen Alltag?

Deine Vision ist dir die eigentlich präsent. Und zwar nicht einfach nur,

wenn du zufällig über dein Visionsdokument stolz wirst, sondern jeden Tag,

immer wenn du entscheidest, was tue ich denn jetzt oder was darf hier rein.

Und wichtig, was ist dir wichtig beim Job?

Inhaltlich, aber auch sonst, wie du deinen Job erfüllst, das sind dann eben eher die Standards.

Hast du das wirklich präsent? Vielleicht hast du es irgendwo aufgeschrieben,

aber präsent haben und aufgeschrieben, nee umgekehrt, aufgeschrieben haben und

präsent haben, das sind zwei verschiedene Dinge.

Und so gut dieser Filter ist, so gut diese Türsteherfragen sind,

ist das relevant, ist es wichtig, ist es jetzt dran?

Das Ganze steht und fällt damit, ob du sofort aus dem Stehgreif weisst,

was relevant und wichtig ist.

Und daran scheitern viele, nicht an diesen drei Fragen.

So oder so ist entscheidend, wenn eine Sache, eine dieser drei Fragen nicht

besteht, ja dann fliegt es raus.

Rausfliegen heisst nicht zwangsläufig löschen. Es geht nicht darum,

wichtige Dinge wegzuwerfen, zum Beispiel. Es kann ja relevant sein und wichtig,

aber einfach im Moment nicht dran sein.

Sondern es geht darum, dass es raus aus dem aktiven Zugriff ist.

Also in eine Ablage, in ein später Projekt oder someday maybe,

wie es in Getting Things Done heisst, also irgendwann vielleicht.

Oder eine Notiz oder wie auch immer.

Wichtig ist nur, dass es nicht mehr zwischen den Dingen steht,

die heute wirklich dran sind.

Es bleibt trotzdem erhalten. Es ist wieder auffindbar, aber es blockiert nicht

länger deinen Blick auf die Dinge, die jetzt zählen.

Dieser Türsteherfilter, der funktioniert übrigens nicht nur für einzelne Aufgaben,

sondern auch für Ideen, Anfragen, die reinkommen, für ganze Projektvorschläge

und so weiter, sind immer diese drei Fragen immer mit derselben Konsequenz.

Das macht diesen Filter ebenso unglaublich nützlich und brauchbar.

Und du musst dir nicht für jeden Typ Input eine eigene Regel merken,

sondern du hast einen einzigen Massstab, den du überall anlegst.

Und am wirkungsvollsten ist dieser Filter übrigens nicht beim grossen Aufräumen

einmal im Monat, sondern direkt am Eingang, in jedem Moment,

in dem etwas Neues auftaucht.

Eine E-Mail, eine Idee unter der Dusche, ein Zuluf vom Kunden.

Genau da, bevor es überhaupt in die Liste wandert, kannst du diese drei Fragen kurz durchgehen.

Das dauert pro Frage drei Sekunden, macht insgesamt neun Sekunden höchstens.

Aber es verhindert, dass sich der Ballast überhaupt erst aufbaut.

Aufräumen im Nachhinein kann man machen, aber muss man gar nicht,

wenn man von vornherein weniger reinlässt.

Natürlich lohnt sich ein regelmässiger Blick von oben auf das Ganze,

also einmal die Woche in Ruhe ohne Zeitdruck. Das macht man dann im Wochenrückblick.

Nicht um die Türsteherfilterfragen zu ersetzen, sondern um zu prüfen,

ob die abgelegten Dinge inzwischen doch dran sind oder ob sich auch dort etwas

angesammelt hat, das eigentlich schon wieder raus könnte.

Der Filter am Eingang hält den Alltag schlank, der Wochenrückblick,

der wöchentliche Blick hält das grosse Bild ehrlich und beides zusammen ist

es, was eben Vertrauen entstehen lässt und stabil macht, nicht eine einzige Massnahme für sich.

Und noch etwas Wichtiges. Vertrauen entsteht nicht durch eine einmalige,

grosse Aufräumaktion, sondern es entsteht dadurch, dass sich dein System über

Wochen hinweg immer wieder als verlässlich erweist.

Jedes Mal, wenn du reinschaust und findest, was wirklich zählt,

ohne dich durch unwichtigen Ballast

wühlen zu müssen, dann wächst das Vertrauen Schritt für Schritt an.

Es ist wie bei einem Menschen, dem du erst nach mehreren guten Erfahrungen wirklich vertraust.

Nicht nach dem ersten netten Gespräch, ja natürlich gibst du,

oder ich mache das zumindest, ich gebe den Menschen einen Vertrauensvorschuss.

Ja natürlich, ich gehe nicht mit Misstrauen in Gespräche, natürlich nicht.

Aber danach, das Vertrauen, das wächst dann mit der Zeit, Schritt für Schritt und genauso auch hier.

Und genau hier schliesst sich jetzt auch der Kreis zur Struktur,

um den es in diesem Thema, in dieser Phase überhaupt geht.

Struktur ist kein Selbstzweck und keine Fleissaufgabe oder sowas,

sondern sie ist Mittel zum Zweck.

Und der Zweck, der ist deine Freiheit. Und Freiheit entsteht in dem Moment,

in dem du einer Sache so weit vertraust, dass du dich nicht mehr um sie kümmern

musst. Du kannst loslassen.

Ein System, das du ständig kontrollierst, das gibt dir keine Freiheit,

egal wie ausgefeilt es ist.

Aber ein System, dem du vertraust, eben schon, selbst wenn es sehr simpel ist.

Also, der Massstab für ein gutes System ist nicht, was es alles kann,

sondern ob und wie weit du ihm vertraust.

Und dieses Vertrauen, das entsteht nicht durch mehr Kontrolle oder mehr Struktur

oder eine andere bessere App, sondern durch einen klaren Filter am Eingang.

Die drei Fragen des Türsteherfilters, also relevant, wichtig,

jetzt dran, die helfen dir dabei, deine Liste schlank und verlässlich zu halten,

damit du ihr am Ende wirklich wieder vertrauen kannst, statt heimlich im Kopf

ein zweites System mitzuführen.

Und genau darum geht es am Ende beim Thema Struktur. Es geht nicht darum,

ein möglichst ausgefeiltes System zu bauen, sondern darum, dir selbst die Freiheit

zurückzugeben und etwas wirklich abzugeben und loslassen zu können.

Vielen Dank, dass du heute mit dabei warst. Ich bin sicher, du kannst auch heute

etwas mitnehmen, das dir eben hilft, deinen Alltag klarer und gelassener zu gestalten.

Bis bald und vergiss nicht, nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.