Björn Bobach und Jan Gustav Franke beschäftigen sich in ihrem Podcast mit vielfältigen Aspekten rund um das Thema Coaching. Der Podcast richtet sich an alle, die ihre persönliche Entwicklung vorantreiben wollen und sich für Coaching interessieren.
Coach und Coach. Eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching Podcast mit Björn Buhrach und Jan Gustav Franke.
Björn:Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach mit 2 Menschen am Mikrofon, keinen KI Bots. Auf der anderen Seite ist der Jan. Hallo Jan.
Jan:Hallo Björn.
Björn:Ja und ich bin's wie immer. Ja, das Thema ist, was KI mit uns macht. Ich sag's direkt vorweg, ich bin ein totaler Fan von KI und das als Coach, der ständig mit Menschen zu tun hat, der ständig als Recruiter Gespräche mit anderen Menschen führt, aber KI möchte ich nicht mehr missen. Wie siehst Du das, Jan?
Jan:Ich schließe mich dem an. Ich finde auch, dass KI eine unheimliche Unterstützung ist im alltäglichen Leben. Ich glaub auch, dass das in Zukunft noch ganz viele weitere Aspekte und Aufgaben bereichern wird bei uns. Nichtsdestotrotz sehe ich aber auch viele andere Seiten und vielleicht nicht nur positive Aspekte in der KI.
Björn:Sehe ich genauso. Ich kann direkt ein Beispiel aus der Praxis geben. Also, wenn Menschen clever sind, benutzen sie KI, wenn sie E-Mails oder Bewerbungsschreiben an andere Firmen schicken. Und da kommen dann perfekt formulierte, auf den Punkt gebrachte Briefe, E-Mails und Schreiben, die, wenn man's als Mensch liest, denkt, wow, das ja toller Kandidat, ne. Und dann greift man zum Telefonhörer und ruft an und denkt, oh, das passt ja gar nicht zu dem, was ich da gerade gelesen habe.
Björn:Das ist ja verwunderlich, ne. Also entweder Menschen, die sehr schlecht Deutsch sprechen oder die Dinge sagen, die in keiner Weise mit ihrem mit dem übereinstimmen, was da in dem Text in der E-Mail stand. Also eine völlige Verfremdung des Gegenübers. Das ist natürlich nicht so clever, aber das ist eigentlich genau der Punkt, den es hier geht, nämlich was macht KI eigentlich mit uns? Was zu was verführt uns KI und was bewirkt KI, wenn man sie falsch einsetzt?
Björn:Was sind so deine deine Dinge, wo Du sagst, da müssen wir vorsichtig sein oder die negativen Gedanken, die Du hast, wenn's KI geht, auch wenn Du sie eigentlich sehr schätzt?
Jan:Ja, also Du ich würd gerne mal Beispiel heranziehen, ganz nah zu dem, was Du gerade vorgestellt hast. Da hast Du ja gesagt, da ist jetzt eine Bewerbung und die ist super auf den Punkt formuliert und dann ist diese Person ganz anders. Mhm. Ich hab letztens eine Situation gehabt, da war eine Bewerbung da und ich dachte mir, wie kann man so unaufmerksam sein, eine solche Bewerbung so abzuschicken? Also CV, ne, da waren wirklich, also so strukturelle Punkte mit drin.
Jan:Also halt einfach so Flüchtigkeitsfehler, ne, so. Mhm. Dann hab ich das Gespräch geführt mit der Person, die Person top, richtig, richtig gut. Mhm. Und ja, ich hab dann halt irgendwann gesagt, was mich bisschen irritiert hat, ehrlicherweise, sind diese ganzen Fehler in dem CV.
Jan:Dann sagt die Person mir, das kann doch gar nicht sein, die hab ich doch durch die KI gejagt. Oh. Und dann hab ich gesagt, ja, okay. Dann muss man wahrscheinlich irgendwie auch noch mal drüber schauen, ob die KI das tatsächlich so gut macht und das ist halt etwas, was mir auffällt im Alltag, dass halt ein Hang dazu da ist, auch darauf zu vertrauen, dass diese KI schon funktioniert, schon gut funktioniert und dass man diese Ergebnisse daraus dann teilweise auch mehr oder minder ungesehen nutzt. Ob jetzt irgendwie zur Darstellung von sich selbst im Rahmen 1 Bewerbungsprozesses oder auch eben im Zuge von Erstellung von Inhalten, Arbeitsergebnissen und so weiter und so fort.
Jan:So und und das ist, glaube ich, ein Punkt, den KI macht, nämlich KI verführt uns dazu, zu glauben, dass das, was da herauskommt, tatsächlich immer intelligent ist oder auch so so verwendet werden kann, weil's auch oftmals den Anschein macht, dass das so ist, weil's aufn ersten Blick irgendwie sehr gut formatiert aussieht und alles Mögliche. Aber dass eben der Teufel teilweise im Detail steckt mit dabei, ne? Und Ja. Auch da ist so, wenn wenn ich jetzt irgendwie gucke, ob das jetzt irgendwie Bewerbungsprozesse sind oder auch wenn ich irgendwie arbeiten sehe, auch so im beruflichen Kontext, ist es doch so, dass dass man teilweise nicht mehr richtig unterscheiden kann, also was davon ist jetzt selbst erstellt, was ist von KI erstellt und wenn man sich jetzt irgendwie so Dinge wie den AI Act anschaut, wo ja auch gesagt werden soll, was konkret mit KI erstellt wurde, dann hat das auch Sinn, denn nur dann kann ich eigentlich auch verstehen, ist das jetzt quasi ein Arbeitsergebnis, was wirklich mit diesem Menschen zu assoziieren ist im Sinne von, das kommt jetzt aus diesem Hirn heraus oder nicht? Und gleichzeitig erfahre ich natürlich auch was darüber, wie diese Person arbeitet.
Björn:Wobei ich jetzt mit KI arbeiten grundsätzlich ja gar nicht verkehrt finde, ne. Also zum Beispiel zu sagen, man jagt einen Lebenslauf oder irgendeinen Text, den man in die Welt hinaus schickt, noch mal durch, das mache ich auch, also durch eine durch die KI des Vertrauens und lässt die Korrektur lesen, ne, die Kommata alle stimmen, wenn man da wie ich zum Beispiel eine kleine Schwäche hat, dass man das alles noch mal überprüfen lässt. Das finde ich ja jetzt erst mal sehr gewissenhaft, dass man das tut. Spricht ja auch dafür, dass man eine qualitativ hochwertige Arbeit abliefern will. Aber Du sagst es schon ganz richtig und das blinde Vertrauen darauf ist natürlich gefährlich, weil IHKI macht viele Fehler inhaltlich als auch was, ja, Rechtschreibung glaub ich eher seltener mittlerweile, ne.
Björn:Ich glaub, da sind die schon sehr, sehr gut, weil die inhaltliche Überprüfung ist natürlich Pflicht. Für mich spiegelt das Ganze aber eine etwas wider, was wir als Mensch, glaube ich, gerne tun, nämlich ich gebe die Verantwortung ab. Mhm. Ich muss es nicht selber vertreten, ich muss es nicht selber machen, ich muss mich nicht selber entscheiden, ist das richtig oder falsch. Das macht die App für mich und dann schicke ich das hinterher einfach weg und gut ist.
Björn:Und früher war es so, man hat eine E-Mail vielleicht dreimal gelesen, bevor man sie abgeschickt hat. Dann hat man noch mal jemand drüber lesen lassen, bevor man es abgeschickt hat. Und dessen entledigt man sich. Und das ist ja eigentlich schade, weil es die Eigenwirksamkeitserfahrung ja total einschränkt. Also am Ende bin ich da nicht stolz, weil ich hab das gut abgeliefert.
Björn:Ich hab was geschrieben, was mein Gegenüber für mich gewonnen hat, egal ob's jetzt eine Bewerbung ist oder Pitch oder was auch immer man mit KI generiert hat. Sondern tief innen drin weiß ich ja, das war ich ja gar nicht selber. Und wenn es dann erfolgreich ist, wird das sehr wahrscheinlich auch nicht so in mir resonieren. Also dann weiß ich ja, na ja gut, ich hab halt gewusst, welchen Prompt ich da in welches Tool schreibe. Und das ist dann die andere Kehrseite.
Björn:Wir erleben dann einen Erfolg gar nicht mehr so hundertprozentig als den eigenen Erfolg. Also eigentlich für fürs Selbstbild nicht so dolle. Es ist fürs für für Erfolgserlebnisse eher hinderlich. Also wie kann man das Ganze dann verantwortungsvoll einsetzen? Wie was kann man denn tun?
Björn:Wie kann man KI nutzen, sich selbst und anderen keinen Schaden zuzufügen? Mhm.
Jan:Das sind jetzt 2 Aspekte. Das eine war jetzt das Thema, wie kann man sich da noch mit den Arbeitsergebnissen identifizieren? Kann man auch selbst stolz sein, ja oder nein? Das andere ist, wie kann man das nutzen, jetzt keinen keinen Schaden da jemandem zuzufügen. Also mit der Argumentation, das ist ja nicht mehr mein Ergebnis, dürfte ja kein keine hochrangige Führungskraft oder Politiker oder wie auch immer irgendwie stolz darauf sein, was diese Person macht, denn ich kriege ja auch viel vorgearbeitet, ne?
Jan:So, also auch in Konzernen, wenn's da irgendwie Statement geht oder Interview mit Führungskräften oder oder Vorständen oder so was, auch da werden ja teilweise die Inhalte fachlich von anderen vorgeschrieben und dann wird das halt eben so veröffentlicht, auch wenn Du dir Univeröffentlichungen anschaust von Professoren, also wie viele Doktoranden arbeiten da mit, ne, und und formulieren diese Sachen und am Ende steht dann der Name darauf. Das heißt, da wäre ich jetzt bisschen großzügiger in dem, wie man sich damit auch identifizieren kann, denn am Ende des Tages ändert sich ja zum aktuellen Zeitpunkt noch grundsätzlich nicht eine wesentliche Qualität, wenn ich wirklich auch qualitativ hochwertige Ergebnisse aus dieser Maschine herausbekommen möchte. Ich muss ja schon auch konkret sagen, was ich haben möchte, Und idealerweise nehm ich's halt einfach nicht unkritisch an und verwende es einfach weiter, sondern ich ich ich schaue auch schon nach was was man daran anpassen muss. Und in dem Moment, finde ich, kann man auch schon sagen, man man kann sich mit solchen Arbeitsergebnissen identifizieren, denn letzten Endes nutzt man nutzt man da in diesem Zusammenhang ein Tool. Das wäre aus meiner Sicht einfach nur fortgesponnen wie, Du schreibst einen Text in 1 E-Mail oder Du schreibst ein Buch oder wie auch immer, einen Artikel und Word zeigt dir an, die Rechtschreibfehler drin sind, dann könntest Du am Ende auch unter Umständen nicht stolz sein, weil Du alleine nicht die die Rechtschreibung hinbekommen hast.
Jan:Ja, nein, Du hast halt da einfach eine Unterstützung gehabt und hier ist es jetzt eben noch mal in meinem etwas kreativeren Umfeld. Aber das ist ja quasi der eine Aspekt, also was ist davon jetzt von mir selbst und was ist nicht davon von mir selbst? Aber die Frage ist ja auch, was macht das mit unserer Kreativität? Was macht das mit unserer Art zu denken? Und was sich ja schon zeigt, auch durch Studien, ist, dass sich beispielsweise der aktive Wortschatz der Gesellschaft verändert dadurch, dass wir KI nutzen.
Jan:KI nutzt hier eine andere Basis auch, also eine andere eine andere Datenbasis und berechnet ja letzten Endes Wahrscheinlichkeiten, was auch richtige Formulierungen angeht, wenn man sich jetzt mal son son Sprachmodell anschaut, So und augenscheinlich kommen da signifikant teilweise andere Formulierungen bei heraus als bisher im aktiven Sprachgebrauch. Und jetzt ist es so, dadurch, dass wir das konsumieren und und reproduzieren, verändern wir unsere aktive Sprache als Menschen. Das finde interessant, weil das das jetzt einen solchen Einfluss mittlerweile hat. Genauso kannst Du sagen, was macht das mit uns im im Denken, im Fühlen, wenn wir sehen, dass im Internet immer mehr auch KI generierte Inhalte da sind, ne, und die ja auch irgendwie auf uns wirken, auf unser Denken, auf unser Fühlen, was was wir uns anschauen da gerade, ne. Das hat hat einen Einfluss auf uns.
Jan:Teilweise ist ja auch sind's auch sind's auch, sag ich mal, Fiktionen, die da irgendwie per KI Video generiert werden, die halt irgendwie auf uns wirken, die Gefühle auslösen. Und da finde ich doch erstaunlich, wie weit das schon mittlerweile geht und wie viel wir auch ungefiltert einfach aufnehmen und uns dem auch gar nicht entziehen können. Du kannst heute bei Youtube oder Facebook, Instagram teilweise kaum noch unterscheiden, was sind denn jetzt hier KI generierte Inhalte, was nicht? Man muss dann schon irgendwie genau hinschauen und das finde ich dann schon manchmal schwierig, insbesondere wenn's auch dir einen einen Anschein von Realität oder Wahrheit gibt und der keinen Bestand hat, ne, sondern das ist einfach nur Fiktion.
Björn:Ja, das gilt ja auch hier für uns, für uns Podcaster gerade, weil das Tool, mit dem wir hier aufnehmen, Riverside heißt das, hat auch eine Funktion, das generiert automatisch ein ein Stimmenprofil, das uns beiden entspricht. Und ich könnte jetzt also im Nachgang direkt an unsere Hörer, ich mache das die, dem Jan hier irgendwelche Dinge in den Mund legen. Also ich könnte dann einfach sagen, nee, der Jan hat mir an der Stelle eigentlich nur einfach zugestimmt. Und dann generiert die KI einen Satz, den hätte der Jan so gesagt. Also stimmt klingt so, als hätte er es so gesagt.
Björn:Und da ist natürlich die Verantwortung der, die das nutzen können, unheimlich wichtig. Gedacht ist diese Funktion natürlich dafür, dass man, wenn man sich versprochen hat, das rauszufinden. Deswegen hört ihr bei uns auch öfter vielleicht mal einen Versprecher. Ich schneide die nicht raus und dass die KI das nachsprechen. Das finde ich nicht so schön.
Björn:Ihr sollt ja auch merken, dass hier Menschen am Mikrofon sind. Aber theoretisch könnten wir hier auch sone Folge skripten, die KI das generieren lassen. Es würde sehr wahrscheinlich relativ unpersönlich klingen und nicht so, wie ihr's gewohnt seid, aber wenn man das so machen möchte, man könnte das. Und da sagst Du was ganz Richtiges, kommt natürlich das kritische Ohr der Hörer ins Spiel. Und diese Kritik oder dieses kritische Ohr, das kritische Auge, ich würd's sogar schon fast sagen, das kritische Hirn kriegen wir grade ein bisschen aberzogen.
Björn:Und ich möchte eine Parallele ziehen zum Großwerden der sozialen Netzwerke, die ich ja über alles, Achtung, Ironie, liebe, wo ich ja auch äußerst kritisch bin, was das mit uns als Gesellschaft eigentlich macht, was das mit uns als Menschen macht. Und ich glaube, wir stehen an einem ähnlichen Punkt, denn KI ist ein ganz, ganz tolles Tool, ist ein unheimlich mächtiges Tool, mit dem wir unheimlich viele Dinge erledigt kriegen, die unseren Kopf auch frei machen kann für anderes, die uns befähigt, Dinge zu machen, die wir vielleicht in der Form früher nicht ohne Hilfe mal eben so gekonnt hätten, die vieles vereinfacht. Aber ich glaube, wir sind an dem Punkt, wo es sehr, sehr wichtig ist, dass wir uns dazu oder dass wir uns so mit diesem Werkzeug auseinandersetzen, dass es uns nicht mittelfristig eher schadet. Und damit meine ich jetzt nicht, dass die KI selbst, wie sagt man es, Sentinant wird, also dass man sie sich ihrer selbst bewusst ist und irgendwann die Herrschaft über den Planeten übernimmt. Das meine ich gar nicht.
Björn:Aber wir würden uns schaden, wenn wir eben nicht mehr dieses kritische Ohr, dieses kritische Auge, dieses selbstdenkende Hirn haben und dafür sorgen, dass so global gesehen die menschliche Performance drastisch abnimmt. Dann würden wir uns sehr schaden und ich mein, Du hast 2 Kinder. Was ist denn dein Wunsch, wie die an KI herangeführt werden? Also wenn ich's richtig im Kopf habe, sind die ja noch nicht im schulfähigen Alter. Aber ne, es vor einigen Jahren war so die Frage, wann sollen Kinder in bei Facebook Account haben dürfen und wann sollen sie erstes Smartphone bekommen?
Björn:Ich glaub, da an dem Punkt sind wir ja schon, dass viele Eltern einfach aufgegeben haben und das so früh machen, wie wir's früher nie für möglich gehalten haben. Aber was ist denn so als als Vater dein Gedanke? Wie möchtest Du, dass deine Kinder an KI herangeführt werden? Also ich Persönliche Frage, ich weiß.
Jan:Na ja, nee, ist ja völlig in Ordnung. Also ich glaube, diese Frage wird sich gar nicht stellen, weil wir reden jetzt grade aktuell noch von von KI, so wie wir vor 20 Jahren gesagt haben, ich geh jetzt im Internet surfen. Also nutzen wir heute KI irgendwie als eigenständiges Tool. Und ich glaube, dass halt in Also unsere Kinder sind jetzt 5 und 1, round about, so. Ich ich glaube, wenn die jetzt tatsächlich in das Alter kommen, auch mit mit Smartphone und so weiter und so fort, dann wird das ganze Thema schon so integriert sein in alle möglichen Tools, Programme und so weiter, dass das gar nicht mehr auffällt.
Jan:So, das heißt, ich glaube, ähnlich wie bei sozialen Netzwerken, wo Du ja das also da kannst Du ja das Gefühl haben, ich verbiete denen das jetzt, aber die bekommen ja trotzdem Zugriff, so wie wir damals auch Zugriff zu Programmen und Inhalten bekommen haben, die wir vielleicht in dem Alter nicht hätten irgendwie bekommen sollen. Ich glaub, das war ja generell so, so und genauso ist es halt auch ist es, glaube ich, auch bei bei Kindern heute so, dass sie halt eben an soziale Netzwerke kommen und genauso wird's auch zukünftig sein, dass sich diese Frage gar nicht stellen wird, sondern die werden halt sich halt einfach mit diesen Sachen auseinandersetzen. Die Frage ist aus meiner Sicht eher, wie ist sozusagen das Design dieser dieser Tools in Summe, wie ist auch die Regulatorik, dass das dass das funktioniert oder dass es halt eben nicht zu schädlich wird? Aber ich glaube, da ist schon eigentlich eine Vollintegration von von KIL Tools zukünftig, sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext.
Björn:Ja, ich mein, das haben wir ja eigentlich schon fast, ne? Also, die sind ja omnipräsent. Also, ich hab grad darüber nachgedacht, als Du es erwähnt hast, was hab ich denn eigentlich in meinem Leben, was noch keine KI integriert hat? Telefon hat natürlich KI integriert, mein Computer hat das integriert, Jede Software, die ich nutze, hat mittlerweile eine KI integriert. Ich glaub sogar mein Auto hat eine KI integriert, ne, also im Sinne von Auto intelligentes Lernen, Routenvorschläge und all sowas.
Björn:Ob das jetzt KI ist oder einfach nur Statistik ist auch, sei mal dahingestellt. Aber wir sind ja schon an dem Punkt, wo das omnipräsent ist. Wie können wir denn verhindern, dass es dazu führt, dass wir als Menschheit nicht mehr selbstständig denken wollen, weil ist das nicht die Gefahr?
Jan:Absolut. Und Du hast gerade gesagt, wir es wird uns aberzogen, selbst zu denken. Und da bin ich anderer Meinung. Ich glaube, wir sind dabei, es uns abzugewöhnen. Ja, oder so?
Jan:Ja, also nur weil ich nur weil ich Auto vor der Tür habe, muss ich nicht überall hinfahren mit dem Auto, sondern ich kann auch mal das Fahrrad nehmen oder ich kann auch laufen, ne. Und genauso, wie wir sonst Muskeln am Körper haben, die wir halt irgendwie versuchen zu beanspruchen, damit sie nicht degenerieren, sollten wir's auch mit unserem Gehirn machen. Ja, wir sollten nach wie vor kritisch denken, selbst aktiv werden, Dinge damit tun mit diesem Gehirn, selbst kreativ werden, ne. Also müssen wir alles in eine KI generieren und irgendwie 2 Stunden einen Prompt ausprobieren und immer wieder neu ausprobieren, wie jetzt irgendeine künstliche Intelligenz ein Bild gestaltet, ne? Oder krieg ich Thread auch selbst hin, ein Bild zu gestalten oder eine Grafik zu gestalten?
Jan:Genauso ist es ja auch mit Texten und allem Möglichen drum und dran. Und da ist halt eben die Frage, welchen Weg gehen wir? Gehen wir den Weg, dass wir irgendetwas versuchen zu dirigieren oder versuchen wir auch etwas selbst zu tun und da kann man aus meiner Sicht nur ermuntern, unabhängig davon, dass man aus meiner Sicht mittlerweile zwingend die Skills haben sollte, damit umzugehen mit diesen ganzen Tools und da auch am Ball bleiben sollte, damit man damit man's anwenden kann, weil's zukünftig immer wichtig sein wird und auch aus meiner Sicht wichtig bleibt, aber sollte man trotzdem in der Lage sein, halt selbst auch irgendwo aktiv zu bleiben. Also ein Beispiel, was da eigentlich ganz gut zu passt und da kann man sich auch die Frage stellen, wie relevant ist das überhaupt, dass dass man sich jetzt diese Fähigkeit aufrechterhält, ja oder nein? Aber ist doch beispielsweise das Kopfrechnen.
Jan:Also, ich glaube, wenn das früher noch gegangen und gäbe war, dass man wirklich richtig fit war im Kopfrechnen, ist doch mittlerweile aufgrund von Smartphone und so weiter und so fort mittlerweile das Rechnen zum Kopf so relativ aus der Mode gekommen, würd ich mal sagen. Glaub, die wenigsten können da tatsächlich noch komplizierte Berechnungen vornehmen, was vielleicht früher schon eher der Fall war.
Björn:Ja. Nehme ich mich mal mit rein, weil ich hatte da auch nie Lust drauf. Matheleistungskurs im Abitur, aber Lust auf Rechnen habe ich nie gehabt. Natürlich gebe ich Dir total recht. Da gebe ich Dir total recht.
Björn:Das ist Beispiel, wobei das jetzt etwas ist, was glaube ich, also Kopfrechnen ist glaube ich etwas, was die wenigsten oder wenigsten, die ich kenne zumindest so wirklich auch mit Freude gemacht haben, gern gemacht haben. Aber ich kenne viele Menschen, die haben halt gerne auch Dinge gelöst. Dinge, die sind Probleme angegangen und haben sich da selber reingefuchst und reingedacht und reingelesen in Thematiken, es dann zu beherrschen, zu verstehen und dann am Ende zu sagen, boah, das hab ich jetzt gelernt, das kann ich jetzt, da werd ich jetzt oder sich selbst zum Experten in etwas machen auch, ne. Das ist ja ist ja total gefährdet und passiert immer weniger, ne. Man weiß es nicht, also fragt man die KI, ne.
Björn:Oder die KI soll's mir soll's für mich erledigen. Schönes Beispiel ist ganz banal aus der aus dem Privaten ist, die KI kann ja mittlerweile auch komplette Reisepakete buchen, Also diverse Tools haben ja son Agent, der dann auch auf die Webseiten geht und sich da einloggen kann und die sagen ganze Schnickschnack. Das find ich zum Beispiel total schade, weil das jetzt etwas speziell auch ist, was ich total gerne tue. Wir sind auch grad hier in Urlaubsplanung, deswegen ist das ist das was, womit ich mich grade auseinandersetze. Ich kann, ich fänd das so unfassbar schade, wenn das irgendwann etwas wäre, was ich gar nicht mehr selber tun kann, was ich nicht, wo ich nicht selber forschen kann über ein Land und lesen kann und Karten studieren kann und vergleichen kann und so.
Björn:Und wenn mir das genommen werden würde, weil irgendwann sagt man halt nur noch, irgendwann verschwinden Webseiten und man sagt nur noch der KI, buch mal eine vierzehntägige Reise mit Rundfahrt da und da an dem und dem Datum und dann plumps, ist es erledigt. Das fänd ich sehr schade. Ist natürlich jetzt in sehr weiter Zukunft, aber es kann ja passieren. Es kann ja passieren, wenn irgendwann die Bildschirme verschwinden, weil die KI nur noch mit uns spricht. Die Entwicklung geht ja dahin, ne.
Björn:Es gibt immer wieder diese Gerüchte, dass so was in Kopfhörer rein soll. Die Großen, die Big Player arbeiten da angeblich dran. Die Geschichte mit den Brillen, ne, Smartglasses, gut, da sind da noch Bildschirme drin, aber da hab ich überhaupt keine Lust drauf. Ich möcht doch nicht, dass irgendeine Entität irgendetwas für mich erledigt, ungesehen, die wo ich selber weniger Kontrolle drüber habe. Also das ist zumindest nicht mein Wunsch.
Jan:Mhm.
Björn:Ich möchte auch noch auf anderes Thema kommen, das ich sehr kritisch sehe. Und das ist der die der Irrglaube, der die KI wird Menschen ersetzen. Das liest man ja immer wieder, ne? Die KI wird Menschen ersetzen. Da geht's dann ja vor allem bestimmte Stellenbeschreibungen, bestimmte Jobs.
Björn:Ja, es gibt bestimmt Dinge, die eine KI in Zukunft Menschen abnehmen kann, vielleicht auch Menschen ersetzen kann, jetzt im Arbeitsumfeld, aber ich fänd es fatal und wir steuern son bisschen darauf zu, möchte ich auch gleich eine Geschichte teilen, die ich gelesen hab, die mich wirklich schockiert hat, dass dass die KI mit einem Mensch verwechselt wird, weil sie sich so ausgibt wie ein Mensch. Da gab es eine Geschichte, ich kann es jetzt nicht mehr genau sagen, in welchem Land es war, aber da wurde, da hat ein relativ junger Mensch einen Suizid begangen.
Jan:Ja, ja.
Björn:Es gab eine Ermittlung dazu und es stellte sich dann heraus, dass das das Resultat 1 wochenlangen Austauschs mit 1 KI war, wo die KI dann sogar noch Methoden aufgezeigt hat, wie das besonders effektiv über die Bühne zu bringen sei. Und da war ich so schockiert, dass das überhaupt möglich ist, dass eine KI da nicht rechtzeitig irgendwelche Schranken gesetzt hat oder Hilfestellen vermittelt hat oder in irgendeiner Form reflektiert hat, dass da ein Mensch auf der anderen Seite ist, der sich gerade selbst gefährdet. Das hat mich wirklich schockiert und da komme ich wieder zu dem Punkt, in dem Moment, wo wir anfangen, KI mit Menschen gleichzusetzen, sind wir alle verloren, weil eine KI wird nie einen Coach ersetzen. Das Thema hatten wir schon mal, ne. Vor sehr, sehr langer Zeit relativ zum Anfang unserer Podcastzeit, wo die KI auch gerade erst so was ganz Exotisches war.
Björn:Und ich hab dazu auch schon Gespräche geführt. Ich hab mal an an an soner Interviewstudie teilgenommen, wo es wo Coaches interviewt wurden zum Thema KI und Coaching, wo ich auch immer wieder betonen musste, dass es nie möglich sein wird, einen Mensch durch eine KI im Coaching Kontext zu ersetzen, weil da so viele andere Dinge mit im Spiel sind. Aber wir steuern für mich gefühlt darauf zu, dass es immer häufiger verwechselt wird.
Jan:Ja, also ich weiß nicht, ob's verwechselt wird. Ich glaub, dass es auch aktiv einfach so genutzt wird, ne. Also ich bin also ich glaube, dass nur ich bin nur bedingt der deiner Meinung da in dem Punkt. Nicht, weil ich das gut finde, sondern weil weil ich mich frage, was sind die technischen Möglichkeiten auch zukünftig? Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass eine eine KI auch gewissen moralischen Kompass haben kann, dass eine KI auch so programmiert werden könnte, dass sie auch identifiziert, wo sich eventuell jemand selbst gefährden möchte und vielleicht dann auch auch jemanden informiert.
Jan:Die Frage ist halt, ist es das, wie man eine Technologie haben oder oder programmieren möchte, ja oder nein? Das sei mal dahingestellt. Aber wenn Du dir anguckst auch, wofür wird KI genutzt und Also wofür werden auch solche Sprachagenten oder Sprachboards genutzt, dann ist es ja schon so, dass ein Großteil der Anfragen tatsächlich auch persönliche Belange geht. Jetzt kann man sagen, wird das verwechselt? Ja oder nein.
Jan:Ich glaub nicht, dass das verwechselt wird, sondern die Menschen wissen, dass sie mit 1 Maschine sprechen, aber die haben vielleicht vor dieser Maschine nicht so viel Scham. Mhm. Ist ein Punkt, ne? Ja. Der andere Punkt ist, dass dass diese Maschine immer verfügbar ist.
Jan:Mhm. Der der nächste Punkt ist, dass diese Maschine vielleicht auch, kann auch ein Aspekt sein, kein Geld kostet, ne, wie Coach, wie so verfügbar ist im Gegensatz zu einem Psychologen. Also irgendwie scheint das ja zu funktionieren und irgendwie scheint es ein Bedürfnis da an der Stelle zu befriedigen. Und die Frage ist auch da wieder aus meiner Sicht, kann man die Maschine so enablen, dass sie leisten kann gut? Das wäre quasi ein ein ein Auftrag oder eine Aufgabe eben für für die Entwickler, dass man das halt eben versucht, so gut wie möglich darzustellen.
Jan:Andererseits muss man, glaube ich, einfach dafür sensibilisieren, dass eben den Menschen, die das nutzen, auch für solche Zwecke nutzen, dass denen klar ist, dass sie hier mit 1 Maschine sprechen, dass die unter Umständen auch Grenzen hat. Ich befürchte nur, befürchte nur, dass es den wenigen Menschen, den wenigsten Menschen gelingen wird, hier auch so diese Distanzierung oder professionelle, professionelle, persönliche, wie auch immer Distanz zu halten dazu, denn es ist ja so schmeichelnd, was da unter Umständen rauskommt. Und es ist so, es wirkt so menschlich, ne, dass wir, glaube ich, das gar nicht so richtig gefühlt unterscheiden können an dieser Stelle. So, und das ist aus meiner Sicht Gefahr und Chance zugleich. Also, was ist mit Menschen?
Jan:Ich hab jetzt erste Berichte gelesen von Menschen, die haben einen eine einen KI Partner, eine KI Partnerin, Ja. Mit der sie kommunizieren und sich das erste Mal im Leben richtig geliebt fühlen. Also die die empfinden persönliches Glück dadurch, dass sie eben mit diesem Modell kommunizieren, so. Was sie bisher noch nie von einem Menschen erfahren haben. Ist das jetzt gut oder ist das schlecht?
Jan:Mhm. Ich glaube, es ist komplex und es ist echt schwierig.
Björn:Ja, es ist komplex, es ist komplex. Natürlich ist es besser, wenn man wenn man sich aufgehoben fühlt in irgendeiner Form, wenn's früher nicht möglich war, weil es aus irgendwelchen Gründen nicht geht mit anderen Menschen. Natürlich ist das ist das jetzt erst mal nicht grundsätzlich was Schlechtes. Vielleicht, also ganz grundsätzlich und damit sind wir dann wieder eigentlich am Anfang und auch finden damit vielleicht einen guten Endpunkt, ist es eine Riesenchance, dass wir diese Technologien mittlerweile haben und so weit verfügbar haben, dass eigentlich jeder Mensch davon in irgendeiner Form profitieren kann. Es kommt halt darauf an, dass wir unsere Menschlichkeit bewahren, ne, sage ich als Coach, als Mensch und dass wir sehr gut dahin geführt werden, das verantwortungsvoll und angemessen zu nutzen und nicht in Kontexten, wo es völlig destruktiv sein könnte und uns nicht fördert.
Björn:Und was ich halt auch eigentlich jeden ermutigen möchte, der mit KI arbeitet, ist das eigene Denken nicht zu vergessen. Denn die, so mächtig eine KI ist und so viel Arbeit, die mir persönlich auch abnimmt, ne, Korrekturlesen, Formulierungsvorschläge, wenn mir selber grad irgendwie, ne, wenn ich Nebel im Kopf habe und nichts anderes mehr einfällt, solche Sachen. Oder Gedanken von mir zu strukturieren, ne, wenn ich einfach nur runtergeschrieben habe und denke so, da muss ich jetzt aber irgendwie Struktur reinbringen und dann hilft KI unglaublich. Aber diese Gedanken selbst zu formulieren und Ideen zu haben, das müssen wir weiter beibehalten. Dazu sollten wir die Generationen, die nach uns kommen, halt auch ermutigen und auch dahin erziehen.
Björn:Dass es nicht irgendwann so ist, dass wir nur noch über KI Bots miteinander kommunizieren. Und da gibt es diesen schönen Film, vielleicht das zum Abschluss, WALLY von Pixar Disney, in dem es eine einen krassen Bruch gibt. Ich weiß nicht, ob die Hörer den Film gesehen haben oder ob Du ihn gesehen hast, aber Wallee lebt auf einem einsamen, auf der Erde ist der letzte Roboter, der da noch existiert und der irgendwann landet er auf einem Raumschiff. Und die Menschheit ist mit diesem Raumschiff von der Erde geflohen, weil sie die Erde kaputt gemacht haben durch Umweltverschmutzung, Kriege und so weiter. Und diese Menschen sitzen nur noch auf schwebenden Sesseln, alle dick, alle nicht mehr in der Lage, selbstständig irgendwas zu tun, weil sie die ganze Zeit berieselt werden und ihnen irgendwelche Roboter und KI Dinge alles abnehmen.
Björn:Und da soll's ja nicht hinkommen. Deswegen hoffen wir mal, dass wir dieses wunderbare Tool so nutzen, dass es uns am Ende allen auch nur guttut.
Jan:Absolut und eine Sache, die mir auch noch auffällt in der Beobachtung ist, dass auch im Umgang mit anderen auf einmal mehr Wertschätzung auch dafür da ist, dass die Dinge nicht perfekt sind, sondern auch durchaus mal menschlich mit dem einen oder anderen Schnitz da drin. Das finde ich persönlich sehr sympathisch und das genieße ich auch, dass wir jetzt hier auch mal weg davonkommen, dass alles nur Hochglanz ist, sondern es darf auch durch mal durchaus mal etwas individuell oder das hatten wir beim letzten Mal authentisch sein.
Björn:Ja, schönes Schlusswort. Vielen Dank für euch auf der Seite der Hörer, die am Lautsprecher oder an den Kopfhörern sitzen. Sehr, sehr spannendes Thema, Jan. Vielen Dank für den schönen und offenen Austausch wie immer. Wenn ihr weitere Infos zu uns haben wollt, das gibt's wie immer unten in den Shownotes.
Björn:100 Prozent authentisch und original, sag ich jetzt für dieses Mal wieder Danke und bis zum nächsten Mal, Jan und euch allen eine gute Zeit. Bis dann, tschau.
Jan:Bis dahin, auf Wiederhören.
Musik:Coach und Coach. Eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching Podcast mit Björn Burach und Jan Gustav Franke.