Zwei Freunde, ihr Smart Home, Self-Hosting, Technik und das ein oder andere Interview mit Makern
Thomas Wiebe (00:02)
Hallo zusammen, willkommen beim SmartHütte Podcast heute in der Episode 27 vom 6. Februar 2026. Bei unserem Podcast geht es um Smart Home, Technik, Kram für Nutz und eben auch Interviews mit Makern und deswegen haben wir heute auch den Samuel zu Gast, Samuel Waldeck. Hallo Samuel.
Samuel Waldeck (00:25)
Hallo, ich grüße euch. Vielen Dank, dass ich hier sein darf, dass ihr mich eingeladen habt. Ich freue mich schon sehr.
Thomas Wiebe (00:32)
gerne. Magst du vielleicht mal so kleines Intro über dich geben, wenn du so bist, was du so machst?
Samuel Waldeck (00:40)
Das kann ich total gerne machen. Ich bin der Samuel Waldeck und komme aus dem schönen Nordhessen. Eine Region, im Norden Hessens liegt, an Grenze zu Niedersachsen. Eine Region, wo ich mich sehr wohlfühle. Wir haben hier ein Unternehmen gegründet, das nennt sich Shift.
und wir bauen Smartphones. Also Geräte, langlebig sein sollen, die reparierbar sind, die modular aufgebaut sind. Das Unternehmen habe ich jetzt vor elf Jahren, ist das mittlerweile, wie die Zeit vergeht, elf Jahren mit meinem Bruder zusammen gegründet und meinem Vater und sind da so reingerutscht. Aber da kann man ja im Laufe des Gesprächs gerne noch ein bisschen
eintauchen, wie das so passiert, wie man so zum Smartphonehersteller wird und was uns so angetrieben hat, was unsere Motivation ist.
Andrej Friesen (01:43)
Deswegen habe ich euch auch angeschrieben. Oder dich, weiß nicht mehr explizit.
Weil ich hab euch erst letztes Jahr, November, Oktober so die Ecke, hab ich euch irgendwie gefunden. Ich weiß gar nicht mehr warum. Ich glaube, weil, ja genau, mein Handy war defekt und dann hab ich mal ein bisschen gesucht und das hat die mir auch runtergekommen. Und ich dachte so, das hab ich ja noch nie in meinem Leben gehört. Wie kann das sein?
und dann bisschen, nicht viel recherchiert, weil ich mag mich nicht vorbereiten, aber ein bisschen geschaut, ein deutsches Smartphone in Deutschland gepaart, okay, das finde ich spannend, das ist ja, ich weiß nicht wie viele Smartphones gibt es in Deutschland.
Samuel Waldeck (02:25)
Tatsächlich gar keine mehr. Es gibt ja noch GigaSet als mehr oder weniger deutschen Hersteller, aber das gehört mittlerweile einem chinesischen Konzern oder Investor vielmehr. Also die sind noch in Deutschland, aber würde ich jetzt nicht sagen, dass das noch wirklich ein deutsches Unternehmen ist letzten Endes.
Andrej Friesen (02:35)
stimmt.
Thomas Wiebe (02:51)
Hier in Aachen gab's
mal Cyrus, wenn ich mich recht erinnere.
Samuel Waldeck (02:55)
Das stimmt, ja.
Andrej Friesen (02:55)
Das kenne ich
auch noch. Woher? Telefonanlagen, oder? Ja.
Thomas Wiebe (02:57)
Die machen so gehärtete Telefone sozusagen für Handwerker
und Bau, wo es mal bisschen rumflieger werden kann. Outdoor. Ich weiß aber nicht, ob es die noch gibt. Ich kannte nur mal jemanden aus dem Raum, der da mal gearbeitet hat.
Samuel Waldeck (03:03)
Ja.
Wir waren auf jeden Fall die erste Smartphone-Hersteller Deutschlands, damals als wir gegründet haben.
Andrej Friesen (03:21)
vor elf Jahren, das ist ja dann
2015. 14. Ja, je nachdem, ob man 26 erzählt. Okay. Wie? Warum? Wie kommt man auf die Idee, ein Smartphone zu bauen?
Samuel Waldeck (03:25)
14 war das. 14, ja.
Ja.
Wir haben gemeinsam gerne immer schon Projekte gemacht, mein Bruder dich. Wir sind zusammen in einem Zimmer groß geworden und haben einen relativ großen Altersunterschied wir beide, also sieben Jahre liegen zwischen uns und trotzdem haben wir uns immer gut verstanden und haben das total genossen, irgendwie so gemeinsam irgendwelchen
Schabernack zu treiben, auch so Dinge zu bauen und so was. Und ich glaube, das war eine ganz gute Grundlage. Und wir sind dann irgendwann jeder so seine Wege gegangen. Ich habe in Köln studiert, der Carsten hatte in Darmstadt studiert und es waren in der Welt irgendwie unterwegs. Und dann sind wir 2000.
⁓ 2012 muss das gewesen sein, da ist der Karsten auch wieder hier hochgezogen. bin vorher schon wieder hier in der Region gewesen und ihn hat es dann auch wieder hergezogen und wir waren dann Nachbarn. Lustigerweise ist das Haus neben unserem Haus frei geworden. Er hat es dann gekauft und war dann irgendwie so die Grundlage, wieder Projekte zu starten und Dinge zu machen. Und irgendwann hatte der Karsten die Idee einen mobilen Kamerakran.
zu bauen. Weil wir mögen beide gerne Filmsachen und so. Jetzt nicht super professionell, so im semi-professionellen Bereich. Und das war 2012 so die Zeit, wo die ersten Spiegelreflexkameras Full HD konnten. Man so diesen Kino-Look erzeugen konnte mit erschwinglichem Equipment. Und damals gab es auch nicht wirklich
gute Drohnen und deshalb die Idee, einen Kamerakran zu entwickeln, der kantlich ist, der leicht ist, der trotzdem sehr gut funktioniert. Das hat er dann umgesetzt, da hat er dann irgendwie eine Idee, wie er das machen kann, hat das dann sich gebastelt, so ein Prototyp.
Und dann war es so, dass die zu dem Zeitpunkt auch so in Deutschland das Thema Crowdfunding so ein bisschen aktiver wurde. in USA, ja, genauso Kickstarter und so was. Und damals konnte man als deutsches Unternehmen noch nicht Kickstarter-Projekte machen. Da musste es dann irgendwie so eine Briefkastenfirma in USA haben, das umsetzen zu können. Und da hatten wir keine Lust drauf. Und dann gab es mit Startnext eine erste deutsche Plattform oder europäische Plattform.
Andrej Friesen (05:57)
Vielleicht durch diese ganze Kickstarter-Welle damals,
Samuel Waldeck (06:16)
Und wir gedacht, wir probieren es einfach mal. Ich weiß noch, ich habe gesagt, Karsten, ich habe gerade zu wenig Zeit und so. Weiß nicht. Dann hat gesagt, komm, wir investieren mal einen Nachmittag, machen einen coolen Film dazu und dann gucken wir mal, dass irgendwie zehn Leute bestellen. Dann bauen wir das halt in der Garage für die zehn Leute und schicken das raus und mal gucken, wie es läuft. Und dann haben wir da irgendwie anscheinend einen Nerv getroffen. Und das war dann das seinerzeit erfolgreichste Crowdfunding-Projekt Europas.
und wir haben echt dann viele Bestellungen einsammeln dürfen. Nein, nicht mit zehn Einheiten, sondern mit hunderten von Einheiten. Und wir haben auch gemerkt, das wird ein bisschen schwierig, das jetzt bei uns in der Garage zu realisieren. Da brauchen wir ein Unternehmen, die das fertigt für uns. Und dann kam eben eins zum anderen, dass wir geguckt haben, wo kann man sowas fertigen lassen.
Andrej Friesen (06:49)
Aber nicht mit 10 Einheiten, oder?
Samuel Waldeck (07:12)
Wie können wir das irgendwie realisieren? Und gemerkt haben, das macht uns auch total viel Spaß, diese Lieferketten-Thematik einzutauchen, so ein Produkt zu realisieren, das irgendwie zu vermarkten.
Es hat sich dann auch so eine Community rund diesen Kamerakran gebildet und die hat dann irgendwann auch gesagt, hier Jungs, was kommt als nächstes, was habt ihr noch vor? Und dann hatten wir eigentlich die Idee, einen Referenzmonitor zu bauen. Also ein Monitor, wo man die Kamera anschließen kann und dann vielleicht manche Dinge auch mit steuern kann und dann eben so das Bild der Kamera, die dann auf dem Kran ist, beurteilen kann und eben so Steuerbefehle senden kann. ⁓
Wir aber auch gesagt, wir wollen nicht so ein super nischiges Produkt machen, das soll so universell wie möglich einsetzbar sein. Wie cool wäre das, man einfach mal so einen Monitor hat, der mobil ist, den man mitnehmen kann, an den Rechner noch anschließen kann, einen Zusatzmonitor hat, der aber trotzdem kompakt ist.
Und was uns schon immer genervt hat, dass gerade Elektronikprodukte immer schlechter reparierbar wurden. Da haben gesagt, das sind Designfehler. ist, weißt du, ich habe zu dem Zeitpunkt...
Andrej Friesen (08:19)
Ja definitiv.
Samuel Waldeck (08:25)
meiner Frau mein altes iPhone vererbt. Also damals noch recht jung, das iPhone 5S. Das letzte Apple iPhone, das ich besessen habe. Und das hatte ich ihr vererbt und ihr war ganz unglücklich runtergefallen, auch nicht hoch und dann war das Display gerissen und dann wollte ich ein neues Display drauf machen und ich bin wirklich auch nicht ganz ungeschickt, was sowas angeht. Ich mache das gerne, ich beschäftige mich gerne damit, habe mir dann bei iFixit das Tutorial angeguckt und habe das dann
Andrej Friesen (08:52)
Mhm.
Samuel Waldeck (08:55)
repariert und hat auch alles funktioniert und die letzte Schraube, die ich dann reingeschraubt habe, die muss ich mit irgendeiner Schraube vertauscht haben. Die war einen halben Millimeter länger als die Schraube, die dahingehörte und damit habe ich die Hauptplatine durchbohrt und dann gab es nur noch den Blue Screen of Death zu sehen und das Gerät war hin, wo ich dachte, das kann doch nicht sein, dass man sieben unterschiedliche Schraubentypen
Andrej Friesen (09:14)
Online.
Samuel Waldeck (09:25)
in einem Gerät hat und dann auch noch drei verschiedene Antriebe. Da gibt es einen Phillips-Schraubendreher, da gibt es einen Torx-Schraubendreher, da gab es noch so einen super speziellen... den habe ich auch nur öffnen können mit einem mir selbst so recht gefeilten kleinen Schlitzschraubendreher. Und das wird damals noch. Das wird ja immer schlimmer im Laufe der Jahre.
Andrej Friesen (09:44)
Ja, das ist schon heftig, wie weit die Unternehmen gehen das...
Samuel Waldeck (09:53)
Genau, das war so mit der Punkt, wo wir gesagt haben, das kann doch nicht sein, wir wollen wieder Geräte bauen, die Kohle aussehen, die schlank sind, die aber trotzdem einfach wechselbaren Akku haben. Das kann doch nicht sein. Genau, und als wir uns auf dieser Reise befanden, haben wir gemerkt, wenn wir jetzt so einen Monitor bauen, dann brauchen wir ein eigenes Betriebssystem.
Wie können wir das realisieren? Ich bin jetzt nicht Softwareentwickler. Mein Bruder hat zwar Informatik studiert, aber ist jetzt auch nicht so tief im Betriebssystementwicklung drin gewesen. Und haben gedacht, wie kann man das irgendwie gut lösen? Vielleicht kann man Android als Basis benutzen, weil das gibt es ja schon. Und haben dann geguckt, was für Chipsetze können wir da verwenden? Und dann haben wir gemerkt, ein Tablet zu bauen.
ist fast einfacher, weil dafür gibt es schon Komponenten im Markt, die man nehmen kann und haben dann tatsächlich das Shift 7 als erste Shiftphone, was es gab. Also eher ein Tablet, dem konnte man auch telefonieren, aber 7 Zoll ist schon groß. Aber genau, das war auch jetzt nicht so gedacht, dass es ein Telefon sein soll, sondern eher ein Tablet, aber man konnte es halt auch zum Telefonieren benutzen.
Andrej Friesen (10:59)
Das ist schon eine Glaubkarriere.
Samuel Waldeck (11:10)
Ja, und das war dann so das erste Gerät, was wir gemacht haben und kam gut an. Also wir haben 1000 Menschen gefunden, die uns im Crowdfunding unterstützt haben damit. Die haben wir auch alle auf der Verpackung hinten mit draufgeschrieben. So die ersten 1000 Unterstützer, die mit dabei waren, ganz klein.
Andrej Friesen (11:25)
Das nett, ja.
War das denn schon in dem Maße erfolgreich, dass ihr sagt, jo, das ist jetzt, was ihr... War das ein Nebenprojekt oder sagt ihr, nee, da stecken wir alle Zeit rein und wollen damit jetzt Geld verdienen zu dem Zeitpunkt?
Samuel Waldeck (11:47)
Wir hatten unsere Jobs, mit denen wir Geld verdient haben. Das war Hobby. Auch lange Zeit noch. Wir haben ja 14 gegründet und ich bin erst 2016 wirklich von Shift bezahlt worden in der Form, dass ich dann Gehalt hatte. Und vorher habe ich einfach noch nebenher gearbeitet.
Andrej Friesen (11:50)
Okay, das war's.
Was ist dein Hintergrund? Einfach nur zu verstehen. Dein
Bruder hat Informatik studiert, also technisch affin, würde ich mal behaupten. Und deiner?
Samuel Waldeck (12:19)
Ja,
also wir haben beide eher Designrichtung studiert. Also der Carsten hat Kommunikationsdesign studiert und ich habe Mediengestaltung studiert. Erst im Bereich Film und Fernsehen und dann mehr Richtung Mediengestaltung noch gegangen. Und schon immer wir beide Menschen, sich gerne mit Technik beschäftigen.
Andrej Friesen (12:26)
Hm?
Samuel Waldeck (12:44)
Aber natürlich auch dann mit mit Begrenzung. Also ich würde sagen, ich bin eher so der kreativ denkende Mensch, als dass ich so ganz tief Techniker bin. Aber ich mochte das schon immer zu das zu verbinden oder zu gucken, wie kann man Geräte irgendwie so auch bauen, dass sie zum Beispiel reparierbarer sind oder dass sie irgendwie mehr Sinn für die Menschen machen.
Und genau, Karsten hat noch mehr diese technische Perspektive mit, aber auch dieses Herz als Designer. Und ich glaube, das hat uns auch geholfen, weil ich glaube...
Andrej Friesen (13:19)
Mhm.
Samuel Waldeck (13:25)
Design kann ganz viele Probleme lösen oder das ist ja auch das, was man lernt im Studium. Du hast in irgendeiner Form eine Herausforderung in der Kommunikation. Du willst einen Kunde bekannter machen, du willst seine Marke bekannt machen, du musst irgendwie ein Logo dafür entwickeln, was genau das ausdrücken soll, was diese Person macht oder dieses Unternehmen macht. Ich habe gemerkt, das hat geholfen, so ein Lösungsfinder zu sein.
Es eine Expertise, die wir beide mitbringen und wir haben uns dann aber auch im Laufe der Zeit in unterschiedlicher Richtung entwickelt. Also Carsten mehr eben möglich diese Geräteentwicklung und mein Part ist dann eher so die Entwicklung des Unternehmens. So was für eine Unternehmenskultur wollen wir haben, weil das ist auch was, was man mitgestalten kann und mitprägen kann und genau das hat sich dann so.
Andrej Friesen (14:16)
sollte zumindest.
Wenn es nicht passiert, dann wird es passieren.
Samuel Waldeck (14:20)
Ja, genau, irgendwie prägt
sich das immer, das Stimmte.
Andrej Friesen (14:23)
Ja spannend, weil ich gerade währenddessen, ich hab vorhin kurz geguckt in den Shop und seh so das Handy, okay, verstehe. Und dann seh ich Cinemotion, okay, da sind diese Kamerakräne und jetzt macht das Sinn. Ich hab das überhaupt nicht verstanden, wie das miteinander zusammenhängt.
Samuel Waldeck (14:34)
Das ist ... ja.
Das ist Historie einfach und wir überlegen auch schon, müssen wir uns irgendwann davon trennen, aber irgendwie noch bringen wir es nicht übers Herz, weil das halt einfach noch zur Geschichte des Unternehmens gehört. Wenn wir noch weiter zurück gucken, das wirst du auch finden, sind das die iSaver-Produkte. Das ist von, ich glaube die D ist von 2003.
Und zwar sind das so Zubehörsachen hauptsächlich für Apple-Produkte, weil wir als Designer damals halt super viel mit Apple-Ding gearbeitet haben. Also mein erster Rechner war ein Performa 5200 von Apple, also ist noch vor der iMac-Ära gewesen. Das war wirklich noch, da musste man wirklich Überzeugungstäter sein, wenn man Apple benutzt hat, weil das mit nichts kompatibel war und man immer irgendwie ein Sonderling war. Apple zu der Zeit ja auch so kurz vorm
Thomas Wiebe (15:21)
Mhm.
Samuel Waldeck (15:35)
Ausstand. es war dann ein paar Jahre später, nachdem ich diesen Rechner hier den ersten iMac, äh nicht iMac, den ersten Mac mir gekauft hatte, kam dann irgendwann Steve Jobs wieder zurück ins Unternehmen und hat dann mit dem iMac und den iBooks und so weiter dann so ein bisschen das Unternehmen erfolgreicher machen können.
Andrej Friesen (15:54)
Ja gut, der hat die im Endeffekt
ja vor Bankruptcy geschützt. Die waren ja auf dem absteigenden Ast zu dem Zeitpunkt. Das ist auch schon lange her.
Samuel Waldeck (15:58)
Ja.
Genau, ja.
Ja, es ist eine Weile her, kann man sich jetzt nicht mehr vorstellen, aber es ist so gewesen. Genau.
Thomas Wiebe (16:11)
Ich muss sagen, ich hatte noch nie Kontakt zu dieser PowerPC-Ära vom Mac und ich hab mir gerade mal so ein Foto aufgerufen vom Performer 5200, ⁓ zu ja, okay, das wirkt nicht wie ein Jobsprodukt, Also das hat nicht seine Designsprache, wenn man so möchte.
Andrej Friesen (16:11)
herzlichen Dank
Samuel Waldeck (16:18)
Mhm.
Ne, nicht wirklich.
Ne, noch nicht wirklich. Und sie war trotzdem ein schönerer Computer als viele andere PCs, die man damals sich auf den Schreibtisch stellen könnte.
Andrej Friesen (16:40)
Ja, spannend. Das ist sehr gut. Hier habe ich tausende Fragen zu. Also erstmal finde ich es keiner von euch ist jetzt so Hardware Designer oder sowas gewesen und ihr seid trotzdem in diesen Bereich gegangen. Das ist ja einfach dieser, was du gerade auch sagst, dieser Lösungsansatz. Ich habe ein Problem, ich brauche eine Lösung. Dann hat man bestimmte Grenzen, sei es Preis, sei es Design mit Reparierbarkeit, sei es Verfügbarkeit, was auch immer. Da gibt es ja eine Million Fragen, die man sich dann stellen muss.
Samuel Waldeck (16:45)
Der Schiess los!
Mhm.
Andrej Friesen (17:12)
Wie habt ihr, wie seid ihr daran gegangen das erste Tablet zu machen? Habt ihr jetzt einfach einen White Label? Es gibt ja dann, hab ich auch mit der Zeit gelernt, so White Label Hersteller, dann kann man sich einfach was kaufen und klappt sein Logo drauf. Manche erlauben glaube ich auch ein bisschen Customization, vielleicht noch bisschen Hardware tauschen, wie seid ihr daran gegangen? Das würde mich voll interessieren.
Samuel Waldeck (17:35)
Das hat auch wieder mit der Historie zu tun, also mit diesem Hintergrund der iSaver. Das sind so Pflegetücher gewesen, also Mikrofasertücher, mit denen man das Display reinigen konnte, dass man zwischen die Tastatur beim Laptop und dem Screen legen konnte. gibt es auch immer noch, haben wir stetig weiterentwickelt, immer dünner gemacht.
Andrej Friesen (17:54)
Bis heute ein Problem
bei Laptops möchte ich mal reinwerfen.
Samuel Waldeck (17:56)
Ja,
ist immer noch so. Also immer diese Fingertuscher, die sich dann auf dem Screen abbilden, wenn man die zusammenklappt. Und je schlanker Laptops werden, desto kleiner wird auch der Bereich dazwischen und desto häufiger ist, auch dann das Fingerfett sich am Screen abbildet. Und in diesem Zuge haben wir geschaut, wie kann man sowas überhaupt produzieren? Wo kann man das produzieren? Wo sind die Unternehmen, die sowas tun?
Und in Europa gab es auch damals schon kein Unternehmen. Da haben wir gemerkt, wenn du irgendwas mit Stoffen machen willst, mit Textilien, musst du nach Asien gucken. Und dann ist mein Bruder damals, also 2003, in so einer ganz abenteuerlichen Reise nach China auf eine Messe geflogen.
und hat dann gedacht, gut, irgendwie schlage ich mich schon durch. Da würden ja die meisten Englisch können und so, aber es war nicht so. Es konnte niemand Englisch, also wirklich niemand.
Chinesisch ist ja auch nichts, was man sich herleiten könnte. Also weder die Schriftzeichen noch die Sprache kannst du dir irgendwie herleiten. Nicht als Europier, genau. Und dann war er wirklich auf dieser Messe. Kennt ihr den Film Lost in Translation? Mit Bill Murray, grandioser Film. Und genauso hat er sich gefühlt, also wirklich lost in dieser Messe. Und irgendwie kam er an den Stand. Da gab es irgendwie so Mikrofasertücher und so. Und dann hat er angefangen mit denen zu sprechen. Die konnten kein Englisch.
Andrej Friesen (19:06)
Nicht als Europäer.
Thomas Wiebe (19:16)
⁓ ja.
Samuel Waldeck (19:31)
Praktikanten hergeholt, der Wirtschaft studiert hat und dadurch Englisch konnte, mehr oder weniger gut. Und Carsten konnte sich mit dem verständigen, konnte das erklären, was er machen will. Und dann hat der Chef des Unternehmens gesagt, hier Praktikant, mach du das mal, es ist jetzt so dein Projekt, mach mal das mit diesen Deutschen, die da irgendwie komische Idee haben.
Dem Ganzen hat sich eine total schöne Freundschaft entwickelt zu dem Jackie. Jackie ist unser Mann in China, der auch unsere Fertigung dort mitleitet aktuell, aber da kann ich bis heute genau. Also viele, viele Jahre, die wir uns kennen, eine ganz tolle Freundschaft, entstanden ist dadurch. Ich war bei seiner Diplomfeier damals, das war auch abgefahren, aber kann ich nachher was sagen. Ich bleibe jetzt mal beim Thema Smartphoneentwicklung. Genau und...
Andrej Friesen (20:08)
Bis heute.
Samuel Waldeck (20:27)
Wir haben dann mit dem Jackie gemeinsam, weil wir einfach schon eine längere Reise hatten und der sich über die Jahre ein super breites Netzwerk aufgebaut hat an Kontakten zu Unternehmen und so und der das natürlich auch immer mitbekommen hat, dass wir uns mittlerweile mit technischen Dingen auseinandersetzen und so, hat er dann in seinem Netzwerk geschaut, gibt es Kontakte zu Unternehmen, mit denen wir dort gemeinsam arbeiten können.
Es gibt dieses Thema White Labeling, kann man machen, da haben wir aber gesagt, das geht uns nicht weit genug und die Produkte, die es da gibt, die sind oft auch echt Schrott. gerade damals so, glaube mittlerweile werden die ein bisschen besser, da lernt man natürlich auch mit dazu, aber das ist schon so ein großer Teil Schrott gewesen.
Andrej Friesen (21:18)
Vor 11 Jahren
war das immer noch dieses Chinas nur billige Copycat. Billig, billig. Das hat sich, glaube ich, in letzten Jahren stark gewandelt. Man muss nur in die E-Auto-Branche gucken. Da sind sie ja mittlerweile Vorreiter. Das ist, glaube ich, mittlerweile anders geworden.
Samuel Waldeck (21:24)
Ja.
Genau und dann haben wir durch einige sehr lustige Zufälle dann ein Unternehmen finden können, mit dem wir dann wirklich in die Entwicklung von diesem Shift 7 gehen konnten. Soll ich da mal eintauchen? Wollt ihr die Story hören?
Andrej Friesen (21:57)
Ja, weil das
ist cool, dass man die Kontakte hat und Jetzt sagt man, okay, haben jetzt eine Firma, möchte das, aber die wollen ja auch Geld verdienen. Das heißt, wie habt ihr das gemacht, wenn das noch nebenbei war? So eine Entwicklung von Hardware kostet ja nicht wenig Geld.
Samuel Waldeck (22:07)
Ja.
Thomas Wiebe (22:15)
Und das drum herum,
Samuel Waldeck (22:16)
Genau, wir haben
mit dem Crowdfunding auch wieder gestartet. Wir haben gesagt, wir haben das vor und finden die Leute, die auch diese kritische Masse... Es gibt ja so eine Fundingschwelle, dass man sagt, wenn wir da nicht rüberkommen, dann legen wir gar nicht erst los. Dann kriegen die Leute ihr Geld wieder und dann ist es genau.
Andrej Friesen (22:23)
Mhm.
Ja, Zeit nur vergeudet, aber okay.
Samuel Waldeck (22:44)
und die Leute haben ihr Geld kurzfristig geparkt, keiner hat irgendwas verloren. Diese Fundingsschwelle hatten wir dann knacken können, so was er gesagt hat. Wir können jetzt mit dem Kapital, was wir aus den Kränen haben, plus das Kapital, was wir noch sammeln konnten über das Crowdfunding für das Schiff Siegen, loslegen. Wir im ersten Schritt tatsächlich überlegt,
können wir ein Produkt mit relativ wenig Anpassungen realisieren. dass wir wirklich was nehmen, was es im Markt gibt und wir passen das an, sodass es halt für uns leistbar ist und auch finanziell stemmbar ist. Wir aber auch da einige...
Promisse machen müssen, mit denen wir nicht so ganz zufrieden waren, haben aber dann gesagt, ist dann so, das ist jetzt unser erstes Produkt, da muss man vielleicht Promisse machen. Der Kasten war dann noch mal in China zur Abnahme des Gerätes und dann soll es in die Massenfertigung, das ist jetzt bei uns keine Riesenmassen, aber in die Endfertigung gehen.
Andrej Friesen (24:01)
Wie viele ungefähr? Hast du noch im Kopf?
Samuel Waldeck (24:02)
Das
waren die ersten 1000 Geräte. Es waren dann ein paar mehr, aber 1000 war unsere Fundingsschwelle. Und es waren dann ein paar mehr als 1000.
Andrej Friesen (24:06)
HOLDEN!
Samuel Waldeck (24:17)
Dann war er dort in China mit dem Jackie gemeinsam in Shenzhen. Also Jackie kommt eigentlich aus Hangzhou. Das ist so ein bisschen weniger, also anderthalb Stunden von Shanghai entfernt ungefähr. Und Shenzhen ist ja weiter südlich in China, da wo viele Technikprodukte hergestellt werden. Krasse Stadt, unglaublich gewachsen in den letzten Jahren. War wohl früher mal ein Fischerdörfchen oder so Fischerstädtchen und das hat jetzt diese Riesentechnik-Stadt rausgeworden.
Andrej Friesen (24:42)
Mmh.
Samuel Waldeck (24:47)
Und wir bei diesem Hersteller und eigentlich nur ein finales Abnahmegespräch und dann hat er gesagt, er hätte gerade einen Auftrag von einem großen Unternehmen bekommen.
die dort fertigen wollen und deshalb wird er das mit uns nicht machen wollen. Das Gerät war aber, wir hatten schon Geld investiert in die Entwicklung und hatten halt quasi nur noch Geld für die Produktion und dann das Auslösen der Geräte und wussten, okay, wir werden jetzt nicht genug Geld haben, da...
Andrej Friesen (25:10)
Oha.
Weil dann irgendwie ein großer kam wie
Samsung, Apple und die haben dann einfach oder was auch immer, ne?
Samuel Waldeck (25:25)
Was auch immer, genau. Und dann hat er uns vor die Tür gesetzt. Und Carsten und Jacky sind dann irgendwie...
Zurück zum Hotel wollten sie, waren total betröppelt, weil sie dachten, krass, was machen wir denn jetzt? müssen wir irgendwie, Carsten hat gesagt, ich kann die Leute nicht, die haben uns ihr Vertrauen geschenkt, das ist fast unglaublich kostbar. Ich kann die jetzt nicht hängen lassen und viele davon sind ja auch Freunde und Bekannte und so. Selbst wenn du die Leute nicht kennst, kannst du denen ja nicht einfach das Geld aus der Tasche ziehen und sagen, wir haben es halt verbrannt, wir haben es halt verkackt, wenn man so will.
Andrej Friesen (26:00)
Ja.
Samuel Waldeck (26:02)
Und dann war schon der Gedanke, jetzt müssen wir einen Kredit aufnehmen und die Leute auszahlen und dann wird es an den Rundfunktagen abstottern. dann hat der Kassen nach, keine Ahnung, was mache ich jetzt in der Situation? Und das Einzige, was ihm einfiel, war, habe gesagt, ich.
Vielleicht gibt es ja einen Gott, ich beete jetzt einfach mal. Und hat er gesagt, so hier, wenn dich irgendwie gibt, wäre es cool. Also jetzt wäre ein ganz guter Zeitpunkt für eine Unterstützung.
Dann gehen sie weiter, wollen gerade in die U-Bahn, da kommt ein Typ entgegen und der begrüßt den Jackie und sagt, hey Jackie, du bist das doch. Also Jackie heißt ja nicht Jackie, ja nur so ein westlicher Name. Also der begrüßt ihn dann und sagt, hey und der Jackie guckt ihn an und denkt, das Gesicht kenne ich hier, wer ist das denn nochmal und überlegt so. Kennt man ja diesen Moment, wo einen jemand begrüßt und denkt, warte, ich kenne das Gesicht, ich weiß aber nicht, wo ich ihn einordnen kann.
Andrej Friesen (27:02)
Ja.
Samuel Waldeck (27:07)
Und dann stellt sich heraus, dass das ein ehemaliger Schulkamerad von ihm aus der Grundschule war. Jackie kommt ursprünglich aus dem Norden Chinas, also wirklich sehr ländlich.
wohnt ja in Hangzhou eigentlich, ist jetzt nur zu Besuch in Shenzhen, trifft in dieser, auch damals schon über 10 Millionen Einwohner statt diesen Typen, stellt sich raus, der ist in der Grundschule mit ihm gewesen und arbeitet jetzt bei einem Displayhersteller für Smartphones. der sagt, Jackie, was denn los? Du siehst irgendwie nicht so gut aus. Und dann erzählt der Jackie warum und dann sagt er, ach...
Andrej Friesen (27:30)
Diese Chance.
Samuel Waldeck (27:47)
Das ist ja verrückt, dass wir uns jetzt treffen, weil ich habe da so ein Unternehmen gerade mit denen macht es so Spaß zusammenzuarbeiten. Die sind total innovativ und die könnten total gut zu euch passen. ihr wollt, stelle ich mal den Kontakt her. genau, dann kam das dazu, dass wir dann
dieses Unternehmen kennenlernen konnten und der Karsten hat dann denen gezeigt, ist ein Prototypen, und hat gesagt, hier könnt ihr sowas auch machen und dann hat er gesagt, ja, könnten wir, aber ich habe irgendwie den Eindruck, dass du noch viel mehr Ideen hast. Das ist doch noch nicht das Produkt, mit dem du wirklich zufrieden bist. Und dann hat er gesagt, nee, ich habe da noch ganz viele Ideen und dann hat der Karsten ihm das gezeigt mit Reparierbarkeit und Warum und Nachhaltigkeit und so weiter. Und er hat es auch verstanden und
hat dann gesagt, ich habe Lust mit euch dieses Gerät zu entwickeln und wenn ich das im asiatischen Markt verkaufen darf, dann würde ich die Entwicklungskosten übernehmen und ihr müsst dann nur noch die Geräte quasi auslösen. Und so kam das.
Andrej Friesen (28:48)
Wow!
Das heißt die komplette
neue Entwicklung, eigentlich... Ihr habt ja schon die Entwicklung gemacht. Wow. Respekt.
Samuel Waldeck (28:57)
Dann
haben wir nochmal neu entwickelt, haben dann den Leuten gesagt, verzögert sich leider, aber dafür wird das Gerät besser. Und die meisten haben auch Verständnis gezeigt dafür. Es gab natürlich auch immer die Skeptiker, das ist bei jedem Projekt, du machst, die dann sagten, das schaffst du nie und es war doch klar, dass das irgendwie jetzt scheitert und so. Aber ist es komplett? Ja.
Andrej Friesen (29:20)
Mhm. ⁓
Thomas Wiebe (29:20)
Ist ja auch ne wilde Geschichte, ne? Also
selbst wenn du die transparent nach außen trägst, das musste erstmal jemand abkaufen zu der Zeit.
Samuel Waldeck (29:27)
Es ist so, Ja, jetzt ist es eine schöne Story, aber das war auch für uns emotional unglaublich herausfordernd, weil es aufs und abs sind. Einmal das Erfolg im Crowdfunding, dass das gut läuft und dann aber auch in der Entwicklungsphase diese Herausforderung.
Andrej Friesen (29:27)
Vor allem bevor die das Gerät haben. Jetzt ist easy, ne? Aber bevor die das Gerät haben...
Samuel Waldeck (29:51)
Und das war dann unser erster Partner, dem wir die ersten Phones auch realisieren konnten. Also wir haben dann nicht nur das Shift 7 gemacht, sondern das Shift 5 kam dann als nächstes, weil viele gesagt haben, hier, wenn ihr das im Tablet-Format irgendwie hinkriegt, dann versucht es doch auch mal in so ein Phone-Format zu packen. Dann gab es noch das Shift 4, das ist dann 4 Zoll-Smartphone gewesen, also noch mal eine kleine Variante. dann haben wir gemerkt so...
Wir wollen gerne noch einen Schritt weiter gehen, was Modularität angeht, was Reparierbarkeit angeht. Wir natürlich auch viel gelernt, weil wir auch bei uns die ganzen Produkte repariert haben und Kundenfeedback bekommen haben. Genau. Und das ja alles bei uns so zusammenlief. Am Anfang waren das ja nur der Karsten, mein Vater und ich. Meine Mutter hat im Versand geholfen.
Andrej Friesen (30:30)
Feedback ist natürlich sehr wertvoll.
Samuel Waldeck (30:44)
und irgendwie so Friends and Family, die dann irgendwie dabei waren.
Andrej Friesen (30:51)
nicht
Kaffeekuchen, sondern Handy und Versand.
Samuel Waldeck (30:54)
Ja, genau. Da hat man sich immer mal zusammengetan und Handys verschickt oder Sachen repariert. Und dann hat sich aus der Community, und das ist total schön, herausgebildet, dass ein älterer Herr, der Detlef, ganz toller Kerl, der hat dann gesagt, ich finde das wahnsinnig cool, was ihr macht. Ich bin gerade in Frührente und mir ist super langweilig. Meine Frau wünscht sich, dass ich was zu tun habe.
Ich würde total gerne für euch reparieren. Kommt aus der Nähe von Oldburg oben und hat dann gesagt, dann schickt mir die Geräte hoch, ich repariere die und schicke die gleich weiter an die Kunden.
Und das war total cool, der hat dann auch so die ersten Reparaturvideos gemacht, also auch wenn man bei uns in den YouTube-Kanal guckt, so die ersten Videos von uns, die hat der Detlef aufgenommen, mit so ganz tiefen, rauchigen Bassstimme.
Genau. Und dann kam noch andere, der Ben zum Beispiel, auch jemand, ein Crowdfunding-Teilnehmer der erste Stunde, der sagte, ich bin Entwickler und bin gerade irgendwie nicht so glücklich in meinem Job. Braucht ihr irgendwie Unterstützung? Und er hat gesagt, ja, wir brauchen immer Unterstützung, aber wir können dich nicht bezahlen. Ja, genau. Und dann hat er gesagt, ja, wir probieren es mal. Vielleicht könnt ihr mich ja irgendwann bezahlen.
Andrej Friesen (32:14)
Der Klassiker in einem Start-up.
Samuel Waldeck (32:25)
Genau, so kam dann eins zum anderen, dass die Geräte immer besser wurden, dass das Team immer mehr gewachsen ist. Mittlerweile sind wir knapp 50 Mitarbeitende und haben eine eigene Fertigung. Also vorher war das ja die Entwicklung und auch die Fertigung dann bei diesem Partner. Und auch da haben wir gemerkt, das war total gut für den Anfang, überhaupt starten zu können.
Aber wir wünschen uns mehr Transparenz. Wir wollen da einfach Journalisten einladen können, die sollen sich das anschauen können. Wir wollen gerne die Menschen kennen. Weil das ist immer so das Ding, wenn du zu was Beziehung hast.
dann beurteilst du Dinge ganz anders. Wenn das für mich jetzt nur eine Kennzahl ist, das heißt, was für ein Output haben die, was kostet mich das, dann ist das das einzige, wozu ich die Beziehungen habe. Aber wenn ich die Menschen kenne, die da sitzen, dann ist mir das ganz anderes Anliegen, wirklich auch für die Menschen einzusetzen und zu gucken, dass es denen gut geht und dass wir ein gutes Miteinander finden.
Andrej Friesen (33:31)
KPI können schnell
in eine falsche Richtung gehen. Komplett.
Samuel Waldeck (33:35)
Ja, genau. es
geht dann in dieses Gewinn getriebene nur Optimieren und dabei bleibt der Mensch halt oft auf der Strecke. Und... Ne, ne, ne.
Andrej Friesen (33:45)
Dabei ist Gewinnoptimierung jetzt nicht schlimm, jetzt etwas, sagen wir mal, 30
Prozent schlechter machen von der Arbeitsatmosphäre her, aber dafür nur 0,01 Prozent mehr Gewinn zu haben, ist halt auch eine unternehmische Entscheidung. Die kann man abwägen. Und wenn man nur die KPI hat, ist es halt schwierig.
Samuel Waldeck (33:53)
Ja.
Ja.
Richtig. Und deshalb haben wir gesagt, wir wollen die Leute kennen, da arbeiten, in unserer Fertigung. Wir haben die dann verlegt, also dann nicht mehr bei dem Partner in Shenzhen, sondern sind dann nach Hanzu gegangen, wo der Jackie auch lebt. Und der hat dann dort so einen Bürokomplex angeschafft.
Also auch nicht so diese Produktionsatmosphäre, weil dadurch, dass die Geräte modular sind, brauchen wir keine Reinräume für die Entfertigung. Das kann halt einfach wirklich eine Büroatmosphäre sein. Klar brauchst du ESD-Schutz und so, das muss gegeben sein. Und haben dann mit...
ihm und der Organisation TAOS, das ist so eine NGO, die sich für Arbeitsschutz, für Arbeitsrecht in China einsetzt, mit denen gemeinsam diese Fertigung aufgebaut, gefragt, was sind die wichtigsten grundlegenden Dinge, die sie brauchen, was denkt ihr aus eurer Perspektive, ist wichtig auch im chinesischen Markt mit umzusetzen, was brauchen die Menschen dort, was brauchen die Menschen zum Leben.
damit sie wirklich mit diesem einen Job über die Runden kommen, weil sonst, wir haben gesagt, es gibt kein Schichtsystem bei uns, es ist ein 9-5-Job, ganz klassisch, mit Gleitzeit und die Leute sollen so viel verdienen, dass sie eben nicht noch einen 2. 3. Job brauchen, sondern können sich nur von dem dann irgendwie gut über die Runden kommen, können sich das Leben in Hangso leisten.
Weil auch da ist es so, dass das Leben in den Städten natürlich teurer wird. Hangzhou ist eine der Städte mit der höchsten Lebenszufriedenheit in China, auch mit den höchsten Lebensstandards.
Andrej Friesen (35:45)
Mhm.
Samuel Waldeck (35:48)
Das muss man sich dann auch leisten können dort. Wir haben gesagt, wollen nicht dieses Problem befeuern. In China gibt es oft diese Wanderarbeiten, das heißt Leute, die aus dem Norden kommen, weil da weniger los ist, suchen im Süden Jobs und werden da einfach ausgebeutet. Wir gesagt, wir wollen, dass die Menschen dorthin kommen, dort eine Heimat haben, Familie haben können.
Weil das ist ja auch was, Zufriedenheit beiträgt. Wenn du überlegst, du bist bloßgelöst von deinem sozialen Kontext und arbeitest dann im Dreischichtbetrieb in irgendeinem Unternehmen, wo du wie so eine Legebatterie gesitzt und halt nur noch auf Akkord arbeitest, es ist ja kein Wunder, dass die Leute dann depressiv werden und Selbstmordgedanken haben. Und die Lösung der Unternehmen war dann irgendwie Netze unter die Fenster zu hängen, statt zu überlegen, man nicht die
Thomas Wiebe (36:35)
...
Andrej Friesen (36:38)
Das ist ein corporate Denker,
ja.
Samuel Waldeck (36:40)
ob man nicht irgendwie die Bedingungen der Menschen ändern kann. genau, deshalb haben wir dann gesagt, das wollen wir nach dem Maßstaben umsetzen, die wir auch wichtig finden.
Andrej Friesen (36:55)
Ja, meine Freundin arbeitet in dem Food Security Sektor, Supply Chain und so weiter und hat auch schon ein Plantagen besichtigt und so weiter. Man muss sich als Europäer immer vorhalten, dass nicht so viele Leute nur einen Job haben und da rüber kommen. Und Kinderarbeit ist noch komplett gang und gäbe überall. Das ist richtig heftig, heutzutage noch. Also da darf man sich...
Einfach nur aus der Geburtslotterie glücklich schätzen, dass man in dem Land geboren ist, wo man geboren wurde und das war's. Mehr ist das nicht. Das ist einfach reines Glück und wenn man diese Ethik dann noch rüberbringt, dann ist das ja schön. Aber man muss sich klar machen, dass das nicht normal ist.
Samuel Waldeck (37:40)
Ja, das ist so. Und da auch so eine Dankbarkeit für entwickeln. Ich erlebe das an mir, aber auch in meinem Umfeld, wo wir tendieren, oft zu meckern. Aber das ist auf so einem hohen Niveau. Ich glaube, das ist wichtig, sich das mal wieder vor Augen zu führen, auch dankbar zu sein, auch wenn es manchmal nur kleine Dinge sind, die man hat. ⁓
Andrej Friesen (37:53)
Mhm. Deutsch.
Samuel Waldeck (38:04)
aber eben auch für diesen Kontext, in dem wir leben dürfen. Das ist einfach wirklich besonders.
Thomas Wiebe (38:11)
stimmt es ist auch schön zu hören tatsächlich also vieles im westlichen raum können wir uns natürlich nur in dem maße erlauben weil es günstiger in dritte weltländern oder in aufstrebenden regionen produziert wird es ist schön zu sehen dass man auch dort sich für ein ein ein faire arbeiten einsetzen kann war das mit vielen hindernissen behaftet für euch oder hat das durch die zusammenarbeit mit der organisation
Samuel Waldeck (38:25)
Mh.
Thomas Wiebe (38:42)
Ja, war das dann vielleicht doch gar nicht so schwer?
Samuel Waldeck (38:44)
Ne, das war schon auch mit vielen Hindernissen versehen. Wir haben ja auch die eigene Fertigung gegründet, weil wir auch gemerkt haben, dass das Verständnis von Qualität oder von …
Design, von Hochwertigkeit. Das ist in China auch gerade damals noch ganz ganz anderes gewesen. das verbessert sich. Andrej, du hast es eben schon angesprochen, da lernt man auch dazu. Damals war das aber super schwierig und wir haben gemerkt, auch wenn wir besseren Standards erreichen wollen, was die Qualität anbetrifft und Langlebigkeit, das ist ja unser Ziel.
weniger Elektroschraub produzieren, dass wir das nur durchsetzen können, wenn wir wirklich eine eigene Fertigung haben, eine eigene Qualitätssicherung, wenn wir langfristige Beziehungen zu den Menschen haben, die dort arbeiten, dass sie lernen können, man miteinander wächst und das stößt immer wieder an Grenzen, also kulturell, man da einfach anders ist.
Andrej Friesen (39:55)
Hältst ein konkretes Beispiel?
Samuel Waldeck (39:59)
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Jackie, wo wir gemeinsam im Auto saßen und uns über viele Themen unterhalten haben. Dann kamen wir zum Thema Vertrauen. In einem asiatischen Kulturraum ist ja oft so, dass man den anderen nicht enttäuschen möchte.
ist es so, dass man schneller Dinge zusagt, auch wenn man weiß, man wird es nicht halten können. Weil diese Scham, da jemanden enttäuschen zu müssen, ist größer als diese
Gewissenhaftigkeit oder die Wahrheit, dass man es einfach nicht kann. Deshalb haben wir das sehr oft auch gemerkt, dass wir gesagt haben, in dem Zeitraum schafft ihr das zu produzieren, sonst müssen wir irgendwie schauen, dass wir eine andere Lösung finden. Das sind dann sehr oft gesagt, naja, das schaffen wir, machen wir alles und dann hat das eben nicht geklappt und damit haben wir dann Kunden hier in Deutschland enttäuscht oder haben Lieferziele nicht einhalten können. Oder auch was dann die Qualität anbetrifft, dass man sagt, ja, das
Andrej Friesen (40:42)
Die Wahrheit.
Samuel Waldeck (41:12)
schaffen wir und das machen wir so und so und dann war das nicht so. Und ich erinnere mich an dieses Gespräch mit dem Jackie im Auto und ich mit ihm über das Thema Vertrauen gesprochen habe und habe gesagt, du Jackie, ist das wichtiger, dass ich weiß, dass was du mir zusagst, dass du das auch einhalten kannst.
und dass sich Vertrauen entwickeln kann. Wenn du mir ganz ehrlich sagst, dass du das nicht einhalten kannst, dann ist das für mich total okay, weil dann kann ich damit rechnen.
Andrej Friesen (41:43)
Mhm.
Samuel Waldeck (41:45)
Und dann war das für ihn so Moment wie so ein Groschen, gefallen ist. Du hast richtig Klacken hören. Dann ist ah, okay, jetzt habe ich es verstanden. Und das war eine wichtige Grundlage. Und Karsten ist ja noch viel öfter in China gewesen als ich. Und der hatte viele, viele, viele Gespräche geführt und könnte wahrscheinlich noch mal 1.000 mehr Geschichten dazu erzählen. Aber das war eine von denen, die ich miterlebt habe.
Andrej Friesen (41:49)
Ja, richtig klick,
Ja, das ist super spannend mit diesen Kulturkontexten. Das versteht man gar nicht, bis man nicht doch mit den Kulturen arbeitet. Das Gleiche haben wir ja auch, wenn wir eingestellt haben für... Wir, Theomar Thomas und ich, waren beide Teamleiter vom gleichen Team tatsächlich. Ich habe ihnen den Posten mal geklaut. dann Bewerbungsbesprüche. Und das ist schon heftig, wie unterschiedlich das ist, ob du jemanden aus Europa hast oder aus Indien, Pakistan oder Co.
Samuel Waldeck (42:14)
Mhm.
Ja.
Mh.
Andrej Friesen (42:41)
Du kriegst bei einem Europäer eine ehrliche Kante schneller hin als bei jemanden aus der Ecke Indien Pakistan, weil die dann eher so, weiß nicht so, bedienstet sein wollen irgendwie in dem Sinne. Ich weiß nicht, ob ich das richtige Wort Das heißt, würden dann, dann fragst du, was hältst du davon? Du weißt eigentlich, dass sie es nicht mögen, weil die würden es niemals sagen.
Samuel Waldeck (42:46)
Mhm.
Ja.
Ja, das stimmt.
Andrej Friesen (43:04)
Da gibt es einen.
Thomas Wiebe (43:04)
Und selbst innerhalb von
Europa ist die Streuung sehr groß. Das wir auch festgestellt. Das ist schon sehr spannend, internationalen Umfeld zu arbeiten. Aber ihr seid an der Stelle auch ganz klar angewiesen auf funktionierende Geschäftsbeziehungen. Das macht es nochmal besonders. Du hattest gesagt, die Fertigung macht ihr jetzt selber. Wie läuft es denn mit dem Produkt Design? Das ist ja auch ein komplexes Thema.
Andrej Friesen (43:07)
Ja.
Samuel Waldeck (43:07)
Ja.
Eben. das ist so.
Ja.
Ja, genau. Produktdesign ist auch komplett jetzt bei uns. Also das heißt, es ist wirklich, wir designen alles, also von der Hauptplatine bis hin zu jedem einzelnen Bauteil und holen uns dann natürlich auch Experten mit dazu. Also gerade Hauptplatinendesign, ist bei uns ja, also selbst die ersten Smartphones, die wir hatten, hatten zwölftelagige Platinen mittlerweile. Sind wir glaube ich bei 16 oder 19 schon? Ich weiß es gar nicht ganz genau, aber es ist super komplex.
Andrej Friesen (43:56)
Das wird komplex,
Samuel Waldeck (44:00)
Und das kann man nicht alles alleine so stellen. Da brauchst du Unternehmen für, die das schon jahrelang machen, die da Expertise haben. Und genau da haben wir dann eben auch entweder Berater mit dabei oder eben...
Unternehmen, dann Dienstleistungen für uns dann erbringen. Aber das komplette Design läuft bei uns über das Design Team. Also jedes Bauteil wird da von uns quasi mit umgesetzt und wir haben mittlerweile auch einen eigenen Ingenieur in China, also der ist von uns auch eingestellt, der da so ein Vermittler ist zwischen unserem Design Team und den Unternehmen, mit denen wir dann zum Beispiel die Displays machen oder die Kameramodule.
oder die Hauptplatine, wo wir die fertigen lassen. Und das ist auch ein ganz wichtiger Punkt, da jemanden zu haben, native Speaker ist und der aber auch diese volle Expertise mitbringt. Und der ist jetzt seitdem wir unsere eigene Fertigung haben, ist der mit dabei und das ist auch ein riesen Gewinn. Tau heißt er.
ein zahlteurer Mensch und der hat auch in einem Unternehmen gearbeitet, wo wir früher haben fertigen lassen und der Carsten hat den dort immer nur den Professor genannt, weil der immer, wenn es irgendwelche Herausforderungen gab, Antennendesign, irgendwas wirklich super kniffeliges zu lösen, immer wenn der dabei war, hatte der die guten Ideen und Carsten hatte sich mit ihm dann immer wieder auch unterhalten und
von seiner Familie auch mitbekommen. Und dann hat er erzählt, dass er das erste Lebensjahr seines Kindes, seines ersten Sohnes, hat er quasi nicht mitbekommen, weil seine Familie auch nördlicher von Shenzhen lebt. Und er dann halt in Shenzhen gearbeitet hat, manchmal auch super viel gearbeitet hat, dann gar nicht, auch zu den Feiertagen oder so nicht nach Hause kommen konnte.
Und das hat auch super belastet, weil gerade die ersten Lebensjahre von einem Kind sind ja die Zeiten, wo Kinder sich super krass entwickeln und wo es auch total schön ist, das als Vater mitzuerleben. Und auch wichtig ist, sowohl für Kinder als auch für Vater, mitzuerleben. Und dann hat der Carsten irgendwann gesagt, hier Tau, wenn du Lust hast, dann könntest du mit uns die Fertigung aufbauen, wir würden dich anstellen.
Und du kannst einfach immer von zu Hause arbeiten, immer bei deiner Familie sein, nur wenn wir dich irgendwie brauchen. Wenn wir genau testen oder wenn wir in Hangso sind, dann ist es wichtig, dass man einfach mal zusammenkommt. Das ist dann aber vielleicht viermal im Jahr dann auch wirklich leistbar. Und das war für uns ein Riesengewinn, aber für ihn halt auch, weil
Andrej Friesen (46:37)
vor Ort beim testen oder sowas.
Samuel Waldeck (46:58)
Dadurch kann seiner Familie einfach zusammen sein.
Andrej Friesen (47:03)
Ja, und diese Position ist auch super wichtig, denn die Leute denken dann immer, der Konsument sagt, warum ist jetzt kein Headphone Jack drin oder dies nicht oder das nicht oder warum ist das Batterie nicht tauschbar. Alles was man einbaut, hat eine Konsequenz für ein anderes Bauteil. Das ist und dann noch auf diesen kleinen Formfaktor und dann noch kostenbedingt, das ist einfach unfassbar. Das ist nicht nur dieses optische Ding, was du siehst, da ist ein Klinkenstecker, ne ne, da ist viel, viel mehr hinter.
Samuel Waldeck (47:12)
Mhm.
Ist so.
Und
ein Klinkenstecker braucht viel Bauraum.
Andrej Friesen (47:34)
Ja und das kann man ja nicht
einfach reinbauen und dann fertig. Das darf ja auch nicht rauschen, weil sonst bringt das auch nichts, weil das Ding nur am Rauschen ist.
Samuel Waldeck (47:41)
Ja,
das ist so.
Andrej Friesen (47:45)
Wie...
Ich hatte noch eine Frage zu... Ihr seid... Ich glaube, ihr habt euch bisschen Nachhaltigkeit auf die Brust geschrieben. Und was ich mich da mal frage ist... Mit den... Es gibt ja zig Smartphones. Und viele von denen kriegen nie Updates. Im Sinne von Sicherheitsupdates. Von Google oder wem auch immer. Und dadurch sind die aus meiner Perspektive relativ schnell Elektroschott. Weil...
Samuel Waldeck (47:52)
Ja.
Andrej Friesen (48:14)
Smartphone was nicht gepatcht ist, da würde ich jetzt meine Banking Apps und so weiter nicht drauf packen und das würde ich auch nicht weiterempfehlen. Ganz einfach meine Sicht. Wie geht ihr mit diesem Thema ⁓ Ist das lösbar? Wie habt ihr das gelöst?
Samuel Waldeck (48:26)
Ja, wir haben mittlerweile Lösungen gefunden, aber es war auch ein Weg tatsächlich. Und zwar haben wir bei den ersten Smartphones, die wir hatten,
Andrej Friesen (48:30)
Mhm.
Samuel Waldeck (48:38)
Die sind mittlerweile auch nicht mehr im Markt, weil in Deutschland 3G abgeschaltet ist. Das waren damals noch 3G-Phones. Wir haben die dann irgendwann von den Kunden zurückgenommen und wir haben einen Upgrade auf ein neues Modell gegeben. Die nutzen wir jetzt in anderen Märkten weiter, weil wir wollen ja gerne nicht Elektroschrott, sondern möglichst, dass die Geräte lange laufen. Die sind ja mittlerweile aber auch schon über zehn Jahre alt.
Andrej Friesen (49:08)
Hm.
Samuel Waldeck (49:08)
Also ein bisschen was auf dem Buckel. Und die ersten Geräte, da war es so, dass wir das US auch nicht selber gemacht haben, sondern das haben wir dann rausgegeben an Unternehmen, die das gemacht haben. Und das hat auch ganz gut funktioniert, so am Anfang. dann war aber auch das, ja genau, wir beide, kein Softwareentwickler und
Andrej Friesen (49:29)
Dann wart ihr auch noch zu zweit, oder? eben?
Samuel Waldeck (49:35)
Android OS zu entwickeln, ist ja nochmal was anderes als eine App zu entwickeln oder so. Das ist super. Und dann vieles Close Source. Das heißt, bist dann angewiesen, die Treiber auch aktualisiert werden von den Herstellern der einzelnen Module und dass dann der Prozessorhersteller das auch noch mit aufnimmt. Das heißt,
Andrej Friesen (49:39)
Die Treiber für die Geräte ist halt das Schwierige.
Samuel Waldeck (50:01)
Auch da ist man dann wieder gebunden an die Prozessorhersteller. Du hast eben gesagt, dass Google die Updates zur Verfügung stellt. das eine. Das andere ist aber auch, dass die Prozessorhersteller das dann implementieren für bestimmte Chipsetze. Und wenn die das nicht machen, ist das für einen Hersteller gar nicht mehr möglich, weil das halt alles closed source ist.
Andrej Friesen (50:22)
Das heißt,
ich versuche mal ein mentales Bit für mich zu machen, damit ich es verstehe. Du hast auf der einen Seite dieses Android, ich glaube AOSP, Android Open Source Project. Das hat aber, das hat ja nichts mit Google zu tun, dass er das Open Source Ding. Google packt ja seine Play Services rein. Da sind auch ganz viele APIs drin und so weiter. Und dann gibt es den Chip Hersteller, der den Prozessor herstellt. Und dieser muss Treiber bereitstellen für dieses AOSP, Android Open Source Project.
Samuel Waldeck (50:25)
Ja.
RSP genau.
Ja. Ja. Ja.
Andrej Friesen (50:52)
Und dann gibt es noch dazu jede Menge andere Firmware Treiber für Kamera, für Mikrofonen, was weiß ich, was da nicht alles drin ist. der Prozessorhersteller sorgt dafür, dass all diese Geräte aktualisiert werden und durch Änderung von Android Open Source muss dort auch wieder.
Samuel Waldeck (51:12)
Zumindest, es kompatibel ist.
Weil manchmal hast du ein Treiberupdate und dann ist es nicht mehr mit dem Prozessor oder dem Chipsatz kompatibel. Genau. Und dann musst du wieder auf den Prozessorersteller zugehen und hier guck mal, da was nicht kompatibel, wie können wir es lösen? Und wenn die keine Lust mehr darauf haben, das zu lösen, weil der Chipsatz zu alt ist, und die sagen, da verkaufen wir ja nichts mehr von, das ist jetzt nur noch Arbeit, das ist nur noch Kosten, dann machen die das auch nicht.
Andrej Friesen (51:36)
Das ist genau das, ich mir
gedacht habe. Warum sollen die Software entwickeln mit wahnsinnig viel Aufwand, deren Businessmodell ist aber Chips verkaufen.
Samuel Waldeck (51:43)
Mhm.
Mhm. Ja.
Thomas Wiebe (51:49)
Das heißt, ein Android-Update besteht im Grunde auch nicht nur immer aus dem Stück Software, also das Betriebssystem an sich, sondern da ist dann auch natürlich immer die... Also, und nicht nur Treiber, sondern da ist auch Firmware mitgebundelt, gegebenenfalls...
Samuel Waldeck (52:01)
Ja, und manchmal,
wie das in Softwareentwicklung so ist, erzeugt auch ein Update, was auf der einen Seite, und nehmen wir an Security Patch, was denkst, ist ja nur ein Patch, das muss ja nur irgendwie reinmachen, dann erzeugt das aber wieder Probleme mit irgendwelchen Treibern. Das ist ja immer so schön bei der Softwareentwicklung, dass du fixst ein Problem und hast zehn neue oder hundert neue. Und dann ist es so, dass Google auch immer wieder die Richtlinien ändert, das heißt, wenn du das zertifizieren lässt,
Andrej Friesen (52:15)
Ja.
Samuel Waldeck (52:31)
oder lassen willst, hast du da verschiedene Testsuits und so, die dir das erstmal durchlaufen muss und wenn wir damit starten, dann sind da mehrere hunderttausend Fehler erstmal, die dann aufpoppen, die du alle irgendwie lösen musst. Und oft ist es so, du löst eins und dann löst du auch gleich 100 weitere mit, aber manchmal ist es auch so, du löst einen kleinen Fehler und hast wieder zehn neue.
Das ist gerade als Kleinerersteller herausfordernd, weil wir nicht den direkten Draht zu Google haben, sondern weil wir zu wenig Verkäufe haben, dürfen wir nur mit einem Mittelsmann sprechen. Und das ist ein Unternehmen, das nimmt auch noch richtig viel Geld dafür. Also jedes Android Update kostet uns so um die, je nachdem wie groß oder klein es ist, aber kann das schon mal um die 25.000 kosten. Nur das, auch meiner.
Andrej Friesen (53:09)
Mhm.
Thomas Wiebe (53:22)
Reden wir hier von Major oder auch Minor?
Andrej Friesen (53:27)
Da kann ich verstehen, dass die Firmen keinen Bock darauf haben, weil es Kosten und niemand kriegt die rein. Weil auch Smartphone Firmen gewinnen ja ihr Geld über Verkauf von Smartphones. Okay, spannend. Das muss ja dann dem, das muss dann bepreist werden im Endeffekt. Was es bei 150 Euro Smartphones nicht ist.
Samuel Waldeck (53:29)
Die Major sind teurer.
Genau, das musst du mit bepreisen.
Nee, richtig.
Thomas Wiebe (53:51)
Und als
Endkunde denkst halt einfach der Hersteller tut seine Pflicht nicht im Sinne von ist dem zu viel Arbeit, aber dass da natürlich nicht nur die Arbeitszeit dran hängt, sondern auch noch Kosten, weil vielleicht mittels mal notwendig ist oder was weiß ich, der... Also Google wird sich wahrscheinlich auch was für den Audit nehmen, selbst wenn du direkt bei denen bist. Okay, spannend.
Samuel Waldeck (54:07)
ist so.
Ja, richtig. Und das enthält alles ziemlich viele Herausforderungen.
Und deshalb finden wir es super attraktiv auch mit den Open Source Communities zu sprechen. Also Lineage mit EOD, mit Kailx, mit EOS, Postmarket OS und wie sie alle heißen, da auch zu schauen, dass man da eine gute Kooperation hat, dass wir Chipsetze verwenden, wo wir wissen, das macht der Community auch Spaß, damit zu arbeiten. Und...
Das war auch eine steile Lernkurve. Am Anfang haben wir MediaTek Prozessoren benutzt und da haben wir irgendwann dann auch festgestellt, MediaTek hat überhaupt kein Interesse an langfristiger Unterstützung. Da war Calcom schon bisschen offener, deshalb sind wir dann 2018, 2019 mit dem Shift 6 MQs war dann der erste Calcom Prozessor und da haben wir gedacht, gut wir nehmen einen aus der Achter-Serie, weil das ist halt High-End, die werden die ja hoffentlich lange unterstützen.
als kleines Unternehmen halt nicht den Neuesten davon leisten, weil damals musst du manchmal einfach nur anderthalb Millionen zahlen, damit du überhaupt in die Entwicklung gehen kannst. Damit. Also du hast dann noch keinen Chipsatz gekauft, sondern du musst das einfach nur bezahlen, damit du einer der ersten bist. Genau. Ja. Und da haben wir gesagt, das ist nicht leistbar, deshalb wir müssen eins älteren nehmen, aber ist ja nicht schlimm, weil der wird ja bestimmt lange unterstützt.
Andrej Friesen (55:29)
Fürs DevKit.
geht nicht.
Samuel Waldeck (55:41)
Und haben wir dann aber auch lernen müssen, dass das halt nicht so ist, dass auch da die Unterstützung irgendwann ausläuft und wir beide...
Andrej Friesen (55:54)
Wisst ihr das Info
hinein? Ist das irgendwie vertraglich geregelt? Wie läuft das bei den Chipperstellen?
Samuel Waldeck (55:58)
Ja,
damals war das noch nicht so, dass sie genau gesagt haben, wie lange sie sie unterstützen. Das war das ein bisschen erfahrungswert und hoffen und deshalb haben wir jetzt bei dem 8er, bei unserem neuesten Schiff fahren,
haben wir einen Chipsatz gewählt, nicht nur in Smartphones zum Einsatz kommt, sondern auch in vielen anderen IoT-Produkten, unter anderem auch Autos. Und beim Auto brauchst du halt langen Software-Support, weil sonst macht ja keinen Sinn, wenn du irgendwann das Auto kein Update mehr kriegst und du das Auto verschrotten musst, weil irgendwie das alles nicht mehr sicher ist oder nicht mehr funktioniert oder so. Ja, gut.
Andrej Friesen (56:36)
Wundern würds mich jetzt nicht.
Samuel Waldeck (56:39)
Da hast du recht, aber da ist die Wahrscheinlichkeit hoch und da ist tatsächlich so, dass wir einen relativ langen Software- Unterstützungszeitraum von Qalqon bekommen und wir jetzt bis 2036 Updates garantieren können.
Also wir können noch nicht garantieren, dass es alles auch Major-Updates sein werden. Und wir werden auch nicht jede Generation mitnehmen, aber wir gucken das immer dann, wenn es Sinn macht, Major-Updates zu machen, dass wir das dann auch tun. wir haben jetzt beim 8. Android 14 gestartet, 15 überspringen wir, gehen jetzt auf 16. Da beginnen die Entwicklungen.
Andrej Friesen (57:01)
Mhm. Auf Insecurity.
Das geht auch von dem workflow, weil irgendwann muss das Abzeichen beim Kundenaufpoppen und da könnt ihr auch überspringen. Okay.
Samuel Waldeck (57:28)
Ja,
da kann man überspringen. Es geht nicht bei allen. Da beginnt jetzt bei mir so bisschen gefährliches Halbwissen. Ich bin da zu wenig Softwareentwickler, aber... Okay, sehr gut. Da gab es immer wieder auch Schnitte. Also bei...
Andrej Friesen (57:39)
Da sind wirklich Metallisten drin.
Samuel Waldeck (57:51)
Bei dem Shift 6 MQ zum Beispiel hatten wir Android 10 und wollten dann relativ schnell auch auf 11 gehen. Das war dann schwieriger und sind dann jetzt auf 13 gegangen, konnten da aber nicht einfach ein OTA Update machen, weil... Ja, genau, richtig.
Andrej Friesen (58:10)
Ich glaube, ein Partitionsschema hat sich damals geändert oder sowas. Ja,
ich erinnere mich.
Samuel Waldeck (58:14)
Da hat sich das
Partitionsschema geändert und dadurch muss der Kunde leider das Gerät neu flashen mit der Software und hat dann erstmal einen Datenverlust. Das wird da ärgerlich und blöd ist, aber ist halt einfach nicht anders lösbar gewesen für uns. Genau und das soll sich aber, weil sich da jetzt viele Grundlagen auch geändert haben, verbessern und einfacher dann sein.
Andrej Friesen (58:37)
Google hat ja auch gepusht,
dass das einfacher für die Hersteller ist und deswegen die Regeln noch bisschen strenger angezogen, was ich so verfolgt habe. Aber ja, das ist kein einfaches Unterfangen.
Samuel Waldeck (58:42)
Ja.
Bis dann!
Thomas Wiebe (58:49)
Du hast ja gerade schon von den freien Android-Distributionen gesprochen. Ist das eine Hilfe an der Stelle für die Leute, die wirklich am Zahn der Zeit bleiben wollen? Also aktuelles Release-Fun, das geht dann.
Samuel Waldeck (58:54)
Ja.
Ja.
Ja,
ja, ja, das geht. Und ist für uns auch manchmal einfacher, gerade auch Patches unterzubringen und so, Security Patches, weil die Zertifizierung halt schon auch ein großes Ding ist. Also das immer durchzuprügeln und dahin zu kriegen, kostenseitig, aber auch manche Dinge.
Da darf ich jetzt auch nicht zu viel zu sagen, aber manche Dinge will Google auch nicht implementieren. Das heißt, dann kriegst du keine Zertifizierung, wenn du bestimmte Dinge, bestimmte Funktionen im Smartphone freischaltest. Und das ist halt in freien Betriebssystemen einfacher. Das ist etwas, was uns daran auch total begeistert.
sodass man Geräte einfach viel länger unterstützen kann mit einem deutlich geringeren Kostenaufwand, dadurch keine Qualitätseinbußen hat, sondern eher im Gegenteil noch intensiver pflegen kann, ohne dass man halt diesen großen Kostenaufwand hat. ja, das finde ich total schön. Ich teste gerade mein Schiff von 8 mit dem EOS von Morena.
Da funktioniert alles drauf. Also die Banking-Apps funktionieren ordentlich. Ich kriege regelmäßig meine Security-Updates von Morena.
habe zusätzlich noch so Datenschutzfunktionen, dass ich einen VPN direkt integriert habe. Ich kann meinen IP verstecken, ich kann einen Standort vortäuschen, wenn ich das möchte. Ich sehe genau, was für Tracker die einzelnen Apps die ich installiere. Und werde dann auch gefragt, ob ich das wirklich zulassen will und so. ist nochmal viele, viele Funktionen, die... Ja, richtig, genau.
Thomas Wiebe (1:00:45)
Mhm. Ist cool.
Andrej Friesen (1:00:51)
geht so bisschen in die Richtung von Grafeno, als was sich ja auch sehr viel Security aufgeschrieben hat.
Thomas Wiebe (1:00:56)
ist für euch eine
option in zukunft das smartphone dann auch direkt damit auszuliefern oder macht ihr das schon
Samuel Waldeck (1:01:02)
Ja, genau, da sind wir gerade in den
Gesprächen auch. Nein, noch nicht. Weil wir bisher immer dachten, wir dürfen es nicht, genau, aber das hat die EU erfordert, dass Hersteller frei sind, das Gerät mit dem Betriebssystem oder mit einem beliebigen Betriebssystem auszuliefern. Das war nicht immer so. Und die Leute von EOS, die haben uns.
Andrej Friesen (1:01:25)
Wer hat das bestimmt?
Wer hat gesagt, dürft das nicht damit aussuchen? War das die Google-Seite dann? Okay, dann lassen wir's. Ja, ist fein.
Samuel Waldeck (1:01:30)
Ich weiß nicht, ob ich das sagen darf. Ich sag's mal lieber nicht. Aber ja.
Thomas Wiebe (1:01:37)
Ich glaube ich hab das auch tatsächlich schon mal gesehen. Fairphone oder irgendwas in dem Bereich, dass man eine Auswahl
Samuel Waldeck (1:01:41)
Genau, die bieten das mittlerweile auch an,
dass man auch iOS direkt dann draufpacken kann. wir haben bisher das halt so gemacht, dass wir dann die Geräte an die Communities ...
verkauft haben und die, dann weiter verkauft haben mit ihrem OS. Und das geht dann wiederum. das war damals kein Problem, aber mittlerweile dürfen wir selber, wir müssen jetzt nur noch bei uns im Shop-System das so umstricken, dass man halt beim Kauf des Gerätes auswählen kann, welches OS man haben möchte und dann müssen wir bei uns eben auch noch die Strukturen schaffen.
Andrej Friesen (1:02:02)
⁓
Samuel Waldeck (1:02:22)
dass wir dann auch die Geräte schnell flashen können mit dem entsprechenden Betriebssystem, weil erstmal kommen die halt mit dem Google Betriebssystem. Aber wir haben auch eine eigene Variante, also wir haben das Shift OS mit Google Zertifizierung und eine Lite Variante, die ist halt das AOSP, Open Source.
Andrej Friesen (1:02:43)
und die Play Services dann.
Samuel Waldeck (1:02:44)
ohne die Play Services, die kann man dann über Micro-G sich dazu installieren. Und das ist so das, ich sag mal, das reinste, plainste Betriebssystem, was wir halt anbieten. Und man kann sich aber auch alle anderen draufflaschen, ohne dass man die Garantie verliert. Also, also Lineage hatte ich ja genannt, EOD, KLX, EOS, Postmarket OS. Es gibt sogar eine Ubuntu Touch.
Variante, die funktioniert mehr oder weniger auf jeden Fall. Das war sehr cool, das hatten wir der Community damals als das 8. noch ganz frisch, die ersten Prototypen haben wir denen den USA geschickt und er hat das Gerät bekommen und vier Stunden später hat er uns einen Screenshot gezeigt, sagt, guckt mal, wie es läuft. Das war sehr schön, wir waren die sehr begeistert und wir auch natürlich.
Andrej Friesen (1:03:14)
Mhm.
Ich krieg grad ein bisschen Flashbacks
von meiner ersten Android Zeit, was schon lange her ist, wo ich dann auch solche Custom Noms und geflasht hab. Ich hätte gedacht, dass das Thema quasi tot ist, aber scheint wohl doch ein bisschen aufzuleben.
Samuel Waldeck (1:03:41)
Mhm.
Es lebt gerade sehr auf, weil viele sagen, ich habe keine Lust mehr, diese Abhängigkeit zu diesen großen US-Konzernen zu haben und wir brauchen irgendwie eine Alternative dazu. Also man darf nicht so abhängig davon sein.
Andrej Friesen (1:03:57)
Hm.
Hm.
Samuel Waldeck (1:04:08)
Mittlerweile weiß auch jeder, dass ein OS nicht kostenlos ist, sondern ich bezahle halt mit den Daten. Also die Services sind, also ja, das Bezahlmodell ist Daten. Und ich finde das wichtig, dass Menschen sich dessen bewusst sein dürfen und dass sie auch wissen dürfen, es gibt eine Alternative dazu.
Andrej Friesen (1:04:28)
Man kann sich ja immer noch dagegen entscheiden für sich selber. Genau.
Samuel Waldeck (1:04:29)
Man kann ja
sagen, dass der Komfort mir so wichtig dass ich damit bin zu zahlen mit den Daten. Das ist ja auch fein, aber ich finde, man muss diese Wahlmöglichkeit haben. Wenn ich irgendwann in Strukturen bin, wo ich da gar nicht mehr wählen kann, das finde ich immer... Also ich bin da kein Freund von.
Andrej Friesen (1:04:42)
Absolut.
Ja, führt schnell zu blöden Regimen und wir sehen ja gerade was in USA passiert da. Das muss man ja nicht unterstützen.
Samuel Waldeck (1:04:54)
Ja, genau.
Und gerade wenn dieses Thema, du hast vorhin gesagt, Gewinne zu machen ist ja wichtig für ein Unternehmen und ist ja auch okay, da sind wir auch keine Gegner von. Wir wollen ja, dass unser Unternehmen auch gesund ist, wir sagen, wir wollen sinngetrieben sein. Also wir wollen natürlich, dass ein Unternehmen gesund dasteht, das ist eine wichtige Grundlage für, dass man überhaupt ein Unternehmen führen kann oder dass man existieren kann als Unternehmen.
Aber zu überlegen, was macht jetzt wirklich Sinn in diesem... Als Unternehmer stehst du immer vor Entscheidungen. Und wenn dich ein Investor treibt und sagt, hey, du musst das Unternehmen optimieren, ich will irgendwie das Unternehmen mehr melken, ich will immer mehr Profite haben davon.
dann ist das deine Entscheidunggrundlage. Wir haben gesagt, wir wollen es nicht, deshalb haben wir keine Investoren im Unternehmen. Natürlich hat Crowdfunding gestartet und sind da unglaublich dankbar für, diese Entscheidung treffen zu können und zu überlegen, was macht jetzt wirklich Sinn in diesem Fall.
Andrej Friesen (1:05:48)
Hm.
Samuel Waldeck (1:06:04)
Natürlich sind auch wir nicht perfekt und treffen nicht immer die richtigen Entscheidungen, aber wir haben das als eine Grundlage. Und das ist, ich, wichtig, dass ein Unternehmen einfach so gesund altern darf und nicht sich irgendwie kaputt spart oder irgendwie du Menschen ausbeutest oder dass du nur noch diese Profitmaximierung im Blick hast, sondern so das Ganze noch im Blick haben kannst. Und das finden wir wichtig.
Andrej Friesen (1:06:30)
Wenn ihr Profitmaximierung drin hättet,
würdet ihr niemals in Custom-Earth reingucken, weil das ja einfach Zeit ist und keinen Mehrwert für euch jetzt bringt. Ja klar ein Verkaufsargument wäre es, aber das ist natürlich auch schwer zu messen zu sagen, deswegen kaufen die Leute das jetzt. Aber ich denke mal durch mehr Smartphone-Verkäufe, würdet ihr mehr Geld machen.
Samuel Waldeck (1:06:34)
Nicht wirklich.
Auf jeden Fall, auf jeden Fall.
Das ist auch einer der Gründe, du hast ja ganz am Anfang gesagt...
Andrej Friesen (1:06:55)
Noch dazu.
Samuel Waldeck (1:06:59)
Du hast noch nie von uns gehört. Es gibt uns jetzt schon elf Jahre. Du kommst aus Deutschland, wir kommen aus Deutschland. Du hast aber noch nie davon gehört. Und das ist tatsächlich auch, weil wir ganz am Anfang gesagt haben, wir haben keinen Bock auf Werbung. Also wir kommen ja. Carsten hat ja Kommunikationsdesign studiert. Ich habe Mediengestaltung studiert. Wenn man so will. Ja, genau. Und wir haben irgendwann gesagt, wir haben keinen Bock mehr darauf. Dieses immer nur, wie sich darstellen müssen. Immer sagen, hey, du bist glücklicher, wenn du jetzt in Schiffform besitzt.
Andrej Friesen (1:07:00)
Ja.
Warum macht ihr keine Werbung?
Samuel Waldeck (1:07:27)
Das ist ja ein Versprechen, das wir nie halten können werden und was, ich auch keine Lust drauf habe, das den Leuten zu versprechen. Und wir haben dann so ganz trotzig gesagt, wir machen einfach gar keine Werbung, wir investieren nichts in Werbung, keinen Cent und gucken mal, ob das einfach funktioniert. Und es hat die ersten Jahre tatsächlich gut funktioniert. Wir durften von den Umsatzzahlen uns jedes Jahr verdoppeln und auch von den Mitarbeiterzahlen. Das war echt cool. Und irgendwann haben wir
gemerkt, und das ist auch immer noch eine Situation, der wir sind, ja, es wissen eigentlich zu wenig Leute von uns.
Andrej Friesen (1:08:06)
Warum wissen zu wenig
Leute, warum meint ihr das zu wenig wissen? Würdet ihr gerne mehr verkaufen? Was ist Beweggrund dahinter?
Samuel Waldeck (1:08:13)
Ich glaube einfach, weil wir keine Werbung machen. Weil wir da so ein bisschen gesagt haben, wir machen das über Empfehlungsmarketing, wenn man so will. Aber das geht halt sehr langsam und zieht sehr kleine Kreise.
Andrej Friesen (1:08:24)
Hm.
Samuel Waldeck (1:08:29)
ist vielleicht nachhaltiger in dem Sinne, dass du eine hohe Kundentreue hast. Also das ist auch das, was wir irgendwie sehen können, das wir erleben, dass Kunden sich sehr mit uns als Unternehmen identifizieren, was sie gut finden, was wir machen und wie wir das machen, das sinnhaft finden und dadurch auch ganz lange bei uns sind. Und auch wir dann so einen festen Fanclub auch haben, die dann irgendwie von ihren Freunden immer wieder davon erzählen. Aber das ist halt was anderes, als wenn du halt mal eben irgendwie
über Marketing-Companionsies sind dann viele Menschen erreicht. Und da wollen wir jetzt auch schon schauen, wir gezielt da auch investieren und gucken, dass Menschen von uns erfahren, weil viele auch gesagt haben, wir verstehen diesen Beweggrund, aber ihr müsst doch auch sehen, wenn Mehrwünschen von euch wissen, dann kann euer Unternehmen auch sicherer dastehen.
Andrej Friesen (1:09:00)
Marketing-Kampagne ziehst.
Samuel Waldeck (1:09:28)
mehr wachsen. Und klar ist das nicht euer größtes Ziel, aber es ist auch wichtig, dass das passieren kann.
Andrej Friesen (1:09:34)
Wachstum kann auch ein zweischneidiges Schwert sein. Die Frage ist natürlich dann, was hab gesagt, 50 Leute seid ihr den Dreh, plus minus? mit 50 braucht man doch nicht so eine ganze Overhead-Struktur und so weiter. Das geht noch, das ist so gerade die Grenze. Das kennen wir ja auch und... Ja.
Samuel Waldeck (1:09:51)
Aber eigentlich schon gerade drüber. Wir merken
jetzt schon, dass wir mehr Strukturen brauchen. gerade im letzten Jahr haben wir unglaublich viele Strukturen neu geschaffen, ganz viel umstrukturiert, umgebaut im Unternehmen. Weil das, wie du schon sagst, ist die Größe, ein Unternehmen dann einfach ...
Andrej Friesen (1:10:13)
Die Transition muss man da ungefähr machen. Da kommt man nicht drum herum.
Samuel Waldeck (1:10:14)
Ja,
das ist so. Deshalb denken wir schon, dass wir jetzt gute Grundlagen auch für den nächsten Wachstumsschritt gelegt haben. Aber ich bin froh, dass der Schritt nicht vorher kam. Ich glaube sonst hätte der uns überrumpelt und wäre nicht so gut und gesund gewesen. Deshalb glaube ich, war es wichtig das letzte Jahr, was auch herausfordernd war tatsächlich, aber gut und wichtig war.
Andrej Friesen (1:10:41)
Ich habe mal eine Artikel gelesen zu dem Thema, war auch Kickstarter, also auch Crowdfunding und ich weiß gar nicht was für ein Produkt das war. Ich glaube ein Tisch oder sowas für Leute die gerne abends so Brettspiele spielen und der war so erfolgreich, dass Millionen Leute bestellt haben oder 100.000, das waren ein paar Millionen Dollar dann da eingesammelt und diesem komplett kaputt gegangen an dieser Scale.
Samuel Waldeck (1:11:01)
Mhm.
Mh.
Andrej Friesen (1:11:07)
Weil
dir am Anfang nicht, du hast die Firmen nicht, du hast die Lager nicht, du hast die Kontakte nicht, dir fehlt das alles. Du hast trotzdem das Geld eingesammelt und musst das irgendwie schaffen. Dein Erfolg kann dich da zerstören, was das angeht.
Samuel Waldeck (1:11:22)
Ja, das ist so. Wir sagen immer, wir wollen gerne wachsen wie so ein gesunder Baum. Und ein Baum braucht gute Wurzeln. Und man sagt immer, Baum, das was du an Krone siehst, hat der Baum nach unten auch an Wurzeln. Und die müssen sich erst mal entwickeln, damit der Baum auch langfristig stehen kann.
Andrej Friesen (1:11:43)
Das ist ein gutes Bild.
Samuel Waldeck (1:11:43)
Und
wir wollen auch nicht nur so ein Baum sein, der da so einzeln irgendwo auf einer Wiese steht oder irgendwo, sondern wir finden das Bild vom Wald eigentlich noch viel cooler, weil so Wald so ganzes Ökosystem ist. System, wo Dinge miteinander harmonieren. Lange Zeit dachte man ja immer, die großen Bäume, ...
nehmen den Kleinen das Licht weg und unterdrücken die. Aber tatsächlich, was man herausgefunden hat, ist, dass sie die kleinen Bäume mit ...
Andrej Friesen (1:12:06)
Hm.
Samuel Waldeck (1:12:14)
mit Traubenzuckerfüttern, Nährstoffen füttern, dass die über die Mezillenetzwerke sich gegenseitig Informationen austauschen und wenn ein Baum krank wird, dann kriegt der andere Baum das mit und kann irgendwie Strategien entwickeln und so. denken, das finden wir ein total schönes Bild für eine gesunde Wirtschaft, dass man nicht nur diesen Konkurrenzgedanken hat und denkt, ich muss jetzt der große Baum werden, sagt, hey, wir sind ein Netzwerk, wir funktionieren miteinander und der eine kann von dem anderen profitieren.
Andrej Friesen (1:12:15)
Nährstoffen.
Samuel Waldeck (1:12:44)
von den Erfahrungen profitieren, die man macht. Und wenn irgendwann mal in Jahren so ein großer Baum fällt, dann haben die kleinen Bäume drum herum schon die Struktur, diesen großen Baum zu ersetzen. Und dann wachsen die auf einmal viel schneller, als sie die ersten Jahre gewachsen sind, weil sie schon die Strukturen haben, weil sie halt von dem großen Baum mitlernen konnten. Und das finde ich ein total schönes Bild.
auch für die Wirtschaft in Deutschland, wo man gerade merkt, es verändert sich sehr viel und es bricht Industrie weg. So ein Riesenbaum, so ein Gigant, der da irgendwie stand und alle stehen ratlos da, weil es nicht dieses Zusammen gab, sondern immer nur ich mache mein Ding und versuche mich zu optimieren. Und ich glaube, da ist etwas, wo wir mal wieder von der Natur einfach viel lernen können, wie die funktioniert und wie sie halt erfolgreich auch funktioniert.
Andrej Friesen (1:13:20)
Mhm.
Samuel Waldeck (1:13:36)
Und das ist für uns ein Wunsch, umzusetzen. Das ist natürlich komplex, zu übersetzen auf ein Unternehmen, auf eine Wirtschaft. Aber das ist einer der Gründe, warum wir Teil der Gemeinwohlökonomie sind. Das ist so ein Netzwerk unter Unternehmen, sagen, haben eben Lust, uns nicht nur an unseren Gewinnen zu optimieren und zu profitieren, sondern wir wollen schauen, wie können wir uns am Gemeinwohl orientieren. Wie können wir wirklich
gut sein für unser Umfeld. Was können wir mit reinbringen, damit es dem Land gut geht, dass es den Menschen, die dort arbeiten, gut geht, damit es den Kunden gut geht, damit es den Stakeholdern insgesamt gut geht. Und das finden wir einen total schönen Blick auf Wirtschaft zu haben.
Und das heißt ja nicht, dass man nicht trotzdem auch Gas gibt und alles gibt und erfolgreich sein möchte und einen guten Antrieb hat, sondern vielleicht hat man das noch noch viel mehr. Und wir erleben das auch bei unseren Mitarbeitenden. So, da sind so viele, richtig Lust haben, Gas zu geben und die eine große...
inneren Antrieb haben, weil sie merken, sie machen das nicht, damit Carsten und ich superreich werden und uns irgendwie viele Häuser und Autos und irgendwas leisten können, sondern weil das Unternehmen eine ganz andere Struktur und einen ganz anderen Antrieb hat.
Wir mussten zum Beispiel noch nie eine Stellenanzeige schalten. Also bei uns auf der Webseite ja, da schreiben wir dann, manchmal schreiben wir auch bei Social Media, wenn wir jemanden suchen, aber wir haben noch nie bei StepStone oder irgendwo in irgendeinem was auch immer, noch nie in irgendeinem Netzwerk eine Stellenanzeige geschaltet.
Thomas Wiebe (1:15:18)
Ich glaube, dann kriegst du auch
qualitativ hochwertigere Bewerbungen, oder?
Samuel Waldeck (1:15:22)
Ja, das kann sein.
Andrej Friesen (1:15:25)
Wenn man keinen Vergleich hat,
Thomas Wiebe (1:15:25)
Also weil das halt eben auch da wieder organisch entsteht. Also irgendjemand der schon Interesse am Produkt hat, sieht die Stellenausschreibung
bei euch oder der euch weiß ich nicht abonniert hat in einem Kanal. Und trifft man natürlich direkt die Leute, die vielleicht schon eine gewisse Gemeinsamkeit mit eurer Philosophie haben.
Samuel Waldeck (1:15:41)
Ja, das ist so.
Wir haben erstaunlich viele Mitarbeiter in Schweden getroffen oder kennengelernt. meine Schwester wohnt in Schweden, oben in Lappland und dadurch sind wir ab und zu mal dort. haben einen LVW-Bus, mit dem wir gerne hinreisen und dann so durchs Land tingeln. Und einen unserer Software-Entwickler zum Beispiel, den haben wir dort getroffen, bei so einem...
Andrej Friesen (1:15:48)
Schweden.
Samuel Waldeck (1:16:07)
Auf so einem Campspot, also du hast ja das Jedermannsrecht in Schweden, du darfst dir so ein so sehr sehr schönes Genießen sehr. Und wir hatten so einen total schönen Spot direkt am See. Da war so eine Schutzhütte, wo man in die Feuerstelle war so richtig malerisch und schön. Wir haben dann so eine App, die zeigt dann diese Stellen an und dann sich noch Fotos davon und kann sich so ein bisschen vorstellen, wie das da ist. Es war ziemlich unwegsam, da hinzukommen.
Andrej Friesen (1:16:11)
Ja, super toll da oben.
Samuel Waldeck (1:16:36)
Dann standen wir da und dann kam irgendwann so ein sehr cooles, offroad-taugliches Campingfahrzeug draufgefahren und da hat sich rausgestellt, auch eine Familie aus Deutschland. Das war zu Corona-Zeiten noch.
Die waren als Family losgefahren. Er hat sich so ein Sabbatjahr gegönnt und wollte mit der Family irgendwie nach Nordafrika mit dem offroad hauptlichen Fernreisefahrzeug.
Und dann kam Corona und sie hat gesagt, ⁓ das ist uns zu heiß, wenn wir dann da unten irgendwie hängen bleiben oder so was, nicht wieder zurückkommen. Das wäre nicht so cool. Und haben dann umdisponiert und sind dann von Marokko aus wieder hoch bis nach Schweden gefahren. Genau, und da haben wir uns getroffen.
Andrej Friesen (1:17:14)
Läuft nicht.
Samuel Waldeck (1:17:29)
Und er hat sich herausgestellt, dass er Lust hatte auf etwas Neues. Wir haben ihm vom Schiff erzählt und er gesagt, wow, das ist ziemlich genau das, was ich mir so vorstelle. Genau so war es. Wir saßen im Lagerfeuer, seine Frau hatte noch das kleine Baby auf dem Arm und wir waren mit unserem Kitz da und die haben zusammen gespielt. War sehr idyllisch.
Andrej Friesen (1:17:40)
Bewerbungsgespräche am Lagerfeuer in Schweden am See.
mal ein bisschen anderes Recruiting.
Samuel Waldeck (1:17:59)
Das war der einzige, es waren mehrere, die wir in Schweden kennengelernt haben.
Thomas Wiebe (1:18:00)
Cool, wie seid ihr denn da so?
Wie seid ihr denn da so aufgestellt? Ihr sitzt ja in Nordhessen, du gesagt. Macht ihr viel mit Remote Arbeit oder eher lokal?
Samuel Waldeck (1:18:09)
Ja.
Ja,
schon immer. Also dadurch, dass wir auch ein Teil des Teams in China haben, war Remote-Arbeit für uns schon immer ganz normal. Und Software-Entwicklung kannst du ja auch von überall machen zum Beispiel. Unser Support sitzt in ganz Deutschland verteilt.
Weil ob du jetzt ein E-Mail aus München schreibst oder hier aus Nordhessen oder aus Hamburg oder sonst wo, das ist ja nicht relevant. Ja, das stimmt. Da hast du recht.
Andrej Friesen (1:18:43)
Für viele macht das einen Unterschied, aber nur die Köpfe.
Ich verstehe das auch überhaupt nicht.
Thomas Wiebe (1:18:51)
Im Grunde
hast du ja schon vorhin gesagt, der Reparaturarbeit von, ich glaube, Detlef, sagtest du? Das war ja auch schon am anderen Ende von Deutschland und auch das hat funktioniert.
Samuel Waldeck (1:18:57)
Ja.
Ja,
Auch das hat funktioniert. Und deshalb ist es bei uns schon immer so gewesen, immer so Hälfte, Hälfte. Die eine Hälfte. Also Versand müssen wir natürlich von hier machen, die Reparatur sitzt hier. Damit auch, genau, Firmadresse sowieso. Deshalb ist so die Hälfte der Mitarbeitenden ist hier bei uns vor Ort. Und die andere Hälfte ist dann über Deutschland, Europa mittlerweile verteilt.
Andrej Friesen (1:19:14)
Firmadresse halt,
Samuel Waldeck (1:19:27)
Softwareentwickler in Österreich, haben mittlerweile einen Softwareentwickler in Spanien und in Indien.
Andrej Friesen (1:19:37)
Wie macht ihr das?
Ich habe gelesen, dass es schwierig ist für ein Unternehmen in Europa oder generell weltweit einzustellen, weil du ja die jeweiligen Gesetze der Länder, Arbeitsschutz und so weiter, das hat ja jedes Land komplett andere Gesetze. Wie macht ihr das? Weil viele sagen, okay, haben uns jetzt unser Team, unser HR-Team hat sich jetzt darauf angeguckt, wir machen Spanien, wir machen Deutschland, wir machen Niederlande, weil die ähnlich sind. Aber, weiß nicht, Schweiz machen wir nicht aus Gründen.
Samuel Waldeck (1:19:49)
Ja. Ja. Ja.
Mh.
Andrej Friesen (1:20:06)
Wie
geht ihr davor? Ist euch das relativ egal oder arbeiten sie euch da einfach ein?
Samuel Waldeck (1:20:11)
Also manchmal sind es auch freie Mitarbeitende, die wir dann haben, dass Leute dann einfach auf Rechnung arbeiten, sich aber trotzdem genauso dazugehörig fühlen zum Unternehmen. Aber das ist dann manchmal einfacher umzusetzen, als wenn du, wie du sagst, in Österreich haben wir ein eigenes Steuerbüro, mit dem wir da arbeiten, die dann die gesetzlichen Dinge alle eben einhalten, so wie es halt in Österreich üblich ist. Das ist relativ ähnlich wie in Deutschland, aber es gibt tatsächlich auch einige Unterschiede, wo du dann halt einfach ein
entsprechendes Lohnsteuerbüro brauchst, was dann das Ganze umsetzt.
Thomas Wiebe (1:20:46)
Kollege sagte, auch tatsächlich mal bei uns auch Thema war, dass du im Grunde für jedes Land, in dem du Mitarbeiter sitzt, auch wenn es nur einer ist, brauchst du im Grunde das ganze Lohnsteuerbüro und alles muss dort vor Ort noch mal angesiedelt sein.
Samuel Waldeck (1:20:56)
Ja.
Andrej Friesen (1:21:02)
Ich hatte noch eine Frage zu kurz zu dem Open Source Postmarketer US und so und der Langlebigkeit der Prozessoren. Hat sich das jetzt, du hast gesagt, es hat sich ein bisschen geändert, dass die Chip Hersteller sagen, jo, hier so und lange ist der Support und es ist gerade erwähnt bis 2036 Euro Telefon. Das ist natürlich auch ein riesen Vorteil für diese ganzen Open Source Systeme. Ist das jetzt der Wandel des Wege-, was?
dass die deswegen jetzt wieder aufkamen, weil ich kann mir vorstellen, dass du das im Vorhinein, wenn du alle zwei Jahre neuen Chip hast und gar keine Treiber bekommst, weil das alles closed ist, dass das die Problematik war oder wodurch kommt das jetzt dieser Aufruhr, nicht Aufruhr, dieser Aufbruch.
Samuel Waldeck (1:21:44)
Aufbruch, ja. Ich glaube aber auch eben diese Abhängigkeit, wo man sagt, man hat keine Lust abhängig von diesen riesen Konzernen zu sein und dass das auch immer mehr Menschen wieder wichtig finden. Das Interesse steigt, genau. Und damit eben auch die Aufmerksamkeit dafür und damit wiederum, wenn die dann mehr ihre Betriebssysteme in Umlauf bringen können, dann hilft das natürlich dann auch dem
Andrej Friesen (1:21:55)
Okay, das Interesse steigt einfach dann in dieser Thematik her.
Samuel Waldeck (1:22:11)
dem Unternehmen wird sichtbarer. Was wir gerade noch erleben ist, dass jede Community so bisschen mit der anderen im Clinch ist. Also manche arbeiten auch zusammen, aber es ist dann auch so bisschen gegeneinander. Was ich schade finde, weil ich glaube, es gibt ja dieses Prinzip auf der einen Seite Teile und Herrscher. Das heißt, die großen Unternehmen, die sagen, lass mal die Kleinen schön sich zerstreiten, weil dann haben wir überhaupt keinen Stress.
Und ja, das ist leider so und da verstehen wir auch so bisschen unsere Rolle zu sagen, hey, lass uns doch mal versuchen Einheit zu leben. Lass uns mal versuchen, dieses Prinzip Wald, was ich eben genannt habe, zu leben. Wir sind jetzt diese Kleinen, aber lass uns mal profitieren von dem, was irgendwie die Großen abwerfen und gucken, dass wir uns soweit in Position bringen können, dass wir wachsen können, dann Zeit ist. Und das ist...
Ja, ein Stück Arbeit, das so zu machen, aber da verstehen wir uns als Geräthersteller in der Position auch.
Ich die Leute, die jetzt sagen, will ein Smartphone haben, das soll ein ganz klassisches, Google-zertifiziertes Android drauf haben, das soll so funktionieren, wie ich das gewohnt bin, dass die glücklich sind damit und dass das gut läuft und stabil läuft und lange supported wird, aber dass auch die Leute, sagen, ich möchte aber dann nicht abhängig sein von den großen Konzernen oder eben keine Daten weitergeben, dass ich da auch eine Vielfalt und eine Möglichkeit habe und ich finde, dass es sehr viele gute Lösungen gibt. ich finde, Postmarketing ist mittlerweile wirklich
wirklich gut nutzbar. finde EOS macht eine tolle Umsetzung. IOD und Calix OS, beides Betriebssysteme, die alle so ihre Vorteile haben, aber die wirklich einfach auch nicht mehr nur für Nerds nutzbar sind, sondern auch für die breite Masse. Und ich glaube, das hat sich auch entwickelt. Also ich erinnere mich auch so die ersten, also viele scheitern ja am Flaschen allein schon, das irgendwie drauf zu kriegen auf das Gerät.
Andrej Friesen (1:24:10)
Ja.
Da gibt es viele Höhen, die man als Techniker nicht nachvollziehen kann. Also, USB-Stick mit einem Betriebssystem zu bespielen, sei es Handy oder... Na gut, Handy ist jetzt nicht USB-Stick, aber am Laptop, das scheitert ja auch schon bei vielen Leuten. Die wissen... Also, wenn die manchmal meinen Laptop sehen, dann fragen Leute, was ist das? Weil ich nutze halt Linux und das ist halt... Das ist schon sehr faszinierend, wie das dann nicht in deren Welt drin ist.
Samuel Waldeck (1:24:24)
Mhm. Ja.
Ja.
Ja, das ist richtig.
Andrej Friesen (1:24:44)
Und so werden dann auch die, jetzt nicht Produkte, aber die Betriebssysteme designt für Techniker.
Da bedarf es dann einer Person, die so eine Art Produkt-Sicht hat, ganzheitlichen Blick hat, um das dann attraktiv zu machen für die Normalbevölkerung oder, sagen wir mal, Nerdbevölkerung, wie auch immer das dann ist. Das ist natürlich dann auch schwierig. Und dann gibt es dann immer diese Idealisten-Kriege. Ich weiß auch nicht warum.
Samuel Waldeck (1:25:15)
Ja, das ist so, das stimmt. Ich finde das zum Beispiel total cool. Jetzt kommen wir ein bisschen zu eurem Hauptthema ja auch mit Smart Home. Im Vorgespräch habe ich es erzählt, dass ein Freund von mir mich auf Home Assistant aufmerksam gemacht hat und ich dann irgendwie in diese Barrel rein gekommen bin und dachte, wie cool ist das, dass es dieses System gibt.
Und das verbindet jetzt auf einmal ganz viele Dinge, Smart Home Produkte, die ich vorher so im Einzelnen hatte. Ich hatte eine Philips Hue, dieses RWE Smart Home, das dann Energy und dann Livisi, wie spricht man das richtig aus, die es dann haben sterben lassen, auch immer, wo ich dachte, ich habe da schon Dutzende an Heizkörper, Thermostaten gekauft und diese ganze Infrastruktur und jetzt stirbt dieses Projekt einfach. Und jetzt ist es so, dass diese eine,
Andrej Friesen (1:25:54)
Das weiß ich nicht.
Samuel Waldeck (1:26:09)
Hub, diese eine Software, das quasi bündelt, es Leute gibt, dann die, ist ja wie eine Art Treiber letzten Endes, also diese Brücke baut sozusagen, dass die Geräte funktionieren. Das hat mich total begeistert.
Andrej Friesen (1:26:26)
Ja, zweierlei machen die die
jetzt haben wir angefangen auch auf dieser nerd basis und Das war wirklich nur finanz bedienbar. Also das war schon krass 2017 haben wir angefangen damit und jetzt Immer mehr hersteller gehen da hin und machen das ja selber ihre integration Und jetzt sind die so viele und haben wir diese foundation im hintergrund gegründet dass die halt jetzt auch druck ausgeben können auf dem markt leute
Samuel Waldeck (1:26:31)
Ja.
Ja.
Ja.
Andrej Friesen (1:26:54)
Ihr kriegt jetzt nur eine Zertifizierung mit Works-with-Home-Assisten oder welchen auch mal die noch haben, wenn ihr halt offen, wenn ihr Updates anbietet, wenn ihr nachhaltig seid und das ist quasi im Endeffekt das gleiche was ihr macht, nur halt in eine Foundation gegossen und mit politischem Druck weltweit zu agieren.
Samuel Waldeck (1:27:09)
Ja, finde ich großartig und so Player brauchst halt immer wieder, die dann so ein System, wo halt jedes Unternehmen so seine Sicht hat und seinen kleinen Kram macht und die einen packen es halt nicht, die anderen irgendwie schon und ...
dass es immer wieder Organisationen oder Menschen gibt, die das Bündeln zusammenfassen und daraus dann wieder was Neues, Großes, Ganzes schaffen. Und ich bin super dankbar, dass meine Heizkörper-Termostate jetzt nicht Elektroschrott sind, sondern dass ich die einfach wieder weiter nutzen kann und das viel komfortabler als vorher und mit einer Zukunftsperspektive. Das finde ich einfach cool, wenn es so etwas gibt.
Andrej Friesen (1:27:48)
Also meine persönliche Meinung
ist, dass wenn Hardware nicht mehr supported wird, sollte die Speck dafür offengelegt werden. Gesetzlich sollte das so sein.
Samuel Waldeck (1:27:56)
Definitiv. Das ist auch etwas, wofür
wir uns einsetzen.
Andrej Friesen (1:28:01)
Ich weiß nicht, ob das so einfach ist, ich mir das denke, aber wenn ein Unternehmen damit jetzt kein Geld mehr verdienen möchte, weil die es nicht mehr verkaufen, produzieren wollen, das heißt ja noch lange nicht, dass es dann einfach weg vom Planeten ist. Da ist ja seltene Erden drin, gibt es Platinen, da ist ja auch Know-how drin und das Gerät löst ja ein Problem. Und dieses Software-Breaken, Remote, ab jetzt, funktioniert nicht mehr. Da gibt es ja Produkte wie dieses Spotify, dieses Car, ein Auto-Ding, das war eine USA.
Samuel Waldeck (1:28:28)
Mhm.
Andrej Friesen (1:28:29)
Das
lebte nicht mal ein Jahr und dann haben die das softbrick. Da ich mir so, das ist doch Irrsinn. Und eigentlich müsste man das freigeben, diese Spezifikation, sodass dann Basta, die dann, die könnten dann das Postmarker da erst draufpeilen oder was auch immer, aber es kann halt weiterlaufen.
Samuel Waldeck (1:28:32)
Mh.
Ja, genau.
Ja, das denken wir auch und das ist ein wichtiger Teil der Lösung, dass das so funktioniert und wenn du dich umguckst...
Letztes Jahr auf der IFA war das für mich so eine Erkenntnis. Ich bin dadurch die Hallen gelaufen und ich war irgendwann so überfordert von dieser Vielzahl an Produkten und ich dachte mir 95 Prozent dieser Sachen, die hier sind, die sind einfach Schrott. Davon ist vorprogrammiert, dass die nach einem Jahr einfach nicht mehr unterstützt werden oder nicht mehr laufen oder nichts davon ist reparierfähig, so dass es alles verklebt und verbastelt und es ist alles Schrott, da ist.
war echt eine traurige Erkenntnis. Oder auch wie Unternehmen dann teilweise damit umgehen. Dann haben wir abgebaut und da hatten viele der chinesischen, aber auch anderen Hersteller, haben ihre Produkte einfach in den Müll geschmissen. Das heißt, haben sich nicht mal die Mühe gemacht, abzubauen. genau, da waren die Mülltonnen voll mit ...
Andrej Friesen (1:29:34)
Noch nie mal klauen lassen.
Samuel Waldeck (1:29:40)
Kaffeevollautomaten mit irgendwelchen Sachen, die hergestellt haben, Staubsaugerroboter, alles mögliche, das lag da einfach im Müll. Ich dachte, ist doch unglaublich. Das war in Containerweise. Und das ist ja nur ein ganz kleiner Teil, das ist eine Messe. Aber die machen ja Hunderte Messen und die gehen mit ihren Produkten ja auch genauso wenn Kunden die einschicken und sagen, hier ist ein Problem mit, dann werden die halt einfach entsorgt.
und die kriegen dann irgendwie Neues zugeschickt, wenn sie noch Garantie haben und wenn nicht, dann war es das halt für das Produkt. Und das halt, finde ich, ein Umgang mit Ressourcen, der einfach nicht geht.
Andrej Friesen (1:30:22)
Und da sieht man die
KPS, die sich gegenseitig kontrahieren. Wie auch immer. Du hast die Gewinnmaximierung. Das heißt, du brauchst es nicht reparierbar, weil schnell verkleben ist einfacher im Produktionsprozess etc. So und jetzt kommt das Ding zurück. Jetzt kostet sich das richtig viel Zeit und Geld, das Ding auseinanderzubauen, weil du den Kleber mit Hitze rausnehmen musst, dabei gehen Dinge kaputt. Und dann lohnt sich das nicht mehr. Das heißt, das Geld, was man vorne gemacht hat, spart man...
Man wird Endeffekt hinten wieder verloren. es ist halt auch so Quatsch.
Samuel Waldeck (1:30:54)
Die Lösung ist zu sagen, nein, geht nicht, ist nicht reparierbar. Man muss jetzt neu kaufen. Da wollen wir eine Lösung schaffen. Dazu gehört nicht nur ein Gerät, was reparierbar ist, sondern auch ein Geschäftsmodell, das das abbildet. Bei uns kann jeder Kunde Ersatzteile kaufen. Und zwar jedes bis zur letzten kleinen Schraube.
Andrej Friesen (1:31:02)
Ja, schade.
Samuel Waldeck (1:31:20)
Alle Schrauben sind bei uns die gleichen Schrauben. Also das erste Schifftorn, das wir gebaut haben, bis zum jetzigen Schifftorn, das wir gebaut haben, alle die gleichen Schrauben, gleiche Schraubenlänge, gleicher Antrieb.
Andrej Friesen (1:31:24)
Das ist gut.
Thomas Wiebe (1:31:25)
Viel zu einfach.
Andrej Friesen (1:31:33)
Hat das für euch immer
beim Designprozess für Probleme gesucht?
Samuel Waldeck (1:31:37)
Nein, tatsächlich nicht. ja, das ist schon was, wo man drauf achten muss, aber es gibt Dinge, die sind viel komplexer. Also ein Antennendesign von einem Smartphone, das du möglichst geringen Sahwert hast, aber trotzdem guten Empfang hast, ist viel komplexer, dass man so paar Schrauben in der gleichen Länge einbaut. Das muss man einfach nur machen.
Andrej Friesen (1:31:39)
Okay.
Ja, okay.
Samuel Waldeck (1:31:58)
dass der Akku bei uns schnell wechselbar ist. Der ist ja werkzeuglos, tauschbar. Ich kann es euch jetzt zeigen, ich kann es den Leuten, die jetzt halt nur zuhören können, beschreiben. Genau.
Andrej Friesen (1:32:07)
Wir kennen das noch aus den 90ern und 2000er war
das normal.
Samuel Waldeck (1:32:11)
Ja, genau. Ich habe jetzt den Bumper abgemacht. Das ist hier hinten der Deckel, so wie früher bei den Noctia-Knochen. Jetzt mache ich den auf und kann hier den Akku wechseln. Werkzeugfrei. Und trotzdem ist das Gerät IP66 wassergeschützt. Weil das war auch oft so das Argument der großen Unternehmen zu sagen, wenn wir das wechseln wollen, dann sind die nicht wassergeschützt. Das hat ja auch was mit Langlebigkeit zu tun.
Andrej Friesen (1:32:20)
Wow.
Samuel Waldeck (1:32:38)
Einer der Gründe, warum wir den Bundespreis Eco Design gewinnen durften im letzten Jahr, war, ihr das gelöst habt, dieses Problem und dieses Argument einfach entkräftet, dass es halt möglich ist.
Andrej Friesen (1:32:50)
gibt, glaube ich,
Nebelargumente bei dieser Thematik, die einfach nur nach vorne geschoben werden. Ja, guckt mal, dass ihr es glaubt. Ich glaube, es ist technisch immer lösbar. Der Wille muss halt da sein.
Samuel Waldeck (1:33:00)
Ja,
das ist so. Und ich glaube Design kann super viel lösen und deshalb bin ich auch dankbar für meine Ausbildung letzten Endes, weil das halt dieser Fokus war. Wenn da ein Problem ist, versuche eine Lösung dafür zu finden. Egal ob das jetzt super komplex wirkt oder vielleicht auch einfach ist das zu lösen, aber versuche eine Lösung dafür zu finden.
Ich glaube, wenn man es selber alleine nicht schafft, dann kann man das aber auch schaffen, indem man gute Kooperationspartner hat, Menschen, denen man zusammenarbeitet. Und wir nehmen jedes Gerät zurück. Das heißt, wenn irgendein Kunde sagt, für mich funktioniert das Gerät nicht mehr, weil ich brauche eine bessere Kamera, brauche einen schnelleren Prozessor, ich brauche ...
ein besseres Display oder was auch immer. Oder ich bin einfach jemand, der ein Technik-Nerd ist und ich liebe es einfach immer wieder auch neue Geräte auszuprobieren. Das gibt es ja auch. das ist ja auch nicht per se nicht schlecht. Es ist ja gut, wenn Menschen nach vorne denken, gerne neue Dinge austesten, weil daraus resultiert ja auch viel Gutes und Neues. Aber wichtig ist, dass dann die Geräte nicht Elektroschrott sind, wenn Leute die aufgeben, sondern dass sie dann woanders noch weiter funktionieren können. Und deshalb nehmen wir jedes Gerät zurück.
Zeitpunkt. Und mindestens bekommt man den Gerätefund, also selbst wenn es komplett Matsche und Schrott ist, kriegt man dafür diesen Gerätefund. Ich doch der einzige Hersteller, das Umfangssystem hat.
um den Leuten auch so einen Anreiz zu geben, uns das als Hersteller zurückzuschicken. Wir wollen die Verantwortung dafür übernehmen. Wir haben das mal an Markt gebracht und wir wollen nicht wie die anderen Hersteller das dann irgendwo im Hinterhof entsorgen oder zurücklassen, sondern wir haben Lust, dass das Produkt möglichst irgendwie weiterleben kann und machen dann aus mehreren Defekten. 22 Euro ist der Fund.
Andrej Friesen (1:34:55)
Wie hoch ist der Pfand?
Achso, ja das ist schon mal genug Incentive zu sagen. Ach komm, 22€ auf ein Paket zurückzuschicken.
Samuel Waldeck (1:35:02)
Genau.
Und wenn man bei uns das in Form von einem Shopgutschein nimmt, dann kriegt man sogar noch bisschen mehr, weil das für uns einfacher ist zu handeln. buchalterisch ist das halt total schwierig abzubilden. Richtig.
Andrej Friesen (1:35:17)
Katastrophe. Das ist Geld, ihr niemals ausgeben dürft.
Samuel Waldeck (1:35:22)
Einmal das, also quasi die Rücklagen dann auch zu haben. Zum einen, zum anderen ist es so, dass wir ja dann einen Verkauf, den wir vielleicht fünf, sechs, sieben, acht Jahre vorher gemacht haben, da geht ja dann wieder was runter. Das heißt, wir müssen uns auf diesen Verkauf von damals beziehen und den dann wieder reduzieren.
Aber wir haben da unsere Mittel und Wege gefunden, auch buchathärisch gut abzubilden. Aber da hängt dann oft viel dran, was man bedenken muss.
Und wir geben den Kunden aber auch mehr. Also wenn das Gerät noch funktioniert, wenn jemand gut aufgepasst hat auf das Gerät, damit vorsichtig umgegangen ist, dann kriegt er natürlich mehr dafür und kann dann entweder ein Upgrade auf ein neueres Modell machen oder eben auch, wenn er sagt, ne, Shift will ich nicht mehr, mag ich euch nicht, mag euch nicht mehr, dann nehmen wir das Gerät auch einfach so zurück.
Andrej Friesen (1:36:18)
dann geht es wieder
in Verkauf.
Samuel Waldeck (1:36:20)
Genau, und dann
geht das in den Verkauf. Wir verkaufen hauptsächlich in die Dachregionen, da möglichst in unseren Markt. Aber wenn das auch nicht mehr möglich ist, mit den alten ersten 3G-Phones, die hier einfach keinen Absatz finden.
Andrej Friesen (1:36:35)
Die funktionieren einfach technisch
nicht mehr.
Samuel Waldeck (1:36:39)
Eben, da geht nur noch Edge und jeder weiß, wie furchtbar das ist, die Geräte da noch zu nutzen. Dann ist es so, dass wir die bei Partnern im afrikanischen Markt haben. Also es sind dann oft NGOs, mit denen wir zusammenarbeiten. Eine davon ist das Impact Facility, wo wir Minenarbeiterinnen und Minenarbeitern diese Geräte
die können die leasen, können die irgendwann auch übernehmen. Wir geben sie nicht umsonst, weil wenn was umsonst ist, dann ist es halt nichts wert. Aber wird zu einem sehr schmalen Kurs, können die das leasen und dann irgendwann auch übernehmen.
Und die nutzen es dann, ⁓ Meldungen zu machen. Also wenn in so einer Mine irgendwelche Sicherheitsverstöße sind oder ⁓ die Preise zu prüfen, die gerade einen Rohstoff hat. Weil oft, die da irgendwo in einer Mine, irgendwo in der Pampa sind, haben die keine Möglichkeit, aktuellen Marktpreis zu erfahren und dann gehen die zum Händler und der Händler zieht die halt einfach über den Tisch. Wenn die aber sehen können, ne der Marktpreis der aktuelle ist halt jetzt gerade so und so hoch, dann haben
sie eine viel bessere Verhandlungsgrundlage und können einen fairen Preis dafür erzielen. Und das ist für beide Seiten gut. Einmal ist es für uns gut, dass die Geräte weiterlaufen. Für die Umwelt ist es gut, weil je länger ein Gerät genutzt wird, exponentiell steigt dann auch die Nachhaltigkeit des Gerätes. Für die Leute ist es gut, dass sie überhaupt ein Smartphone haben.
Dadurch, dass wir das über die Partner machen, es auch so, dass die Geräte am Lebensende dann wieder den Weg zurück zu uns finden und dann nicht irgendwo Elektroschrott in Afrika sind, sondern dann die Partner, die Geräte wieder mit herbringen. Wir können dann hier einen ordentlichen effizienten Recyclingprozess starten oder Komponenten auch weiter verwenden.
Andrej Friesen (1:38:32)
Das ist total spannend, auch in Afrika
habe ich durch meine Freunde mitgekriegt, dass die, die haben ja diese PC-Generation komplett übersprungen und haben früher schon viel mit Smart, Handys gemacht, mit SMS und Co. und dann sind die sofort auf Smartphones gegangen. Und da ist der Alltag auch ganz anders, was das angeht. Die zahlen da ja schon seit Ewigkeiten mit den Handys. Das kann man in Deutschland sich gar nicht vorstellen, dass das also...
Samuel Waldeck (1:38:45)
Ja.
Ja.
Ja, das stimmt.
Thomas Wiebe (1:38:59)
Man wird immer noch
manchmal bisschen komisch angeguckt, wenn man die Uhr irgendwie auf irgendeinem Lesegerät hält oder so.
Andrej Friesen (1:39:05)
Und da ist das halt wirklich so ein Ding, wie du sagst es, diese Remote Arrays, haben halt diese Infos nicht mal eben so in Internetcafe oder so im Blödsinn.
Samuel Waldeck (1:39:11)
Ja.
Thomas Wiebe (1:39:17)
Du sagtest vorhin, Versand macht ihr in Deutschland. Aber ich habe auch gesehen, es gibt zwei Versandoptionen. Das heißt, die Ware kommt dann immer aus China erst mal zu euch und ihr verschifft die dann weiter? Okay.
Samuel Waldeck (1:39:31)
Ja, genau.
Die kommt immer zu uns und wir machen hier auch immer noch mal einen Qualitätscheck. der hat natürlich, im Produktionsprozess gibt es halt immer wieder Qualitätschecks, aber bei uns gibt es dann noch mal einen finalen Qualitätscheck, dass wir wirklich sicherstellen können, dass alles 100 Prozent funktioniert und es keine optischen Mängel oder irgendwas gibt, wenn das Gerät beim Kunden landet.
Das auch cool, haben mittlerweile so eine Check-App entwickelt, dass das Gerät sich quasi selber checkt. Das heißt, wir müssen diesen Prozess nur noch anstoßen. Der spielt jedes Check-Ergebnis in unsere Datenbank mit ein. Das heißt, wenn sich irgendwann ein Kunde melden soll und sagt, hier hat irgendwas nicht funktioniert und es hat irgendwie noch nie richtig funktioniert, dann können wir halt sehen, doch das hat mal ordentlich funktioniert, weil sonst hätten wir es nicht
rausgeschickt das Gerät. Genau, das einmal die Beweislast aber auch, dann schneller eine Lösung für den Kunden finden zu können, woran es vielleicht wirklich liegen könnte oder was eine Ursache gewesen sein kann. Und es macht diesen ganzen Checkprozess halt nochmal angenehmer. Das machen bei uns viele Schülerinnen und Schüler. Das ist total cool. Dann haben die irgendwie einen schönen Job, einen attraktiven Job hier, können sich ein bisschen was zuverdienen und
Andrej Friesen (1:40:28)
Beweislassestimmer doof dann bei dieser Thematik.
Samuel Waldeck (1:40:56)
ist eben auch nicht so komplex, dass man ja jetzt top ausgebildete Leute haben muss, sondern die können halt parallel zu ihrem Abi oder zu einer Ausbildung oder sowas, das auch noch ein bisschen Geld sich zu verdienen, was sie auch ganz schön finden, hier.
Thomas Wiebe (1:41:14)
Das finde ich eigentlich
gerade besonders cool tatsächlich, weil ich erinnere mich noch an meine Jugendzeit und ich habe damals auch so einen Nebenjob, wie man das genannt hat, bei so einem PC Laden, also eine Kette war das hier in der Ecke gehabt, aber ich weiß auch, es war immer sehr schwierig. Also es hat mir persönlich sehr viel Freude bereitet, einfach in diesen Betrieb reinzukommen. Man kriegt ja dann auch vieles von dem Drumherum mit. Aber der Betrieb hatte damals so seine Schwierigkeiten, Aufgaben zu finden oder sagen wir dann auch mal so
Samuel Waldeck (1:41:24)
Mhm. Mhm.
Ja, ja.
Thomas Wiebe (1:41:43)
Einzuplanen, dass man das einem Schüler geben kann, der natürlich nicht immer greifbar ist. Und finde ich cool, dass er sowas macht.
Samuel Waldeck (1:41:44)
Ja.
Andrej Friesen (1:41:50)
Ja, mich damals auch mehr interessiert als was ich gemacht habe als Schüler. Sinnlos anderthalb Meter, anderthalb Meter Metallplatten irgendwo reinzulegen, Knopf drücken, warten bis das gestanzt ist und wieder... Katastrophe.
Samuel Waldeck (1:41:50)
Ja, das ist die Herausforderung. ⁓
Mhm.
Zur Erfahrung habe ich auch gesammelt in einem Unternehmen, die haben auch so ein metallverarbeitetes Unternehmen.
Andrej Friesen (1:42:06)
Nach solchen Jobs
wurden deine Noten auch mal besser? So kurzfristig?
Samuel Waldeck (1:42:12)
Ja, das stimmt.
Das war so ein Ferienjob, ich gemacht habe. es war mein erster richtiger Job, wo ich mich auch irgendwie darauf gefreut habe, ich jetzt mal nicht nur im Kopf arbeiten, sondern ich habe auch Lust, mag auch gerne Handwerk und Sachen bauen und so. war dann in diesem metallverarbeitenden Betrieb.
Und dann war das aber wirklich nur so ganz stumpfsinnig immer der gleiche Handgriff. So mit so einem Ding, ich will jetzt nicht sagen, was das ist, dann weiß man was von Unternehmen vielleicht. So ein Objekt dahin, dann hast du irgendwie drei Schrauben dran gedreht und dann hast du es in die Kiste gelegt. Und das den ganzen Tag und der Tag ging einfach nicht rum. Und da war dann ein Herr, der hat sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert.
Andrej Friesen (1:42:39)
Arbeit.
Haha.
Genau.
Samuel Waldeck (1:43:00)
Ich dachte krass Respekt. Also wie kriegst du das hin? Und er war total glücklich und fröhlich. Und ich dachte, wie kriegst du das hin, so deinen Job mit Leidenschaft und Hingabe zu machen? Aber du machst immer die drei gleichen Handgriffe einfach nur.
Thomas Wiebe (1:43:15)
Wieder Jack ist anders.
Andrej Friesen (1:43:16)
Das
ist glaube ich wirklich sehr typabig. Also ich wurde wahnsinnig in den sechs Wochen, nicht die Sommerferien.
Samuel Waldeck (1:43:19)
Ja, ging mir auch so.
Nach den drei Wochen war ich echt durch. Und dann hat der Chef uns auch noch einen Tisch gezogen, den vereinbart, auch dumm von uns, ich habe mit drei Freunden dort gearbeitet, wir haben mündlich unseren Lohn quasi vereinbart. Und hinterher hat gesagt, da haben wir nicht drüber gesprochen. Und dann hat er uns statt...
Ich glaube zwölf D-Mark waren damals noch verhandelt und er uns 9,50 gegeben.
Andrej Friesen (1:43:45)
Ja.
Schwellerei.
Samuel Waldeck (1:43:53)
Super Schweinerei, aber war halt so eine erste Erfahrung, der erste Job.
Andrej Friesen (1:43:58)
Ja, aber das fand ich auch super spannend, das mal zu sehen. Ich hatte auch jemanden, der hatte allerdings schon, glaube ich, Jahre lang da gearbeitet. Und ich dachte so, wow. Und ich gucke hier auf die Uhr. Und nicht die Minute geht nicht vorbei. Wie schafft man das? krass. Ja, interessanterer Schülerjob auf jeden Fall auf eure Seite.
Samuel Waldeck (1:44:05)
Mhm.
Und das war für uns auch eine Motivation zu sagen, auch in der Fertigung, wo ja natürlich auch viele die gleichen Handgriffe bei uns machen, gibt es immer eine Rotation. Das heißt, du machst nicht immer nur das Gleiche, sondern du hast dann irgendwann Experte für drei Handgriffe, sondern jeder macht alles und dadurch ist es vielseitiger und man kann auch mal in die Entwicklung mit reingucken und da Feedback mitgeben und so, weil die ja natürlich auch Erfahrungen sammeln beim Zusammenbauen.
Und das ist da unser Anliegen auch. Und wir werden auch oft gefragt, warum macht ihr denn überhaupt die Fertigung in China? Warum macht ihr das denn nicht in Deutschland? Und das ist eine gute Frage, weil es natürlich irgendwie...
wäre, wenn man ein Smartphone komplett in Deutschland produzieren oder machen könnte. ein Großteil der Komponenten kommt halt aus dem asiatischen Raum. Es gibt in Deutschland keine Infrastruktur mehr, auch in Europa gibt es keine Hersteller für Displays, also zumindest in der Güte, die man bei so Smartphone einbauen würde oder für Kameramodule, für so viele andere Dinge, die in so Smartphone drin sind. Auch die Platinen, wir sind sind am Suchen nach Partnern für Platinen.
Andrej Friesen (1:45:08)
Ja warum macht ihr das dann nicht?
Samuel Waldeck (1:45:32)
Und da gibt es aber aktuell noch nichts wirklich, die das realisieren könnten in der Komplexität, die wir haben. Das ist halt alles irgendwann mit den Jahren ausgelagert worden. Und deshalb haben wir gesagt, gut, dann bringen wir jetzt unsere Vorstellung einer fairen Fertigung nach China, statt alle Einzelteile hierher zu bringen und dann hier eine Endfertigung zu machen. Weil das haben wir auch im Rahmen von einem Forschungsprojekt analysiert, das ist halt deutlich weniger nachhaltig. Weil ein Smartphone, du...
in eine kompakte Form gebracht hast und
Wir haben eine Recycling-Papierverpackung, komplett einweg, plastikfrei. Das kommt dann hierher. Das heißt, ganz wenig Verpackungsmüll. Das ist deutlich nachhaltiger, als wenn wir jedes einzelne verpackt hierher schicken müssten. Teilweise klimatisiert, weil das hochempfindliche Bauteile sind, solange sie nicht verbaut sind, wenn das Smartphone in die Form gebracht ist.
Andrej Friesen (1:46:28)
Wirklich?
Was denn zum Beispiel? Hätte ich
nie gedacht. ⁓
Samuel Waldeck (1:46:32)
Optiken oder auch Platinen,
je nachdem wie weit sie schon verarbeitet sind, sind die halt ziemlich korrisionsanfällig. Genau. Und würden wir die über den Seeweg hierher schiffen und dann hier eine Bestückung machen, das wäre nicht möglich, weil dann die Platinen einfach so viel Ausfall da wäre, weil die schon angefangen haben zu korridieren, das wäre nicht realistisch. Aber wir haben jetzt einen Partner.
Andrej Friesen (1:46:41)
Okay.
Thomas Wiebe (1:46:41)
Mhm.
Andrej Friesen (1:46:53)
Mhm.
Thomas Wiebe (1:47:00)
da schützt natürlich auch...
Samuel Waldeck (1:47:03)
Ja, nee, das sag du.
Thomas Wiebe (1:47:03)
sorry... da schützt natürlich auch der IP66 Schutz oder der, ihr genau bei dem Handy habt, schützt natürlich auch die Bauteile. Also auch bei solchen Zuständen oder solchen Umgebungen wie verschiffenen...
Samuel Waldeck (1:47:11)
Genau. Ja, genau. Ja. Das
ist richtig. Und das war auch unser größtes Anliegen, das deshalb zu realisieren. Also jetzt nicht, damit die Leute ins Wasser springen können mit dem Gerät, sondern ...
Das hat auch wieder was mit der Langlebigkeit zu tun. Die Hauptplatine hat mit 95 Prozent den größten ökologischen Fußabdruck in so einem Gerät. Das heißt, die Hauptplatine so lange wie möglich am Leben zu halten, ist das Wichtigste, wenn man ein nachhaltiges Smartphone bauen will. Deshalb ist der Wasserschutz eben auch so wichtig, damit die Platine eben so lange wie möglich hält und nicht, damit das Gerät irgendwie baden gehen kann oder so.
Natürlich ist es ein positiver Nebeneffekt, das Gerät mal in die Toilette fällt oder in eine Pfütze oder sonst wo hin, dass man dann nicht direkt einen Ausfall hat, sondern das Gerät dann weiter funktioniert.
Andrej Friesen (1:48:09)
Ja, das sind so Aspekte, da denkt man nie über Nachhinein. Da sagt man einfach, ja, nachher muss das in Deutschland produziert werden. Und dann sind dann die... Dann guckt man sich das mal wirklich an. Diese gesamte Kette, jedes Detail. Und dann stellt sich heraus, ⁓ ist ja gar nicht. Wie ist es aktuell mit den Kosten für Arbeit? Ist das immer noch so viel günstiger in China, als es hier in Deutschland oder Europa wäre? Ich hab mal gelesen, dass es teilweise jetzt gar nicht mehr so den großen Kostenfaktor ausmacht. Wie ist da der Stand?
Samuel Waldeck (1:48:18)
Mhm.
China ist nicht mehr das klassische Billiglohnland, da würde man eher Richtung Bangladesch oder andere Länder gucken. Und dadurch, dass wir sowieso auch deutlich höhere Löhne zahlen, also derjenige, der bei uns am wenigsten verdient im Unternehmen, der kriegt das dreifache vom dortigen Mindestlohn. Von daher sind die Löhne tatsächlich
Also unser Ingenieur in China verdient mehr als ich zum Beispiel.
einfach weil Carsten und ich irgendwann gesagt haben, wir kriegen ja auch, bei uns gibt es keine Gewinnausschüttung oder so. Wir haben gesagt, wir sind glücklich mit unserem Leben, dass wir so eine tolle Arbeit haben dürfen und dass wir in so einem tollen Umfeld leben dürfen. Das ist eigentlich für uns das Wertvollste. Und natürlich ist es wichtig, dass wir mehr oder weniger sorgenfrei irgendwie auch leben können. Und deshalb haben wir irgendwann mal gesagt, das Gehalt gehen wir auch transparent mit ⁓ Carsten und ich, verdienen jetzt drei
1600 Euro. Das haben wir irgendwann mal gesagt, damit kommen wir zu Recht. Das ist für uns irgendwie fein. Ich glaube, ist wahrscheinlich das niedrigste Geschäftsführergehalt ganz Deutschlands, vermutlich.
Andrej Friesen (1:49:50)
Vor allem für 10, 11
Jahre oder so am Markt.
Samuel Waldeck (1:49:53)
Ja, genau. Aber wir haben halt gemerkt, wir kommen damit irgendwie über die Runden und das ist fein für uns und wir haben auch kein Problem damit, wenn Leute bei uns im Unternehmen mehr verdienen als wir. So das bricht uns jetzt keinen Zacken aus der Krone. Auch klar, tragen wir mehr Verantwortung oder es gibt viele schlaflose Nächte, wenn du...
Herausforderungen hast und irgendwie lösen musst und weißt, da hängen jetzt auch einfach mal 50 Jobs dran, ist es ja natürlich was, was einen auch beschäftigt und so, auf der anderen Seite auch was, was uns glücklich macht, wo wir merken, das ist für uns eine sinnvolle Arbeit und dass wir das so machen dürfen, wie wir es machen, das ist für uns auch ein Geschenk, wo wir einfach dankbar sein wollen für.
Thomas Wiebe (1:50:42)
Wie war das denn zu der Corona-Zeit? Das war doch so eine Zeit, wo viele das Lieferkettenproblem gerade aus Fernost hatten. Wie hat euch das betroffen? Also ich meine, wahrscheinlich ja sehr, aber...
Andrej Friesen (1:50:46)
Lieferkettenproblem,
Samuel Waldeck (1:50:47)
Mhm.
Also was uns sehr betroffen hat, war, dass die Lockdowns dann entschienen, weil das war dann gerade, die waren heftig, da ging ja gar nichts mehr in den Unternehmen, da waren ja ganze Städte lahmgelegt und die Leute mussten in ihren Wohnungen ausharren und konnten nicht mehr zur Arbeit.
Andrej Friesen (1:50:59)
ja, die waren heftig, ne?
Samuel Waldeck (1:51:12)
Und von einigen Partnerunternehmen war es so, dass die Mitarbeiter dann ins Büro gezogen sind und haben dann im Büro gelebt. Die haben sich eine Luftmatratze mitgebracht und haben dann im Büro gelebt, dann dort irgendwie noch arbeiten zu können und irgendwie noch das wenigste, das wir am Laufen halten zu können. Aber das war natürlich nicht der Großteil der Mitarbeiter, was auch gut so ist, und deshalb lag viel lahm. Und das hat bei uns, wir haben damals das Shiftbook, also unser erstes
Shift Notebook, also so ein detachable Notebook ist das ähnlich wie Microsoft Surface so in der Bauart entwickelt gehabt und das hat natürlich einiges an Verzögerungen dann reingebracht. Damit auch Kostensteigerungen, weil wenn Entwicklung länger dauert, steigen die Kosten und das wiederum hat
dann in Effekt nach hinten gehabt. Also bis heute merken wir das, dass wir da einfach eine enorme Kostensteigerung hatten, viele Dinge am Laufen halten mussten und nicht so schnell Einnahmen wieder reinkamen wie vorher. Was total cool war in dem Zusammenhang war, es gab ja dann diese Chipknappheit und wir hatten damals für das Shiftbook den Intel Tiger Lake vorgesehen.
Und da gab es dann eben auch einen Engpass. Und da hatten wir eine Mitarbeiterin bei Intel, die dann gesagt hat, ihr wisst ja was, wir haben gerade sehr, hohe Anfragen und wir können die eigentlich alle gar nicht bedienen, aber ich schiebe euch in der Priorität mal hoch, weil ich finde super cool, was ihr macht. Und das finde ich dann schön, dass Leute, weißt du, so große Unternehmen wie Intel, da sitzen halt auch Menschen, da sitzen auch Leute, die damit entscheiden dürfen und die dann auch mal schauen dürfen, so was.
oder mit entscheiden dürfen, wem gebe ich jetzt Vorrang oder nicht. Das war für uns total cool, hatten wir dann eben nochmal ein bisschen Zeit gewonnen. Aber letzten Endes war es schon auch herausfordernd, gerade im Nachgang diese Zeit. Und danach kam dann auch der Ukrainekrieg.
Andrej Friesen (1:53:09)
Bisschen Glück im Unglück.
Thomas Wiebe (1:53:11)
Hmhm.
Samuel Waldeck (1:53:25)
wo ja auch viele Leute, und damit verbunden Inflation, wo viele Leute dann, die nicht mehr so viel Kohle übrig hatten und das Thema Nachhaltigkeit auch so bisschen nach hinten gerutscht ist bei vielen, dann eher ich will irgendwie möglichst wenig zahlen für möglichst viel Leistung irgendwie und das für viele Unternehmen auch wie so eine Legitimation war, ja gut Nachhaltigkeit können wir jetzt hinten anstellen, jetzt müssen wir halt einfach billig und raushauen und so.
Das haben wir auch gemerkt. wir haben den Eindruck, dass es sich gerade wieder normalisiert, dass die Leute sich wieder fangen und merken, ja, das ist zu kurz gedacht. Wenn ich nur auf den Preis gucke und nicht schaue, wie geht es den Menschen, was ist das für ein Produkt, ist das langlebig oder nicht, dann hat das eben auch einen Effekt auf den Geldbeutel. Und immer nur auf dieses kurzfristige Schauen und sagen, ich will jetzt so wenig wie möglich zahlen oder möglichst viel Leistung, aber nicht zu schauen, wie langfristig hält dann das Produkt.
geht vielen glaube ich auch auf, dass das schon auch ein Gedanke ist, den man mit einleben muss.
Andrej Friesen (1:54:30)
Ich glaube es gibt einfach viele Konsumenten, oder vielleicht sogar die meisten, aber das kann ich natürlich nicht sagen, die dann einfach das kaufen, was sie in diesem Augenblick wollen. Nicht großartig zu übernachten, das ist einfach da auf dem Markt, wird halt nicht hinterfragt. Ich bin da eher, ich recherchiere mich tot und kaufe dann nachher nichts, weil mir nichts gefällt.
Samuel Waldeck (1:54:52)
Ja, das kenne ich auch. geht mir auch öfter so, ich... Aber ich mag das auch dann wirklich in so einem... Meine Frau kriegt das immer auf, wenn ich irgendwas Neues entdeckt habe und dann wirklich nicht mehr ansprechbar bin über Stunden, manchmal Tage.
Andrej Friesen (1:55:09)
Hahaha
Samuel Waldeck (1:55:13)
für sie kein schöner Moment, aber ich mag das dann irgendwie auch so, mich schlau zu machen und wirklich so genau zu gucken, ist das irgendwie das Richtige für mich, passt das irgendwie gut zu meinem Leben, zu dem, ich irgendwie damit vorhab. Ich finde, das macht auch richtig Spaß.
Andrej Friesen (1:55:31)
Ja und wenn man dann tatsächlich doch zu der Entscheidung kommt, dass man es nicht haben möchte, wie doll wollte man es denn haben? Das ist dann immer die Frage.
Samuel Waldeck (1:55:38)
Richtig. Und auch
oft eine Erkenntnis, die mich dann dankbar macht, dass ich dann denke, ich habe gedacht, ich bräuchte es, aber ich brauche es gar nicht. Das doch super. Ich darf auch so glücklich sein und brauchte dann gar nicht ein Produkt mehr, irgendwie glücklicher zu sein, sondern ich komme zu der Erkenntnis, dass das, was ich irgendwie habe, gut ist.
Andrej Friesen (1:55:47)
Ja.
Samuel Waldeck (1:55:58)
Ich hatte da eine Situation, das muss ich euch erzählen, das mit dem Akku bei uns zu tun. Nach Weihnachten habe ich super viel Werbung für Powerbanks gekriegt. Ich nicht ob euch das auch so ging oder ob das nur mir aus irgendeinem Grund so zugespielt wurde. Und da ich auch gedacht, so eine Powerbank wäre ja noch mal nett. Ich fahre gerne mit Fahrrad und bin dann auch manchmal länger unterwegs und dann noch mal so bisschen Energiereserve zu haben, das ja nicht schlecht.
Und dann habe ich irgendwann gedacht, warte mal, brauche ich doch gar nicht, ich kann ja den Akku super schnell wechseln bei meinem Phone und ich nehme einfach drei Akkus mit, da habe ich viel weniger Platz, der Aspekt Energie zu Platzverbrauch, was ja beim Fahrradfahren sehr wichtig ist, also das Packmaß.
Thomas Wiebe (1:56:29)
Haha.
Samuel Waldeck (1:56:45)
Der ist viel höher, wenn ich einfach nur drei Akkus mitnehme. Und ich muss dann auch nicht laden, ich muss nicht warten, bis das Gerät wieder voll ist. Und ich verliere während dem Ladeprozess ja auch nochmal Energie. Genau, also wenn ich pack den Akku rein, ich hab direkt wieder 100 Prozent, kann starten. Und das war für mich eine total coole Erkenntnis. Und daraus ist auch nochmal ein ganz schönes Projekt entstanden. Auch...
Andrej Friesen (1:56:55)
Die Effizienz ist ja dann eine ganz andere.
Samuel Waldeck (1:57:11)
weil wir das aus der Community nochmal wieder gespiegelt haben und auch weil unser Entwicklungsteam, also da will ich mir jetzt da keine Lorbeeren zuschaufeln,
da auf die Gedanken gekommen ist, dass es doch cool wäre eine Powerbank zu entwickeln, wo wir unsere Akkus rein stacken können. Also du hast dann drei Akkus von uns, der hat ja knapp 4000 mAh, das heißt du hast dann ungefähr 12.000 mAh Akku und den kannst du halt bestücken mit drei Akkus und die laden dann auch nacheinander, das heißt das für jedes auch eine Ladestandsanzeige und
Thomas Wiebe (1:57:32)
Mmh.
Andrej Friesen (1:57:32)
Okay.
Samuel Waldeck (1:57:52)
Das finde ich so smart, weil du dann diese Powerbank einfach super lange nutzen kannst. Wenn irgendwann der Akku ausgelutscht ist, dann ist nicht die ganze Powerbank tot, sondern dann kaufst du dir einfach für, ich glaube 12 Euro kostet gerade der Akku bei uns, dann kaufst jetzt für 12 Euro neun oder drei neue und das Ding läuft wieder für die nächsten drei, vier Jahre und du kannst das halt super lange nutzen.
Du hast auch den Vorteil, den vollen Akku direkt ins Smartphone zu machen. Oder du kannst ihn auch als Powerbank nutzen, wenn du jetzt kein Schriftphone hast und hast dann einfach eine langlebige Powerbank.
Thomas Wiebe (1:58:36)
Das mega cool.
Andrej Friesen (1:58:36)
Das
ist tatsächlich etwas, ich vor einem Jahr recherchiert habe. Powerbanks, wo ich die Zellen, also das sind ja keine Batterien, sondern diese, wie auch immer, welche Chemie die haben, Zellen, warum sind die nicht tauschbar? Weil das sind ja Standardformate ohne Ende. Das ist ja nur ein Standardformat, das wird dann irgendwie verlötet. Das sollte man nicht zu Hause machen, wenn man keine Ahnung hat, das kann mal schnell schief gehen. Oder einen großen Eimer mit Sand haben fürs Batteriefeuer löschen.
Samuel Waldeck (1:58:45)
Ja,
Ja.
Andrej Friesen (1:59:05)
Aber warum gibt's das nicht? Ja, keine Ahnung. Ich versteh's nicht.
Samuel Waldeck (1:59:08)
haben wir uns auch gefragt und haben gedacht, dann lösen wir es doch einfach und haben dann noch eine zusätzliche Einsatzmöglichkeit für unseren Akku.
Thomas Wiebe (1:59:17)
Und die Akkus über die Jahre hinweg immer denselben Formfaktor?
Andrej Friesen (1:59:17)
Habt ihr das schon raus?
Samuel Waldeck (1:59:22)
Mittlerweile in der dritten Generation. Am Anfang nicht. Da hatten wir dadurch, dass wir auch unterschiedliche Smartphone Größen hatten, auch unterschiedliche Akku Größen. Und haben dann aber gesagt, das macht ganz viel Sinn, weil die Langlebigkeit von einem Gerät ja auch vom Akku abhängig ist. Also es sind verschiedene Faktoren. Nehmen wir mal an, das Smartphone hält an sich lange und es geht hier nicht kaputt. Dann ist es entweder die Software, die das Gerät obsolet machen oder der Akku.
weil das beides sich abnutzende Prozesse sind oder Software halt einfach gepflegt werden muss. deshalb haben wir gesagt, ab 2016 ist das jetzt? Nee, Quatsch, nicht 16, Entschuldigung, 18. Ab 2018 ist es so, dass wir quasi bis zu den Geräten zurück immer den gleichen Akku hatten oder haben.
Wir haben das jetzt auch Universal Akku genannt. Bei einem der älteren Geräte braucht man noch einen Adapter. Dem haben wir dann noch dazu entwickelt und die Software entsprechend angepasst, weil der Akku um 200 mAh kleiner geworden ist.
weil der auch bisschen kompakter ist und damit dann nicht der Akku halt überladen wird und dann irgendwann Schäden nimmt, wir dann natürlich auch die Software angepasst. Und seitdem haben wir den gleichen Akku-Typ drin und wollen das auch für die Zukunft zu behalten. Und das Coole ist, es gibt jetzt schon Technologien, mit denen wir die Kapazität der Akkus in gleicher Bauchform in ein bis zwei Jahren verdoppeln können.
Andrej Friesen (2:00:36)
Aber da die Ladeschwellen anders.
verdoppeln.
Samuel Waldeck (2:01:10)
Das heißt, man hat dann statt knapp 4000 mAh, es ist nicht ganz verdoppeln, kriegen wir wahrscheinlich die 7000 mAh rein. Aber eben ein enormer Zuwachs und das ist dann auch für die alten Geräte noch möglich umzusetzen, weil der Akku dann da auch reinpasst.
Andrej Friesen (2:01:31)
Ja da passiert ja jetzt gerade auch super viel wegen der Elektromobilität. Da wird ja geforscht wie bescheuert. Was auch gut ist und da wird ja natürlich jede Branche, die irgendwie Energie braucht in tragbarer Form, also ohne Netzstecker, wird davon ja profitieren. Und das heißt ihr habt euch nicht limitiert durch eure Bauweise, ihr wartet einfach nur auf die Forschung. Und soweit ist die, was habt ihr gesagt, 4000 mAh. Ich glaube das ist relativ normal bei so kleineren Handys.
Samuel Waldeck (2:01:33)
Ja, total.
Ja, richtig.
Ja, genau. Es gibt welche, die in der ähnlichen Bauform sind, die natürlich auch größere Akkus haben, dann sind die Geräte aber auch dicker. Aber es ist auch so eine Größe, wo wir sagen, da kommst du auch echt gut durch den Tag mit, entspannt durch den Tag mit. Und wir fanden, diesen Komfort, man hat, in dem man den Akku halt leicht tauschen kann, noch mal wichtiger.
als wenn wir sagen, man hat da jetzt nochmal 500 mAh mehr und dafür kannst du den Akkord nicht wechseln.
Andrej Friesen (2:02:33)
Ja, ich glaube für viele Leute ist auch der Akku tot. der größten Kaufentscheidungen für ein neues Handy. Software glaube ich gar nicht mehr so viel, außer du bist jetzt so wie ein bisschen nerdiger unterwegs, aber ich glaube das ist einfach nur der Akku. Weil wenn das Ding dich nur einen halben Tag hält, dann macht das halt auch keinen Spaß. Dann redet man nur noch von Steckdose zu Steckdose oder hat Powerbanks ohne Ende.
Samuel Waldeck (2:02:52)
Das so...
Ja, das fand ich jetzt enorm. Wir waren jetzt bei einem Unternehmen und haben da unsere Shiftphones vorgestellt und die waren so begeistert von dem Wechselakku, weil die haben bisher hauptsächlich iPhones bei sich im Unternehmen und haben auch refurbischte Geräte gekauft, der Nachhaltigkeit wegen so und...
...
haben dann aber gemerkt, die Geräte einfach nach einem Jahr der Akku fertig sind. Gerade die Vertriebler, die viel unterwegs sind, die auch viel telefonieren oder das Gerät auch sehr intensiv nutzen, die können gar nicht mehr ohne Powerbank unterwegs sein. Das heißt, die schleppen immer dieses iPhone mit einer Powerbank rum und haben dann so zwei Geräte und die total begeistert davon waren, dass sie diesen Akku so schnell tauschen könnten und dann halt so direkt wieder ein vollgeladenes Gerät haben. Das war schon cool zu erleben, was für Aha!
Andrej Friesen (2:03:28)
Mhm.
Samuel Waldeck (2:03:54)
Erlebnisse, bei den Leuten dann erzeugt hat und wie begeistert die davon waren.
Thomas Wiebe (2:04:00)
vor allem kennt man gar nicht mehr sagt es ja irgendwie akku ersatz akku 12 euro jetzt nimmt man mal also ich bin halt auf dem iphone und habe kürzlich meins gewechselt einer der hauptargumente war auch tatsächlich der akku der nach drei jahren dann irgendwie bei 83 prozent war und dann wurde langsam störend und es ist ja nicht nur der aspekt von
Andrej Friesen (2:04:00)
verrückt weil das ja früher Standard war.
Thomas Wiebe (2:04:25)
Der Akku kostet deutlich mehr, also ich glaube wir reden davon so die 100, 10, 120 Euro, ich bin mir aber nicht ganz sicher, sondern du... für den Tausch, natürlich, genau, für den Tausch. Aber damit verbunden ist ja auch noch das gesamte Drumherum, ne? Es ist ja nicht so bequem wie, ich lass mir mal ein Akku zuschicken, den setz ich kurz ein, alles ist gut, sondern du musst einen Termin machen, du fährst dahin, musst dein Handy in fremde Hände geben. Apple selber sagt dann sowas wie...
Samuel Waldeck (2:04:29)
Mhm.
Andrej Friesen (2:04:31)
Das ist ja nicht der Akku, das ist der Preis für das Wechseln, oder? Genau.
Samuel Waldeck (2:04:34)
Ja.
Mh.
Thomas Wiebe (2:04:50)
Also eigentlich wenn du das da in den Store abgibst, dann solltest du, weiß ich nicht, vorher einen Backup machen und x Schritte machen, damit, ne, auch ganz sichergestellt ist, dass deine Daten nicht geklaut werden oder sowas.
Samuel Waldeck (2:04:58)
Mhm.
Thomas Wiebe (2:05:02)
Das ist wirklich eine Hürde. Also ich hab mich länger mit dem Thema beschäftigt. Mach ich das jetzt? Macht das Sinn? Oder kauf ich mir doch einfach ein neues Phone? Es gab da noch andere Gründe, ja. Find ich sehr gut.
Samuel Waldeck (2:05:15)
Oft kriegst du dann zu deinem Vertrag auch noch ein günstiges Phone angeboten, gerade nach diesem Zeitraum. Und dann ist die Motivation zu sagen, ich nutze das Gerät jetzt einfach noch länger, weil es geht ja. Nicht mehr so da. Und der Akku ist ja ein Ding, das andere ist ein Displaytausch. ist mit 86 Prozent der Häufigkeit bei einem Smartphone einer der häufigsten Schäden.
Da haben wir gesagt, muss, also unser Gerätedesign ist optimiert nach Reparaturstatistik. Und nicht unsere Reparaturstatistik, sondern der von allen Smartphones im Markt. Das heißt, wir gucken uns die an und sagen, welches Bauteil geht dann beim Smartphone statistisch am schnellsten kaputt.
Das muss am einfachsten zu wechseln sein. Das ist der Akku, wie ich schon gesagt habe. Das nächste ist das Display. Und deshalb ist es bei uns so, wenn du das Backcover hinten gelöst hast, hast du hier jetzt acht Schrauben. Und wenn ich die...
aufgedreht habe, dann kann ich die Vorderseite einfach abnehmen. Das heißt, habe dann das Display in der Hand, ohne Föhn, nichts verklebt, alles mit Steckverbindung gelöst und damit ist halt so ein Displaytausch für einen ungeübten Nutzer in 5 Minuten selber gemacht. Wir haben auf der IFA so ein Gewinnspiel gemacht.
Andrej Friesen (2:06:19)
ohne Föhn.
Samuel Waldeck (2:06:40)
Und da konnte man dann einen Shiftphone gewinnen, derjenige, das Display am schnellsten gewechselt hat. Wir haben schon die Schrauben gelöst gehabt, weil das ist ja sehr fummelig, deshalb die Schrauben waren gelöst. Das heißt, die Leute mussten das Backcover abmachen, den Akku entnehmen und dann die Vorderseite aufmachen. Und derjenige, der es am schnellsten geschafft hat, hat es in 57 Sekunden geschafft. Das Gerät quasi aufzumachen, das Display zu entnehmen, das Display wieder draufzusetzen.
Andrej Friesen (2:06:46)
Okay.
Thomas Wiebe (2:06:46)
Hahaha
Samuel Waldeck (2:07:07)
und zuzumachen und dann die Hände auf den Tisch legen. Das war die Challenge. Genau, ohne das vorher repariert zu haben. Das ist für mich ein Aspekt für gutes Design. Kennt ihr Dieter Rahms? Das ist so der Urdesigner. Auch jemand, der Jonathan Ivey sehr inspiriert hat. Der hatte mal die zehn Regeln des guten Designs festgelegt.
Andrej Friesen (2:07:11)
und ohne das Gerät jemals repariert zu haben.
Ja.
Tolles Buch hat er auch dazu gemacht.
Samuel Waldeck (2:07:37)
Ja,
insgesamt tolle Literatur und ein ganz, ganz feiner Mensch. durften, als wir den Deutschen Nachhaltigkeitspreis, was 22, ich glaube 22, es war Corona, da haben wir den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Rubrik Design bekommen. Und nach uns wurde Dieter Rahms geehrt.
seine Arbeit, also für sein Lebenswerk und die Laudatio hatte Jonathan Ivey gemacht. Das war für uns als Designer voll die Ehre, dass wir wir wurden geehrt, dann kam Dieter Rahms und dann hat noch Jonathan Ivey die Laudatio gehalten. Das war schon schon sehr cool.
Andrej Friesen (2:08:18)
Johnson Ivy war der
von Apple.
Samuel Waldeck (2:08:20)
Genau, der
ursprüngliche Designer von Apple, der das erste iPhone mit entworfen hat, der der Macbooks, der ersten Unibody und so, die mit entworfen hat, der viel auch sehr eng mit Steve Jobs zusammengearbeitet hat. Definitiv. Und der Dieter Rahms, der hat nämlich die zehn Regeln des guten Designs festgelegt und eine davon ist Langlebigkeit und Reparierbarkeit.
Andrej Friesen (2:08:36)
aus der damaligen Zeit natürlich.
Samuel Waldeck (2:08:49)
Das wird halt in vielen Produkten einfach nicht mehr berücksichtigt.
Andrej Friesen (2:08:54)
Oder das Marketing meistens. Ist ein bisschen wie Greenwashing. Oder ist ja Greenwashing in dem Sinne.
Samuel Waldeck (2:08:56)
Ja, oder das dann.
Im Grunde genommen ja.
Thomas Wiebe (2:09:05)
sehr spannend. Jetzt habt ihr ja nicht nur Smartphones und nicht nur Kameragequipment genau. Ihr macht auch noch andere Sachen?
Andrej Friesen (2:09:13)
Kameraequipment.
Samuel Waldeck (2:09:15)
Ja,
richtig. Das Shiftbook hatte ich ja eben schon erwähnt. Das ist für uns genau ein E-Bike. Das machen wir aber mit einem Partner gemeinsam.
Andrej Friesen (2:09:22)
Fahrrad?
Samuel Waldeck (2:09:27)
Also das ist nicht so, dass wir die Hauptentwicklung übernommen haben, sondern das sind gute Freunde von uns und die haben ziemlich viele gute Ideen gehabt, aber im Design brauchen die noch so ein bisschen Unterstützung. Und gerade so dieses Thema Reparierbarkeit ist beim E-Bike auch ein wichtiges Thema, also Akkus schnell tauschbar, Motor reparierbar machen, weil die Motoren werden halt bei E-Bikes einfach nur ausgetauscht.
könnte man theoretisch reparieren, das macht niemand, die werden einfach nur getauscht. Und... Jain, es gibt ja mittlerweile das Panasonic, Shimano, was gibt's noch, gibt's einige Play-offs, DJI hat ja auch einen Motor rausgebracht, das fand ich super spannend, im letzten Jahr glaube ich, also noch nicht so lange, aber die gehen ziemlich durch die Decke, weil die sehr kompakt sind und...
Andrej Friesen (2:09:58)
Sind das nicht alles nur Bosch-Motoren?
Okay.
Also da gibt es jetzt mehr Player auf dem Markt als nur einen.
Samuel Waldeck (2:10:22)
auch trotzdem ziemlich viel Leistung haben. Deshalb ist das ein Player, der so ganz neu auf den Markt gekommen ist. Also muss Bosch als Platzhirsch da jetzt auch ein bisschen nachliefern, da weiter an der Spitze zu bleiben. Genau, und da haben wir...
Andrej Friesen (2:10:40)
Das ist ja auch ein Markt, gerade
auch richtig eingebrochen ist nach Corona. Ich habe jetzt einen Bericht dazu gesehen bei YouTube, dass super viele Firmen auf Pleite gegangen sind und auf einmal die ganzen Apps nicht mehr funktionieren. Du kannst dein Fahrrad nicht mehr auffliessen. Ich dachte mir so, ⁓ mein Gott, das ist doch krank.
Samuel Waldeck (2:10:45)
Ja, ja.
Thomas Wiebe (2:10:58)
Selbe Thema wie im Smart Home,
Samuel Waldeck (2:10:59)
Ja, genau,
ja, tatsächlich. Ja, und je mehr Elektronik du in so Produkte reinbaust, desto gravierender wird das Problem, wenn dann mal der Hersteller ausfällt oder irgendwas passiert. Ich frage mich manchmal, wie das Autohersteller sich denken, wenn die da so viel Technikscheiße in ein Auto stecken. Weißt du, überall ist ein Display und hier noch ein LED-Leister und da noch irgendwas. Also ich fand...
Thomas Wiebe (2:11:01)
überall das gleiche Thema.
Samuel Waldeck (2:11:28)
über 20 Jahre alten VW Bus. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass der sehr wenig Technik hat, weil das ist das einzige, was an dem Ding bisher kaputt gegangen ist. Also irgendwelche Kabelbrüche waren, dass irgendein Sensorchen kaputt war, irgendein Relais irgendwann kaputt war. Und das ist ja noch uralt Technik. Wenn du dann überlegst, was heutzutage im Auto ist, mit tausenden von Sensoren und alles bedingt sich super komplexe Software im Auto.
Andrej Friesen (2:11:38)
Nö, Elektronik.
Thomas Wiebe (2:11:55)
Mhm.
Samuel Waldeck (2:11:56)
Wenn
da mal irgendeine Kleinigkeit nicht geht, dann legt das Auto still, weil irgendein Sensor gerade verrückt spielt. Und das dann zu analysieren und so weiter, das finde ich schon herausfordernd.
Andrej Friesen (2:12:06)
Ich
habe nichts gegen Elektronik per se. Ich finde nur den Ansatz, den die meisten fahren, immer dieses geschlossene und jedes Mal einen eigenen Standard entwickeln, weil der andere doof ist oder dass man sich da nicht mal hinsetzt und da offene Schnittstellen macht. Gerade im Autobereich ist ja komplett alles zu. Und da gibt es ja auch Foren voll mit. Ich habe einen Freund der Skyfitty. Der fragt, kriegt er dann irgendwie diese gehackte Software, die man sich aus China mit einem Hardware-Teil kaufen kann.
Samuel Waldeck (2:12:09)
Ne, überhaupt nicht.
Hm.
Andrej Friesen (2:12:34)
irgendwie auf einem separaten Rechner zu laufen, weil wer weiß was da drauf ist auf diesem Stick, eine Katastrophe, dass es da eine Industrie geschaffen wurde, diese diese Restriktion zu umgehen, das ist schon heftig.
Samuel Waldeck (2:12:38)
Ja.
Ja,
das ist richtig. Und auch da braucht es eigentlich die Kooperation. Wenn Hersteller mal sagen würden, okay, wir einigen uns auf eine Plattform und wir machen das offen und da können Leute mitentwickeln, wie cool wäre das, bitteschön, wenn so was passieren würde. Wir wünschen uns das auch für Bauteilentwicklung. Also wie cool wäre das, wenn wir mit anderen Herstellern zusammen eine richtig geile Kamera entwickeln könnten.
weil das ist so teuer und so aufwendig, aber jeder macht das für sich, weil das halt so ein Hauptmarketingargument ist. Und die Unternehmen, die diese ganze Kameraoptimierung machen, die verdienen sich dumm und dämlich daran, dass sie halt diesen Service anbieten, weil es mittlerweile so komplex ist, dass es halt auch kein Hersteller sich mehr selber zutraut. Also es ist sehr billige Entwicklung, die das nimmt. Und das finden wir cool, wenn man da mit den Leuten gemeinsam
Mein Traum wäre eine Kamera modular zu installieren. Dass du eine Kamera hast, du aus dem Smartphone rausnehmen kannst.
Dann hast du gleichzeitig auch eine Action-Cam, die du viel mobiler mitnehmen kannst. Oft brauchst du ja gar nicht das Display dazu, sondern du willst halt irgendwie die Ecke filmen oder mit der Kamera irgendwo Lustiges hinpinnen oder sowas. Wie cool wäre das, wenn man sowas hätte? Und die kann ich irgendwann auch mal austauschen und hab dann halt eine bessere Kamera oder ein neues Feature von der Kamera und ich muss nicht gleich das ganze Smartphone dazu wechseln.
Und so etwas mit einem Partner gemeinsam zu entwickeln und dann zu sagen, das ist jetzt in mehreren Smartphones nutzbar. Wie cool wäre das? Und dann entwickelt sich dazu noch ein Zubehörmarkt, die sagen, ach, die Kamera kannst du auch hier noch dran stecken, die kannst du als für mein Home Assistant nutzen, als irgendwie eine Security-Kamera oder für was auch immer. Wie cool wäre das, wenn man da so an einem Strang ziehen könnte und zumindest einen Standard entwickelt, auf den man aufsetzen kann gemeinsam.
Andrej Friesen (2:14:43)
Ja, da gab es schon ein paar Konzepte zu. Schon alle ein paar Jahre alt, aber die sind nie, glaube ich, marktreif geworden.
Samuel Waldeck (2:14:46)
Ja,
und auch nie wirklich gut gewesen. Aber mittlerweile gibt es ja schon, also wenn du dir von DJI oder auch von Insta360 oder so, da gibt es ja auch mittlerweile diese kleinen, kompakten Kameras, die sind auch nicht so der Formfaktor, den ich mir vorstelle, aber es geht schon in die Richtung. Also ich kann mir vorstellen, dass es da in ein paar Jahren auch eine coole Lösung geben könnte.
Andrej Friesen (2:15:13)
dass man die Größe der Kamera, die in einem Handy verbaut ist, auch in anderen Formaten nutzen könnte. Es gab ja früher mal, das habe ich neulich gelernt, bei Autos war es so, dass alle Autos die gleichen Lichter hatten. Also die Headlights, die Frontlichter, das war exakt das gleiche Ding in jedem Auto, irgendwann in den 60ern oder so. Und dieser Anschluss...
Samuel Waldeck (2:15:20)
Ja, genau.
Mhm.
Gleiche Durchmesser.
Andrej Friesen (2:15:42)
Gleicher Durchmesser, gleicher Anschluss. Klar, dann kann man jetzt als Designer sagen, ja, aber was ist, wenn ich das anders machen kann? Ja, dann kannst du es ja vorne anders machen, aber hinten, der Anschluss kann ja gleich bleiben. Und heute, wenn du ein Licht wechseln musst, da brauchst du ja echt ein Engineering-Degree fast, ⁓ da dran zu kommen bei manchen komplexeren Autos.
Samuel Waldeck (2:15:50)
Grüß dich.
Und du zahlst ja auch viel mehr. Also wenn du früher eine H7 oder eine H4 Birne getauscht hast, dann kostet die dich halt irgendwie 7 Euro oder was weiß 3,50 oder sowas. Und wenn du jetzt so ein LED-Panel austauschst, dann fängt das bei 400, 500 Euro an. Was ja auch überhaupt keinen Sinn macht. Das stimmt.
Andrej Friesen (2:16:25)
Krass, da gibt es noch viel Optimierungsbedarf und ich glaube, da könnte es auch viele Firmen geben, die da tolle Sachen machen könnten. Es müssen nur Leute geben, die das machen wollen.
Samuel Waldeck (2:16:33)
Ja.
Das ist richtig. Und wir müssen die Marktoffenheit haben. Sodass das Unternehmen sind, die noch unabhängig agieren können. Weil das ist oft das Problem, du hast ein erfolgreiches Start-up, da springt ein Investor rein, der optimiert das kaputt, verkauft es wieder und damit ist eigentlich der Tod im Topf letzten Endes. Da war mal eine gute Idee, aber die stirbt dann dadurch, es in diesem
Andrej Friesen (2:16:42)
Inwiefern?
Hm.
Samuel Waldeck (2:17:06)
Ich nenne es mal Machtgeldkomplex, einfach permanent drin sein muss und man sich daran auch nur messen muss. Und wir fänden es spannend zu überlegen, wie kann man denn...
auch an einem Wirtschaftssystem arbeiten, was mehr abbildet als nur Macht und Geld. dass ich mich nur daran messe, was für eine Marktmacht und wie viel Gewinn ich habe, oder umsatz ich habe, sondern dass da noch mehr Werte dazugehören. Weil für uns als Menschen gibt es ja noch viel größeres Wertespektrum. Also wenn ich jetzt meine Freundschaften beurteile, dann gucke ich ja nicht, gut was hat die Person auf dem Konto oder ist sie irgendwie besonders erfolgreich oder so, sondern ich gucke, ist das
eine vertrauensvolle Beziehung. Wenn ich an die Beziehung zu meiner Frau denke, dann denke ich, lieben wir uns, ist das Liebe ein großer Faktor. Das wird jetzt sehr komplex und sehr philosophisch, aber das ist ja das, was uns Menschen eigentlich ausmacht, diese Beziehung zueinander. Und Wirtschaft ist ja aber eigentlich nichts anderes als Beziehung leben.
Nur geben wir, also ein Vertriebler wird mir zustimmen. Wenn er gute Kontakte hat, ein Adressbuch voller gute Kontakte, dann ist das ein guter Vertriebler. Und wenn er die pflegt und immer wieder irgendwie aufschlägt und so, die wissen, auf den kann ich mich verlassen und der ist vertrauenswürdig. Aber das sind eben, ja, genau, total. Ja, richtig.
Andrej Friesen (2:18:16)
absolut.
Man hilft sich dann auch manchmal gegenseitig, obwohl das vielleicht wirtschaftlich nicht das Sinnvollste sein mag.
Samuel Waldeck (2:18:43)
Wir hatten mal einen Pressekontakt, das war so cool. Ein älterer Herr, war super gut connected zu den ganzen Tech-Zeitungen und Bloggern und so weiter. Wahnsinn. Und der hat uns auf der IFA gesehen, hat gesagt, ey Jungs, ich hab Bock. Ich bin in Rente, ich will nichts mehr verdienen, ich hab einfach Bock, euch bekannt zu machen. Und der hat uns ein paar Kontakte beschert, das war so krass. Und wo ich dachte, wow, da...
da hinzukommen. Also entweder wir hätten sehr, sehr viel Geld bezahlen müssen oder halt keine Ahnung, was man da machen muss, da irgendwie an die Leute ranzukommen, seine Seele verkaufen oder so. Und der hatte einfach die Beziehung, weil der über Jahre und Jahrzehnte diese Beziehung gepflegt hat zu den Leuten und die wussten, wenn der jetzt kommt mit einer Story oder mit irgendwas, dann können wir uns darauf verlassen. Der ist leider verstorben dann recht bald, aber
War echt was sehr Besonderes, sehr toller Kontakt zu uns. Auch so ein Augenöffner zu denken, ey, lass uns in langfristige Beziehungen investieren.
Andrej Friesen (2:19:52)
Ja, das hilft. Dankfristig denken hilft
Samuel Waldeck (2:19:56)
Das stimmt. Kurz wusste ich nicht immer, aber ...
Andrej Friesen (2:20:00)
Manchmal ja, meistens aber eher nicht.
Samuel Waldeck (2:20:03)
Ja, genau. Der Karsten sagt immer, ewig werde er am längsten.
Andrej Friesen (2:20:08)
Das kenne ich nicht, das gute.
Ich bin grad... Warte, eins hab ich mir aufgeschrieben. Diplomfeuer Jackie. Als Abschluss. Wenn's das Abschluss sein soll, mal gucken.
Samuel Waldeck (2:20:20)
Ja.
Ja, Diplom-Feier-Check. das ist eine schöne Story.
Ja, wir können ja gucken, zu was es uns doch führt, aber das war wirklich ein tolles Erlebnis. Es war 2009.
Andrej Friesen (2:20:36)
⁓ das ist Daniel Herr.
Samuel Waldeck (2:20:38)
Das ist lange her. Und meine zweite China-Reise. Und Carsten und ich waren zusammen dort. Damals noch für, also noch nicht für Shift, gab es ja damals noch nicht, sondern für dieses Tuchprojekt. Und wir haben uns nach einem neuen Partner umgeguckt, weil wir eine neue Idee hatten, wie man die Tücher noch dünner machen kann und noch eine bessere Qualität machen kann. Und Jackie hat uns begleitet.
und hatte einen Monat vorher sein Diplom gemacht und wollte sich dann mit seinen Freunden zu einer internen Diplomfeier treffen. Der Karsten konnte an dem Abend nicht, weil er noch irgendwelche Sachen, irgendwelche Designs fertig machen musste für die Verpackung und so. Und dann habe ich gesagt, hey Jackie, ich begleite dich total gerne. Und dann waren wir in einem so einem chinesischen Restaurant.
ein bisschen abseits von Hangzhou gelegen und sind da rein. Erstmal muss man, wenn man in China essen geht, alles was man hier so an deutschen, chinesischen Restaurants kennt aus seinem Kopf streichen, das ist was komplett anderes. Also oft ist es so, dass es wird auch relativ viel Fisch gegessen und oft hast du in dem Restaurant so Aquarien.
Und da kannst du sagen, ich hätte gern den Fisch und den Fisch und den Fisch. Auch manche Kreaturen wollen man gar nicht weiß, was das jetzt so ist. So eine Seegurke oder sowas. ist jetzt nicht das, was so alltäglich auf dem Teller landet. Ich esse auch relativ viel vegetarisch. Besonders wenn ich in China war, ich immer gesagt, ich bin Vegetarier. Du sonst einfach nicht weißt, was da auf deinem Teller landet.
Genau, vor dem Restaurant lungerten auch so paar Hunde rum, wo ich dachte, ihr lebt hier gefährlich. genau, in dem Restaurant war es so, dass diese Feier an so einem Separee war, also in so einem einzelnen Raum. Ganz großer Tisch, ein großer, genau, runter Tisch. Und was tatsächlich so ähnlich ist wie bei den chinesischen Restaurants bei uns, ist, dass in der Mitte so ein Drehteller ist.
Andrej Friesen (2:22:48)
Der dreht heller, ja.
Samuel Waldeck (2:22:50)
Genau,
hat aber nicht den Zweck, in Deutschland ist ja so, dass da oft irgendwie der Reis steht, dass jeder sich Reis nehmen kann, sondern Reis kriegst du eigentlich erst ganz am Ende, sondern ist alles drauf und jeder nimmt einfach mit seinem Stäbchen direkt aus diesen Schüsseln sich das so, was er halt gerade so möchte. Und man isst sich quasi erstmal, oder man isst erstmal das, was dann in diesen Töpfen ist und Reis isst du ganz zum Schluss, dich nochmal satt zu machen.
Andrej Friesen (2:22:57)
Da ist alles drauf.
Okay, das ist mir auch nicht bewusst
Samuel Waldeck (2:23:18)
Das kannte ich auch nicht. Ja, genau.
Andrej Friesen (2:23:18)
gewesen. Hier ist andersrum. Machen sie erst mal satt mit Reis und das teure kommt später.
Samuel Waldeck (2:23:26)
Und da ist es halt genau andersrum. Und da gab es auch echt so Sachen.
wo ich nicht erkennen konnte, was das ist. Eine war zum Beispiel, aus wie Bandnudeln mit so Noppen drauf. So ganz, es sah total crazy aus. dachte, Bandnudeln, das sieht irgendwie komisch aus. Dann habe ich den Jackie gefragt, was ist das? Und dann meinte er, you won't like it. Und dann habe ich überlegt, was könnte das sein? Weil er konnte es auch auf Englisch nicht so gut erklären, was es ist. Und dann fiel mir ein, warte mal, ich habe das schon mal gesehen. Unser Hund.
Andrej Friesen (2:23:44)
Tintenfisch.
Samuel Waldeck (2:23:59)
Damals, unser Familienhund hat manchmal so Pansen gekriegt, so Kumagen getrocknet.
Andrej Friesen (2:24:03)
⁓ Gott.
Thomas Wiebe (2:24:08)
Ja.
Samuel Waldeck (2:24:08)
Und dann
habe ich den irgendwann gefragt, hier ist das irgendwie, ist das Kuhmagen? Und dann meinte ja, ja, genau. Weil ich wusste nicht ob man pansen, es da eine Übersetzung ins Englische gibt. Soweit reicht mein Englisch nicht. Und genau, dann haben die das so schön in Streifchen geschnitten, dass das so aussah wie so Bandnudeln und war halt wie so ein Salat mit so,
Thomas Wiebe (2:24:28)
Interessant. Vor allem kenne ich jetzt Pansen
von Hunden eher als etwas, das auch intensiven Duft verbreitet.
Samuel Waldeck (2:24:35)
Ja, ja,
Andrej Friesen (2:24:35)
Sehr intensiv.
Samuel Waldeck (2:24:37)
sehr intensiv, richtig ekelhafter. Und Hühnerfüße zum Beispiel als Snack, weißt du, zum Abknabbern oder so ein Gänsekopf mit, den man dann so so abknabbert, kriegst du auch in jeder Straßenecke oder diese 100-jährigen Eier oder 1000-jährigen Eier, also diese 1000-jährigen, diese schwarzen Eier, so Sachen.
Thomas Wiebe (2:24:44)
Mhm.
Andrej Friesen (2:24:54)
Tausendjährige Eier, ja.
Samuel Waldeck (2:25:00)
die es dann auch gab. Und zwar war es total spannend, ich mag es auch gerne, da einzutauchen, so Sachen zu probieren. Und es gab dann auch viel Bier und es wurde gefeiert und ich trinke und trinke und denke, ich merke überhaupt nichts. Aber mich herum sind alle immer betrunkener geworden. Und auch die fanden es dann total bemerkenswert, dass ich da so viel Bier trinken kann und dann gucke ich auf die Flasche und sehe, das hat zwei Prozent Alkohol.
Andrej Friesen (2:25:27)
wenig.
Samuel Waldeck (2:25:28)
Ja, wenig. Und wurde mir auch klar, warum ich da nicht so die Wirkung merke, aber ein Asiater, oft oder oft kann die nicht so viel Alkohol vertragen oder so. Ja, genau, dass sich da dann halt das schneller Wirkung gezeigt hat.
Andrej Friesen (2:25:37)
Ja, allein genetisch schon.
Samuel Waldeck (2:25:44)
Und es war ein sehr verrückter Abend. Und die meisten haben natürlich auch Chinesisch gesprochen, nur wenn die sich mal kurz an mich gewendet haben. Das heißt, ich saß da einfach auch viel und habe beobachtet und geguckt, wie gestikulieren die und über was könnten die sich jetzt unterhalten. War eine unglaublich coole Erfahrung für mich, mit dabei sein zu dürfen. Und damals auch total schön, weil viele sich
Ich weiß gar nicht, ob sich mittlerweile auch geändert hat, so, die gesagt haben, Deutschland ist für uns so ein total schönes Vorbild. So was für qualitative Produkte, machen und so diese Verlässlichkeit und wo viele sehr positiv deutschen Unternehmern, aber auch deutschen Menschen, gegen beeingestellt waren.
Und das habe ich als ganz enorme Wertschätzung immer wieder erlebt, egal wo wir waren, mit welchem Unternehmen, dass uns mit sehr, viel Wertschätzung begegnet wurde. Und ich war jetzt schon länger nicht mehr in China, einfach weil Karsten durch einen höheren Entwicklungsanteil dann öfter da war. Aber auch da ist es so, dass da auch echt ...
Freundschaften entstanden sind. Zum Beispiel der ein Unternehmer, mit dem wir beim Schifftburg viel zusammengearbeitet haben, den hat der Carsten jetzt auf der letzten IFA wieder getroffen. Den kannte ich noch nicht persönlich und der
sieht den Karsten und der nimmt ihn in einen Arm, das ist so ein Bär gewesen, so ein Breiter, Breite Schultern, nimmt den Karsten so einen Arm und du hast gemerkt, das ist jetzt nicht einfach nur eine Umarmung so förmlich, sondern so, er genießt es den Karsten wiedersehen zu können und haben sich über die Kinder ausgetauscht und irgendwie wie es allen geht und so. Das ich denke, manchmal haben wir so im
auch so aus der europäischen Perspektive. China ist der Konkurrent und überrennt uns in so vielen Dingen. Und das ist, ich, auch so. Und wir müssen da auch aufpassen. Wir müssen auch gucken, dass wir da selbstbewusst sind als Europäer. Aber auch nicht vergessen, diese Freundschaften und diese Beziehungen aufrechtzuerhalten. Weil das ist letzten Endes das, was das tragen wird und was überdauern wird, glaube ich.
Andrej Friesen (2:28:10)
Der Mensch ist ja was
anderes als der Staat oder das Land. Das darf man ja nicht vergessen.
Samuel Waldeck (2:28:13)
Ja, genau.
Und wir merken auch mit unseren Mitarbeitern in China, das sind mittlerweile Multiplikatoren.
Die bringen eine neue Sichtweise nach China rein. Das ist wie so ein Samen, du siehst und der sich entwickelt, wo eine neue Pflanze draus wird. Und das darf man nicht vergessen, immer wieder Samen zu sehen und immer wieder auch in irgendeiner Form auch da zu investieren. Da werden gute Dinge draus, wenn man sie halt pflegt und wenn man da ein gutes Miteinander legt. Und nicht Mauern aufbauen. Ich glaube, das ist immer schlecht und bringt immer nur dazu, dass Menschen sich immer mehr abschotten.
Andrej Friesen (2:28:38)
Was wird draus?
Samuel Waldeck (2:28:56)
Meinungen immer extremer werden und weniger des Mittendrin geflegt werden.
Andrej Friesen (2:29:04)
Ja, die Welt ist halt nicht schwarz-weiß. Und das gilt auf jeder Ebene. Es gibt immer Nuancen, selbst im technischen Produktprozess, selbst in Beziehungen, selbst in intercontinentalen Beziehungen und auch Freundschaften und Menschenbeziehungen. Das ist alles grau.
Samuel Waldeck (2:29:07)
ist es.
Ja, grau in grau. Bunt, sagen wir aber bunt.
Andrej Friesen (2:29:23)
Bunt.
Ich bin ausgefragt, Thomas. Du?
Thomas Wiebe (2:29:31)
Ich auch, ich finde das war aber auch schönes Schlusswort, muss ich sagen.
noch irgendwas Samuel, was du erzählen möchtest oder fragen möchtest?
Samuel Waldeck (2:29:40)
Ja, vielen Dank euch,
dass ihr so viele interessierte Fragen gestellt habt und dass ich Teil eures Podcasts sein durfte. Und auch vielen Dank, dass ihr den Podcast macht. Das finde ich großartig. Wie gesagt, ich bin so ein bisschen in dieses Rabbit Hole mit eingestiegen und finde es auch sehr inspirierend, da immer wieder reinzuhören, zu gucken, was für Gedanken macht ihr euch, was für Erfahrungen sammelt ihr. Das ist total wichtig, dass ihr das macht.
Thomas Wiebe (2:30:09)
Schön, dass du da warst. War mega spannend.
Andrej Friesen (2:30:09)
Sehr cool.
Samuel Waldeck (2:30:11)
Vielen, Dank.
Andrej Friesen (2:30:12)
Ich fand's auch richtig gut. Die Links für den Shift Shop und so weiter werden wir natürlich dann in den Show Notes einschmeißen. Und dein Profil wird da auch verlinkt sein auf der Seite, wo der Poker gehostet wird. Da sind dann auch die ganzen Links zu euren Sachen. heißt, dort könnt ihr es dann finden. Ansonsten sollen wir abmoderieren. Machen wir mal, ne? Ich hoffe, es hat euch gefallen. Mir hat's sehr gefallen.
Lasst uns gerne eure Meinung da. Wir haben jetzt auch tatsächlich einen eigenen Mastodon-Account, falls ihr Lust habt, den zu folgen, aufgrund von Druck einiger Community-Members.
Thomas Wiebe (2:30:47)
Andrej hat keine Kosten und Mühen gescheut.
Andrej Friesen (2:30:49)
Doch, ich hatte eigentlich keine Lust, naja, Social Media ist nicht so meins. der heißt Smart Hütte mit Ue, add podcasts.social, dort ist der neue Mastodon-Account. Und wenn ihr Feedback dalassen wollt, könnt ihr das dort machen oder unter podcast.at, smarthuette.de, E-Mail oder eurem Podcast, eurer Wahl. Das hilft uns natürlich weiter. Gerne weiterempfehlen und ansonsten tschüss und bis bald.