In Goldrausch sprechen wir mit Menschen aus Spitzensport, Business und dem echten Leben über das, was hinter Leistung wirklich passiert: Fokus, Zweifel, Rückschläge – und die Frage, was Erfolg jenseits von Medaillen, Titeln und Zahlen bedeutet.
Wir glauben an hohe Ansprüche, ehrliche Gespräche und daran, dass man leistungsfähig sein kann, ohne sich selbst zu verlieren. Goldrausch ist kein Motivationstheater, sondern ein Raum für Klarheit, Tiefe und neue Perspektiven.
Für alle, die etwas erreichen wollen – und dabei ein andersglücklichleben suchen.
Die Inhalte dienen der Inspiration und ersetzen keine individuelle Beratung.
Willkommen bei GOLDRAUSCH - Anders glücklich leben. Der Podcast von Katharina Naumann und Sebastian Hess über die Balance zwischen Leistung, Leben und Leidenschaft.
Katharina:Herzlich willkommen heute zu Gast im GOLDRAUSCH Peter Geigle. Du bist therapeutischer Leiter des TSG Hoffenheim. Du bist Heilpraktiker und Physiotherapeut der Österreichischen Fußballnationalmannschaft. Herzlich willkommen.
Peter:Vielen Dank, Katharina.
Katharina:Wir wollen heute über das Thema sprechen, ja, Gesundheit im Alltag. Die Leistungssportler natürlich, für die ist Gesundheit elementar wichtig, überhaupt ihren Job zu machen, ist natürlich etwas ganz anderes als ja für uns Ottonormalverbraucher, die einen Büroalltag meistens haben, viel zu wenig Bewegung im Gegensatz zu viel zu viel Bewegung im Leistungssport. Und die Brücke wollen wir aber heute schlagen, Wo sind Parallelen? Was sind Unterschiede? Wie können wir voneinander lernen und was wäre gut und einfach in unseren Alltag zu bringen, hier und da gesund und einfacher zu leben?
Katharina:Wie sieht denn dein Alltag aus? Hol uns doch einfach mal ab, ich glaube, das können sich viele nicht vorstellen. Wenn Du jetzt sagst, Du stehst morgens auf und hast Du dann Du gehst zur Arbeit als therapeutischer Leiter auf das Fußballareal. Wie sieht dein Alltag aus?
Peter:Also relativ unspektakulär eigentlich, weil mein Alltag ist, ich steh morgens auf, geh mit dem Hund raus, fahr dann immer die 10 Kilometer mit dem Fahrrad und bin dann 8 Uhr 30 bei der Besprechung, die wir haben. Da wird jeder Spieler besprochen, was es Aktuelles gibt. Das machen wir täglich.
Katharina:Gesundheitlich, also speziell darauf für dich ausgelegt oder allgemein?
Peter:Gesundheitlich und da geht es auch die Trainingsbereitschaft, ist er voll trainingsfähig, hat er irgendwelche anderen Probleme, gibt es gibt es Themen, die den Spieler oder oder seine Leistung beeinflussen? Und da gehen wir jeden Spieler durch.
Katharina:Jeden Tag jeden Spieler?
Peter:Jeden Tag jeden Ja, Wahnsinn.
Katharina:Okay, das denkt man schon mal nicht.
Peter:Genau. Das ist aber sehr sinnvoll, weil jeder ist auf dem gleichen Stand. Jeder weiß dann, was mit dem Spieler besprochen beziehungsweise trainiert wurde oder trainiert werden kann. Und dadurch können wir auch dem Trainer, der da darauf reagieren muss, auch gute Information zur Verfügung stellen.
Katharina:Ja, spannend. Okay, wie geht's dann weiter?
Peter:Nach der Besprechung ist dann frühstückt. Die Spieler haben Anwesenheitspflicht am normalen Trainingstag ab 9 Uhr 30 und ab 9 Uhr fangen dann die ersten Behandlungen an. Wir schauen, dass wir so ungefähr den halben Kader am Tag mal sehen. So hat jeder Spieler eigentlich mindestens ja einmal, durchschnittlich anderthalbmal in der Woche irgendwie das Vergnügen bei uns auf der Bank zu landen.
Katharina:Also dürfen die Spieler nicht zu Hause frühstücken?
Peter:Doch, dürfen sie schon. Das Frühstück ist freiwillig. Frühstück ist freiwillig, wird zur Verfügung gestellt, aber das ist so gut, dass das kaum 1 macht zu Hause. Ja, habt Wir haben wirklich Topvoraussetzungen.
Katharina:Habt ihr einen Koch, der das extra dann wahrscheinlich
Peter:den besten.
Katharina:Serviert.
Peter:Den besten haben wir.
Katharina:Darf ich fragen, ob der vegan kocht?
Peter:Wenn das Spieler möchten, dann natürlich. Grundsätzlich aber jetzt nicht generalisiert, Okay,
Katharina:spannend. Okay, und dann die Behandlung ist natürlich, wenn jetzt ein normaler Mensch zum Physiotherapeuten geht, dann weiß man schon, okay, ich kann jetzt keine einzige Minute Zeit verlieren, möglichst schnell ausziehen, weil man hat nur 20 Minuten. Das stell ich mir natürlich wesentlich anders vor. Ich glaub, Stunde, eineinhalb oder wie lange sind die Spieler bei dir?
Peter:Vor dem Training, das Training beginnt dann, je nachdem, ob noch eine Besprechung vom Trainer ist, zwischen 11 und 11 Uhr 30, sag ich mal. Vor dem Training sind die Therapiezeiten auf 30 Minuten normalerweise begrenzt, außer Spieler hat wirklich akute Probleme. Dann geht es natürlich vor. Aber durch das, dass wir sie täglich mehr oder weniger sehen und die Hürde, die Einstiegshürde von wie in normalen Physiotherapiepraxis wesentlich geringer ist, weil die schon mehr oder weniger halb ausgezogen kommen, dann ist dann gibt's da auch keine Zeitverluste. Also man kann direkt anfangen zu behandeln und man kennt natürlich auch seine Leute.
Peter:Ja. Und dann ist man schon besser vorbereitet.
Katharina:Was würdest Du denn sagen, wie viel ist eher Prävention und wie viel ist dann tatsächlich, ja, was ist denn das Gegenteil, agieren, weil jemand verletzt ist?
Peter:Je nach Saison abschnitt würde ich sagen 70 Prozent Prävention.
Katharina:Wenn
Peter:natürlich auch so wie letztes Jahr hatten wir international viele Spiele, da ist dann schon das Nacharbeiten wichtiger und dann hast auch viel mehr oder viel mehr Blessuren gehabt, die dann halt behandelt gehören. Aber so wie's jetzt ist, ist eher das präventive Training oder die präventive Behandlung wichtig.
Katharina:Würdest Du denn sagen, ich meine, wir Menschen haben ja in unserem normalen Alltag gar keine Gelegenheit präventiv zum Physiotherapeuten zu gehen leider. Wir können natürlich präventiv irgendwelche Tests machen und Scans und uns möglichst gesund ernähren, aber zum Physiotherapeuten, da kommt man ja auf Rezept, würde ich jetzt sagen. Man könnte natürlich alles selbst zahlen, aber ich hab tatsächlich, kommt mir gerade, noch nie erlebt jemanden zu hören, er geht präventiv zum Physiotherapeuten. Vielleicht mal zur Massage, die dann eher so wohltuend Wellness mäßig angesetzt ist oder weil man das im Nacken hat, aber nicht wirklich zum Physiotherapeuten. Wäre das eigentlich aber für alle eine gute Sache?
Peter:Nicht für alle. Ich sage, also präventiv kann man eine ganze Menge machen, dann braucht man keinen Physiotherapeuten. Man muss einfach nur das Wissen haben und eine intrinsische Motivation, das Wissen auch dann auszuführen, präventiv für sich selber was zu tun. Der Physiotherapeut an sich ist im normalen Leben dann wirklich jemand, der eigentlich nur aufn Plan kommt, wenn irgendwas verrutscht ist. Und das gibt unser System auch gar nicht anders her.
Peter:Da werden ja eigentlich bei uns, werden ja nur Krankheiten behandelt und und jetzt keine keine Gesunden. Das ist ja nicht vorgesehen. Und so ist natürlich auch das Thema Physiotherapie kommt dann ins Spiel, wenn wenn man Nackenschmerzen hat oder wenn einem irgendwas anderes wehtut.
Katharina:Wenn Du jetzt schon sagst, man muss nur das Wissen haben, so richtig, da braucht man ja die intrinsische Motivation, sich das anzueignen erstmal, weil lernen tut man es leider nicht, weder in der Schule noch irgendwo im Studium. Da fällt das Thema, okay, wie sieht denn ein gesunder Lifestyle, ein präventiver Lebensstil aus, völlig runter. Was würdest Du, wenn Du dieses Fach jetzt unterrichten würdest, was würdest Du alles thematisieren?
Peter:Es kommt drauf an, ab wie viel Jahre meine Schüler werden und die Schülerinnen.
Katharina:Sagen wir mal, siebte Klasse. Oder macht das Sinn? Welche hättest Du denn gerne vor dir sitzen?
Peter:Kindergarten, Grundschule und höhergradige Schule. Das wär das Wichtigste überhaupt. Also genau in diesem Man muss die die ganzen die ganze Kindheit eigentlich da verfolgen.
Katharina:Ach spannend. Okay, ich hätte jetzt gedacht, Kindergarten ist noch zu jung, die Wissensvermittlung an die an die jungen Spatzen zu bringen. Aber okay, jetzt gehen wir mal davon aus, da sitzt die Gruppe Kindergartenkinder und Du hast die Ehre, denen etwas mitzugeben, was vorzuleben. Wie würdest Du das machen in dem Alter?
Peter:Die sind ja aufnahmefähig und zwar viel krasser wie wie Erwachsene und die nehmen ja auch ganz viel mit. Und das Schöne ist, wenn Kinder Kind sein dürfen und nicht von Erwachsenen gehemmt werden, dann verhalten die sich so natürlich gut und in diesem natürlichen Verhalten die zu bestärken, ist natürlich, sag ich mal, a, großes Abenteuer, aber b soll's auch unsere Pflicht sein. Wenn die Kinder rennen wollen, sollen sie rennen. Wenn sie sich hinlegen wollen, weil sie müde sind, sollen sie sich hinlegen. Die machen das dann schon ganz gut und man kann die Kinder auch bestärken, man kann die in ihrer Natürlichkeit bestärken und natürlich, wenn wir lernen, auch richtige Leitplanken geben und da geht's jetzt mal zum Beispiel ums Essen, dass man jetzt nicht belohnt, ich sag das jetzt mal mit Fast Food, ja, dass wenn Kindergeburtstag mit Fast Food belohnt wird oder irgendwas anderes, was das Kind gut gemacht hat, dann und das dann auch erklärt gleichzeitig, dann hilft man dem Kind schon.
Peter:Einfach nur auch so mal bisschen zu reflektieren und zu sagen, okay, aus dem und dem Grund, das kann man dem schon auch erklären. Und das verstehen die dann schon meiner Meinung nach.
Katharina:Ich kann mich noch dran erinnern, da bin ich zum Mutter Kind Turnen mit meiner Tochter gegangen und danach zum Schnuppern tatsächlich erste und letzte Stunde, weil es hat mich schockiert nach also jeder Stunde war es gang und gäbe, dass die Kinder sich in 1 Reihe aufstellen und jeder ein Gummibärchen in die Hand gedrückt bekommen hat, eine kleine Packung. Ich bin vom Glauben abgefallen, muss ich wirklich sagen. Ich dachte, okay, das ist dann nicht unsere Sportstunde. Hier sind wir falsch. Weil das war tatsächlich eine Belohnung für, okay, wir haben uns ja eine Stunde hier hübsch zusammenbewegt, jetzt gibt's Gummibärchen.
Katharina:Das ist, glaube ich, so etwas, was Du meintest, oder? Solche Alltagsgewohnheiten, die schon mal gar nicht erst ins Leben zu bringen.
Peter:Das kleine Gummibärchentütchen find ich jetzt gar nicht so schlimm, weil das auch so vielleicht in dem Fall Gemeinschaftsritual sein kann.
Katharina:Okay, ja.
Peter:Mhm. Man muss es aber bisschen eingrenzen können und dem dem Kind auch klarmachen, dass es was Besonderes ist und oder deiner deiner Tochter oder meinen Kindern auch klarmachen, dass das was Besonderes ist und dass das jetzt vielleicht zu dieser Sportstunde dazugehört. Aber für die Erziehung, wo ich sag, die Eltern sind immer hauptverantwortlich dafür, da dem Kind Hintergrund zu geben, okay, Du musst jetzt nicht zum Fastfoodladen gehen. Das ist das finde ich so eminent wichtig, dass Du dass Du versuchst, Kind immer so das Große zu zeigen. Und die Kleinigkeiten, die können durchaus mal stattfinden.
Peter:Dafür müssen sie halt dann auch stark genug sein, also die Eltern.
Katharina:Dass man dass die Kleinigkeiten nicht zum Normal werden. Ja? Und dass die Basis schon mal stimmt.
Peter:Die Basis muss gelegt werden und die Leitplanken müssen gelegt werden und dann können kleine Ausreißer oder Kleinigkeiten, die spielen dann gar keine Rolle.
Katharina:Ja. Also ich als Mutter finde es nicht einfach, muss ich wirklich sagen. Weil wenn ich hatte sonen Gang immer mit meinen Kindern so zum Fußweg, wo wir 4 Läden passiert haben und gerne sone Einkaufsrunde gemacht haben. Und der erste Laden war dann zum Beispiel der Bäcker, 50 Meter von unserem Haus entfernt, der bei jedem Kauf, wenn ein Kind dabei ist, eine Lolliebrezel reicht. Nummer 1.
Katharina:Gut, dann hat das Kind eine halbe Brezel mit einem Lolli reingesteckt in der Hand und lutscht und isst. Geschäft Nummer 2 war ein Blumenladen. Da gab's dann den Glückskeks geschenkt. Ja, dann überqueren wir die Straße, landen beim Metzger, dann gibt's die Gelbwurschtinjandt. Und dann war immer noch ein Laden, wo ich dachte so, okay, jetzt gibt's noch den Lolli obendrauf, genau, beim Italiener, wo man dann den Mittagstisch mitnimmt und hinterher gibt's Lolli geschenkt.
Katharina:Wo ich sage, ja, Kleinigkeiten mögen mal hier und da okay sein, aber wenn man halt jede Kleinigkeit immer mitnimmt, dann ist es halt auch keine Kleinigkeit mehr.
Peter:Das stimmt.
Katharina:Ja, und wo fängt man an, nein zu sagen und wo macht man es zu etwas Besonderem, was durchaus dazugehört und ja zum genussvollen Leben auch dazugehört. Genießen soll ja auch vorgelebt werden. Genau. Würde ich sagen. Ja.
Katharina:Und das ist, finde ich, nicht einfach.
Peter:Nee, das ist richtig schwer, richtig schwer. Da gebe ich dir völlig recht.
Katharina:Dann bin ich ja froh. Ich hab tatsächlich gerade bei meiner Tochter einen Ernährungsworkshop in der Schule, zweite Klasse, mit beigewohnt und geholfen. Da wurde das Thema Zucker einfach beigebracht und das ging wirklich gut, muss ich sagen. Auch Grundschule denen zu vermitteln, was heißt, okay, was macht Zucker? Puscht euch hoch und danach macht ihr euch wieder müde, mit kleinen Spielchen versehen und wie viel Zucker ist überhaupt wo drin, indem man so Zuckertürmchen gebaut hat.
Katharina:Mich hat's interessiert, wie das in dem Alter vermittelt wird. Ich war 'n bisschen überrascht. Es war sehr verständlich. Es war sehr spielerisch und wirklich schön und am nächsten Tag war alles vergessen. Muss ich bei meiner Tochter leider, muss ich wirklich sagen.
Katharina:Hab ich direkt in der Küche gemerkt, wo ich dachte so, hey, da haben wir doch gestern drüber gesprochen. Warum das jetzt? Ja. Schaffst Du das zu Hause? Also
Peter:Zweischneidiges Schwert, die Antwort. Die die Kinder, die haben das nicht vergessen, aber die leben natürlich im Jetzt. Und für die für die Kinder, die haben das dann schon verstanden und das ist sone Saat, die dann irgendwann aufgeht. Und das ist auch die Saat, die man als Eltern legt für, sag ich mal, für die Leitplanken. Die nehmen natürlich schon das, was sie kriegen können im Jetzt, aber die wissen das schon auch, dass es dann Das kommt dann später raus.
Peter:Das habe ich bei meinen Kindern erlebt. Und ich hatte ähnliche Kämpfe zu führen und es tut mir im Nachhinein tut mir das schon leid. Sorry Finn, sorry Jenny, aber jetzt im Rückblick weiß ich, dass sie's verstanden haben.
Katharina:Ach schön, wie alt sind Sie jetzt, die Kinder?
Peter:24 und 20.
Katharina:Okay und woran merkst Du das?
Peter:Weil die haben sehr guten Umgang mit mit Genussmitteln, sag ich jetzt mal. Also in dem Fall mit Süßigkeiten oder oder ähnlichem. Früher war das dann schon schwer und da auch dann die Diskussion zu haben. Allerdings hat sich die haben das schon gemerkt dann auch. Das war dann schon auch okay
Katharina:Das ist jetzt Thema Ernährung. Wenn Du sagst, hast Du irgendwelche Tipps und Tricks, wie es einfach und dennoch gesund geht im Alltag 1 Familie oder auch 1 vollen Arbeitstages, auch ohne Kinder ist genauso schwierig. Man hat nicht viel Zeit. Die Mittagspause ist schon vollgepackt mit dem nächsten Call vielleicht. Der Hunger kommt, man will sich irgendwas reinschieben.
Katharina:Ja, es muss schnell gehen und irgendwie einfach sein. Es ist schwierig. Also ich bin selbst keine, die gerne in der Küche stehen und kocht, muss ich leider sagen, weiß aber weiß absolut, wie wertvoll wichtig gesunde Ernährung ist. Und die Vorstellung, ich glaube auch, die meisten Menschen wissen irgendwie schon, was gut wäre. Dann hat man eine Vorstellung, man kauft auf dem Markt frisches Bio, regional und saisonales Gemüse ein, ja, und stellt sich vor, wie man das wunderschön zubereitet.
Katharina:Aber man muss ja ehrlich sein, das ist ja leider nicht der Alltag. Für die meisten nicht. Also die Muße, die Zeit und das Geld, das muss man erst mal haben.
Peter:Stimmt.
Katharina:Wie hast Du Tipps, es trotz Stress und engem Zeitplan maximal gut hinzubieten?
Peter:Das größte Gift für die Gesundheit ist ja chronischer Stress und wenn auch Essen und Essenszubereitung dazufällt oder dazugehört, dann ist das natürlich auch noch 'n noch ein Stressfaktor mehr und es kommt natürlich immer auf die Priorisierung an und für die großen Prioritäten nimmt man sich natürlich dann immer Zeit. Das merkt man ja dann schlussendlich. Und das ist dann auch eine Art intrinsische Motivation, die dann oder auch vielleicht dann irgendwann eine Gewohnheit, die man sich antrainieren kann. Da gibt's ja dieses diesen schönen Ausdruck Meal Prepping und das man für die ganze Woche und das finde ich auch wirklich sehr spannend, wenn das Leute gut können, ich kann's nämlich nicht, dass die dass die sich wirklich so komplett einen Tag oder einen Abend nehmen und das ganze Essen für die Woche schon vorkochen und vorzubereiten.
Katharina:Ja, Respekt. Ja. Kann ich auch nicht.
Peter:Brutal. Ja, aber das geht. So.
Katharina:Ja, es geht.
Peter:Das bei manchen.
Katharina:Ja. Ich meine, was son bisschen da da nicht dagegen spricht, aber was mir zuwider wär, ich weiß doch nicht am Sonntagabend, was ich Dienstag essen mag. Und dann ist es vorbereitet und geplant. Mir würde son bisschen Intuition verloren gehen.
Peter:Na ja, das liegt ja an deiner Individualität. Das Du kennst dich ja am besten. Insofern insofern glaub ich schon, dass es da Schleifen gibt, die immer mal wieder vorkommen so und dass man sich an die auch ein bisschen halten kann. Und wenn Du jetzt, ich weiß nicht, wenn Du je nachdem, wenn Du dir mal wirklich Gedanken machst und es geht häufig, ist es halt dann bei vielen Themen ist es halt das Bewusstsein. Wie bewusst mache ich mir jetzt ein Thema Gedanken und dann darauf, wie kann ich mich da vorbereiten?
Peter:Vielleicht ist Du gehört es einfach nur, das an die Oberfläche zu holen, bewusst machen und dann da drauf zu reagieren und dann einfach mal anzufangen.
Katharina:Was meinst Du, an die Oberfläche holen, das Thema
Peter:Das Thema, was würde ich denn gerne essen oder was esse ich denn Ja. Dienstag, Mittwochs? Vielleicht hab ich da meine stressigsten Tage. Vielleicht brauch ich da habe ich da großen Zug auf Kohlenhydrate schnell regulierende, schnell wirkende. Kann ja sein oder hab ja Zeit, ich kann langsam essen.
Peter:Das ist ja unterschiedlich, das ist ja dann dir überlassen.
Katharina:Es ist für mich ein Thema, wo ich sage, ich find's einfach anstrengend heutzutage, was alles optimiert werden kann. Würdest Du denn Thema Ernährung jetzt als, vorhin hattest Du schon das Wort Prioritäten reingeschmissen, als oberste und erste Priorität nennen, wenn jetzt jemand zu dir kommt und einfach sagt, hey, ich will mal was für meine Gesundheit tun. Und eigentlich müsste man überall anpacken. Aber wir fangen mal mit dem ersten Schritt an. Welche Priorität nennst Du?
Peter:Wenn ich jetzt son Gesundheitscoaching mach und dann kommt immer natürlich das Thema, die Leute kommen ja nicht topfit zu mir. Das ist ja normal Nummer 1. Meistens ist es halt ein tatsächlich chronisches Stressthema. Chronischer Stress kann man sagen, ist ja für unsere Zivilisationskrankheiten mit ursächlich. Und dann kann man schon mal bisschen auch drauf einwirken.
Peter:Und dann kommt wieder das Thema Wissen dazu und dann versuche ich erst mal dem Klienten zu erklären, wie ich Gesundheit sehe und versuche ihm einfach mal die oder ihr die Saboteure in unserem Leben zu zeigen. Und die Saboteure, die sind eigentlich auch relativ schnell klar und ich stell das dann immer auf 5 Säulen, das Thema Gesundheit und das ist Ernährung, Bewegung, Schlaf, Umwelt und die ist das soziale Umfeld. Und wenn die 5 Säulen alle stimmen, dann ist es schon relativ schwer, chronischen Stress beziehungsweise Krankheiten zu entwickeln. Und eine Krankheit entwickelt sich ja immer langsam normalerweise, anders wie Unfall oder eine Verletzung und deshalb gibt's da genug Möglichkeiten, auf jeden eine einzelnes in jeder einzelnen Säule einwirken zu können. Und großes Thema ist Schlaf für viele, die die ganzen Bildschirmzeiten, die das künstliche Licht, mangelnde Schlafhygiene.
Peter:Dann kommt das Thema Ernährung kommt zwangsläufig immer dazu, wann wird gegessen, wenn's jetzt Schlaf geht, das kommt dann das eine zum anderen, wenn man noch abends 10 noch was isst, dann braucht man sich nicht wundern, wenn man schlecht schläft spät, ja, wenn man dann noch schwer ist, dann ebenso, ja, dann sitzt man noch vorm Bildschirm oder vorm Fernseher oder und dann ist einfach kann man nicht von guten Schlafhygiene sprechen. Und über die Zeit und über die Jahre entwickeln sich dann einfach ganz normale vom Körper her Reaktionen, die halt dann irgendwann vom Symptom in eine Krankheit sich entwickeln. Und da kann man schon viel Einfluss nehmen. Und zwar auch leicht und auch günstig und billig, muss man dazu sagen.
Katharina:Zu denen kommen wir gleich. Aber Du hattest eben gesagt, Saboteure. Was meinst Du damit? Welche inneren Saboteure?
Peter:Nicht welche inneren Saboteure, weil ich glaube, unser Körper ist schon ganz geil und auch schon nah an der Perfektion. Ich meine schon die externen Saboteure und da vom Handy angefangen über über Lärm, dem wir ausgesetzt sind, über eine vielleicht hohe Umweltbelastung, über schlechtes Essen, über wenig Bewegung, das sind die externen Saboteure.
Katharina:Nun werde ich die externen umso schlechter eigentlich abstellen, ne. Ich kann jetzt gegen die Luftverschmutzung geringfügig etwas tun, indem ich kann natürlich aufs Land ziehen, aber das ist natürlich schon mal ganz anderes Commitment als Gesundheitsmaßnahme umzuziehen, wo die Luft einfach besser ist. Und wenn Du sagst, da kann man dennoch recht viel einfach und schnell etwas tun, hast Du eben so beiläufig gesagt. Ja. Womit was ist so das Erste, was dir einfällt?
Peter:Mit den Kindern immer zur Schule gehen. Immer zur Schule laufen, egal bei was fürm Wetter. Und das wär das wär, weil da trainierst Du die auch, dass sie sich bewegen dürfen, dass es auch nicht schlimm ist, wenn sie mal nass werden. Ja, egal. Das wäre so ein Starterpaket.
Katharina:Fahrradfahren ist auch okay.
Peter:Hauptsache in Bewegung. Morgens morgens die Kinder in Bewegung zur Schule bringen und sich selber bewegen, auch morgens.
Katharina:Also ein Hund haben ist auch nicht verkehrt dafür?
Peter:Hund haben ist auch gut für die Sozialisation. Also für das soziale Umfeld, das ist auch schön bewiesen, dass Tiere guttun und das gehört sicher auch dazu.
Katharina:Okay, wie geht es dann weiter? Was kann ich noch alles leichtes tun?
Peter:Auf die Ernährung achten. Wir essen zu viel hochkalorisch, wir essen zu viel, also in 1 zu großen Frequenz meiner Meinung nach.
Katharina:Zu häufig?
Peter:Zu häufig, wir essen zu hochkalorisch. Das sind auch Kleinigkeiten, zu denen zwingt uns niemand.
Katharina:Kosten nicht mal Zeit, es zu lassen, sage
Peter:ich Genau, es kostet kein Geld, es einfach zu lassen.
Katharina:Und da reden wir nicht
Peter:mal von irgendwie Bio einkaufen, sondern es reicht wirklich, sich da zu regulieren, die Mahlzeitenfrequenz ein bisschen zu reduzieren, den Kaffee nicht zu zuckern, vielleicht mal die Milch wegzulassen beim anstatt 3 Cappuccino zu trinken, vielleicht noch einen. Das sind so Kleinigkeiten, die dann sicher auch mal dann helfen, in die richtige Bahn zu kommen.
Katharina:Vor allem sage ich immer, Essenspausen, da kommen wir ja auch her, artgerecht. Wir als Nomaden hatten lange, lange, immer viele Essenspausen. Dafür ist der Körper, glaube ich, schon einigermaßen gut ausgelegt. Und auch merk ich immer wieder, wenn jemand das verstanden hat und sich selbst vornimmt, nur in Anführungsstrichen noch 3 Mahlzeiten pro Tag zu essen, Der Cappuccino in den Pausen wird dann nicht mitgezählt, obwohl er ja auch eine Mahlzeit ist und schon wieder ja die Fastenzeit crasht. Ja.
Katharina:Das ist und da denke ich, ist schade drum, ja. Dann gibt man sich schon so viel Mühe und dann ruiniert's der Cappuccino.
Peter:Ja, und das das meine ich mit Wissen. Vielleicht ist das jetzt Man steht als soziales Event an der Kaffeemaschine und lässt sich dann halt, weil man es nicht weiß, einen Cappuccino raus und könnte das Gleiche natürlich dann das soziale Thema auch mit dem Espresso treffen. Ja. Ja. Das meine ich mit Wissen.
Katharina:Sind das auch alles Beispiele, die Du den Athleten, den Fußballspielern vermitteln musst überhaupt oder ist da eine ganz andere Wissensbasis schon da?
Peter:Das hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Also früher hab ich das schon sehr vermittelt. Jetzt sind die Athleten immer besser selber ausgebildet. Die haben verschiedenste Quellen, wo sie ihr wirklich auch gutes gutes Wissen und gute Information herbekommen. Viele haben selber auch Ernährungsberater, die dann wirklich persönlich auf sie abgestimmt, dann die Programme machen und dann denen natürlich auch Wissen vermitteln.
Peter:Und genau, also früher war das gang und gäbe. Da bin ich auch schon mal mit Sportlern einkaufen gegangen oder hab denen mal so den Kühlschrank gecheckt Und ja, das ist heute nicht mehr nötig.
Katharina:Das ist ja schön, schöne Entwicklung. Also bei mir, als ich noch aktive Sportlerin war, spielte Ernährung keine Rolle tatsächlich. Ich hatte dann mal eine Ernährungsberatung an der Sporthochschule in Köln Und die ist einfach vom Glauben abgefallen, wie viele Kalorien ich zu mir nehme. Meinte, das kann eigentlich nicht sein. Ich musste eine Woche alles aufschreiben.
Katharina:Ja, aber ich hab ich ich glaub, die hat auch nicht wirklich gemerkt, dass ich auch wirklich viel verbrannt habe. Also ich ich hatte keine Gewichtsprobleme und das wirkte alles auf mich irgendwie total unausgereift und unausgegoren. Aber es ist bestimmt heutzutage anders, bestimmt.
Peter:Ja, also es hat sich wirklich extrem viel getan. Also ich hatte meinen ersten Kontakt mit Ernährungswissenschaften 2008 und das war damals zu heute ist das schon ein riesen Unterschied, wirklich. Und ja, jetzt wird das natürlich auch ganz anders, den Sportler oder der Sportlerin wird das ganz anders beigebracht. Ja.
Katharina:Als einfachen Tipp sage ich auch einfach mal, nur Wasser trinken statt Säfte. Ja. Würdest Du, ich hatte mal sonen Gedanken und da weiß ich gar nicht, ob der wirklich vollkommen richtig ist, deswegen frag ich jetzt einfach mal. Also wir haben, ich hab das Thema Ernährung betrachtet und dachte, okay, wo fang ich jetzt an, im Haushalt zu optimieren und es irgendwie maximal einfach zu verbessern? Wie gesagt, ich koch nicht gerne, es muss irgendwie mal schnell gehen.
Katharina:Ich ich persönlich für mich vergesse immer auch tatsächlich das Essen. Ich denke nur ans Essen, wenn ich Hunger habe. Und das möchte ich mir auch bewahren. Funktioniert nur leider mit Kindern nicht, ne. Die haben irgendwie mehr häufiger Hunger als als Muttern, was ja anstrengend war für mich.
Katharina:Aber dann dacht ich, okay, wenn ich mir jetzt einen Wasserfilter einbauen lasse, da hab ich viel recherchiert und mich dann irgendwann für etwas sehr Teures entschieden, dacht ich, okay, Wasser transportiert ja die Nährstoffe im Körper dahin, wo sie hin sollen. Und wenn das Wasser nicht gut ist, dann dacht ich, funktioniert der Transport einfach auch nicht so gut. Das war so meine
Peter:Gute Idee, ja.
Katharina:Meine Herleitung. Und dann dacht ich, dann kann ich vielleicht noch so gut essen, wenn nicht alles ankommt, weil das Wasser einfach nicht stimmig ist, ist ja auch schade drum. So, mal ganz plakativ gesprochen.
Peter:Interessanter Gedanke, ja.
Katharina:Deswegen dacht ich, okay, das ist ein meiner Aktionen, wo ich einen Wasserfilter einbaue und dann ist das schon mal Haken dran, fand ich. Hat sich schon mal gut angefühlt für mich.
Peter:Das ist auch wichtig. Das gute Anfühlen ist wichtig.
Katharina:War das jetzt Aber stimmt das überhaupt, ehrlich gesagt? Ich hab mir das selbst erdacht, glaube ich, damals einfach.
Peter:Ja, zurecht. Also der Körper braucht seine Flüssigkeit und die sind wirklich sehr, sehr wichtig. Und je besser das Wasser oder überhaupt jedes Nahrungsmittel ist, das man sich zuführt, desto oder je besser die Qualität ist, desto höher ist natürlich auch der Benefit, den wir da draus haben. Und Wasserfilter ist sicher eine sehr sinnvolle Investition.
Katharina:Okay, jetzt trinke ich noch viel lieber das Meer. Aber schmeckt auch besser, muss ich sagen. Ich genieße es sehr zu Hause.
Peter:Ja, ist ist ja toll. Ich weiß jetzt auch nicht, was im Grundwasser alles drin ist. Das ist ja grundsätzlich sehr, sehr gut kontrolliertes Nahrungsmittel, aber oder Lebensmittel, aber
Katharina:Ja, die Werte werden leider immer höher gesetzt, damit es durch die Kontrolle kommt. Das ist son bisschen
Peter:Ja, da bin ich jetzt gar nicht so drin, aber das glaub ich schon, dass das dass das passieren kann.
Katharina:Ja.
Peter:Aber ja, man kann auch unser Leitungswasser trinken, aber mit Filter ist es ist es natürlich ist es natürlich dann besser.
Katharina:Okay, was kann ich noch tun so als einfachste Maßnahme, wenn Du sagst, Du hast die Säulen und ich geh schon mal raus, beweg mich mehr im Alltag? Was wär so das Nächste, was Du sagen möchtest? Okay, wenn das schon passt, dann next step.
Peter:Next step ist eine schöne Morgenroutine. Das bedeutet aufstehen, im Idealfall wird man vorm Wecker wach, direkt aufstehen, nicht auf die Schlummertaste, dann bewegen im Licht. Das würde ich das würde ich als als next step und als sehr billigen step jetzt grad vor allem, wenn die Sonne schon früh aufgeht.
Katharina:Ja, im Winter ist schwierig, das stimmt.
Peter:Im Winter ist schwieriger, ja, aber dann hauptsächlich, dann geht's ums Bewegen und dann sobald man dann, dass man auch keine Angst hat vor der Sonne, gerade am Morgen nicht, sondern dass man die schon als Freund ansieht und dass man dann die ja auch die die Vorteile von von der Sonneneinstrahlung dann schon kriegt. Das ist auch fürn Biorhythmus sehr gut und fürn ciradianen Rhythmus.
Katharina:Und vor allem, glaube ich, am besten ohne Sonnenbrille, gell?
Peter:Morgens auf alle Fälle.
Katharina:Ja. Ich bin super lichtempfindlich. Also ich ohne Sonnenbrille vor der Tür ist schwierig. Mich kennt man nur mit hellblaue Augen, ja, immer schwierig. Aber ich versuch das auch, ein bisschen in die Sonne zu blinzeln morgens, wenn sie denn scheint.
Katharina:Okay, was gehört noch zu 1 schönen Morgenroutine? Die Bewegung, die ich dann mache, ist es einfach, meinst Du son bisschen Kreislauf anregen, bisschen stretchen oder eher tatsächlich schon hier die eine ein oder andere Kniebeuge und Liegestütze?
Peter:Na ja, das liegt immer an jemand selber. Ich persönlich mach Kniebeuge und Liegestütze in der Sonne und
Katharina:Genau die beiden, war jetzt Zufall?
Peter:Ja, ja, ja, sind halt die einfachsten. Also die sind halt immer da. Kniebeuge.
Katharina:Nicht, dass ihr's schon mal gesehen habt, das war ja so.
Peter:Aber Liegestützenmaschine ist auch immer da, also der Boden und insofern, das das ist am einfachsten und dann mache ich noch so und da habe ich mich auch von bei Instagram bisschen inspirieren lassen, so einfach so Moves, die die einfach den ganzen Körper durchbewegen und das tut mir dann auch wirklich richtig gut, muss ich echt sagen und das hab ich mir jetzt angewöhnt.
Katharina:Geht das so in die Yogarichtung dann oder wenn Du sagst Moves oder wonach schaut man
Peter:Ja, geht, das ist so ein Mischmasch aus allem, Yoga, dann so Animal Moves, klassisch Liegestütz und Kniebeugen, auch dass man so ein bisschen
Katharina:Jeden Tag ausnahmslos?
Peter:Ausnahmslos natürlich nicht.
Katharina:Ausnahmen bestätigen die Regel, gell?
Peter:Ja, Und man kann Aber ich sag's 80 Prozent. 80 Prozent mach ich's schon.
Katharina:Okay.
Peter:Und das brauch ich tatsächlich auch. Ich hab dann ich merk auch, dass es mir nicht so gut geht, wenn ich's nicht gemacht hab.
Katharina:Ich glaube, man gewöhnt sich ja auch genau an solche guten Gewohnheiten. Ich sag immer, wenn's ums Thema Gewohnheit geht, dass es einfacher ist, eine Gewohnheit zu ersetzen, als etwas nur sein zu lassen. Und wenn man dann etwas Schlechtes gegen etwas Gutes sogar ersetzt und es nicht nur eliminiert, dann hat man ja tatsächlich so diesen Effekt hoch 2. Dann lässt man nicht nur etwas Schlechtes, sondern implementiert auch etwas Gutes den Alltag. Genau, das ist immer so, wo ich sage, hey ja, schlägt man irgendwie Fliegen mit 2 Klappen.
Katharina:Nee, eine Klappe mit 2 Fliegen.
Peter:2 Fliegen mit 1 Klappe. Genau. Ja, also man muss halt immer sehen, was man was will man ersetzen. Ja. Ja und was ist jetzt morgens zum Beispiel das Thema, jetzt länger im Bett zu liegen, ist ja jetzt auch nicht unbedingt schlecht, also
Katharina:aber Na, die erste Zigarette am Tag zum Beispiel.
Peter:Ja, okay, wenn man die mit Liegestütz ersetzt, dann das ist das ist doch ist doch, wenn man das schafft. Ja. Die erste Zigarette am Tag. Das ist auch super.
Katharina:Da denkst Du gar nicht dran. Nein, so ist es. Tatsächlich. Manche tun das tatsächlich. Hab ich aber auch noch nie.
Katharina:Okay, wenn wir jetzt den Tag weiterspulen, was sind noch so einfache Sachen, wo Du sagst
Peter:Freunde treffen.
Katharina:Ach schön, ja.
Peter:Das ist was, was gigantisch lebens lebensverlängernd, health spanverlängernd wirkt.
Katharina:Auch wenn man dann was gemeinsam trinken wird.
Peter:Tatsächlich
Katharina:ist es mir allen, die immer abends aus dem Bier gehen gemeinsam, sprichst Du jetzt ins Herz?
Peter:Ja, weil ich selber so bin, weil so diese besondere Zeit, die man mit seinen Freunden hat und die ist schon viel wert und die übersteigt sogar dann, sage ich mal, den Nachteil vom Alkohol, würde ich sagen. Das ist jetzt nicht, dass es irgendwo bewiesen ist, aber ich errate es auch meinen Leuten, die zu mir kommen, wenn die Angst haben vorm Bier oder so was, dann versuche ich das denen schon zu nehmen, wenn alles andere stimmt. Ja. Wenn natürlich das Bier das zehnte ist und zur zwanzigste Zigarette, dann ist natürlich blöd. Aber wenn's halt ein Bier ist mit Freunden oder also sehr überschaubar, ein-, zweimal die Woche, dann ist das sicher kein nix Verkehrtes, wenn sonst alles stimmt.
Katharina:Ist denn Alkohol und Zigaretten so in dem Leistungssport, ist das präsent und Thema oder heutzutage eigentlich nicht mehr?
Peter:Zigaretten gar nicht? Gar nicht mehr.
Katharina:War früher nämlich schon, als ich aktiv war. Ja, Also hat ja sehr unterschiedlich von den Disziplinen tatsächlich so vom Typ, von der Persönlichkeit, aber es war jetzt keine Seltenheit leider.
Peter:Na ja, Zigaretten spielen gar keine Rolle mehr. Was jetzt Einzug gehalten hat, ist Snooze. Ist auch noch marginal besser, muss ich sagen. Das ist das ist schon sone Seuche eigentlich, die die jetzt im Leistungssport ist, vor allem im Mannschaftssport.
Katharina:Okay, ja, wenn 1 anfängt, die stecken sich schon an, würdest Du sagen?
Peter:Ich kann nur von meiner Zeit als als Handballspieler berichten, als dann son paar skandinavische Spieler kamen und die waren natürlich dann cool. Und dann haben die ihr Snooze mitgebracht, dann hat das natürlich jeder probieren müssen. Und dann hat das so hat das angefangen bei uns und dann ging das dann einfach los. Und ich glaub, so hat sich das so entwickelt sich das Ganze halt auch. Ja, man stinkt nicht grundsätzlich, ja, man Ja.
Peter:Es ist unauffälliger wie eine Zigarette. Ja. Aber ist natürlich ungesund.
Katharina:Ich hör das auch von meinem Sohn tatsächlich. Das ist so Einzug in in den Schulen gerade. Weiß ich nicht, ob's gerade ist oder Ich hör's zum ersten Mal auf jeden Fall bei mir. Damals gab's das noch nicht, weil man sieht es halt nicht, ne? Ja.
Katharina:Man sieht's nicht richtig. Ja, schade drum. Wenn Du sagst Gruppendynamik, hat man haben die Spieler tatsächlich so im Profifußball Zeit für die Komponente Soziales? Ja. Ja?
Katharina:Ja. Wird da auch extra darauf Wert gelegt?
Peter:Es kommt drauf an, von wem. Also wenn wenn
Katharina:Vom System,
Peter:sag ich jetzt mal,
Katharina:so von der ganzen Planung.
Peter:Es wird begrüßt, es wird begrüßt. Wenn jetzt, ich kann jetzt von uns sprechen, da treffen sich die Spieler, auch heute ist ja ein großes Champions League Spiel, da treffen sich die Spieler auch zum Schauen. Die kommen dann mit ihren Frauen auch zusammen. Natürlich auch nicht alle, aber viele und so was wird dann schon begrüßt. Also das ist dann schon top, wenn die das machen oder man geht mal zusammen irgendwo auch mal feiern, wenn's was zu feiern gibt.
Peter:Das ist dann schon auch okay.
Katharina:Ist denn das Leben 1, ich meine, gerade Fußballer sind ja auch prominent, ja? Ist denn lebt man da einfach so in Bubble, würdest Du sagen, in der Blase des Fußballs mit seinem Team zusammen? Oder haben die Spieler schon auch noch ein gutes soziales Umfeld außerhalb des Sports?
Peter:Viele haben sehr gutes soziales Umfeld außerhalb des Sports. Die haben ihre alten uralten Freunde dann
Katharina:Ja, wenn sie aus der Heimat kommen, ne, also aus der Region dann.
Peter:Ja, holen die auch her, außer, ja genau. Wir hatten auch schon Brasilianer, die dann ihre Freunde da hatten, ihre 5 bis
Katharina:Sind die mitgezogen richtig?
Peter:Mehr oder weniger mitgezogen. Nein.
Katharina:Mit dem Auftrag, sei mein Freund.
Peter:Nee, mit dem Auftrag, sie sind Freunde.
Katharina:Das ist ja Wahnsinn.
Peter:Ja, ja. Das fanden wir dann schon. Und das war teilweise ist gut, teilweise ist dann auch zu viel, weil die sind ja dann die sind ja dann auch jung und wollen auch was erleben. Ja. Aber also die haben schon soziales Umfeld und auch Zeit dafür.
Katharina:Ihr habt ja jetzt hier auch, hab ich gesehen, ein Internat angegliedert, richtig? So.
Peter:Das Internat für Jugendspieler ist im Nachbarort, ja. Wir haben hier in unserem Profizentrum haben wir Zimmer für die Spieler.
Katharina:Okay, und wann werden die dann gebraucht?
Peter:Wenn wir jetzt spät heimkommen zum Beispiel oder zwischen Trainingseinheiten, dann werden die benutzt.
Katharina:Ah, okay, sich einfach regenerativ einfach mal am Mittag auch hinzulegen und zu chillen und okay Und mhm. Interessant. Wenn wie viel Also jetzt mal einen Mythos vielleicht aufzuräumen, viele von diesen Grundsportarten wie Leichtathletik, Schwimmen, Turnen, Triathlon, die sich natürlich alle maßlos unterbezahlt fühlen und vielleicht auch sind, definitiv, blicken die Fußballer an und sagen nicht nur, dass die überbezahlt sind in Anführungsstrichen im Verhältnis, sondern ich glaube, das schwingt auch bisschen mit, dass die gar nicht so viel trainieren und tun wie diese andere Sportarten tatsächlich. Also ich weiß, es herrscht Vorurteil, dass die Fußballer vom Pensum her ja gar nicht so extrem viele Stunden aufweisen wie viele andere Sportarten wie Schwimmer oder Turnast, sag ich jetzt mal. Würdest Du dem zustimmen?
Peter:Teils, teils. Jede Sportart bildet ja ihre eigenen Extreme aus. Und wenn Du jetzt extrem gut bist oder oder oder gut bist im Triathlon, dann hast Du halt einen unfassbaren Zeitaufwand allein, dahin zu kommen, weil's halt die Sportart einfach erfordert. Im Fußball ist es so, dass Du, wenn Du jetzt Spieler hast, der 13 Kilometer läuft im Stopp und GOL, dass das andere Athleten erst mal so gar nicht schaffen könnten, egal wie viel sie trainieren, ja, weil sie natürlich auf was anderes trainieren.
Katharina:Und
Peter:dann kommt noch die Komponente Ball dazu. Und das ist es ein bisschen unfair von Trainingsdauer oder von Training von 'ner Trainingshäufigkeit von verschiedenen Sportarten dann aufs Verdienen zu gehen, weil Fußball halt auch jeder spielt. Also jetzt zumindest in Deutschland, in Mitteleuropa ist Fußball wird überall gebolzt. Gott sei Dank jetzt auch viele Mädels, die da die da mitbolzen. Jeder jeder wächst mit dem Fußball auf.
Katharina:Ja, das stimmt.
Peter:Und bei anderen Sportlern, mir tut es auch ewig leid, also dass dass 'n Triathlet weniger verdient für den Aufwand und vor allem selbst wenn er in der Spitze ist, weniger verdient. Ja, selbst wenn er in der in der wahrscheinlich in Topten ist, hat verdient er weniger wie Fußballer in der zweiten Liga.
Katharina:Ja. Und da, ich meine natürlich, geh ich mit, es spielen mehr, ja. Aber es ist ja auch eine Mannschaft mit echt vielen Leuten. Also es gibt ja auch einfach, also zweite Liga nennst Du zum Beispiel, wenn wir da jetzt mal eine Rangliste aufbauen von wirklich, wären das sone Einzelsportart wär, dann ich hab keine Ahnung, wie viele, das müsste man mal ausrechnen, auf welcher Rangliste man in Deutschland gelistet wär, wenn man einfach grad noch so in der zweiten Liga spielt. Hast Du wahrscheinlich jetzt auch mal nie durchdacht, ne?
Katharina:Aber das war so mein Gedanke, immer muss ich wirklich zugeben, als Einzelsportlerin, Sprint ja, Leichtathletik machen weniger, andererseits kennt es trotzdem jeder, weil's einfach eine Grundsportart ist. Ich bin in Bundesjugendspiele, jeder hat das mal gemacht. Jeder weiß, jeder wüsste, ob er eine Disziplin gut kann. Ja. Ja.
Katharina:Und hätte die Wahl, das zu machen. Wird auch überall angeboten. Ich glaube, es gibt kaum ein Dorf, wo es nur Fußball gibt und keine Leichtathletik, würd ich jetzt einfach mal so sagen. Wenige. Ja.
Katharina:Auch sehr flächendeckend, Gott sei Dank. So, und dann stehst Du als Einzelsportlerin auf Ranglistenplatz Nummer 1 in Deutschland und denkst so, okay, also im Gegensatz zu 1 Mannschaft, wo Du ja auch Topliga spielen kannst und schon mal 15 bist, ja, auf der Rangliste, dann denkt man schon, ah, da hadert man.
Peter:Absolut.
Katharina:Weil man denkt so, als Fünfzehnte in Deutschland bist Du einfach gar nichts in der Leichtathletik. Kennt ja, also gar nichts. Also dafür qualifizierst Du dich vielleicht zu den Deutschen Meisterschaften, wenn überhaupt, ja? Und da denkt man so, hm, ja, ich meine natürlich ist es selbst gewählt, ob man Einzelsport macht oder Mannschaftssport, aber das sind so manche Gedankengänge, ich glaube, die hier und da son bisschen unfair empfunden werden.
Peter:Ich verstehe jeden Gedanken. Also ich verstehe jede Sportart, die auch neidisch aufn Fußball schaut. Der Fußball ist auch so so omnipräsent, so so überpräsentiert und deswegen ist da natürlich auch viel mehr Geld drin. Also es kann jeder, es kann jeder mitreden, es hat jeder schon mal gekickt und vielleicht hat man noch einen Lieblingsverein und Du kannst halt eigentlich jeden Tag Fußball schauen. So und Leichtathletik ist halt dann interessant, wenn mal eine Weltmeisterschaft in Deutschland ist oder Olympische Spiele, dann ist Leichtathletik interessant.
Peter:Und ich war vorher, ich war 2 Saisons bei der Bobnationalmannschaft und da ist genauso. Das war ein unfassbar erfolgreicher Verband. Wir haben viele Leichtathleten auch dann als Anschieber bekommen.
Katharina:Genau, kenne ich auch ganz
Peter:gut.
Katharina:Genau.
Peter:Und
Katharina:Grad von München werden weg akquiriert.
Peter:Genau und wenn ich mir vorstelle, was die alles machen, dass die auch so in so Weltcupwochen, wenn die dann am Tag 3 Minuten ihre Sportart ausüben mit den Trainingsläufen und an den Rest vom Tag ackern die wie blöd im Kraftraum, sind wie in 1 Autowerkstatt mit ihren Kufen beschäftigt, machen alles und verdienen nichts. Dann finde ich das schon brutal.
Katharina:Ja. Ist Leidenschaft.
Peter:Es ist absolut genau und das ist intrinsische Motivation und die hat sich natürlich dann auch dahin. Und das ist ja auch die Spitze. Gerade im deutschen Bobverband, das ist ja auch die Spitze der Welt. Und dann kommst Du aber auch zu den Bobbahnen und dann denke ich mir auch, okay, welche Zuschauer kommen dahin, die dann für wirklich an der Bahn stehen und dann für 2 Sekunden den Bob sehen.
Katharina:Da ist es besser im Fernsehen.
Peter:Ja, und dann der und das ist halt das ist halt so, ist halt schade, aber es ist halt so.
Katharina:Ja, geh ich mit. Klar. Würdest Du dann sagen, okay, bei solchen Sportarten, wo man ohnehin kein Benefit großartig davon hat, rein finanziell oder auch im Ansehen, ja, unbedingt, da ist es ganz klar in da ist es Leidenschaft. Würdest Du denn im Fußball sagen, die Spieler sind genauso leidenschaftlich, obwohl sie auch extrinsisch Motivatoren haben? Oder gibt es hier und da deswegen schon auch Spieler, die einfach hochtalentiert sind und wissen, boah, kann so viel Geld damit verdienen, dann mach ich das jetzt einfach mal.
Peter:Nee. Also gibt's vielleicht, aber ich kenn keinen. Die intrinsische Motivation, die steht über allem. Ich bin mir sicher, wenn Du keine intrinsische Motivation hast, kannst Du kannst Du nicht ohne Leidenschaft geht geht gar nix. Also nee, da reicht Geld nicht.
Katharina:Ist denn der Druck größer, weil die wissen, wie ja, was sie damit alles für Benefits haben? Spielt sich das, würdest Du sagen, auf das Gefühl des Drucks und Stress aus oder nehmen Sie das gar nicht einfach so wahr, weil man da langsam reinwächst?
Peter:Wow, das ist eine schöne Frage. Also a wächst man rein, weil man ist ja dann so gut, dass man verschiedene Drucksituationen gut gemeistert hat, weiterzukommen. Das ist ja wie in der Leichtathletik auch und deswegen wird ja die Spitze im Sport wird ja dann schon von meistens von mental stärkeren Personen gebildet, wie wir jetzt, sag ich mal, in großen Breite zu finden sind. Also ist schon eine große, schon auch Talent, das dazu führt, dass man da in der Spitze ist, auch egal bei welcher Sportart. Und der Druck kann dann für die meisten, die dann wirklich da oben wirklich in der Spitze sind und auch wirklich Sportart sportartunabhängig, glaube ich, ist dann auch noch anfeuernd und und belebend.
Katharina:Ja, Du würdest sagen einfach, die Spieler können diesen Druck ins Positive wandeln?
Peter:Für sich selber ja. Und da, wenn ich mir dann so son Dschokovic anschaue, der ist dann auch so viel stärker wie jetzt viel jüngerer Spieler, weil der mental so unglaublich gut und präsent ist und ich glaube der macht die ohne dass ich es weiß, ich bin kein Tennisspieler, deswegen bin ich da jetzt auf Glatteis, aber der kann so auch hohen mentalen Druck ausüben auf die Gegner, dass dass das absolut Vorteil für ihn ist zum Beispiel. Und je höher man in die Spitze geht, je dünner die Luft wird, desto desto mehr ist das, glaub ich, ausgeprägt.
Katharina:Im Fußball auch?
Peter:Im Fußball auch, ja.
Katharina:Und das sind dann diese Momente, wo die Spieler sich aufm Spielfeld tief in die Augen sehen, irgendetwas zueinander flüstern oder vorher in der Kabine oder wann wann trifft man auf die gegnerische Mannschaft, da irgendwie ein mentales Standing auszustrahlen?
Peter:Das strahlst Du aus. Du bist einfach Du bist einfach deinem, je nachdem bist Du deinem Gegenspieler dann einfach überlegen. Vielleicht kann der besser kicken, aber Du weißt, dass Du einfach stärker bist. Und das ist das das Mentale, das ich so bewunder. Das ist nämlich genau das, was jetzt bei mir zum Beispiel nicht so war, aber wir haben hier auch Spieler in der Mannschaft, der ist der ist mental so unglaublich stark und egal in was für Spiel, in was für Kartenspiel oder Begammen oder Fußball oder egal was, der ist so mental stark.
Peter:Das ist also wirklich, das merkst Du.
Katharina:Wie würdest Du diese mentale Stärke beschreiben? Woran merkst Du das, dass er das ist? Also wenn Du jetzt sagst sogar, ja, das Spiel, ist es eher eine Haltung von, ich bin mir sicher, dass ich gewinnen werde? Oder eine Haltung von, es ist okay, mit Rückschlägen umzugehen, auch wenn ich nicht gewinne? Oder weißt Du, was ich meine?
Katharina:Was was denkst Du ist das, dass Du sagst wow, der ist mental richtig stark?
Peter:Die Kombination, also das Können mit Rückschlägen umzugehen. Ja, jetzt aufm Fußballfeld spielt Fehlpass oder oder es wird Fehlpass gespielt und dann jetzt nicht dem hinterherzuhadern und ach, alles blöd und scheiße, sondern einfach die Aktion, die sich daraus anschließt, einfach gut zu machen. Das ist mal das eine, sich nicht aufhalten mit Sachen, die passieren oder Widrigkeiten, sondern auch die Energie und die Bereitschaft zu haben, neue Situationen zu akzeptieren und die dann so gut wie möglich zu machen. Und dann dieses diese Haltung, die dieses einfach sone Haltung ist einfach was Besonderes. Das merkt man dann.
Peter:Also eine Art Selbstbewusstsein, eine Energie, die man ausstrahlt. Ich da gibt's wahrscheinlich viele viele Wortschöpfungen dafür, aber es ist definitiv was Besonderes.
Katharina:Habt ihr in der Mannschaft so Routinen, sich mental auf das Spiel vorzubereiten, die vorher ablaufen?
Peter:Routinen haben wir für die für die Vorbereitung, eine normale Spielvorbereitung, in die sich dann auch jeder, der mit dem Spiel zu tun hat, in diesen Plan reinfallen lassen kann und also leider noch groß nachdenken muss und sich irgendwas kümmern. Wie gesagt, das sind dann Routinen und die sind Jeder Spieler hat dann sein eigenes Set-up fürs Spiel, wo er sich dann dann bestmöglich drauf vorbereitet.
Katharina:Gibt es die Situation, wo ihr merkt, okay, da ist ein Spieler gerade mental nicht ganz da, wo er sonst ist? Es gibt ja auch einfach, vielleicht hat sich die Freundin getrennt, vielleicht ist der Vater verstorben. Ja, so was passiert ja. Bietet ihr dann, wenn ihr so etwas merkt, reagiert ihr darauf oder gibt es da tatsächlich Maßnahmen, wo ihr sagt, okay, jetzt jetzt unterstützen wir da gezielt?
Peter:Absolut. Also das ist eine hundertprozentige 'n hundertprozentiges Jahr.
Katharina:Also es wird dann schon daran gearbeitet natürlich, also man, würdet ihr auch jemals einen Spieler sagen, okay, es ist gerade mental schwierig, mach mal Pause? Also ist das, das ist ja son bisschen auch wie, ja, also mentale Regeneration vielleicht, ja? Jeder weiß, körperliche Regeneration gehört auch zum Training dazu. Ja, im Sport wird das total gelebt. Gibt es auch so etwas gang und gäbe, was Normales für die mentale Regeneration?
Katharina:Auch auch nach 1 wahnsinnigen Wettkampfsaison, ne? Also wie viele Spiele da stattfinden, muss ich sagen, ist wirklich anstrengend, ja?
Peter:Also die mentale Regeneration, auf die ist die wird immer mehr Wert gelegt auch. Es gibt auch Gott sei Dank Tools, mit denen wir arbeiten können. Da jetzt mal ganz einfach so Atemtechniken, die wirklich sehr gut für mentale Regeneration helfen können. Und wenn 'n Spieler wirklich so weit ist, dass man sagt, das habe ich in den, sag ich mal, 25 Jahren, in denen ich jetzt im Hochleistungssport bin, habe ich das zweimal erlebt, dass Du ihn rausnimmst und auch rausnehmen musst. Da kommt der Spieler aber dann allerdings dann auch selber und sagt, geht jetzt, geht nimmer.
Katharina:Und das wird auch angenommen oder wie ist der Druck und der Es ist ja son bisschen ähnlich wie die Fehlerkultur in einem Business, ja? Traut man sich, den Schritt zu gehen und zu sagen, hey, nehmt mich bitte raus, ich kann grad nicht, weil das hoffentlich dann ja nicht nicht schlimm, ja, zu schlimm genommen wird? Wie ist das im Fußball? Ich glaube, es ist nicht so einfach.
Peter:Nein, ist es nicht. Gott sei Dank haben wir hier auch schon mit langer Tradition die Sportpsychologie mit der wir da mit den Sportpsychologen, die wir bis jetzt hatten, wirklich super zusammengearbeitet haben und vor allem seit dem tragischen Tod von Robert Enke ist das natürlich schon noch mal ein ganz anderes Thema, weil dann geht es ja schon wirklich in Krankheitssituationen rein, die auch jetzt nicht mehr, also die den normalen Alltag weit übersteigen und darauf wird auf jeden Fall also wirklich Wert gelegt und wird auch versucht viel abzufedern und viel abzufangen. Weil dieser mentale Load, der kann schon auch mal kippen in in was ganz Negatives.
Katharina:Ja. Man kann ja auch einfach nicht Gerade im Leistungssport hat man son bisschen das Gefühl, okay, jede jedes Spiel ist irgendwie wichtig, ne. Natürlich bist man auch als als Spieler bist Du intrinsisch motiviert und fast absolut, glaube ich, es im Blut gewinnen zu wollen, sonst macht man das nicht, sonst kommt man nicht so weit. Ich glaube, ich kenne jetzt keinen Leistungssportler, der sagt, es wär mir egal, wenn ich verliere. Allerdings würdest Du auch sagen, es ist auch wirklich jedes Spiel genauso wichtig oder passiert irgendetwas anderes vor ganz wichtigen Spielen?
Katharina:Also Gymens League Finale oder wo Du sagst,
Peter:so Kann ich so nett sagen, da war ich noch nie. Aber grundsätzlich werden Routinen beibehalten, weil die Sicherheit geben. Das ist mal das eine und Sicherheit ist schon ganz schön wichtig fürs Nervensystem, dass das Nervensystem beruhigt ist. Und vor großen Finals muss ich sagen, da war ich noch nie.
Katharina:Ist dein Ziel aber, oder?
Peter:Ja, ja, jetzt mit Österreich und
Katharina:üben mit dem kleinen Bruder, dann kommt der Große.
Peter:Die Ich kann mir schon vorstellen, dass dann dass da alles bisschen anders ist. Aber das ist dann Kann ich noch nix dazu sagen.
Katharina:Du hast selbst gesagt, bald steht die WM an. Du fliegst nach Amerika regelmäßig?
Peter:Ja. Na ja, regelmäßig. Fliege jetzt mit Österreich nach Amerika.
Katharina:Und kennt ihr vorab das Setting? Weißt Du, was dich erwartet son bisschen?
Peter:Nur durch die vorab die Vorabmeldungen von unseren Organisatoren, die dort waren, die das ganze Teamcamp organisieren, weiß ich, was uns da erwartet. Ansonsten bin ich da auch noch blank.
Katharina:Die Spieler, kennst Du die schon? Ja, ja. Schon länger da.
Peter:Ja, ja, Ich bin seit 2024 da dabei.
Katharina:Ist denn das auch so ein Highlight, ich meine jetzt mal deine persönlichen Ziele im Blick zu haben, sind das sind das? Sind das genau solche Veranstaltungen, wo Du einfach mit dabei sein möchtest, diese Luft zu schnuppern oder was hast Du noch für dich persönlich als Ziel?
Peter:Mein ganzes Leben hat so so das große Thema Sport und dann noch Gesundheit. Und im Sport war es immer mein Ziel, so viel wie möglich zu zu sehen, zu erreichen, vielleicht selber zu erreichen. Und jetzt, wenn ich das mit meinem Arbeitsleben das ich ja noch einige Jahre oder schon einige Jahre gemacht hab und noch einige Jahre machen kann, ist das natürlich Traum, sone Weltmeisterschaft. Genau wie olympische Spiele immer Traum sein werden, da dabei zu sein, auch Sportart unabhängig.
Katharina:Also wenn man jetzt Olympionike ist und ein Physiotherapeut braucht, kleine Werbedatenzeichen. Genau.
Peter:Telefonnummer in den Shownotes.
Katharina:Wunderbar. Wir stellen Gibt es noch irgend eine Anekdote, die Du uns mitgeben möchtest, wo Du denkst, hey, das ist eigentlich etwas Erzählenswerten aus dem aus deinem Bereich?
Peter:Ich erzähle, wenn ich Vorträge halte, auch zum Thema Gesundheit und Ernährung erzähle ich immer ganz gern folgende Anekdote. Und wir hatten Spieler ganz zu Anfangs hier in Hoffenheim, der kam von anderen Kontinent und war wirklich ein überragend guter Spieler und war aber häufig verletzt. Und wir haben wirklich jeden Stein umgedreht und wir haben nichts gefunden. Und dann war seine war seine Mutter zu Besuch und er hat mich dann eingeladen zu sich nach Hause. Und dann bin ich die Treppen hochgegangen zu seinem zu seinem zu seiner Wohnung.
Peter:Und irgendwann schaue ich hoch und will schauen, wie viel wie viel wie viel Stockwerke es noch sind. Und dann sehe ich sehe ich ganz schön viel blau. Dann denke ich mir so was ist das? Lauf halt weiter und dann sehe ich okay das sind Müllsäcke. Das ist jetzt nicht natürlich nicht überraschend, weil
Katharina:Im Treppenhaus.
Peter:Im Treppenhaus vor seiner Wohnung dann waren es extrem viele und alle waren voll mit Pizzakartons. Nein. Alles alles war voll mit Pizzakartons. Und dann und wir waren da wirklich noch in unseren Anfängen und dann hab ich dann auch, bin ich dann rein und hab gesagt, sag mal, was ist das
Katharina:von der Nachbarin?
Peter:Und dann er, nee er war oben alleine und dann sagt er so, ja mein Abendessen. Und dann hab ich gesagt, isst Du jeden Tag Pizza? Und dann war das so für mich so okay, weil wir haben uns schon Gedanken über seine Ernährung gemacht, aber dann auch nur beim Klub. Ja. Und dann haben wir ihm einen Koch zur Verfügung gestellt.
Katharina:Ach, das ist natürlich nice, das wünscht man sich. Ich esse auch viel Pizza, aber ich will den auch.
Peter:Aber er muss den selber zahlen.
Katharina:Ach okay, das ist fair.
Peter:Ja, dann haben wir einen Koch zur Verfügung gestellt und der hat sich dann dem Spieler angenommen und dann hat sich das tatsächlich auch über die nächsten Monate dann wirklich reguliert.
Katharina:Ah schön. Ja. Wenn Du sagst, er war viel verletzt warst, dann primär muskuläre Verletzungen, denke ich? Ja. Ja, kann ich mir vorstellen.
Katharina:Ich hab ja ähnliches Erlebnis gemacht. Ich hab in der die zehnte Klasse in Neuseeland verbracht. Und war da natürlich genauso Feuer und Flamme, gleich alles weiter zu trainieren, ja. Am Tag vor dem Abflug quasi wurde ich zweimal Dritte in der bei der Deutschen Jugendmeisterschaft und war hochmotiviert, mein Level zu halten, was absolut Fehler war, weil ich eigentlich hätte Pause gebraucht. Aber da war ich in einem ganz anderen Rhythmus plötzlich drin.
Katharina:Es gab keine Kantine in der Schule. Die Schule ging länger. Es war eine Ganztagsschule bis 15 Uhr. Bis 15 Uhr musste ich auskommen mit etwas, was einfach in eine kleine Brotbox passt, was nicht viel war. Und danach ist man direkt ins Training gegangen.
Katharina:Und ich war nur verletzt. Also das warme Essen gab's dann halt erst am Abend. Und ich hatte so viele muskuläre Problemungen, also chronische Verhärtungen und immer wieder Zerrungen und alles. Und jetzt rückblickend denke ich, ich hab immer im Hunger trainiert, dass das, glaube ich, die Komponente war, wo ich sag so, ja, das hat sich sofort, aber so wirklich sofort muskulär ausgewirkt.
Peter:Glaube ich sofort. Also jetzt in deinem Fall war es natürlich so, dass Du ohne Werkstoff, sag ich mal, trainieren kannst. Also wo soll der Körper dann seine Gewebe aufbauen beziehungsweise auf sein Immunsystem braucht ja auch Energie. Bei ihm war es halt anders. Der hat sich halt die chronische Entzündung reingefressen.
Katharina:Ja Wahnsinn, weil er hat der Pizza hier einfach, also war das für ihn normal? Weißt Du, ob er schon da, wo er herkam, so viel Pizza gegessen hat oder?
Peter:Nein, da war natürlich daheim und hat dann Gekocht bekommen. Gekocht bekommen. Ja, es war ein junger Spieler und das Einfachste war halt eine Pizza zu bestellen.
Katharina:Ja, stimme ich im Zug auch und da gibt es so viele verschiedene Sorten auch mal.
Peter:Genau und es ist halt auch leicht dann und wenn der Spieler dann und das gibt es inzwischen auch nicht mehr, dass ein Spieler aus dem anderen Kontinent kommt und dann in jungen Jahren dann allein gelassen wird und den wird sich jetzt schon ganz anders gekümmert wie früher. Und auch da, also von dem Fall haben wir dann alle gelernt, weil der war der war dann für uns war der extrem wichtig und da ist natürlich, woher soll er das wissen?
Katharina:Ja, ach sehr schön. Wir stellen unseren Gästen am Ende des Podcast immer eine letzte Frage. Und zwar stell dir doch mal vor, Du hast ein Mikrofon der Welt in der Hand. Sprich ein Mikrofon, was jeder Mensch hören kann. Das, was Du da rein schreist oder sagst, hört jeder Mensch auf der Welt und Du hast 20 Sekunden Zeit, der Welt etwas auszurichten.
Katharina:Was würdest Du sagen?
Peter:Helft euch.
Katharina:Sehr schön.
Peter:Das würde ich sagen.
Katharina:Lieber Peter, vielen Dank für das Gespräch.
Peter:Sehr gerne.
Katharina:Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Peter:Mir auch. Das war Goldrausch. Anders glücklich leben. Danke, dass Du dabei warst. Katharina, Sebastian und ihre Gäste freuen sich, wenn Du den Podcast abonnierst und die Reise weiter mitgehst.