Kantonsrat kompakt

In dieser Episode schaut Anna Bieri genau hin und zwar gleich dreimal:
Ein zweiter Blick auf den Vorschlag der FDP, pflegende Angehörige mit Steuerabzügen zu entlasten. Warum die Idee auf den ersten Blick sympathisch wirkt, auf den zweiten aber Fragen aufwirft.
Ein Rückblick auf den historischen Kantonsratssaal und was seine Geschichte für die Zukunft der Zuger Parlamentsarbeit bedeutet.
Ein Tunnelblick mit Potenzial: Die Idee einer Autobahnüberdachung sorgt für Aufsehen. Was heute noch visionär klingt, könnte vielleicht Realität werden.

What is Kantonsrat kompakt?

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Anna Bieri:

Auf den zweiten Blick 1 Rückblick oder 1 Tunnelblick. Auf jeden Fall gebe ich euch jetzt einmal einen Einblick in die Kantonsratssitzung vom Oktober. Das ist der Kantonsrat kompakt mit dem Einblick in die aktuelle Sitzung. Ich bin Anna Bieri und ich nehme euch heute mit in die aktuelle Kantonsratssitzung. Dort geht es einen zweiten Blick auf Steuerabzüge von Familienangehörigen von Pflegebedürftigen, einen historischen Rückblick für die Zukunft unseres Kantonsratsahls und einen Tunnelblick bei den Autobahnüberdachungen.

Anna Bieri:

1 Anliegen aus der FDP Kreisen weckt, dass man 12'000 CHF von der Steuern abziehen darf, wenn man Angehörige pflegt und betreut. Das sieht auf den ersten Blick ziemlich vernünftig aus. Wir alle kennen aus unserem persönlichen Umfeld wahrscheinlich, dass bei der Betreuung von betagten Eltern oder der Pflege von Angehörigen unglaublich viel, aber vor allem auch unglaubliche intensive Arbeit geleistet wird. Es ist wahrscheinlich auch möglich, die Care Arbeit monetär aufzurechnen. Warum hat sich die Mitte Himmels Willen gegen diese Idee ausgesprochen?

Anna Bieri:

Barbara Schmid Häsli, unsere Sozialvorsteherin in Baar und Präsidentin von TXI Zug, hat uns mit ihrem grossen Fachwissen zu einem zweiten klaren Blick auf diese Sache eingeladen. Es gibt bereits Unterstützungsformen, die viel gezielter, und das ist eben wichtig, Einfluss auf die finanzielle Situation nehmen. Die Hilflosenentschädigung, die nicht vom Portemonnaie der Betroffenen abhängt, sondern vom Grad der Einschränkung. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit eines Antrags von Betreuungsgutschriften bei der AHV. Zweitens, wenn man einen steuerlichen Abzug macht, stellt sich die Frage, wie man den Umfang und den Wert der Pflege und der Betreuung misst.

Anna Bieri:

Das scheint natürlich je nach Steuererklärung sehr unterschiedlich 1. Es wäre auch stossend gegenüber all jenen unserer Gesellschaft, die sich unabhängig vom Verwandtschaftsgrad für andere Menschen einsetzen. Und was ist dann beispielsweise mit meinen Schwiegereltern, die zuhause auf meine Kinder aufpasst? Das ist auch unentgeltliche Care Arbeit. In der Freiwilligenarbeit gibt es allgemein enorme Leistungen, die erbracht werden.

Anna Bieri:

Damit ist es wichtig, dass man auf den ersten Blick nicht die Ideen unterstützt, die auf den zweiten Blick nicht umsetzbar und vor allem auch nicht fair umsetzbar sind. Beim nächsten Thema sollte es eigentlich 1 Ausblick werden, wie es mit unserer Kantonsratszahl weitergehen soll. 1 Neubau ist ja bereits im Stadtparlament wahrscheinlich zu Recht glorios gescheitert. Tatsächlich sitzen wir im aktuellen Kantonsratssaal fast Bauch an Bauchweithühner auf dem Stängel und im Sommer ist es brütend heiss. Das konzentrierte Arbeiten ist etwa eingeschränkt.

Anna Bieri:

Die Sitzungen sind übrigens öffentlich und ihr könnt jederzeit reinschauen können. Patrick Krösli, als Architekt unser Fachmann bei Bau und vor allem auch bei Stilfragen hat uns mit einem Rückblick zur Geschichte dieses Saales sauber aufgezeigt, was bei einem Blick in die Zukunft möglich ist. Manchmal braucht es keinen neuen Ort, sondern nur einen neuen Blick und schon sieht die Welt anders aus. Also ganz ehrlich, 1 paar abenteuerliche Voten aus anderen Fraktionen, man soll doch einfach die Wand rausschlagen und der Denkmalschutz und Brandschutz können uns quasi egal sein, das fand ich schwierig. Wir können also nicht den Privaten Vorschriften machen, die sie sich daran halten müssen, wenn sie bauen, und wir als Gesetzgeber vutieren uns komplett unsere eigenen Vorgaben, wenn es darum geht, dass wir selbst etwas brauchen.

Anna Bieri:

Da braucht es schon einen klaren Blick auf die Sache. Und jetzt zu einem für einmal positiven Einen Vorstoss von der Mitte von Thomas Meyer Hans, Manuela Käech und Fabio Iite und 1 zweiter von uns bürgerlichen Hünneberger Kantonsrat verlangt, dass wir prüft, ob es eine Möglichkeit wäre, die Autobahn an gewissen Stellen zu überdacht. Neben Lärmschutz und Luftschutz würden wir vor allem zusätzliche Fläche gewinnen. 1 Raschgut, das wir sonst nicht aus dem Hut zaubern kann. Das mag für sie wohl utopisch klingen.

Anna Bieri:

Aber einmal mehr auf den zweiten Blick ist es gar nicht abwegig. Das Wunder von Schwamendingen titelt 1 grosses Schweizer Medienhaus im Mai bei der Eröffnung des Überlandparks Schwamendingen, das sich etwa neunhundertfünfzig Meter über die Autobahn zieht. Dieses Beispiel aus Zürich beweist eindrücklich, was möglich ist und dass eine Überdachung mehr sein kann als 1 technisches Projekt. Aus einer lauten Schneise wird 1 lebenswerter Stadtteil mit wenig Lärm und neuem öffentlichen Raum. Sogar SVP Bundesrat Albert Rösti sagt dazu: Das ist sicher 1 sehr beispielses Projekt.

Anna Bieri:

Es verbindet 1 unverzichtbares Strassenprojekt mit dem Schutz der Natur und mit den Bedürfnissen der Bevölkerung. Von einem Wunder sind wir in Zug noch weit entfernt. Wir reden heute nicht über den Bau, sondern einfach darüber, die Überdachung der Autobahn prüfen würde. Wer prüft, denkt voraus und wer nicht prüft, verpasst Chancen oder schlussendlich wahrscheinlich 1 Wunder. Dank der geschlossenen Mitte und der Sympathien aller Parteien für das Projekt, haben wir dem Regierungsrat gegen seinen Willen den Auftrag geben, nochmals einen klaren Blick auf das spannende Projekt zu werfen, nicht schon von Anfang an die Augen vor der Zukunft zu verschliessen.

Anna Bieri:

Das war es mit dem Kantonsrat Compact. Folge uns doch auf deiner Lieblingsplattform, damit du auch die nächste Folge nicht verpasst.