Der Podcast für Gründer und Solo-Selbständige mit Günter Schmatzberger und Camillo Patzl. Jede Woche: 1 Frage, 15 Minuten, 2 Sichtweisen.
Wie finde ich genau mein Ding .m4a
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Speaker 1
00:01 - 00:35
Wie finde ich genau mein Ding? Ja hallo liebe Hörerin, lieber Hörer, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Live und Gründen. Bei mir an der Seite ist wie immer der sehr leibende Camillo Patzl. Hallo liebe Hörer, liebe Hörerinnen.
Speaker 1
00:35 - 01:04
An meiner Seite wie immer der liebe Günther Schwarzberger. Genau und wir sind heute wieder versammelt, um gemeinsam über das Gründen nachzudenken. Also der Camillo und ich challengen uns ja jede Woche mit einer Frage und diesmal habe ich eine mitgebracht und zwar die ist die Frage, wie finde ich im Business, in meiner Geschäftsidee, in meiner Gründungsidee genau meines. Also wie schaffe ich es, dass das was ich gründe wirklich hervorragend zu mir passt.
Speaker 1
01:05 - 01:44
Das ist eine Frage die nicht jeden Gründer beschäftigt, überhaupt nicht, aber es gibt manche Gründer für die ist es ganz wichtig, ganz essentiell zu sagen, wenn ich schon selbstständig bin, dann will ich nicht irgendetwas gründen, sondern dann muss es etwas sein wo ich wirklich mit Leib und Seele, mit Herz und Hirn dran hänge. Und die Frage ist jetzt, gut, wenn ich das Gefühl habe, okay, ich habe das jetzt nicht oder noch nicht oder irgendwie ist das, was mir vorschwebt, noch nicht so meines, das eine Ding, dann ist jetzt die Frage, Camillo, was machen wir da? Nimm dir Zeit, wäre die kurze Antwort oder die spontane Antwort, die mir jetzt so in den Sinn kommt.
Speaker 1
01:44 - 02:38
Also nimm dir Zeit im Sinne von tiefer einzutauchen, tiefer zu gehen. Das kann mit Ausprobieren verbunden sein, wo man sagt, ich teste mal das eine oder andere und schaue, dass ich meinem Ding, meinem Thema näher komme. spricht darüber und zwar mit Personen, die schon selbstständig sind, die dieses Sich-Selbstständig-Machen-Intus haben und einen da auch gut begleiten können, tiefer vorzudringen, was es denn sein könnte. Ja, ich glaube, das ist ein wesentlicher Punkt.
Speaker 1
02:38 - 03:23
Ich glaube, dieses eine Ding zu finden, ist nicht eine Aufgabe von einem Samstagnachmittag, wo man sich hinsetzt und mal nachdenkt eine Viertelstunde lang und dann weiß man es, sondern das ist eine Mischung aus ganz vielen Dingen. Das hat mit Beobachtung zu tun, sich selbst zu beobachten, andere zu beobachten, auszuprobieren, so wie du gesagt hast. und sehr wohl auch darüber nachdenken und Ideen gegeneinander abzuwiegen. Und es ist ein Prozess, der sich irgendwie so, wie wenn man aus einem Stein eine Skulptur herausmeißelt, wo man mit der Zeit immer vielleicht ein klareres Bild bekommt von dem, was es eigentlich ist, das einem in der Selbstständigkeit besonders erfüllt.
Speaker 1
03:24 - 04:05
Es ist ja spannend, weil es schaut ja für viele so aus, ich gründe und dann bin ich erfolgreich. Aber das stimmt nicht. Also, wenn du dir irgendeine Biografie von großen Unternehmerinnen herholst und dir das durchliest, wie diese Reise in der Rückschau quasi ausgesehen hat, von welchem Ereignis sie zum nächsten Ereignis gekommen sind. Und dann kam irgendwann der Durchbruch oder sozusagen die Aufmerksamkeit oder die Wahrnehmung, ah, das ist jetzt ein erfolgreicher Unternehmer, eine erfolgreiche Unternehmerin.
Speaker 1
04:05 - 04:36
Das sind ja zwei Welten. Und ich weiß nicht, woher das kommt. Wahrscheinlich braucht es auch diese Naivität am Anfang, dass man überhaupt einmal die ersten Schritte setzt. Vieles, was so quasi in der Garage irgendwo am Reißbrett begonnen hat, ist nach einer gewissen Zeit betrachtet vielleicht gar nicht mehr genau das, was man jetzt heute macht.
Speaker 1
04:36 - 04:55
Ja, genau. Also im Startup-Bereich nennt man das ja dann Pivot, dass man sozusagen seine Geschäftsidee verändert. Aber ich glaube, das ist auch etwas ganz Normales, wenn man von Solopreneuren spricht, so wie wir es beide ja auch sind. Unsere Geschäftsideen verändern sich mit der Zeit ganz natürlich, ganz organisch.
Speaker 1
04:55 - 05:33
Entweder weil wir es selber so wollen oder weil sich Umstände ändern, weil wir uns selber verändern oder weil sich unsere Kenntnisse, unsere Möglichkeiten verändern. Das kann man oft gar nicht genau auseinanderhalten, aber ich glaube, das ist Es ist nicht irgendetwas, wo man dann irgendwann ankommt und sagt, okay, jetzt nach sechs Monaten oder sechs Jahren oder wie auch immer, bin ich endlich am Ziel, jetzt habe ich es erkannt, jetzt bin ich bei mir und bei meinem Ding angekommen, sondern das ist eigentlich ein ständiger Prozess. Ich mag nicht dieses Sprichwort der Wege, das Ziel bemühen, aber in die Richtung geht es schon.
Speaker 1
05:33 - 05:53
Das ist ja die Natur, die Dinge wachsen, die Dinge entwickeln sich. Da sterben Dinge ab, da wachsen neue Dinge heran. Das ist aber auch alles irgendwie in Veränderung. Es lebt.
Speaker 1
05:53 - 06:25
Und auch dieser Stillstand ist ja da nicht vorhanden. Und genauso ist es, glaube ich, bei der beruflichen Karriere wie in der Selbstständigkeit. Ich kann mich erinnern, ich habe meine Selbstständigkeit gestartet, wo es um die Begleitung eines Projekts ging. Und über diese Begleitung bin ich dann sozusagen auch in die Richtung gegangen, von einem ERP-System eine Hilfedatei zu beschreiben.
Speaker 1
06:25 - 07:16
Das war ein Kundenauftrag, weil sozusagen die Hilfe veraltet war oder weil es die nicht in dieser Form gegeben hat. Und dann hat sich das noch weiterentwickelt, wo man gesagt hat, na ja, aber wenn das Know-how da ist, Prozesse zu optimieren, Optimierungspotenziale überhaupt zu entdecken, vielleicht an Organisationsentwicklungsprojekten mitzugestalten, das hätte ich am Anfang, wo ich in die Selbstständigkeit gegangen bin, in der Form nicht gesehen oder auch nicht beschreiben können. Dass wir heute hier in dem Podcast sitzen und über sich selbstständig machen sprechen und sozusagen als Gründungsberater hier einfach unsere Erfahrungswerte teilen, auch das stand am Anfang nicht fest.
Speaker 1
07:16 - 07:40
Nein, nein. Also auch mein Weg war nicht so, dass das jetzt automatisch die logische Folge gewesen wäre, dass es jetzt den Podcast Leiber und Gründen gibt. Dinge ergeben sich und so wie du gesagt hast, viele Dinge können wir uns gar nicht vorstellen, das zu machen, bis zu dem Moment, wo diese Gelegenheit sich auftut. Diese Tür geht auf und ich kann mich entscheiden, mag ich durchgehen oder nicht.
Speaker 1
07:40 - 08:10
Aber ich kann es nicht im Vorhinein schon planen. Genau. Und was ich auch lernen musste, passend zu deiner Frage, ist, viele Dinge, gerade als Soloselbstständiger, kannst du alleine nicht ergründen. Du kannst dich hinsetzen, du kannst Bücher lesen, du kannst dir alle möglichen Dinge aufschreiben, du drehst dich trotzdem im Kreis, weil du es einfach gedanklich, geistig, du hast kein Gegenüber.
Speaker 1
08:10 - 09:05
Ich glaube, dieses Gegenüber braucht es für ... Reflexion für Fragen, für Tiefe, diesen Dialog. Und wenn du da an geschickte Personen geratest oder geraten kannst, der dir so ein bisschen – vielleicht ist es für manche der Mentor, vielleicht ist es für manche dieses Business Coaching, vielleicht ist es für den Nächsten einfach der Austausch mit einem erfahrenen Unternehmer oder Unternehmerin. Irgendetwas sozusagen in dieser Richtung, wo man sagt, ich habe eine Chance, hier Zwiebelschichten abzutragen, näher zum Kern zu kommen, was ist denn meins, was ist denn mein Ding und wie kann ich dieses dann auch entsprechend leben oder zum Ausdruck bringen in meiner Selbstständigkeit oder in meinem beruflichen Tun.
Speaker 1
09:05 - 09:34
Ja, ich glaube auch, dass es oft für andere leichter zu erkennen ist, dieses eigene, weil die viel klarer sehen, was das Besondere an einem Menschen ist und die viel mehr in die richtige Richtung weisen können. Also selber weiß man einfach wahnsinnig viel über sich und diese Dinge, die man über sich weiß, sind auch oft verwirrend und das passt nicht zusammen und da gibt es keine klare Linie. Aber für andere zeigt sich sowohl bestimmte Zeit. Oder man hat ein Gefühl und kann es nicht ausdrücken, oder?
Speaker 1
09:34 - 09:45
Ja, richtig. Also oft kann man es nicht in Worte fassen. Oft sind Dinge aber auch widersprüchlich. Oft gibt es keine Eindeutigkeiten und keine Klarheiten.
Speaker 1
09:45 - 10:11
Und diese Klarheiten entstehen halt nicht in einem selber drinnen, sondern da braucht es oft den Dialog oder die Dialoge mit anderen Menschen, um für sich selber mal klar zu haben, was denke ich denn überhaupt? Wer bin ich denn überhaupt? Also Martin Buber sagt ja, Ich werde im Du zum Wir, also zu mir. Und dieses Spiegeln im Anderen ist einfach so ganz wichtig für uns, um uns selber besser kennenzulernen.
Speaker 1
10:11 - 10:27
Wir brauchen den Anderen, um Dinge über uns selber zu erfahren. Das ist eine ganz spannende Sache. Wie hast du die Frage damals beantwortet, als du sie gestellt bekommen hast? Ja, ich habe sie auch so beantwortet, wie wir sie jetzt zusammengefasst haben.
Speaker 1
10:27 - 11:15
Zusammenfassend würde ich sagen, es dauert, es braucht verschiedene Situationen, wo man sich kennenlernen kann, es braucht Gespräche, es braucht ein ganzes Sammelsurium an verschiedenen Indikatoren, um dann vielleicht dahin zu finden. Gleichzeitig sage ich aber auch dazu jetzt und damals auch schon, vielleicht ist es ganz nützlich, sich von der Idee zu verabschieden, dass es dieses eine Ding gibt. Ich bin nicht ganz sicher, wo dieser Gedanke überhaupt herkommt, dass wir sozusagen auf die Welt kommen, um eine einzige Sache zu machen und diese eine einzige Sache müssen wir finden und wenn wir die gefunden haben, dann sind wir glücklich. Das ist eine bestimmte Denkrichtung, Philosophie, vielleicht Ideologie, wo ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich hilfreich ist.
Speaker 1
11:16 - 11:32
Ich glaube eher, dass es viele Dinge gibt. Es gibt nicht nur eine Sache, sondern es gibt viele Dinge, die wir machen können. Es gibt viele Dinge, die leibend sind. Wir müssen nicht alle gleichzeitig machen, aber es ist nicht so, dass es nur eine einzige Möglichkeit gibt, wie wir zu unserem Glück finden.
Speaker 1
11:32 - 11:59
Es gibt sehr, sehr viele. Und wenn wir mit offenen Augen durch die Welt gehen, dann können wir einfach Das nächstbeste, was uns für den Moment glücklich macht, wo wir das Gefühl haben in der Selbstständigkeit, das ist jetzt irgendwie cool, das ist leibend, das probiere ich mal aus, das ist gut genug. Wir brauchen hier nicht unbedingt glauben, dass wir was versäumen, weil es noch nicht das eine ist. Vielleicht gibt es dieses eine gar nicht, aber wenn es etwas gibt, was jetzt gut genug ist, was leibend genug ist, warum nehmen wir es nicht?
Speaker 1
11:59 - 12:42
Warum sagen wir nicht, okay, ist jetzt mal leibend, bis ich was anderes leibend finde? Also wenn ich jetzt deins, was ich gehört habe, mit meinem, was ich zuerst gesagt habe, verbinden müsste, dann würde ich sagen, bei dem, was ich gesagt habe, könnte man dazu neigen, ewig auf der Suche zu sein oder immer wieder auf der Suche zu sein. Und das, was du gesagt hast, hat mich zu dem Gedanken geführt, vielleicht geht es auch einfach, Vielleicht ist der einfachere Weg, sich zu entscheiden für das, was jetzt vielleicht greifbar ist oder auf der Hand liegt oder in dem Moment vielleicht das eine passende Ding ist. Da gibt es auch genug Gründer, kennen wir selber, die mit einer Art Bauchladen zu uns kommen.
Speaker 1
12:42 - 13:12
Ich hätte die und die und die und die Idee. Und da haben wir oft in den Gesprächen gesagt, okay, aber wo zieht das Herz hin? Was ist vielleicht das, wo du den leichteren Einstieg in den Markt findest, zu zahlenden Kunden kommst, weil die bringen dir ja wieder Umsatz und dann kann sozusagen das Business auch entsprechend, die Selbstständigkeit funktionieren. aber sich hier zu entscheiden und zu sagen, das andere ist nicht weg, es ist nicht fort, es ist nicht sozusagen gestrichen.
Speaker 1
13:12 - 13:29
Es ist aber die Entscheidung im Vordergrund, wo man sagt, in welche Richtung gehe ich, welchen Weg möchte ich jetzt einmal einschlagen, um sozusagen in die Bewegung zu kommen. Ja, genau. Ich glaube, das ist eine wunderbare Zusammenfassung, Camillo. Dein Ding oder mein Ding ist eine Entscheidung.
Speaker 1
13:29 - 13:40
Mein Ding ist das, wofür ich mich jetzt im Moment entscheide. Und das ist es. Wenn ich diese Entscheidung getroffen habe, dann ist es mein Ding. So lange, bis ich mich für etwas anderes entscheide.
Speaker 1
13:40 - 14:04
Und dann ist das andere mein Ding. Aber, und das ist das Ergänzende, ich weiß nicht, du hast einmal eine bessere Formulierung gefunden, ich treffe es jetzt nicht ganz. Wenn man sich entschieden hat, diese Entscheidung nicht dann bei der nächstbesten Gelegenheit wieder umwerfen, sondern auch, ich habe sie getroffen, aber ich treffe sie nicht jeden Tag. Genau, diesem Ding auch ein bisschen eine Chance zu geben, zu wachsen.
Speaker 1
14:04 - 14:40
So wie du gesagt hast, Dinge entwickeln sich organisch und diese Dinge müssen auch ein bisschen Freiraum bekommen. Das heißt, ich entscheide mich und dann gebe ich diesem Ding auch die Chance, tatsächlich in Wirkung zu kommen. Das heißt, ich, so wie du gesagt hast, entscheide mich nicht jeden Tag neu, sondern mache das mal ein halbes Jahr oder Jahr und sage, okay, damit diese Sache mal eine Chance bekommt, damit diese Gründungsidee, diese Geschäftsidee Auch dieses private Projekt ist egal, worum es konkret geht, aber damit das Ganze auch wirklich in die Wirkung kommen kann, braucht es ein bisschen Zeit und Raum und das muss sich in aller Fairness dieser Idee dann auch geben.
Speaker 1
14:40 - 15:04
Pflänzchen braucht auch Zeit, um wachsen zu können. Genau und Liebe. Gut, ich hoffe, dass für euch liebe Hörerinnen und Hörer da auch was Liebevolles und Wertvolles dabei war in unserer Folge heute, wo es um die Frage gegangen ist, wie finde ich mein Ding, wenn ihr Lust habts mit uns über euer Ding zu sprechen in der Selbstständigkeit? Sehr sehr gerne.
Speaker 1
15:05 - 15:17
Wir machen Gratis-Gründungs-Checkups. Meldet euch einfach bei uns. Wir plaudern gemeinsam über das, was euch vorschwebt. Helfen euch vielleicht auch ein bisschen genauer hinzuschauen und das zu finden, was euch besonders macht.
Speaker 1
15:17 - 15:35
Dazu sind wir da und das machen wir sehr sehr gerne. Ansonsten würde ich sagen, Camillo, war's das für heute. Wir treffen uns wieder nächste Woche. Auf das freue ich mich schon bei einer neuen Folge, wenn es sozusagen wieder darum geht, eine Gründerfrage aus zwei Sichtweisen zu beantworten.
Speaker 1
15:35 - 15:39
Und bis dorthin, alles Gute und bleibt slivernd.