Björn Bobach und Jan Gustav Franke beschäftigen sich in ihrem Podcast mit vielfältigen Aspekten rund um das Thema Coaching. Der Podcast richtet sich an alle, die ihre persönliche Entwicklung vorantreiben wollen und sich für Coaching interessieren.
Coach und Coach. Eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching Podcast mit Björn Bobach und Jan Gustav Franke.
Björn:Herzlich willkommen zu 1 neuen Folge von Coach und Coach, wie immer mit Jan Gustav Franke. Hallo Jan.
Jan:Hallo Björn. Ja und mit dir Björn Bobach. Schön, dass wir wieder hier sind.
Björn:Ja, wie immer. Heute sprechen wir über ein Thema, das da lautet motiviert oder schon getrieben? Wann ist denn für dich jemand getrieben und nicht nur motiviert, Jan?
Jan:Also getrieben ist es für mich, wenn's keinen Spaß mehr macht, wenn's irgendwie auch krampfig ist, so würde ich jetzt mal anfangen in der Beschreibung. Wie siehst Du das, Björn?
Björn:Also ich hab's auch schon erlebt, dass getriebene Leute gar nicht merken, dass sie getrieben sind und da meinen noch Spaß zu empfinden. Für mich ist das Getriebensein dann, wenn es negative Auswirkungen auf das eigene Leben hat, auf die eigene Produktivität vielleicht sogar, auf die eigene eigene Stimmungslage, auf Work Life Balance, all so was. Und das Getriebensein sich zeichnet sich dadurch aus, dass man gar nicht mehr anders kann. Also es ist wie eine Abhängigkeit. Es ist wie wie eine Sucht.
Björn:Menschen, die sich so verhalten, das hat kann man auch schon fast manisch nennen, obwohl manisch natürlich im psychologischen Sinn wieder was anderes ist. Aber das ist nicht anders können als machen, machen, machen. Also nicht motiviert sein, etwas Gutes zu tun im Sinne von, ich hab da Spaß dran, ich hab da Freude dran, ich möchte ein Ziel erreichen, sondern ich muss das machen, sonst passiert zum Beispiel was ganz Schlimmes. Das ist für mich der Unterschied zwischen Motivation und getrieben sein.
Jan:Okay, ja, also kann ich nachvollziehen, wobei ich dann trotzdem sagen würde, es würde mich dann wundern, wenn es so ist, also im Sinne von, wenn ich's nicht tue, passiert Schlimmes, wenn die Leute dann sogar noch Spaß dabei haben. Ja. Aber genau, ja, die Frage ist in der Tat, wie man da unterscheidet. Also ein Thema ist ja auch, über das man kommen könnte, ist intrinsisch motiviert, irgendwie aus eigenen Werten heraus, ne, dass man sagt, man möchte etwas tun positiv?
Björn:Mhm.
Jan:Oder ist es so, dass man sich da eher zu gezwungen fühlt, ne? Also es ist eher auch ein 1... Man fühlt sich dahin gezogen und möchte das gerne tun oder fühlt man sich auch irgendwo zum Beispiel eher hingeschoben, ne, hingedrückt
Björn:Mhm.
Jan:Geht's gar nicht anders. Man muss das halt einfach irgendwie tun, obwohl man vielleicht auch gar nicht unbedingt möchte. Das kann ja auch etwas sein, ne.
Björn:Mhm. Wobei ich glaube, das das ist dann schon die Erkenntnisstufe, ne. Wenn man merkt oder realisiert, dass man geschoben oder gedrückt wird. Und ja, ich kenne Menschen, die sind getrieben und können das nicht lassen und sehen das aber als Normalität an und haben deswegen trotzdem Spaß. Also sie haben trotz...
Björn:Ne, also sie merken gar nicht, dass sie da in einen Strudel geraten, der ihnen am Ende schaden könnte, weil was sind denn für so Folgen davon, wenn man so getrieben ist, dass man gar nicht mehr aufhören kann und zum Beispiel fast keinen Schlaf als Normalität empfindet? Was da da entstehen dann Sachen wie Burnout draus, totale Erschöpfungszustände. Und wenn ich dann schon erkannt habe, das ist gar nicht meine eigene Motivation, sondern das ist etwas anderes, was mich da hintreibt, ob's jetzt intrinsisch ist oder von außen kommt, das ist ja schon die nächste Stufe. Ich glaub, dazu muss man ja daher muss man ja auch erst mal hinkommen und das ist, glaub ich, ein ganz großer erster Schritt, weil das bewusst machen oder es einem bewusst wird, dass man sich da vielleicht nicht mehr in' normalen Motivationslage befindet, sondern eher getrieben ist, das passiert, glaub ich, eher von außen. Ich glaub, das merkt man selten selber.
Björn:Das kommt dann eher von außen, dass jemand mal sagt, hör mal, willst Du nicht mal eine Pause machen oder brauchst Du nicht mal eine Auszeit oder reicht doch jetzt und wie wär's denn mal mit 4 Stunden statt 2 Stunden schlafen? Irgendwie sowas. Ich glaub, das kommt dann eher von außen.
Jan:Ja, ich glaub, Ärzte würden sogar 7 bis 8 Stunden Schlaf empfehlen. Ich
Björn:war bewusst war jetzt bewusst so, dass man... Wollte es übertreiben, damit's noch dramatischer wirkt.
Jan:Ja, ja, ja. Auf jeden Fall. Ja, das das ist schon so. Also die Frage auch dabei, ich glaube auch, wenn man getrieben ist in 1 Sache, ne, heißt das auch nicht zwingend, dass man dabei keinen Spaß empfindet, ne? So oder dass dass es nicht nicht nicht auch gut anfühlen kann.
Jan:Das ist ja auch nicht schwarz weiß, sondern das ist ja unter Umständen auch mehrschichtig, ne. Also vielleicht tue ich etwas, weil ich mich getrieben fühle, weil ich denke, ich muss es tun und trotzdem habe ich auch bei der Tätigkeit meine Freude und das ist es ist gut, ne, in dem Moment. Aber die Frage ist auch immer ja nicht nur, was passiert jetzt gerade in dem einen konkreten Moment, sondern was passiert auch auf Dauer oder über eine Zeit, ne? Also Ja. In einem Getriebensein würde ich durchaus, weil Du es auch gerade angesprochen hast, eben auch sehen, dass man in dem Moment gegebenenfalls nicht bewusst ist, sich nicht bewusst ist darüber, was man eigentlich möchte.
Jan:Also wobei man da auch differenzieren muss, also Du kannst ja quasi etwas, Du kannst ja auch getrieben sein und dir ist klar, dass Du dass Du dich getrieben fühlst, aber Du hast ja gerade genau dieses andere Beispiel angesprochen, ne? Also dass man da jetzt schon irgendwie in der Erkenntnis ein Stück weiter sein muss. Mhm. Also wenn ich mir Motivation und getrieben sein anschaue, dann würde ich es halt insbesondere die Motivation eher positiv konnotiert sehen, das getrieben sein negativ, wenn man das jetzt tatsächlich mal differenziert betrachtet und auch auf den Grund kommt, warum man Dinge tut, ne. Ich würde aber trotzdem auch sagen, Du kannst auch aus' Motivation heraus in eine Erschöpfung kommen.
Jan:Du kannst auch aus' Motivation heraus irgendwo in ein Burn out in Anführungsstrichen kommen, weil Du halt einfach in eine Überlastung und Erschöpfung kommst über die Zeit, Das heißt also, ich glaube, auch eine positive, eine motivierte Intention bei der beim beim Tun von Dingen schützt einen nicht davor, dass man auch über seine Grenzen hinausgeht.
Björn:Nein, Gottes Willen natürlich nicht, ne. Also auch mit ohne eine getrieben sein, wenn ich motiviert bin und keine gesunde keine gesunden Wahrnehmung für meine eigenen Grenzen habe, ne. Wo ist Schluss? Wo muss ich jetzt eine Pause machen? Wie wie kann ich mir zumuten?
Björn:Dann kann ich natürlich auch über eine positive Motivation in' Burnout landen. Das ist schon klar. Ich glaube nur, dass dieses Getriebensein schneller dazu führen kann und fast immer dazu führt, wenn ich jetzt mal ganz mutig bin, weil dann sind, glaube ich, eigene Grenzen, wenn es eine externe Antrieb... Nee, das stimmt auch nicht, es ist nicht nur ein externer Antrieb, sondern wenn's auch was Intrinsisches ist, ich rede von Glaubenssätzen oder so, ne, wenn dann sind die Filter, glaube ich, eher komplett ausgeschaltet, weil es dann viel wichtiger ist, diese diesem diesem diesem Druck nachzugeben, als auf sich selber aufzupassen. Vielleicht, das Ganze ein bisschen plastischer zu machen, könnten wir mal darüber sprechen, das wär für die Leute, die den Podcast hören, vielleicht auch ganz schön zum Selbstreflektieren ist, wie erkennt man denn, was ist denn Motivation und was ist denn eigentlich getrieben sein?
Björn:Also wie würde man unterscheiden können? Vielleicht müssen wir ja unterschiedliche Charakteristika von Motivation und getrieben sein mal aufzählen.
Jan:Ja, vielleicht kann man ja auch kann man ja auch mal ein Beispiel nehmen mit dazu, ne. Also schauen wir uns zum Beispiel mal ein Leistungssportler an. Mhm. So ein erfolgreiche Leistungssportlerin, erfolgreichen Leistungssportler und diese Person Höchstleistungen immer wieder
Björn:Mhm.
Jan:Oder 2 Personen bringen Höchstleistungen, ja. Und die eine, die macht's, weil sie halt einfach sehr viel Freude daran hat
Björn:Mhm.
Jan:Und die andere macht es vielleicht, weil sie gut im Sport ist in dieser konkreten Disziplin und aber auch einen inneren Antreiber hat und sagt, sie ist nur etwas wert, wenn sie etwas leistet und nur Höchstleistungen bringt.
Björn:Mhm. Da ist ganz oft ja bei diesen Wunderkindern der Fall, ne. Also die die die Zuhörer haben's nicht gesehen, ich hab grade Gänsefüßchen gemacht mit meinen Fingern in die Kamera, die so in ganz jungen Jahren, gibt's ja diese klassischen Sportarten, ne, Sport rhythmische Sportgymnastik, Eiskunstlaufen, so was. Früher war das ja gang und gäbe schon fast, wo die in unglaublich jungen Jahren da zur Höchstleistung gebracht wurden und mit Liebesentzug bestraft, wenn sie da diese Höchstleistung nicht gebracht haben. Und im Erwachsenenalter ist das dann genau das.
Björn:Das führt dann dazu, dass man es nicht macht, weil einem das so unfassbar viel Freude macht, diesen Sport auszuüben, sondern weil man glaubt, wenn ich hier nicht dem nächsten Rekord hinterher jage, bin ich nichts wert. Und das ist eigentlich die die Reflektionsfrage überhaupt. Die stelle ich auch im Coaching meinen Klienten, wenn ich merke, da ist son da ist ein Motivator, den ich nicht ganz selber als Coach gegenüber noch nicht so ganz einordnen kann,
Jan:stell ich
Björn:oft die Frage, was würde denn passieren, wenn Sie das jetzt einfach lassen würden? Was passiert dann? Was hören Sie in sich, ne? Und dann gibt es eigentlich immer 2 zweierlei Reaktionen. Die eine Reaktion ist, ach, endlich mehr Freizeit.
Björn:Das ist dann eigentlich die Übermotivation. Mhm. Und wenn das aber ein 1 etwas anderes ist, dann kommt sofort Unruhe auf. Dann fühle ich mich nicht wohl. Ich habe Angst, dann kommen Angstgefühle, ne.
Björn:Es ist meistens, halten die sich dann den Bauch und sagen, aber es fühlt sich hier nicht gut an, so in der Bauchregion, wo Angst ja gerne verankert ist im Körper. Also das ist das ist ein ganz klares Indiz, sich zu fragen, wo kommt das her? Und das kann ja jeder Zuhörer auch mal selber machen. Wenn er merkt, ich bin da gerade unheimlich motiviert an was, was motiviert mich denn eigentlich und was würde denn passieren, wenn ich das jetzt bleiben lassen würde? Hätte ich dann das Gefühl, ich hab mehr Zeit oder hätte ich dann das Gefühl, es passiert was ganz, ganz Schlimmes?
Jan:Mhm. Wobei das ganz interessant ist, weil Du jetzt gesagt hast sozusagen, wenn ich mich für irgendwas motiviert fühle und was motiviert mich da? Das wär ja sozusagen eher die die die Motivation Zeit und das könnte ja aber genauso die getriebene Seite sein, ne. Also vielleicht ist die Frage auch, warum tue ich's gerade in der Intensität? Warum Ja, ja.
Jan:Möchte oder muss ich das immer wieder tun, ne und dass man darüber kommt. Ja. Mhm. Genau. Ich finde, da ist ja auch zum Beispiel ein schöner Ansatz, mit dem man da arbeiten kann, das innere Team.
Björn:Richtig,
Jan:ja. Ne, also ein Coaching Tool, wo ich mich immer hinterfrage, was habe ich eigentlich für für innere Anteile? Manchmal kann man ja auch solche Dinge, Motivationen oder Stimmen in sich auch personifizieren, ne? Ist das irgendwie ein innerer Kritiker? Ist das vielleicht so was wie auch die Stimme 1 1 Vaters oder 1 Vertrauensperson, die einen sehr geprägt hat und die sagt, so und so muss das sein, ne?
Jan:Also verbirgt sich da auch ein 1 Glaubenssatz in sonem inneren Anteil, der da verkörpert wird Ja. Und darüber kann man sich der Sache natürlich auch annähern. Und ja, auch die Frage, woher kommt das? Also ich meine, wenn ich jetzt über den über die Motivationsseite komme, ne, dann könnte da etwas Positives dabei sein, so was wie der, also mein innerer Anteil irgendwie, das das das positive Körperbewusstsein und sagt, wenn ich richtig viel Sport mache, dann geht's mir einfach gut, ne? Ich fühl mich aktiviert und ich kann den Stress abbauen und deshalb möchte ich gerne einmal am Tag eine Stunde laufen, ne?
Jan:Mhm. So. Und dem gegenüber können da aber natürlich auch andere Anteile sein, die sich anders positionieren, ne? Die sagen, Du musst gut im Sport sein, Du musst Leistung bringen, ansonsten bist Du nichts wert, ansonsten wirst Du nicht akzeptiert von mir, ne. So und das wären ja ganz andere Punkte und wo man ja auch sieht, da steckt irgendwo eine andere Emotion dahinter, Da steckt vielleicht eine Angst dahinter, nicht dazuzugehören, nicht nicht angenommen zu werden und so weiter, ne.
Jan:Und dann kommt man, glaube ich, auch schon an den Punkt, woher diese Intention kommt, dass man 1 gewissen Sache nachgeht oder warum man sich auch wie verhält.
Björn:Mhm. Finde ich ein sehr gutes Bild mit dem Sport, ne und was was da eigentlich motiviert. Ich hab auch grad gedacht, das ist auch son klassisches Selbstständigen Thema, ne, dieses... Es gibt ja viele Selbstständige, die einfach nie in Urlaub fahren, ne. Also die einfach keinen Urlaub machen und davon getrieben sind, wenn sie Urlaub machen, dann gehen sie sofort pleite.
Björn:Mhm. Ist mir in allen Größenordnungen schon begegnet, ne. Also vom kleinen Ja. Soloselbstständigen bis hin zum Chef von' mittelständischen Unternehmen, wo eigentlich alles von alleine läuft, wo wo er nur noch ein bisschen lenkend eingreifen musste, ist mir das schon begegnet. Ich darf keinen oder ich kann gar keinen Urlaub machen, dann fällt alles auseinander.
Björn:Mhm. In den meisten Fällen, nee, nicht in den meisten, in allen Fällen ist das eigentlich nicht die Realität. Mhm. Und das ist auch sone Form von Getriebensein, die natürlich was mit Existenzängsten zu tun hat. Oft aber auch damit, dass es von außen Faktoren gibt.
Björn:Da spreche ich ein bisschen aus Erfahrung, weil ich hab früher immer, wenn ich in Urlaub gefahren gehört hab, als meine Eltern noch lebten, von beiden Elternteilen gehört, was schon wieder Urlaub, auch wenn das nur einmal im Jahr war. Also als Sänger konnte ich nur einmal im Jahr in Urlaub fahren. Als ich dann nicht mehr gesungen hab, bin ich zweimal im Jahr in Urlaub gefahren. Das bin ich, mache ich jetzt auch noch. Ich fahre jetzt zweimal im Jahr groß in Urlaub und es gibt in meinem Umfeld immer noch Menschen, die da völlig verwundert drüber sind, dass ich in Anführungsstrichen schon wieder Urlaub mache, auch wenn 6 Monate vergangen sind.
Björn:Ich find jetzt zweimal Urlaub im Jahr machen überhaupt nicht son son so dramatisch. Das sind gleichzeitig immer Menschen, die sich das selber nie gönnen. Mhm. Ne, also es fällt mir dann auf. Das sind Leute, die die Personen, die es die das sich selber nie gönnen und ganz, ganz selten machen, weil sie irgendwie glauben, Kontrolle zu verlieren.
Björn:Alles geht den Bach runter, wenn sie nicht da sind, hat zig verschiedene Gründe, aber ist immer so dieses diese da ist immer dieses Getriebensein hinter.
Jan:Mhm. Ja. Ja, ja und die die Frage ist dann ja auch, wie geht man damit Also ich finde auch bei bei einem also bei Motiviertsein ist wahrscheinlich der größte Konsens, dass man sagt, dass... Wir haben ja schon gesagt, eine positive Konnotation hat das und und irgendwie sagt man noch, das ist eigentlich prinzipiell eine gute Sache. Auch da muss man, glaube ich, selbstbewusst sein, ne, und selbst achtsam, dass man's nicht übertreibt.
Jan:Mhm. Aber auch bei den bei dem bei dem Antrieb selbst ist es ja auch so, dass es nicht nur einen einen Schaden gibt im Sinne von irgendwie, das fühlt sich schlecht an, da getrieben zu sein, sondern es gibt ja unter Umständen auch positive Aspekte. Es gibt ja, wenn Du jetzt mal guckst, dir ganz, ganz viele Unternehmer anschaust, ne, dann hat Du hast gerade gesagt schon bei vielen Selbstständigen ist das so, ne. Also auch viele erfolgreiche Menschen sind irgendwie getrieben.
Björn:Mhm, natürlich, ne, so. Und
Jan:fühlen sich auch getrieben und haben ja auch dadurch, sag ich mal, auch einen in Anführungsstrichen vermeintlich positiven Aspekt. Sie sind zum Beispiel erfolgreich und bekommen darüber auch Anerkennung. Mhm. Ne, und fühlen sich dann auch vielleicht durch diese Anerkennung wertgeschätzt und so weiter und so fort. Und das heißt, man man sieht ja, wie die Dinge da miteinander zusammenhängen, ja, dass also einerseits da vielleicht auch etwas ist, was sich etwas negativer anfühlt im Sinne von, ich ich muss das tun und andererseits ist es eben so, ich bekomme die Anerkennung, den beruflichen Erfolg, den materiellen Erfolg oder wie auch immer darüber, dass ich es dann tue, weshalb sich auch immer die Frage stellt, warum sollte man es ändern, ne?
Jan:Also da müsste ja auch irgendwo ein Leidensdruck da sein, warum man sagt, man tut es nicht mehr oder was denkst Du? Wie wie geht man damit oder gibt's da überhaupt Änderungsnotwendigkeit? Kann man nicht auch einfach getrieben sein und gut ist?
Björn:Kann man auch, bin ich bin ich der felsenfesten Überzeugung. Da gibt's aber ein feinen Unterschied und das ist die das ist der der ursprüngliche Grund des Getriebenseins. Gibt's sehr viele sehr populäre Beispiele, in der grade in so in der Elektronikwelt, nehmen wir mal Apple Steve Jobs zum Der war garantiert getrieben,
Jan:weil
Björn:der eine ganz klare Vision davon hatte, wo er die diese Firma hinbringen will, was er erreichen möchte. Aber Steve Jobs hat das, glaube ich, wenn ich's richtig... Ich kenn ihn nicht persönlich, ne und ich kannte ihn nicht persönlich, aber das, was man so über ihn liest und was man mitbekommt und was in seiner Biografie steht, hat er das wirklich aus 1 ideellen Überzeugung getan. Also Technologie zu entwickeln, die die Menschheit weiterbringt, ne. Das war so seine große Vision.
Björn:Der hat das nicht gemacht, weil er sich sonst nicht geliebt gefühlt hat. Und das ist Ja, aber war er
Jan:dann getrieben oder war er dann motiviert? Du hast ja gar nichts gesagt, der war auf jeden Fall getrieben, aber so wie Du das beschrieben hast, wär er motiviert gewesen.
Björn:Der war hochmotiviert und ein bisschen getrieben, weil weil er sich, ich glaub, ah, ist schwierig natürlich, weil man sich, wenn man sich mit dem nie unterhalten hat, kann man das schwer beurteilen. Ja. Aber die die der Unterschied ist in dem Fall aber, dass das 1 1 1 1 Antrieb ist, der aus 1 tiefen Überzeugung kam, ein bestimmtes Ziel zu erreichen und nicht aus einem Druck, der aus irgendwelchen ungesunden Glaubenssätzen ist. Weil gleichzeitig hatte Steve Jobs ja auch diese diese, das ist ja nun auch bekannt, dieses dieses diese Hippie Kultur mit aufgenommen ne und der war schon sehr meditativ auch unterwegs. Also der hat sich schon diese Ruhephasen auch genommen und ich glaube, das ist der entscheidende Unterschied.
Björn:Getriebene Menschen, die aufgrund 1 sehr positiven Motivation getrieben sind, Das geht so lange gut, solange es da ein Korrektiv im Kopf gibt, das sagt, Moment, jetzt muss ich aber auf mich selber aufpassen. Also wenn man's jetzt zusammenfasst, könnte man ja schon fast meinen, getrieben sein ist eigentlich was sehr Positives, solang man so auf sich selber aufpasst, dass man nicht Schaden daran nimmt. Es wird halt nur gefährlich, wenn man das nicht tut. Und ich glaube, die die Wahrscheinlichkeit, dass man diesen Filter nicht hat, dass man nicht auf sich aufpasst, ist sehr, sehr groß, wenn das irgendein Motivator ist, der aus' Glaubenssatz zum Beispiel resultiert, den man mal eingeimpft bekommen hat, der vielleicht gar nichts mehr mit einem zu tun hat und der auch völlig ungesund ist. Bleiben wir bei diesem Hochleistungssport, ne.
Björn:Also wenn jemand aufgrund von dem Verhalten der Eltern in der Kindheit den Glaubenssatz hat, wenn ich nicht der Beste im Sport bin, nonstop, werde ich nicht geliebt, ist das sehr wahrscheinlich selbstschädigend das Verhalten, das daraus resultiert. Und wenn ich aber als Motivator und als Antrieb habe, ich möchte die Menschheit weiterbringen durch coole Technologie, die jeder benutzen kann, hat das ja erst mal nichts selbstschädigendes. Das hat ja nichts mit meinem Selbstwert und mit meinem Selbstbild zu tun, sondern einfach mit' ner sehr klaren Vision. Außerdem liegt bei diesen sehr erfolgreichen Menschen ja auch Wahnsinn und Genialität immer sehr nah beieinander. Sehr schwierig aus der Ferne zu beurteilen, finde ich.
Jan:Ja, man unterscheidet ja aber auch zum Beispiel zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation, Da wär man jetzt noch mal wieder bei dem Motivationsbegriff. Und da gibt's die Selbstbestimmungstheorie und die sagt, Du hast die autonome Motivation, die eben aus dir selbst aus deinen eigenen Werten herauskommt und dann gibt's dann kontrollierte Motivation, die eher irgendwie aus zum Beispiel auch äußeren Druck oder Schamgefühl, Schuld oder sowas kommt, ne? Mhm. So, die Frage ist es sozusagen eher etwas Freiwilliges, ne, oder ist es etwas, was mit Kontrolle, mit Müssen zu tun hat, ne? Vielleicht ist das auch ein 1 Ansatz, wie man da irgendwie zwischen getrieben sein und sag ich jetzt mal intrinsisch motiviert unterscheiden kann, ne.
Björn:Oder zumindest so, wie wir den Begriff getrieben sein benutzt haben, ne. Also wir Ja, richtig. Weil wir haben ihn jetzt sehr negativ konnotiert, auch im Titel, aber natürlich gibt's auch eine sehr positive Form davon getrieben zu sein, wie jetzt eben schon an dem Beispiel von Steve Shops ja erwähnt, der... Wobei man auch da schon wieder sagen kann, wenn das damit einhergeht, dass man über Leichen geht und so, dann dann ist das schwierig, aber Dann
Jan:ist das nicht nur schwierig, sondern dann würde ich das sogar als irgendwie eindeutig negativ bezeichnen
Björn:oder rassistisch bezeichnen. Ja, das stimmt. Aber da sind die ganzen... Es ist halt sehr schwierig, so was aus der Ferne zu sagen. Die...
Björn:Ich glaube, das Wichtigste und das ist so das, was ich eigentlich den Hörern so mitgeben möchte, ist, dass selbst wenn man der Auffassung ist, das ist alles super, ich bin einfach nur total motiviert und erfolgreich damit, sich die Frage zu stellen, was würde passieren, wenn ich's lasse? Was würde passieren, wenn ich das jetzt einfach mal lasse? Was würde passieren, wenn ich das eine Woche nicht mache? Habe ich dann ein großes Problem oder habe ich einfach nur das Gefühl von, oh, ich freue mich, wenn ich wieder wenn ich wieder anfange, da freue ich mich drauf oder bekomme ich Angst? Mhm.
Björn:Wenn ich Angst bekomme, würde ich mich fragen, was treibt mich denn da eigentlich tatsächlich an, weil in den allermeisten Fällen ist diese Angst nicht begründet.
Jan:Mhm. Ja, die ein Punkt mit dabei ist ja auch sicherlich immer die Frage, gibt es quasi einen Änderungsimpuls oder ein Änderungsbedürfnis? Ja. Ne, also Ja, ja. Ich meine, wir sind ja hier in einem Coaching Podcast und die goldene Regel lautet ja auch, kein Coaching ohne Auftrag.
Jan:So, das heißt also, ein 1 Person wird ja auch nur in der Regel auf die Idee kommen, ein Coaching in Anspruch zu nehmen zu einem Thema, wenn's irgendwie das Gefühl gibt, da läuft irgendwas nicht ganz richtig, ne
Björn:Korrekt, ja.
Jan:Irgend' Art und Weise oder man möchte irgendetwas verändern oder erreichen.
Björn:Ja, das stimmt. Dann ist aber ja nur, dass das, wenn das mit diesen sehr krassen Glaubenssätzen einhergeht, die einen dazu treiben, nicht mehr auf sich aufzupassen, diese Erkenntnis ja meistens dann kommt, wenn es schon zu spät ist. Ne, deswegen merken viele Menschen ja gar nicht, dass sie in ein Burn out rennen, dass sie das kommt die Erkenntnis kommt dann, wenn's plötzlich nicht mehr geht, ne.
Jan:Also das
Björn:deswegen ich sehe das Ganze hier als Prophylaxe, die ein bisschen betreiben. Deswegen habe ich auch eben gesagt, man kann sich ja mal die Frage stellen, was passiert, wenn ich's bleiben lasse. Weil natürlich kein Coaching ohne Auftrag. Ich würd jetzt nicht auf die Idee kommen, zu jemandem zu sagen, so Du hörst jetzt sofort auf, so getrieben Ja. Zu sein, das bringt ja nichts.
Björn:Aber man sollte sich ab und zu mal die Frage stellen, was kann ich das noch bleiben lassen oder bin ich jetzt da schon so in' zwanghaften Machen Müssen, dass das am Ende schadet?
Jan:Ja. Also ich glaube grundsätzlich auch unabhängig davon, also auch auch von der Frage, was passiert jetzt, wenn ich's nicht mehr tue, ne, ist vielleicht auch schon grundsätzlich das regelmäßige Hinterfragen, warum tue ich die Dinge denn?
Björn:Ja, genau.
Jan:Ne, etwas, was einen da irgendwie auch schon auf die Spur bringen kann, was ja auch nicht schade, sich mal damit auseinanderzusetzen. Es gibt ja auch durchaus Verfechter, die sagen, man sollte sich, hatte ich, glaube ich, in einem der letzten Podcasts auch erzählt, ne, sollte sich irgendwie einmal im Jahr irgendwo zurückziehen und mal mit sich in Kontakt kommen, zu gucken, ist man auf dem richtigen Weg? Das ist ja etwas, was man durchaus von Zeit zu Zeit auch mal reflektieren kann. Warum tue ich die Dinge grade? Warum tue ich die Dinge in dieser Intensität?
Jan:Tue ich die Dinge, die ich tun möchte?
Björn:Richtig. Mach ich das, was ich mit dabei. Ja, und ich glaube nicht, dass wir dass es Menschen gibt oder sehr wenige Menschen gibt, die grundsätzlich nur das tun, was sie selber unbedingt tun möchten, weil wir haben alle auch Verpflichtungen. Also ich muss jedes Jahr die Steuer machen und jeden Monat die Buchhaltung, dann hab ich überhaupt keine Lust drauf. Das möchte ich auch eigentlich gar nicht.
Björn:Und bist Du davon getrieben? Nein. Ist eine Verpflichtung, die ich habe. Aber die die zumindest eine Verpflichtung, die mir von außen auferlegt wurde. Nicht, dass ich das so empfinde, dass ich das machen muss, aber die die...
Björn:Ich glaube nicht, dass wir alle hundertprozentig nur das tun, was wir unbedingt tun wollen, aber können wir gar nicht, ne. Also das das dazu sind wir viel zu sehr eingebunden auch in sozialen Geflechten, die uns manchmal Dinge abverlangen. Und das gehört ja auch zum zum reifen Leben dazu, dass man manchmal Dinge tut, weil man sie tun muss. Die Frage
Jan:ist
Björn:Genau. Die Frage ist ja nur, mache ich grundsätzlich, ist mein Verhalten eher davon bestimmt, dass ich den Großteil des Tages etwas tue, was ich möchte und wo ich Spaß dran habe oder mache ich das, weil ich glaube, dass das von mir verlangt wird, weil ich sonst weniger geliebt werde, weniger wert bin, schlechtes Ansehen habe oder und damit sind wir wieder bei dem Grundbedürfnis, dass ich nicht mehr dazugehöre. Weil darauf läuft's dann am Ende ja hinaus, dass das Zugehörigkeitsbedürfnis nicht gestellt ist.
Jan:Ja. Ja, also ich kann nur irgendwie allen Hörerinnen und Hörer, Hörer, noch mal Hörerinnen und Hörern wünschen, dass in eurem Leben ein großer Anteil intrinsischer Motivation mit dabei ist, die die sich gut anfühlt und wir hoffen natürlich, dass euch jetzt auch diese Folge dazu angeregt hat, mal darüber nachzudenken, ist das jetzt intrinsisch motiviert? Fühle ich mich eigentlich getrieben? Falls ich mich getrieben fühle, was treibt mich denn da an? Auch eine schöne Übung, die man mal mit einem Freund, 1 Freundin üben kann, mal darüber zu sprechen oder auch mit 1 Coachin, einem Coach und wir freuen uns auf jeden Fall, wenn wir das nächste Mal wieder zusammen sind hier bei Coach und Coach.
Jan:Alle Informationen und unsere Kontaktdaten findet ihr auch in den Shownotes und ja, dann können wir uns eigentlich verabschieden, oder? Ja, können wir. Bis bald. Auf Wiederhören.
Musik:Coach und Coach. Eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching Podcast mit Björn Burach und Jan Gustav Franke.