Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung

Deep Dive „Vom Reagieren zum Gestalten", Start am 12. November
Vier Sessions online zu deiner Zeitplanung. Frühbucherpreis bis und mit 4. November.
👉 Alle Infos: https://ivanblatter.link/zeitplanung
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"Ich erledige manche Aufgaben selbst, weil es kurzfristig schneller geht."
Wenn eine Rolle wächst, kommen neue Aufgaben dazu, aber die alten gehen nicht. Sie laufen weiter, weil sie funktionieren und nie jemand entschieden hat, dass sie wegfallen. Und weil sie auf keiner Liste stehen, müssen sie sich nie gegen etwas anderes behaupten.

In dieser Folge geht es ums Hinschauen, nicht ums Abgeben. Du erfährst, warum gerade die Aufgaben hängen bleiben, die du gern machst, wie eine laufende Liste sie sichtbar macht und mit welcher einfachen Frage du Gewohnheit von Entscheidung trennst.

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Deep Dive „Vom Reagieren zum Gestalten"
Vier Sessions à 90 Minuten via Zoom, jeweils 17:00–18:30 Uhr:
  • 12.11.: Zeitansprüche sichtbar machen
  • 18.11.: Raum für das Wichtige schaffen
  • 26.11.: Woche und Tag planen
  • 3.12.: Den Rhythmus halten
397 € zzgl. MwSt., Frühbucherpreis 347 € bis und mit 4.11.2026.

👉 Alle Infos und Anmeldung: https://ivanblatter.link/zeitplanung

Was ist Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung?

Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.

Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.

Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."

Hallo, hier ist Ivan Blatter, dein Begleiter für strategisches Zeitmanagement.

Hier findest du Klarheit, Fokus und Ruhe im Arbeitsalltag, damit du wiederführst,

statt getrieben zu sein.

Heute möchte ich mit dir auf die Dinge schauen, die du jede Woche machst,

ohne dass du dich je dafür entschieden hast.

Vielleicht kennst du die Geschichte vom Braten. Sie geht ungefähr so.

Eine Frau bereitet einen Braten vor und bevor er in den Ofen kommt,

schneidet sie an beiden Seiten ein Stück ab. Jedes Mal.

Irgendwann fragt jemand, warum machst du das eigentlich? Und sie sagt,

das hat meine Mutter auch immer so gemacht.

Also wird die Mutter gefragt und die Mutter sagt, keine Ahnung,

das hat meine Mutter immer schon so gemacht.

Zum Glück lebt die Grossmutter noch. Also wird sie auch gefragt und sie sagt,

ach, mein Bräter war einfach zu klein.

Eine schöne Geschichte, ich mag sie wirklich, weil sie ist so harmlos und so

alltäglich und könnte tatsächlich wahr sein. Und gleichzeitig zeigt sie so viel.

Denn der Grund ist längst weg. Die Bräter sind inzwischen gross genug.

Aber die Handlung, die Gewohnheit ist geblieben.

Und nicht nur das. Sie wird mit Sorgfalt weitergegeben, vielleicht sogar unbewusst,

aber von einer Generation zur nächsten, als wäre sie ein Teil des Rezeptes.

Und das Spannende daran, niemand hat je entschieden, die Enten abzuschneiden.

Es hat sich niemand bewusst dafür entschieden, sondern es ist einfach passiert,

weil der Braten nicht in den Bräter gepasst hat.

Natürlich hat die Grossmutter überlegt, was sie jetzt tun soll,

Aber trotzdem, das war einfach eine Notlösung, mehr nicht.

Und spannend ist, niemand hat sich jemals entschieden, damit aufzuhören.

Szenenwechsel. Just gestern in einem Firmenworkshop habe ich wieder gehört,

ich mache es lieber selbst.

Und auch, ich erledige manche Aufgaben selbst, weil es kurzfristig schneller geht.

Das ist ein wörtliches Zitat, das jemand auf unser virtuelles Whiteboard genau so geschrieben hat.

Ich erledige manche Aufgaben selbst, weil es kurzfristig schneller geht.

Ein einfacher Satz, nachvollziehbar und ich glaube, viele würden ihn sofort unterschreiben.

Und keine Angst, in dieser Episode geht es nicht um Delegieren,

sondern um etwas ganz anderes.

Deine Rolle hat sich verändert, deine Arbeitsweise nicht.

Und das kann einem Solo-Selbstständigen genauso passieren, wie jemandem,

der in einem Konzern den nächsten Karriere-Schritt gemacht hat.

Das Blöde ist, wenn man sich die einzelnen Dinge anschaut, die man selber macht,

dann ist jedes davon vernünftig und jedes davon funktioniert und jedes davon geht schnell.

Und jedes davon kann man selber gut.

Man weiss genau, wie es geht und am Ende ist es genau so, wie man es haben will.

Da gibt es eigentlich nichts zu kritisieren.

Erst zusammen, zusammengezählt, wird es zum Problem.

Zehn Minuten hier, ein halbes Stündlein da und das jede Woche wieder.

Und dann am Ende des Tages fragt man sich dann, wo die Zeit eigentlich hin ist.

In der letzten Folge vor zwei Wochen, das war der 10. Oktober,

da habe ich darüber gesprochen, dass eine Rolle wachsen kann,

ohne dass die Arbeitsweise mitwächst.

Heute möchte ich daran anschliessen und ein Stück davon etwas genauer anschauen.

Denn wenn eine Rolle wächst, dann kommen ja zwangsläufig auch neue, andere Aufgaben dazu.

Die Aufgaben aus der alten Rolle, die gehen aber nicht einfach weg. Sie kommen mit.

Aus Gewohnheit. Ohne, dass irgendwer darüber entschieden hätte.

Und das ist ja auch irgendwo verständlich, weil wenn etwas Neues dazukommt,

dann hat das unsere ganze Aufmerksamkeit.

Neue Kunden, neue Verantwortung, neue Themen. Da schaut man doch nach vorne.

Niemand setzt sich in so einer Phase hin und fragt, was von dem,

was ich bisher gemacht habe, kann jetzt eigentlich weg.

Dafür ist schlicht keine Zeit. Es ist ja eine Entwicklung.

Es ist nicht so, dass du einen komplett neuen Job beginnst, sondern deine Rolle

ist gewachsen, sie hat sich weiterentwickelt,

das Alte ist aber immer noch irgendwo da und der alte Job ist immer noch irgendwo

da und du bist immer noch in der gleichen Firma, es ist immer noch das gleiche

Unternehmen, das du führst, jetzt halt auf einer anderen Karrierestufe oder

jetzt halt viel erfolgreicher.

Und so fällt es später gar nicht mehr auf, weil das Alte zum Inventar gehört und längst dazugehört.

Und jetzt komme ich zu meinem Bräter und zu meiner Bratengeschichte vom Beginn dieser Folge.

Solche Bratenenden, die wir eben einfach so abschneiden, die haben wir im Arbeitsalltag auch.

Dinge, für die es einmal einen richtig guten Grund gab.

Damals, als alles noch kleiner war. Als man noch alles selbst im Blick haben

musste und das auch konnte.

Und der Grund war damals ja auch richtig. Genauso wie die Grossmutter,

die hat ja nichts falsch gemacht. Ihr Bräter war einfach zu klein.

Also hat sie das einzig Logische gemacht, sie hat die Enten abgeschnitten.

Das war eine clevere Lösung.

Die Lösung hat aber ihren Grund überlegt. Oder das Abschneiden hat den Grund,

warum es eben durchgeführt wird, überlegt.

Aber die braten Enten, die haben nie protestiert. Auch nicht,

als der Bräter gross genug war.

Solche Gewohnheiten, die tun ja nicht weh. Die gehen ja, da geht ja nichts kaputt.

Okay, die Enten waren abgeschnitten, aber die machen ja keinen Ärger und nichts,

sondern die laufen einfach weiter und deshalb fallen sie nur auf,

wenn man ganz bewusst nach ihnen sucht.

Wenn ich das hier so erzähle, muss ich ehrlicherweise sagen,

bin ich selber ein wenig verwirrt.

Und bei der Arbeit sind es ja Aufgaben, die man mitschleppt,

also die da sind, die man eben nicht abschneidet, aber das entspricht in der

Bratengeschichte eben tatsächlich den Enden,

die man abschneidet, eine Gewohnheit, die man einfach so macht und einfach so

weiterzieht, obwohl der Grund weg ist. Und bei der Arbeit ist es genauso.

Vielleicht versuchst du deine Kontakte immer noch in einer Excel-Tabelle zu

verwalten, obwohl du längst zu erfolgreich bist, als das noch funktionieren könnte.

Oder du machst irgendetwas, was du jetzt nicht mehr tun solltest,

weil jetzt eben deine Rolle ganz anders ist.

Und ich habe sogar eine weitere These, die genau daran an meine Bratenenten

hier aus der Geschichte anschließt, nämlich die Aufgaben, die uns am meisten

Zeit kosten, die stehen oft gar nicht auf der Liste.

Schau, was du auf der To-Do-Liste stehen hast, das wird ja irgendwie behandelt. Das ist ja da.

Wir priorisieren es, wir verschieben es, wir ignorieren es.

Wir fragen uns, ob es wirklich nötig ist. Manchmal streichen wir es sogar.

Jede Aufgabe auf der Liste muss sich sozusagen jeden Tag neu bewerben. Nimm mich.

Heute bin ich dran. Kümmere dich um mich heute.

Und wenn wir das Gefühl haben, dass uns die Zeit fehlt, was machen wir dann?

Wir schauen auf die Liste. Wir sortieren um, wir probieren neue Kategorien aus,

wir probieren ein neues Tool, ich habe zu viel zu tun, also brauche ich ein neues Tool.

Wir suchen nach dem, was wir streichen können, was wir schieben können und so weiter.

Und das ist alles, fast alles gut und richtig, außer das neue Tool.

Aber der Rest ist ja gut und richtig.

Aber wir suchen eben nur dort, wo wir ohnehin schon hinschauen.

Was aber einfach so aus Gewohnheit läuft, das muss ich nicht bewerben. Es steht nirgends.

Es läuft einfach mit.

Es durchläuft ja nie so eine Priorisierung, weil es nie als Entscheidung auf

dem Tisch lag. Es ist einfach da.

Und noch etwas. Meistens sind das gar nicht mal unbedingt so die ungeliebten Aufgaben.

Weil die fallen ja auf, weil man sie vor sich herschiebt und sich über sie ärgert

und keine Lust hat und so.

Die Bratenenden, sozusagen, das sind oft die Dinge, die man gern macht und gut kann.

Und das fühlt sich alles auch produktiv an. Danach hat man das Gefühl,

etwas geschafft zu haben.

Und genau deshalb stellt man sie nie in Frage.

Deshalb kommt die Frage, wer könnte das sonst machen, erst an zweiter Stelle, wenn überhaupt.

Die erste Frage lautet nämlich, gehört das noch zu meiner heutigen Rolle?

Ich mache dir ein Beispiel. Als ich mich selbstständig gemacht habe,

ganz zu Beginn, da hatte ich natürlich schon gut zu tun, allerdings nicht so

viel für die Kunden, weil ich ja noch nicht so viele Kunden hatte.

Ich war zwar schon teilselbstständig vorher, aber als ich mich dann 2013 vollselbstständig

gemacht habe, da kann ich mich gut erinnern.

Am Anfang sass ich so am Tisch und ich hatte hunderttausend Ideen.

Ich wollte hunderttausend Dinge gleichzeitig machen, aber da ging es darum,

wie bekomme ich mehr Kunden. Das war nicht die eigentliche Kundenarbeit.

Irgendwann wurde ich dann blöderweise erfolgreich. Und ich hatte sehr viele

Kunden. Und ich durfte sehr viel für meine Kunden machen.

Aber all das, was ich zu Beginn gemacht habe, habe ich weiter noch gemacht.

Das andere kam einfach zusätzlich dazu. Ein klassisches Beispiel.

Die eigene Webseite. Die mache ich übrigens bis heute nach wie vor selber.

Und das ist ein völliger Blödsinn. Das ist ein Bratenende, obwohl ich mir dessen

bewusst bin, dass das ein Bratenende ist und dass der Grund,

weshalb ich das mache, eigentlich schon längst weggefallen ist.

Zu Beginn habe ich das gemacht, weil ich es konnte und weil es mir Spass gemacht

hat. Jetzt ist es eigentlich ein Zeitinvest am falschen Ort.

Ich sollte in meiner heutigen Position, da wo ich jetzt bin,

meine Webseite nicht mehr selber machen.

Ich mache sie aber trotzdem, weil es mir halt wahnsinnig viel Spass macht und

ich bin mir dessen sehr bewusst, dass das eigentlich Blödsinn ist.

Und von daher stimmt es wieder für mich. Aber das ist ein schönes Beispiel,

das eben sichtbar ist, dass heute nach wie vor existiert, eben ein Bratenende,

das ich eigentlich nicht mehr abschneiden müsste, sozusagen,

weil der Grund dafür weggefallen ist.

Also sprich, die Webseite, die sollte ich nicht mehr selber machen,

sondern ich sollte meine Zeit sonst irgendwo investieren.

Das ist so ein klassisches Beispiel für so ein Bratenende von diesen Dingen,

von denen ich eben hier spreche.

Ja, also diese Bratenenden, diese Tätigkeiten, diese Dinge, die eben auf keiner

Liste stehen, warum sind die eigentlich so hartnäckig?

Da gibt es ein paar sehr gute Gründe dafür. Erstens mal, sie funktionieren.

Und was funktioniert, fasst man nicht an. Never change a running system,

never change a winning team oder wie auch immer die ganzen Sprüche heissen.

Das ist ja eigentlich auch vernünftig. Funktioniert ja. Warum ändern?

Zweitens, diese Tätigkeiten geben Sicherheit.

Wenn ich etwas selbst mache, weiss ich, dass es so wird, wie ich es will.

Hoffentlich. Ich hoffe, du weisst es.

In jedem Fall habe ich die Kontrolle. Gerade wenn viel los ist,

ist das ein ganz angenehmes Gefühl.

Drittens, selbst machen ist im Moment fast immer schneller als erklären.

Ist doch so. Wenn ich jemandem erklären muss, brauche ich heute länger,

als wenn ich es einfach selbst erledige.

Und wenn es eine Aufgabe ist, die nur einmal anfällt, dann kann man sagen,

komm, dann mach es halt selber. Das kostet dich weniger Zeit.

Aber wenn es eine sich wiederholende Aufgabe ist, dann gewinnt eben nicht mehr das Selbermachen.

Also, Selbstmachen ist im Moment fast immer schneller als Erklären,

aber langfristig natürlich nicht.

Und viertens, oft hängt ein Stück Selbstbild dran.

Das war immer meins, das mache ich halt so, das habe ich immer schon so gemacht.

Und einige dieser Tätigkeiten haben uns ja überhaupt erst dorthin gebracht, wo wir heute sind.

Kein Wunder, dass wir sie dann nicht mehr loslassen können.

Abgeben kostet in jedem Fall immer erstmal Zeit.

Man muss jemanden einarbeiten, man muss Vertrauen aufbauen und man muss auch

aushalten, dass es am Anfang vielleicht nicht ganz so wird, wie man es selbst gemacht hätte.

Und wenn du allein unterwegs bist, dann hast du ja vielleicht gar niemanden,

dem du etwas abgeben könntest.

Aber selbst wenn du eine Tätigkeit versuchst zu automatisieren oder eine KI

versuchst abzugeben oder sowas, dann gilt ja das Gleiche.

Du musst halt die KI einarbeiten, du musst halt auch da das Vertrauen aufbauen,

dass dir das richtig macht, du musst halt auch korrigieren und so weiter.

Du musst Zeit investieren.

Aber heute nochmal, es geht mir gar nicht ums Abgeben und Automatisieren,

sondern ums Hinschauen.

Denn was passiert, wenn man nicht hinschaut? Jede einzelne Tätigkeit kostet ein wenig.

Nur ein wenig, nur ein bisschen. Aber eben zusammen nehmen sie sich zuerst, was sie brauchen.

Und für die Arbeit, um die es in deiner heutigen Rolle eigentlich geht, bleibt dann der Rest.

So wie bei mir zu Beginn meiner Selbstständigkeit.

Als ich dann erfolgreicher wurde, da hatte ich echt ein Problem.

Ich hatte so viele Tätigkeiten, die ich einfach schon immer gemacht habe,

die alle aus einem Grund gemacht wurden.

Aber jetzt plötzlich hatte ich dann quasi keine Zeit mehr für meine Kundenarbeit.

Diesen Konflikt aufzulösen ist relativ einfach, weil die meisten Selbstständigen

lieben es, etwas für ihre Kunden zu machen.

Das war ja relativ einfach. Da konnte ich mich schnell umentscheiden.

Aber es ist nicht immer so einfach.

Das Problem ist halt, das Wichtigste kommt dann meistens erst zum Schluss,

wenn die Energie schon weg ist.

Also, selber machen ist grundsätzlich in Ordnung.

Wenn es eine bewusste Wahl ist, wie bei mir und meiner Webseite, dann ist es okay.

Aber bei den Bratenenden war es keine bewusste Wahl. Es war einfach so, weil es so ist.

Ja, was kannst du also tun? Ich hoffe, du hast erstens jetzt nicht zu sehr Hunger,

wenn ich hier immer von meinem Braten erzähle und ich hoffe,

dass ich das Bild gepackt habe und dass du verstehst, was ich damit sagen will.

Wenn das so ist, dann habe ich vier Ansätze für dich und alle sind wie immer

einfach umzubauen oder umzusetzen, es geht eigentlich nur ums Hinschauen, ums Sehen.

Und so lautet der erste Ansatz natürlich, sichtbar machen und zwar laufend.

Genau das habe ich übrigens auch gemacht. Du weisst ja, meine Frau Sabin hat

bis vor etwa anderthalb Jahren oder so bei mir gearbeitet.

Und als sie bei mir anfing, 2017 war das genau, da habe ich ihr zuerst ein paar

Dinge übergeben, von denen ich wusste, das kann sie.

Das passt zu ihren Stärken und das entlastet mich. Das war ja einfach.

Im Gegensatz zu fremden Mitarbeitenden, die du einstellst, kannte ich Sabin

natürlich sehr gut. und ich wusste genau, wo sie gut drin ist,

was ihre Stärken sind und auch was ihre ganz wenigen Schwächen sind.

Und damit konnte ich spielen, da konnte ich sehr gut Aufgaben übergeben,

die mich sehr schnell entlastet haben.

Und dann habe ich relativ schnell angefangen, eine Liste zu führen,

eine Delegationsliste.

Darauf kam alles, was ich an sie übergeben könnte oder auch an sonst jemanden.

Einfach, damit ich die Liste habe.

Und wenn ich gemerkt habe, dass sie nicht ausgelastet war, dann habe ich sehr

schnell auf diese Liste geschaut oder schauen können und konnte ihr noch etwas übergeben.

Und das Spannende ist, diese Gewohnheit habe ich behalten. Auch heute noch habe ich so eine Liste.

Da drauf stehen eben Dinge, die ich tue, aber die ich nicht tun müsste,

die ich nicht als Teil meiner Rolle verstehe.

Im Moment habe ich keinen Menschen, der sie mir abnehmen könnte.

Aber trotzdem ist die Liste wirklich wertvoll.

Sie zeigt mir eben, was eigentlich nicht mehr zu meiner Rolle gehört.

Und wenn ich irgendwann wieder jemanden suche, dann denke ich,

habe ich ein sehr klares Profil, was diese Person tun soll.

Und nicht einfach nur so ein paar Luftblasen und allgemeine Worthülsen,

sondern glasklare Dinge, die diese Person tun könnte.

Und auch wenn ich mal versuche, etwas zu automatisieren mit Hilfe einer KI oder

so, wenn ich das Gefühl habe, ich möchte ein paar Dinge abgeben,

dann schaue ich auf die Liste und schaue, gibt es eine KI oder eine Lösung,

mit einer KI, die mir etwas davon abnehmen könnte.

Also diese Liste ist so sehr wertvoll. Gerade auch, wenn du alleine arbeitest.

Die lohnt sich auch ohne Gegenüber. Sie macht eben aus dem, das mache ich halt,

eine sichtbare Sammlung. Sie macht die Bratenenden sichtbar.

Und was sichtbar ist, darüber kann man entscheiden. Jetzt, in drei Monaten,

in drei Jahren, egal. Die Entscheidungsgrundlage ist da.

Schreib doch einfach mal für den Anfang drei Tätigkeiten auf.

Drei Dinge, die du regelmässig selbst machst und die nirgends als Aufgabe auftauchen.

Das ist natürlich auch noch wichtig.

Ein guter Startpunkt ist der Blick auf die letzte Woche. Was hast du erledigt,

das auf keiner Liste stand?

Zweitens, die Neufrage. Für jede dieser drei Tätigkeiten kannst du dir eine Frage stellen.

Würde ich das übernehmen, wenn ich heute neu in diese Rolle käme?

Nochmal, diese neue Rolle, das kann ein Karriereschritt sein,

durchaus. Vielleicht hast du plötzlich Führungsverantwortung und vorratest du keine.

Das kann aber auch sein, dass dein Business plötzlich gewachsen ist und du plötzlich

in einer Rolle bist, wo du viel mehr unternehmerisch denken musst und nicht

mehr so wie ein klassischer Selbstständiger usw.

Also die Rolle kann man unterschiedlich interpretieren. Würde ich das übernehmen,

wenn ich heute neu in diese Rolle käme?

Ich mag diese Frage, weil sie ist so nett, sie ist so freundlich.

Sie fragt nicht, ob du etwas falsch gemacht hättest oder sowas.

Das interessiert mich nicht. Sondern sie fragt übrigens auch nicht,

warum du das eigentlich immer noch tust. Was soll das?

Du musst dich nicht rechtfertigen. Sie trennt einfach Gewohnheit von Entscheidung.

Und jetzt stell dir vor, jemand übergibt dir morgen genau deine heutige Rolle

mit allem, was dazugehört.

Und auf der Übergabeliste steht diese eine Tätigkeit. Würdest du sagen,

ja klar, das mache ich selbst.

Oder würdest du dich wundern, warum das da überhaupt steht?

Und manchmal ist die Antwort, ja, das würde ich übernehmen. Auch heute noch.

Da ist alles gut. Ist alles wunderbar. Dann hast du gerade aus einer Gewohnheit

eine bewusste Entscheidung gemacht.

Und allein das verändert schon etwas.

Du machst es dann nicht mehr, weil du es immer gemacht hast,

sondern weil du dich jetzt bewusst dafür entschieden hast.

Drittens, mehr als zwei Antworten. Wenn die Antwort auf die neue Frage Nein

lautet, also die Frage, würde ich das übernehmen, wenn ich heute neu in diese

Rolle käme, wenn deine Antwort Nein ist, dann heisst das noch lange nicht Abgeben.

Das ist mir wirklich wichtig, weil sonst kommt sofort der Gedanke,

ich kann ja eh nichts abgeben, ich habe ja niemanden, meine Leute sind ausgelastet,

meine Leute sind nicht gut genug, was weiss ich alles.

Also das ist nicht einfach Abgeben, wenn Nein, dann Abgeben.

Es gibt deutlich mehr als zwei Antworten, als nur Ja, also Nein und Abgeben oder was auch immer.

Du kannst etwas ja bewusst behalten. Du kannst es anders machen,

seltener, einfacher, mit einer Vorlage, gesammelt in einem festen Block,

also bündeln, anstatt verteilt über die ganze Woche.

Du kannst es abgeben, wenn jemand da ist. Du kannst es vielleicht outsourcen,

wenn du die finanziellen Ressourcen dafür hast und wenn es irgendeinen Dienst

gibt, der dir das abnehmen würde,

Ich denke nur an, keine Ahnung, du bist extrem erfolgreich geworden und dein

Telefon klingelt von morgens früh bis abends spät und du kommst gar nicht mehr zum Arbeiten.

Dafür musst du niemanden einstellen. Es gibt E-Büros. Dann leitest du das Telefon

da um und hast alles am Schluss gebündelt.

Oder vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dass man dich weniger per Telefon

erreicht, sondern eher per E-Mail oder über ein Ticketsystem.

Oder, oder, oder, oder. Da gibt es so, so, so viele Möglichkeiten.

Und das war jetzt ein einfaches Beispiel, aber auch bei vielen anderen Dingen,

Gibt es sehr gute, kreative Lösungen und sei es nur, dass du es einfach seltener,

einfacher machst mit Vorlage, mit Checkliste oder du lässt es einfach weg.

Natürlich gibt es auch Dinge, die erledigt werden müssen. Rechnungen,

Fristen, Zusagen an Kunden, die musst du natürlich machen.

Da geht es nur um die Frage, auf welchem Weg.

Ich habe ein paar wenige Kunden, mit denen arbeite ich stundenweise zusammen.

Normalerweise arbeite ich mit Menschen nur in Paketen zusammen.

Ausser bei Bestandeskunden, wenn die gerne noch ein paar Stunden dranhängen

möchten, dann machen wir das und dann bekommen die so regelmässig eine Abrechnung

für die Stunden, wo wir eben zusammensassen.

Das mache ich nicht mehr selber. Meine KI sieht meinen Kalender.

Meine KI hat Zugriff auf mein Rechnungsprogramm.

Dann sage ich einfach, bitte erstelle eine Rechnung über die noch nicht bezahlten Stunden für XY.

Und dann wird die Rechnung erstellt. Und ich weiss, es wird kein Termin übersehen.

Im Gegensatz, wenn ich das selber mache, dann übersehe ich vielleicht mal einen Termin oder sowas.

Natürlich schaue ich am Schluss noch drüber, keine Frage. Und meistens schreibt

die KI eher ein bisschen zu viel als zu wenig auf.

Aber trotzdem, damit ist 80% des Weges schon automatisiert.

So was meine ich. Die Sache muss erledigt werden, aber die Frage ist, auf welchem Weg.

Und nochmal, wenn du etwas gern machst und es bewusst behältst,

auch dann hast du eine richtig gute Entscheidung getroffen.

Der Unterschied zum Bratenende liegt ja gar nicht in der Tätigkeit selbst.

Er liegt darin, dass du jetzt wieder weisst, warum du sie machst.

Und vierter Ansatz, eine Sache, nicht alle drei.

Nimm dir nicht alles auf einmal vor. Eine einzige Tätigkeit reicht.

Dort veränderst du etwas und dann schaust du, was passiert.

Und es kann ganz klein sein. Zum Beispiel, du machst etwas nur noch jede zweite Woche statt jede Woche.

Oder du machst eine Vorlage, statt jedes Mal neu anzufangen.

Wenn ich heute einen Workshop halten darf, dann nehme ich zuerst mal meine Vorlage,

wo die Aufgaben draufstehen, die ich tun muss.

Das weiss ich natürlich alles, weil ich habe doch schon in meinem Leben zwei,

drei, vielleicht sogar vier Workshops gehalten.

Und trotzdem bin ich froh, dass ich so eine Stütze habe. Ah ja,

dann muss ich noch das mit dem Kunden absprechen, dann müssen wir noch das sicherstellen,

dann muss ich dieses vorbereiten, dann muss ich jenes machen und danach geht

es so und so und so weiter.

Das muss ich mir nicht jedes Mal überlegen. Da habe ich eine Vorlage.

Und das spart mir nicht Stunden für jeden Auftrag, aber für jeden Auftrag sicher

ein paar Minuten und gibt mir die Sicherheit, dass ich nichts vergesse.

Und diese Minuten, die sammeln sich.

Oder du startest mal einen Versuch, etwas einfach wegzulassen für zwei,

drei Wochen und schaust, ob es jemandem fehlt.

Ein Versuch hat den grossen Vorteil, dass es nicht in Stein gemeißelt ist. Es ist ein Versuch.

Du hast dich noch nicht endgültig entschieden. Du kannst jederzeit zurück.

Oft passiert erstaunlich wenig. Oft merkt niemand etwas. Und das ist dann eine

ziemlich klare Antwort auf die Frage, ob die Sache überhaupt noch nötig ist.

Die Zeit, die dabei frei wird übrigens, die kann zu etwas werden,

das gerade viele von uns schmerzlich vermissen.

Luft. Freiraum. Reserve.

Ja, vieles von dem, was wir selbst machen, machen wir, weil wir es immer gemacht haben.

Nicht, weil wir es heute so entscheiden würden. Und das ist der Punkt aus dieser Podcast-Folge.

Diese Tätigkeiten, die stehen meistens gar nicht auf der Liste.

Und deshalb müssen sie sich nie bewerben. Sie müssen nie um Zeit kämpfen, um Priorität kämpfen.

Sie müssen auch keine Prüfung bestehen oder überstehen.

Wenn du aus der heutigen Episode etwas mitnehmen willst, dann das.

Schreib dir drei Tätigkeiten auf, die du regelmässig selbst machst.

Und frag dich bei jeder, würde ich das übernehmen, wenn ich heute neu in diese Rolle käme?

Und vielleicht denkst du dabei an unsere liebe Grossmutter, aber aus der Geschichte

ganz zu Beginn mit ihrem kleinen Bräter.

Der Bräter ist inzwischen gross genug. Du darfst die Enden dran lassen.

Damit danke ich dir fürs Zuhören. Wenn dir diese Folge gefallen hat,

dann freue ich mich über ein paar Sterne und oder eine kurze Rezension auf Apple

Podcasts und oder Spotify.

Damit hilfst du mir sehr weiter. Vielen Dank und nutze deine Zeit,

nutze deine Bratenenden, denn die Zeit, die kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.