Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.
Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.
Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."
Hallo, hier spricht Ivan Blatter, dein Begleiter für strategisches Zeitmanagement.
Hier findest du Klarheit, Fokus und Ruhe im Arbeitsalltag, damit du wieder führst,
statt getrieben zu sein.
Heute geht es um Gewohnheiten. Und ich sage dir gleich vorweg,
wahrscheinlich bringt dich fast alles, was du bisher darüber gehört hast,
eher aus, als dass es dir hilft.
Du setzt dich abends aufs Sofa, nimmst die Fernbedienung in die Hand und zack, läuft Netflix.
Nicht weil du bewusst entschieden hast, jetzt eine Serie zu schauen,
sondern weil es einfach passiert, automatisch, ohne nachzudenken.
Das ist eine Gewohnheit, eine ziemlich mächtige sogar.
Und heute frage ich mich mit dir, was wäre, wenn du genau diese Automatik,
diese Kraft, die Netflix jeden Abend gewinnen lässt, für etwas nutzen könntest,
das dich wirklich weiterbringt.
Das klingt erst einmal simpel, ist es aber nicht.
Denn wenn es so einfach wäre, würden wir alle längst unsere Traumroutinen leben,
jeden Morgen meditieren, Sport machen, gesund essen, fokussiert arbeiten, das volle Programm.
Aber so läuft es meistens nicht, nicht wahr?
Das Blöde ist, die meisten von uns haben schon Und versucht neue Gewohnheiten aufzubauen.
Und kleine Klammerbemerkung. Alle von uns sind auch ziemlich erfolgreich darin.
Wir haben schon dutzende Gewohnheiten neu aufgebaut. Einige vielleicht bewusst, andere unbewusst.
So wie eben dieses Netflix-Beispiel von vorhin.
Aber vielleicht hast du dir vorgenommen, jeden Morgen eine kleine Tagesplanung zu machen.
Oder regelmässig Pausen zu machen. Oder pünktlich Feierabend zu machen.
Und es hat vielleicht sogar ein paar Tage geklappt, vielleicht sogar ein paar
Wochen und dann nicht mehr.
Diese Gewohnheiten gibt es eben auch, die wir eben nicht erfolgreich implementieren konnten.
Du bist sicher sehr motiviert gestartet, warst voller Energie,
aber irgendwann schleicht sich der Alltag wieder ein.
Die alte Routine kommt zurück und gewinnt und dann hinterfragst du dich,
was stimmt nicht mit mir, warum kriege ich das nicht hin?
Ich kann dich beruhigen. Mit dir stimmt alles. Zumindest in diesem Bereich.
Das Problem liegt woanders.
Das Problem ist, dass wir Gewohnheiten wie Entscheidungen behandeln.
Als wäre es jeden Tag aufs Neue eine bewusste Wahl. Mache ich heute Sport? Ja oder nein?
Plane ich heute meinen Tag? Ja oder nein?
Und das ist anstrengend. Das kostet Energie, Willenskraft. Ja und die Willenskraft,
das weisst du, die ist natürlich endlich.
Das ist wie ein Akku.
Morgens voll, abends leer. Deshalb gewinnst du den Kampf vielleicht am Morgen früh.
Aber abends, abends gewinnt Netflix.
Weil Netflix keine Willenskraft braucht. Netflix ist eine Gewohnheit.
Und das sehe ich natürlich auch immer wieder im Zeitmanagement,
viele Kunden oder Interessenten kommen zu mir und sagen hey Ivan,
ich weiss ganz genau was ich tun soll ich sollte meinen Tag planen,
ich sollte Prioritäten setzen ich sollte nicht ständig E-Mails checken aber ich kriege es nicht hin,
aber ich habe keine Disziplin.
Und genau das ist das Problem sie versuchen mit Willenskraft,
mit Disziplin gegen die eigenen Muster zu kämpfen, jeden Tag aufs Neue.
Und das ist so wie Schwimmen gegen die Strömung.
Es geht, ja klar, aber es ist unglaublich anstrengend und irgendwann bist du müde und gibst auf.
Wir brauchen also einen anderen Ansatz. Wir müssen verstehen,
wie Gewohnheiten wirklich funktionieren.
Nicht einfach so oberflächlich, wie man das sonst überall liest,
sondern wirklich verstehen.
Also, was sind denn Gewohnheiten eigentlich? Gewohnheiten sind automatisierte Verhaltensweisen.
Dein Gehirn liebt das ja.
Automatisierung spart Energie. Und dein Gehirn ist ein Energiesparmeister.
Es will so wenig wie möglich nachdenken müssen.
Einfach auf Autopilot fahren oder fliegen.
Jede Gewohnheit besteht nun aus drei Teilen. Einem Auslöser,
ein Trigger. Einem Verhalten und einer Belohnung.
Das ist die Schleife, die sich immer wieder wiederholt.
Beim Netflix Beispiel, du setzt dich aufs Sofa, das ist der Auslöser.
Du greifst zur Fernbedienung und schaltest ein, das ist das Verhalten.
Ja und dann kommt die Entspannung, das Abschalten, die Serie, das ist die Belohnung.
Das alles läuft vollautomatisch, du denkst nicht darüber nach, es passiert einfach.
Und das Interessante ist, genauso funktionieren natürlich auch die guten Gewohnheiten.
Zähneputzen zum Beispiel.
Du stehst morgen auf, gehst ins Bad und putzt dir die Zähne. Denkst du darüber nach?
Natürlich nicht. Es passiert einfach, weil es eine Gewohnheit ist.
Das Geheimnis, wenn man so will, liegt also nicht darin, dich zu mehr Disziplin
zu zwingen. Sondern das Geheimnis liegt darin, diesen Mechanismus zu verstehen
und ihn dann für dich zu nutzen.
Lass uns deshalb jetzt zu den vier Denkfehlern über Gewohnheiten kommen.
Ich glaube, das sind Überzeugungen, Glaubenssätze, die viele von uns haben,
um nicht gerade zu sagen, fast alle von uns haben.
Ist ja auch klar, denn die klingen zuerst mal sehr logisch und nachvollziehbar.
Aber sie bremsen dich aus, statt dir zu helfen.
Denkfehler Nummer 1. Ich brauche mehr Disziplin. Das höre ich ständig.
Menschen sagen, ich bin einfach nicht diszipliniert genug.
Wenn ich nur mehr Disziplin hätte, würde ich das hinkriegen.
Oder umgekehrt, ich bekomme häufig zurückgespiegelt, ah, du bist so diszipliniert,
du machst das alles so konsequent und ich wünsche mir, dass ich auch so viel Disziplin hätte.
Ich habe das nie verstanden, weil ich sehe mich überhaupt nicht als disziplinierten Menschen.
Eher im Gegenteil, weil ich so undiszipliniert bin, brauche ich gute Gewohnheiten
und gute Systeme, brauche ich gute Automatismen, weil wenn ich die nicht hätte,
dann würde überhaupt nichts funktionieren.
Deshalb ist Disziplin nicht die Lösung, sondern das Problem.
Klingt vielleicht komisch, aber denk mal darüber nach. Wenn du dich jeden Tag
aufs Neue überwinden musst, etwas zu tun, dann hast du keine Gewohnheit.
Dann hast du einen Kampf, einen täglichen Kampf gegen dich selbst.
Und Kämpfe sind anstrengend. Kämpfe kosten Kraft und irgendwann verlierst du.
Eine echte Gewohnheit, die braucht keine Disziplin. Oder brauchst du Disziplin,
um dir die Zähne zu putzen?
Nein, natürlich nicht. Du machst es einfach. Es kostet dich keine Überwindung.
Und das ist der Unterschied. Gewohnheiten entstehen nicht durch Willenskraft.
Sie entstehen durch Wiederholung im richtigen Kontext.
Immer wieder das Gleiche, zur gleichen Zeit, am gleichen Ort,
nach dem gleichen Auslöser, bis es zum Automatismus wird.
Wenn du also merkst, dass du dich jeden Tag überwinden musst,
dann ist das ein Zeichen, dass irgendetwas nicht stimmt.
Nicht mit dir, sondern mit dem Setup, mit dem Kontext, mit dem System,
mit der Art, wie du die Gewohnheit aufgebaut hast.
Denkfehler Nummer 2. Ich muss motiviert sein, um anzufangen.
Das ist Blödsinn. Viele Menschen warten auf Motivation. Sie sagen sich,
ja, wenn ich dann erstmal motiviert bin, ja dann fange ich dann an.
Dann starte ich so richtig durch.
Das Problem ist, Motivation kommt nicht einfach so.
Motivation ist keine Voraussetzung fürs Handeln, sondern, Achtung,
Motivation ist ein Ergebnis vom Handeln.
Ja, du hast richtig gehört. Es ist genau andersherum, als die meisten denken.
Du kennst bestimmt dieses Gefühl, du hast absolut keine Lust,
etwas Bestimmtes zu tun, aber du fängst trotzdem an, weil du halt musst und
nach ein paar Minuten bist du drin.
Und manchmal, nicht immer, aber manchmal macht es sogar Spass,
plötzlich willst du weitermachen.
Das ist kein Zufall, sondern das ist genau dieser Mechanismus.
Die Motivation kommt durchs Tun und nicht davor.
Also, warte nicht auf Motivation, die kommt nicht. Dann kannst du lange warten.
Was du stattdessen brauchst, ist ein Einstieg, der so leicht ist,
dass du keine Motivation mehr brauchst.
Ein Anfang, der so klein ist, dass es lächerlich wäre, ihn nicht zu machen.
Das mag banal klingen, aber es ist wirklich ein Schlüssel.
Nicht die grosse Aktion planen, sondern den kleinstmöglichen ersten Schritt
machen. Und dann schauen, was passiert.
Meistens passiert nämlich genau das. Du machst weiter. Weil die Energie kommt,
weil die Motivation da ist. Durch und beim Tun.
Denkfehler Nummer 3. Ich muss die perfekte Gewohnheit finden.
Ja, das ist wieder so ein großes Thema. Viele Menschen, die recherchieren endlos,
die lesen Bücher über Morgenroutinen, schauen YouTube-Videos von erfolgreichen
Unternehmern und so weiter.
Und sie suchen nach der einen perfekten Gewohnheit, die alles verändert.
Die gibt es aber nicht. Es gibt keine perfekte Gewohnheit. Es gibt nur Gewohnheiten,
die zu dir passen oder eben nicht.
Was für jemanden super funktioniert, kann für dich völlig falsch sein.
Ich habe zum Beispiel eine 5 Uhr Morgenroutine, wenn du so willst.
Ich stehe sehr, sehr gerne sehr, sehr, sehr früh auf und mache da so ein paar Dinge.
Ja, das mag für dich hinten und vorne nicht funktionieren, weil du ein Nachtmensch
bist und am liebsten bis um Mitternacht arbeitest. Das geht nicht.
Dafür bin ich halt spätestens um 9 Uhr im Bett.
Der eine braucht Struktur, der andere braucht Flexibilität und so weiter.
Die Frage ist also nicht, was sollte ich tun, was machen erfolgreiche Menschen,
was empfiehlt der Experte?
Sondern die Frage ist, was passt zu meinem Leben so wie es jetzt ist?
Was kann ich in meinen Alltag integrieren, ohne dass alles umgekrempelt werden muss?
Ich glaube, das ist viel wichtiger als irgendeine theoretisch optimale,
perfekte Routine. Denn die beste Gewohnheit ist die, die du auch wirklich machst.
Nicht die, die auf dem Papier am besten und am beeindruckendsten aussieht.
Ich habe manchmal auch so Menschen, so Kunden, die sich eben so Dinge vornehmen, die sich sagen,
ich habe keine Zeit für Sport, ich stehe einfach eine Stunde früher auf und
mache dann den Sport und meditiere und plane den Tag und was weiß ich.
So wie du das auch machst, Ivan.
Das Problem ist, das musst du zuerst mal hinbekommen. Vor allem,
wenn du abends auch noch Dinge zu tun hast oder wenn du vielleicht ein Nachtmensch
bist oder wenn du nicht gerne früh aufstehst.
Wenn das Ganze auf Kosten des Schlafs geht, dann wirst du das nicht lange aushalten können.
Und genau das ist der Punkt. Wir müssen doch schauen, wo eine neue Gewohnheit
im echten Leben, nicht im Wunschleben, sondern im echten Leben Platz hat.
Und das muss nicht morgens sein, auch wenn es den 5 Uhr Club gibt und wenn alle
immer von diesem frühen Aufstehen schwärmen etc.
Sondern vielleicht ist es bei dir in der Mittagspause.
Vielleicht hast du in der Mittagspause 10 Minuten Zeit, um irgendeine Form von
Bewegung in deinen Alltag reinzubringen.
Sei es mit dem Hund spazieren zu gehen, einen Spaziergang zu machen oder von
mir aus 10 Minuten ein paar Liegestütze, ein paar Burpees und was weiß ich alles zu machen.
Wenn das klappt und wenn du das wirklich integrieren kannst,
ja dann funktioniert es eben für dich und dann bist du viel,
viel weiter als eine Stunde Sport um 5 Uhr zu machen, die du dann eben doch nicht machst.
Denkfehler Nummer 4, das ist ein fieser Denkfehler und der ist einmal gescheitert,
heisst immer gescheitert.
Das ist bei uns so, also hier in unseren breiten Graden, ich glaube so im deutschsprachigen
Raum ist das glaube ich, oder haben wir oft diesen Eindruck,
einmal gescheitert heisst immer gescheitert.
Und das ist richtig, richtig fies, weil das stimmt einfach nicht, es ist nicht so.
Du versuchst deine Gewohnheit aufzubauen. Es läuft ein paar Tage gut und dann
ein stressiger Tag, eine Ausnahme oder du vergisst die Gewohnheit schlicht und einfach.
Und dann denkst du, na super, schon wieder vermasselt, ich schaff's einfach
nicht, ich bin einfach nicht der Typ dafür.
Dabei ist Scheitern Teil des Prozesses. Das ist nicht nur so ein Motivationsspruch,
sondern das ist Realität.
Scheitern gehört zum Prozess dazu.
Menschen, die erfolgreich Gewohnheiten aufbauen, scheitern auch.
Sie verpassen auch mal einen Tag.
Der Unterschied ist, sie machen trotzdem weiter. Sie lassen sich von einem Rückschlag
nicht komplett aus der Bahn werfen.
Ein verpasster Tag ist kein Problem. Zwei verpasste Tage hintereinander,
das wird dann schon langsam kritisch, weil dann beginnt eine neue Gewohnheit,
nämlich die Gewohnheit, es nicht mehr zu tun.
Also, wenn du mal einen Tag verpasst, okay, passiert, ist so,
wir sind Menschen, wir sind nicht perfekt, aber am nächsten Tag fängst du wieder
an, ohne Drama, ohne Selbstvorwürfe, einfach weitermachen.
Das ist übrigens auch etwas, was ich bei mir selbst bemerkt habe.
Ich war früher, glaube ich, strenger zu mir als heute. Und wenn ich dann eben
einen Tag nicht geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe,
dann war ich eben frustriert.
Nicht wütend, aber eher frustriert.
Und weisst du, was das gebracht hat?
Nichts. Nur schlechte Laune. Und auch wenn ich meine Gewohnheiten jetzt relativ stabil habe,
gibt es auch manchmal Tage, da komme ich um 5 Uhr nicht aus den Federn,
weil vielleicht der Abend vorher etwas länger war oder ich hatte irgendeinen
Workshop irgendwo und musste noch anreisen und zurückreisen und ich war einfach kaputt.
Oder ich habe einen frühen Termin und dann reicht es nicht für den Sport oder oder oder.
Es ist okay. Es ist nicht perfekt, aber es ist okay.
Morgen ist ein neuer Tag und den, den nutze ich.
So, wir haben vorhin über die vier Denkfehler gesprochen. Disziplin,
Motivation, Perfektion und Scheitern.
Ich hoffe, du merkst, es geht nicht darum, dich zu irgendetwas zu zwingen,
sondern es geht darum, die Mechanismen zu verstehen und sie für dich arbeiten zu lassen.
Aber jetzt kommt noch etwas, das vielleicht noch wichtiger ist als alles andere,
was ich bis jetzt gesagt habe. So eine Art Metaprinzip, wenn du so willst.
Nämlich, Gewohnheiten sind Werkzeuge. Sie sind nicht das Ziel.
Menschen wollen Gewohnheiten aufbauen, weil sie gehört haben,
dass erfolgreiche Menschen Gewohnheiten haben.
Also suchen sie sich irgendwelche Gewohnheiten heraus.
Morgens meditieren, weil man das halt so macht. Journaling, weil es gerade Trend ist.
Kalt duschen, weil irgendein Bio-Hacker das empfiehlt.
Aber frag dich mal, ja warum denn eigentlich? Wozu?
Was soll das bringen? Welches Problem löst diese Gewohnheit für mich?
Und wenn du diese Fragen nicht beantworten kannst, dann musst du dich auch nicht
wundern, wenn es nicht klappt oder wenn es sich sinnlos anfühlt.
Eine Gewohnheit ohne Ziel ist wie ein Werkzeug ohne Projekt. Du hast einen Hammer.
Ja und jetzt? Was willst du damit machen?
Die Frage ist also nicht, welche Gewohnheit soll ich aufbauen,
sondern die Frage ist, welches Problem will ich denn eigentlich lösen?
Was will ich eigentlich erreichen?
Und erst dann, welche Gewohnheit könnte mir dabei helfen? Welche Gewohnheit
könnte mich dabei unterstützen?
Und das ist ein komplett anderer Ansatz und führt zu besseren Ergebnissen.
Wenn du zum Beispiel merkst, dass du abends völlig erschöpft bist und nicht
mehr klar denken kannst, dann ist vielleicht nicht Meditation morgens um 5 Uhr früh die Lösung,
sondern vielleicht ist die Lösung, während des Tages echte Pausen zu machen
oder früher aufzuhören oder zu
lernen, Nein zu sagen oder weniger Multitasking zu machen und so weiter.
Die Gewohnheit folgt dem Ziel, nicht umgekehrt.
Lass mich das noch ein klein wenig weiter vertiefen, weil ich glaube,
hier liegt der wirkliche Kern.
Wir leben in einer Zeit, in der es unendlich viele Ratschläge gibt.
Jeder hat eine Meinung dazu, was du tun solltest. Morgenroutinen,
Abendroutinen, Produktivitätshacks, Zeitmanagementtechniken.
Das kann einen erschlagen.
Und die Versuchung ist natürlich groß, einfach zu kopieren, was andere machen.
Weil wenn jemand ein YouTube-Video aufzeichnet, dann spricht er natürlich nur von seinen Erfolgen.
Dass er die Gewohnheit, die er jetzt hier so preist, dass er dafür 10 Jahre
gebraucht hat, bis er die endlich etabliert hatte, oder dass er sie 3 Stunden
nach Aufzeichnung des YouTube-Videos schon über Bord geworfen hat,
das erzählt er dir nicht.
Wenn es für jemanden funktioniert, funktioniert es doch bestimmt auch für mich.
Nein, so ist es einfach nicht. Dein Leben ist nicht das Leben von jemand anderem.
Du hast andere Umstände, andere Prioritäten, andere Stärken,
andere Schwächen, einfach ein anderes Leben.
Was du brauchst, ist nicht mehr Information. Was du brauchst,
ist Klarheit darüber, was für dich funktioniert.
Und das kannst du nur herausfinden, indem du es ausprobierst und beobachtest und anpasst.
Das ist übrigens auch strategisches Zeitmanagement. Es geht nicht darum,
irgendein System zu übernehmen.
Es geht darum, dein eigenes System zu entwickeln.
Eines, das zu dir passt, das zu deinem Leben passt.
Und Gewohnheiten sind ein Teil davon. Ein wichtiger Teil, aber eben nur ein Teil.
Und bevor ich diese Folge hier beende, will ich dir noch drei Fragen mitgeben.
Fragen, die du dir stellen kannst, wenn du eine neue Gewohnheit aufbauen willst.
Nicht als Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern als Inspiration, als Denkanstoß.
Erstens, welche Gewohnheit würde dein aktuell grösstes Problem lösen?
Nicht irgendeine Gewohnheit, die cool klingt, sondern eine, die wirklich einen
Unterschied für dich macht, in deinem Leben, wie es jetzt ist.
Vielleicht ist es, jeden Morgen 10 Minuten in den Tag zu starten,
bevor du E-Mails checkst.
Vielleicht ist es, nach dem Mittagessen einen kurzen Spaziergang zu machen.
Vielleicht ist es, abends dein Smartphone in einen anderen Raum zu legen.
Ich weiß nicht, was es für dich ist. Aber du, du weißt es ziemlich sicher oder
hast zumindest eine Ahnung.
Zweitens. Wann und wo könnte diese Gewohnheit am natürlichsten stattfinden?
Denk an deinen Alltag. Wo gibt es Lücken? Wo gibt es Übergänge?
Wo gibt es Auslöser, die du nutzen könntest?
Wo gibt es bestehende Gewohnheiten, an die du die neue Gewohnheit dranhängen könntest?
Die besten Gewohnheiten docken an etwas an, das du sowieso schon machst.
Nach dem Aufstehen, nach dem ersten Kaffee, nach dem Mittagessen, vor dem Schlafen gehen.
Wenn du einen natürlichen Platz findest, ist die halbe Arbeit schon getan.
Und dritte Frage, was ist die kleinste Version davon, die du ohne Überwindung tun könntest?
Nicht die beste Version, nicht die ideale Version, nicht die beeindruckendste
Version, die kleinste Version.
Wenn du meditieren willst, nicht 20 Minuten, sondern eine.
Eine einzige. Wenn du Sport machen willst, nicht eine Stunde im Fitnessstudio,
sondern 5 Minuten denen zu Hause.
Wenn du deinen Tag planen willst, nicht ein aufwendiges System,
sondern drei Aufgaben auf einen Zettel schreiben.
Der Einstieg muss so leicht sein, dass es absurd wäre, ihn nicht zu machen.
Denn es geht am Anfang nicht um die Leistung, es geht um die Wiederholung.
Darum, die Schleife zu etablieren.
Auslöser, Verhalten, Belohnung. Immer wieder, immer wieder, bis es automatisch wird.
Ja, lass mich das zusammenfassen. Gewohnheiten sind der stille Motor hinter deinem Alltag.
Sie bestimmen mehr von dem, was du tust, als du vielleicht denkst.
Und ja, du kannst sie bewusst gestalten. Du kannst neue aufbauen und alte loslassen.
Aber vergiss dabei die üblichen Ratschläge. Vergiss Disziplin.
Wenn du dich jeden Tag überwinden musst, ist etwas faul. Vergiss Motivation.
Die kommt durchs Tun und nicht davor.
Und vergiss die perfekte Gewohnheit. Es gibt nur Gewohnheiten,
die zu dir passen oder eben nicht.
Und ganz wichtig, vergiss den Perfektionismus. Ein Rückschlag ist kein Scheitern.
Nur Aufgeben ist Scheitern. Ein Rückschlag ist eine Lerngelegenheit.
Gewohnheiten sind Werkzeuge. Sie helfen dir, deine Ziele zu erreichen.
Also fang beim Ziel an. Frag dich, was du wirklich erreichen willst.
Und dann finde die Gewohnheit, die dich dahin bringt.
Mit kleinen Veränderungen kannst du wirklich grosse Hebel in Bewegung setzen.
Das habe ich bei mir selbst gesehen und bei vielen meiner Kunden.
Es lohnt sich wirklich, da genauer hinzuschauen.
Und damit danke ich dir, dass du heute mit dabei warst.
Ich hoffe, du nimmst heute etwas mit, das dir hilft, deinen Alltag klarer und
gelassener zu gestalten.
Bis bald und vergiss nicht, nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.