Leiwand gründen

Wie erkennst du, ob du mit deinem Angebot die richtigen Kunden ansprichst? In dieser Folge von „Leiwand gründen“ sprechen die Gründungsberater Günter Schmatzberger und Camillo Patzl darüber, was zu tun ist, wenn du sichtbar bist und ein gutes Angebot hast, die Aufträge aber trotzdem ausbleiben.
  • Zu wenig Umsatz kann drei Ursachen haben: Das Angebot wird nicht als nützlich empfunden, du bist zu wenig sichtbar – oder du sprichst nicht die richtigen Kundinnen und Kunden an.
  • Social-Media-Postings allein sind wie eine schön dekorierte Auslage, an der alle vorbeigehen. Wer wissen will, ob die Zielgruppe passt, muss aktiv ins Gespräch kommen – etwa über Anrufe, Veranstaltungen, Webinare, Freebies oder kostenlose Erstgespräche.
  • Persönliche Gespräche bringen mehr als Umfragen: Oft liefern schon drei, vier, fünf Gespräche wertvolle Erkenntnisse, weil man nachfragen und Reaktionen direkt wahrnehmen kann.
  • Wenn Interesse da ist, aber nicht gekauft wird, fehlt der Zielgruppe möglicherweise die Kaufkraft. Die kann auch saisonal schwanken – zum Beispiel bei Privatkunden zu Schulbeginn oder vor Weihnachten.
  • Gib deinem Angebot einen klaren Testzeitraum – irgendwo zwischen einem Monat und einem Jahr – und triff erst danach eine Entscheidung. Schraub nicht nach jedem einzelnen Feedback am Angebot.
Wann hast du zuletzt direkt mit potenziellen Kundinnen und Kunden über dein Angebot gesprochen – und was haben sie dir gesagt?

Viel Inspiration beim Hören! 🎧

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Was ist Leiwand gründen?

Der Podcast für Gründer und Solo-Selbständige mit Günter Schmatzberger und Camillo Patzl. Jede Woche: 1 Frage, 15 Minuten, 2 Sichtweisen.

Wie erkenne ich, ob ich die richtigen

Kunden anspreche? Willkommen, liebe

Hörerinnen, liebe Hörer, zu dieser

wöchentlichen, regelmäßigen Podcast-Folge

von Leiwand gründen. Und an meiner Seite

sitzt wie immer wieder der liebe Günter,

Günter Schmatzberger. Hallo, hallo liebe

Hörerinnen, liebe Hörer, hallo lieber

Camillo, Camillo Patzl. An meiner Seite,

wir machen das ja jede Woche und wir

plaudern über das Gründen und über

Selbstständigsein und über die schönen

Seiten und die herausfordernden Seiten.

Und eine der größten Herausforderungen

sind ja die Kunden. Das Sprichwort heißt

ja, die Selbstständigkeit könnte so schön

sein, wenn die Kunden nicht wären. Ohne

geht es halt nicht. Ja genau, ohne geht es

halt leider nicht. Deswegen müssen wir uns

um diese Frage immer wieder drehen. Was

sind meine Kunden? Was sind die richtigen

Kunden? Und heute hast du die Frage

mitgebracht. Was mache ich, wenn ich das

Gefühl habe, das passt nicht, oder ich bin

mir nicht sicher, ob das die richtigen

Kunden sind. Richtig. Diese Frage kommt

von einer Gründerin schon ein bisschen

länger her. Ich hätte es so verstanden,

sie war sehr aktiv auf Social Media, sie

hat sehr viel getan, um in die

Sichtbarkeit zu rutschen. Und irgendwie

ist es aber nicht wirklich zu

Kundenaufträgen gekommen. Also sie hat

auch versucht, dann ein bisschen offline

in die Umsetzung zu kommen. Aber sie hat

sich dann nach ein paar Monaten die Frage

gestellt, wie erkenne ich denn, ob ich die

richtigen Kunden anspreche? Bin ich noch

nicht so sichtbar, dass aus diesem Grund

mein Angebot nicht wahrgenommen wird? Oder

passt mein Angebot nicht? Also habe ich da

irgendwo einen Zielkonflikt? auch

wiederholen. Wenn etwas nicht

funktioniert, wenn ich das Gefühl habe

oder wenn ich in meiner

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sehe, dass ich

zu wenig Umsatz mache, dann kann das drei

Gründe haben. Der eine Grund ist, das

Angebot ist einfach nicht gut oder wird

nicht als nützlich genug empfunden. Das

heißt, ich bin zwar sichtbar, ich habe das

Interesse auch von einer Kundengruppe,

aber die wollen das einfach nicht kaufen,

weil sie das Gefühl haben, das bringt mir

nichts. Erstes Problem. Zweites

Problem könnte sein, ich habe

grundsätzlich ein gutes Angebot, aber ich

bin zu wenig sichtbar. Also es kennen zu

wenige und deswegen habe ich zu wenige

Aufträge, weil einfach niemand davon weiß.

Oder die dritte Möglichkeit, und das ist

die, worauf wir uns heute konzentrieren

möchten, ist die Frage, okay, ich habe ein

Angebot, das grundsätzlich nützlich ist,

ich bin auch sichtbar damit. Aber

irgendwie, die Kunden, die ich da

anvisiere, die buchen mich nicht. Das

heißt, die anderen zwei lassen wir jetzt

mal weg. Wir sagen, das ist grundsätzlich

ein gutes Angebot. Ich bin grundsätzlich

sichtbar, aber die Kunden beißen trotzdem

nicht an. Und jetzt ist die Frage, woran

kann das liegen? Wo kann ich da vielleicht

gegensteuern? Ich glaube, das war so

zwischen den Zeilen, was ich herausgehört

hätte. Wie kann ich es denn selbst

erkennen? Also habe ich da irgendwie eine

Möglichkeit, in die Reflexion zu gehen

oder zu sagen, okay, wann drehe ich es

denn ab? Wann höre ich denn auf, wenn ich

draufkomme, ich müsste hier eine

Stellschraube finden oder nachjustieren,

weil irgendwas passt nicht. Ich glaube,

der erste Ansatz, wo man es erkennen kann,

ist einmal, oder der Betriebsleiter, der

mir sagt, es stimmt was nicht, wenn der

Umsatz nicht stimmt. Also wenn ich

tatsächlich keine Verkäufe tätige, dann

stimmt was nicht. Dann muss ich

hinschauen. Es stimmt schon natürlich, am

Anfang habe ich ja Zeit, wo ich vielleicht

jetzt nicht sofort die großen Verkäufe

habe. Meine Kunden laufen mir

wahrscheinlich nicht die Tür ein, hängt

vom Angebot ab. Aber es gibt eine

Anlaufphase, das ist meistens so. Aber

diese Anlaufphase sollte irgendwann vorbei

sein. Schwierig jetzt einen Zeitraum zu

nehmen. Aber zu sagen, okay, wenn es ein

Angebot ist, das relativ schnell wirken

soll, weil eigentlich der Preis nicht so

hoch ist, dann würde ich sagen, okay, das

sollte vielleicht ein paar Wochen sein

oder nach einem Monat oder zwei sollten

jetzt wirklich die ersten Buchungen da

sein. Das heißt, wenn ich zu wenig Umsatz

mache, dann passt was nicht von den Kunden

her. Aber noch ein Schritt davor, und das

ist jetzt das, wo man ein bisschen

reinspüren müsste, auch zu erkennen, habe

ich überhaupt Interessensbekundungen? Gibt

es irgendeine Resonanz vom Markt, von

meinen Kunden? Sagen die irgendwann, dass

ihnen das taugt? Und da habe ich jetzt so

dieses Bild einer Auslage vor mir gehabt,

wie mir das erzählt wurde. Bei Social

Media ist man ja sozusagen als

Selbstständiger dran, in die Sichtbarkeit

zu rutschen und kriegt da, wie wenn man in

einem MS-Teams-Meeting in einen schwarzen

Bildschirm reinspricht, relativ wenig

Resonanz. Bei einer Auslage kann es

ähnlich sein. Ich habe die wunderschön

gestaltet und die Leute gehen dran vorbei

oder kommen nicht in mein Geschäft hinein.

Irgendeine Stolperfalle oder irgendeine

kreative Möglichkeit sollte ich mir halt

überlegen, um in Gespräche zu kommen.

Auszutesten, gibt es dieses Interesse

grundsätzlich? Und sagt mir der Kunde im

Feedback, die Kundin im Feedback, ist mir

zu teuer, passt für mich nicht, weil, ach,

hätte ich gar nicht gesehen. Also

irgendetwas, womit ich wieder arbeiten

kann. Und da ist vielleicht auch die

Frage, was liegt mir persönlich? Wie

könnte ich solche Gespräche herbeiführen?

Gibt es irgendetwas, wo ich sage, ich kann

jemanden anrufen, aktiv? Vielleicht

irgendeine Veranstaltung dafür nutzen, um

vielleicht mehrere Menschen in mein

näheres Umfeld zu kriegen. Vielleicht

sogar eine kleine

Mini-Workshop-Veranstaltung, Webinar oder

was auch immer. Also um einfach mal ein

paar Leuten Fragen stellen zu können. Ich

möchte das unterstreichen, was du gesagt

hast. Wir können uns nicht darauf

verlassen, dass wir unsere Auslage hübsch

dekorieren. Das heißt, dass wir Reels und

Postings auf unseren Social-Media-Kanälen

machen und deswegen die Menschen zu uns

kommen. Sondern wir müssen diese Reaktion

einfordern. Wir müssen aktiv auf unsere

Kunden zugehen, wenn sie nicht von selber

kommen. Das heißt, wir müssen ins Gespräch

kommen. Eigentlich ist das eh banal, wenn

ich das sage. Wenn wir wissen wollen, ob

wir die richtigen Kunden ansprechen, dann

müssen wir unsere Kunden ansprechen. Wir

müssen sie – wir müssen mit ihnen ins

Gespräch kommen. Nur dann haben wir

überhaupt eine Chance, ein Gefühl dafür zu

bekommen. Wir können nicht von außen

analysieren, passt die Zielgruppe oder so,

sondern wir müssen tatsächlich das

Gespräch suchen. Einen Schritt auf den

Kunden zu. Also so wie die Auslage ist da,

die Tür ist offen und der Besitzer,

Besitzerin steht in der Tür und sagt

einfach hallo, guten Morgen, schön Sie zu

sehen oder schönes Wetter, irgendetwas.

Wie wenn man auf Urlaub ist und es sind

mehrere Restaurants nebeneinander und dann

wird man von einem Kellner, einer

Kellnerin angesprochen, ob man nicht

vielleicht ein kühles Getränk zu sich

nehmen möchte oder einen Blick in die

Speisekarte machen möchte, dann war

es doch richtig, oder? Genau. Das heißt,

genau diese Interaktion brauchen wir auch.

Wir brauchen irgendein leiwandes Angebot,

wo wir erste Interessenten finden können.

Und du, Camillo, hast eh schon einige gute

Möglichkeiten genannt, die sehr üblich

sind. Ich kann einen Gratis-Involöner

machen. Ich kann einen Freebie anbieten.

Das heißt, ich kann irgendetwas anbieten,

was für meine Interessenten, sie sind ja

noch keine Kunden, weil sie noch nicht

bezahlt haben, aber für meine

Interessenten interessant sein könnte, und

aktiv auch anspreche. Ich kann auch

vielleicht einzelne gratis 1:1-

Coachings machen, wenn das für mein

Geschäftsmodell passt und für mein Angebot

passt. Das heißt, um einfach mal ins

Gespräch zu kommen und abzutesten, ist

dieses Angebot, das ich hier habe, für die

Menschen, für die ich es machen möchte,

tatsächlich interessant. Und ich möchte

das noch einmal betonen, ins Gespräch

kommen. Eine Umfrage zu stellen oder das

versuchen schriftlich irgendwie abzufragen

mit Fragebogen oder was es da alles

vielleicht für Ideen geben kann, bringt

mich nicht weiter, weil tendenziell sich

irgendwelche, Entschuldigung, Kasperl

melden, die dann irgendeinen Stumpfsinn

reinschreiben oder irgendeine komische

Bemerkung, die mich dann persönlich fast

mehr irritiert, als dass es mir was

bringt. Absolut. Das Gespräch ist wichtig,

weil man dann eine zweite oder eine dritte

Frage stellen kann oder aufgrund von der

Reaktion, Körpersprache, vielleicht sogar

mitbekommt, dass das jetzt passt. Absolut.

Es ist auch viel effizienter. Also wir

Ein-Personen-Unternehmen können ja nicht

Marktforschung machen und 300 Menschen

befragen. Das geht ja gar nicht. Wir

brauchen direktes Feedback, direkte Wege.

Und oft ist man nach drei, vier, fünf

Gesprächen schon so viel schlauer. Wir

brauchen ja auch nicht 30 Menschen da

irgendwie befragen, sondern es geht darum,

eben von echten Menschen echte Reaktionen

zu bekommen. Ich möchte aber jetzt noch

einen zweiten Aspekt einbringen. Es kann

ja sein, dass mir das gelingt. Und ich vom

Markt eigentlich ein recht gutes Feedback

habe. Und ich habe viele Menschen, die

sagen, das ist eigentlich ziemlich

leiwand, das ist eine voll gute Idee.

Manchmal gibt es das auch, sag mal

Bescheid, wenn es soweit ist. Das hört man

ja auch. Und vielleicht gibt es sogar die

eine oder andere, die sagt mal, bin ich

sicher dabei, kaufe ich sicher. Und dann

launcht man das Angebot und es kommt

trotzdem nichts herein oder das Interesse,

wie soll man sagen, übersetzt sich jetzt

nicht in Umsätze. Interesse transferiert

oder konvertiert nicht. Und da muss ich

mich schon fragen aus einer strategischen

Perspektive, ob ich die richtige

Zielgruppe habe, nämlich die Zielgruppe

oder die Kundengruppe, die ich im Auge

habe, die braucht auch eine gewisse

Kaufkraft. Und da müssen wir

Ein-Personen-Unternehmen sehr

selbstkritisch sein. Wir haben manchmal

Zielgruppen im Auge, die sich unser

Angebot schlichtweg nicht leisten können

oder wollen. Die hätten zwar Bedarf, das

passt tatsächlich auch gut und die sind

auch wirklich interessiert. Aber wenn es

dann um die Entscheidung geht, 200, 300,

500, 1000 Euro auszugeben für dieses

konkrete Angebot, dann zögern sie und sind

dann doch nicht bereit, weil aus

irgendeinem Grund sie sagen, ich weiß

nicht, das passt nicht. Und das kann

einfach daran liegen, dass wir eine

Zielgruppe im Auge haben, die einfach

aufs Geld schauen muss. Also wenn ich als

Zielgruppe habe, um ein extremes Beispiel

zu sagen, alleinerziehende Eltern, also

Mütter, Väter, wie auch immer, mit drei

Kindern, dann weiß ich, okay, das ist eine

Zielgruppe, die viel Unterstützungsangebot

braucht, aber wahrscheinlich nicht die

Ressourcen hat, um viel

Unterstützungsangebot kostenpflichtig

einzukaufen. Und es ist wahnsinnig

schwierig, das tatsächlich wahrzunehmen.

Also aus meiner persönlichen

selbstständigen Erfahrung, ich hatte einen

Kunden, der mir jedes Mal, wie ich dort

war, gesagt hat, bitte lieber Camillo,

setz dich zu mir an den Tisch, schau mir

über die Schulter, wie wir arbeiten, mit

deiner Erfahrung, auch was sozusagen diese

Software da betroffen hat und die es da

gegangen ist mit Trainings- und

Prozessoptimierungsthemen. Da bin ich tief

drin gewesen. Dir fällt sicher etwas ein,

was uns helfen würde, was uns effizienter

werden lässt. Sie haben es aber nie

bestellt. Ich habe ein, zwei Jahre warten

müssen, kämpfen müssen, dass ein

Workshop-Tag gekauft wird. Davon kannst du

nicht leben und das hältst du nicht aus.

Und da zu erkennen, dass die Zielgruppe

grundsätzlich passt, aber die Kaufkraft

nicht da ist, weil dieser Betrieb ein sehr

starkes Sparpaket gefahren ist und die

externen Beratungsdienstleistungen immer

nur auf das äußerste Minimum reduziert

wurden. Gut, das hätte mir vielleicht

früher auch auffallen können, aber im

Tun, weil es ja doch auch einige

Beauftragungen gegeben hat, aber halt

immer nur punktuell, fällt dir das dann

vielleicht im Kern nicht auf, wo das

eigentliche Problem liegt. Richtig. Und

gerade, das ist ein guter Punkt, es kann

aber auch sein, dass diese Kaufkraft

saisonal schwankt, wenn man Privatkunden

zum Beispiel hat. Also zum Schulanfang

etwas Eltern verkaufen zu wollen, ist

vielleicht nicht die beste Zeit, weil da

eh so viele Kosten daherkommen, dass man

sagt, okay, das nicht auch noch. Oder

gerade vor Weihnachten. Das vielleicht

kommt auf das Angebot an. Aber wenn ich

mir das ein bisschen aussuchen kann, dann

suche ich mir vielleicht Zeiten, wo nicht

von Haus aus auf meine Zielgruppe sehr

hohe Kosten zukommen, sondern wo es

vielleicht ein bisschen entspannter ist.

Das heißt, diese Kaufkraft ist nicht fix

bei allen Zielgruppen, sondern manchmal

schwankt das auch. Manchmal haben die ein

bisschen mehr Geld und machen ein bisschen

weniger Geld. Oder manchmal sind die in

einer großzügigeren Stimmung. Im

Kunsthandwerk zum Beispiel kann ich sagen,

zu Weihnachten wäre genau der richtige

Zeitpunkt, um ein neues Produkt zu

launchen oder für Weihnachten. Aber die

kaufen vielleicht jetzt nicht im Juli,

wenn sie eigentlich auf Urlaub fahren

möchten. Der dritte Punkt, den ich jetzt

sozusagen heraushöre aus dem, was du

sagst, ist, sich auch eine Zeitkomponente

zu geben. Ja, Timing ist wichtig. Und die

sollte nicht zu kurz, aber auch nicht zu

lang sein. Wenn ich jetzt ein, zwei Wochen

das versuche zu testen, ist es viel zu

kurz. Wahrscheinlich ist ein Monat zu

kurz, weil so wie du sagst, wenn ich da

genau reintreffe, wo meine Zielgruppe

jetzt nicht so kaufkräftig ist oder der

Fokus woanders ist, dann werde ich meine

Entscheidung zu früh treffen, das

abzudrehen, anstatt dem noch eine Chance

zu geben. Wenn ich ein ganzes Jahr

zuschaue, das muss ich aushalten können.

Also aushalten im Sinn von finanziell

aushalten. Richtig. Das kann manchmal

vielleicht sogar notwendig sein, um

wirklich eine bessere Aussage treffen zu

können. Schlau ist wahrscheinlich

irgendwas zwischen einem Monat und einem

Jahr. Anlassbezogen, aber vernünftig mit

einer Deadline gesetzt im Kalender, wo man

bewusst hinschaut. Der liebe Günter hat ja

immer wieder so halbjährlich seine

Strategie-Meetings mit sich selbst. Einige

Gründer, Gründerinnen, die ich kenne,

machen das vielleicht sogar quartalsweise.

Aber irgendwo in dem Punkt, quartalsweise,

halbjährlich einmal wirklich hinschauen

und sagen, und jetzt treffe ich eine

Entscheidung, geht es weiter oder geht es

nicht weiter. Genau. Und wichtig ist das,

was du sagst, Camillo, auch deswegen,

damit ich es nicht täglich hinterfrage.

Das heißt, ich setze mir einen Zeitraum,

wo ich sage, das ist mein Probezeitraum,

das ist ein halbes Jahr zum Beispiel, und

dieses halbe Jahr mache ich das. Und ich

setze alles auf diese Karte und ich mache

nicht nach drei Wochen, wo ich sozusagen

noch keine Resonanz bekommen habe vom

Markt, von meinen Kunden – das bringt

nichts. Wenn ich gesagt habe, ich mache

das ein halbes Jahr, dann mache ich das.

Ich ziehe das durch und stelle das nicht

ständig in Zweifel. Sonst kommen wir nicht

weiter. Sonst sind wir als

Ein-Personen-Unternehmen, als Solopreneure

viel zu launenhaft, viel zu unbeständig.

Wir überschätzen ja, was wir in kurzer

Zeit, wie einem Tag oder so, tatsächlich

schaffen können und unterschätzen, was wir

über den längeren Zeitraum, wie ein

Quartal, ein halbes Jahr, ein Jahr oder

so, einfach erreichen können. Wenn wir es

zusammenfassen wollen, wie erkenne ich, ob

ich die richtigen Kunden anspreche? Ich

erkenne das natürlich am Interesse, ich

erkenne das am Feedback, das ich von den

Kunden bekomme. Das muss ich mir aber

unter Umständen einfordern. Also wenn die

nicht von selber kommen, dann muss ich

meine Kunden ansprechen auf mein neues

Angebot. Ich muss ihnen schlaue Fragen

stellen, muss sie mit einzelnen – ich will

es nicht Lockangeboten nennen, aber ich

muss sie für mein Angebot interessieren,

um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Damit

ich ein Feedback bekomme, ist es

grundsätzlich interessant. Und dann muss

ich schauen, kann ich dieses

grundsätzliche Interesse tatsächlich auch

in Verkäufe und Umsatz münzen. Und wenn

das nicht gelingt, dann kann es daran

liegen, dass doch nicht so notwendig war

das Angebot. Dann passt vielleicht das

Angebot noch nicht. Es kann auch sein,

dass die Verkaufstechnik auch noch nicht

gepasst hat. Kann sein. Aber es kann auch

sein, und da muss man wirklich gut

hinschauen, dass ich zwar eine Zielgruppe

habe, die einen hohen Bedarf hat, aber

wenig Geld oder wenig verfügbares Geld, um

das einfach mal so ausgeben zu können.

Vielleicht muss ich da entweder eine

andere Zielgruppe mir anschauen oder ein

anderes Timing haben oder vielleicht

überhaupt mein Angebot ein bisschen

redimensionieren und sagen, okay,

vielleicht biete ich etwas an, das ein

bisschen günstiger ist, aber dafür nicht

so umfangreich. Vielleicht ist das der

bessere Weg. Aber das ist auch etwas, das

ich am besten herausfinde im Gespräch mit

meinen Kunden, denen ich das verkaufen

möchte. Das ist nichts, was man einfach so

leicht am Schreibtisch irgendwie für sich

klären kann. Und wenn du dir eine Sache

mitnehmen möchtest, eine Bonussache, bitte

nicht nach jedem Kundenfeedback am Angebot

schrauben. Nimm dir wirklich die Zeit.

Nimm dir die Zeit, lass dein Angebot

einmal so stehen, wie es ist, teste es

durch, schau es dir an und die

Feedback-Schleifen oder Änderungsschleifen

in einem größeren Intervall ausdehnen. Ja,

genau. Hol dir mehr Feedback, hol dir eine

breitere Meinung. Eine Meinung

allein ist zu wenig, um dein Angebot

substanziell zu verändern. Absolut. Wenn

dir diese Folge gefallen hat, liebe

Hörerin, lieber Hörer, dann würden wir

uns freuen, wenn du zumindest einer

Person in deinem Netzwerk diesen Podcast

Leiwand gründen weiterempfiehlst. Wir sind

immer happy, wenn wir neue Hörer und

Hörerinnen am Schluss gewinnen können.

Nächste Woche sind wir auch wieder da. Wir

werden eine neue Frage beantworten zum

Thema Gründen, zum Thema

Selbstständigkeit. Darauf freue ich mich.

Ich auch. Und bis dahin wünschen wir euch

eine gute Zeit und sagen, bleibt leiwand!