Leiwand gründen

Ich hasse Social Media – was tun? In dieser Folge des Podcasts „Leiwand gründen“ sprechen die Gründungsberater Günter Schmatzberger und Camillo Patzl über eine Frage, die viele Gründer beschäftigt: Muss man wirklich auf Social Media aktiv sein, um Kunden zu gewinnen? Sie diskutieren, wann Social Media sinnvoll ist – und warum es keineswegs der einzige Weg zum erfolgreichen Marketing ist. 
  • Social Media bietet eine große Bühne, um die eigene Arbeit sichtbar zu machen und potenziell eine große Reichweite aufzubauen.
  • Gleichzeitig ist diese Reichweite nur dann sinnvoll, wenn sie auch zur eigenen Zielgruppe passt. Ein lokales Geschäft braucht oft keine internationale Aufmerksamkeit.
  • Viele Gründer glauben, Social Media sei Pflicht – tatsächlich braucht jedes Unternehmen vor allem eine passende Marketingstrategie, nicht unbedingt Social Media.
  • Wer Social Media wirklich nicht mag, sollte prüfen, ob andere Marketingkanäle besser zur eigenen Persönlichkeit und zum eigenen Business passen.
  • Alternativen können zum Beispiel Veranstaltungen, Kooperationen, lokale Werbung, Branchenmedien oder persönliche Netzwerke sein.
  • Wenn Social Media strategisch wichtig ist, man es aber nicht selbst machen möchte, kann das Auslagern eine Option sein – allerdings oft mit zusätzlichen Kosten.
  • Entscheidend ist, den Marketingkanal zu wählen, der sowohl zur Zielgruppe als auch zur eigenen Arbeitsweise passt.
Welche Marketingwege würden für dich persönlich besser funktionieren als Social Media, um deine Kunden zu erreichen? 🤔

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What is Leiwand gründen?

Der Podcast für Gründer und Solo-Selbständige mit Günter Schmatzberger und Camillo Patzl. Jede Woche: 1 Frage, 15 Minuten, 2 Sichtweisen.

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Speaker 1
00:01 - 00:27
Ich hasse Social Media. Was tun? Hallo liebe Hörerinnen, lieber Hörer. Willkommen zu dieser wöchentlichen Podcast-Folge.

Speaker 1
00:27 - 00:41
An meiner Seite wie immer der liebe Günther. Hallo, Günther Schmolzberg ist mein Name. Camilla Patzl sitzt hier mit mir wie jede Woche. Wir beschäftigen uns mit Themen rund ums Gründen, rund um die Selbstständigkeit, gerade für Soloselbstständige.

Speaker 1
00:41 - 01:00
Das ist unser Spezialgebiet. Und da kommt aus meiner Erfahrung auch folgende Frage her. Ich treffe immer wieder und immer mehr Menschen, die sagen, diese ganzen Social Media, egal ob das Instagram ist oder LinkedIn oder TikTok sowieso, das geht mir alles furchterlich auf die Nerven. Ich mag das eigentlich nicht.

Speaker 1
01:00 - 01:14
Ich finde das langweilig. Ich finde das doof. Und jetzt will ich mich aber selbstständig machen, jetzt will ich gründen. Und jetzt muss ich ja aber dann auf Instagram sein, weil sonst kriege ich ja keine Kunden.

Speaker 1
01:14 - 01:36
Das heißt, ich hasse Social Media, ich mag das nicht, aber ich brauche es. Was machen wir da, Camillo? Auslagern. Wir hatten eine Folge vor kurzem, wo es darum geht, muss ich jede Aufgabe wirklich selbst machen oder kann ich sie auslagern.

Speaker 1
01:36 - 01:57
Das war jetzt sehr schnell und salopp aus der Hüfte geschossen. auch sofort wieder streichen, weil eine wirklich seriöse und gute Social-Media-Beratung und Social-Media-Marketing, das kommt schnell innerhalb der paar tausend Euro, damit das tatsächlich Sinn macht. Das muss man wirklich gut überlegen am Anfang. Das ist vielleicht nicht die erste Lösung.

Speaker 1
01:57 - 02:15
Es ist eine Lösung und wenn ich kapitalstark bin, ist es tatsächlich auch vielleicht eine gute Lösung. Als Solo-Selbstständiger ist es, glaube ich, auch schwierig, dass dich jemand anders wirklich so verkörpert. Da braucht es die Person. Das, was wirklich funktioniert, ist, zeig mir deine Arbeit.

Speaker 1
02:15 - 02:44
Man lernt die Person kennen, was sie tut, hinter die Kulissen, was ist das Spannende, was kitzelt, was die Leute auch interessiert vom Storytelling oder quasi von dem, diesen Einblick, den man gewinnen kann. Und ich glaube, dass das auch sozusagen die große Stärke von Social Media bisher war und immer schon war, dass man eben diesen Einblick geben kann. Das heißt, man hat eine Bühne, für die man jetzt sozusagen nichts bezahlen muss. Also jetzt lassen wir mal die ganzen Werbung und so weiter weg.

Speaker 1
02:44 - 02:56
Aber wo ich grundsätzlich auftreten kann, wo ich mich präsentieren kann, wo ich meine Arbeit präsentieren kann. Und ich habe hier eine Bühne, die es vor Social Media nicht gegeben hat. Das heißt, Social Media haben... Das stimmt so nicht.

Speaker 1
02:56 - 03:19
Die Bühne hat es schon gegeben, glaube ich. Sie gibt es auch nach wie vor, nur wir haben den Blickwinkel sozusagen gewechselt. Naja, ich gebe dir insofern recht, die Bühne, die Social Media gebracht hat oder überhaupt das Internet vielleicht ganz ganz generell ist, dass ich halt meinen Bekanntheitskreis über die lokale Community hinaus erweitert habe. Das heißt, die Möglichkeit, dass ich...

Speaker 1
03:19 - 03:27
Es ist leichter geworden. Es ist viel leichter geworden zu sagen, okay, jemand kennt mich auch in Hamburg. Keine Ahnung, vielleicht haben wir Hörer in Hamburg. Keine Ahnung.

Speaker 1
03:27 - 03:41
Moin nach Hamburg. Das würde es nicht geben, wenn wir jetzt sozusagen jeden Mittwoch in Wien zusammensitzen würden vor Live-Publikum. Es würde sich wahrscheinlich niemand aus Hamburg zu uns dazugesellen. Jetzt ist es möglich.

Speaker 1
03:42 - 03:59
Das heißt, da hat es eine Entwicklung gegeben, die war vorher nicht möglich und das ist schon wahnsinnig attraktiv. Ja, die Frage ist, ob dieser, bleiben wir bei Hamburg, ob dieser Kunde aus Hamburg, also ob diese Person aus Hamburg auch tatsächlich unser Kunde ist oder werden kann. Genau. Und ich glaube, das ist die entscheidende Frage.

Speaker 1
03:59 - 04:11
Also ist, Social Media hat das Potenzial, dass wir potenziell, also ich übertreibe jetzt bewusst. Zu günstigen Preisen. Zu günstigen Preisen. Relativ einfach eine Reichweite generieren können.

Speaker 1
04:11 - 04:25
Und zwar weltweit potenziell. Und das ist die große Stärke. Und jetzt, wenn ich jetzt ein Business habe, das jetzt vielleicht nicht verwendet wird, aber in unserem Fall im ganzen deutschsprachigen Raum funktioniert, also man kann uns auch aus Hamburg schreiben und kontaktieren. Oder aus der Schweiz.

Speaker 1
04:25 - 04:42
Oder aus der Schweiz, ja genau. Wir geben auch euch Tipps und Tricks zum Leihmandengründen. Wenn ich tatsächlich eine große Reichweite sinnvoll ist für mein Business, dann ist Social Media eine gute Idee. Aber, wenn ich ein Friseur bin mit Lokal in Wien.

Speaker 1
04:42 - 04:53
Dann will ich ja gar nicht Menschen in Hamburg erreichen. Wozu denn? Die fahren ja nicht aus Hamburg extra her zu mir. Da muss ich ja schon ein extrem cooler Friseur sein.

Speaker 1
04:53 - 05:13
Aber wahrscheinlich ist mein Umkreis viel, viel näher. Kunden kommen aus einem viel näheren Umfeld. Und da kann ich mir sehr wohl überlegen, ob Social Media vielleicht sogar gar nicht die gescheiteste Idee wäre. Und wenn ich dann Social Media auch nicht gern mache, dann sage ich, dann mach was anderes.

Speaker 1
05:13 - 06:06
Es gibt viele Möglichkeiten. Es ist halt immer die Frage, mit wem spricht man darüber. Also ich kann mich selbst daran erinnern, vor wahrscheinlich drei, vier Jahren habe ich meinen Gründungsberatungen des Öfteren gesagt, dass gerade bei handwerklichen Betrieben zum Beispiel zumindest ein bisschen ein Social Media Auftritt gut wäre, weil einfach jüngere Generationen schneller mal irgendwas damals gegoogelt haben, Und dann sind genau die Vorschläge raufgepoppt, die sozusagen da aktiver oder sichtbarer waren, aber dass vielleicht am selben Häuserblock oder vielleicht ein paar Gassen weiter schon eigentlich der Friseur, der Handwerker oder wer auch immer in der Nähe gewesen wäre, den sieht man nicht, weil der halt offline ist oder weil der halt nicht

Speaker 1
06:06 - 06:18
diese Präsenz hat. Was man aber schon zur Kenntnis nehmen muss, es braucht Social Media nicht unbedingt. Nicht unbedingt. Was es braucht, ist eine Marketingstrategie.

Speaker 1
06:18 - 06:26
Richtig. Das kann ich mir nicht ersparen. Ich brauche einen Weg, um zu Kunden zu kommen. Richtig.

Speaker 1
06:26 - 07:04
Und da kann Social Media ein Weg dazu sein. Das heißt aber nicht, dass jeder Selbstständige, der Social Media aktiv ist, eine Social Media Strategie hat. Die Plattformen sozusagen, wenn ich überall Accounts habe und dort vertreten bin, dann kann das auch sozusagen sehr viele Ressourcen fressen, aber es bringt mir keine Kunden, sondern es verursacht womöglich einen zusätzlichen Mehraufwand, weil ich diese ganzen Plattformen ja entsprechend bedienen muss, dass irgendwelche Algorithmen ziehen. Aber ich habe den Mehrwert nicht draus.

Speaker 1
07:04 - 07:46
Also auch hier geht es wieder darum unternehmerisch zu denken und den Nutzen, also quasi den Einsatz den ich hier gebe auch einen entsprechenden Nutzen herauszuziehen. Ja und wenn man so sagt, ich brauche es, es ist für mich notwendig, ich hasse es aber, na gut, dann muss ich mir Wege einfallen lassen, wem kann ich das umhängen aus meinem Betrieb oder keine Ahnung, welche Kooperation kann ich eingehen, der sich da leichter tut, dass ich sozusagen entsprechend vertreten bin, aber wieder mich auf meine Kernaufgabe das Haare schneiden oder die handwerklichen Tätigkeiten oder mein Dienstleistungsangebot, Beratung mich kümmern kann. Also das, was du gesagt hast, ist glaube ich ein wichtiger Punkt.

Speaker 1
07:46 - 07:59
Ich muss mir zuerst überlegen, ist Social Media tatsächlich sinnvoll in meiner Strategie, in meinem Weg zum Kunden? Ist das der Kanal, mit dem ich am meisten Erfolg haben kann? Und wenn das der Fall ist, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sage ich, ich mache das gern.

Speaker 1
07:59 - 08:20
Mir macht das Spaß. Dann mache es bitte selber. Dann ist das eh das Beste, was man machen kann. Und die zweite Möglichkeit, die du jetzt gesagt hast, ist, wenn ich es hasse, wenn mir das gegen den Strich geht, dann mache es bitte nicht selber, weil einen Instagram-Kanal von jemandem betrieben, der das hasst, das sieht man ja auch.

Speaker 1
08:20 - 08:35
Das will ja keiner sehen und man macht es ja auch nicht gern. Man klingt ja keine Konsistenz und so weiter rein. Es wurde aber zu vielen Zeilen gesagt und ich habe das auch in meinen Beratungen die selbe Begrifflichkeit benutzt. Das Wort Bühne.

Speaker 1
08:35 - 08:46
Such dir diese Bühne. Such dir irgendwie die Möglichkeit, wie du deine Arbeit quasi zeigen kannst. Wie man einen Einblick kriegt. Das kann eine Messe sein.

Speaker 1
08:46 - 09:08
Das kann ein Tag der offenen Tür sein. Das kann irgendwo ein Standort irgendwo sein, dass man sich gelegentlich mietet oder wo man sich hinstellt, wo man einfach einmal in der Sichtbarkeit ist und die Chance gibt, dort herzuzeigen, was man macht. Richtig. Es kann ja auch ganz traditionelle Wege geben, die sind ja noch nicht aus der Mode.

Speaker 1
09:08 - 09:43
Es kann eine Branchenzeitschrift sein, es kann eine regionale Zeitschrift sein, gerade wenn man ein Lokal hat. Keine Ahnung, das Plakat irgendwo bei der Gemeinde oder im Kindergarten oder so, wenn dort meine Zielgruppe Tag ein, Tag aus vorbeikommt, dann ist das viel besser, als wenn die Leute so mit der Nase drauf kommen und ich dort vor Ort bin, als wenn ich irgendwie versuche, über einen Algorithmus an diese Menschen zu kommen, wenn die ja eh jeden Tag physisch dort sind. Ich sage meinen Gründern immer, Social Media ist ein Weg und ist eine Möglichkeit, die es vor ein paar Jahren nicht gegeben hat und die vielen Menschen viel geholfen hat.

Speaker 1
09:43 - 10:13
Aber das heißt nicht, dass jede Gründung automatisch Social Media nutzen muss auf dem Weg zum Kunden. Und manchmal ist es sogar eine schlechte Idee, weil es eigentlich ablenkt vom Wesentlichen. Also individuell entscheiden, so wie bei allen Gründungen. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, aber das Gefühl, wenn du wirklich Social Media hast, so wie wir das in dieser Frage jetzt formuliert haben, dann würde ich mal dreimal überlegen und sagen, okay, finde ich andere Wege, um das zu machen.

Speaker 1
10:13 - 10:58
Und es gibt genug. Und das Spannende ist, dass man die einfach ausblendet oder einfach nicht sieht, weil Social Media in vielen Halten so präsent ist. Aber wenn man da einmal hinter die Kulissen schaut, wie viele Firmen es gibt, die nicht auf Social Media vertreten sind, auch große Unternehmen, die, ja, die gibt's, die leben weiter, die kriegen ihre Kunden, die haben sozusagen ihre Auch Marketingstrategien dahinter und da kann man wirklich auch ein bisschen kreativ sein und schauen, wo sind meine Kunden unterwegs, was passt auch zu mir, was möchte ich nutzen, bin ich eher jemand der schreibt, eher jemand der nicht zu Leuten spricht oder nicht zu Leuten spricht.

Speaker 1
10:58 - 11:34
Bildmaterial, Videomaterial, keine Ahnung. Also viele Möglichkeiten. Und ich habe mich da mal auch mit Gerlinde Götz, eine Marketing-Trainerin, die wir auch über unsere Gründungsberatung kennengelernt haben, unterhalten und durfte bei einem Workshop sozusagen da mit dabei sein. Und es war wirklich super, dass sozusagen das nochmal so gemacht, dass man da reflektiert hat und geschaut hat, was es denn so für Marketingstrategieansätze gibt oder wo überall sozusagen meine Sichtbarkeit treten könnte.

Speaker 1
11:34 - 11:51
Und allein das einmal visualisiert zu bekommen, ist schon ein großer Mehrwert. Also wir sind nicht auf Gedeih und Verderb den Social-Media-Plattformen und den Silicon-Valley-Unternehmen ausgeliefert. Wenn es Sinn macht, dann schon. Wenn es nicht Sinn macht, gibt es viele andere Wege und das war die Botschaft dieser heutigen Folge.

Speaker 1
11:51 - 12:20
Ich würde sagen, Camillo, damit lassen wir es gut sein für dieses Mal. Ja, wir sehen uns, hören uns nächste Woche wieder mit einer neuen Folge Leib und Gründen. Wenn ihr das Gefühl habt, dass dieser Podcast einer anderen Person helfen kann, dass er nützlich ist, dann bitte sprecht die Empfehlung aus, teilt diesen Podcast mit zumindest einer Person, ob sie schon selbstständig ist oder erst am Weg dorthin. Ich glaube, beides kann helfen.

Speaker 1
12:20 - 12:52
Helfen tun wir auch wir gerne, nämlich dir, wenn du das Gefühl hast, dass du Fragen an uns hast. Entweder Fragen, die wir am Podcast beantworten können, schreiben wir uns gerne, dann nehmen wir auch gerne deine Frage auf. Oder wenn du mit uns plaudern möchtest über deine Gründung, wir bieten kostenlose Gründungscheckups an, wo wir uns unterhalten über alle Dinge, die dir gerade in deiner Selbstständigkeit oder in deiner Gründung auf deinem Herzen liegen. Genau, dann freuen wir uns auf nächste Woche mit euch, Hörerinnen und Hörern, und bis dorthin, bleibt's leibend!