Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.
Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.
Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."
Hallo, hier spricht Ivan Blatter, dein Begleiter für strategisches Zeitmanagement.
Hier findest du Klarheit, Fokus und Ruhe im Arbeitsalltag, damit du wieder führst,
statt getrieben zu sein.
Heute habe ich eine These für dich, nämlich Zeitmanagement ist nicht dein Problem.
Ja, Zeitmanagement ist nicht dein Problem. Vielleicht hörst du das jetzt und denkst, wie bitte?
Ich höre einen Zeitmanagement-Podcast und der da sagt, das ist gar nicht mein Problem.
Ja, genau, das sage ich. Und ich erkläre dir natürlich auch, was ich damit meine.
In meinem letzten Newsletter am letzten Mittwoch habe ich über das Gefühl geschrieben,
viel zu tun und trotzdem nichts zu bewirken.
Und heute in dieser Podcast-Episode möchte ich da genauer hinschauen und auch
mal auf die Ursache schauen.
Vielleicht, ziemlich sicher, hast du einen vollen Kalender,
eine lange, lange To-Do-Liste, du arbeitest und arbeitest und arbeitest und
am Abend hast du definitiv einiges erledigt, aber manchmal gibt es dieses nagende Gefühl,
so, ich habe zwar gearbeitet, aber ich komme nicht wirklich weiter,
es dreht sich alles im Kreis, ich tue viel, aber bewirke wenig oder zu wenig.
Es ist so ein bisschen wie wenn du ein top gewartetes, wunderbares Auto hast,
schön vollgetankt oder komplett aufgeladen, alles mit dabei,
alle Koffer wunderbar gepackt nach einer Checkliste.
Du fährst los, effizient, schnell, strukturiert, aber dein Navi ist falsch eingestellt.
Du fährst in Richtung Norden, aber dein Ziel liegt im Süden.
Und genau das ist ja dieser Unterschied zwischen effizient und effektiv.
Und genau darum geht es. Es geht um den Unterschied zwischen dem Tempo,
mit dem du fährst, das wäre wahrscheinlich eher die Effizienz,
und der Richtung, in die du fährst, das würde eher der Effektivität entsprechen.
Ja, es wird dich nicht überraschen, ich beschäftige mich ja schon seit ein paar
Jährchen mit Zeitmanagement.
Ich bin ja in diesem Gebiet schon seit 2008 als Coach unterwegs und natürlich
habe mich das Thema nicht nur beruflich begleitet, sondern schon vorher auch persönlich.
Und natürlich gab es auch eine Zeit, wo ich den Unterschied nicht wirklich verstanden habe.
Intellektuell zwar schon, aber nicht so wirklich aus dem Bauch heraus.
Also eben dieser Unterschied zwischen effizient und effektiv.
Und ich hatte auch schon Phasen, natürlich schon längere Zeit her,
aber ich hatte auch solche Phasen, in denen mein System wirklich gut war.
Klare Routinen, super Kalender, alles durchgeplant, klare To-Do-Liste.
Ich war produktiv, ich habe viel geschafft, aber trotzdem hatte ich auch dieses
Gefühl, das ich eben vorhin beschrieben habe, das nicht weggehen wollte.
Dieses leise Unbehagen, als würde irgendetwas nicht stimmen,
obwohl auf dem Papier ja alles stimmte.
Und damals habe ich angefangen, mir wirklich die schwierigen Fragen zu stellen.
Nicht, weil sie komplex wären, diese Fragen, sondern weil sie vielleicht eher
unangenehm sind oder weil man sie eigentlich gar nicht beantworten möchte.
Nämlich, also nicht die Frage, wie kann ich noch effizienter werden,
sondern ebenso, wozu eigentlich ganz genau?
Und was ist das alles hier eigentlich? Warum mache ich das alles?
Das war unangenehm, wirklich. Einfach, weil die Antworten, die ich da gefunden
habe, nicht immer die waren, die ich erhofft hatte.
Es ist viel einfacher zu fragen, wie kann ich effizienter werden.
Oh, ich könnte zum Beispiel lernen, schneller zu tippen oder zu diktieren statt
zu tippen oder Textbausteine nutzen oder sowas.
Das ist dann einfach und das ist auch spannend und toll, es ist was Neues.
Aber die Fragen, wofür eigentlich und was ist das hier alles eigentlich,
was will ich eigentlich damit?
Diese Fragen zu beantworten ist aber das Wertvollste, was du überhaupt tun kannst.
Mehr als jede neue App, jede neue Methode, jedes neue System.
Das Blöde ist aber, die meisten von uns denken, wenn wir nicht weiterkommen,
dann liegt das am System.
Ich brauche eine neue App, einen neuen Input, eine neue Methode,
noch ein bisschen mehr Fokus, definitiv mehr Disziplin und so weiter.
Das kenne ich natürlich, weil da war ich natürlich auch drin und ich sehe das
auch häufig mit den Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten darf.
Das Muster ist häufig das Gleiche. Das System ist gut, wirklich gut.
Alles strukturiert, alles im Kalender, alles nach Plan, alles in Ordnung auf den ersten Blick.
Meine Kunden, die sind ja auch nicht auf den Kopf gefallen. Die wissen sich
schon zu helfen und die sind auch in der Lage, Podcasts zu hören,
Bücher zu lesen und auch einiges davon auch umzusetzen.
Und dann versuchen sie, wenn dieses nagende Gefühl wieder auftaucht,
dann versuchen sie das System noch ein bisschen zu optimieren,
noch ein bisschen besser zu machen und vielleicht mal andere Kategorien zu probieren,
eine neue App, ein bisschen mehr Disziplin und so weiter.
Aber das Problem bleibt natürlich, weil das Problem ist nicht das System,
sondern das Problem ist die Richtung.
Und das Tückische daran ist folgendes. Wer sich sehr beschäftigt hält,
der muss nicht hinschauen.
Beschäftigt sein kann auch eine Form von Vermeidung, von Verdrängung sein.
Wenn die To-Do-Liste lang ist und der Kalender voll, dann fühlt sich das nach
Arbeit an. Ist ja auch ein bisschen ein Statussymbol.
Ich bin so gefragt, ich erledige so viel, ich mache so viel.
Es fühlt sich nach Fortschritt an, nach ich tue meinen Teil.
Aber Fortschritt in die falsche Richtung ist kein Fortschritt.
Es ist nur schnelleres Davonlaufen vom eigentlichen Thema.
Und das ist eben diese Optimierungsfalle, von der ich hier spreche.
Wenn wir nicht das Gefühl haben, wir kommen weiter, dann optimieren wir das,
was wir sehen und was naheliegend ist.
Das System, die Methode, die Disziplin, die App und so weiter.
Aber manchmal, oder soll ich sagen, meistens, ist das gar nicht das,
was uns wirklich bremst.
Und das Schlimme an dieser Falle ist noch etwas anderes. Je besser das System
wird, desto teurer wird der Irrtum. Denn du wirst immer effizienter,
immer effizienter, aber blöderweise eben in die falsche Richtung.
Ja, und das begegnet mir so oft im Zeitmanagement und übrigens auch in ganz
vielen anderen Bereichen.
Im Sport. Ich sehe dann irgendwelche Leute, die noch hier ein Pülferchen nehmen
oder hier noch eine bessere Ausrüstung haben, um das optimale Training in den
Griff zu bekommen und wirklich die optimalen Resultate zu erreichen.
Aber die Basics stimmen nicht und das eigentliche Ziel ist komplett unklar.
Du kennst bestimmt den grossen Klassiker Stephen Covey mit seinem Buch Die sieben
Wege zur Effektivität. Da haben wir ja das Wort.
Na sowas. Und der hat ja in diesem Buch eine wunderbare Metapher beschrieben,
die du vielleicht auch kennst, nämlich die Geschichte mit der Säge.
Und ich fasse das ganz kurz zusammen. Wahrscheinlich kennst du die Geschichte ohnehin schon.
Da läuft jemand fröhlich durch den Wald und begegnet einem Mann,
der gerade damit beschäftigt ist, einen Baum zu fällen. Und dieser Mann ist
komplett erschöpft, völlig fix und fertig.
Und der Spaziergänger fragt dann so, was machen Sie denn da?
Und der sagt, ja, was wohl, das sieht man ja, ich fälle diesen Baum.
Und dann sagt der andere, okay, das sehe ich, alles klar, aber vielleicht sollten
Sie mal ein paar Minuten Pause machen und Ihre Säge schärfen,
dann geht doch das viel besser und schneller.
Und der Baumfäller sagt dann, ja nein, Sie sehen doch, dass ich keine Zeit habe,
die Säge zu schärfen, ich muss doch jetzt diesen Baum sägen.
So ist die Geschichte, nicht optimal erzählen, aber so ist die Geschichte aus
dem Buch, einfach nur zur Erinnerung, dass du das wieder präsent hast.
Und genau das ist der Punkt. Jetzt konnte man ja eben auf die Idee kommen,
vielleicht eine bessere Technik oder vielleicht jemanden zu holen,
der dir hilft beim Sägen oder effizientere Bewegungen oder sowas. Das ist effizient.
Aber das ist nicht unbedingt effektiv. effektiv wäre es, die Säge zu schärfen
oder noch besser, vielleicht zu erkennen, dass du im falschen Wald bist.
Dass du zwar diesen Baum hier fällen möchtest, aber dass das gar nicht das Ziel ist.
Eigentlich ist der Wald nebendran, da wäre es viel wichtiger,
dass du da ein paar Bäume fällst, weil der ist noch viel wilder als der, wo du jetzt drin bist.
Und das ist eben die Frage nach der Richtung. Das ist eben das,
was bei Covey auch Effektivität genannt wird, eben dieses Sägeschärfen oder
und man könnte eben noch einen Schritt weiter gehen, auch mal das hinterfragen,
säge ich eigentlich im richtigen Wald?
Also Richtungsmanagement statt Zeitmanagement, wenn du so willst.
Und die Säge, die ist wichtig.
Das will ich auch gar nicht kleinreden. Auch die Methoden und die Apps und die
Systeme und all das, ist alles wichtig.
Aber die Säge hilft dir nichts, wenn du im falschen Wald sägst.
Und manchmal schärfen wir ja auch die Säge immer weiter und immer besser,
aber kaum jemand hinterfragt mal, ob er überhaupt im richtigen Wald ist.
Ja, das klingt jetzt alles sehr abstrakt und von mir aus auch sehr konstruiert
und vielleicht sagst du jetzt, ja super, das ist ja toll, nette Geschichte,
schlecht erzählt, aber trotzdem nette Geschichte.
Ich habe doch konkrete Probleme, ich habe doch Deadlines, Projekte,
Kunden, To-Do-Listen und so weiter und Wald und Sägen, ich bin doch kein Handwerker.
Ja, ich verstehe das.
Ich glaube, die Antwort auf diese Fragen, die ich hier so implizit gestellt
habe, die ist übrigens gar nicht mal so weit weg, weil die meisten von uns wissen
doch schon irgendwie, was ihnen wichtig ist, was sie wirklich wollen,
was sich richtig anfühlen würde.
Aber wir stellen uns viel zu selten diese Fragen, weil der Alltag eben so laut
ist, weil das Dringende so viel Lärm macht und weil Innehalten und Nachdenken,
das fühlt sich an wie Zeitverschwendung.
Das ist eben nicht effizient. ich muss doch arbeiten, jetzt ist 11.20 Uhr,
jetzt kann ich doch nicht zurücklehnen und nachdenken. Das geht doch nicht.
Dabei ist es genau das Gegenteil. Diese Nachdenkzeit ist die wertvollste Zeit,
die du dir selber nehmen und schenken kannst.
Und das hat natürlich auch eine emotionale Dimension, die ich hier auch ansprechen möchte.
Menschen, die nach Jahren harter, disziplinierter Arbeit feststellen,
dass sie zwar viel erreicht haben, aber nicht das, was ihnen wirklich wichtig war.
Stell dir mal vor, wie es diesen Menschen geht, die plötzlich mit 40,
50 oder noch Eltern merken, dass sie jahrelang in einem System gefangen waren,
das wunderbar funktioniert hat,
wie sie sich in diesem System gefangen liessen letztendlich,
weil es ja auch so bequem ist.
Und jetzt plötzlich realisieren sie, das war mir alles gar nicht wichtig.
Ich habe mich für die falschen Dinge eingesetzt und engagiert.
Und das ist wirklich bitter, wenn du plötzlich diese Erkenntnis hast.
Ich hatte die zum Glück schon sehr früh, eben bevor ich mich selbstständig gemacht
habe, 2000, und auch zuerst teilselbstständig seit 2013, voll selbstständig.
Aber das hat ja auch zu meiner Selbstständigkeit geführt, weil ich gemerkt habe,
ich säge hier im falschen Wald, wo ich jetzt bin.
Und ich habe das aber halt gemerkt mit, wie alt war ich denn da,
irgendwie mit 30 und so, und nicht erst mit 60 oder 70. Und das war natürlich schon toll.
Diese Frage, was tue ich hier eigentlich und wozu, das sind die entscheidenden Fragen.
Wir alle kennen doch Menschen, die viel arbeiten und wenig leben und die vielleicht
auch irgendwann merken, dass sie eine Karriere gebaut haben,
die gar nicht ihnen gehört.
Die eines Abends nach Hause kommen und denken, das bin ich nicht,
das wollte ich eigentlich gar nicht.
Nennen es Midlife Crisis, vielleicht ist das die Midlife Crisis, ich weiss es nicht.
Aber das ist definitiv bitter und eine Krise.
Ich sage das nicht, um dir Angst zu machen, um schwarz zu malen und vielleicht
kennst du das gar nicht oder nur vom Hören sagen.
Ich sage dir das nur, weil ich glaube, dass es wichtig ist, sich diese Fragen zu stellen.
Und manchmal stellst du die Frage, gibst dir eine Antwort und die Antwort ist
genau das, was du jetzt schon hast, genau dein Leben. Dann ist ja alles gut.
Aber wenn nicht, dann hast du die Möglichkeit, etwas zu verändern.
Und zwar unabhängig davon, ob du 20 oder 70 bist. Ist völlig egal.
Ja, noch ein Gedanke. Es geht noch weiter. Ich glaube, es ist eben wichtig zu
verstehen, was alles dahinter steckt und warum wir diese Fragen uns so selten
auch tatsächlich stellen.
Ich glaube nicht, dass es ist, weil der Alltag zu laut ist oder nicht nur ist,
weil der Alltag zu laut ist.
Auch, aber nicht. Und es ist definitiv nicht aus Zeitmangel.
Sondern ich glaube, es hat auch manchmal etwas mit Angst zu tun.
Angst vor den Antworten.
Wenn ich wirklich ehrlich zu mir bin und frage, was will ich wirklich,
dann könnte diese Antwort bedeuten, dass ich etwas verändern muss,
dass ich Dinge loslassen muss, dass ich vielleicht erkenne, dass ich in den
letzten Jahren in die falsche Richtung gelaufen bin.
Und das ist wirklich unangenehm oder kann sehr, sehr unangenehm sein.
Es kann vielleicht auch in der Konsequenz heissen, dass du eine neue Karriere
suchst, dass du vielleicht auch weniger verdienen wirst, dass du dir vielleicht
nicht mehr dieses Leben leisten kannst, das du jetzt hast. Kann, aber muss nicht.
Und das wissen wir häufig unbewusst. Und deshalb schieben wir diese Fragen auf oder vor uns her.
Nicht bewusst, nicht absichtlich, aber eben unbewusst. Weil das Gehirn weiss,
dass die Antworten vielleicht kostspielig sind.
Dass sie Konsequenzen haben, dass sie auch bedeuten könnten,
mal eine unangenehme, wirklich eine unbequeme Entscheidung zu treffen.
Und dann musst du noch deine Familie dann auch mitnehmen.
Beschäftigt sein ist sicherer. Beschäftigt sein bedeutet, ich habe keine Zeit hinzuschauen.
Es ist auch eine Komfortzone, die sich vielleicht nicht immer sehr komfortabel
anfühlt, aber es ist eine Komfortzone.
Ich kann nicht verantwortlich gemacht werden für das, was ich ja nicht sehe.
Ich kann nicht verantwortlich gemacht werden für Entscheidungen,
die sich mir gar nicht stellen, weil ich den Fragen ausweiche.
Das ist sicherer und menschlich.
Ich verurteile das nicht mal. Das geht uns allen so.
Aber ich glaube, dass wir uns damit keinen Gefallen tun. Weil das,
was du weisst und nicht anschaust, dich ja trotzdem irgendwie begleitet,
eben in Form von diesem leisen Unbehagen.
So, ich habe keine Energie oder sowas. Oder das Gefühl, irgendetwas stimmt nicht,
ohne genau zu wissen, was.
Wenn du dann irgendwann den Mut aufbringst, hinzuschauen, dann ist das,
was du siehst, übrigens fast nie so schlimm wie das, was du dir vorgestellt hast.
Das ist zumindest meine Erfahrung, meine eigene Erfahrung, als auch die Erfahrung meiner Kunden.
Der erste Blick mag der schwierigste sein, aber danach wird es leichter.
So, ich glaube, ich habe das Bild genug gezeichnet. Jetzt ist natürlich wie
immer die Frage, und jetzt? Was kann ich jetzt ganz konkret tun?
Ich habe drei Fragen für dich mitgebracht, weil drei Fragen,
das ist wirklich einfach. Nur drei Fragen, die kannst du dir sogar merken,
wenn du jetzt im Auto sitzt, etc.
Merk dir die Fragen und dann such, formuliere deine Antworten.
Erste Frage, was will ich wirklich erreichen?
Also vielleicht noch besser, was will ich wirklich bewirken?
Also nicht, was steht auf meiner Liste, sondern was sind die Ergebnisse,
die ich in meinem Business und in meinem Leben überhaupt anstrebe?
Was ist der Unterschied, den ich machen will? Ich will hier nicht irgendwie
pathetisch werden oder was weiss ich. Es geht nicht darum, die Welt zu verändern.
Kannst du machen, musst du aber nicht. Manchmal ist es auch nur ein kleiner
Unterschied, der vielleicht in deinem unmittelbaren Umfeld spürbar ist. Das ist okay.
Wenn du da eine gute Antwort hast, eine für dich gute Antwort,
dann frag dich auch, warum?
Warum ist dir das wichtig, was steckt dahinter?
Dieses Warum ist oft der entscheidende zweite Schritt.
Denn hinter dem offensichtlichen Ziel steckt meistens ein tieferes.
Wer also sagt, ich will mehr Umsatz.
Warum denn eigentlich? Vielleicht um weniger operativ tätig zu sein.
Und warum das? Vielleicht um mehr Zeit für das zu haben, was wirklich zählt.
Und jetzt haben wir völlig verschiedene Ausgangspunkte für alles,
was danach kommt. Für die Prioritäten, Entscheidungen und Strategien.
Das klingt alles einfach, aber die meisten Menschen haben keine wirklich klaren Antworten darauf.
Sie haben Aufgaben, Projekte, Pflichten, aber keine bewussten,
selbstgewählten Ziele, die wirklich von innen kommen.
Ziele, die du dir selbst geschaffen hast, die du dir selbst ausgewählt hast
und nicht Ziele, die irgendwie passiert sind, weil man die halt so haben muss.
Und das ist eben ein Problem. Wenn du kein klares Ziel hast,
dann füllst du deine Zeit eben mit dem, was laut ist, was dringend aussieht
oder ist, was anderen wichtig ist und nicht mit dem, was dir wichtig ist.
Dann die zweite Frage. Passt das, was ich täglich tue, zu meinen Zielen?
Passt das alles zu den Antworten, die ich aus der ersten Frage hier abgeleitet habe?
Und das ist wirklich eine ernüchternde Frage, weil meistens die Antwort lautet Nein.
Weil bisher hattest du das Ziel vielleicht irgendwie im Kopf,
so ziemlich unbestimmt oder sowas.
Und dann sieht dein Alltag natürlich komplett anders aus.
Deine beste Zeit, die geht dann drauf für E-Mails, für Meetings,
für kleine Aufgaben, die sich dringend anfühlen.
Und das, was dich wirklich weiterbringen würde, ja, das mache ich dann später.
Das mache ich dann am Wochenende.
Ja, du musst zuerst dieses und jenes erledigen, dann weiter.
Ja, ich empfehle dir da eine kleine, einfache Übung. Schau dir mal die letzte Woche an.
Nicht, was du geplant hattest, sondern was hast du wirklich getan?
Wo ist deine Zeit hingegangen?
Wenn du das noch nie gemacht hast, kann ich dir versprechen,
das wird ziemlich ernüchternd.
Selbstverständlich gilt das nur für meine Kunden. Bei mir persönlich ist das
nie ein Problem. Nein, nein, nein, überhaupt nie.
Nein, Quatsch, natürlich kennen wir das alle. Aber wenn wir da diesen ehrlichen
Blick nicht wagen, dann werden wir uns auch nicht verändern.
Du weisst ja, die Unterscheidung zwischen dringend, nicht dringend,
wichtig, nicht wichtig.
Hier haben wir ja das Problem, dass das, was dringend ist oder dringend ausschaut,
das schreit, das macht Lärm, das will sofort erledigt werden.
Es fühlt sich schlecht an, wenn man das nicht angeht. Kennst du alles.
Wichtig ist aber das, was dich wirklich voranbringt. Was dir etwas bringt.
Was beiträgt, was du wirklich willst.
Und das, das macht keinen Lärm. Deshalb gewinne dir das Dringende fast immer gegen das Wichtige.
Solange du nicht weisst, was wirklich wichtig ist, hörst du automatisch auf
all das, was am lautesten schreit. Und das ist eben das Dringendste.
Ja, und dann habe ich noch die dritte Frage, und das ist wahrscheinlich die
kraftvollste Frage, wenn du so willst, nämlich, was würde ich weglassen,
wenn ich heute neu anfangen würde?
Das ist eine echt starke Frage, weil sie dich zwingt, wirklich ehrlich mit dir
selbst zu sein. Was machst du aus Gewohnheit?
Was machst du, weil du es schon immer so gemacht hast? Was machst du,
weil du mal Ja gesagt hast und gar nicht mehr so richtig weisst, warum? Warum?
Welche Kunden, welche Projekte, welche Aufgaben, welche Verpflichtungen würdest
du gar nicht mehr erst eingehen, wenn du heute von vorne anfangen könntest?
Ich stelle diese Frage manchmal in Coaching so.
Stell dir vor, du fängst heute noch einmal von vorne an.
Gleiche Erfahrungen, gleiches Wissen, gleiche Fähigkeiten, aber keine Altlasten,
keine Projekte, in die du schon investiert warst, keine Kunden,
die du nicht loslassen kannst, keine Strukturen, die einfach so gewachsen sind.
Was würdest du dann anders machen?
Und manchmal kommen dann Antworten, die wirklich erstaunen.
Nicht, weil sie überraschend wären, sondern weil mein Gegenüber diese Antwort
schon lange wusste, aber er hat sie noch nie laut ausgesprochen.
Das ist der Kern von einem Richtungsmanagement. Diese Klarheit über das Wohin
und vor allem auch das Warum, bevor du überhaupt anfängst, deine Säge zu schärfen.
Das ist eigentlich eine zusätzliche Ebene gegenüber Kavi.
Also die drei Fragen, was will ich wirklich erreichen oder bewirken und warum?
Dann passt das, was ich täglich tue, zu meinen Zielen und schliesslich,
was würde ich weglassen, wenn ich heute neu anfangen würde?
Dass mich doch noch ein bisschen noch mehr in die Praxis, in die praktische
Perspektive umgießen, weil mir das wirklich wichtig ist.
Das ganze Thema ist mir wichtig und auch dieser letzte Abschnitt hier in dieser Folge auch.
Diese drei Fragen, das sind ja keine Fragen, die du einmal im Jahr stellst,
irgendwie an Silvester mit dem Glas Sekt in der Hand, so ein bisschen nachdenken und so. Nein, nein.
Richtungsmanagement ist eine regelmässige Praxis. Das kannst du ruhig regelmässig
machen. Einmal pro Quartal zum Beispiel in einem grösseren Review oder wenn
du das neue Quartal planst oder einmal im Monat kannst du einen kurzen Check machen oder so.
Oder wenn du etwas Neues machst, etwas überarbeitest, kannst du immer diese
Fragen auch tatsächlich stellen.
Und das sind so wertvolle Stunden, vielleicht sogar die wertvollsten Stunden,
die du dir selber schenkst, weil du dort die Fragen beantwortest, die wirklich zählen.
Oder im Prinzip zahlen sie alle auf eine weitere Frage ein, nämlich bewegt das,
was ich gerade tue, mich auf das zu, was mir wirklich wichtig ist.
Wenn ja, gut, dann weiter so.
Dann schärfst du deine Säge im richtigen Wald.
Nein, dann ist das eine wertvolle Information. Nicht mehr und nicht weniger.
Kein Urteil und nichts. Einfach nur eine Information.
Vielleicht die wertvollste Information, die du bekommen kannst.
Weil du weisst dann, etwas stimmt nicht.
Du musst korrigieren. Es ist an der Zeit, vielleicht mal aufzuhören zu sägen,
vielleicht sogar auf den Baum zu klettern und nachzuschauen,
ob du überhaupt im richtigen Wald bist.
Das muss nicht aufwendig sein. Eine Stunde pro Monat ist schon ziemlich viel.
Manchmal reichen auch 30 Minuten oder noch weniger.
Du kannst auch das mit einem schönen Spaziergang verbinden oder sowas.
Aber die Zeit, die ist nicht verhandelbar.
Die ist wichtig. Es ist ein wichtiger Termin mit dir selbst.
Und dann gibt es noch etwas, was ich unbedingt noch ansprechen muss,
sonst kann ich heute Nacht nicht gut schlafen.
Richtungsklarheit, Richtungsmanagement bedeutet meistens fast immer auch, Nein zu sagen.
Nein zu Dingen, die gut klingen, die toll sind, die andere von dir erwarten,
auf die du vielleicht sogar Lust hättest irgendwo.
Manchmal muss man Nein zu den guten Dingen sagen, um Platz für das Beste schaffen zu können.
Und das ist schwer, weil Dinge, die gut klingen, die fühlen sich ja nicht falsch an.
Es ist vielleicht eine neue Kooperation, ein spannendes Projekt,
eine Einladung, die dir schmeichelt.
All das kann richtig gut sein, aber doch in die falsche Richtung führen.
Ich habe kürzlich ein Video von einem Autoren gesehen, der macht auch so Bücher
in Business-Entwicklung, Persönlichkeitsentwicklung.
Und der wurde von Tony Robbins, vom grossen Tony Robbins, eingeladen,
mit ihm zusammen ein Buch zu schreiben.
Also wenn hier der Tony Robbins mich anruft und sagt, Ivan, lass uns ein Buch schreiben.
Ich glaube, ich bräuchte dann einen Moment, um wieder aus meiner Ohnmacht aufzuwachen oder so.
Das ist natürlich unglaublich schmeichelhaft. Er, dieser Autor,
der hat aber abgelehnt. Das war übrigens Benjamin Hardy, falls du den kennst.
Er hat abgelehnt, weil der gesagt hat, nein, mit meinem Business bin ich in
einer anderen Richtung unterwegs.
Wir haben uns jetzt für eine andere Richtung entschieden. und so reizvoll es
wäre, mit Tony Robbins ein Buch zu schreiben, so toll das wäre,
so sehr mich das bekannt machen würde, es passt nicht zu meiner Richtung.
Und sein gesamtes Umfeld hat gesagt, bist du verrückt? Das ist eine Chance,
die bekommst du einmal im Leben und du lehnst die einfach ab.
Er war natürlich unsicher, aber inzwischen steht er voll und ganz hinter seiner Entscheidung.
Und das ist eben Richtungsmanagement. So eine Einladung abzulehnen,
wow, da muss ich also wirklich den Hut ziehen.
Und das ist ja genau das Problem.
Das Gefährliche im Leben, das sind nicht die schlechten Optionen,
die erkennst du und sagst halt, nee, sicher nicht.
Sondern das Gefährliche sind die guten Optionen, die nicht zu dir gehören.
Die dich eben von dem ablenken, was dir wirklich wichtig war.
Und genau deshalb brauchst du diesen Kompass, die Antworten auf diese Fragen.
Nicht damit du einfach immer Nein sagst, sondern damit du weisst,
wann dein Ja wirklich ein Ja ist und sein muss.
Und wann du ein freundliches Nein sagst, das dir am Ende viel mehr gibt,
als dir das Ja je hätte geben können.
Also, um das Ganze zusammenzufassen. Zeitmanagement ist wertvoll.
Selbstverständlich. Aber es ist nur dann wertvoll, wenn du weisst,
in welche Richtung du gehst oder gehen möchtest.
Ohne Richtungsklarheit schärfst du vielleicht eine Säge, aber du stehst im falschen Wald.
Und die drei Fragen, die ich dir mitgegeben habe, was will ich wirklich erreichen
und warum, passt mein Alltag zu diesen Zielen und was würde ich weglassen,
wenn ich heute neu starten würde.
Ja, stell dir diese Fragen nicht nur einmal, sondern regelmässig,
quartalsweise, monatlich, wie auch immer es zu dir passt, aber regelmässig.
Und wenn du jetzt gerade fünf Minuten Zeit hast, dann mach das sofort.
Schnapp dir einen Stift, öffne ein leeres Dokument, starte deinen Recorder,
deine Voice-Memo-App auf deinem Smartphone und beantworte diese drei Fragen.
Einfach, oder mindestens eine davon.
Einfach roh, einfach ein Brainstorming.
Eine der drei Fragen, die dich gerade am meisten beschäftigen.
Es geht nicht um Perfektion, es ist völlig egal.
Es geht darum, überhaupt mal innezuhalten, nachzufragen und eine Antwort zu formulieren.
Das alleine macht schon einen Unterschied.
Und damit danke ich dir, dass du auch in der heutigen Episode mit dabei warst.
Und ich bin sicher, du nimmst etwas mit, das dir hilft, deinen Alltag klarer
und dann auch eben gelassener zu gestalten.
Deshalb bis bald und vergiss nicht, nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.