Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung

Live-Webinar: Dein Zeitmanagement für turbulente Zeiten 24. Februar 2026, 11:00 Uhr | Kostenlos → https://ivanblatter.link/yes

Du hast bestimmt auch Projekte, die irgendwo auf halbem Weg steckengeblieben sind. Die Website, die nie fertig wurde. Das Konzept, das in der Schublade liegt. Der Kurs, den du angefangen hast.

Das Problem ist meistens nicht der Anfang. Und auch nicht das Ende. Das Problem ist die Mitte – das Chaos, wenn die Anfangseuphorie weg ist und das Ziel noch zu weit entfernt.

In dieser Episode sprechen wir über die drei größten Fehler, die wir beim Dranbleiben machen:
  • Warum du nicht nur den Start planen solltest.
  • Was eine echte Entscheidung von einer vagen Absicht unterscheidet.
  • Und warum der normale Alltag dein größter Gegner ist.
Eine Episode für alle, die Projekte nicht nur anfangen, sondern auch beenden wollen.

Dein Zeitmanagement bricht bei Stress zusammen? Live-Webinar am 24. Februar 2026, 11:00 Uhr – kostenlos! → https://ivanblatter.link/yes

Was ist Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung?

Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.

Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.

Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."

Hallo, hier spricht Ivan Blatter, dein Mentor und Coach für strategisches Zeitmanagement.

Ich helfe dir, deine Zeit so zu nutzen, dass dein Business läuft,

ohne dass du dich verlierst.

Heute geht es ums Dranbleiben und um die Frage, warum so viele Projekte auf halbem Weg sterben.

Hast du schon mal renoviert? Ich meine, so richtig renoviert.

Nicht nur die Wände neu gestrichen, sondern Tapete runter, Boden raus,

vielleicht eine Wand einreissen, sowas.

Dann kennst du diesen einen Moment. Du stehst mitten im Chaos.

Überall liegt Staub und Schutt. Die alte Tapete hängt in Fetzen von der Wand.

Der Boden ist ein einziges Durcheinander. und du denkst dir,

was um alles in der Welt habe ich mir dabei gedacht?

Warum habe ich das überhaupt angefangen? Das war eine furchtbare Idee.

Das Interessante ist, am Anfang war alles noch aufregend. Du hattest eine Vision.

Du hast dir vorgestellt, wie schön es wird. Die Motivation war riesig.

Und auch am Ende, wenn alles fertig ist, wenn du dann das Ergebnis siehst,

dann ist die Freude wieder da.

Aber mittendrin? Mittendrin ist Chaos, Arbeit und nur der Wunsch,

dass es endlich vorbei wäre.

Und genau das ist der Moment, in dem die meisten aufgeben. Vielleicht nicht

bei der Renovation, weil kannst du ja nicht.

Aber sicher nicht am Anfang, wenn alles neu und spannend ist.

Und sicher nicht gegen das Ende, wenn das Ziel bereits in Sicht ist.

Sondern mittendrin, im Chaos, wenn die Anfangseuphorie längst verflogen ist

und das Ende noch viel zu weit weg scheint.

Genauso verhält es sich auch mit unseren Projekten, bei der Arbeit,

mit den Dingen, die wir uns vornehmen, mit den neuen Gewohnheiten,

mit den Zielen, die wir erreichen wollen.

Vielleicht hast du auch so eine Schublade oder einen Ordner auf dem Computer

voller angefangener Sachen.

Das Konzept, das eigentlich brillant war, aber nie fertig wurde.

Die Webseite, die du schon ewig überarbeiten wolltest.

Das Produkt, das du entwickeln wolltest.

Der Kurs, den du angefangen hast.

Alles angefangen, nichts beendet.

Und vielleicht fragst du dich manchmal, was stimmt nicht mit mir?

Warum habe ich keine Disziplin? Warum kriege ich das nicht hin?

Warum kann ich nicht einfach dranbleiben?

Die gute Nachricht, mit dir stimmt alles. Und das Problem liegt nicht bei dir.

Das Problem liegt im Muster. In den Fehlern, die fast alle machen, ohne es zu merken.

Ja und so ist es natürlich in meiner täglichen Arbeit. Menschen kommen zu mir

voller Ideen und Pläne. Sie starten Projekte mit Begeisterung.

Aber irgendwann nach ein paar Wochen, manchmal nach ein paar Monaten,

kommt der Alltag. Das Projekt rutscht nach hinten.

Erst auf morgen, dann auf nächste Woche, dann auf irgendwann und dann auf nie.

Es stirbt dann, ganz leise, ohne Drama. Es verschwindet einfach irgendwo in

einem Ordner oder einer Schublade zu all den anderen angefangenen Sachen.

Das ist traurig. Es ist zumindest frustrierend.

Und es passiert so oft, dass viele Menschen irgendwann denken,

sie seien einfach nicht der Typ dafür.

Nicht diszipliniert genug, nicht fokussiert genug, nicht gut genug.

Ich glaube, es gibt mindestens drei konkrete Fehler, die dahinter stecken.

Und wenn du nur diese drei kennst, dann kannst du schon mal etwas dagegen tun.

Fehler Nummer 1. Du planst nur den Anfang, nicht die Durststrecke.

Das ist vielleicht der häufigste und irgendwo auch menschlichste Fehler und

es ist auch der, über den am wenigsten gesprochen wird.

Wenn wir ein neues Projekt starten, planen wir den Anfang.

Ist ja klar, vielleicht kennen wir die Mitte noch gar nicht.

Weil wir wissen ja nicht so genau, wo uns das hinführt.

Es ist ja etwas Neues und dann können wir es vielleicht noch nicht alles ganz genau durchplanen.

Deshalb überlegen wir uns, was wir als erstes tun wollen. So die ersten paar

Schritte, vielleicht auch die ersten paar Meilensteine.

Wir machen dann eine schöne To-Do-Liste.

Sehr gut. Wir blocken Zeit im Kalender. Super.

Wir sind organisiert und motiviert.

Aber was wir nicht planen, ist das Tal der Tränen.

Das ist die Durststrecke, der Moment, wenn die Anfangseuphorie weg ist,

wenn alles zäh wird, wenn es keinen Spass mehr macht, wenn du dich fragst,

warum du das Ganze überhaupt angefangen hast.

Ja, dieser Moment kommt. Immer. Bei jedem Projekt.

Das ist keine Frage des Ob, sondern nur des Wann.

Aber die meisten Menschen rechnen trotzdem nicht damit, Obwohl sie es eigentlich

besser wüssten, sie haben es ja auch schon erfahren.

Vielleicht denken wir dann einfach, ach komm, die Motivation,

die reicht dann schon, die trägt mich durch dieses Tal der Tränen.

Oder wir denken, ja, wenn ich nur genug will, werde ich schon dranbleiben.

Ich habe ja schon einen Teil geschafft, dann werde ich schon dranbleiben.

Aber dann kommt sie, die Durststrecke. Und wir werden überholt,

weil wir nicht vorbereitet waren.

Ich kenne jemanden, der wollte ein Buch schreiben. Du kannst dir vorstellen, was passiert.

Er hatte die Idee natürlich schon lange und er war sehr begeistert davon.

Er hat sich auch einen guten Plan gemacht, jeden Tag eine Stunde schreiben. Das sollte reichen.

Die ersten zwei Wochen, kein Problem, lief grossartig. Er schrieb jeden Tag

seine Stunde, die Worte flossen.

Er dachte sich, das war einfacher ausgedacht. Ich weiss gar nicht,

was die immer alle erzählen. Das ist ja easy.

Und dann kam Woche drei.

Plötzlich hatte er vielleicht eine kleine Blockade. Vielleicht hat er nicht

gut geschlafen, irgendetwas war.

Plötzlich wusste er nicht mehr, was er schreiben sollte.

Die Struktur, die er sich überlegt hatte, die funktioniert eben doch nicht.

Er sass vor dem Bildschirm und starrte auf dieser berühmten,

leeren Seite. Und am Ende war sie immer noch leer.

Das war seine Durststrecke, sein Tal der Tränen.

Und weil er nicht damit gerechnet hatte, dachte er, etwas sei falsch.

Er dachte, vielleicht ist das Buch doch nicht so eine gute Idee.

Vielleicht bin ich eben doch kein Schriftsteller. Und er hätte fast aufgegeben.

Was wir dann gemacht haben, wir haben darüber gesprochen, dass das normal ist,

dass jedes Projekt diese Phase hat.

Und wir haben einen guten Plan gemacht für genau diese Momente.

Nicht einen Schönwetterplan für die guten Tage, sondern einen Plan für die schlechten Tage.

Was machst du, wenn du keine Lust hast? Was machst du, wenn du nicht weisst, wie es weitergeht?

Oder was machst du, wenn alles schwer erscheint?

Wenn du dir die Antworten auf diese Fragen am Anfang überlegst,

dann bist du vorbereitet.

Dann überroll dich diese Durststrecke nicht, sondern du gehst einfach da durch.

Aha, das Tal der Tränen, hier kommt mein Plan B, wobei es ja kein Plan B,

sondern es ist ein gut durchdachter Plan A, hier kommt mein Schlechtwetterplan

und dann gehst du da einfach durch.

Fehler Nummer 2. Du behandelst das Projekt wie eine Option, nicht wie eine Entscheidung.

Sie sind subtiler Fehler, ich gebe es zu, der aber eine gewaltige Auswirkung haben kann.

Es gibt nämlich einen riesigen Unterschied zwischen Ja, wäre schön,

wenn ich das machen würde und Ich habe entschieden, dass ich das mache und durchziehe.

Der erste Satz ist eine Option, der zweite ist eine Entscheidung.

Optionen sind super, die sind so nett, die halten dir alle Türen offen.

Du kannst immer noch durch eine andere Tür gehen oder wieder zurückgehen und so.

Es ist alles so schön unverbindlich und du kannst dich zu jedem Zeitpunkt umentscheiden.

Das heisst aber auch, dass die Optionen mit allen anderen konkurrieren.

Und wenn dein Projekt nur eine Option ist, dann steht es in direkter Konkurrenz

zu Netflix, zu Social Media, zum schönen Wetter, zu allem, was gerade bequemer ist.

Ja, und dann rate mal, was gewinnt.

Eine Entscheidung ist etwas anderes. Im Wort Entscheidung steckt auch das Wort Scheiden drin.

Das heisst, ich trenne zwei Dinge. Ich schliesse andere Möglichkeiten aus.

Wenn du dich entschieden hast, ein Buch zu schreiben, dann schreibst du ein Buch. Punkt.

Nicht, wenn ich dann Zeit habe, nicht, wenn ich dann Lust habe,

sondern ich habe mich entschieden, ich schreibe das Buch.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist es aber nicht. Ja, vielleicht kennst du das ja auch.

Du hast irgendein Projekt, das dir wichtig ist, aber irgendwie kommt immer etwas dazwischen.

Oder vielleicht müsste ich sagen, irgendwie lässt du immer etwas dazwischen kommen.

Andere Aufgaben, andere Verpflichtungen, andere Interessen. Und dein Projekt

rutscht immer nach hinten und weiter nach hinten und so weiter.

Nicht, weil du es nicht willst. Du willst es ja.

Aber weil es nie ganz oben steht. Und das ist ein Zeichen dafür,

dass du es wie eine Option behandelst und nicht wie eine Entscheidung.

Manchmal stelle ich bei den Kunden eine eigentlich sehr einfache Frage.

Nämlich, hast du dich wirklich für dieses Projekt entschieden?

Oder ist es nur etwas, das wäre schön, wenn ist?

Letzteres ist nichts, das ist eine Option. Wenn es nur eine Option ist,

dann lass es doch los. Bewusst.

Nimm es aus der Schublade und sag, nee, das mache ich jetzt nicht.

Das mache ich jetzt nicht. Vielleicht mache ich es nie. Und das ist okay.

Aber wenn du merkst, nee, ich will das, ich will das wirklich,

dann triff eine echte Entscheidung. Sag, ich entscheide mich.

Ich mache das nicht irgendwann, sondern jetzt.

Nicht, wenn die Bedingungen perfekt sind, sondern so, wie es jetzt halt ist.

Und diese Entscheidung, die verändert alles. in deinem Kopf,

aber eben auch faktisch, weil sie Verbindlichkeit schafft, weil sie dem Projekt

einen anderen Stellenwert gibt und weil sie dich zwingt, Prioritäten zu setzen.

Ja, und dann haben wir noch den Fehler Nummer 3. Du unterschätzt den Sog des Alltags.

Das ist vielleicht der heimtückischste Fehler von allen, weil er so unsichtbar

ist, so normal ist, könnte man schon fast sagen.

Der normale Alltag, der gewinnt nämlich immer. E-Mails, Meetings,

Anrufe, Nachrichten, Dringlichkeiten, Dinge, die Lärm machen.

Alles schreit nach Aufmerksamkeit. Alles will sofort erledigt werden. Tja, und dein Projekt?

Das ist wichtig, aber nicht dringend. Dein Projekt ist leise.

Dein Projekt kann ja warten.

Dein Projekt, das beschwert sich nicht, wenn du es ignorierst.

Und genau das ist das Problem. Wenn dein Projekt keinen festen Platz in deinem

Alltag hat, ja, dann wird es vom Alltag geschluckt oder überrollt.

Nicht, weil es unwichtig wäre oder so, sondern weil es keinen Lärm macht.

Ich erlebe das sehr, sehr häufig, selbstverständlich nur bei meinen Kunden,

bei mir überhaupt nicht. Sondern Menschen haben Projekte, die ihm wirklich wichtig sind.

Aber sie haben keinen festen Zeitpunkt dafür. Sie denken, ich mache das,

wenn ich Zeit dafür habe, wenn der Alltag es zulässt, wenn diese strenge Phase

dann endlich durch ist, wenn gerade nichts Dringendes ansteht.

Und dann warten sie und warten sie und warten und warten. Und der richtige Moment, der kommt einfach nie.

Weil der Alltag, der hat immer etwas Dringendes für uns parat. Immer. Das hört nie auf.

Die Lösung, die klingt simpel, ist aber kraftvoll.

Gib deinem Projekt Priorität. Gib deinem Projekt einen festen Platz,

bevor der Alltag zuschlägt.

Nicht irgendwann diese Woche, sondern Dienstag 9 Uhr für 2 Stunden.

Oder jeden Morgen, bevor ich E-Mails checke, 30 Minuten.

Man sagt, dass ich ab und zu mal mit Kunden zu tun habe, die keine Zeit haben.

Das halte ich übrigens für ein Gerücht, weil ich glaube, die haben alle Zeit,

die haben es einfach nicht richtig erkannt.

Und etwas, was mir das immer wieder beweist, dass ich mit meiner These nicht

daneben liege, ist, wenn wir in den Kalender schauen.

Ich höre immer wieder, ja, ich habe keine Zeit für Strategie,

für dieses, für jenes oder eben für ein Projekt, das einem Kunden wichtig ist.

Und dann schauen wir in den Kalender und dann sehen wir plötzlich,

da hat es einen fixen Termin drin.

Zum Beispiel das Kind von der Kita abholen. Und plötzlich haben die Kunden Zeit

um 15 Uhr Feierabend zu machen.

Oder sonst irgendwas, irgendeine Freizeitaktivität. Kürzlich habe ich einen

Salsa-Tanzkurs gesehen bei einem Kunden mit seiner Frau.

Den zieht er immer durch, ohne Pardon.

Plötzlich hat er Zeit für solche Dinge. Aber einen Tag später,

da kann er nicht schon um 17 Uhr Feierabend machen, das ist unmöglich,

weil er hat so viel zu tun und so weiter. Und genau das ist der Punkt.

Genau das gilt auch bei deinen Projekten. Du musst dir ja nicht sehr viel Zeit

dafür einplanen, es kann ja durchaus sein, dass du viel zu tun hast,

das würde ich ja gar nicht mal in Frage stellen.

Aber dieser Zeitraum, der muss fest sein.

Ein Termin mit dir selbst, Timeblocking, ein Termin, den du genauso wichtig

nimmst wie ein Meeting mit deinem Kunden.

Wenn dein Projekt keinen festen Platz hat, dann hat es keinen Platz. So einfach ist das.

Man könnte sogar sagen, dein Projekt ist ein bisschen wie ein scheues Tier.

Wenn du ihm nicht jeden Tag zur gleichen Zeit begegnest, dann verschwindet es. Und das stimmt.

Die Projekte, die brauchen Regelmässigkeit, die brauchen einen Rhythmus,

die brauchen einen Platz, an dem der Alltag sie nicht erreicht und nicht einfach wegschubsen kann.

Ja, das waren diese drei Fehler, denen ich sehr, sehr häufig begegne.

Aber lass uns da vielleicht noch ein bisschen tiefer auf dieses Phänomen eingehen,

weil ich glaube, hier liegt wirklich ein Kern verborgen.

Wir haben ja ganz zu Beginn, oder ich habe ganz zu Beginn, dieses Bild von der

Renovierung gezeichnet, über den Moment in der Mitte, wenn alles sehr chaotisch ist.

Und ich möchte, dass du dir das wirklich nochmal vor Augen führst,

weil jedes Projekt hat doch drei Phasen. Es hat den Anfang, es hat die Mitte und es hat das Ende.

Am Anfang ist alles aufregend. Es ist neu. Du hast eine neue Idee, eine neue Vision.

Du bist voller Energie. Du siehst das Ergebnis schon vor dir und die Motivation ist riesig.

Und dann am Ende, wenn das Ziel in Sicht ist, dann kommt die Motivation zurück.

Jetzt nur noch das. Jetzt nur noch jenes. Und du siehst, dass du es fast geschafft hast.

Du willst es abschliessen. Du willst das Ergebnis wirklich sehen.

Aber in der Mitte, ja, in der Mitte hast du nichts davon.

Die Anfangseuphorie ist längst verflogen, das Ende ist noch weit,

weit, weit weg und was bleibt ist Arbeit, Schweiß und Tränen.

Nur das Gefühl, eben nicht voranzukommen, es ist so unendlich.

Und dann kommt eben diese Frage, warum mache ich das eigentlich?

Was bringt das überhaupt hier?

Und das ist der Ort, diese Mitte ist der Ort, an dem die Projekte sterben.

Und das Fiese ist, wir belügen uns natürlich selbst. Wir denken,

wenn ich nur motiviert genug bin, dann komme ich da durch.

Oder dranbleiben ist eine Frage des Charakters, der Disziplin, der Willenskraft.

Aber ich glaube, das stimmt nicht. Ja, natürlich brauchst du eine gewisse Disziplin,

um überhaupt mal ins Handeln zu kommen.

Aber dranbleiben ist dann eine Frage des Setups, der Struktur,

der Vorbereitung, des Wissens, was auf dich zukommt.

Und wenn du weisst, dass die Mitte schwer wird, und sie wird schwer bei jedem

Projekt, ja dann kannst du dich doch darauf vorbereiten, dann überrascht es dich nicht.

Dann denkst du nicht, etwas sei falsch, sondern du denkst, ah,

die Mitte ist normal, geht vorbei.

Und das macht einen riesigen Unterschied.

Ich erlebe das übrigens regelmässig beim Sport, vor allem beim Ausdauertraining.

So am Anfang, natürlich ist es anstrengend, aber so, du merkst,

wie der Körper sich aufwärmt.

Und am Anfang ist es vielleicht sehr anstrengend und dann irgendwann kommt dieser

Punkt, wo es ein bisschen leichter wird.

Und dann plötzlich wird es langweilig. Etwa so in der Mitte, es wird langweilig.

Du schaust auf die Uhr und denkst, jetzt die Hälfte, jetzt nochmal so lang und so.

Aber ich weiss, dass nachher die zweite Hälfte unglaublich schnell geht,

weil plötzlich siehst du, oh, jetzt habe ich schon drei Viertel hinter mir,

jetzt kommt noch das letzte Viertel und so, jetzt sehe ich das Ziel.

Das ist ein anderes Bild, falls du nicht renovierst, sondern Sport machst,

dann ist das vielleicht das Bild.

Und ich kenne diese Mitte jetzt beim Ausdauersport und weiss,

komm, da gehst du einfach durch, du hast dich entschieden.

Und jetzt gehst du da einfach durch, in der zweiten Hälfte wird es ja dann wieder leicht.

Ja, bevor ich hier zum Ende von dieser Episode komme, möchte ich dir drei Fragen

mitgeben, die du dir vielleicht gerade jetzt noch stellen kannst.

Und du weisst ja, all die Fragen, die ich dir hier stelle, kannst du einfach

dir anhören, kannst nicken und sagen, naja, gute Fragen und dann nichts damit machen.

Oder, wenn du clever bist, beantwortest du die und vielleicht sogar schriftlich

irgendwo in einem Tagebuch oder wo auch immer.

Weil dann haben deine Antworten so richtig, richtig viel Kraft.

Also, drei Fragen. Erstens, welches deiner Projekte liegt denn jetzt gerade so in der Mitte?

Welches liegt da in diesem Tal der Tränen? Welches steckt da fest?

Vielleicht ist es ein Projekt, das du angefangen hast und das einfach stecken

geblieben ist. Noch nicht ganz aufgegeben, aber auch nicht mehr aktiv.

Es liegt also rum und wartet und du fühlst dich irgendwie schlecht deswegen.

Identifiziere dieses Projekt oder diese Projekte. Hole es aus der Schublade und schaue es dir an.

Zweite Frage. Hast du dich wirklich für dieses Projekt entschieden oder ist es nur eine Option?

Sei ehrlich mit dir selbst. Ist dieses Projekt etwas, das du wirklich machen

willst oder ist es etwas, das wäre schön, wenn ich das schaffen würde?

Wenn es nur eine Option ist, dann lass es bewusst los. Streich es von der Liste.

Mach Platz für die Dinge, die du wirklich willst.

Wenn du aber merkst, das kann ich nicht irgendwie, da sträubt sich etwas in

mir, dann triff eine Entscheidung.

Eine echte Entscheidung. Sag, ich mache das. Punkt.

Und drittens, hat das Projekt einen festen Platz in deiner Woche oder in deiner Zeit?

Nicht irgendwann, nicht wenn ich Zeit habe, sondern wann genau?

Welcher Tag? Welche Uhrzeit? Und für wie lange?

Am besten findest du einen guten Rhythmus, der zum Projekt passt.

Das kann durchaus zwei Stunden pro Woche sein.

Wenn das nicht drin liegt, sind es vielleicht zweimal 30 Minuten in der Woche

oder vielleicht ist es auch alle zwei Wochen drei Stunden oder irgend so etwas.

Der Rhythmus muss zu dir, deinem Leben und zum Projekt passen,

aber das Projekt braucht einen festen Platz in deinem Kalender.

Wenn dein Projekt noch keinen solchen Platz hat, dann gib ihm einen.

Heute noch, bevor der Alltag wieder zuschlägt.

Ja, zusammenfassend. Dranbleiben ist schwer. Vielleicht ist es das. Bin gar nicht so sicher.

Es ist in jedem Fall nicht so schwer, wie viele denken.

Es ist nur dann schwer, wenn wir diese typischen Fehler machen.

Fehler Nummer eins war ja, wir planen nur den Anfang, nicht die Durststrecke.

Wir rechnen nicht mit dem Tal der Tränen und werden davon überrollt.

Fehler Nummer zwei, wir behandeln unsere Projekte wie Optionen,

nicht wie Entscheidungen.

Und Optionen verlieren immer gegen das Bequeme.

Fehler Nummer drei, wir unterschätzen den Sog des Alltags.

Wir geben unseren Projekten keinen festen Platz und dann verschluckt der Alltag unsere Projekte.

Und das Gute ist ja, alle drei Fehler sind vermeidbar.

Nicht durch mehr Disziplin, nicht durch mehr Willenskraft, sondern durch ein

besseres Setup. durch Vorbereitung, durch die richtigen Fragen am Anfang.

Ich glaube, dranbleiben ist kein Talent, das manche haben und andere nicht,

sondern es ist eine Fähigkeit, die wir alle lernen können.

Und ich glaube auch, dass deine Projekte es verdient haben, beendet zu werden.

Nicht, weil du musst, sondern weil du willst.

Also, was ist dein Projekt und was tust du heute, um dafür zu sorgen,

dass es nicht in dieser Mitte stirbt?

Und damit danke ich dir herzlich, dass du mir zugehört hast und wir hören uns bald wieder.

Bis dahin, nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.