Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.
Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.
Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."
Hallo, hier spricht Ivan Blatter, dein Mentor und Coach für strategisches Zeitmanagement.
Ich helfe dir, deine Zeit so zu nutzen, dass dein Business läuft,
ohne dass du dich verlierst.
Heute geht es um eine einzige Frage, eine Frage, die deine Planung wirklich
einfacher macht und die trotzdem fast nie gestellt wird.
Übrigens, auch von mir nicht, wenn ich nicht aufpasse.
Du kennst das Bild, du kennst die Physik dahinter vielleicht.
Ich hoffe es, also hast es sicher mal gelernt. Stell dir einen grossen Stein vor, der im Weg liegt.
Gross, schwer und deutlich zu schwer. Für dich, deine Muskeln und deine Hände.
Du kannst dich jetzt davor stellen und rücken. Du kannst dich reinlehnen,
du kannst dich anstrengen.
Du kannst dich, wenn du magst, rot anlaufen und danach eine Pause brauchen.
Der Stein, der bleibt, wo er ist.
Oder du machst es schlauer. Du holst eine Stange, du legst einen kleineren Stein
als Drehpunkt darunter, setzt die Stange an der richtigen Stelle an und drückst.
Und der Brocken bewegt sich. Das Hebelfrinzip halt.
Was hat sich geändert? Deine Kraft nicht? Oder wenn du zu lange einfach so versucht
hast, den Brocken zu verschieben, dann ist deine Kraft vielleicht jetzt sogar
kleiner, als sie zu Beginn war.
Nichtsdestotrotz bist du derselbe Mensch mit denselben Armen,
mit denselben Muskeln, mit derselben schlechten Nacht davor.
Geändert hat sich nur der Hebel und der Ansatzpunkt.
Und damit hast du die Quintessenz dieser ganzen Folge schon gehört.
Eigentlich könntest du jetzt schon aufhören. Alles weitere, was ich dir jetzt
erzähle, ist nur die Übersetzung von diesem Bild in deine Arbeit,
in deinen Arbeitsalltag.
In unserem Alltag machen wir es doch meistens anders herum.
Du kennst das. Volle Woche. Der Kalender ist schon praktisch zu.
Deine Aufgabenliste ist länger als die Zeit. Das bringt die Aufgabenliste halt so mit sich.
Und dann stellst du dir eine Frage. Und zwar fast immer dieselbe.
Bewusst oder unbewusst? Was ist am dringendsten? Was muss als erstes weg?
Was schreit am lautesten?
Das ist ja nicht grundsätzlich falsch. Im Prinzip kommt es ja aus deiner echten
Erfahrung, aus deinem Alltag.
Was dringend ist, hat ja auch Folgen. Was echt dringend ist,
hat Folgen, wenn es liegen bleibt.
Also fängst du oben an, beim Dringendsten, und arbeitest dich nach unten.
Das Blöde daran ist aber etwas anderes. Die Dringlichkeit sortiert einfach deine Liste.
Mehr macht sie nicht. Sie sagt dir, in welcher Reihenfolge du die Dinge anfassen
solltest, aber sie stellt nie die Frage, ob die Dinge auf deiner Liste überhaupt etwas bewegen.
Das ist eine ziemlich präzise Antwort auf eine Frage, die du dir gar nicht gestellt hast.
Und deshalb gibt es diesen Freitagnachmittag, den du vielleicht auch kennst.
Du schaust auf die Woche zurück, du hast wirklich gearbeitet,
Du hast hart gearbeitet, du hast eine Menge abgehakt, du bist müde und trotzdem
hast du das Gefühl, dass sich das Eigentliche keinen Meter bewegt hat.
Du hast festgedrückt, nur eben mit den Händen, direkt am Stein.
Es darf hier kein falscher Eindruck entstehen. Das Dringende ist ja nicht erfunden,
also das wirklich Dringende. Ich spreche nicht von dem scheinbar Dringenden,
nicht alles, was schreit, ist wirklich dringend.
Aber es gibt sie, die dringenden Dinge, die dringenden Aufgaben.
Rechnungen müssen raus, Fristen laufen ab, Kundenzusagen gelten.
Nichts davon löst sich heute auf und ich möchte auch gar nicht,
dass es das tut. Das ist da, du musst dich darum kümmern.
Es geht nicht darum, das Dringende abzuschaffen oder zu ignorieren,
die Augen zu schliessen oder so,
sondern es geht darum, dass das wirklich,
Dringende, das echt Dringende in den meisten Wochen den kleineren Teil ausmacht,
und dass wir den grösseren Teil trotzdem nach genau derselben Logik behandeln.
Lass mich das konkretisieren, das ist alles noch so ein bisschen wischiwaschi,
ich weiss, aber es wird jetzt Schritt für Schritt konkreter.
Nimm doch mal das Bild mit dem Stein vom Anfang und übertrag das auf deine nächste Woche.
Was wäre denn dort die Stange und wo läge der Drehpunkt?
Die Frage dazu ist einfach und sie lautet, welche Massnahme bringt hier in dieser
Woche mit relativ wenig Aufwand eine riesige Wirkung?
Oder man könnte sogar sagen, was macht alles andere einfacher oder sogar überflüssig?
Das ist die Hebelfrage. Leider ist sie nicht mir eingefallen, sondern Gary Keller.
Und genau um diese Frage, also was macht alles andere einfacher oder sogar überflüssig,
geht es in seinem, man könnte schon fast sagen, in seinem Klassiker,
in dem Buch The One Thing oder auf Deutsch The One Thing.
Das heisst auf Deutsch genauso wie auf Englisch. Die wollten offenbar diesen,
Begriff hier prägen und für sich beanspruchen.
Ich verlinke auf das sehr lesenswerte Buch in den Shownotes in der deutschen
und in der englischen Fassung. Also, was macht alles andere einfacher oder sogar überflüssig?
In jedem Fall ist diese Frage, zumindest bei mir in meiner Arbeit,
an ziemlich vielen Stellen im Einsatz.
Die schwingt immer mit bei Zielen, bei Projekten, bei der Wochenplanung und
sie ist immer gleich. Es ist immer nur diese einfache, simple Frage.
Und jetzt kommt der Clou. Dieser Hebel, die Antwort auf diese Frage,
steht ziemlich sicher nicht auf deiner Aufgabenliste.
Ich meine nicht, dass sie vielleicht irgendwo unten steht oder übersehen wird
oder so, sondern ich meine, dass dieser Hebel, die Antwort auf diese Frage,
gar nicht auf der Aufgabenliste auftauchen kann.
Das ist strukturbedingt.
Deine Aufgabenliste enthält, und jetzt kommt's, Aufgaben. Deshalb heisst sie auch Aufgabenliste.
Sie enthält also Dinge, die du tun kannst, die einen mehr oder weniger klaren
Anfang und ein Ende haben und die man abhaken kann.
Aber der Hebel, die Sache, die alles andere einfacher oder sogar überflüssig
macht, das ist ziemlich oft gar keine klassische Aufgabe.
Dieser Hebel ist vielleicht eine Entscheidung, die du seit Wochen vor dir herschiebst oder,
ein Gespräch, das seit Monaten ansteht oder eine Regel, die du einmal festlegst
und die dir danach jede Woche eine halbe Stunde Diskussion mit dir selbst erspart.
Oder ein Nein, das du einmal aussprichst und das drei Termine im Monat einfach verschwinden lässt.
Oder eine einzige Frage an die genau richtige Person, die zwei Wochen Recherche überflüssig macht.
Und sowas landet selten auf der Aufgabenliste. Das musst du zuerst mal realisieren.
Das musst du dir überlegen. Da musst du zuerst mal nachdenken,
wer ist denn diese richtige Person, die zwei Wochen Recherche überflüssig macht?
Welches ist denn das Nein, das dann drei Termine einfach verschwinden lässt?
Welches könnte denn die Regel sein, die mir danach jede Woche eine halbe Stunde
Diskussion mit mir selber erspart und so weiter?
Das steht nicht einfach so auf der Aufgabenliste.
Du musst darüber nachdenken.
Und wenn du das dann angehst, wenn du diese Frage an die richtige Person stellst,
wenn du das Nein aussprichst oder sowas, das fühlt sich nicht mal nach Arbeit an.
Es ist nicht eine saubere Aufgabe wie sonst. Und manchmal ist es eine 10 Minuten Konzentration.
Die eigentliche Sache ist erledigt. Aber der Weg dorthin, der ist vielleicht
etwas komplexer, umfangreicher und braucht in jedem Fall mehr Gehirnschmalz,
als man vielleicht meint.
Das heisst also, du kannst deine Aufgabenliste sortieren, so oft du willst.
Du kannst sie priorisieren, du kannst sie farblich markieren und in Ordner sortieren.
Das kann durchaus alles Sinn machen.
Aber den Hebel findest du dort nicht, weil er nicht drin ist.
Und das bedeutet, dass sich die Hebelfrage, also diese Frage,
was ist die eine Sache, die alles andere einfacher oder sogar überflüssig macht,
Diese Frage, die kannst du nicht beim Abarbeiten beantworten.
Du kannst nicht auf deine Liste schauen und mit den Aufgaben beginnen und dann
irgendwie plötzlich erkennen, welches der Hebel ist.
Sondern du musst dafür für ein paar Minuten aus der Liste raus.
Und diese paar Minuten aus der Liste raus, das fühlt sich in einer extrem vollen
und stressigen Woche ziemlich gleich an wie nichts tun.
Und deshalb tun wir es vielleicht nicht.
Wie dem auch sei, wenn diese Hebelfrage wirklich so wirksam ist,
wie ich hier so tapfer behaupte, warum stellen wir sie uns dann so selten?
Ich nenne mal drei Gründe. Und übrigens, alle drei Gründe sind durchaus nachvollziehbar.
Das ist nicht irgendwie völlig von der Welt oder so, sondern das ist durchaus nachvollziehbar.
Erster Grund, der Hebel, der meldet sich nicht.
Das Dringende, das hat ja eine Stimme. Das Echtdringende, aber auch das scheinbar Dringende.
Das Echtdringende kommt vielleicht als Mahnung oder vielleicht als,
leicht vorwurfsvolle Nachfrage im Postfach oder es kommt als Termin,
der näher rückt, die Deadline, die näher rückt oder jemand, der einfach im Türrahmen
steht, wobei gerade das häufig nicht Echtdringend ist, sondern nur scheinbar dringend.
Aber es hat eine Stimme. Es macht Lärm. Es springt auf an deinem Computer oder
steht an einem Schreibtisch.
Wirkung aber, Wirkung hat keine Stimme.
Es gibt niemanden, der dich daran erinnert, dass da eine Entscheidung liegen
könnte, die deine nächsten drei Monate leichter machen würde.
Der Hebel, der schreit nicht und deshalb steht er weder auf der Aufgabenliste
und schon gar nicht ganz oben.
Ein zweiter Grund. Abhaken, das belohnt doch.
Ist doch toll, wenn ich irgendwas abhaken kann und dann verschwindet es von
meiner To-Do-Liste. Oder wenn ich auf einem Zettel etwas durchstreichen kann.
Das ist so richtig, richtig toll.
Und das gibt dir so für eine Sekunde oder so ein kleines gutes Gefühl.
Bei der Hebelmassnahme, da passiert
relativ wenig. Du triffst eine Entscheidung. Du führst ein Gespräch.
Ja, das kannst du abhaken, das habe ich jetzt gemacht, aber danach sieht dein
Tag genauso aus wie vorher.
Die Wirkung aber, die zeigt sich nur später, in zwei Wochen oder so.
Und dann verbindest du sie vielleicht gar nicht mehr mit dem,
was du damals getan hast.
Deshalb arbeiten wir ja systematisch da, wo die Rückmeldung kommt und vor allem
schneller kommt. Das ist ganz normal.
Und dann der dritte Grund, ich habe das vorhin schon so ein bisschen angesprochen,
so einen kleinen Teaser gemacht.
Die Hebelfrage, die kostet Denkzeit.
Und seien wir ehrlich, in einer vollen Woche haben wir genau etwas nicht.
Zeit und schon gar nicht Denkzeit, weil sie ja eben sich nicht meldet und weil,
es da nichts abzuhaken gibt und so weiter.
Und genau in diesen Wochen, in denen die Antwort auf deine Hebelfrage eigentlich
am meisten bringen würde, fühlt es sich am unpassendsten an.
Dann, meinen wir, hätten wir keine Zeit dafür. Es ist doch viel besser und auch
verführerischer, sofort loszulegen, weil loslegen, das fühlt sich nach Machen
an, nach Fortschritt und so weiter.
Das sind diese drei Gründe, weshalb wir uns diese Frage vielleicht eben nicht
so häufig stellen, wie wir sie stellen könnten.
Noch was, die Hebelfrage steckt ja eben, das habe ich vorhin auch schon mal
angesprochen, da steckt ja auch dahinter, was hat relativ wenig Aufwand und
gleichzeitig eine riesige Wirkung.
Wenig Aufwand, und das darfst du nicht verwechseln, wenig Aufwand,
das heisst nicht unbedingt leicht oder einfach.
Also, diese Hebelfrage, das
ist nicht die Suche nach dem schnellen Erfolg oder sowas. Das wäre falsch.
Es geht nicht darum, die Sache zu finden, die in 10 Minuten husch husch geht
und dann ist alles gut oder sowas.
Es geht immer um das Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Es geht nicht nur um den Aufwand an sich.
Der Kraftaufwand kann deshalb durchaus auch gross sein.
Also eine Hebelmassnahme kann dich durchaus auch drei Tage Arbeitszeit kosten.
Das ist durchaus möglich.
Wenn sie dir danach aber jeden Monat zwei Tage spart, und zwar nicht nur für
zwei, drei Monate, sondern für 12, 24 oder 36 Monate, dann ist das ein Riesenhebel.
Umgekehrt ist eine Sache, die in 10 Minuten schnell geht und nichts verändert,
das ist eine schnelle Aufgabe.
Die darf man auch machen, aber das hat nichts mit einem Hebel zu tun.
Ich mache dir ein Beispiel. Vor einem guten Jahr, also ein bisschen länger her,
bin ich ja von einem Grossunternehmen mit einer Mitarbeiterin zurück zu einem
Solopreneur und zu einem Selbstständigen gegangen, nämlich als meine Frau Sabin
eine neue Stelle gesucht und erfreulicherweise auf,
die eine Art erfreulicherweise sehr schnell gefunden hat.
War auch ein bisschen überraschend schnell, aber gut. War ja toll für sie.
Lange Rede, kurzer Sinn. Bis vor einem guten Jahr hat ja meine Frau noch bei
mir für mich gearbeitet und jetzt hat sie eine andere Stelle.
Das heisst, die Belegschaft meiner Grossfirma hat sich auf einen Schlag halbiert.
Das heisst, ich hatte die gleichen Aufnahmen, aber nur noch die Hälfte Man-
oder Women-Power, wie auch immer.
Und da habe ich natürlich sämtliche Strukturen, Prozesse, Aufgaben und alles, alles hinterfragt.
Ich habe mich gefragt, was ist überhaupt nötig und welche Dinge könnte ich so
organisieren, strukturieren, dokumentieren etc.,
dass sie mich weniger Zeit kosten oder dass gewisse Dinge einfach überflüssig
werden, weil sie nicht mehr da sind.
Und in dem Zusammenhang habe ich dann mich intensiv mit KI beschäftigt und mir
ein paar Skills auch gebaut.
Ein schöner Skill ist mein Wochenplanungsskill. Jeden Montag frage ich meine
KI, meinen neuen Mitarbeiter, Claude ist das in diesem Fall,
dann sage ich ihm, lass uns die Woche zusammen planen.
Dann schaut er einfach, welche Termine habe ich und ich habe ihm beigebracht,
wenn ich zum Beispiel einen Coaching-Termin habe, dann gibt es,
ich glaube, wenn ich es auswendig richtig weiss, dann gibt es drei Aufgaben daraus.
Eine Aufgabe ist die Vorbereitung, die sollte vorzugsweise vor dem Termin stattfinden,
und dann gibt es zwei Nachbereitungsaufgaben.
Erstens will ich die Notizen sauber bei mir in mein System einpflegen und zweitens
schicke ich die Aufzeichnung an meinen Kunden.
Das sind die drei Aufgaben und früher habe ich das immer manuell gemacht.
Wenn ich meine Woche geplant habe, habe ich überlegt, ah, hier ist ein Coaching-Termin,
diese drei Aufgaben, habt ihr alle schön aufgeschrieben und terminiert.
Das kann natürlich eine KI viel besser und schneller machen als ich.
Und es gibt so eine ganze Reihe an Standard-Terminen, Zum Beispiel Podcast aufzeichnen,
Newsletter schreiben, Coaching-Termine, Mentoring-Termine, Zeitlupen und so weiter.
Es gibt so ein Set an Terminarten, da ist die Vor- und Nachbereitung immer genau gleich.
Und das hat mich früher für eine Woche, ich weiss nicht, 20 Minuten gekostet,
würde ich jetzt mal schätzen.
Jetzt kostet mich das 30 Sekunden. Ich sage, Claude, los geht's, Wochenplanung.
Und manchmal fragt er zurück und sagt, hier habe ich einen Termin,
da bin ich nicht ganz sicher, ist das eher ein Coaching oder ist das eher sonst irgendwas.
Dann fragt er schnell zurück, aber dann macht er alles. Es werden die Notizen
vorbereitet in meinem Notizprogramm.
Da steht nicht viel drin, aber da steht der Titel drin. Also zuerst das Datum
und dann irgendwie Coaching Ivan Blatter zum Beispiel.
Und dann hat es schon die Titel halt drin. Zum Beispiel Vorbereitung,
da steht dann der Termin und dann steht, das ist die sechste Session oder sowas.
Viel mehr steht da noch nicht drin. Aber das Gerüst steht und auf meiner To-Do-Liste
sind natürlich genau die Aufgaben schon angelegt, die ich dir vorhin gerade mal geschildert habe.
Hier war jetzt das Ziel, die Effizienz zu erhöhen, nachdem eben Sabin gegangen ist.
Und um das Ganze zu machen, da brauchte ich natürlich eine gewisse Zeit,
das sage ich dann später noch, wie ich das genau gemacht habe.
Aber das ist so ein Beispiel für eben eine Hebelmassnahme, die mich einiges
an Zeit gekostet hat, mehr als drei Tage, definitiv,
die jetzt aber seither jede Woche 15 bis 20, 30 Minuten spart.
Jede einzelne Woche.
52 Wochen haben wir im Jahr, sagen wir mal, davon arbeiten wir,
keine Ahnung, lassen wir, machen wir 50, kann man gut rechnen.
50 Mal eine halbe Stunde, das sind 25 Stunden, die ich jedes Jahr mit dieser
einen Massnahme hier spare.
Als ich das eingerichtet habe, habe ich natürlich noch ganz viele andere Skills auch gebaut.
Das war jetzt nur ein Skill, den ich in diesen paar Tagen hier gebaut habe,
aber trotzdem. Das ist wirklich etwas, was mir dauerhaft Zeit spart.
Das war ein kleines Beispiel, was das eigentlich genau heisst und dass ein Hebel
dich durchaus auch viel Zeit kosten kann, aber dass es sich trotzdem lohnt,
wenn man dann danach dauerhaft sehr viel Zeit spart.
Die Frage ist, schön und gut, was mache ich jetzt damit?
Wie bringst du diese Hebelfrage in deinen Alltag eigentlich unter,
wenn ja die immer ein bisschen verschwindet?
Hier sind fünf Ansätze für dich.
Erster Ansatz, nimm die scharfe Variante.
Ich habe vorhin die Frage in zwei Ausführungen dir mitgegeben.
Die milde Variante lautet, was bringt hier mit wenig Aufwand grosse Wirkung?
80-20 könnte man auch sagen.
Aber die scharfe Variante lautet, was macht alles andere einfacher oder überflüssig?
Die milde Variante ist ein guter Einstieg, eben 80-20. Die scharfe Variante
ist aber die eigentliche Frage, die spannende Frage, weil sie etwas von dir
verlangt, was die erste nicht verlangt.
Weil sie zwingt dich über das Weglassen nachzudenken, statt über die Reihenfolge
oder einfach nur 80-20 oder so.
Wenn eine Massnahme anderes überflüssig macht, dann heisst das,
dass danach Dinge von deiner Liste verschwinden, einfach weg sind oder aus deinem Kalender.
Und genau darauf zielt diese Frage ab.
Stell dir ruhig beide Fragen, wenn du willst. Und wenn die zweite keine Antwort
hat, ist das auch ein Ergebnis. Dann gibt es halt in dieser Woche vielleicht
wirklich keinen grossen Hebel und du arbeitest ganz normal weiter. Ist auch völlig okay.
Nicht jede Woche hat einen riesen Brocken, den du mit einem Hebel dann bewegen musst.
Aber stell dir in jedem Fall immer auch die scharfe Variante.
Zweiter Lösungsansatz. Frag das Ziel, nicht die Liste.
Ich habe dir ja vorhin erzählt, dass der Hebel nicht auf der Liste zu finden
ist, nicht auf der Liste zu finden sein kann.
Also brauchst du einen anderen Ausgangspunkt oder einen anderen Trigger und
da gibt es zwei sehr, sehr gute.
Der eine Trigger, der eine Ausgangspunkt ist das Ziel, an dem du gerade arbeitest.
Das Ziel, nicht die Ziele. Ich meine nicht alle Ziele, die du jetzt gerade hast
und in diesem Jahr, in diesem Quartal, in diesem Jahr, in diesem Jahrzehnt verfolgen möchtest,
sondern das eine, an dem du jetzt gerade arbeitest.
Und dann kommt die Frage, was würde dieses Ziel am meisten voranbringen?
Der andere Ausgangspunkt ist der Engpass und den finde ich in vollen Wochen
häufig übrigens noch nützlicher.
Also die Frage lautet dann, was hält mich gerade am meisten auf?
Nicht, was fehlt, sondern was blockiert.
Diese Frage führt ziemlich zuverlässig zu genau den Entscheidungen und Gesprächen,
die seit Wochen offen sind oder die du jetzt endlich mal führen solltest.
Sie führt dich zu deinen Hebeln.
Dritter Lösungsansatz. Die Hebelfrage, die kommt vor der Planung.
Und das macht den Unterschied. Es ist eine reine Reihenfolge.
Die meisten von uns stellen sich die Hebelfrage, wenn überhaupt, mittendrin.
Wenn schon alles über dem Kopf zusammenbricht, wenn die Woche schon extrem voll
ist oder schon komplett verplant ist.
Und dann muss man alles, was dann kommt, irgendwie noch in die Lücken quetschen,
die es aber gar nicht gibt.
Und deshalb ist es eben wichtig, die Hebefrage zuerst zu stellen und dann erst zu planen.
Konkret sieht das so aus. Klar, das wirklich Festgelegte, das Harte,
das in Stein gemeißelte, das musst du natürlich zuerst berücksichtigen.
Also die Termine, die stehen, die Fristen, die ablaufen, die Zusagen,
die du schon gegeben hast, das ist ja auch nicht verhandelbar.
Das sind eben die dringenden Dinge, die trotzdem geschehen müssen und das kommt
in den Plan, keine Frage.
Aber dann, bevor du weiter planst, stellst du zuerst die Hebelfrage. Zwei Minuten.
Und diese zwei Minuten sind die einzige Stelle in dieser ganzen Folge,
an der ich dich um zusätzliche Zeit bitte. Zwei Minuten.
Vierter Lösungsansatz, der Test danach. Mach am Ende eine einfache Gegenprobe,
ob du wirklich einen Hebel gefunden hast oder einfach nur eine nette Idee gefunden hast.
Die Frage lautet, wird es dadurch weniger?
Ein echter Hebel nimmt dir Arbeit ab. Dauerhaft.
Danach steht effektiv weniger auf deiner Liste. Oder das, was draufsteht, geht schneller.
Oder eine ganze Kategorie von Rückfragen hört auf, zum Beispiel.
Wenn deine Massnahme dagegen vor allem eine zusätzliche Zeile auf deiner To-Do-Liste
erzeugt und sonst nichts verändert, dann hast du keinen Hebel gefunden,
sondern eine weitere Aufgabe.
Es ist also ein knallharter Test und der sortiert eine Menge Vorhaben aus,
die sich sehr sinnvoll anfühlen.
Und genau deshalb ist dieser Test eben auch so wertvoll.
Den kannst du natürlich, wenn du den Hebel gefunden hast, direkt schon mal anwenden,
wird es dadurch weniger, aber manchmal erkennen wir das erst im Nachhinein.
In jedem Fall solltest du die Gegenprobe immer machen.
Und dann noch der fünfte Lösungsansatz.
Das hat mit einem der Gründe von vorhin zu tun. Hebel melden sich ja nicht von
selbst. Deshalb gib dem Hebel einen Block.
Was sich nicht meldet und nicht automatisch im Kalender steht,
Das findet halt häufig nicht statt. Das ist einfach so.
Wenn du also eine Antwort hast auf die Hebelfrage, dann gib ihr auch bewusst
einen Termin. Nicht, ja, ich mache das dann diese Woche irgendwann,
sondern einen ganz konkreten Block mit Anfang und Ende.
Und wenn das nicht reicht, wenn die Hebelmassnahme grösser ist als dieser Block,
dann ist das eben der erste Schritt davon.
Zurück zu meinem Beispiel mit diesem Hinterfragen von Strukturen,
Prozessen, Aufgaben und so weiter und diesen Skills, die ich da gebaut habe.
Ich habe damals einen guten Videokurs gemacht über KI und wie man das auch verbinden
kann oder wie man Skills machen kann, die unabhängig von der aktuellen KI funktionieren.
Also sprich, ich könnte jetzt, wenn diese Aufnahme fertig ist,
von Claude zu ChatGPT wechseln und ich hätte die gleichen Skills sofort da und
die wären sofort funktionsfähig.
Und das war die Idee dahinter. Da gab es einen Videokurs, den habe ich gemacht
und dann natürlich auch umgesetzt. Und das hat relativ viel Zeit auch gekostet, logischerweise.
Das war Teil von meiner Weiterbildung von diesem Jahr, einer von vielen Teilen.
Und das habe ich natürlich auch bewusst einplanen müssen. Weil wenn ich darauf
warte, dass ich dann irgendwann Zeit habe, den Videokurs anzuschauen,
um dann vor allem umzusetzen, dann wartet man ziemlich lange.
Ich habe dann meine Sportzeit, ich mache ja relativ viel auch Ausdauertraining,
Kardiotraining und da hockst du meistens auf einem Gerät herum,
auf einem Rad oder irgendwas und
hast nichts zu tun. Außer du machst es draussen, was ich aber nicht tue.
Aber da kann ich sehr gut Videokurse zumindest mal schauen, ein paar Dinge herausschreiben.
Also das habe ich dann während dem Sport gemacht und dann als erstes,
morgens als erstes, das Gelernte umgesetzt.
Es hat viel Zeit gekostet, ja, aber das war auch bewusst eingeplant.
Und nochmal, du musst dir das mal vorstellen, die Situation,
in der ich drinsteckte, die war nicht dramatisch, natürlich nicht,
aber ich habe komplett antizyklisch reagiert.
Mitarbeiterin weg, gleich weniger Zeit, gleich mehr Arbeit für mich,
weil alles, was sie gemacht hat, muss ich ja jetzt selber machen.
Und meine Reaktion war nicht einfach, kopflos drauf loszurennen und möglichst
viel zu machen, morgens um sieben zu beginnen und mindestens bis abends um zehn
im Büro sitzen oder sowas.
Nein, ich habe mich zurückgelehnt, zuerst nachgedacht und umstrukturiert und
dann sehr viel Zeit gespart.
Und das ist die Power von diesen Hebelmassnahmen, von denen ich in dieser Folge gesprochen habe.
Zusammenfassend, wenn du in einer vollen Woche nach der grössten Anstrengung
suchst, dann suchst du an der falschen Stelle.
Es geht nicht um mehr Kraft, sondern es geht um den richtigen Ansatzpunkt.
Und die Frage dazu lautet, was bringt hier diese Woche ganz konkret mit wenig
Aufwand, grosse Wirkung oder macht sogar alles andere überflüssig.
Wenig Aufwand heisst dabei nicht unbedingt leicht. Entscheidend ist das Verhältnis,
also dass die Wirkung eben dann auch gross ist.
Dieser Hebel steht selten auf deiner Liste, weil er oft keine klassische Aufgabe
ist, sondern eine Entscheidung, ein Gespräch, eine Regel, ein Nein oder irgend sowas.
Das Schöne ist aber, die Frage kostet nichts.
Ausser zwei Minuten. Sie braucht kein Tool, keine Methode, keine neue Routine.
Nur zwei Minuten pro Woche.
Teuer ist es nur, sie nicht zu stellen. Und dieser Preis fällt eben jede Woche
wieder an, still und ohne Rechnung.
Deshalb nimm das hier für diese Woche mit. Nimm die nächste Entscheidung, die bei dir ansteht.
Irgendein Vorhaben, ein Projekt, eine volle Woche. Und bevor du irgendetwas
planst, stell einmal diese Frage.
Was bringt hier mit wenig Aufwand eine grosse Wirkung oder macht sogar alles andere überflüssig?
Und dann schau, was passiert.
Häufig ist das Ergebnis nicht das, was ganz oben auf deiner Aufgabenliste stand,
sondern etwas ganz anderes.
Damit danke ich dir, dass du mit dabei warst und mir zugehört hast.
Nimm etwas aus dieser Folge mit und setz es sofort um.
Denn nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.