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Weg. Und dazu begrüße ich ganz recht herzlich
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Bianca Sommer. Lieber Bianca, schön, dass du da bist und dir die Zeit für dieses Gespräch nimmst.
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Lieber Kai, ich freue mich, dass wir hier wieder im Gespräch sind, vor allen Dingen zu diesem wirklich wichtigen Thema, weil es einfach jeden betrifft und es wird zu wenig drüber gesprochen. Weil viele, glaube ich, einfach diese Angst auch haben, dass dieses Thema sich noch mehr runterzieht, wenn sie drüber reden. Dabei kann es doch aber eigentlich auch mal ein bisschen leichter sein und das drüber reden kann es einem auch viel leichter machen. Ja, und das werden wir jetzt gleich auch nochmal erörtern und vertiefen und ich bin ganz bei dir, alleine, dass darüber reden ist schon ein Ventil. Du selber bist Seminareiterin, Autorin und Medium, machst jenseits Kontakte, hast aber auch ganz persönlich dein Trauerprozess ja intensiv erleben müssen, denn dein Bruder ist hinübergegangen, was für dich auch ein wirklich einem Wegmarke auf deinem Entwicklungsweg war und du hast eben ganz viel Kraft aus ganz vielen Momenten auch schöpfen können im Grunde genommen und vielleicht können wir das auch in diesem Gespräch mit Einfließen lassen, denn ich denke, dass gerade diese persönlichen Erlebnisse anderen wieder Mut geben können und aufzeigen können, dass das Gespräch, das Zulassen des Schmerzes und ja auch die Offenheit, Dinge für möglich wiederzuhalten, die man vorher vielleicht gar nicht so im eigenen Wahrnehmungsfeld hatte. All das kann uns eben helfen und Heilung bringen. Vielleicht steigen wir nochmal ein mit der Unterstellung auch, dass die Gesellschaft letztendlich verlernt hat zu trauern. Wie beobachtest du das? Wie war das bei deinem eigenen Trauerprozess? Wie wurde darauf reagiert? Wie wurde damit umgegangen und warum haben wir das verlernt in der Gesellschaft?
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Ich würde mal mit der letzten Teilfrage zuerst anfangen, nämlich dem, warum haben wir das verlernt?
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Und das liegt meines Erachtens einfach daran, dass sich die gesamte Gesellschaftsstruktur sehr verändert hat, denn vor ein paar Hundert Jahren haben Großfamilien auf engem Raum zusammengelebt und wir hatten ein enges soziales Haltenetz und heute leben kleine Familien auf großem Raum oder singert leben irgendwo alleine und dieses dichte soziale Haltenetz, was es früher in der Familie gab, das ist heute nicht mehr so, weil die Familien zum Teil weit auseinandergerissen sind. Und da geht natürlich sehr viel verloren, da geht Wissen verloren zum einen, da geht natürlich eben auch dieser soziale Halt verloren, da geht der emotionale Halt verloren.
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Und dieses soziale und emotionale Haltenetz ist in der Trauer unerlässlich, weil ein Trauernder braucht Stabilität. Und ich habe das selber erlebt, als ich meinen Bruder getraut habe, weil oh ja, auch ein Medium trauert um den Verlust. Sehr viel immer sagen, ja du als Medium hast es ja gut und du bist ja in Verbindung und dann trauerst du ja nicht, aber auch wir müssen mental und emotional erstmal damit klarkommen, dass dieser Mensch, den man geliebt hat, im Physischen nicht mehr da ist. Auch wenn wir die Verbindung haben, ist es trotzdem eine andere Art von Verbindung, es ist ein anderes Miteinander. Mittlerweile für mich sehr viel enger mit meinem Bruder, als es vielleicht zu Lebzeiten war. Aber der Mensch, den man anschauen kann, den man berühren kann, den man in Arm nehmen kann, der fehlt halt trotzdem.
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Und ich habe selber Situationen erlebt, eben angefangen von, naja, jetzt hast du ja aber zwei Wochen Zeit gehabt, ne, jetzt kannst du mir auch wieder ein Termin geben, von Klienten, die einen jenseits Kontakt wollten, weil sie nicht aus der Trauer rauskommen.
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Bisschen zu Menschen, die gesagt haben, ja jetzt ist aber wieder gut, jetzt möchte ich meine Freundin wieder haben. Und das nur wenige Tage nach dem Tod meines Boders. Also es ist sehr viel Unverständnis, weil dadurch, dass eben sehr viel Wissen verloren gegangen ist, dass sich die Gesellschaftsstrukturen so geändert haben, wissen einfach viele Menschen nicht mehr, wie gesundes Trauern funktioniert oder wie überhaupt die Trauer funktioniert. Und ich habe es auch erlebt, dass Menschen mir helfen wollten und mich zum Beispiel gedrängt haben zu reden, das aber zu einem Zeitpunkt, wo ich nicht reden wollte, wo ich einfach nur in den Arm genommen werden wollte. Und dann hieß es aber, ja, aber du musst ja drüber reden, weil sonst wird es nicht besser und du musst ja, du musst ja. Und das hat es einfach noch schlimmer gemacht, das habe ich dann auch kommuniziert. Also ich habe dann noch gesagt, ganz ehrlich, ich weiß, du willst mir helfen, aber du machst es gerade nur noch schlimmer.
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Und dieses Wissen, was braucht ein Trauerender wann, das ist halt auch meines Erachtens mit dem Zerfall der Großfamilien einfach auch mit verloren gegangen. Weil damals war immer jemand da, der automatisch das Richtige gemacht hat. Und heute ist es halt doch so, man steht weitestgehend alleine damit da. Und selbst wenn Freunde da sind, die sagen, hey, ich bin für dich da, die wenigsten machen genau das Richtige zu richtigen Zeit. Einfach weiß ich es nicht besser wissen, das ist gar kein Vorwurf, das ist auch nicht böse gemeint, es ist einfach, sie wissen es nicht anders.
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Und das Beste, was man natürlich machen kann, wenn man mit dem Trauer zu tun hat, dass man einfach vermittelt, hey, wenn du reden möchtest, ich bin da.
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Aber was halt ganz oft passiert ist, dass entweder derjenige gedrängt wird, ja, du musst jetzt drüber reden, du musst es mal rauslassen. Was in manchen Phasen sicherlich richtig sein kann, aber halt nicht immer. Also einfach Momente gibt, wo ein Trauer da einfach nicht reden will, sondern einfach nur Halt braucht. Und das ist immer beim nächsten wichtigen Thema, dieser Halt der Fehltheit meistens. Auch in Partnerschaften ist es halt oft so, dass wenn der eine trauert, der andere vielleicht nicht den Halt geben kann, den der Trauernde gerade braucht. Weil es einfach verdammt viel Stärke auch braucht, das auszuhalten, diesen Raum und diesen Halt zu schaffen, zu geben und zu halten.
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Und ich glaube, dass das mit ein weiteres Thema ist, was mit rein spielt. Und alles zusammen führt eben dazu, dass ich immer sage, unsere Gesellschaft hat das Trauern verlernt. Es wird ja kaum drüber gesprochen. Es ist ein Tabuthema. Und viele versuchen dann auch den Trauernde ihren Raum zu geben, ihre Zeit zu lassen, was auch richtig sein kann. Aber wenn man zu viel Raum lässt, entsteht das Tant. Der Trauernde wiederum hat das Gefühl, derjenige meidet mich und zieht sich auch wieder mehr zurück. Und dann kommt er ganz, ganz schnell in so eine ungrute Spirale rein, aus der es halt ganz schwer ist, wieder rauszukommen und was den Trauernden halt einfach auch zusätzlich belastet. Weil der Trauernde hat vielleicht das Gefühl, meine Freunde meiden mich jetzt. Dabei wollen sie nur Raum lassen.
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Also es ist eine Gratwanderung und es ist eine sehr schwierige Gratwanderung.
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Ja, ich glaube, sie ist auch wirklich von Unsicherheit eher geprägt, als von wegschauen zu wollen, sondern eher aus der Unsicherheit heraus entstehen genau diese Reaktionsfelder. Und dazu kommt ja nicht nur, dass das Umfeld unsicher ist, sondern man selber als Trauernder ist ja auch unsicher. Zumindest erst mal bei den ersten Malen, wenn so was geschieht, man einen lieben Menschen an seiner Seite verliert. Und diese Unsicherheit, die resultiert letztendlich aus den Punkten, die du ja schon genannt hast, früher in einer Großfamilie, da war das Sterben ein Teil des Tages sozusagen, des normalen Lebens, wie die Geburt, weil auch die Geburt ist zu Hause geschehen. Die meisten Menschen sind auch zu Hause hinüber gegangen und waren dann auch noch im Kreise der Familie. Also ich weiß, meine Mutter hat erzählt, wie sie gespielt hat in einem Raum, wo ihre Großmutter noch aufgebahnt war. Also das war eine ganz normale Situation, die eben Raum gegeben hat. Also Raum gegeben hat, dass was geschehen ist, erst mal wirken zu lassen und dann wurde darüber auch gesprochen. Es wurde nachgeahmt, wie es die Eltern gemacht haben, damit umgegangen sind, die das ja auch noch gelernt haben von ihren Eltern und so weiter. Das heißt also, hier ist irgendwann diese Kette der gesunden Weitergabe, wie gehe ich mit Trauer um, die wurde eben unterbrochen, so empfind ich das. Und das gilt es eigentlich wieder zurück zu gewinnen. Also, dass wir wieder in so einen normalen Flow kommen und ja schon zu Lebzeiten im Grunde genommen uns damit mehr befassen, dass es das gibt. Also es gab eine Umfrage so nach dem Motto, wie wünschen sie sich ihren Tod? Und dann war die Antwort, also wenn ich sterbe, dann soll das so sein. Also das heißt, wenn ich sterbe, ja natürlich sterbst du. Also so nach dem Motto, man könnte jetzt auch interpretieren, dass die meisten, die so reantwortet haben, eben gar nicht davon ausgehen, dass es überhaupt einen Tod gibt in ihrem Leben zum Beispiel. Also das ist alles verdrängt im Grunde genommen. Diese Gesellschaft, die sich entwickelt hat, ist eigentlich eine Verdrängungsgesellschaft. Kann man das so sagen?
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Absolut. Und du hast noch einen ganz wichtigen Aspekt auch benannt. Du hast nämlich gesagt, es wurde in den Großfamilien drüber geredet. Es gab halt damals kein Fernseher, es gab auch viel, wenn man weiter zurückschaut, kein Radio. Das heißt, am Abend saß die Großfamilie zusammen, es wurde über den Verlust gesprochen. Es wurde aber viel mehr über das Leben gesprochen. Also die Gespräche waren gar nicht jetzt permanent über den Verlust, und dass die Älige jetzt nicht mehr da ist, sondern, ach weißt du noch damals, ja?
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Das gibt es doch heutzutage fast gar nicht mehr. Das findet kaum noch statt, aber genau dieses über die äligen sprechen, eigentlich das Leben zu würdigen, was die Älige gehabt hat, hat auch einen anderen Umgang mit der Trauer bewirkt. Es war damals einfach so, dass die Trauer genauso wie die Geburt, du hast es ja schon gesagt, zum Alltag und zum Leben dazugehört hat. Und heute werden die alten Menschen oftmals ins Pflegeheim gegeben, oder sind dann im Krankenhaus, sterben abseits von der Familie, sterben meistens nicht mehr im Kreis der Familie. Und wir schauen dann eigentlich fast nur noch, das erlebe ich auch ganz oft bei Klienten, wir schauen fast nur noch auf diese letzte Zeit, auf die Zeit der Krankheit, auf die Zeit des Alterns, auf die Zeit des Sterbens.
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Worauf wir zu wenig schauen, ist das, was davor gewesen ist, diese lange Zeitspanne, die sich Leben nennt.
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Und früher in den Großfamilien wurde dann halt eben erzählt, und weißt du noch, da Onkel Hans also damals das und das gemacht hat. Und das Leben wurde gewürdigt. Gleichzeitig wurde eben auch Wissen weitergegeben, es wurde nämlich weitergegeben, der hat das und das gemacht, dann ist das und das passiert, und alle haben gelacht beispielsweise. Oder der hat das und das gemacht, und das war richtig schlau, weil dann ist das und das passiert.
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Und das ist auch was, was ich meine, wenn ich sage, das Wissen ist verloren gegangen.
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Aber dieses somiteinander reden auf diese Art und Weise, dieser Häufigkeit, wie es damals eben in die Großfamilien war, nämlich jeden Abend, wenn das Kaminfeuer geprasselt hat, man hat vom Kamin zusammen gesessen, die Oma hat gestrickt, die Mama hat vielleicht keine Ahnung, geprügt, was auch immer. Alle saßen zusammen, alle haben sich ausgetauscht und haben eben wirklich das Leben der Verstorbenen auch gewürdigt. Und ich glaube, dass das auch mit da reingespielt hat, dass einfach der Tod ein Stück weit normaler war. Zum einen weil es im Kreis der Familie stattfand. Zum zweiten, weil eben nicht nur auf den Tod geschaut wurde, sondern auf das Leben von demjenigen. Und das ist was, was heute auch sehr viel verloren gegangen ist. Aber wenn du mich fragst, liegt das auch mit daran, dass die meisten Menschen oder sehr, sehr viele Menschen heutzutage überhaupt nicht leben, sondern nur funktionieren.
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Und das ist ein ganz großer Unterschied. Und ich glaube, dass auch das mit rein spielt.
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Weil ein Mensch, der wirklich sein Leben gelebt hat, wenn derjenige stirbt, fällt es uns leichter. Wenn wir aber das Gefühl haben, derjenige hat sein Leben noch gar nicht richtig gelebt, weil derjenige noch sehr jung war zum Beispiel. Oder auch weil derjenige zwar alt war, aber vielleicht immer für andere da war und alles positive für sich selbst aufgeschoben hat für das mache ich, wenn,
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kennen wir auch alle den Satz. Ich glaube, dass wenn alle Menschen mehr leben würden, statt nur zu funktionieren, dass es dann auch den Angehörigen leichter fallen würde, diesen Verlust zu akzeptieren, weil sie dann zumindest sagen könnten, aber hey, er oder sie hat sein Leben gelebt.
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Ja, ein ganz, ganz wichtiger Punkt, Bianca, weil das ist eben der erste Schritt im Grunde genommen, bewusst dazu leben, um dann auch eben anders hinüber zu gehen. Denn wenn ich auf den letzten Metern auch erkenne, dass ich eben nur funktioniert habe und ich bin ganz bei dir, unsere Gesellschaft ist eine reine Funktionalität in sich und das ist auch das, was ja gefordert wird, so wie du das vorhin schon beschrieben hast. Jetzt gibt mir aber wieder einen Termin, zwei Wochen reichen. Ich will meine Freundin wieder. Alle setzen auf die Funktion des anderen, damit das irgendwie funktioniert. Also, wir sind im Grunde genommen in so einem Materialismus abgerutscht, der nur noch auf Funktionalität beruht. Und wenn du funktioniert, bist du wertvoll, wenn du nicht funktionierst, dann bist du hier nicht richtig, so nach dem Motto. Und deshalb verbietet man sich ja schon förmlich selber, genau diese Trauer zu leben, anzunehmen und auch zuzulassen. Nun ist es aber ja ganz essentiell. Und wir sprechen ja über den individuellen Weg auch des Trauerprozesses. Der ist natürlich, so wie ich es auch wahrnehme und im Umfeld sehe bei mir selbst natürlich total individuell. Trotz dessen gibt es aber grundsätzliche Trauerfrasen. Vielleicht können wir über diese Phasen mal sprechen. Welche sind hier die im Grunde genommen so ein Raster auch darstellen, weil vorhin sagtest du, wann kann man, wie vielleicht reagieren?
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Daran kann man das vielleicht schon festmachen und erkennen. Alleine die sind bestimmt dem meisten gar nicht geläufig. Können wir da einen Einblick von dir bekommen? Ja, natürlich. Der erste Moment und die erste Trauerphase ist halt das, wo man den Verlust nicht akzeptieren will. Das heißt, man hat vielleicht gerade die Nachricht bekommen und man sagt aber nein, das kann nicht sein, er ruft gleich an oder sie ruft gleich an oder er oder sie kommt gleich nach Hause. Also man akzeptiert überhaupt nicht den Verlust.
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Das ist natürlich häufiger auch dann noch der Fall, wenn man sich nicht verabschieden konnte. Wenn es zum Beispiel ein sehr plötzlicher Verlust war, wenn man die verstorbene Person nicht sehen konnte danach, dann passiert das natürlich noch viel häufiger, aber selbst wenn man sie sehen konnte, ist es ganz oft so, dass da so ein Schock da ist, dass man diese Realität, dass derjenige verstorben ist, nicht wahrhaben will. Und was halt keinen Sinn macht in dieser Phase ist, ist wirklich auf die Leute einzureden und zu sagen, ja du musst das jetzt aber verstehen und du musst da ist halt wichtig, sanft zu bleiben,
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ehrlich zu bleiben und schonend sanft einfelsam natürlich zu vermitteln, er kann nicht mehr anrufen oder sie kann jetzt nicht zu Tür reinkommen, ist gestorben, ohne aber zu sehr vehement zu sein, weil da ist Samfzeit gefragt.
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Es gibt muss ich dazu sagen, bei den Phasen keine Zeitdauer, wie lange die Phasen sind, das kann von ein paar Sekunden bis hin zu Tagen oder Wochen dauern. Es gibt Menschen, die fallen auch noch mal in eine frühere Phase zurück in der Trauer. Ich sage mal, das sind die Wellen der Trauer und mal geht es aufwärts, dann geht es auch mal wieder abwärts und dann kann man auch mal wieder zurückfallen. Das ist wie im offenen Meer.
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Die zweite Phase ist gekennzeichnet durch ein aufbrechender Gefühle. Das heißt, hier kommt die Wut, hier kommt die Hilflosigkeit, Schuldgefühle, Verzweiflung, aber auch vielleicht Freude und Erleichterung. Also gerade wenn derjenige zum Beispiel sehr krank war, kann es sein, dass man erleichtert ist, den er hat es jetzt geschafft.
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Die Erleichterung bringt meistens gleich wieder die Schuldgefühle mit, also wird direkt abgelöst davon, weil man jetzt Schuldgefühle hat, weil die Erleichterung da ist. Oder weil man jetzt gerade mal lacht, dann kommen die Schuldgefühle, weil man darf ja jetzt nicht lachen, weil derjenige ist gestorben.
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Also es ist so ein Wechselbad der Gefühle und auch diese Phase kann von Minuten bis hin zu Monaten oder sogar Jahren dauern.
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Man muss dazu sagen, so ein gesunder Trauerprozess beleucht sich auf ein bis zwei Jahre.
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Früher sprach man ja auch vom Trauer Jahr, der Begriff ist ja auch viel nicht mehr so geläufig. Also normalerweise ein gesunder Trauerprozess ist eigentlich ungefähr in dem Jahr schon auch abgeschlossen.
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Kann eben bis zu zwei Jahre sein, ist alles normal. Alles was darüber hinausgeht, ist kein wirklich gesunder Trauerprozess. Es ist eine verlängerte Trauer, die manchmal eben auch Therapie bedürftig ist.
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Nach der zweiten Trauerphase, wo die ganzen Gefühle hochkommen, in der Phase ist es übrigens wichtig, nicht auf denjenigen einzureden. Es ist wichtig, dass derjenige in dieser Phase einfach emotionalen Halt bekommt. Dass man denjenigen vielleicht ermuntert, die Emotionen rauszulassen.
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Dass man sie aber nicht versucht wegzuergumentieren. Man kann Gefühle nicht wegargumentieren. Und alles was man sagt, was vielleicht den Verstand jetzt bedient, bringt in dieser Phase nichts. Also zum Beispiel zu sagen, ja es kann ja nicht so schlimm sein, weil so eng wart er nur doch nicht miteinander. Ist kontraproduktiv.
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Nach dieser Phase kommt dann eben eine Phase, wo es so ein langsames Verabschieden und langsames Neuausrichten kommt. Der Fokus liegt hier noch auf dem, man sagt, suchen und sich trennen. Also man sucht noch nach Erinnerungen, man sucht nach Gemeinsamkeiten. Und man fängt hier vielleicht auch an sich von bestimmten Dingen zu trennen. Das ist also die Phase, wo man vielleicht auch anfängt, die Sachen auszuräumen von denjenigen.
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Und auch hier, das kann von ein paar Tagen bis hin zu ein paar Monaten dauern. Und diese Phasen überlappen sich zum Teil, also die sind nicht klar getrennt. Man kann nicht sagen, wir haben die erste, nach der ersten kommt die zweite, nach der zweiten kommt die dritte, sondern es kann sich auch immer wieder überlappen und verschieben. Und es kann jemand, der schon ziemlich weit in der dritten Trauerphase ist, schon auf dem Weg in die vierte ist, kann auch noch mal zurückkippen in die zweite. Also es ist wirklich so ein Wechselbad der Gefühle, dann oft auch im Trauerprozess insgesamt.
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In dieser dritten Trauerphase sind Gespräche sinnvoll. Man sollte einfach dem Trauerporn auch anbieten, dass man zuhört, das sollte man generell in jeder Trauerphase anbieten. Aber es geht eben darum an zu bieten, zuzuhören.
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Großes Problem, weil die meisten Menschen können nicht zuhören. Selbst Menschen, die glauben, dass sie gut zuhören können, können nicht zuhören. Weil sie zuhören, um zu antworten.
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Das ist aber nicht das, was ich mit zuhören meine. Hier geht es wirklich um ein zuhören. Einfach nur ein zuhören, nicht um zu reagieren, nicht um zu antworten, sondern einfach nur, dass der andere loswerden kann, dass er loswerden möchte. Also zuhören, ohne reagieren zu müssen, quasi.
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Und dann geht es die vierte Trauerphase. Das ist dann die, wo man sich wirklich komplett neu ausrichtet. Wo man anfängt, sich sein Leben neu aufzubauen, das Leben neu zu sortieren.
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Oftmals ist es so, dass Angehörige versuchen, bestimmte Eigenschaften der verstorbenen Personen zu übernehmen, bestimmte Hobbys zu übernehmen, vielleicht auch Lieblingsorte zu übernehmen, um so quasi die verstorbene Person weiter mitzunehmen oder weiter leben zu lassen.
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Also beispielsweise habe ich eine Frau erlebt, der ihr Mann hat Golf gespielt.
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Und als sie von der dritten in die vierte Trauerphase übergegangen ist, hat sie angefangen, Golf zu spielen, um einfach dieses Hobby vom Mann zu übernehmen, um sich quasi ihrem verstorbenen Mann während des Golfspielens mehr zu fühlen. Und sie hat vorher sich niemals aus Golf gemacht. Sie hat nie verstehen können, dass er so gerne Golf gespielt hat. Und dann hat sie selber angefangen.
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Und hat aber trotzdem, auch wenn sie anfangen, Golf zu spielen, angefangen ihr Leben wirklich neu wieder auszurichten, sich selbst noch neue Hobbys zu suchen, sich selbst neue Ziele zu stecken. Sie ist auch umgezogen, weil sie gesagt hat, hier in dem Haus sind zu viele Erinnerungen und das ist mir zu viel, ich möchte nochmal neu starten. Also im Prinzip müssen wir uns neu ausrichten. Und ich vergleiche das ganz gerne immer so ein bisschen mit diesen tollen Wackelplatten, die es bei Tom Ray, also wie ich es wieder bei Indiana Jones, da gibt es ja in den Tempeln dann so diese Böden, die dann anfangen so zu kippen. Und ich sage mal, wenn man sich so vorstellt, man hat irgendwie so eine Holzplatte und hat da vier Säulen drunter, das sind vielleicht die wichtigsten Personen im Leben. Wenn eine Säule davon wegbricht, dann wird eine Ecke schon mal instabil.
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Da muss man sich schon neu ausrichten. Wenn dann noch eine Säule wegbricht, dann sind nur noch zwei Säulen drunter. Das ganze Konstrukt wird instabiler. Und im Prinzip dieses Konstrukt ist das, wie wir unser Leben ausrichten. Das ist das, wie wir im Leben stehen. Und jedes Mal, wenn eine Säule wegbricht, müssen wir uns neu ausrichten. Wir müssen eine neue Balance finden. Wir müssen einen neuen Bewegungsspektrum, einen neuen Bewegungsspielraum vielleicht auch finden. Vielleicht müssen wir uns dann mehr auf der einen Seite der Platte aufhalten wie eine andere. Oder wir richten die Säulen, die drunter sind, neu aus, um wieder Stabilität zu kriegen. Also ich sehe das ganz gerne mal so ein bisschen bildlich, weil man sich das gut vorstellen kann. Wenn da eine diese Säulen wegbricht, dann fängt das über in Jana Jones an, so zu kippeln, vielleicht auch in alle Richtungen. Und so fühlt sich das halt für Trauerende oft an.
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Und es braucht einfach Zeit, da wieder eine Neuausrichtung zu bekommen. Da eine Stabilität zu bekommen. Und es gibt eben Dinge, die sind hilfreich in diesen Trauerphasen. Und es sind Dinge, die weniger hilfreich sind. Vorwürfe sind in allen Trauerphasen nicht hilfreich. Auch selbst vorwürfe nicht.
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Und sehr viele Menschen hardern mit sich selbst, weil sie vielleicht nicht da waren, als diejenige gestorben ist. Weil sie vielleicht, das letzte Gespräch vielleicht nicht so schön gewesen ist, sie sich vielleicht sogar gestritten haben.
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Weil sie denken, ich hätte noch was tun können, ich hätte noch was tun müssen. Und da möchte ich an der Stelle einfach aus meiner Erfahrung als Medium auch sagen, jede Säule entscheidet selbst über den Zeitpunkt, wann sie geht. Das heißt, wenn jemand nicht dabei sein konnte, dann wollte die Säle auch nicht, dass diejenige dabei ist. Und das ist nicht aus Mangel der Liebe, sondern in der Regel aus Rücksichtnahme. Weil sie nicht wollten, dass diejenige sich das antut.
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Niemand stirbt wirklich alleine, wir werden alle abgeholt von Sälen, die schon vorausgegangen sind. Und die wiederum unterstützen uns auch in der Trauer, genauso wie die Verstorbenen selbst. Die immer wieder da sind, die Zeichen geben, die versuchen auf sich aufmerksam zu machen. Auf manchmal sehr deutliche Art, manchmal auch auf vielleicht unbeholfene Art. Aber sie versuchen uns dadurch einfach auch zu trösten. Und ganz viele Trauernde merken ja, oder haben das Gefühl, dass der Verstorben oder die Verstorbene gerade mal da war, haben vielleicht das Paar vorgerochen oder sogar die Stimme gehört oder gemeint diejenigen zu sehen. Und glauben dann, sie bilden sich das ein. Und das ist aber gar keine Einbildung, sondern es sind wirklich die Sälen der Verstorbenen, die da sind, die sich mitteilen wollen, um uns zu trösten und zu sagen, hey, ich bin noch da, mir geht's jetzt gut.
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Ja, sehr wichtig. Also diese einzelnen Phasen eben sich bewusst zu machen und auch zuzulassen. Ich glaube, das ist ja auch ein Punkt, denn es gibt ja durchaus die Situation, was du vorhin schon angedeutet hast, wenn man das, ja, diesen Zeitraum so ins Unendliche sich vielleicht sogar erstreckt. Dann ist ja die Gefahr, dass man vielleicht in einer dieser Phasen irgendwo stecken geblieben ist. Was sind hier häufig Ursachen? Ist es die Akzeptanz, die Annahme dessen? Ist es, ja, vielleicht wirklich so diese, wie soll ich sagen,
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diese Angst vor dieser Neuausrichtung auch? Also da gibt es sicherlich viele Gründe, aber was sind vielleicht die Hauptbeweggründe? Warum kann man stecken bleiben in solchen Phasen? Worauf gilt es hier zu achten? Also aus meiner Erfahrung heraus bleiben die meisten in der zweiten oder dritten Trauerphase stecken. Zweite, das ist also die, wo die ganzen Gefühle aufbrechen. Und dort bleiben sehr viele Stecken, weil sie die Gefühle nicht rauslassen können. Weil sie nicht rüber sprechen können, weil sie sie nicht zeigen können. Weil sie vielleicht das Gefühl vermittelt bekommen, dass es nicht in Ordnung ist, diese Gefühle rauszulassen, diese Gefühle auszudrücken.
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Oder auch einfach, weil der emotionale Halt fehlt.
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Und sie einfach Angst haben, dass wenn sie zum Beispiel weinen und sie den Halt nicht bekommen, wenn niemand da ist, der ihnen den Halt gibt, dass sie Angst haben, sie zerbrechen da dran. Weil das kann sich für einen Trauerenden durchaus so anführen.
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In der dritten bleiben wiederum viele Stecken, weil sie ausgebremst werden.
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Auch hier, die dritte, du hast richtig gesagt, es geht ja da dann schon so ein bisschen um die Entscheidung zur Neuausrichtung. Die Neuausrichtung selber findet ihr in der vierten Stadt. Ganz viele bleiben in der dritten Trauerphase hängen. Und ich glaube, zum einen ist das diese typisch menschliche Angst vor Veränderung.
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Denn sich Neuausrichten bedeutet ja auch, wir müssen raus aus der Komfortzone. Es bedeutet ja auch, sich der Tatsache zu stellen und zu akzeptieren, dass das Leben ab jetzt anders sein muss. Es kann nicht mehr so sein wie früher. Und ganz viele wollen aber, dass es so ist wie früher. Sie wollen die verstorbene Person zurück. Ich möchte, dass es so ist wie vor drei Jahren, so ist wie vor sechs Jahren. Und das funktioniert nicht.
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Das kann nicht funktionieren. Das funktioniert auch mit lebenden Menschen nicht. Ich kann auch, wenn ein Mensch lebt, nicht sagen, ich will, dass es zwischen uns so ist wie vor fünf Jahren. Das funktioniert nicht, weil sich beide Menschen verändert haben, ohne dass sie es vielleicht merken.
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Und wenn jemand verstorben ist, wenn wir mit einem Verlust klarkommen müssen, müssen wir akzeptieren, dass das Leben ab jetzt ein anderes ist.
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Und da haben wir dann das Problem mit unserer Komfortzone. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass die Trauer was Komfortables ist. Aber wir haben dann so dieses Bild im Kopf von dem, wie das Leben gewesen ist.
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Und das war unsere Komfortzone. Da ist wie das Leben vor dem Verlust war, war unsere Komfortzone. Durch den Verlust werden wir eigentlich aus dieser Komfortzone schon rausgeschubst.
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Versuchen aber drin zu bleiben. Und versuchen es genauso zu haben wie vorher. Und das funktioniert, wie gesagt, eben nicht. Und die Angst davor, die Angst, was zu verändern, vielleicht auch die Angst den Verstorbenen zu vergessen, vielleicht die Angst auch was andere sagen könnten, wenn,
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hält viele Menschen dann in der dritten Trauerphase.
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Und das Ausbremsen von außen kommt natürlich noch mit dazu. Denn wenn dann die Menschen anfangen mit diesen Suchen und sich trennen, also diese Erinnerungen nochmal suchen, das passiert viel über Gespräche. Wenn da keine Resonanz von außen kommt, wenn diese Gespräche abgeblockt werden, dann kann dieser Prozess nicht stattfinden.
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Wenn die Menschen anfangen, die Dinge auszusortieren und von außen kommt dann der Vorwurf, ja, wie klangst du nur so schnell, so früh?
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Dann werden sie ausgebremst, dann bleiben sie stecken.
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Oder wenn sie dann die Gespräche suchen, um zum Beispiel Erinnerungen auszutauschen und der Gesprächspartner hört zwar zu, fängt aber relativ schnell an, über eigene Verluste zu reden und wie der eine Gewälbsdass erlebt hat, dann hilft das dem, der jetzt gerade frisch in Trauer ist, überhaupt nicht.
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Und oftmals sind so gut gemeinte Aktionen auch von außen, die einfach den gesunden Trauerprozess ausbremsen, verhindern, verzögern oder sogar zum Stillstand bringen.
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Und es sind halt viele Faktoren, aber das sind jetzt so die häufigsten eigentlich, warum jemand in der Trauer stecken bleibt. Oder dann auch dieser Vorwurf von außen, na ja, jetzt ist es schon so und so lange, ja, jetzt muss ja mal wieder gut sein. Meistens werden den Menschen drei, vier Monate zugestanden.
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Außer man ist Medium, wenn man Medium ist, werden einem zwei, drei Wochen zugestanden. Das ist von meiner Erfahrung, als Medium darf man nicht trauernd, ne?
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Ich finde es gerade wichtig, auch als Medium zu sagen, auch ein Medium trauert und auch ein Medium braucht Zeit und auch ein Medium hat diese Trauerphasen und auch ein Medium wird vielleicht nochmal zurückgeschmissen in der Trauer, auch mit diesem ganzen Wissen darüber, wie es funktioniert. Bei letzten Endes sind wir eben doch auch Menschen. Und ich weiß, dass es auch vielen Trauerenden geholfen hat, dass ich sehr offen über meine Trauer gesprochen habe, auch als sie ganz frisch war, weil sie gesagt haben, boah, endlich jemand, der es mal ausspricht, jemand, der eben nicht das in die Richtung parkt mit alles Licht und Liebe und den Seelen geht es gut und die muss es jetzt auch gut gehen und die braucht es ja nicht trauern. Und der Verlust ist trotzdem da, das Leben verändert sich, das Leben verändert sich für immer und nachhaltig. Und wir dürfen traurig sein, aber, das finde ich auch ganz wichtig, wir dürfen auch das Gute, was es mit sich bringt, wir dürfen das begrüßen. Und da liegt mir noch eins am Herzen, als mein Bruder gestorben ist, waren mir auch das alles klar. Und ich habe im Gespräch zu einer Freundin gesagt, ich weiß, dass ich selber immer sage, in jedem Unglück steckt das Glück und jede Situation hat irgendwas Gutes an sich, aber ich kann verdammt noch mal nichts Gutes daran sehen, dass mein Bruder gestorben ist.
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Und heute betrachte ich das ein bisschen differenziert.
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Ich vermisse mein Bruder und ich finde es immer noch sehr, sehr schade und sehr traurig, auch, dass er gegangen ist. Aber es ist was Gutes draus erwachsen. Zum Beispiel ist für mich dieser Drang, den ich schon immer gehabt habe, das Trauerthema in die Öffentlichkeit zurückzuzerren. Und der Gesellschaft wieder zu zeigen, wie gesundes Trauern funktioniert, der ist noch größer geworden. In dem Rahmen haben wir gemeinsam auch ein wunderbares, kostenloses Webinar geschaffen. Haben wir einen großen Online-Kurs geschaffen, wo wirklich ganz, ganz viele Werkzeuge drin sind, die einem Trauerenden selbst helfen können oder die jemanden helfen können, der einen Trauerenden unterstützen möchte. Wo wirklich alles dabei ist, vom wissenschaftlichen Aspekten, über geschichtliche Aspekte, über spirituelle Aspekte, über auch die Trauerphasen ganz ausführlich und ganz, ganz viele Übungen, die die Trauerenden einfach unterstützen. Und wenn ich da zurückschaue, kann ich sagen, doch, es hat was Gutes gehabt, weil das ist daraus entstanden. Und das hätte in dieser Form, wie es entstanden ist, nicht entstehen können ohne diesen alten Verlust.
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das ist natürlich genau schwer in dieser Schmerzphase, das schon zu erkennen, wie du es ja auch gerade für dich beschrieben hast. Nun haben wir eben dieses Feststecken in Trauerphasen. Kann man hier auch noch Unterschiede machen. Du hast deinen Bruder verloren, viele verlieren natürlich ihrem Partner und sagen, das ist ja was ganz anderes. Und dann kommen wieder andere und sagen, ich habe meinen Kind verloren, das kannst du damit gar nicht vergleichen. Ich habe jetzt selber meinen Vater verloren, da war ich 25, war auch eine natürlich individuelle Verlustsituation. Das heißt, es ist doch auch entscheidend, wen wir verlieren. Kann man da sagen, natürlich ist es was anderes, seinen Kind zu verlieren als seinen Vater. Das ist jetzt ein natürlicher Ablauf, wo man sagt, damit muss man schon rechnen. Aber es ist einem hier schwerer gemacht. Wo ist hier die Besonderheit? Was brauche ich vielleicht auch an besonderer Unterstützung, gerade in solchen sehr harten Situationen?
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Also es gibt natürlich Unterschiede. Du hast einen ganz wichtigen Aspekt vergessen, den ich jetzt unbedingt einwerfen muss. Es gibt auch Menschen, die in schwerster Trauer sind, weil sie ein Tier verloren haben.
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Und die Menschen werden zum Beispiel mit dem wenigsten Verständnis begrüßt. Also wer ein Tier verloren hat und extrem um das Tier trauern, hat oftmals noch mehr mit Unverständnis zu kämpfen als andere Trauerende. Weil dann viel aus dem Umfeld kommt, ja stelle ich doch nicht so an. War doch nur eine Katze, holst ihr halt eine neue.
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Schneller kann man sich für mich persönlich ja nicht disqualifizieren, aber das gibt es. Und wenn ich jetzt mal auf die menschlichen Verluste schaue, dann ist natürlich meine Erfahrung auch aus meinem Erleben als Medium und in der Trauerbegleitung, dass sicherlich der schwerwiegendste Verlust der Verlust eines Kindes ist. Egal ob das ein kleines Kind ist oder ein erwachsenes Kind. Für Eltern, die ein Kind verloren haben, gibt es glaube ich keinen Verlust der Schwere wie es als das.
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Denn der natürliche Lauf der Dinge ist ja regulär, dass die Eltern vor den Kindern gehen. Und sobald das umgekehrt ist, ist es einfach sehr, sehr heftig für die Betroffenen.
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Ich möchte aber eigentlich gar nicht sagen, dieser Verlust ist schwerer als der, weil ob man jetzt ein Bruder verloren hat oder ein Partner oder ein Kind oder ein Eltern teilt, es wird immer individuell erlebt. Und es ist immer ein schwerer Verlust.
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Ich glaube, dass es auch verkehrt ist zu vergleichen oder ins Vergleichen zu gehen und zu sagen, welcher Verlust wie schwerer. Weil für die eine Person wie vielleicht der Verlust, das Partners schwerer als der Verlust der Eltern oder der Verlust der Mutter, wie vielleicht schwerer als der Verlust des Partners. Das ist ein sehr individuelles Erleben, was sicherlich von wahnsinnig vielen Faktoren auch mit geprägt ist.
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Und ja, wir haben ja auch wirklich das Thema der Trauerprozess, ist individuell und so ist auch die Trauer an sich individuell. Und man kann eben da keine Pauschalaussagen treffen, das ist schwerer und dann kommt das und dann kommt das, weil es glaube ich wirklich von vielen Faktoren abhängt.
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Ja, und dieses individuelle Wahrnehmen, die Verbindung deutet für mich ja auch noch mal darauf hin, dass es eben nicht nur das Rollenverhalten oder das Rollenspiel im Hier und Jetzt ist, sondern vielleicht auch Verbindungen, die weit darüber hinausgehen. Also ich denke jetzt eben an andere Inkarnationen. Und da kommen wir vielleicht zu dem Thema jetzt wirklich Jenseitskontakte. Du hast viele, viele Jenseitskontakte gerade für Trauerende auch gegeben. Und hier war für mich zum Beispiel ein Riesenschlüssel bei dem Hinübergehend meines Vaters, weil ich mit ihm von Anfang an Kontakt hatte, auch als er den Körper schon verlassen hatte.
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Und er auch während der, er war im Koma im Krankenhaus, auch während der Koma-Phase, hatte ich sehr intensiven Kontakt zu ihm und habe dafür eben diese Wahrnehmungsebene direkt als Übergang auch gesehen im Nachhinein, dass wir eben immer verbunden sind, bis heute und auch in aller Zukunft. Imwieweit kann das hier helfen? Wir sind deine Erfahrungen, wie gehen Trauerende gerade mit Jenseitskontakten um und was entwickelt sich, wenn ich eben das Leben als eine Facette der Inkarnation einer Seelenverbindung sehe, die weit über dieses Leben hinaus bestand hat?
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Also tatsächlich können Jenseitskontakte sehr vielen Trauerenden in der Trauer helfen, weil sie einfach bei einem guten Jenseitskontakt, also das heißt, sie erkennen wirklich ganz klar die entsprechende verstorbene Person. Das Medium bringt also ganz viele Details, die es eigentlich gar nicht wissen kann. Wenn das passiert, wenn dann viele Sachen auch aus dem Leben der verstorbenen Person vom Medium wiedergegeben werden können, dann erkennen ja die Leute, okay, die Seele ist wirklich noch dabei, das kann das Medium nur von dieser Person wissen.
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Und alleine das zu wissen und auch nochmal eben auf das Leben quasi, diese Rückblick zu bekommen, vielleicht auch Antworten auf Fragen zu bekommen, die die Trauerenden eben beschäftigen im Zusammenhang mit dem Verlust, im Zusammenhang mit der verstorbenen Person. Das kann lebensverändern sein, das kann wirklich dazu führen, dass sie die restlichen Trauerphasen, ich sage jetzt mal im Tor, wo läuft, dann durchlaufen oder es kann tatsächlich die Entscheidung sein, entweder eben doch aus der Trauer rauszugehen, dass sie dann die dritte Trauerphase zum Beispiel verlassen und in die vierte die Leben neu ausrichten.
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Das kann wirklich eine große Unterstützung bei diesem Prozess sein. Einfach bei ganz oft von den jenseitigen, an die Trauerenden auch Botschaften kommen, die wegweißend sind. Weil die Aufforderung zum Beispiel kommt, du wolltest schon immer ein Hund haben, jetzt hol dir doch ein Hund, dann bist du nicht so alleine und du hast einen Gefährten und du hast gesagt, hey, wir wollten zusammen noch die und die Reise machen, das ging jetzt nicht mehr, mach die Reise, ich werde dabei sein. So diese Aufforderung, mach nicht den gleichen Fehler, den ich gemacht habe, sondern fang an dein Leben zu leben.
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Und das kann wirklich sehr, sehr viel in den Trauerenden bewirken, diese ganzen Botschaften, die von den jenseitigen kommen. Ich persönlich schau auch immer, dass ich wirklich tiefgehende Botschaften kriege, weil natürlich so Aussagen wie, ja er oder sie liebt dich und sendet dir Liebegrüße aus dem Jenseits und er achtet auf dich, ja klar, hört jeder gerne, aber Entschuldigung, das ist langweilig, das ist nichts wert. Also bitte nicht falsch verstehen, ich weiß, dass es für Trauerende wertvoll sein kann, so eine Botschaft zu bekommen. Aber meistens gibt es viel tiefergehende Botschaften, es gibt wegweisende Botschaften. Vorausgesetzt natürlich, dass Medium schaut nach einer wegweisenden Botschaft. Und dann kann eben sowas kommen, ich habe das und das, habe ich in meinem Leben falsch gemacht und bitte mach nicht den gleichen Fehler wie ich, schau, dass du das anders machst. Also wirklich Erkenntnisse, die die Seelen im Prinzip nach ihrem Übergang gehabt haben, die weitergegeben werden an die Hinterbliebenen, damit die es besser machen.
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Und das sind dann Sachen, die eben auch wiederum lebensverändert sein können, weil einfach da wirklich, dass manchmal so wie so eine Erlaubnis ist für den Hinterbliebenen, dieses, was ich darf wieder lachen. Weil ganz oft kommt zum Beispiel, ich will dich wieder mehr lachen sehen, mach doch das und das, das hast du früher immer so gerne gemacht und machst du jetzt schon ewig nicht mehr. Also beispielsweise die Aufforderung, geh wieder tanzen. Ich weiß, wie gern du getanzt hast und ich habe mit dir nie getanzt, weil ich nicht wollte und du hast deswegen aufgehört, aber das hat dir früher Spaß gemacht. Also mach wieder, ich will dich wieder lachen sehen.
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Also so eine Ermunterung auch. Und für manche ist es dann wirklich so wie ehrlich, ich darf Spaß haben, ich darf mein Leben genießen oder auch manchmal kommt auch durch, hey, und wenn die Zeit da ist, dann öffne dein Herz wieder für jemand anderem. Und auch das eben so dieses, wow, so Lebzeiten, war total eifersüchtig, aber jetzt sagt er mir, ich darf mein Herz wieder öffnen.
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Das bewirbt was, vielleicht nicht sofort. Manchmal, ich vergleiche das immer, das ist wie mit Samen, die man ausbringt. Es gibt Samen, wenn wir die aussehen, die haben ausgesehen und es kommt nichts und drei Jahre später kommt da plötzlich eine Pflanze und wir denken, wo kommt sie jetzt her? Ach, da habe ich ja vor drei Jahren mal Samen hingeschmissen.
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Und dann gibt es welche, die schmeißt man aus und am nächsten Tag sind die Flänzchen da gefühlt.
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Und genau so ist es mit diesen Botschaften, es gibt welche, die quasi sofort ruhig sind tragen und es gibt welche, wo es ein bisschen länger dauert. Entschuldige Kai, ich liebe diese Bilder einfach, weil die so schön, ja, da kann sich jeder einfach was von da vorstellen. Aber genauso ist es eben mit dem Jenseitskontakt, was der bewirken kann. Manchmal hat man sofort Ergebnisse und Dänige blüht auf, manche Botschaften brauchen länger, bis sie wirken und bis Dänige das umsetzen kann, aber was mir aufgefallen ist über all die Jahre ganz oft, wenn die Menschen reinkommen, sie sind gedrückt, sie sind, da ist diese Schwere.
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Und wenn ich dann fertig bin mit dem Termin, dann denke ich mir, okay, wie ist die Hedei jetzt gewachsen, weil die Gefühle 30, 40 Zentimeter größer sind und plötzlich in Lächeln haben und aufgerichtet sind und diese Schwere ist nicht mehr da. Und das ist das, was ein Jenseitskontakt, wenn er wirklich gut ist, auch bewirken kann. Also er kann wirklich maßgeblich unterstützen, aus der Trauer rauszukommen, wieder Jahr zu sagen zu einer Neuausrichtung, wieder Jahr zu sagen zum Leben. Er kann helfen mit Schuldgefühlen aufzuräumen.
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Aber Jenseitskontakt ist nicht für jeden das Richtige, auch das sage ich mir gerne dazu,
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weil es sind nicht jedermanns Sachen. Und man darf skeptisch sein, das ist in Ordnung, man darf wirklich auch schauen und sollte auch schauen, dass da wirklich klare Details vom Medium kommen, wo man einfach sagen kann, okay, das kann die Personen nicht wissen und das ist jetzt nicht allgemein gültig, sondern es ist schon speziell. Aber wenn man so überhaupt nichts davon hält, dann zu einem Medium zu gehen für einen Jenseitskontakt, macht nicht viel Sinn, weil man hier ganze Zeit im Verstand sein wird und es die ganze Zeit hinterfragen wird. Es wird fürs Medium auch anstrengender, weil es ist schon was, was energetisch anstrengend ist. Aber wenn man dann das Gefühl hat, gegen eine Wand zu reden, wird es noch anstrengender.
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Also muss man gut für sich prüfen, ob der Jenseitskontakt der richtige Weg ist. Was ich aber in jedem Fall sehr schön finde, ist, wenn Trauerende versuchen, selbst in diese Verbindung zu gehen. Und auch da gibt es ja wirklich wundervolle Möglichkeiten, über Meditation, über Übungen, über Schreiben, über verschiedene andere Techniken, in diesen Kontakt zu gehen, in diese Verbindung zu gehen. Und dadurch einfach selbst die verstorbene Person, die Seele dieser Person, mehr in das aktuelle Leben in den Alltag zu integrieren. Und auch das kann jeder selbst lernen. Das ist mir immer ganz, ganz wichtig. Man braucht nicht zwangsläufig ein Medium dafür.
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Ja, wundervoll. Am Ende sind wir alle ja angebunden an diese feinstofflichen Ebenen. Und ich finde es schön, dass du das so formulierst. Und ja, ich finde auch dieses positive, dass eben die hinübergegangenen, ja, daran Interesse haben, dass man selbst als Trauerender wieder zurück ins Leben findet. Und das ist, glaube ich, so dieser Kernaussage, das ist bei allen gleich, so wie ich das bisher erlebt habe. Denn wenn du aus der anderen Perspektive auf dieses Leben hier schaust, dann wird dir klar, worum es geht. Und es geht darum, eben wirklich zu leben und wieder zurück ins Leben zu finden. Und natürlich sind aus meiner Sicht es ja auch kein Zufall, dass jemand eher geht als der andere, damit man eben auch diesen Trauerprozess daran reifen kann, daran wachsen kann. Denn hier sind ja riesige Potenziale auch für Heilung, für wirklich auch das Erkennen wieder in Dankbarkeit dafür zu sein, was war. Mit dieser Kraft dann in ein neues Leben, in eine neue Ausrichtung zu starten. Also hier sind riesige Potenziale, die natürlich aus dem Schmerz heraus erst mal schwer zu erkennen sind. Aber wie du vorhin schon sagtest, es hat alles eben auch sein Gutes in sich. Und da ist, glaube ich, ein riesen Fund drin, wenn man das so sagen will, um selber die nächsten Schritte auf seinem eigenen Lebensweg zu gehen. Und dabei kam mir natürlich noch die Frage in den Sinn. Oftmals gibt es ja genau auch Belastungen, die über die Trauer hinausgehen, hinzudem, ich hätte das gerne noch mit meinem Mann geklärt. Ich hätte das gerne noch mit dem Freund wieder in das Lot gebracht, weil hier waren Verstrickungen, hier waren vielleicht Streit-Situationen vorher. Da gibt es ja wirklich sehr belastende Situationen, will ich mal sagen. Die sozusagen noch dazukommen. Und hier, glaube ich, kann ja auch der Jenseitskontakt und auch das, wie du sagst, die eigene Öffnung für die Seele, die jetzt im Feinstofflichen mit uns durchaus Kontakt aufnehmen kann, doch auch eine Möglichkeit, in die Heilung zu kommen, oder?
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Absolut. Zum einen kann man natürlich im Jenseitskontakt oft so offene Fragen klären. Also wenn den Thema da gewesen ist, dann wird es ganz oft wirklich von den Seelen selber auch auf den Tisch gebracht. Also ganz oft ist es so, oder ich erlebe das in meinen Settings so, dass oftmals dann schon so ein Hinweis kommt, da ist ein Thema, oder da sind Schulzzuweisungen, oder irgendwie sind sie nicht ganz im Reinen gewesen miteinander.
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Und ganz oft sprechen die Seelen das selber an und äußern sich auch direkt dazu. Oder ich habe es auch schon manchmal erlebt, dass einfach nur ein, zwei Sätze durchkam, die ich dann halt genau so eben auch ausgesprochen habe und danach gefragt habe, macht diese Aussage für dich irgendwie Sinn, also das Beispiel, weil du eine Entschuldigung gekommen ist, wegen einem Streitdienst gegeben hast. Und ich dann eben wirklich bei meinen Klienten bei dem Trauerenden Nachfrage, kannst du damit irgendwas anfangen, macht das irgendwie Sinn für dich? Die ist da eine Resonanz.
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Und das kann sehr, sehr viel inneren Frieden bringen. Und wir können auch eine gewisse Klarheit bekommen. Ich habe selber ja eine etwas schwierige Situation auch gehabt nach dem Tod meines Bruders. Die Situation war ganz einfach die, dass die Beisetzung an einem Tag stattfand, wo klar war, da bin ich auf Sprachkurs in Irland. Und zwar war das der letzte Tag meines Sprachkurses, im Prinzip einen Tag bevor mein Seminar in Irland angefangen hat, wo ich eine Seminarkope erwartet habe.
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Und da war ich natürlich auch in einem Konflikt für mich und mir war klar,
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dass wenn ich diese Entscheidung treffe, dass ich nicht zur Beisetzung fahre, dass das einfach im Umfeld für sehr viel Unverständnis sorgen kann.
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Und ich habe das Gespräch zuerst gesucht mit meinen Eltern, für die das auch vollkommen klar gewesen ist, warum ich die Entscheidung so getroffen habe, wie ich sie getroffen habe. Und für die es auch wirklich in Ordnung war, die gesagt haben, ihr versteht das, es passt. Aber es gab im Umfeld eben auch andere, die mir das bis heute im Prinzip noch vorwerfen und mir aufgrund dessen, dass ich bei der Beisetzung nicht dabei war, im Prinzip jegliches Recht absprechen zu trauern. Ich sage es jetzt mal mit meinen Worten, wo er wirklich böses geredet da ist. Und was ich gemacht habe, war, dass ich reingespürt habe, als ich die Entscheidung getroffen habe. Was sagt mein Bruder dazu?
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Und als ich das gemacht habe, als ich mich verbunden habe mit ihm und gefragt habe, hey, was sagst du dazu?
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kam als Antwort einer der letzten Sätze, die er auf seinem Sterbibett gesagt hat, nämlich, dass es Zeit ist, dass ich anfange, mein Leben zu leben.
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Und das heißt eben nicht zurückstecken, nicht auf das Verzichten, was mir wichtig ist. Er hat immer das gemacht, was ihm wichtig war, wenn es ihm wichtig war.
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Und ich habe auch lange Zeit dann das mal rausgeschoben und da Rücksicht genommen und weil ich da Rücksicht genommen habe, das wieder verschoben. Und genau das wäre doch die Situation gewesen. Ich hätte verzichtet auf etwas, was mir wichtig war, nämlich auf den Sprachkurs. Und ich hätte auch das Seminar absagen müssen, weil ich hätte es zeitlich nicht managen können, dass ich rechtzeitig wieder zurück bin. Also, es war klar, ich muss auf zwei wichtige Sachen verzichten, wenn ich zur Beilsetzung fahre. Und als ich mich mit ihm verbunden habe, war eben dieser Satz da, dieses, hey, lebt dein Leben. Und ich wusste ganz klar, weil dieses Gefühl von ihm mir so deutlich übermittelt wurde, er will nicht, dass ich etwas, was mir so wichtig ist, aufschiebe für die Beilsetzung.
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Und vielleicht ist es für manche keine schwierige Situation, für mich war es eine schwierige Situation und einfach eine zusätzliche Belastung von außen. Und trotzdem habe ich eben meine Entscheidung so getroffen, wie es meinem Gefühl entsprach und wie es auch meinem Gefühl entsprach, was er möchte.
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Und ich habe mich ja auf ganz andere Weise von ihm verabschiedet, weil als ich dann dort war und an meinem absoluten Lieblingsort gewesen bin in Erland, auf den Klippen, habe ich meinen Bruder neben mir stehen sehen und gespürt und hab mit ihm dort geredet. Und tatsächlich ist das ein Ort, an dem wir uns mittlerweile sehr gerne und sehr häufig treffen.
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Er scheint hier genauso zu mögen wie ich.
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Und ist im Übrigen auch so, ich habe jetzt eine Teilnehmerin beim Seminar erst dabei gehabt. Ich hatte jetzt ja spirituelles Seminar in Erland und ich hatte eine Teilnehmerin dabei, deren jemaliger Lebensgefährte wenige Tage vor der Seminarreise erst gestorben ist.
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Und auch bei ihr war es wirklich so, dass dort einfach so viel Öffnung und Heilung passiert ist und sie dort mit dem Verlust einfach ihren Frieden finden konnte.
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Also wir alle haben oftmals so schwierige Situationen vom Rumpa. Ihr war es genauso, dass die Beilsetzung jetzt in dieser Zeit stattgefunden hat.
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Und wir können, wenn wir unserem Gefühl folgen, wenn wir reinspüren in diese Verbindung zu der geliebten Person, hey, was möchtest du, was ich tu? Dann können wir Antworten bekommen und dann wird es für uns klarer.
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Ja, das ist wirklich der Weg aus meiner Sicht auch, genau diese Anbindung zu suchen und sich selber wirklich auch für seinen natürlichen Prozess wieder zu öffnen, den Prozess der Trauer, der eben so individuell ist, wie wir es schon erörtert haben und dabei eben keine Angst auch vor den Emotionen zu haben, offen damit umzugehen, darüber zu reden und in den Fluss wiederzukommen. Denn wir werden ja auch geführt, gerade in solchen Trauerphasen, in solchen Krisensituationen, die das sind. Wir sind geführt, wir werden begleitet und je mehr wir uns dafür auch öffnen, desto mehr werden wir dadurch auch getragen und können dieses auch annehmen. Ich glaube, das ist auch noch ein wichtiger Punkt, dass wir das annehmen können. Liebe Bianca, ja, es ist so ein wichtiges Thema, das war einer deiner ersten Sätze und das möchte ich nochmal aufgreifen, ich sehe es genauso, es ist so ein immens wichtiges Thema, dass wir der Trauer nicht mehr aus dem Weg gehen, im Sinne von unterdrücken und weg verstecken, sozusagen, denn durch den natürlichen Prozess der Trauer können wir zurück ins Leben finden und kann das Leben auch jetzt viel bewusst dann auch gelebt werden, mit Dankbarkeit, in Freude und in Hingabe. Und deshalb vielen, vielen Dank für deine Inspiration, für deinen Wirken. Du hattest vorhin schon kurz das Webinar angesprochen, ein wirklich sehr bewegendes Webinar, was wir da gemeinsam in die Welt bringen durften und da geht es eben um Trauerverstehen und auch Heilung, Erfahrungen, sich dafür zu öffnen und am Ende, dass auch die Trauer selbst eben dieser Heilungsweg ist und dass damit ganz viele Wunden auch aus der Vergangenheit aus anderen Leben eben teilen dürfen. Wir sind jetzt in der Zeit, wo das wirkt. Und was mir vielleicht auch anliegen ist, weil sehr viele Menschen suchen natürlich in der Trauer auch den persönlichen Kontakt. Das erlebe ich ja auch immer wieder bei Klienten. Aber auch mit so einem Webinar oder mit so einem Online-Weminar kann man ein emotionales Haltenetz schaffen. Und ich glaube, Keile wirst du es bestätigen können, dass uns das wirklich in beiden Fällen auch wirklich gut gelungen ist, dass man einfach sich aufgehoben fühlt, dass man sich verstanden fühlt und das einfach wirklich für jeden ganz, ganz viel drinsteckt, was unterstützend ist. Egal, ob man selber in der Trauer ist oder ob man einfach die Trauer besser verstehen oder andere Menschen in ihrer Trauer unterstützen möchte. Ich bin ja auch der Meinung, dass dieses Wissen, was da drinsteckt, auch wichtig ist für jeden Menschen, der irgendwie mit anderen Menschen immer wieder im Kontakt ist, der mit Trauernden immer wieder in Kontakt ist, um einfach da vielleicht besser reagieren zu können in Zukunft.
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Definitiv, es ist eine wundervolle Begleitung und was wirklich auch das Öffnen für das Thema, obwohl ich gar nicht im Berührung jetzt konkret vielleicht bin, aber es ist für das Leben am Ende, es ist für die Neuausrichtung. Und das auch schon zu nutzen, sozusagen, weil die Horizonte sich dadurch ja wieder erweitern. Die eigene Wahrnehmung, der eigene Raum wirkt das auf das eigene Leben und das hat mich auch sehr berührt. Und ja, wir beide haben da ja auch durch unsere eigenen Erlebnisse ganz viele Übereinstimmungen wahrnehmen können bei uns, was eben geholfen hat, was geheilt hat, was uns letztendlich auch bestärkt hat, dort anderen wieder Unterstützung zu geben. Das liegt im Grunde genommen in der Kraft dieses natürlichen Prozesses, der letztendlich gelebt werden will. Und wenn er unterdrückt wird, dann kostet er uns Kraft. Und auf der anderen Ebene kann er uns Kraft schenken für das Leben. Und deshalb, ja, ein wirklich wundervolles Geschenk. Ich danke dir nochmals dafür, dass wir das gemeinsam in die Welt bringen durften. Und danke dir auch für dieses Gespräch. Ich hoffe, dass es viele Menschen erreicht und inspiriert, unterstützt, genau in ihrer Lebensphase, in der sie sind. Liebe Bianca, ich wünsche dir weiterhin alles, alles Gute und vielen Dank für den Austausch.
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Ich danke dir Kai und für alle da draußen, die zugeschaut haben. Denkt an der Tod und die Trauer gehören zum Leben dazu. Und Spiritualität leben heißt eben auch alle Aspekte des Lebens zu integrieren. Auch die, die wir vielleicht nicht ganz so gerne mögen.
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So ist es. Alles Liebe für dich, liebe Bianca. Bis dahin. Adé.
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Ja, ich danke dir, dass du diesem Beitrag hier gefolgt bist und wünsche dir von ganzem Herzen, Trost und Unterstützung in deinen Lebensphasen, in denen du dich gerade befindest. In diesem Sinne, alle Links zu dem Gratis-Webinar, zu weiteren Angeboten auch vom Bianca, findest du unter diesem Video. Lass auch gerne ein Like hier oder schreib in die Kommentare, wie du deine Trauer erlebt hast, wie du mit ihr umgehst. Denn wir möchten inspirieren auf allen Ebenen und gemeinsam in einem neuen Wir diese Welt, diese Zukunft gestalten. Das Leben gestalten, in der Annahme der Geburt und des Todes. In diesem Sinne, alles Liebe für dich, bis dahin. Adé.
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