Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung

🗓 Deep Dive „Aufgaben im Griff" – Start: 14. April 2026
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Du schaust auf deine To-do-Liste und weißt trotzdem nicht, was du als Nächstes tun sollst. Die Liste ist voll, aber sie hilft dir nicht weiter.

Das ist ein Zeichen, dass du eine Liste hast, aber kein System.

In dieser Episode geht es darum, was ein Aufgabensystem wirklich leisten muss und warum die meisten Ansätze zwar Aufgaben erfassen, aber nicht wirklich helfen. Du erfährst:
  • Warum typische To-do-Systeme ein System simulieren, aber keines sind
  • Die drei Dinge, die ein gutes Aufgabensystem wirklich leisten muss
  • Und warum es so schwer ist, ein System zu bauen, das dauerhaft funktioniert

Deep Dive „Aufgaben im Griff"
Deine To-do-Liste ist voll, aber du weißt trotzdem nicht, was als Nächstes dran ist? In vier Sessions bauen wir gemeinsam ein Aufgabensystem, dem du wirklich vertraust. Tool-agnostisch, mit Übungen und konkreter Umsetzung. 4 Sessions à 75–90 Min., online via Zoom, ab dem 14. April 2026. Early Bird: 347 EUR zzgl. MwSt. bis 3. April, danach 397 EUR.
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Was ist Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung?

Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.

Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.

Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."

Hallo, hier spricht Ivan Blatter, dein Mentor und Coach für strategisches Zeitmanagement.

Ich helfe dir, deine Zeit so zu nutzen, dass dein Business läuft,

ohne dass du dich dabei verlierst.

Heute geht es um Aufgabensysteme und um die Frage, warum eine To-Do-Liste eben noch kein System ist.

Sag mal, wie viele Aufgaben-Apps hast du eigentlich schon ausprobiert?

To-Doist, Things, Notion, Obsidian, Asana, Tick-Tick, Microsoft,

To-Do, vielleicht auch das gute alte Notizbuch, all das zählt.

Oder die Haftzettel am Monitor oder der Zettel auf dem Schreibtisch,

der irgendwann unter anderen Zetteln verschwindet.

Ich wette, bei jeder dieser Apps, bei jedem dieser Systeme hast du am Anfang

gedacht, das ist es, endlich, jetzt habe ich mein System, das endlich funktioniert.

Du hast alles eingerichtet, alles übertragen, dich reingekniet.

Und was ist dann passiert?

Nach ein paar Tagen, vielleicht nach ein paar Wochen, war es wieder das gleiche wie vorher.

Die Liste wurde voller, der Überblick fehlte, du wusstest, was alles zu tun

ist, aber du wusstest nicht, was du als nächstes tun sollst.

Das, was ich jetzt hier beispielhaft an Apps gezeigt habe, das könnte ich vermutlich

auch über Methoden behaupten.

Das ist weder ein Methodenproblem, noch ein App-Problem und schon gar kein Disziplin-Problem.

Es ist ein System-Problem.

Und genau darum geht es mir heute.

Das Blöde ist ja, die meisten von uns haben eine volle Liste.

Und ich meine, wirklich, wirklich voll.

50 Einträge, 100 Einträge, vielleicht sogar noch mehr.

Auf meiner To-Do-Liste hat es, ich glaube, das letzte Mal, als ich nachgeschaut

habe, irgendwas um die 250 oder 300 Einträge.

Und trotzdem sitzen wir morgens vor dem Bildschirm und wissen nicht genau, wo anfangen.

Du öffnest eine App, die App, die du gerade im Moment brauchst.

Du schaust auf die Liste und anstatt Klarheit hast du dieses diffuse Gefühl.

Irgendwie ist das alles zu viel. liegen.

Irgendwie stimmt da etwas nicht. Ja und dann, was machen wir dann?

Wir fangen damit an, was gerade am lautesten schreit. Oder vielleicht mit dem, was am einfachsten ist.

Aber selten mit dem, was wirklich wichtig ist.

Die Liste, die Liste hat versagt. Nicht, weil sie falsch befüllt gewesen wäre

oder sowas, sondern weil sie einfach nur erfasst, was existiert,

aber eben nicht zeigt, was als nächstes dran ist.

Und genau so ist es doch im Zeitmanagement. Ich meine, die meisten Menschen, die zu mir kommen,

die sind ja nicht auf den Kopf gefallen, sondern die haben ja schon alles aufgeschrieben,

die haben schon priorisiert, die haben verschiedene Apps ausprobiert,

die haben die Methode gewechselt, die haben alles Mögliche und manchmal sogar

Unmögliche ausprobiert.

Und trotzdem funktioniert es nicht.

Und dann schauen wir uns das gemeinsam an. Und meistens ist die Antwort bei allen die gleiche.

Du hast eine Liste, aber kein System.

Was ist der Unterschied eigentlich zwischen dem? Nun, lasst uns dem etwas genauer nachgehen.

Schauen wir uns zuerst mal an, was die meisten Ansätze versprechen.

Meistens heisst es ja, schreibe alles auf, priorisiere, arbeite ab, fertig.

Das klingt ja logisch, das klingt vernünftig. Aber es scheitert trotzdem und

zwar ziemlich zuverlässig.

Warum eigentlich? Weil dieses Vorgehen ein System simuliert, aber keines ist.

Sie erfassen, oder das System, dieses Vorgehen, das erfasst Aufgaben.

Und das ist gut, das ist richtig, das ist wichtig, das ist eine absolut notwendige Grundlage.

Aber die Aufgabenliste denkt nicht mit. Sie hilft dir nicht zu entscheiden.

Sie gibt dir keine Orientierung in dem Moment, in dem du sie wirklich brauchst.

Nämlich, wenn du am Schreibtisch sitzt, 20 offene Tabs im Browser hast,

drei dringende E-Mails im Postfach und die Liste vor dir hat 40 Einträge.

Und genau in diesem Moment brauchst du nicht einfach nur eine Liste,

sondern in diesem Moment brauchst du ein zuverlässiges, ein verlässliches System,

das dir sagt, das hier jetzt, das hier nein.

Und genau das schaffen die meisten Ansätze eben nicht. Nicht,

weil die Menschen, die sie nutzen, falsch liegen oder weil die Menschen,

die diese Ansätze entwickelt haben, falsch liegen, sondern weil die Ansätze

an sich am Grundproblem vorbeigehen.

Lass uns doch mal überlegen, was ein gutes Aufgabensystem wirklich leisten muss.

Nicht Aufgabenliste, Aufgabensystem.

Ich nehme mal drei Dinge, das ist sozusagen die Basis.

Natürlich gibt es noch viel, viel mehr, die man berücksichtigen kann und einige

davon sollte man auch berücksichtigen.

Aber wenn du diese drei Dinge nicht hast, dann hast du definitiv nichts.

Das ist die Grundlage, das ist die Orientierung. Keine vollständige Anleitung,

das hätte hier in dieser Podcast-Folge ohnehin keinen Platz,

aber eine Orientierung.

Das Erste, was ein System leisten muss, ist, den Kopf entlasten, und zwar dauerhaft.

Das klingt banal, hast du schon hundertmal gehört. Natürlich soll das System

den Kopf entlasten, das ist ja der Sinn der ganzen Übung.

Getting Things Done basiert ja eigentlich auf dieser Idee, eben alles raus aus

dem Kopf. oder denk an andere Ansätze wie Second Brain, was man auch immer wieder hört.

Es war eher um Notizen und Wissen, aber trotzdem, unser Kopf soll entlastet werden.

Aber das entscheidende Wörtchen ist, dauerhaft. Ja, natürlich hast du dich auch

mal hingesetzt und einen sogenannten Braindump gemacht, deinen Kopf gelehrt.

Du hast alles aufgeschrieben, alles erfasst, alles übertragen.

Der Kopf ist plötzlich leicht.

Ah, das Chaos ist weg, du fühlst dich entlastet.

Und drei Tage später ist der Kopf wieder genauso voll wie vorher.

Und das ist genau der kapitale Fehler. Der Braindump, dieses Kopfleeren, ist nicht ein Ereignis.

Es muss zu einem System werden. Das heisst, dieser Braindamp,

dieses Kopfentlasten, das darf nicht nur einmalig passieren, sondern dauerhaft.

Es ist so eingerichtet, so gepflegt, so verlässlich, dass du ihm vertraust.

Jederzeit und nicht nur, wenn du bis oben hin dicht bist und einfach mal deinen

Kopf leeren musst und einmal aufräumst, sondern eben jederzeit und dauerhaft.

Und das ist der entscheidende Punkt. Nur dann entsteht Vertrauen.

Solange du deinem System nicht vertraust, ja dann jonglierst du weiter Dinge im Kopf.

Irgendein Teil von dir denkt, ja das steht schon auf der Liste,

aber ich bin nicht sicher, dass ich das nicht trotzdem vergesse.

Und dann fängt das Jonglieren an.

Die Liste ist da, aber der Kopf ist trotzdem voll.

Ein System, dem du wirklich, wirklich zu 100% vertraust, ist eines,

das dann eben auch zuverlässig funktioniert.

Das heisst, es hat ganz klare Eingangspunkte. Du weisst, wo neue Aufgaben reinkommen.

Du weisst, dass nichts verloren geht. Du kennst den Prozess,

wie kommen die Dinge aus meinem Kopf eben ins System.

Und du weisst, dass dein System, nicht ein System, sondern dein eigenes System

regelmässig gepflegt wird.

Von dir selbst, mit einem Rhythmus, der zu dir und deinem Alltag passt.

Und das ist viel, viel, viel mehr als eine App. Natürlich unterstützt dich eine

App dabei. Viele Apps haben zum Beispiel die Inbox.

Aber das ist gar nicht der springende Punkt, sondern der Prozess,

der zu dieser Inbox führt und wie du diese Inbox nutzt und wie du die pflegst

und wie du die abarbeitest.

Das sind die entscheidenden Punkte. Und das hat nichts mit Methoden zu tun,

sondern mit Prozessen, System und einer Haltung.

Das Zweite, was dein System leisten muss, ist, zeigen, was als nächstes dran ist.

Und ich glaube, das ist der grösste Unterschied zwischen einfach einer Aufgabenliste und einem System.

Eine Liste, die zeigt einfach, was existiert. Ein System zeigt dir aber, was jetzt dran ist.

Das klingt wie eine kleine Nuance, das ist es aber nicht.

Sondern es ist der Unterschied zwischen einem Werkzeugkasten voller Werkzeuge

und dem richtigen Werkzeug in deiner Hand.

Und wie schafft dein System das? Es braucht drei Dinge. Kontext, Struktur und Rhythmus.

Kontext kennst du vielleicht auch

wieder. Das zitierte Getting Things Done baut auch auf diese Idee auf.

Getting Things Done sagt ja, überleg dir mal, in welchem Kontext du bist und

dann such dir die Aufgaben heraus, die du in diesem Kontext überhaupt erledigen kannst.

Wenn du in einem Flieger sitzt, dann musst du nicht E-Mails beantworten wollen,

weil dann hast du ziemlich sicher kein WLAN. Und wenn du halt abends auf der

Couch bist, dann kannst du vielleicht jetzt nicht irgendwie deine grösste Deep

Work Aufgabe machen oder sowas.

Früher, als GTD entwickelt wurde, hat das ziemlich Sinn gemacht,

weil da hat es einen Unterschied gemacht, ob du zu Hause warst,

wo du nicht die ganze Infrastruktur hattest, oder ob du im Büro warst,

wo du eben alles zur Verfügung hattest.

Heute macht das in diesem Sinne vielleicht weniger Sinn als damals.

Aber trotzdem, Kontext kann ja auch bedeuten, was habe ich generell für Ressourcen,

wie viel Zeit habe ich, wie viel Energie habe ich, an welchem Ort befinde ich

mich, wie kann ich mich hier eigentlich konzentrieren.

Wenn ich in der Bahn sitze, kann ich keine Deep Work Session machen,

hingegen bei mir zu Hause im Büro schon.

Bitte achte darauf, ich kann keine Deep Work Session machen, du vielleicht schon.

Und das ist ja eben auch der Unterschied. Ein Kontext, der muss ja nicht,

der Kontext ist zwar für alle gleich, wir sitzen in der Bahn oder halt nicht,

aber die Konsequenz daraus ist dann natürlich auch wieder individuell.

Eine Aufgabe, für die ich zum Beispiel einen Computer brauche,

die muss ich doch nicht sehen, wenn ich gerade im Flieger sitze und höchstens

mein iPad Mini vor mir aufgebaut habe oder sowas.

Und viel wichtiger, eine Aufgabe, für die ich mich zwei Stunden voll konzentrieren muss,

die muss ich doch nicht sehen, wenn ich nur noch 15 Minuten bis zum nächsten

Termin habe oder die muss ich auch nicht sehen, wenn es Freitagnachmittag um

16 Uhr ist, weil ich dann keine Power mehr habe.

Und das meine ich mit Kontext etwas breiter verstanden. Der zweite Punkt, das war die Struktur.

Wie sind denn die Aufgaben geordnet? Also nicht nur chronologisch oder alphabetisch,

nach Fälligkeit oder sowas, sondern vielleicht nach Wichtigkeit,

nicht Dringlichkeit, Wichtigkeit.

Vielleicht nach Kontext, vielleicht nach Projekt. Das muss man eben genau anschauen.

Ich glaube nicht, dass Prioritäten auf der To-Do-Liste Sinn machen,

aber es macht vielleicht Sinn, ein paar Perlen zu kennzeichnen zum Beispiel.

In jedem Fall brauchst du ein System, das eine Entscheidungslogik hat,

die deiner Logik entspricht.

Du brauchst nicht ein System, das einfach nur als Ablage dient.

Und der dritte Punkt, das war ja der Rhythmus. Also, wann schaue ich rein?

Wann pflege ich das System?

Wann entscheide ich, was als nächstes dran kommt?

Wie kommen die Dinge eigentlich ganz genau da rein? Und so weiter.

Ein System ohne Rhythmus, das ist wie so ein bisschen ein Garten ohne Pflege.

Nach drei Monaten ist er komplett zugewachsen und verwildert.

Wenn du diese drei Dinge schon mal hast, Kontext, Struktur und Rhythmus,

dann passiert etwas Bemerkenswertes.

Du öffnest das System und weisst sofort, was als nächstes dran ist.

Nicht, weil du lange nachdenken musst, sondern weil das System diese Entscheidung

für dich vorbereitet hat. Und das ist Entlastung, echte Entlastung.

Wenn du dich auskennst, dann denkst du, ja der Blatter erzählt hier im Prinzip Getting Things an.

Jein, vieles davon ist von GTD tatsächlich inspiriert, aber es ist vielleicht etwas modernisiert.

Die fünf Schritte in Getting Things Done sind super, man darf sie aber nicht

so wörtlich nehmen, sondern man muss schauen, was hat der Entwickler dieser Methode, David Allen,

was hat er damit eigentlich gemeint oder was steckt vor allem dahinter,

warum soll man das eigentlich machen und dann muss man das auf die heutige Zeit übertragen.

Man kann das heute, glaube ich, nicht mehr einfach so eins zu eins übernehmen.

Getting Things Done funktioniert super, aber für die wenigsten Menschen wortwörtlich genommen.

Und deshalb ist das hier wie eine weitere Entwicklung. Ich nehme die Philosophie

von Getting Things Done und versuche, die auf die heutige Zeit zu übertragen.

Wenn du die Methode nicht kennst, dann macht das auch nichts.

Du kannst ja hier zuhören und bekommst dann schon die modernisierte Version

oder die Blatter-Version davon, wie auch immer.

Aber zuerst die Philosophie und die Grundlage und dann die Umsetzung,

die ist dann eher einfach.

Dann gibt es noch etwas Drittes, was ein System leisten muss.

Wir hatten ja zuerst mal den Kopf dauerhaft entlasten, dann hatten wir zeigen,

was als nächstes dran ist und das Dritte, was dein System leisten muss,

es muss zwingend zu deiner eigenen Arbeitsweise passen.

Und das ist das, was ich immer wieder hier in meinem Podcast betone.

Es gibt ja nicht eine Blatter-Methode genau aus diesem Grund.

Wir haben schon genug Methoden, GTD, Timeblocking, Eat the Frog,

Ivy Lee Methode, Eisenhower Matrix, Kanban und mindestens noch 87 weitere.

Alle sind gut, alle haben ihre Daseinsberechtigung, alle funktionieren für jemanden.

Aber keine funktioniert für alle. Und keine funktioniert einfach so ohne Anpassung.

Das Blöde ist aber, jetzt hören viele Menschen von einer Methode.

Da nehme ich mich nicht ganz aus.

Wir Podcaster und wir Content Creator sind da natürlich nicht ganz unschuldig.

Wir sprechen über eine Methode.

Viele Menschen übernehmen sie, genauso wie beschrieben, Punkt für Punkt,

weil sie denken, oh, der hat darüber gesprochen und das hat er auch noch gezeigt in dem Video. Super.

Und dann plötzlich kämpfen sie mit der Methode statt mit ihren Aufgaben.

Ein kleines Beispiel. Ich habe einen fantastischen Kunden.

Ich liebe die Zusammenarbeit mit ihm, weil er ist sehr offen und er will wirklich

etwas verbessern und so.

Es läuft nicht immer alles geradlinig, natürlich nicht, aber so ist natürlich das Leben.

Aber es ist wirklich toll, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Und er arbeitet gerne und viel auf Papier, vor allem für Notizen zum Beispiel.

Oder er denkt sehr gerne auf Papier, weil ihm das hilft, sich so zu strukturieren.

Er liebt eigentlich sein Papier, obwohl er überhaupt keine Berührungsängste

vor dem Digitalen hat. Im Gegenteil, da ist er auch unglaublich fit.

Aber denken, schreiben, lieber auf Papier.

Da ist ja eigentlich die logische Konsequenz, dass er seine To-dos auch auf Papier macht.

Und bei der Planung funktioniert das teilweise zumindest, weil du musst dich

entscheiden, was will ich heute machen.

Dann schreibst du das auf und dann legst du den Zettel vor dir auf den Tisch

und dann siehst du den ganzen Tag. Es funktioniert mehr oder weniger gut für ihn.

Aber für die To-Dos, für die Aufgaben, funktioniert das hinten und vorne nicht.

Jetzt hat er natürlich auch vom Bullet Journal gehört und von verschiedenen

anderen Methoden, die man sehr gut auf Papier analog umsetzen kann.

Und seine Überlegung war ja, wenn ich ohnehin gerne auf Papier arbeite,

das liegt mir, das entspricht mir, dann ist es doch naheliegend,

dass ich meine To-Do-Liste auch auf Papier mache.

Das war aber ein kompletter Reinfall. Er hat sich in der kürzesten Zeit komplett

verzettelt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Man kann eben auf Papier nicht einfach so Aufgaben hin und her schieben oder

irgendein Dokument dranhängen oder was weiss ich.

Das hat hinten und vorne nicht geklappt und ich habe ihn dann davon überzeugt,

dass er mal vielleicht eine digitale Methode ausprobieren sollte.

Ich habe ihm das gezeigt, wir haben das eingerichtet in einer App,

die sehr zu ihm und seiner Denkweise passt.

Und das Problem war gelöst.

Aber diesen Sprung musst du hinbekommen.

Ich habe andere Kunden, die haben genau die andere Richtung gemacht.

Die haben alles Digitale probiert. Die neueste App, die beste Methode,

das ausgefeilteste System, alles super, hat einfach nicht geklappt.

Denen habe ich geholfen, sich auf Papier zu organisieren. Und das hat auch super funktioniert.

Es gibt nicht die eine Methode, die für alle passt.

Und es ist nicht einfach immer so naheliegend wie bei meinem ersten Kunden,

der ja sowieso viel auf Papier gemacht hat.

Da ist ja naheliegend, die To-Dos auch auf Papier zu verwalten und die Liste dort zu führen.

Aber nein, das hat bei ihm hinten und vorne nicht geklappt.

Und beim anderen Kunden, da hat das super funktioniert.

Und das macht ja auch meinen Job so spannend.

Es muss zu deiner Arbeitsweise passen. Und das ist das Ziel.

Nicht das eleganteste System, nicht das modernste System, nicht die modernste,

tollste App, über die im Moment gerade alle sprechen oder sowas.

Nicht das methodisch reinste, sondern das, was du tatsächlich im Alltag auch benutzt.

Und das bedeutet, du musst dich nicht einem System anpassen,

sondern genau andersrum.

Das System muss sich dir anpassen.

Das klingt simpel, aber es bedeutet eben auch, dass du dir zuerst mal anschauen

musst, wie du wirklich arbeitest.

Nicht nur, welchen Job du machst, das weisst du hoffentlich,

sondern wie du gerne arbeitest, wie du denkst, wie du funktionierst,

wenn du irgendwann mal Dienstagnachmittag, 15 Uhr, 27,

wie gehst du jetzt vor, wenn du dich für eine Aufgabe entscheidest.

Und da hilft es dir nicht, dir zu überlegen, wie du gerne arbeiten würdest.

Und es hilft dir nichts, wenn du so arbeiten möchtest, wie der YouTuber,

dessen Video du gesehen hast, sondern du.

Es kommt auf dich drauf an, wie

du bist, wie dein Alltag ist und welche Situationen du wirklich auch hast.

Ja, und da stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, warum das so schwer ist.

Eine To-Do-Liste, eine Aufgabenliste zu erstellen, das geht schnell.

Hinsetzen, aufschreiben, fertig. Je nachdem, dauert es vielleicht ein paar Minuten,

ein paar Stunden, je nachdem, wie aktuell du da bist. Aber das ist ja nicht das Problem.

Ein gutes Aufgabensystem zu bauen, zu entwickeln, das braucht aber Zeit.

Es braucht auch Reflexion.

Es braucht auch Trial and Error. Mal schauen, okay, jetzt probiere ich das.

Wie ist das? Ah, nein, das funktioniert nicht. Und dann eben wieder die Reflexion.

Warum funktioniert es nicht? Und nicht einfach, ich habe die falsche App.

Ich probiere mal To-Do-Is anstatt Microsoft To-Do oder sowas.

Nein, es braucht eine Reflexion auf

einer anderen Ebene und damit auch die Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen.

Es gibt keine Blaupause, keinen Blueprint, den du einfach übernehmen kannst.

Es gibt kein System von der Stange, das für alle passt.

Und das ist halt schwierig, weil dir jeder versucht, eine fertige Lösung,

nämlich seine Lösung, die sowieso die beste ist, zu verkaufen.

Und dieser Schritt ist entscheidend, diese Selbstreflexion, zu verstehen,

wie man tickt, wie man arbeitet, was einem leicht fällt, was einem schwer fällt,

wo man Struktur braucht, wo man Flexibilität braucht,

wann man am produktivsten ist, wann man eher auf Autopilot läuft und so weiter.

Da muss man sich mal die Zeit nehmen und sich die richtigen Fragen stellen.

Natürlich kennst du dich ein Stück weit, aber es geht nicht um die Antworten,

die offensichtlich sind, sondern es geht darum, ein bisschen tiefer einzutauchen.

Genauso wie mit dem Kunden, von dem ich dir vorhin erzählt habe.

Die logische Folge, der logische Schritt wäre doch gewesen, schreib deine Aufgabenliste

auf Papier, wenn du ohnehin so gerne mit Papier arbeitest.

Aber das hat nicht funktionieren können, weil ihr nicht so denkt und arbeitet.

Und da muss man hinschauen.

Das ist nicht immer ein angenehmer Schritt.

Selbstreflexion ist nicht immer nur lustig. Es bedeutet, sich auch mal anzuschauen,

was eben nicht funktioniert, wo man vielleicht nicht so gut ist,

was immer wieder scheitert oder welche Muster sich immer wieder holen und so weiter.

Und genau das ist der Grund, warum so viele immer wieder von vorne anfangen,

aber am falschen vorne wieder anfangen.

Bei der neuen App, bei der neuen Methode, neuer Versuch und nach ein paar Wochen gleiches Ergebnis.

Nicht weil sie falsch liegen, nicht weil sie zu wenig Disziplin haben,

sondern weil sich die Muster wiederholen

und weil sie den Schritt der Selbstreflexion übersprungen haben.

Sie gehen direkt zur Lösung, ohne das Problem wirklich sauber zu analysieren und zu verstehen.

So sind wir halt. Wir sind Menschen, wir sind nicht perfekt.

Und das ist ja auch okay, meine Güte.

Wir sind keine Roboter und wir sind keine KI-Bots und Agents.

Aber trotzdem lohnt es sich, einmal einfach innezuhalten.

Und bevor du die nächste App ausprobierst, dich zu fragen, verstehst du wirklich,

warum die letzte nicht funktioniert hat?

Nicht technisch, nicht weil sie nicht hübsch war, nicht weil die Kategorien

in den falschen Farben waren, sondern warum wirklich? Warum hat die letzte App

die letzte Methode für dich nicht funktioniert?

Ja, du siehst, diese Botschaft ist mir wichtig, weil ich einfach sehe,

wie viele Menschen am falschen Ort anpacken und dann sehr frustriert sind und

frustriert aufgeben, an sich zweifeln und am ganzen Zeitmanagement zweifeln.

Und natürlich gibt es Fälle, da hilft dir ein besseres Zeitmanagement herzlich wenig.

Auch jetzt wieder hatte ich eine Mail von jemandem, der hat geschrieben,

im Schnitt sind immer vier seiner Mitarbeiter krank und es bleibt dann alles an ihm hängen.

Und er hat dann im Prinzip den Job von mindestens vier, fünf Leuten und natürlich

ist er am Abend komplett erschöpft und er hat keine Power mehr,

um irgendwas Vernünftiges zu machen. Ist ja klar.

Und dem habe ich auch zurückgeschrieben, du hast kein Zeitmanagement-Problem,

du hast ein Ressourcen-Problem, das sich natürlich im Zeitmanagement zeigt.

Aber trotzdem, du kannst es nicht über Zeitmanagement lösen.

Das gibt es natürlich auch. Aber es wäre schade, wenn du einfach an dir und

am Zeitmanagement zweifelst, nur weil du diesen Schritten, die ich heute beschrieben

habe, ausgewichen bist.

Lass mich deshalb zusammenfassen. Ein Aufgabensystem, das muss eigentlich nur drei Dinge leisten.

Erstens, es muss den Kopf dauerhaft entlasten. Nicht einmalig, dauerhaft.

Und das erfordert Vertrauen in das System, in dein System und das kommt durch

Zuverlässigkeit und Pflege.

Zweitens, es muss zeigen, was als nächstes dran ist.

Nicht einfach nur erfassen, was existiert. Das wäre ein Duden,

das wäre ein Telefonbuch.

Nein, du brauchst ein System, das dir eben zeigt, was als nächstes dran ist,

über Kontext, Struktur und Rhythmus.

Und drittens, das System muss zu deiner Arbeitsweise passen.

Nicht zur Methode, nicht zur App, sondern

zu dir, deiner Arbeitsweise und letztendlich auch deinem Charakter.

Weil das beste System ist immer das, das du tatsächlich nutzt.

Und das alles aufzubauen, braucht Zeit, Reflexion und die Ehrlichkeit,

sich selbst zu hinterfragen und sich selbst auch zu analysieren und anzuschauen.

So, und damit danke ich dir, dass du mir heute zugehört hast und wir hören uns bald wieder.

Bis dahin, nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.