Die OphthalNews kompakt versorgen Sie regelmäßig in nur 5 Minuten mit aktuellen Nachrichten aus der Augenheilkunde. Wir berichten über Interessantes aus der Wissenschaft, innovative Behandlungsmethoden, Produktneuheiten und Berufspolitik.
Fielmann hat 2004 in Zusammenarbeit mit der tele-ophthalmologischen Plattform Ocumeda flächendeckende Augen-Check-Ups in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeführt. Bisher nutzten über 300.000 Kunden das Angebot. In etwa 20% der Fälle wurden Auffälligkeiten festgestellt und die Betroffenen mit Empfehlungen für weiterführende Untersuchungen und Behandlungen an lokale Augenärzte oder Kliniken überwiesen.
Eine aktuelle, von Fielmann mit 600.000 Euro geförderte Studie prüft das Augen-Check-Up-Angebot unter wissenschaftlichen Bedingungen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Studienleiter ist UKE-Direktor Prof. Dr. Martin Spitzer. In der Studie wird das medizinische Augenvorsorge-Screening mit einer umfassenden augenärztlichen Untersuchung im UKE verglichen. Erkrankungen wie Glaukom, diabetische Retinopathie oder altersabhängige Makuladegeneration werden häufig zu spät erkannt. Deshalb betont Prof. Spitzer, wie wichtig es ist, zu untersuchen, ob und wie ein Augenvorsorge-Screening – organisiert durch die Zusammenarbeit von Augenoptikern und Augenärzten – dabei helfen kann, Patienten mit Bedarf frühzeitiger fachärztlicher Versorgung zu identifizieren und entsprechend zuzuweisen.
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Während klassische Operationsvorbereitungen für robotergestützte Eingriffe bis zu einer Stunde in Anspruch nehmen können, ist der von Prof. Mohammad Ali Nasseri (Technische Universität München) entwickelte neue Roboter-Assistent für Augen-Operationen bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration in weniger als fünf Minuten einsatzbereit. Der Roboter kann IVOM-Spritzen mit einer Präzision von nur 15 Mikrometern in die circa 200 Mikrometer dicke Netzhaut setzen, sodass der Wirkstoff punktgenau einwirkt.
Bevor dieser Roboter erstmals eine Spritze in ein menschliches Auge applizieren wird, sind noch weitere Tests vorgesehen: Zunächst erfolgen Injektionen an den Augen verstorbener Schweine. Erste Versuche an lebenden Tieren sind für Anfang 2026 geplant, ehe in einigen Jahren gegebenenfalls klinische Studien starten.
Auf der Jahrestagung der American Academy of Ophthalmology wurden zwei neue Studien zu Zusammenhängen von GLP-1-Medikamenten und Augenerkrankungen vorgestellt.
Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigte, dass GLP-1-Medikamente mit dem Wirkstoff Semaglutid das Risiko für NAION und diabetische Retinopathie erhöhen können. Patienten, die GLP-1-Präparate erhielten, hatten ein 68,6-fach erhöhtes Risiko für NAION und ein achtfach erhöhtes Risiko für diabetische Retinopathie im Vergleich zu Patienten mit anderen Diabetesmedikamenten.
In einer separaten Untersuchung analysierten Forscher den Einfluss von GLP-1 auf das AMD-Risiko bei mehr als 430.000 Patienten, die mindestens zwei Jahre lang entweder ein GLP-1-Präparat, SGLT2-Hemmer, Metformin oder Insulin erhielten. Patienten, die fünf Jahre lang ein GLP-1-Präparat erhielten, hatten ein deutlich geringeres Risiko für die Entwicklung einer trockenen AMD, jedoch kein signifikant verringertes Risiko für die feuchte AMD-Form. Die Autoren beider Studien unterstreichen, dass weitere Langzeitstudien notwendig sind, um die Auswirkungen von GLP-1-Medikamenten auf die Augengesundheit abschließend zu bewerten.
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Mit der Übernahme von Adverum Biotechnologies markiert Eli Lilly and Company den Einstieg in einen Bereich, den viele große Pharmaunternehmen vor Jahren verlassen hatten – die Ophthalmologie. Adverums Schlüsselentwicklung ist eine Gentherapie zur Behandlung der feuchten AMD. Zusätzlich schließt Lilly eine Lizenzvereinbarung mit MeiraGTx ab, um die weltweiten Exklusivrechte an einer Gentherapie für die Lebersche kongenitale Amaurose Typ 4 zu erwerben.
In den vergangenen Jahren sind sechs große Akteure in das Segment der Augen- bzw. Netzhauterkrankungen eingestiegen: Astellas, Merck, Boehringer Ingelheim, Sanofi, Amgen und nun auch Lilly. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, wenn man berücksichtigt, dass sich etwa Pfizer 2004 und Merck um 2014 aus der Ophthalmologie verabschiedet haben.
Mit der Übernahme erweitert Lilly sein Portfolio im Bereich der Genmedizin. Das Leitprodukt von Adverum ist eine Gentherapie für Sehverlust bei feuchter AMD, die mit nur einer einzigen intravitrealen Injektion auskommt und vom Hersteller als „One and Done“-Lösung bezeichnet wird. Das Präparat befindet sich derzeit in einer Phase-3-Studie. Aktuell befindet sie sich in einer klinischen Phase-3-Studie. Aufgrund des hohen medizinischen Bedarfs hat die FDA der Therapie sowohl den „Fast Track“-Status als auch die Einstufung als „Regenerative Medicine Advanced Therapy“ verliehen. Darüber hinaus erhielt sie den PRIME-Status von der EMA sowie den Innovation Passport der britischen Zulassungsbehörde.
Zudem schloss Lilly mit MeiraGTx eine Lizenzvereinbarung ab, um die weltweiten Exklusivrechte an einer in der klinischen Erprobung befindlichen Gentherapie für die Lebersche kongenitale Amaurose Typ 4. Laut MeiraGTx zeigten erste klinische Ergebnisse mit 11 Kindern unter 4 Jahren messbare Verbesserungen des Sehvermögens bei allen Teilnehmenden.
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Forscher der finnischen Aalto-Universität haben eine neuartige, nichtinvasive Laserbehandlung entwickelt, die das Fortschreiten der trockenen AMD bereits in der Frühphase verlangsamen oder aufhalten könnte. Die Methode aktiviert zelluläre Schutzmechanismen durch gezielte Wärmeeinwirkung. Da Temperaturen über 45 Grad Celsius Gewebeschäden verursachen, nutzen die Wissenschaftler Nahinfrarotlicht zur präzisen Temperaturüberwachung und gleichzeitig zur therapeutischen Erwärmung – so sollen Heilungsmechanismen auf zellulärer Ebene angestoßen werden. Die Forscher zeigten, dass sie mit Hilfe der Hitzeschocks nicht nur die Produktion der Hitzeschockproteine, sondern auch die Autophagie aktivieren können.
Die neue Methode wurde erfolgreich an Mäusen und Schweinen getestet. Im Frühjahr 2026 wollen die Forscher die erste klinische Studie starten.
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Ab dem 1. Februar 2026 übernimmt Professor Doktor Verena Prokosch die Leitung der Universitätsaugenklinik Mainz und tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Norbert Pfeiffer an. Auf ihr Medizinstudium in Münster, Valencia, Bergen und Zürich folgten Stationen in Münster und Mainz. Seit 2020 ist Prof. Dr. Verena Prokosch W2-Professorin für Glaukom am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln und leitet dort das Labor für Experimentelle Immunologie des Auges.
Klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt der international anerkannten Glaukomspezialistin ist das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Glaukomtherapie. Neben der klinischen Tätigkeit befasst sich Professor Prokosch seit ihrer Promotion grundlagenwissenschaftlich mit der Regeneration und Degeneration retinaler Ganglienzellen beim Glaukom. Ihr Team untersucht neuroprotektive Mechanismen, immunologische Signalwege und innovative Therapieansätze in experimentellen In-vitro- und In-vivo-Modellen. Ihre wissenschaftliche Arbeit wird seit Jahren durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. Professor Prokosch wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Forschungspreis der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte, dem Glaukom-Forschungspreis der DOG sowie weiteren nationalen und internationalen Förderpreisen.
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Prof. Dr. Berthold Seitz zählt national wie international zu den profiliertesten Experten für Erkrankungen der Kornea. Mitgliedschaften in der Leopoldina und in der Academia Ophthalmologica Internationalis belegen seine wissenschaftliche Reputation. Nun wurde dem langjährigen Sprecher der DOG-Sektion Kornea die Meibom-Mooren-Medaille verliehen – eine Auszeichnung für herausragende Leistungen in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Hornhaut und der Augenoberfläche.
Die Medaille wurde dem langjährigen Direktor der Universitätsaugenklinik Homburg/ Saar im Rahmen des 15. Düsseldorfer Horn hauttages in der Orangerie von Schloss Benrath durch Prof. Dr. Gerd Geerling, Direktor der Universitätsaugenklinik Düsseldorf, überreicht. Im Anschluss hielt Prof. Seitz die Meibom-Mooren-Ehrenvorlesung zum Thema: „Kritische Reflexion zur Laserkeratoplastik – setzt sich der Femtosekundenlaser künftig gegenüber dem Excimerlaser durch?“
Der klinische und wissenschaftliche Schwerpunkt von Prof. Seitz liegt seit langem auf Erkrankungen der Hornhaut, insbesondere dem Keratokonus und der Akanthamöben-Keratitis, sowie der Keratoplastik. Er veröffentlichte bislang 956 Publikationen sowie 144 Buchkapitel und weist einen außergewöhnlich hohen H-Index von 61 auf.
Die Meibom-Mooren-Medaille wird seit 2008 an Wissenschaftler für herausragende Leistungen bei Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Augenoberfläche verliehen. Geehrt wurden unter anderem Prof. Dr. Shigeru Kinoshita (Kyoto), Prof. Dr. Christophe Baudouin (Paris) und Prof. Dr. Dr. Uwe Pleyer (Berlin).