GOLDRAUSCH

In dieser Folge von GOLDRAUSCH spricht Katharina mit Susanne Strobel über persönliche Krisenkompetenz – und darüber, was uns hilft, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn das Leben ins Wanken gerät.

Susanne war 25 Jahre Unternehmerin in der Industrie und arbeitet heute als systemischer Coach, Trauma- und Körperpsychotherapeutin. Im Gespräch geht es um Resilienz, Selbstwirksamkeit und die Fähigkeit, sich selbst und die eigenen Reaktionsmuster besser kennenzulernen.
Warum reagieren wir nicht nur auf das, was passiert, sondern vor allem auf unsere Interpretation davon? Was gehört wirklich zu mir – und was gehört den anderen? Warum ist Akzeptanz für Susanne etwas anderes als Loslassen? Und wie können wir unsere Krisenkompetenz stärken, lange bevor eine Krise entsteht?

Ein Gespräch über Druck und Angst, über unser Nervensystem, alte Muster, Selbstwert und Sinn. Über die Kunst, einen Schritt zurückzutreten, wenn alles zu viel wird. Und über die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieser Folge:
Wir haben oft mehr in der Hand, als wir glauben.

Links:
https://www.linkedin.com/in/susanne-strobel/

Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen der Inspiration und persönlichen Reflexion und ersetzen keine individuelle Beratung oder Therapie.

Was ist GOLDRAUSCH?

In Goldrausch sprechen wir mit Menschen aus Spitzensport, Business und dem echten Leben über das, was hinter Leistung wirklich passiert: Fokus, Zweifel, Rückschläge – und die Frage, was Erfolg jenseits von Medaillen, Titeln und Zahlen bedeutet.

Wir glauben an hohe Ansprüche, ehrliche Gespräche und daran, dass man leistungsfähig sein kann, ohne sich selbst zu verlieren. Goldrausch ist kein Motivationstheater, sondern ein Raum für Klarheit, Tiefe und neue Perspektiven.

Für alle, die etwas erreichen wollen – und dabei ein andersglücklichleben suchen.

Die Inhalte dienen der Inspiration und ersetzen keine individuelle Beratung.

Intro/Outro:

Willkommen bei GOLDRAUSCH - Anders glücklich leben. Der Podcast von Katharina Naumann und Sebastian Hess über die Balance zwischen Leistung, Leben und Leidenschaft.

Susanne:

1 ist mir im Vorfeld ganz wichtig. Eine Krise ist kein persönliches Versagen. Sie sagt nichts darüber aus, ob ein Mensch stark genug ist, sein Leben im Griff hat oder bisher die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Krisen gehören zum menschlichen Leben und wir müssen darüber sprechen können ohne Schuldzuweisungen, ohne Scham und ohne Stigmatisierung. Und wenn Du das Gefühl hast, keinen Ausweg mehr zu sehen, nicht mehr handlungsfähig zu sein oder mit deinen Gedanken allein nicht weiterzukommen, hol dir bitte professionelle Unterstützung.

Susanne:

Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Und spätestens, wenn 1. Gedanken auftauchen, nicht mehr leben zu wollen oder dir etwas anzutun, braucht es unmittelbare Hilfe. Im Akutfall wende dich bitte an den Rettungsdienst unter 1 1 2 oder an eine psychiatrische Notaufnahme. Du kannst dich auch anonym und kostenfrei an die Telefonseelsorge wenden.

Susanne:

Sie ist rund die Uhr unter 0 8001 1 1 0 1 11 erreichbar. Auch regionale Krisendienste, hausärztliche Praxen oder ärztliche Bereitschaftsdienste können 1. Anlaufstellen sein. Und sollte zeitnah kein Psychotherapieplatz verfügbar sein, können auch entsprechend qualifizierte Heilpraktikerinnen oder Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie eine Möglichkeit für eine 1. Unterstützung sein.

Susanne:

Und manchmal beginnt eine 1. Entlastung bereits damit auszusprechen, was bisher niemand hören durfte. Es ist natürlich kein Ersatz für eine notwendige Behandlung, aber ein erster Schritt heraus aus dem Alleinsein.

Katharina:

Einen wunderschönen guten Morgen in unserem Fall. Heute zu Gast im Goldrausch Podcast Susanne Strobel. Schön, dass Du da bist.

Susanne:

Ja, guten Morgen Katharina. Ich freu mich sehr auf unser Gespräch.

Katharina:

Ich freu mich auch sehr, denn wir haben ein ganz, ganz tolles Thema, denn Du stehst für persönliche Krisenkompetenz. Und wir wollen heute über ja, Krisenerfahrungen und Krisenbewältigung sprechen. Du warst selbst 25 Jahre Unternehmerin in der Industrie, hast bist systemischer Coach, bist Traumatherapeutin, Körperpsychotherapeutin, lebst nach der Grundhaltung von Karl Rogers, hast dich sehr mit Viktor Frankel über die Sinnzentrierung hinweg studiert, sag ich jetzt einfach mal. Und ja, ich freu mich auf ein ganz spannendes Gespräch über das Thema Krisen heute. Wie bist Du denn zu diesem Thema überhaupt gekommen?

Katharina:

War das durch eine eigene Krise oder ja, wie ist das Kind zur Mutter gekommen?

Susanne:

Schon allein das Leben an sich, denn ich denke, es gibt so gut wie niemanden, der in seinem Leben nicht eine Krise bewältigen muss. Und dadurch, ich 25 Jahre ein eigenes Unternehmen hatte, kommt es auch ganz automatisch. Da gibt's Hochs und Tiefs und natürlich wie gesagt auch im Privaten. Also und dadurch hat sich das Ganze ergeben und ich hab dann eben wie gesagt nach über 25 Jahren beschlossen, Das Unternehmertum in der Industrie, da bin ich jetzt drüber hinaus und hab dann angefangen, mich wirklich mit Psychologie tief zu beschäftigen, weil mich hat das Menschsein an sich schon immer interessiert und hab das dann da intensiviert und bin eben über verschiedene Therapieformen und eben auch über verschiedene Grundhaltungen und Begründer verschiedener Therapieformen dann in dieses Thema nähergekommen, das zu beleuchten und hab da auch sehr viele Erkenntnisse für mich draus gezogen.

Katharina:

Hast Du denn... Also man kommt zu dir, wenn man eine Krise hat oder am besten schon vorher?

Susanne:

Im besten Fall natürlich vorher. Weil wenn Du Zeit und Ruhe hast, dich mit dir zu beschäftigen, dann hast Du die Möglichkeit, dir alles anzugucken und wirklich eine eigene Krisenkompetenz aufzubauen. Wenns natürlich in der Krise ist, klar, Krisenintervention ist auch was ganz was Wichtiges, weil wenn Du nicht mehr weißt, wo es irgendwie weitergehen soll, dann brauchst Du jemanden, der dir zur Seite steht, der erst mal den Schritt zurückmacht, dass Du sehen kannst, wo kann's denn weitergehen? Und natürlich auch nach der Krise, die einfach zu integrieren und daraus für die nächste Krise, ich sag jetzt mal, besser gewappnet zu sein.

Katharina:

Würdest Du sagen, man geht aus jeder Krise gestärkt hervor?

Susanne:

Kommt drauf an.

Katharina:

Auf was?

Susanne:

Es kommt drauf an, wie Du mit der Krise umgehst. Also es gibt Menschen, die zerbrechen an 1 Krise. Und es gibt Menschen, die gehen eben gestärkt aus' Krise hervor. Und da kommt's wirklich eben auf diese eigene persönliche Krisenkompetenz drauf an. Und es ist ja so, wenn jetzt zum Beispiel in Unternehmen, wenn das in eine Krise kommt, dann sind natürlich die äußeren Faktoren durchaus 1 1 1 1 Teil, der das beeinflusst.

Susanne:

Aber der Hauptfaktor für die Krisenbewältigung ist tatsächlich die Person, die entscheidet. Und die Krise hängt vom Entscheider ab, von seiner Fähigkeit, ob er jetzt dann wirklich auch selber in eine persönliche Krise dann mit reinfällt. Dann wirkt sich das aufs ganze Team aus, dann wirkt sich das aufs Unternehmen aus und im schlimmsten Falle geht's bis hin zur Insolvenz.

Katharina:

Mhm. Wie würdest Du denn unterscheiden zwischen dem Wort Resilienz und Krisenkompetenz? Wenn ich jetzt auch zu dir käme als Führungskraft und sage, ja, ich ich befürchte, irgendwie deutet es sich, es liegt so in der Luft. Die nächste Krise steht bestimmt davor und wartet nur ums Eck. Ich muss da gestärkter sein als bisher.

Katharina:

Heißt ja auch son bisschen widerstandsfähiger, resilienter. Ist das für dich son bisschen 1 oder wie würdest Du da differenzieren?

Susanne:

Ich würde sagen, Resilienz ist ein Baustein für die persönliche Krisenkompetenz. Also Resilienz ist nicht zu unterschätzen, auf jeden Fall. Und es schafft auch viel Bewusstsein über dich selbst. Also wenn Du selber deine resiliente Seite stärkst, dann lernst Du ja auch sehr, sehr viel über dich. Und ja, ich würd ich würd gern, weil Du warst ja, Du kommst ja ausm Leistungssport und da würde mich jetzt auch interessieren, wie hast Du deine Resilienz und ich würde jetzt mal sagen, auch Krisenkompetenz aufgebaut, weil ich geh jetzt mal davon aus, dass im Leistungssport unter sehr viel Druck und Ziele erreichen müssen und sich selber immer wieder motivieren müssen und vielleicht tatsächlich auch den Sinn dahinter für sich selber zu definieren.

Susanne:

Dieses warum mache ich das, warum quäl ich mich da durch, das fände ich jetzt auch ein ganz spannenden Aspekt.

Katharina:

Also ich glaube, man hat das damals ja nicht absichtlich getan, ne? Also man man lebte dieses Leben als Leistungssportlerin. Man hat nicht konkret an der inneren Stärke gearbeitet mit irgendwelchen Tools oder Techniken oder Coaches. Das gab's damals einfach nicht. Das wird heute, glaub ich, schon eher gemacht beim Mentaltrainer dann.

Katharina:

Mach ich ja auch. Aber ich glaube, ich hab sehr, sehr viel in meinem Leben von meiner grundsätzlichen Haltung gezerrt, dass ich eigentlich, wir hatten's auch eben son bisschen im Vorgespräch schon, kein kein Scheitern empfinde. Weil ich denke, ja, es geht immer hoch und runter und verlieren genauso gehört dazu, wie ab und an zu gewinnen. Mhm. Im Leistungssport verliert man viel häufiger, als dass man gewinnt und das geht wirklich jedem so, egal wie gut man ist.

Katharina:

Also ja, und das ist einfach Teil von dem großen Ganzen. Das gehört dazu und das muss man ja akzeptieren, sonst verliert sonst gibt es ganz, ganz schnell verliert man wahrscheinlich den Sinn und die Freude dabei. Wenn man es aber als Teil davon begreift, dann nimmt man sich das auch nicht so schwer zu Herzen. Ich glaube, ja, den den Aspekt, dass ich sage, hey, es gibt eigentlich kein Scheitern, es gibt nur ein Machen und dann guckt man, was daraus rausgekommen ist, hilft sehr, da nicht die große Krise zu erwarten immer wieder, sondern ja ein bisschen konstant innerlich da durchzugehen. Ich muss aber auch dazu sagen, als Leistungssportlerin, wenn Du da so fokussiert bist, spürst Du ja die Hoch und Tiefs viel intensiver.

Katharina:

Also wer mit so viel Leidenschaft irgendetwas ausübt, das ist bestimmt im Unternehmertum auch kein Unterschied. Da definierst Du dich ja einerseits ein bisschen mehr über die Rolle und sie ist einfach deutlich, also ich meine, so in der Schlagkraft spürst Du das einfach intensiver. Wenn es gut läuft, dann bist Du hier auf Wolke hundertste Und wenn Du verletzt bist, was sehr häufig der Fall bei mir war, dann bist Du nicht nur schlecht drauf. Dann Du wahrscheinlich schon irgendwo innerlich in der Krise, weil Du dich darüber so arg definierst. Ja, ich glaube, meine größten Krisen im Leistungssport waren die Verletzungen.

Katharina:

Mhm.

Susanne:

Und da bist Du durch was wieder rausgekommen, wenn Du sagst, Du warst noch tiefer unten als...

Katharina:

Ja, also mei, man macht halt immer weiter. Ich glaub, da ist die Sinnfrage schon existenziell, dass man sich immer wieder vor Augen hält, will ich das? Wofür mach ich das? Ist es immer noch das Richtige? Hatte mit 13 2 Ermüdungsbrüche im Rücken, ja?

Katharina:

Da denk ich mir, da dachte ich zum Beispiel, 2 Jahre vorher hab ich überhaupt von dem Phänomen gehört, es gibt Ermüdungsbrüche. Da war ich total erschrocken als Kind, als ich das gehört hab und dachte innerlich, boah, also wenn ich das mal hab, dann hör ich sofort auf. Ja, 2 Jahre später war's so weit. Ich hab nicht eine Sekunde ans Aufhören gedacht. Also die Mission ist ja dann eine andere, und zwar wieder gesund zu werden.

Katharina:

Ganz viel Reha, ganz viel Aquajogging und Co hab ich gemacht. Glücklich war ich dann in diesem Zeitraum nicht, ja, muss ich sagen. Man hat sich dann vielleicht versucht abzulenken. Die 1. Liebe kam Gott sei Dank auch gleichzeitig vorbei.

Katharina:

Das hat mich son bisschen aufmuntert und abgelenkt. Aber ja, für mich war das schon irgendwie felsenfest. Von Anfang an stand fest. Es hat trotzdem es es macht trotzdem Sinn für mich, weil ich möchte Sportlerin sein. Mhm.

Susanne:

Aber das ist ein ganz wichtiger Punkt, den Du da ansprichst, weil Viktor Frankl, also der ist ja der Begründer von der sinnzentrierten Psychotherapie und Existenzanalyse, er sagt ja auch, wer ein Warum hat.

Katharina:

Er trägt jedes Ja,

Susanne:

trägt jedes Wie, genau. Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, weil ich denke, wenn Du in' Krise bist und nicht weißt, wofür Du das tust, dann fehlt dir irgendwo auch der Antrieb. Und dann gibst Du auch leichter auf und dann sagst Du, wofür soll ich denn? Und dann kann's wirklich passieren, dass Du dann richtig runter ins Loch fällst.

Katharina:

Ja. Also ich war immer bewusst, mir hat das einfach trotzdem noch so viel Freude bereitet. Also es war einfach so viel Leidenschaft dabei und ich fand's auch toll, das Leben als Sportlerin. Mich hat einfach das andere vieles andere nicht interessiert. Also ich hab viele Interessen, aber ich nee, ich wollte kein anderes Leben führen.

Katharina:

Und das hat für mich Sinn ergeben. Für mich macht Bewegung Sinn.

Susanne:

Ja. Und dann hast Du alles ertragen, was dazu nötig war.

Katharina:

Ja, so ist es, ja. Genau. Was, wenn wir jetzt die Brücke zum Unternehmertum schlagen, was sind da so die, ja, Du hattest gemeint vorhin schon ein Bestandteil ist Resilienz. Was sind denn noch die anderen Bestandteile?

Susanne:

Die Bestandteile sind, ich will mal sagen, von Person zu Person unterschiedlich. Aber grundsätzlich klar, Resilienz ist ein Baustein. Und dann kommt aber immer noch hinzu, kenn ich mich selbst?

Katharina:

Mhm.

Susanne:

Wie tief kenn ich mich selbst? Kenn ich meine, ich würd's jetzt mal nennen, Schattenseiten? Kenn ich meine Automatismen? Also wenn jetzt irgendwo ein 1 bestimmte Situation, in der ich immer gleich reagier, weiß ich das? Kann ich das notfalls auch anhalten oder zum Beispiel raste ich dann jedes Mal aus?

Susanne:

Mhm. Ja. Und genau diese ganzen Punkte, also je besser ich mich selbst kenne und auch je besser ich mich selbst und mein Nervensystem regulieren kann, desto weniger bin ich ausgeliefert und desto mehr, ich nenn's jetzt mal, hab ich die Herrschaft über mich selbst, dann bin ich Herr oder Herrin im eigenen Haus. Und das ist was ganz was Wichtiges. Und das geht weit über Resilienz hinaus.

Katharina:

Ja. Stimm ich dir zu? Also ich arbeite ja auch ganz viel mit ja Angst vorm Präsentieren, hab viele meiner Klienten, ne, in meinen Kommunikationspräsentationstrainings mega Stress für viele. Ja. Für 90 Prozent tatsächlich in Deutschland.

Katharina:

Und da gucken wir ja jetzt auch, warum bin ich da nicht mehr Herr meiner Sinne? Wie interpretiere ich dieses Szenario, was da abläuft? Ich stehe, alle sitzen, ich rede, alle hören zu. Warum interpretiere ich das so extrem auf eine Sichtweise, die mich die mich und mein Nervensystem so in Alarmbereitschaft bringt, ne und son bisschen die Verbindung zu mir verliert.

Susanne:

Das ist ein ganz wichtiger Punkt, den Du auch ansprichst. Dieses Bewusstsein, worauf reagiere ich? Reagiere ich auf wirklich auf die Wahrnehmung? Aber das ist es gar nicht. Ich reagiere immer auf die Interpretation dessen, was ich wahrnehme.

Susanne:

Und genau das ist der Punkt. Und diese Interpretation hängt ab von den Erfahrungen, von den Mustern, von den Gedanken, von, ich nenn's jetzt mal, Katastrophisierung oder eben nicht. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass man sich dessen bewusst ist, ich bin nicht objektiv. Nee. Das kann ich gar nicht sein, weil einfach mein Gehirn, mein Nervensystem, meine Neurotransmitter, meine Hormone, der ganze Stoffwechsel, weil das alles in die, also ich sag jetzt mal mich steuert.

Susanne:

Ja. Und wenn ich mir dessen nicht bewusst bin, hab ich viel größere Fallen, in die ich reintappen kann und mich dann aber auch von mir wegziehen lass. Dann lass ich mich ins Außen ziehen, dann sage ich, es ist der Banker, der die falsche Entscheidung getroffen hat, es ist die Wirtschaftslage, es sind die Angestellten, es ist keine Ahnung was.

Katharina:

Alles im Außen.

Susanne:

Ja, das ist der Punkt. Also dieses und da komm ich wieder zurück zu Viktor Frankel. Er sagt ja, das Einzige, was ich ändern kann, bin ich selbst, mich selber aber immer. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und dieses das heißt nicht, ich muss ein anderer Mensch werden, aber ich hab es in der Hand, meinen Gedanken zu glauben, mich mit ihnen zu identifizieren oder eben nicht, sondern einfach mal den Gedanken anzugucken, ist das jetzt sinnvoll, ist es hilfreich oder lass ich's einfach, lass ich diesen Gedanken vorbeiziehen?

Susanne:

Und das ist son ganz wichtiger Punkt, den Du aber auch erst lernen musst. Also das funktioniert nicht einfach mal so automatisch, sondern es ist tatsächlich eine längere Entwicklung und Arbeit an dir selbst.

Katharina:

Ja, überhaupt bewusst zu werden, was man denkt, ne? Das Genau. Überhaupt mal zu lernen, die eigenen Gedanken zu hören.

Susanne:

Ja, genau. Und vor allen Dingen sich auch nicht damit zu identifizieren. Ja. Das ist auch dann der nächste Schritt. Und auch sich nicht unbedingt...

Susanne:

Natürlich sind Gefühle und und und Empfindungen ein sehr guter Hinweis, Aber sobald ich anfange, mich mit ihnen zu identifizieren, bin ich ihnen ausgeliefert.

Katharina:

Ja. Und dann vor allem ist es aber auch im zweiten Schritt, auch wenn ich sie dann bemerke, der 2. Schritt ist ja okay und ich stelle fest, das ist jetzt kein befürwortender positiver Gedanke, der mir hilft, sondern eher 1, der mich alles noch extremer spüren lässt, die Krise größer werden lässt, ja, alles in die Katastrophe reinzieht. Ja. Das ist ja aber hohe Kunst zu sagen, okay, einfach ziehen lassen klingt jetzt so schön.

Katharina:

Ist ja bei den meisten schwierig. Also das ist ja auch meine meine Arbeit als Mentaltrainerin, wo wir immer wieder dran arbeiten. Das wirklich in der Situation zu können, ist halt ist halt die die Herausforderung, ne? Weil also am Tisch oder auf der Couch nett sitzen, dann kann man sich das schon vorstellen, dass irgendwas, ein anderer Gedanke besser wäre. Aber in der Situation darauf zu kommen.

Katharina:

Genau. Wie machst Du das mit deinen Kunden?

Susanne:

Das ist eben genau dieser Punkt, den Du vorhin angesprochen hast. Wo setz ich an in der Arbeit? Am besten vor der Krise. Weil dann hast Du wirklich die Zeit und die Ruhe hinzugucken und Du natürlich erfordert's auch Mut, weil einfach sich seine, ich wie gesagt, ich nenn's mal einfach wieder Schattenseiten, die anzugucken und sich wirklich auch die unschönen Seiten zuzugestehen, so bin ich halt, also das heißt nicht, dass ich's so bleiben muss, aber einfach wirklich nicht zu sagen irgendwie, das will ich jetzt weghaben, sondern wirklich in diese Akzeptanz zu gehen nach Karl Rogers. Es ist so.

Susanne:

So ist es jetzt. Und wenn diese Akzeptanz da ist, von dieser wertfreien Akzeptanz aus hast Du dann die Möglichkeit zu gucken, wo möcht ich hin? Was möcht ich verändern? Wie möcht ich's verändern? Und das ist so dieser ganz wichtige Punkt, einfach zu erkennen, wo baue ich selber einen Druck auf, eine Abwehr auf, wo ja, wo bin ich im Widerstand?

Katharina:

Sprichst Du jetzt von' Akzeptanz, dass was im Außen passiert oder Akzeptanz auch was bei mir im Inneren passiert? Beides.

Susanne:

Es ist beides ganz wichtig.

Katharina:

Es gibt ja auch so den den Circle of Influence, ne, wo man hinschaut und sagt, okay, was kann ich überhaupt alles jetzt beeinflussen? Mhm. Und alles andere, was ich nicht beeinflussen kann, gehört akzeptiert. Arbeitest Du damit oder also wie kann ich überhaupt Akzeptanz lernen?

Susanne:

Also ich arbeite grundsätzlich nicht mit starren Konzepten, sondern ich arbeite mit meinen Klienten aus dem Moment heraus, was es jetzt gerade braucht. Und das ergibt sich dann tatsächlich wirklich im im Gespräch mit den Klienten, in der Arbeit mit den Klienten. Und Akzeptanz entsteht daraus, wenn ich anfange, nicht mehr zu bewerten. Wenn ich rausgehe, es ist gut, es ist schlecht, es soll sein, es soll nicht sein. Und das ist, ich würd mal sagen, die Wurzel allen Übels, diese Bewertung, dieses Schwarz Weiß, dieses

Katharina:

Ja, richtig falsch,

Susanne:

Genau.

Katharina:

Und schlecht.

Susanne:

Genau das ist und das ist der Grundstock allen Übels. Und wenn Du das dir bewusst machst, also es ist viel Bewusstseinsarbeit, so was läuft denn grade, was ist grade wirklich? Und das ist die Basis davon und wenn Du da einen Grundstock geschaffen hast, dann ist im Grunde alles möglich.

Katharina:

Bist Du im Alltag so, ja, so in deiner Ruhe, dass Du nichts bewertest innerlich und nicht innerlich über irgendjemanden schimpfst im Straßenverkehr oder in der der langen Warteschlange, auch wenn Du hin im Stress bist?

Susanne:

Wenn dem so wäre, wäre ich, glaube ich, erleuchtet. Natürlich verfällt jeder Mensch automatisch da rein. Also es braucht sehr viel Arbeit, aber es ist viel, viel weniger und von Jahr zu Jahr wird's immer noch weniger. Und das Leben wird dann schon ruhiger. Also es ist weniger weniger Stress, definitiv.

Susanne:

Ja.

Katharina:

Warum sind wir so Menschen? Was glaubst Du, warum verfallen wir da alle so rein?

Susanne:

Ich denke, das hat wirklich was mit dem viel zitierten Ur Instinkten zu tun, mit mit ja, einfach diese diese Automatismen, grad dieser dieser dieser Flight or Fight Modus, wie's so schön heißt. Wir sehen was und dann reagiert unser Körper automatisch Gefahr und dann reagiert das Nervensystem und dann fährt's einfach bestimmte Dinge runter und konzentriert sich eben nur auf diesen Punkt der Gefahr. Und ich glaube, dass ich mein, wir haben keine Säbelzahntiger mehr hier. Genau. Und dann sucht sich das Gehirn irgendwas anderes und katastrophiziert das auch gerne.

Susanne:

Und es wird auch viel im Außen, also ich sag jetzt mal in den Medien wird ja auch sehr viel mit Angst gearbeitet, mit mit wirklich Katastrophenszenarien, die irgendwann eventuell in der Zukunft sein könnten. Und wenn ich mir dessen nicht gewahr bin, dann verfalle ich natürlich in diesen Modus. Und dann sind die Stresshormone und die steuern natürlich dann den Körper und die steuern das Verhalten. Und wenn ich da nicht bei mir bleibe, sondern mich wirklich in dieses Außen ziehen lasse, dann läuft genau das ab.

Katharina:

Ich denk die ganze Zeit darüber nach, weil ich kenn absolut von mir selbst Phasen, wo ich denke, mich kann gar nix stressen. Also ich bin so in der Ruhe und so im Reinen und so in der Akzeptanz. Innerlich lächel ich die ganze Zeit und mir kann nix passieren.

Susanne:

Mhm.

Katharina:

Und ich überlege grade, was... Ich kenn natürlich auch andere Phasen, wo ich denk, mein Gott, ich dünnhäutig, gereizt hier und da, einfach ja, latent, na ja, schlecht gelaunt kann man bei mir jetzt nicht sagen. Aber anders, sag ich jetzt einfach mal und nicht komplett in der Ruhe. Ich frag mich grade son bisschen, was sind da wirklich die die Hebel, die so vom einen zum anderen da umschalten, ja, die das Leben dann plötzlich wieder in die Bewertung bringen, was vorher bewertungslos war. Weg von der Akzeptanz, ja, hin wieder zur Verurteilung.

Katharina:

Also es irgendwie, ich ich komm mir so vor, als wär da wirklich ein irgendwie ein riesengroßer Hebel und der ist manchmal, weiß ich nicht, von Nord auf Süd geschaltet

Susanne:

so ungefähr. Also ich würde sagen, Du bist selbst, wenn Du wenn Du eine gute Krisenresilienz hast oder Krisenkompetenz, bist Du ja nicht vor Krisen gefeit.

Katharina:

Nee, genau. Das kann ja wirklich unbeabsichtigt von Außenkrisen kommen.

Susanne:

Genau, das ist das eine. Und ich glaube, wenn Du eine gewisse, wie soll ich sagen, Unachtsamkeit in dein Leben einschleichen lässt, dann kann's dir einfach passieren. Und wenn auch zu viel von außen auf dich einströmt und Du einfach diesen Kontakt verlierst, dann zieht's dich weg und dann kommst Du genau in diese Mechanismen wieder rein. Also es ist schon, es bedarf schon sehr viel Achtsamkeit, sehr viel Bewusstheit auch im täglichen Leben. Und wenn Du natürlich jetzt dir zum Beispiel irgendwelche, ich nehme jetzt mal Meditation als Beispiel, wenn Du jeden Morgen, sage ich mal, eine halbe Stunde meditierst oder lass es 20 Minuten sein, dann zentrierst Du dich und dann beruhigst Du, also es ist ja für alles, dann beruhigst Du deine Gedanken, dein Nervensystem und dann schärfst Du auch deine Bewusstheit, deine Achtsamkeit.

Susanne:

Und wenn Du das täglich praktizierst, dann hat dein Organismus eine andere Ausgangsbasis, wenn Du den Tag startest. Oder Du kannst es auch abends machen, dann gehst Du einfach ganz anders zum Schlafen. Und wenn dein Organismus und Du selbst, dein Geist, dein Körper, wenn die diese Ruhephasen haben, dann ist der Weg, dass es dich von dir wegzieht, schwieriger. Also Du bleibst wirklich mehr bei dir selbst. Also es ist schon Arbeit.

Katharina:

Mhm.

Susanne:

Und es kommt nicht automatisch, aber es ist 1 1 1 Arbeit, die sich lohnt. Also die das tust Du ja für dich selber und Du hast Du kommst in ein 1 ruhigeres Leben, nenne ich's mal in ein Leben. Also Du kannst dir die Aufregung natürlich dann selber suchen, wenn Du jetzt irgendwo vom Hochhaus runterspringst oder so. Aber ne, Du weißt, was ich mein. Mhm.

Susanne:

Das ist, ich glaube, das ist son ganz wichtiger Punkt, einfach diese diese Selbstfürsorge. Es ist son abgegriffener Begriff, aber es ist schon wichtig, diese Selbstfürsorge, diese Achtsamkeit, diese Bewusstheit und je mehr Du diese etablierst und je mehr Du dich damit auseinandersetzt und dich selber pflegst, desto weniger passiert's dir, desto seltener passiert's dir. Beziehungsweise Du hast dann auch, wenn Du Du Du kriegst dann auch die die Fähigkeit mit der Zeit, dass wenn son Automatismus anläuft, Du ihn stoppen kannst. Weil Ich glaub, das ist eine Fähigkeit, an die viele

Katharina:

wirklich schwierig. Ja. Also sich vorzustellen, ne, wenn man sich auch bewusst ist, man ja irgendwann ist das Fass voll und dann explodiert es und es es explodiert ja innerhalb von Millisekunden. Genau. Und dann wird man plötzlich laut und wild und wütend und Gott, was läuft da alles körperlich innerlich ab?

Susanne:

Genau.

Katharina:

Aber diese Zeit zwischen Triggerpunkt und Reaktion, die ist ja so kurz. Und ich glaube, es ist so schwer für ganz, ganz viele Menschen, für fast jeden, glaube ich, da rein zu grätschen und da kurz innezuhalten.

Susanne:

Ja, definitiv. Und

Katharina:

daran übst Du? Also? Ja. Wie wie wie kann man das machen? Ich

Susanne:

komm wieder auf die Achtsamkeit. Also es ist wichtig zu erkennen, wenn's losläuft. Wenn's natürlich über einen gewissen Punkt raus ist, das dann aufzuhalten ist sehr, sehr schwer. Es ist wichtig, den Anfang zu erkennen. So wo ah okay, jetzt geht's in diesen Weg rein, da könnte es schwierig werden.

Susanne:

Und in dieser Phase dann schon anzuhalten und ein Schritt zurückzugehen und einfach mal innezuhalten und vielleicht 5 tiefe Atemzüge nehmen und einfach mal gucken so, wie geht's mir gerade, was denk ich gerade? Moment, stopp. Aber es ist Arbeit und es ist schwierig und es bedarf wirklicher Übung. Aber wenn Du es begonnen hast und eine Weile praktizierst, dann wird's immer automatischer.

Katharina:

Ja, Training hilft da. Aber ich glaube auch, also wenn ich jetzt mal eine konkrete Situation schildere, ja, wenn jetzt eine 1 Ehepaar sich anfängt zu streiten und und die Frau streitet weiter und der Mann merkt, also was sind so die ersten Symptome? Wahrscheinlich merkt man innerliches innerliches Schimpfen, würd ich sagen, oder? Man wird irgendwie hibbeliger, gereizter, man fährt alles hoch vom oder würde ich so beschreiben. Dann merkt man ja, okay, gleich platze ich auch.

Katharina:

Mhm. Und dann zu sagen, Schatzi, wart mal kurz. Ich muss mal 3 Atemzüge nehmen. Ich ich geh mal kurz einen Schritt zurück. Also seien wir realistisch, ich glaub, das ist sehr selten der Fall.

Susanne:

Es ist sehr selten der Aber

Katharina:

was würdest Du dir wünschen, dass das so abläuft?

Susanne:

Es ist Auf jeden mir auch wünschen. Es ist auf jeden Fall, ja, es ist auf jeden Fall hilfreich. Wenn Du so ehrlich bist und sagst, Du Schatz, Du gehst mir jetzt dermaßen aufn Zeiger, wenn ich jetzt hierbleib, dann kommen wir ins Streiten und das möcht ich nicht. Ich geh jetzt einfach für 5 Minuten raus und dann komm ich wieder und dann können wir weiterreden. Ich mein, das ist zum Beispiel ein Weg.

Katharina:

Ja, also da diese Worte gefasst zu finden, ist, glaub ich, eine Herausforderung in sonem emotional aufgebrachten Natürlich. Moment. Ja, klar. Also ich hab auch die Tendenz, dass ich einfach gehe, aber halt ohne solche schönen Sätze vor

Susanne:

allen Dingen zu sagen.

Katharina:

Weil ich ich kann mich auch nicht streiten. Ich mag keinen Streit. Ich seh da nicht so viel Sinn drin im Streit und geh dem gerne unterwegs. Also wenn ich merke, es es fängt an zu brodeln, da hast Du recht, da hast Du auch schon recht. Ich merk das auch recht früh,

Susanne:

Mhm.

Katharina:

Dann geh ich. Dann geh ich, ja.

Susanne:

Ja. Du kannst

Katharina:

Aber es wurde mir schon häufig vorgehalten, dass das nicht der Weg ist.

Susanne:

Ich mein, wenn wenn wenn Du noch nicht kommunizieren kannst, dann kannst Du ja zum Beispiel mit deinem Partner im Vorfeld sagen, Du Schatz, wenn ich einfach geh, nimm das nicht persönlich, sondern ich mach das, einfach mit dir nicht zu streiten, weil ich möchte mit dir nicht, ich möchte dich nicht angreifen und nimm's nicht persönlich, ich geh einfach raus. Das tue ich nicht gegen dich, sondern ich tue das für uns. Und wenn Du das im Vorfeld kommunizierst hast und das dein Gegenüber das dann weiß, dann ist es ja auch eine ganz eine andere Situation.

Katharina:

Ja, stimme ich dir zu. Wahrscheinlich, geht's dir wieder, aber... Ja, aber

Susanne:

das ist so, ich mein, Kommunikation ist auch ein ganz, ganz wichtiger Weg. Und Du weißt es ja selber in

Katharina:

deinen Ja.

Susanne:

Ja, Kommunikation ist das a und o. Ja.

Katharina:

Ja. Also ich kommunizier zum Beispiel auch so, was so die Interpretation der Situation angeht, ja. Ich liebe es einfach so Perspektivwechsel in die Vogelperspektive, worum geht's hier überhaupt? Ja, genau. Ja?

Katharina:

Das einfach mal mit ein bisschen Abstand zu betrachten und meistens ist das Thema ja viel kleiner, als es sich grad anfühlt.

Susanne:

Ja, das ist das eine und zum anderen ist es auch oft so, dass viele verschiedene Sachen vermischt sind und dann durch diese Vermischung alles miteinander Ja. Ein Chaos gibt. Und wenn Du aber ein Schritt zurücktrittst, das aus der erst mal auseinandernimmst, ah Moment, das ist dein Part, das ist mein Part, das ist die Sache und keine Ahnung, das ist noch der Nachbar dazu zum Beispiel. So. Und wenn Du das schon mal klar hast, dann wird das einfach viel einfacher, damit umzugehen.

Katharina:

Mhm.

Susanne:

Weil dann kann ich sagen, okay, was gehört mir, was gehört dir und was gehört' Universum? Weil wo hab ich keinen Einfluss drauf?

Katharina:

Ah, okay. Das

Susanne:

Genau, also das nenn ich jetzt als Universum. Ja. Weil wo hab ich, genau, also weil ich kann bei mir kann ich beeinflussen, ich kann aber für dich nicht irgendwas entscheiden oder übernehmen oder Verantwortung übernehmen. Und das, was mir unbeeinflussbar ist und ich nenn's jetzt einfach vom Universum vorgesetzt wird, da hab ich überhaupt keinen Einfluss drauf. Da könnte ich mich natürlich dran abarbeiten, aber ist die Frage, bringt's das?

Katharina:

Es ist ja son bisschen auch, wenn man über Leistung nachdenkt, dass daran abarbeiten sone Sache, ne? Muss ich ich hadere sehr mit diesem Satz, sei niemals sei aber niemals zufrieden, sei dankbar, aber niemals zufrieden irgendwie. Genau, ich glaub, so ist er. Wo ich denke so, warum kann ich nicht auch mit dem, was ich habe, zufrieden sein? Warum soll das meine Leistung hemmen, noch mehr zu wollen, nur weil ich schon zufrieden bin?

Susanne:

Ja, es ist eine interessante Perspektive und ich sag's dir ganz ehrlich, ich mag diesen Satz nicht.

Katharina:

Ich auch nicht. Ich hab damit immer ein Problem.

Susanne:

Weil das weil weil wie definierst Du Zufriedenheit? Wie definierst Du mehr Leistung? Wie das ist eine reine Definitionssache. Und im Grunde geht's ja darum, was will ich und was will ich nicht?

Katharina:

Ja und dann wahrscheinlich auch, wie kann ich das, was ich nicht will beeinflussen? Genau. Oder?

Susanne:

So als nächster Schritt. Genau.

Katharina:

Das kann man sich fragen. Ja. Jetzt mal im Businesskontext übertragen. Wir waren ja jetzt gerade so ein bisschen eher beim bei der Krise in der Beziehung, im Streit Kontext. Im Business Kontext stehen ja irgendwie andere Krisen an.

Katharina:

Was gibt was würdest Du da überhaupt als Krise betiteln? Was ist überhaupt eine Krise für dich?

Susanne:

Ich würde sagen, die Krise ist eine Definition in jeder einzelnen Person.

Katharina:

Also Du meinst eine individuelle.

Susanne:

Eine individuelle. Und es gibt Menschen, die ertragen wahnsinnig viel und für die ist es keine Krise und die bleiben ewig handlungsfähig. Die sehen immer irgendwo einen Ausweg, immer irgendwo eine Lösung, wo andere Menschen dann einfach hergehen und ja zusammenbrechen oder tatsächlich auch kurz vorm Suizid stehen. Also das ist wirklich eine ganz, ganz individuelle Sache. Es kommt auf die individuelle Konstitution an, es kommt auf deine Gedanken an, es kommt auf die die Definition in dir, auf deine Glaubenssätze, auf deine deine ganze Erfahrung, auf das, wie Du dich selbst auch wahrnimmst.

Susanne:

Nehm ich mich selbst als handlungsfähig, als tatsächlich selbstwirksam wahr? Oder nehm ich mich wahr als Opfer, als ne? Ich denke, das da da das hängt sehr, sehr stark davon ab. Also von daher ist Krise eine ganz, ganz individuelle Sache.

Katharina:

Ich glaube, Gefühl von Kontrollverlust würd ich jetzt mal in die Krisenrichtung packen. Ja. Was viele bestimmt vielleicht auch dann kombiniert mit Hoffnungslosigkeit.

Susanne:

Hoffnungslosigkeit ja auch definitiv und ich fühle mich eben nicht handlungsfähig. Ich fühle mich gelähmt, ich fühle mich als... Also alles alles bricht über mich herein Und das ist eben diese diese ja der Kontrollverlust und das nicht handlungsfähig sein. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt, ja.

Katharina:

Wenn jetzt jemand zu dir kommt und absolut absolut in dieser Krise ist, in solch 1 Krise und sagt, hey, bei mir geht nichts mehr. Was ist das 1., was Du tust? Zuhören. Und

Susanne:

ich schau mir an, was ist das was ist das Problem dieser Person? Wie wie denkt diese Person? Wie fühlt diese Person? Und es ist ja ganz oft so, dass Du handlungsunfähig wirst, wenn Du, also wie gesagt, diese Sinnlosigkeit, wenn die auftritt, wenn Du sagst wofür und wenn Du keine Perspektive hast oder beziehungsweise wenn deine Perspektive so ist, dass sie sehr katastrophal ist. Und dann ist es ganz wichtig, diese Person von dieser von dieser imagin Zukunft in das ins Jetzt zu holen, weil jetzt in diesem Moment, was ist jetzt in diesem Moment?

Susanne:

Und das ist son ganz wichtiger erster Schritt, die Person wirklich ins Hier und Jetzt zu holen und zu sehen, jetzt in diesem Moment ist alles gut. Du kannst dich umschauen, es steht eben da drüben nicht der Säbelzahntiger und in den seltensten Fällen, natürlich gibt's Ausnahmen, wenn Du im Krieg bist oder irgendwas, das ist was ganz was anderes. Aber ich sag jetzt mal so im normalen Alltag, auch als Unternehmer, dann wirklich zu gucken, was ist jetzt in diesem Moment? Und das ist der allererste Schritt. Und dann auch wirklich, weil dann dann dann reduziert's auch die Gedanken, dann reduziert's diese Katastrophisierung, die ja dann wirklich der Treiber ist, wo es dich selber in die persönliche Krise noch mehr reinbringt.

Katharina:

Aber wenn ich gerade so eine Lebenskrise habe, dann würde ich ja schon auch in dem Moment sagen, ja, vielleicht sitze ich hier in halbwegs hoffentlich noch existierende Gesundheit unter einem sicheren Dach und natürlich, wir haben hier was zu essen und ich hab Geld genug, dich zu bezahlen, so ungefähr, ja. Aber zu Hause und in der Arbeit, da ist das und das und das und das und das. Und das kann man ja in dem Moment dann nicht wegreden. Ja, vielleicht ist eine wurde man grade verlassen oder ein Kind ist erkrankt. Mhm.

Katharina:

Es ist jemand verstorben. Ja. Dem Unternehmen geht's nicht gut. Man hat unfassbar finanzielle Ängste. Ja.

Katharina:

Dann kann man ja schlecht behaupten, in dem Moment ist alles gut.

Susanne:

Grundsätzlich sind die Sachen alle noch da. Ja. Natürlich. Aber jetzt genau in diesem Moment, es kommt auf die Sekunde drauf an. Jetzt genau diese Sekunde bin ich sicher.

Susanne:

Da ist nichts, außer es fliegt natürlich eine Bombe über mich. Und dann ist der Weg, also es geht ja darum, wirklich erst mal das System zu beruhigen, erst mal wirklich das Nervensystem zu regulieren, dass ich wieder in der Lage bin, klare Gedanken zu fassen und eben nicht Stresshormon gesteuert zu sein. Weil wenn ich, wenn wenn jetzt die ganzen Stresshormone, die die Herrschaft über mich übernommen haben, dann fokussiere ich mich genau auf diesen einen Punkt und das ist die Krise und das ist die Katastrophe und dann hab ich keinen, dann hab ich nur diesen Fokus dadrauf und dann sehe ich keine anderen Möglichkeiten mehr. Und das gilt's quasi runterzuregulieren, dass mein Fokus wieder aufgeht, dass ich wieder in der Lage bin, mehr Möglichkeiten zu sehen. Und aus dieser Ruhe und aus den erweiterten Möglichkeiten, da bin ich dann in der Lage zu sehen, ah Moment, okay, klar, mein Kind ist todkrank oder die Bank steht mir vor der Tür.

Susanne:

Und dann aber zurückzutreten und zu sagen, ah okay, ich habe aber jetzt die Möglichkeit kurzfristig dies zu machen oder das zu ändern oder wie auch immer. Also dann dann erweitert sich wieder der Fokus und die Handlungsfähigkeiten und die Möglichkeiten.

Katharina:

Aber es muss ja nicht immer auch Stress im Körper sein. Es kann ja auch Traurigkeit sein.

Susanne:

Ja, aber Traurigkeit löst auch Stress aus.

Katharina:

Ja, da ist es körperlich ähnlich? Weiß ich jetzt nicht. Also

Susanne:

Also es ist von den von den Es ist dann eine Kombination. Natürlich ist es Traurigkeit, klar, wenn Du jetzt, wie Du vorhin sagtest, wenn jetzt dein Kind krank ist, aber es löst ja in dir auch Stress aus, weil da ist ja auch Angst mit dabei. Ich hab Angst, mein Kind zu verlieren. Ja. Ja.

Susanne:

Also deswegen hast Du deswegen hast Du tatsächlich auch da die Stresshormone. Das ist dann was Kombiniertes. Also ist Du hast selten eine reine, klare Form von Angst oder eine reine klare Form von Trauer oder eine reine klare. Es ist meistens irgend' Mischung oder auch es ist oft Wut auch noch irgendwo mit drin. Ich hadere mit meinem Schicksal, was auch immer und dann hab ich Angst und Wut kombiniert wie auch.

Susanne:

Ja. Also von daher würd ich das nicht so nicht so strikt sehen.

Katharina:

Und machst Du das dann körperlich primär durch Atemübungen oder durch Bewegung oder wie holst Du die Leute dann erst mal in den Moment aus dem Stress raus?

Susanne:

Meine Lieblingsantwort kommt drauf an.

Katharina:

Die akzeptier ich ja nicht. Sag Beispiele. Genau.

Susanne:

Es kommt auf die Person drauf an, die vor mir sitzt. Es gibt Menschen, also ganz viele Menschen, die im Stress sind, haben eine sehr, sehr flache Atmung. Also die da ist da da ist einfach keine Atmung da. Ganz viele Menschen haben überhaupt keinen Zugang zu ihrem Körper mehr.

Katharina:

Ja, macht auch Sinn, ne? Stress.

Susanne:

Genau. Und ich mein Stress, Du kannst jemanden nehmen, der der Stress hat und Du setzt ihn, ich sag's jetzt überspitzt, auf eine auf ein Meditationsbänkchen, der wird's dir nicht hinkriegen, weil Du musst erst mal die Stresshormone abbauen. Du musst erst mal die Basis schaffen, damit die Person in einem Normalzustand wieder zurückkommt, dass das Nervensystem runterreguliert, dass einfach das Adrenalin abgebaut ist, das kannst Du relativ schnell machen, wenn Du einfach mal dreimal Block springst, aber auch das Cortisol wieder runterzubringen, was ein bisschen länger dauert. Und da kommt's wirklich auf die Person drauf an, wo was ist für die Person grade gut? Und da ist es wichtig einfach, dass ich dass ich das dass ich die Person sehe und dann einfach sie da abhole, wo sie sich grade befindet.

Susanne:

Das kann natürlich, es kann Atemübung sein, es kann tatsächlich auch irgendwelche Körperpsychotherapie, wie auch immer Du das nennen möchtest, Bewegung, exzessive Bewegung, Menschen mit Wut zum Beispiel. Es gibt so wunderbare kleine Bälle, Mhm. Die dann, wenn Du sie an die Wand wirst, da dran kleben bleiben.

Katharina:

Ja.

Susanne:

Und und so was. Also einfach die Wut ausagieren, das wirklich und da kommt's wirklich drauf an.

Katharina:

Ich dachte, jetzt hättest Du einen Boxsack bei dir im Praxis. Hätte ich cool gefunden. Einfach mal alles rauslassen.

Susanne:

Es gibt auch Kissen oder auch schreien oder auch in Wald gehen und das ist also wirklich, es gibt alle Möglichkeiten. Es kommt wirklich drauf an, was passt grade für diese Person.

Katharina:

Okay, und wenn ich dann das hinter mir hab, der Stress ist raus. Ja. Ich bin dann hoffentlich ein bisschen mehr wieder im Moment. Ja. Dann was ist der 2.

Katharina:

Schritt? Ich bin dann ja nicht sofort in' Selbstwirksam oder denken wir schon an, okay, was könnten wir an kleinsten Schritten machen? Oder arbeitest Du erst an' Akzeptanz? Akzeptanz

Susanne:

ist die Basis.

Katharina:

Ja, die finde ich nämlich jetzt auch erst mal sinnvoll. Genau.

Susanne:

Akzeptanz ist die Basis wirklich von allem, weil wenn Du wenn Du es irgendwie hinkriegst, also es muss ein Bewusstsein dafür da sein, was bewerte ich? Was finde ich schlecht, was finde ich gut, was soll sein, was lehne ich ab? Weil wenn Du einfach einen irgendwas weghaben willst, dann baust Du Druck auf. Und sobald irgendwo Druck da ist, dann dann dann hast Du keine Veränderung mehr. Und deswegen ist die Akzeptanz, die Wertfreiheit ist wirklich die Basis von allem.

Susanne:

Und da gilt's einfach, das anzugucken und auch das Bewusstsein mit meinem Klienten zu schaffen, wo befinde ich mich grade und da geht's dann weiter.

Katharina:

Ich glaube, für viele Menschen ist es unglaublich schwer, manche Dinge zu akzeptieren. Also überhaupt in die Akzeptanz reinzukommen, auch was die Vergangenheit vielleicht angeht mit den ja, was man auch ja, Traumatisches erlebt hat, das zu akzeptieren und nicht immer wieder hervorzuholen, obwohl es vielleicht vieles im Leben zerstört hat. Also ich ich denke, das ist ein ganz, ganz schwieriger Punkt. Also wie kannst Du den ein bisschen zerlegen? Also wie wie welchen Tipp würdest Du denn jetzt mal den Hörern mitgeben?

Katharina:

Ich glaube, jeder hat irgendein Beispiel im Kopf, wo man sagt, ja, das das fällt mir schwer zu akzeptieren.

Susanne:

Ja, natürlich, klar. Die ganze, also es gibt bei, ich glaub, ich kenn niemanden, der so was nicht hat.

Katharina:

Nee, glaub ich auch nicht, ja.

Susanne:

Genau. Und da gilt's einfach, sich das anzugucken und das auch ein bisschen auseinanderzunehmen. Zu schauen, was genau ist denn der Punkt, der mich wütend, traurig oder was auch immer macht? Einfach sich die Gefühle anzugucken, was löst das bei mir aus? Und einfach zu sehen, wenn ich jetzt das anders betrachten würde, was macht das dann mit mir?

Susanne:

Einfach da so mal ein bisschen. Ich mein natürlich ist, wenn Du wenn Du jetzt ein wirkliches Trauma hast, dann musst Du Dir professionelle Hilfe holen. Also das ist sehr sehr schwer, das alleine wirklich hinzukriegen. Aber wenn Du wenn Du so so bestimmte Dinge hast, wo Du einfach nicht akzeptieren möchtest, dann dann ist das der 1. Punkt, sich das wirklich mal genau anzugucken und dann und auch wenn ich wütend werd, dann nehm ich ein Kissen, werf's gegen die Wand und nehm das mal auseinander und dann überlege ich mir, warum bin ich denn überhaupt wütend?

Katharina:

Also ich bin jetzt ein bisschen neugierig tatsächlich. Ich würd das gerne mal an irgendeinem Beispiel durchspielen. Mir fällt grad selbst kein kein Beispiel an, aber ein aber was was ist denn, sag doch mal einen häufigen Fall, ich kann mich da, glaub ich, sehr gut reinversetzen, wenn Du sagst, okay, was fällt schwer zu akzeptieren? Was wollen wir denn mal nehmen?

Susanne:

Ablehnung in deiner Kindheit zum Beispiel.

Katharina:

Okay, also das okay, also mhm. Das ist ja dann schon etwas sehr, okay, sehr Reflektiertes, da muss ich ja schon mal hingekommen sein. Die äußert sich dann ja als Erwachsener als wie äußert sich die dann vielleicht? Ich fühl mich nicht wertvoll genug, ich fühl mich nie gesehen oder eher immer son bisschen benachteiligt.

Susanne:

Kann als Beispiel, als Beispiel. Ja, als Beispiel. Wie gesagt, das das das es ist alles sehr, sehr individuell. Deswegen sag ich, kommt drauf an. Aber jetzt zum kann man ja als Beispiel nehmen.

Katharina:

Also okay, meine Eltern haben sich, wir nehmen jetzt mal das Beispiel, Eltern haben sich scheiden lassen. Ich glaub, das kennen ja viele. Mhm. Also meine Eltern haben sich nicht scheiden lassen, sei mal vorweg gesagt. Aber und viele haben damit ja im Erwachsenenalter immer noch eine unterschwellige Thematik.

Katharina:

So. Weil entweder hat man gedacht, ich war daran schuld und man hat irgendwie oder ich musste dann irgendwas kompensieren, eine andere Rolle einnehmen in der Familie oder ich bin tief verletzt oder

Susanne:

Ist aber schon der nächste Schritt.

Katharina:

Okay, was kommt davor?

Susanne:

Davor kommt, mal zu gucken, so, meine Eltern haben sich getrennt. Und dann, was hab ich da jetzt fürn Gefühl dazu? Bin ich wütend? Bin ich traurig? Bin ich,

Katharina:

keine Ahnung, hab ich Angst? Dann bin ich wütend, sag ich jetzt mal.

Susanne:

Genau, ich bin wütend. So. Auf wen bin ich denn wütend? Bin ich auf mich wütend? Bin ich auf die Situation wütend?

Susanne:

Bin ich auf meine Eltern wütend? Worauf bin ich wütend?

Katharina:

Mhm. Wahrscheinlich auf ein 1 Elternteil, der

Susanne:

Wir nehmen jetzt ein wir nehmen jetzt mal ein Elternteil, was gegangen ist. So, genau. Und und da gilt's und und da kannst Du dann eben gucken, so, jetzt bin ich auf, ist ja egal, sagen wir mal, der Vater ist gegangen und ich bin jetzt auf meinen Vater wütend. Aber warum bin ich denn wütend auf meinen Vater? Was hat denn das in mir ausgelöst?

Katharina:

Ja, wahrscheinlich ja ganz viel hat das ja damals dann ausgelöst. Also die Familie stand dann ja so sozialgesellschaftlich anders da. Es waren plötzlich finanzielle Ängste im im Raum. Ich hab mich nicht mehr unterstützt gefühlt. Ich hab mich dann vielleicht nicht mehr gesehen gefühlt, nicht mehr geliebt gefühlt.

Katharina:

Ganz vieles, oder nicht?

Susanne:

Ja, klar.

Katharina:

Aber das zu akzeptieren?

Susanne:

Und dann einfach wirklich auch zu gucken, also das geht ja weiter, das ist ja das ist ja nur der 1. Schritt. Und schlussendlich ist es ja, also wenn Du quasi, wenn wenn wenn ein wichtiger Teil aus der Sippe in Anführungsstrichen weggeht, dann ist das ja auch was Existenzielles für mich. Weil als Kind bin ich ja angewiesen auf die Gemeinschaft, damit ich überlebe. Also das sind so ganz, ganz tiefe Sachen, wo Du's wirklich drauf zurückführen kannst.

Susanne:

Das das hat was im Grunde mit überleb ich oder überleb ich nicht zu tun.

Katharina:

Mhm. Ja, okay. Dann hab ich schon mal verstanden, ich hatte damals Ängste. Mhm. Weil's ja mein Leben so aus den Fugen geraten hat.

Katharina:

Genau. Aber trotzdem bin ich noch ganz weit weg, das zu akzeptieren.

Susanne:

Und der nächste Schritt ist dann zu erkennen, ist es denn heute immer noch so? Bin ich denn heute noch in dieser Abhängigkeit? Bin ich heute so selbstwirksam und kann Verantwortung für mich und mein Leben übernehmen? Und da dann einfach zu trennen, okay, das war früher, aber heute bin ich davon nicht mehr betroffen. Und wenn ich mich dann als selbstwirksam und als handlungsfähig erleb und sag, okay, ich bin davon nicht mehr abhängig, dann ist es möglich zu sagen, okay, es war damals so und es war nicht gut und es hat mich sehr, sehr viel gekostet, aber heute ist es eben nicht mehr so.

Susanne:

Und das ist dieser Schritt einfach zu erkennen, es war früher so, aber heute ist es nicht mehr so. Und dann fällt's mir leicht, das oder leichter, das zu akzeptieren. Wenn ich natürlich mit dem Weg hadere und sage, und ich kann nicht mehr und so weiter. Aber der wichtige Schritt ist zu erkennen, dass es mich heute in meinem Handeln und in meiner Verantwortung für mich und mein Leben nicht mehr trifft, weil ich bin nicht mehr abhängig.

Katharina:

Mhm. Ich meine, solche Themen kommen mir auf, wenn man irgendwie emotional schon merkt, dass man auch emotional abhängig ist. Vielleicht ja nicht mehr finanziell und ja, man ist ja erwachsen geworden, hat vielleicht eine eigene Familie. Aber emotional ist man noch nicht unabhängig.

Susanne:

Du meinst jetzt von den von den Eltern,

Katharina:

von der damaligen weil man immer noch verletzt ist.

Susanne:

Ja, natürlich. Und da gilt's dann eben auch, sukzessive hinzugucken. Aber wenn Du das schaffst, die Metaebene einzunehmen und das erst mal wirklich zu sortieren, also eben diese Klarheit, diese einzelnen Baustellen, was gehört mir, was gehört den anderen, das wo wir vorhin schon mal drüber gesprochen haben, was kann ich beeinflussen, was kann ich nicht beeinflussen? Und dann, wie Viktor Frankl ja gesagt hat, das Einzige, was ich ändern kann, bin ich selbst. Und dann kann ich gucken, möcht ich in diesem Zustand weiterhin bleiben oder identifiziere ich mich nicht mehr mit diesen Gefühlen, lass ich's mach mich nicht mehr abhängig davon?

Susanne:

Natürlich ist das nicht einfach. Also ich kann nicht hergehen und sagen so, wupp, ich entscheide das jetzt mal, aber deswegen gibt's ja auch uns, mit denen man so da dran arbeiten kann. Und Du hast auch häufig selber nicht unbedingt den Blick da drauf. Deswegen ist es schon hilfreich, wenn Du dir jemanden suchst, der sich damit auskennt und der mit dir arbeitet und der einfach dir das spiegelt beziehungsweise dir dann auch den den sicheren Raum gibt, wo Du dich selber explorieren kannst. Also das ist auch ganz wichtig.

Katharina:

Ja, also ich glaube in jeglichen Formen von Krise wäre es toll, wenn man loslassen kann, wenn man wenn man akzeptieren kann, ja, wenn man es annehmen kann als etwas, was man nicht mehr ändern kann. Das ist ja alles erstrebenswert, aber fürchterlich schwer.

Susanne:

Niemand hat versprochen, dass es leicht wird.

Katharina:

Aber hast Du zum Thema Loslassen akzeptieren hast Du da ein, ja, ich weiß nicht, ein 1 Tool, einen Weg, ein Gedanke, eine Frage?

Susanne:

Also ich persönlich bin kein Fan des Wortes Loslassen.

Katharina:

Und

Susanne:

ich sag dir auch, warum. Denn es sind Dinge, Emotionen, Gedanken, Mechanismen in dir, weil sie irgendeinen Zweck erfüllen.

Katharina:

Ja, alles ist für irgendwas gut.

Susanne:

Ja, sie ja sie erfüllen einen Zweck. Also die die hast Du dir, ich sag jetzt mal zum Beispiel als Kind angewöhnt, Ja. Weil es dir das Überleben mehr oder minder gesichert hat. So und dieses Ding ist dir nicht bewusst, sondern Du handelst einfach so. Aber irgendwann, wenn Du erkennst, ich bin jetzt erwachsen, ich bin jetzt wirklich hab die Verantwortung für mich selber, ich übernehm die auch, ich bin handlungsfähig, dann ist diese dieser Mechanismus von früher obsolet.

Susanne:

Und sobald ich das erkannt hab, verschwindet der von selber. Also ich dieses dieses Loslassen klingt so aktiv. Mhm. Ja. Also so, ich würde mich dafür entscheiden, dass ich das jetzt loslasse, so und dann bist Du weg.

Susanne:

Das ist aber dieses dieses aktiv entscheiden ist im Grunde nichts anderes als ich will dich weghaben. Ja. Und das ist wieder dieser Druck. Deswegen bin ich kein Fan von dem Begriff loslassen. Ich entscheide mich fürs Loslassen, sondern ich schaffe die Basis, dass es das, was jetzt nicht mehr dienlich ist, einfach geht.

Katharina:

Mhm. Ja, das ist erstrebenswert und nicht einfach.

Susanne:

Es ist die Arbeit.

Katharina:

Ja. Was kann man für sich selbst tun, da jetzt auch mal ohne Therapeut oder Coach ein bisschen weiter hinzukommen? Fang an, jeden Tag, im

Susanne:

besten Falle dreimal, dir 3 Minuten Zeit zu nehmen, dich hinzusetzen und wirklich zu spüren, wie geht's mir grade? Was denk ich grade? Wie ist meine Atmung? Ist was ganz was Wichtiges? Hab ich eine flache Atmung?

Susanne:

Hab ich eine tiefe Atmung? Weil meistens fängt's wirklich mit der Atmung an, so diese diese ganz flache Atmung. Und dann einfach mal aktiv dreimal ganz tief ausatmen und dann zu gucken, wie geht's mir jetzt? Wie geht's mir danach? Ist es mit meinen Schultern oder hab ich irgendwo im Körper, ist es warm, ist es kalt, ist es tut mir was weh?

Susanne:

Oder wie angespannt sind meine Muskeln? Und das ist für mein Empfinden wirklich so die Basis überhaupt einfach dreimal am Tag wirklich innezuhalten und zu gucken, wie geht's mir grade? Was ist grad los?

Katharina:

Mhm. Ist das etwas, wo Du sagst, damit fängt's an, die Krisenkompetenz zu stärken?

Susanne:

Ja, klar. Weil damit damit erfasst Du den Zustand, deinen Zustand und damit wird dir bewusst, wie geht's mir gerade, was mach ich gerade und dann kannst Du das weiter und dann kannst Du, wenn's dir wirklich bewusst ist, dann schaffst Du's irgendwann mit Übung auch dein Nervensystem zu regulieren und auch wirklich, wenn Du sehr aufgeregt bist oder Angst hast oder irgendwas, dann einfach mal zu gucken, so, wenn ich mich jetzt hinsetz und tatsächlich auch, also was was zum Beispiel eine gute Übung auch ist, wenn ich wenn ich Angst hab, dass ich mich bewusst hinsetze und ganz langsam meinen Kopf dreh und im Raum umherschau, weil schon allein die Bewegung der Nackenmuskulatur das Ganze beeinflusst. Und ich erkenne dann aber auch gleichzeitig, hier sitzt kein Säbelzahntiger. Und das reguliert dann schon auch mal das Nervensystem wieder runter.

Katharina:

Und das

Susanne:

sind so Kleinigkeiten. Also es ist wirklich, es ist diese Achtsamkeit dessen, was ist.

Katharina:

Wie kann ich noch meine Krisenkompetenz im Alltag stärken, auch wenn ich grade keine Krise habe? Aber ja, vielleicht unterschwellig denke, irgendwann hat ja jeder seine Krisen. Ich will ich will mich nicht unterkriegen lassen. Ich möchte mich da ja einerseits ein bisschen drauf vorbereiten, aber irgendwo prophezeit man dann ja auch die Krise, dass sie kommt, gell. Ich weiß gar nicht, ob das so gut ist.

Susanne:

Na ja, sagen wir mal so, prophezeien würd ich's jetzt nicht nennen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass eine Krise kommt, ist jetzt nicht sehr gering. Ja. Ich würde jedem ich würde jedem wünschen, dass er keine hat, aber die Chance, dass wir Menschen in unserem Leben krisenfrei bleiben, ist doch sehr gering.

Katharina:

Ja. Okay, aber wie kann ich jetzt noch auch vielleicht ist es ja auch eine geplante Krise bei manchen, wo man sagt, hey, ich habe irgendwie einen Ausstieg vor, der wird auf riesige Widerstand stoßen. Da muss ich mich mental für wappnen und gestärkt sein.

Susanne:

Ist denn das dann meine Krise oder ist es die Krise der anderen?

Katharina:

Vielleicht löse ich damit ja eine Krise aus.

Susanne:

Ja, aber gehört die dann mir oder gehört die den anderen?

Katharina:

Steckt sich das nicht aneinander an, wenn man sich wenn man füreinander Empathie empfindet?

Susanne:

Also wenn Empathie ist aber wieder was anderes.

Katharina:

Ja, wenn ich wenn ich mitfühlend bin, wenn ich mitfühlend bin, dann ist doch die Krise, auch wenn ich sie selbst auslöse, auch irgendwo dann plötzlich zu meiner Krise geworden.

Susanne:

Wenn ich sie zu meiner mache, ja. Das ist wieder die Frage, wem gehört was? Natürlich steige ich aus und ich bin dann unter Umständen der Auslöser der Krise 1 anderen Person. Aber es ist nie aber dadurch stecke nicht ich automatisch in der Krise. Da ich stecke nur in der Krise, wenn ich die Krise des anderen zu meiner mach.

Katharina:

Mhm.

Susanne:

Ich kann für den anderen dann da sein, ich kann sagen, ich versteh das, dass ich dir in dir jetzt eine Krise ausgelöst habe und ich bin für dich da. Ich kann ja auch ich kann ja Mitgefühl, also nicht mit Leid, sondern Mitgefühl für die andere Person haben, ja, und ich kann sagen, Du, ich helf dir. Aber deswegen ist es ja noch lange nicht meine Krise. Sondern ich hab mich dafür entschieden, weil ich das nicht mehr machen möchte, deswegen geh ich. Und das ist das ist eben das, was ich vorhin auch gemeint hab, mit wem gehört was?

Susanne:

Und da wirklich ganz klar das auseinander zu zu differenzieren. Differenzieren, genau. Zu gucken, wofür bin ich denn zuständig? Natürlich löst kann das sein, dass ich in anderen eine Krise auslöse, aber es ist die Krise der anderen und nicht meine. Das klingt hart?

Katharina:

Ja, ja, und vor allem es klingt so, oh Gott, also es ich hab da schon ein bisschen Mitleid dann. Auch wenn's von mir ausgelöst worden. Also wenn ich denke, hey, das sind mir aber Personen... Mitleid oder mit Gefühl? Nee, ich glaube mit Leid.

Katharina:

Ich hab eben schon die ganze Zeit drüber nachgedacht, aber nee, ich ich glaube Mitleid ist bei mir, wenn ich mir das so vorstelle.

Susanne:

Ja, kann dann ja, das kann das kann natürlich passieren, aber das das ist eben die Frage. Möchte ich mitleiden? Fühl ich mich schuldig? Warum leide ich denn mit? Ich fühle mich schuldig.

Susanne:

In dem Fall ist es das Schuldthema.

Katharina:

Ah, ist interessant. Mhm.

Susanne:

Weil ich fühle mich schuldig, dass der andere leidet.

Katharina:

Ja? Also weiß ich, also ich stolpere da jetzt innerlich, weil ich fühle mich sehr, ich sag auch immer, wenn dich jemand anschreit, Ja. Dann hat er grad ein Thema. Ja. Mach das Thema nicht zu deinem.

Katharina:

Ja. Ja. Und wenn ich das dann weiter runterbreche und denke, ja, man kann sich ja schon vielleicht einfach, damit es hilft, das nicht persönlich zu nehmen, Mhm. Mach ich ganz gerne das Spiel. Stell dir doch einfach mal, denk dir doch Gründe aus, was diesem Menschen widerfahren ist, dass er sich jetzt nicht emotional bändigen und halten kann.

Katharina:

Er kann nicht professionell bleiben. Er kann nicht souverän bleiben. Und wenn ich mir dann innerlich eine Geschichte ausdenke von wegen, okay, vielleicht hat der grade Megadruck zu Hause. Vielleicht hatte der ja grade einen Anruf Mhm. Und wurde selbst auch in die Pfanne gehauen und fühlt sich grade ganz klein mit Hut oder muss irgendetwas kompensieren oder was und hat einfach im Leben noch nicht gelernt, was es heißt, Anstand und professionell zu handeln unter Druck.

Katharina:

Mhm. Dann tut mir das leid für den. Ich hab dann Mitleid mit ihm. Und es ist ja nicht meine Schuld.

Susanne:

Nee, es ist nicht deine Schuld. Es ist aber die die Frage, aber irgendwas löst's ja in dir aus. Es löst ja was in dir aus, weil sonst würdest Du nicht quasi ins Außen zu der anderen Person gehen und dir innerlich irgendwie eine Rechtfertigung oder eine Erklärung zurechtlegen, dich selber nicht angegriffen zu fühlen?

Katharina:

Na ja, ich seh es als Weg zu 1 Grundhaltung, sich so was generell gar nicht erst immer ja, zu Herzen zu nehmen, weil man, ich finde, sone innere Fantasiegeschichte, sag ich jetzt mal, hilft dabei, das zu akzeptieren.

Susanne:

Es ist ein Hilfsmittel.

Katharina:

Genau. Es ist Hilfsmittel. Das ist so genau, so typisch Mentaltraining, ja? Ja. Da arbeiten wir mit solchen inneren Bildern, wo ich sag und inneren Geschichten, die man sich erzählt, die dann einfach dir in dem Moment Halt geben, das besser besser und souveräner zu händeln, die Situation.

Susanne:

Es ist eine Möglichkeit, genau. Im im Grunde ist es die Möglichkeit zu erkennen, ist es seins oder ist es meins?

Katharina:

Genau. Und wenn ich das häufig genug gemacht hab, dann weiß ich, irgendwann hab ich von der Grundhaltung her weiß ich, das ist ist nicht meins. Genau. Und dann brauch ich auch diese Geschichten nicht mehr innerlich abspielen.

Susanne:

Es ist ein, genau. Es ist ein Weg dahin zu erkennen, es ist seins und nicht meins. Ja. Genau. Und es nicht persönlich auf sich zu beziehen, sondern es wirklich bei der anderen Person zu lassen.

Susanne:

Mhm. Und das ist ein Weg dahin, sich sone Geschichte zu erzählen, ja. Genau.

Katharina:

Genau, okay. Nur zum Thema, weil da empfinde ich schon dann irgendwie bin ich da sehr mitleidig irgendwie, weiß ich nicht. Spannend. Wenn jetzt Menschen extrem unter Druck stehen. Ja.

Katharina:

Das ist ja auch in der Krise häufig der Fall. Mhm. Hast Du zum Thema Druck ja irgendeinen Gedanken, wo Du sagst, wie kann man den vielleicht mal ins Rechte rücklenken, dass man sich nicht erdrückt fühlt?

Susanne:

Wie definierst Du Druck?

Katharina:

Ich bin ja jetzt dazu geneigt, das kommt drauf an. Aber ich probier's nicht. Na ja, wenn ich jetzt einfach mal an Sportler denke, die sagen, da wird von außen etwas verlangt, ja, Sponsorengelderprämien oder irgendetwas, ob's Ansehen ist, rein emotional oder auch tatsächlich ja, sehr konkret vertraglich vereinbart, ja. Die Erwartungshaltung Die Erwartungshaltung, ja.

Susanne:

Genau. Massive Erwartungshaltungen von außen.

Katharina:

Ja. Genau. Ich glaub, das spüren ja viele unberechtigt

Susanne:

hoch, aber spüren viele. Ja, natürlich spüren das viele und da dann einfach wirklich zu gucken, dieser da kommt's wieder drauf an, eben das auseinanderzunehmen. So dieser dieser Erwartungsdruck von außen, mach ich den zu meinem? Ist es auch mein Erwartungsdruck an mich? Ja.

Susanne:

Und da wirklich das genau anzugucken, will ich dem entsprechen und wenn ja, warum? Damit ich, keine Ahnung, gemocht werde, nicht schlussendlich aus der Herde ausgestoßen werde. Das ist so so so das sind so schlussendlich kannst Du alles oder fast alles auf Angst oder Liebe runterbrechen. Also die die die Grund die Grundmotivation, irgendwas zu tun 1 Menschen ist Liebe oder Angst.

Katharina:

Mhm. Sehr schön. Okay, aber ich ich hab jetzt mehrere Gedanken. Ich komm gleich noch mal zu der Liebe und der Angst. Aber Mhm.

Katharina:

Zum Thema Druck noch. Ja. Ich hatte jetzt grade innerlich ein Bild vor mir, wenn ich ich ich wenn ich mich fühle wie ein Nagel in der Wand. Ja. Und da sind ganz viele Hammer mich herum und die kloppen auf mich ein.

Katharina:

Mhm. Schön und gut, dass ich nicht der Hammer bin. Ich bin ja auch der Nagel, aber trotzdem kloppen die auf mich ein. Ja

Susanne:

gut, das ist natürlich ein das ist natürlich ein interessantes Bild. Das heißt, Du siehst dich als gefangen. Du siehst dich als ausgeliefert und Du siehst dich als nicht Auch es

Katharina:

selbst gewählt ist, ne. Nehmen wir noch mal den Sportler, der einfach, er macht es leidenschaftlich. Er macht es sinnerfüllend. Ja. Und dann kriegt er zu hören, hey, wenn Du jetzt in den nächsten 3 Rennen nicht das und das ablieferst, dann fliegst Du ausm Kader, fliegst Du aus der Mannschaft.

Katharina:

Dann ist er selbst gewählter Nagel, aber da sind, ja, da kommt ein Hammer und hämmert auf ihn ein. Und das kann ja wehtun. Das Das macht enorm Druck.

Susanne:

Auf jeden Fall. Und da können auch die Funken fliegen.

Katharina:

Genau. Also das ist und dann wird wird der Druck schon zu seinem auch.

Susanne:

Er macht den Druck dann zu seinem.

Katharina:

Ja, wie schaff ich denn, das nicht zu tun? Weil es geht ja meine Person.

Susanne:

Ja, das im Vorfeld. Und da kommt's wirklich drauf an, dich zu kennen, deine Mechanismen zu kennen, deine wirklichen ja auch Bedürfnisse, Haltungen, Werte und auch deinen Antrieb zu kennen. Weil wenn Du dich für, es klingt jetzt sehr theoretisch, wenn Du dich für für was entscheidest und sagst, das zieh ich jetzt bis zum Schluss durch Und dann kommen von außen noch viele Menschen, die Druck auf dich üben ausüben. Ich mein, Du hast immer die Möglichkeit zu sagen, nein. Aber Du erlaubst dir in dem Moment nicht nein zu sagen, weil Du denkst, es müsste so sein.

Katharina:

Es ist so Vielleicht

Susanne:

will ich's

Katharina:

ja auch selbst.

Susanne:

Ja, vielleicht möcht

Katharina:

ich's Genau.

Susanne:

Aber dann kommt der Druck auch von dir mit. Dann kommt der Druck nicht mehr zu von außen, sondern dann übernimmst Du das und sagst und machst dir selber den Druck. Das ist quasi der übernommene Druck von außen.

Katharina:

Mhm. Und das zu Ja, okay. Dann ist es ja auch, ist es ja meistens in den meisten Fällen auch, ob im Unternehmen oder im Sport.

Susanne:

Ja, genau.

Katharina:

Okay, dann ist es schon mal mein Druck. Ja. Und dann?

Susanne:

Und dann? Wie Viktor Franklich sagt, das Einzige, was ich ändern kann, bin ich selbst und mich selber, aber immer. Und dann kommt's wirklich auch drauf an auf die Interpretation meiner Wahrnehmung und also das das ist ganz vieles wirklich, wie Du vorhin auch sagtest, dass Du am dass auch Sportler eben am Mindset arbeiten, also dieses abgegriffene Wort, aber da ist schon was dran. Und und es kommt wirklich immer auf die Einstellung drauf an, was mach ich damit? Was mach ich mit den Gedanken?

Susanne:

Was lösen die bei mir aus und wie geh ich mit denen Identifiziere ich mich mit denen? Ja. Oder bin ich in der Lage, mich ein bisschen zu distanzieren und zu sagen, ist der Gedanke wirklich dienlich oder eben nicht?

Katharina:

Ja, es ist auch so der Abstand zwischen, bin ich genauso viel wert, wenn ich das jetzt nicht schaffe, ne? Das ist ja schon mal so von der Annahme her, wenn man das wirklich bejaht, dann ist ja auch schon viel passiert. Ne? Sich da ein bisschen raus aus dieser einen Rolle zu nehmen, zu sagen, hey, das Leben ist noch viel breiter und weiter.

Susanne:

Es hat viel mit Selbstwert zu tun, ja, genau.

Katharina:

Wenn Du sagst, alles kommt aber aus der Liebe und der Angst. Jetzt fiel eben noch Selbstwert und das Wort und wir hatten ja auch schon über Sinn gesprochen. Wie steht denn das so in Verbindung? Was was passiert aus Liebe? Was passiert aus Angst?

Katharina:

Muss da nicht noch der Sinn hinzu? Also der Sinn,

Susanne:

wie Du vorhin selber sagtest, lässt alles. Also dieses, wenn Du ein Warum hast, dann ist Er trägst Du jedes Wie. Genau, er trägst Du jedes Wie.

Katharina:

Und Aber das Warum mach ich aus Liebe oder aus Angst?

Susanne:

Also die die Angst, also im Grunde geht's wirklich die ureigenste Angst, werde ich ausgestoßen aus der Sippe und überlebe oder nicht? Ja. Und Du kannst es natürlich jetzt son bisschen skalieren und sagen, mag mich meine Frau noch, sieht mich mein Sohn noch als adäquaten Vater an, wie auch immer. Und aus Liebe, damit meine ich die unkonditionierte Liebe, das ist also wirklich aus aus aus tiefster Liebe zum Beispiel gegenüber kennt jeder sein Kind. Dafür würden Eltern fast alles machen.

Susanne:

Genau. Und das ist der Antrieb. Ich mein, Du stebst jeden Morgen auf, dein Kind überleben zu lassen. Du arbeitest, dein Kind überleben zu lassen, weil Du tust alles dafür, dass es leben kann.

Katharina:

Ach so, Du meinst, also der Antrieb ist meistens aus Liebe oder aus Angst Ja.

Susanne:

Ja. Das ist der Antrieb. Das ist der Grundantrieb.

Katharina:

Ist natürlich aus Liebe ein schönerer Antrieb als aus Angst, gell?

Susanne:

Grundsätzlich ja. Aber leider passiert sehr viel aus Angst.

Katharina:

Ja, das denke ich mir, meistens andersrum. Genau. Ja. Ach, sehr schön. Siehst Du ein Thema, noch ein Kapitel quasi in Sachen Krisenkompetenz, den wir noch gar nicht beleuchtet haben?

Susanne:

Wir haben sehr viel beleuchtet. Und es wäre schön, wenn Krisen oder Handlungsfähigkeit in Krisen mehr Beachtung fände und mehr ja, einfach mehr Auseinandersetzung, mehr in der Diskussion. Weil wir wir wir sind in der heutigen Zeit, jeden Tag kommt in den Nachrichten irgend eine neue Krise. Aber wir nehmen so dieses, wir nehmen das so als als als gegeben, als unausweichlich, dass das dann in' Katastrophe enden muss. Und ich glaube einfach den allgemein den Blick auf eine Krise nicht als schicksalshaft und und nicht beeinflussbar zu sehen.

Susanne:

Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Aspekt dabei.

Katharina:

Geht dann eher in die Richtung selbstwirksam, ne? Was kann ich dafür tun? Ich muss das nicht alles so, oder?

Susanne:

Genau, ich bin ich hab selber die Möglichkeit, natürlich kann ich's nicht verhindern, dass es irgendwelche Umstände gibt. Aber wie verhalte ich mich in der Krise und kann ich sie durch mein Verhalten vielleicht abmildern und kann den Ausgang ein bisschen positiv beeinflussen oder kann ich sie durch mein Verhalten komplett in die Katastrophe laufen lassen?

Katharina:

Mhm.

Susanne:

Und einfach dieses dieses ausgeliefert sein ist es nicht, sondern Du hast viel mehr selber in der Hand, als Du glaubst.

Katharina:

Das ist schön. Schöne schöne Worte zum Ende. Wir stellen unseren Gästen immer am Ende eine Frage, und zwar, wenn Du dir vorstellst, dass Du für 30 Sekunden ein Mikrofon in der Hand hast und die ganze Welt hört dir zu. Du hast also 30 Sekunden lang Zeit, etwas jedem Menschen mitzuteilen. Was wäre das?

Susanne:

Dass der Mensch größer ist, als er im Allgemeinen annimmt und dass er keine Angst vor seiner eigenen Größe haben darf. Das finde ich, ist was ganz was Wichtiges, dass dieses diese diese Glaubenssätze nenne ich mal, ich bin nichts wert, ich kann nichts, was auch immer, dass es wirklich nur Glaubenssätze sind. Wir Menschen sind wirklich großartig und wir sind handlungsfähig und wir haben so viel mehr in der Hand, als wir uns selber zugestehen.

Katharina:

Sehr schön. Liebe Susanne Strobel, es war sehr, sehr schön und interessant, dich als Gast hier zu haben. Vielen Dank, dass Du da warst.

Susanne:

Liebe Katharina, vielen Dank für dieses tolle Gespräch.

Intro/Outro:

Das war Goldrausch. Anders glücklich leben. Danke, dass Du dabei warst. Katharina, Sebastian und ihre Gäste freuen sich, wenn Du den Podcast abonnierst und die Reise weiter mitgehst.