Schön & Wider.

S/W035 Um 3 Uhr aufgestanden, um 10.30 Uhr beim Notar: Thomas hat mit Veit, Daniel Hupfauf und seiner Schwester Teresa Die schwarze Zunft GmbH gegründet – keine Fusion, sondern eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft mit einer Kalkulationsengine, die Offset, Toner, Heißfolienprägung und Klebebindung in fünf Sekunden durchrechnet. Die unbequeme Stelle ist nicht die Technik: Onliner sind auch deshalb erfolgreich, weil sie dem Kunden vorselektieren, welche Kombinationen funktionieren – genau das wollten die drei nicht. Und was passiert, wenn die Briefpapiere, die heute Thomas' SM52 auslasten, plötzlich woanders laufen? Veit: Wenn ich so drüber nachdenke, kriege ich fast ein bisschen Schiss.

Hosts:
Veit Rudolph
https://www.linkedin.com/in/veit-rudolph-407622292/
https://www.rudolphdruck.de/

Thomas Karcher
https://www.linkedin.com/in/thomas-karcher/
https://bittebesonders.de/


What is Schön & Wider.?

Schön & Wider. - der Podcast über die deutsche Druckindustrie. Alle zwei Wochen sprechen Veit Rudolph (Rudolph Druck) und Thomas Karcher (Butz & Bürker) über den State of the Print Industry: Digitaldruck und Inkjet, Papierpreise und -beschaffung, Online-Print, Automatisierung und KI, M&A und Branchennews, Mitarbeiterführung, Prozesse und Kalkulation. Meinungsstark und praxisnah - aus der Branche für die Branche.

Veit Rudolph: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Schön & Wider, dem Podcast für die Druckindustrie.

Veit Rudolph: Grüß dich, Thomas.

Thomas Karcher: Grüß dich, Veit.

Veit Rudolph: Heute in echt und in Farbe sitzen wir gegenüber bei uns auf der Terrasse.

Thomas Karcher: Mit wunderschönem Ausblick auf den Baggersee.

Veit Rudolph: Ja, wie geht's dir?

Thomas Karcher: Ganz ehrlich, ich bin fix und fertig.

Veit Rudolph: Wieso?

Veit Rudolph: Was hast du hier getrieben?

Veit Rudolph: Warum bist du hier bei mir, Thomas?

Veit Rudolph: Was hast du?

Thomas Karcher: Also erstmal bin ich um 3 Uhr aufgestanden, um 7 Uhr hier da zu sein, weil wir um 10.30 Uhr gemeinsam mit Daniel und meiner Schwester Teresa einen Notartermin hatten.

Thomas Karcher: Das ist der Grund, weshalb wir hergekommen sind, neben vielen, vielen anderen Themen, die wir heute noch mit bearbeitet haben.

Thomas Karcher: Und deswegen...

Thomas Karcher: Bin ich eigentlich gar nicht so arg in Podcast-Mood.

Thomas Karcher: Also es ist vielleicht, liegt es an der Uhrzeit, es nicht 6.30 Uhr ist, vielleicht liegt es daran, dass mein Gehirn irgendwie nicht mehr mitmacht.

Thomas Karcher: Ja, deswegen haben wir gesagt, jetzt setzen wir uns hier auf die Terrasse und unterhalten uns einfach mal.

Veit Rudolph: Genau, wir hatten heute einen anstrengenden Tag und er geht auch noch weiter.

Veit Rudolph: Wir machen jetzt kurz...

Veit Rudolph: Kurz Pause und dann geht es nochmal in die Detailarbeit.

Veit Rudolph: Wir haben gegründet und zwar,

Thomas Karcher: Die schwarze Zunft GmbH.

Veit Rudolph: Die schwarze Zunft GmbH, die zum Ziel hat, die Vertriebskapazitäten zusammenzulegen.

Thomas Karcher: Genau, richtig.

Thomas Karcher: Ich meine, wir arbeiten ja schon eng zusammen und haben dieses Kooperativ.

Thomas Karcher: Operationsthema ist ja schon irgendwie auch mein Thema und hab da ja auch schon den einen oder anderen Vortrag dazu gehalten.

Thomas Karcher: Und wir haben das ja hier auch im Podcast schon besprochen, dass

Thomas Karcher: Kooperation, wenn man ein Thema ist, wo für alle irgendwie logisch ist, aber so richtig konsequent, wird es dann selten gemacht.

Veit Rudolph: Ja.

Veit Rudolph: Und es soll jetzt hier auch gar keine Werbeveranstaltung sein.

Veit Rudolph: Wir wollen einfach mal kurz berichten, was uns dazu bewegt hat und auch wie sinnvoll es überhaupt heutzutage ist, irgendwie nochmal in der Druckbranche durchzustarten.

Thomas Karcher: Ja, ich meine, wir haben das schon auch diskutiert, wie viel wollen wir über dieses gemeinsame Projekt sprechen, weil dieses Projekt hat nichts mit diesem Podcast zu tun.

Thomas Karcher: Und wir wollen hier Einblicke geben in unseren Druckeralltag, in die Dinge, die uns hier irgendwie beschäftigen.

Thomas Karcher: Und in den letzten Wochen...

Thomas Karcher: Habe ich mich mit wenig anderem beschäftigt.

Thomas Karcher: Und deswegen ist in meinem Kopf gerade wenig anderes drin.

Thomas Karcher: Aber ich glaube, dass die Ideen, die wir jetzt wirklich nicht erst seit gestern haben, vielleicht doch auch mal diskussionswert sind.

Thomas Karcher: Ja, was glaubst du, braucht es heutzutage, um sich...

Thomas Karcher: Als Druckerei irgendwie noch am Markt zu behaupten.

Thomas Karcher: Also ich glaube, dass du ein gewisses Skillset brauchst.

Thomas Karcher: Das ist jetzt sehr allgemein gesagt.

Thomas Karcher: Was will ich damit sagen?

Thomas Karcher: Wir haben uns ja in der Nische Veredelung positioniert und sind in dieser Nische auch erfolgreich.

Thomas Karcher: Und ich habe eine Idee gehabt, dass...

Thomas Karcher: Ich auch für andere Druckereien, vor allem in die Lohnveredelung möchte und habe deswegen vor allem in Veredelungskapazitäten investiert und wenig in Druck.

Thomas Karcher: Das heißt, ich habe mit meiner SM52-4 und zwei Trockenbuden am Schienen, bin ich so lala aufgestellt.

Thomas Karcher: Das kann man, glaube ich, sagen.

Thomas Karcher: Also klar, wir kriegen Qualität raus, aber technologisch gewinnst du damit keinen Blumentopf mehr.

Veit Rudolph: Aber jetzt bist du eigentlich aufgestellt wie viele von unseren Kollegen.

Veit Rudolph: Ähnlich waren wir auch aufgestellt, bis auf die Heißfolie, würde ich machen.

Thomas Karcher: Ja, weiß ich nicht.

Thomas Karcher: Also die Idee war, also die Überlegung ist ja eigentlich ganz einfach gewesen.

Thomas Karcher: Du hast im Drucken, also im eigentlichen Druckprozess, wenn es nicht das Produkt herstellen, sondern wirklich diesen Druckbestandteil, hast du die höchsten Investitionskosten, die höchste Vergleichbarkeit und den niedrigsten Deckungsbeitrag.

Thomas Karcher: Deswegen war für mich eigentlich die Strategie zu sagen,

Thomas Karcher: Ich positioniere mich da vor und danach.

Thomas Karcher: Beratung, Veredelung und Druckbestandteile kaufe ich ein.

Thomas Karcher: Das tue ich ja offensichtlich bei dir auch schon seit einer ganzen Weile.

Thomas Karcher: Und jetzt stellt sich aber heraus, dass ich diese Art und Weise, dass sie an Grenzen stößt, weil du sehr, sehr viel plötzlich in bürokratischen Prozessen festhängst.

Thomas Karcher: Ich gar nicht so arg viele reine Lohnveredelungsjobs bekomme.

Thomas Karcher: Also ich habe wahnsinnig viele Druckerei-Kunden, bin dafür sehr dankbar, aber die allermeisten wollen von mir nicht einen veredelten Druckbogen zurückhaben, sondern ein fertiges Produkt.

Thomas Karcher: Und wenn meine Kette von Forschung

Thomas Karcher: Stufe, also Beratung, Vorstufe, dann Druck, wo ich jetzt eine Schwachstelle habe, bis wieder die Veredelung läuft, dann brauche ich Druckbestandteile und ich kann es mir aber gerade tatsächlich auch nicht leisten, hier Kapazitäten aufzubauen.

Thomas Karcher: Du hast diese Kapazitäten, dir fehlen auf der anderen Seite die Veredelungskapazitäten in deinen Broschüren und Büchern und so sind wir ja irgendwie zusammengekommen.

Thomas Karcher: Das ergänzt sich so wunderbar, dass wir gesagt haben, eigentlich müsstest du es noch enger miteinander verknoten.

Veit Rudolph: Konsequenter vor allem.

Thomas Karcher: Genau.

Veit Rudolph: Also, wir spinnen ja schon länger über die, wie kann man das machen?

Veit Rudolph: Ich sage mal, wie komme ich auf die Idee, überhaupt eng mit jemandem zusammenzuarbeiten?

Veit Rudolph: Und jetzt mag es sein, dass wir uns zwei ergänzen und vom Portfolio einfach so passen.

Veit Rudolph: Ich drucke, du veredelst, ich binde, du hast einen...

Veit Rudolph: Vermeintlichen Sammelhefter.

Thomas Karcher: Du möchtest nicht, dass ich ein Sammelheft annehme.

Veit Rudolph: Nee.

Veit Rudolph: Klammer ist besser.

Veit Rudolph: Aber ich glaube, was wahrscheinlich auch vielen da draußen so geht, du kämpfst immer mehr, vor allem kämpfen da draußen auch viele,

Veit Rudolph: Gegeneinander, was völlig verständlich ist, wenn dir die Luft weg bleibt und du musst schauen, dass du irgendwie überlebst.

Thomas Karcher: Dann bist du am Strampeln und beim Strampeln, dann trittst du halt vielleicht auch mal jemanden, ob du willst oder nicht.

Veit Rudolph: Ja, und hast aber auch gar keine Chance, wenn du dich nicht irgendwie auf Dinge spezialisieren kannst.

Veit Rudolph: Also es geht immer schneller, der Kunde will heute Daten, morgen Druckprodukt und am besten mit High-End-Veredelung, hochqualitativ gebunden, alles drum und dran.

Veit Rudolph: Und das geht nicht, wenn du ein kleiner Laden bist.

Thomas Karcher: Die Krux ist ja eine andere.

Thomas Karcher: Auf der einen Seite erwartet, also die einzige Chance, die du hast, ist über Spezialisierung.

Thomas Karcher: Gleichzeitig erwartet dein Kunde aber ein breiteres Portfolio.

Thomas Karcher: Und das passt nicht zusammen.

Thomas Karcher: Es geht nicht.

Thomas Karcher: Und jetzt...

Thomas Karcher: Hätten wir ehrlicherweise ja die Kooperation, so wie wir sie geführt haben, auch weiterführen können und verintensivieren können, uns organisatorisch und technisch noch weiter aneinander annähern.

Thomas Karcher: Wir haben noch ein paar Schnittstellenthemen, wo wir uns andocken könnten, ganz ohne eine Gesellschaft zu gründen.

Thomas Karcher: Warum haben wir es gemacht?

Veit Rudolph: Aus meiner Sicht, ich glaube, für mich geht es viel ums Commitment.

Veit Rudolph: Jetzt endlich mal Butter bei die Fische.

Veit Rudolph: Wir haben darüber gesprochen, du nimmst mal Produkte bei dir im Shop auf.

Veit Rudolph: Wir haben darüber gesprochen, ich verkaufe meinen Kunden aktiv die Veredelung.

Veit Rudolph: Und das machen wir jetzt schon eine Weile.

Veit Rudolph: Um,

Veit Rudolph: Aber...

Veit Rudolph: Was ist dabei rumgekommen?

Veit Rudolph: Also ich glaube...

Thomas Karcher: Wir haben schöne Produkte gemacht und das Modell ist ein Erfolgsmodell, das würde ich schon unterschreiben.

Veit Rudolph: Das auf jeden Fall, aber ist es...

Veit Rudolph: Der Aufwand, der hinten dran steckt...

Veit Rudolph: Und auch, jetzt kannst du nicht jedem Kunden immer sofort sagen, ja, das macht der, kann ich gar nicht selbst.

Thomas Karcher: Das hat Erklärungsbedürfnis.

Thomas Karcher: Ja, so viel Zeit hast du nicht.

Veit Rudolph: So viel Zeit hast du nicht bei kleinen Produkten, bei kleinen Auflagen, wo wir doch schon auch zu Hause sind, du und ich.

Veit Rudolph: Um,

Thomas Karcher: And, and,

Veit Rudolph: einfach zu sagen, wir gehen einfach auch das Risiko zusammen ein, schließen uns zusammen und legen jetzt zusammen los.

Thomas Karcher: Die Sache ist halt die, wenn du, also die Idee war ja ursprünglich mal, ich nehme deine Produkte mit auf in unseren Shop.

Thomas Karcher: Und dann hätte ich plötzlich die Produkte verkaufen können und du würdest im Idealfall ein strukturiertes Volumen einfach bekommen und es wäre ja auch schon mal schön.

Thomas Karcher: Aber du hast immer das Thema, dass du ja einen Kunden zu meinem Kunden machst und zwar aktiv.

Thomas Karcher: Wir dann vereinbart hätten, dass die Aufträge bei dir landen.

Thomas Karcher: Aber wer sagt das denn?

Thomas Karcher: Also das ist ja, also nicht, dass wir uns nicht vertrauen würden, sonst würden wir jetzt nicht zusammen gründen.

Thomas Karcher: Aber es ist halt doch anders.

Thomas Karcher: Genauso habe ich das ja auch und ich habe das auch oft genug gehabt, wenn ein Kunde zu mir kommt und sagt, er hätte gern ein Buch, dann habe ich zwei Möglichkeiten gehabt.

Thomas Karcher: Entweder

Thomas Karcher: Ich handel das, kaufe es bei dir ein, aber das ist langsam und beratungsintensiv und irgendwie nicht so geil.

Thomas Karcher: Oder ich schicke den Kunden zu dir und ich weiß aber auch nie, ob der Kunde dann das nächste passende Produkt ist.

Thomas Karcher: Produkt, den du bei mir anfragst oder bei dir.

Thomas Karcher: Und ich glaube, diese Überlegungen, die killen ganz konsequent die Synergieeffekte, die du haben könntest.

Thomas Karcher: Oder andersrum, wenn du einen Kunden auf eine gemeinsame Plattform bringst und du profitierst davon, egal was der Kunde bestellt.

Thomas Karcher: Der Kunde profitiert, weil er immer die richtige Technologie, das richtige Verfahren, die richtige Herangehensweise bekommt.

Thomas Karcher: Und du profitierst auch, wenn der Auftrag zukünftig bei mir läuft.

Thomas Karcher: So wie ich profitiere, wenn der Auftrag bei dir läuft.

Thomas Karcher: Also diese ganzen taktischen Überlegungen, die hast du plötzlich weg, weil du nicht mehr in Ich und Du denkst.

Thomas Karcher: Für mich ist gar nicht so absolut entscheidend, was jetzt das zukünftige Geschäft angeht.

Veit Rudolph: Ich finde es eher spannend zu sehen, wir arbeiten jetzt zusammen, aber diese Entlastung im Kopf und einfach sich darauf verlassen zu können, dass jemand anders...

Veit Rudolph: Da der Spezialist ist und sich da den Maschinenpark aufbaut, das Know-how aufbaut, die Mitarbeiter schult und das auch einfach kompetent anbieten kann.

Thomas Karcher: Jetzt müssen wir, glaube ich, aber einmal kurz auch ein bisschen ausholen, um unsere Zuhörer abzuholen, weil auch das geht ja eigentlich durch Kooperation.

Thomas Karcher: Also was wir da, was wir da vorhaben oder was im Prinzip auch schon fertig gebaut ist, ist ja, ähm,

Thomas Karcher: nicht nur der Shop, sondern auch dieses ganze Job-Routing, also wie muss ein

Thomas Karcher: Produkt durch unsere Betriebe laufen, weil das ist ja der Pain, den wir aktuell haben.

Thomas Karcher: Und wenn du eine Broschüreanfrage bekommst, dann müssen deine Leute bei mir anfragen, was kostet die Heißfolienprägung, dann müssen die plötzlich Heißfolienprägung beraten, die sie gar nicht beraten können, dann haben wir einen Austausch, wie viele Zuschussbogen brauchst du denn,

Thomas Karcher: wie muss ich die Datei anlegen, dann macht deine Druckvorstufe, arbeitet voll am Produkt, unsere Druckvorstufe arbeitet auch nochmal voll am Produkt.

Thomas Karcher: Wir machen ganz, ganz viel.

Thomas Karcher: Also wir teilen uns die Arbeit da eigentlich nicht, sondern wir haben mehr als doppelt so viel, weil jeder die Arbeit hat, plus Abstimmungsaufwand.

Thomas Karcher: Und die Technologie, die wir jetzt gebaut haben, die werden uns das abnehmen.

Thomas Karcher: Weil Kernstück ist nicht nur eben diese Preiskalkulation von komplexen Produkten, die bei mir laufen, bei dir laufen, aber auch bei Daniel Hupfauf, der mitgegründet hat.

Thomas Karcher: Das müssen wir hier an der Stelle natürlich mit erwähnen.

Thomas Karcher: Ich bin sehr stolz und froh, dass er da mit an Bord ist.

Thomas Karcher: Aber diese Abstimmungsaufwände sind weg, weil du hast solche Produkte und wir haben die auch schon drüber kalkuliert.

Thomas Karcher: Du hast einen Munken Polar Broschüre, 300 Gramm Umschlag, muss im Offset gedruckt werden, weil Pantone Gold dabei.

Thomas Karcher: Dann hast du einen Inhalt, der ist von der Auflage ganz klar in den Chat.

Thomas Karcher: So, und jetzt hast du noch eine Heißfolienprägung in Roségold vorne drauf.

Thomas Karcher: Da würdest du normalerweise im Dreieck Angebote hin und her schicken.

Thomas Karcher: Einer muss den Projekthut aufziehen.

Thomas Karcher: Das Ding ist eh schon teuer in der kleinen Auflage.

Thomas Karcher: Und du müsstest eigentlich noch viel, viel, viel mehr Geld...

Thomas Karcher: Weil dieses Projektmanagement, das bezahlt ja niemand.

Thomas Karcher: Und das kriegst du weg.

Veit Rudolph: Überleg dir mal, wie lange der Kunde da auf dem Angebot wartet.

Veit Rudolph: Wenn ich von dir den Preis brauche, vom Daniel den Preis und dann muss ich noch ein Komponente von mir dazu machen, dann endet der Kunde nur den Seitenumfang, dann geht es von vorne los.

Thomas Karcher: Genau.

Veit Rudolph: Das ist ja, also weiß jeder, glaube ich, wie viele Anfragen liegen bleiben über 24 Stunden hinaus, 48 Stunden hinaus.

Veit Rudolph: Und wenn dann...

Veit Rudolph: Das mal drei Firmen ist natürlich Vollkatastrophe.

Thomas Karcher: Absolut.

Veit Rudolph: Das ist natürlich Service beschissen.

Thomas Karcher: Ja, dann machst du es auch nicht.

Thomas Karcher: Dann hast du diese Anfragen, die du bedienen könntest, die du auch gut bedienen könntest, aber sie fallen halt einfach hinten runter, weil es ist so, mache ich jetzt die drei Industrieaufträge, die irgendwie klar sind, bearbeite ich die oder die Anfragen oder

Thomas Karcher: beantworte ich was, was wir eigentlich gut zusammen herstellen könnten, aber was im Projektmanagement einfach zu kompliziert ist und zu träge ist.

Thomas Karcher: Und dann gibst du es vielleicht erst nach drei, vier Tage ab und wir wissen, was bei Druckprodukten passiert, wo die Anfragen nach vier Tagen beantwortet werden.

Thomas Karcher: Die Umwandlungswahrscheinlichkeit, die ist da schon geringer dann.

Veit Rudolph: Ja, aber auf der anderen Seite werden so viele Produkte, die sich der Kunde ausdenkt und konzipiert, dann auch einfach komplett abgelehnt von Druckereien, weil es halt so komplex ist.

Veit Rudolph: Entweder wird es nach fünf Tagen oder zehn Tagen angeboten, da ist der Kunde schon wieder beim nächsten Konzept.

Thomas Karcher: Ja.

Veit Rudolph: Es wird sofort abgesagt, weil es halt doch zu komplex ist.

Thomas Karcher: Ja, und darum geht es letztendlich.

Thomas Karcher: Expertisen zusammenzuwerfen und so zusammenzuwerfen, dass du es halt aus einer Hand anbieten kannst.

Thomas Karcher: Also dass du nicht mehr sagst, ja, da muss ich noch den dazu holen und den dazu holen.

Thomas Karcher: Das ist alles zu kompliziert.

Thomas Karcher: Man wendet sich an, bitte besonders, und dort wird das Produkt kalkuliert und wenn es dort beauftragt wird, dann sind eben alle Parameter schon klar.

Thomas Karcher: Dann ist klar, wie der Umschlag gedruckt werden muss.

Thomas Karcher: Dann ist klar, wie der ausgeschossen werden muss.

Thomas Karcher: Dann ist klar, in welcher Art und Weise der bei dir an den Klebebinder ankommen muss.

Thomas Karcher: Ich weiß genau, wie groß die Prägegröße ist, ohne dass ich dann nochmal abgeben muss und sagen muss, aber denkt dran, bitte 30 Bogen Zuschuss mitliefern und so.

Thomas Karcher: Diese Themen sind vom Tisch und ich glaube, da kommen dann auch der Mehrwert und die Geschwindigkeit her.

Thomas Karcher: Und das in Kombination mit,

Thomas Karcher: Ich kann da wirklich auch mit gutem Gewissen Kunden hinschicken, weil, und das war ja unser Problem bisher auch, und das ist ja auch der Grund, warum ich dann irgendwann mal auch auf dich zugekommen bin.

Thomas Karcher: Das ist schön, wenn du so eine Plattform hast, aber das ist kacke.

Thomas Karcher: Ich kann es nicht anders sagen, wenn du dann halt nur einen kleinen Teil der möglichen Produkte anbieten kannst.

Thomas Karcher: Bei mir speziell.

Thomas Karcher: Viele Produkte, die ich anbieten kann, habe ich schon wieder Bauchschmerzen, weil mir die Drucktechnologie fehlt.

Thomas Karcher: Wie oft haben wir das besprochen?

Thomas Karcher: Ja, dann hast du ein Motiv und jemand, der ist bereit, Geld auszugeben für ein geiles Produkt und dann kommst du da halt auf dem geilen Papier mit dem Toner hin.

Thomas Karcher: Das sieht nach nichts aus, bis ich dann aber wieder erklärt habe, warum man da lang gehen muss und wie das dann funktioniert und dass es dauert.

Thomas Karcher: Wir nehmen uns die Möglichkeit, herausragende Produkte zu produzieren, wenn wir es nicht so produzieren, wie wir es vorhaben.

Veit Rudolph: Jetzt haben wir, glaube ich, genug über die Theorie und die Philosophie gesprochen.

Veit Rudolph: Wollen wir auch mal kurz die Leute abholen, wie wir es denn umgesetzt haben?

Thomas Karcher: Also die Idee dahinter ist, dass der Kern eine Kalkulations-Engine ist.

Thomas Karcher: Und das klingt jetzt hochtrabend oder noch schlimmer ist, wenn ich sage, es ist ein Algorithmus.

Thomas Karcher: Aber letztendlich ist es das.

Thomas Karcher: Die Idee dahinter ist, dass...

Thomas Karcher: Auch heute unsere Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter computergestützt kalkulieren.

Thomas Karcher: Aber nicht vollständig.

Thomas Karcher: Und dann haben wir immer wieder versucht, das zu erweitern, um das zu automatisieren.

Thomas Karcher: Und irgendwie ist es nie so richtig gelungen, weil immer irgendwie Bestandteile gefehlt haben.

Thomas Karcher: Und was wir jetzt gemacht haben, ist konkret zu Ende zu denken.

Thomas Karcher: Also zu sagen,

Thomas Karcher: Ich muss halt dieser Kalkulation Parameter ohne Ende füttern, damit du einen automatischen Preis rausbekommst.

Thomas Karcher: Und zwar auch in dieser Komplexität, wie ich es eben gesagt habe, mit drei verschiedenen Komponenten und Herangehensweisen.

Thomas Karcher: Letztendlich war das schon viel Arbeit, keine Frage.

Thomas Karcher: Aber da ist nichts drin, was du nicht mit...

Thomas Karcher: Rechenarten umsetzen könntest, die du in der siebten Klasse gelernt hättest.

Veit Rudolph: Die Komplexität entsteht durch die Abhängigkeiten von Substrat, Drucken, Veredelung.

Thomas Karcher: Genau, richtig.

Veit Rudolph: Wenn du das auswählst, darf das nicht funktionieren und so weiter.

Thomas Karcher: Das ist das, was du alles mit abbilden musst und da steckt dann der Gehirnschmalz drin.

Thomas Karcher: Aber du musst es so machen, weil sonst musst du immer Einschränkungen machen.

Thomas Karcher: Was wir jetzt machen, ist Produkte echt zu kalkulieren, so wie ich das auch in der Sachbearbeitung kalkulieren würde, nur nochmal deutlich besser, weil deutlich mehr Wege geprüft und kalkuliert werden.

Veit Rudolph: Also was wir uns als Ziel gesetzt haben, bevor wir gestartet haben, waren alle Kombinationen unserer drei Firmen.

Veit Rudolph: Also das heißt Pantone Offset, normaler Offset, Toner Digitaldruck, Weißdruck, Heißfolie.

Thomas Karcher: Hochprägung, Reliefschneid, Folienkaschierung, Bogenkaschierung, UV-Lack, du sagst.

Veit Rudolph: Klebebindung, Rückstichheftung, Ohren, Leimen.

Thomas Karcher: Falzarten, offene Altarfalz, geschlossene Altarfalz.

Veit Rudolph: Also diese ganzen Möglichkeiten in den Kalkulator zu packen, den...

Veit Rudolph: Online zu schieben und ihn trotzdem so bedienbar zu machen für den vermeintlichen Laien, der nicht die Abhängigkeiten versteht, dass er innerhalb von drei, vier, fünf Sekunden theoretisch einen Preis bekommt.

Thomas Karcher: Ja, und da triffst du aber schon auch einen wunden Punkt.

Thomas Karcher: Über den wir heute auch noch lange diskutiert haben und über den wir mit Sicherheit auch in den nächsten anderthalb Wochen, bis das Ding online geht, noch sehr intensiv diskutieren.

Thomas Karcher: Du hast halt durch diese Komplexität, die du brauchst, um diese Produktvielfalt zu erzeugen,

Thomas Karcher: zu machen, jetzt schon auch halt Komplexität im Kalkulator.

Veit Rudolph: Buchstäblich ist alles möglich.

Veit Rudolph: Wir haben alle Materialien quasi drin.

Thomas Karcher: Heißt aber auch, dass du wieder Entscheidungen treffen musst, die dir als Laie garantiert und wahrscheinlich sogar als Profi regelmäßig schwerfällt.

Thomas Karcher: Also du triffst eine Entscheidung.

Thomas Karcher: Wird diese Broschüre Toner, Offset oder Inkjet produziert?

Veit Rudolph: Wir haben, glaube ich, schon mal darüber gesprochen.

Veit Rudolph: Also ich glaube nämlich,

Veit Rudolph: Eine der großen Erfolgsfaktoren oder einer der großen Erfolgsfaktoren von Online-Druckereien ist gar nicht unbedingt,

Veit Rudolph: dass sie den Preis und die Verfügbarkeit haben, sondern dass sie auch für den Kunden vorselektieren, welche Kombinationsmöglichkeiten funktionieren gut.

Veit Rudolph: Aber genau das wollten wir nicht, wollen aber gleichzeitig mindestens genauso bedienerfreundlich sein.

Thomas Karcher: Genau, richtig.

Thomas Karcher: Also die Theorie, die ich habe, ist,

Thomas Karcher: Wir brauchen nicht noch einen Online-Drucker bauen.

Thomas Karcher: Die gibt es, die sind gut, die machen das gut und die sind uns 20 Jahre voraus.

Thomas Karcher: Punkt.

Thomas Karcher: Brauchen wir nicht drüber sprechen.

Thomas Karcher: Jeder, der es schon mal versucht hat, jeder, der auch schon mal versucht hat, irgendwie einen Shop aufzubauen, um seine Standardprodukte, die auf die er keine Lust hat, da abzubilden, in der Regel scheitern diese Projekte.

Thomas Karcher: Und ich habe von denen schon viele gesehen, dass sich jemand sagt, ich hole mir da irgendwie so einen Fertigshop.

Thomas Karcher: Ja, investiert irgendwie, keine Ahnung, 6.000 Euro, mittlerweile kosten sie auch sogar mal nix oder nur noch ein paar Euro und dann hast du irgendwie laufende Wartungskosten oder so und dann machst du da ein bisschen Briefpapier, ein bisschen Flyer rein und so weiter.

Thomas Karcher: Ich glaube, wenn du da nicht einen Kunden hast, der das gezielt...

Thomas Karcher: braucht, dann kann es kein Erfolgsfaktor sein.

Thomas Karcher: Du musst es so bauen, dass du das bestehende Angebot von Online-Druckereien ergänzt und die Schwächen oder die blinden Flecke, die die lassen, die quasi öffnest.

Thomas Karcher: Und die Idee ist schon, dass du

Thomas Karcher: Unternehmen dort reinbekommst, die halt einen Olin oder einen Munken oder einen Pergraphica und wie sie nicht alle heißen, als Hauspapier haben und genau dieses Papier auch kalkulieren möchten.

Thomas Karcher: Dass du Kunden da reinbekommst, die sagen, ich möchte

Thomas Karcher: die Hoheit über die Spezifikationen haben.

Thomas Karcher: Ich möchte nicht, wenn ich eine kleine Auflage produziere, das in einem anderen Verfahren gedruckt bekommen, wie wenn ich das nächste Mal bestelle und dann rutscht du vom

Thomas Karcher: Indigo auf ein Offset oder von Toner auf ein Inkjet oder so, sondern ich habe Kunden, die wollen nicht die allerbeste Qualität, die wollen eine vorhersehbare Qualität.

Thomas Karcher: Die habe ich eigentlich im Blick gehabt, als wir dieses Ding konzipiert haben.

Thomas Karcher: Also quasi zu sagen, einen Kunde, der ja aus einem Grund heute zu dir kommt und zu mir kommt, den abzuholen und nicht irgendjemanden, der halt ein Briefpapier drucken möchte.

Thomas Karcher: Jemanden, dem es vollkommen Bums ist, was von Briefpapier da rauskommt.

Thomas Karcher: Der wird wahrscheinlich, nee, der wird ganz sicher zukünftig auch immer noch zum Online-Drucker gehen, weil er dort wahrscheinlich, nee, nee, nee, ziemlich sicher,

Thomas Karcher: Ja, auch hier.

Thomas Karcher: Besser bedient wird, einfacher bedient wird, günstiger bedient wird.

Veit Rudolph: Ja, also was klar war, als wir das Konzept angegangen sind, dass wir keine Preisherrschaft oder Preisführerschaft angestrebt haben.

Veit Rudolph: Also unmöglich.

Veit Rudolph: Und auch die Qualität, die bei Online-Druckern im Standard 4C rauskommt, ist unschlagbar aus meiner Sicht.

Thomas Karcher: Ja, klar.

Thomas Karcher: Wie willst du dagegen ankommen?

Thomas Karcher: Und das ist kein Bereich, den wir angucken, sondern wir gehen dann, und deswegen haben wir auch gar nicht lange rumüberlegt, unter was wir einen Namen werden lassen.

Thomas Karcher: Es war irgendwie klar, wir haben den Shop mit bittebesonders.de schon und das passt auch da.

Thomas Karcher: Es geht darum, auch wenn du Drucker bist und du hast halt irgendwie, keine Ahnung, Briefpapier

Thomas Karcher: auf irgendeinem 120 Gramm Premium-Markenpapier und du hast wirklich keine Lust, dann einen Ries dafür zu kaufen und Schmuckfarbe, Offset, druckst eigentlich eh nicht mehr gern und so, dass du das vielleicht einfach bekommen möchtest.

Thomas Karcher: Und dann ist es halt aber wichtig, dass da die zwei Pantone oder HKS-Farben drauf sind, dass es genau dieses Papier ist und nicht irgendein Recycling-Papier zum Beispiel.

Thomas Karcher: Die habe ich da eigentlich im Blick.

Thomas Karcher: Also professionelle Printeinkäufer, die darüber nachdenken, ob das jetzt funktioniert.

Thomas Karcher: Ich meine, es ist unser Geschäftsmodell.

Thomas Karcher: Heute schon.

Thomas Karcher: Nur nicht digital gestützt.

Thomas Karcher: Das werden wir sehen.

Thomas Karcher: Und ja, ich glaube, das ist sehr gut.

Thomas Karcher: Aber wie erfolgreich es wird, das müssen wir jetzt in den nächsten Wochen und Monaten tatsächlich erstmal unter Beweis stellen.

Veit Rudolph: Ja, also ich glaube, da wird schon noch eine Anstellung.

Veit Rudolph: Die Reise erstmal bis zum Launch.

Thomas Karcher: Glaube ich schon, ja.

Veit Rudolph: So, und jetzt, wenn wir das anhören, sind es noch irgendwie 18, noch 10 Tage.

Thomas Karcher: Ja, sowas.

Veit Rudolph: Jetzt haben wir darüber gesprochen, was unsere Idee ist, was wir davon haben, warum wir das machen und auch welche Kunden wir adressieren wollen.

Veit Rudolph: Warum machen wir jetzt in unserem Podcast, in dem es eigentlich nicht um unser Geschäftsmodell unbedingt gehen soll, die Diskussion auf und erzählen davon?

Thomas Karcher: Was kann jemand mitnehmen, der da draußen jetzt am Empfänger sitzt und sich denkt, was labern die für einen Quatsch?

Veit Rudolph: Warum ist es ein tragfähiges Modell und kann jemand da was mitnehmen, der dazu hört?

Thomas Karcher: Also ich denke...

Thomas Karcher: dass es einfacher sein wird, einen Strich drunter zu ziehen, wenn man einen Strich drunter ziehen kann.

Thomas Karcher: Dafür sind wir jetzt noch zu sehr in Überlegungen drin.

Thomas Karcher: Was ich jetzt aber schon merke,

Thomas Karcher: ist, dass mir das sehr gut gefällt,

Thomas Karcher: dass wir dieses Commitment machen.

Thomas Karcher: Weil

Thomas Karcher: Wir auch schon darüber diskutiert haben, wie gehen wir denn mit verschiedenen Dingen um.

Thomas Karcher: Also was passiert jetzt mit dem Instagram-Kanal von uns, der ein paar Follower hat, in den schon Energie reingeflossen ist.

Thomas Karcher: Was mache ich damit?

Thomas Karcher: Und es war völlig klar,

Thomas Karcher: dass wir den, heißt schon bitte besonders, nicht umbenennen und wieder zu Butz und Bürker machen, sondern dass wir den weiter benutzen.

Thomas Karcher: Das ist nicht selbstverständlich, genauso wie es nicht selbstverständlich ist, wo wir über dein Kundenmagazin gesprochen haben und gesagt haben, naja, dann packen wir das aber Richtung Bitte besonders.

Thomas Karcher: Wir machen da nicht Rudolph Druck und dann machen wir da mal einen Artikel rein, sondern wir schieben es um und das ist zu sehen,

Thomas Karcher: dass es nicht nur die Idee ist, so zu machen, sondern dass jetzt konsequent danach gehandelt wird und konsequent Dinge in den Topf reingeschmissen werden, die nicht erwartet waren, die nicht verhandelt waren, die nicht niedergeschrieben waren, sondern jetzt im Prinzip ernst zu machen.

Thomas Karcher: Und es auch einfach durchzuziehen.

Thomas Karcher: Ich glaube, dieses Durchziehen ist ein Thema,

Thomas Karcher: das mich in den letzten Jahren richtig angekotzt hat.

Thomas Karcher: Weil wie oft sitzt man denn bei Stammtischen,

Thomas Karcher: Posien, Messen und sagt, ey, man müsste und wir haben da Ideen und so weiter.

Thomas Karcher: Aber irgendwie hat man dann doch nicht die Eier.

Thomas Karcher: Oder macht es nicht, weil man gerade keine Zeit hat oder weil Unwägbarkeiten dabei sind.

Thomas Karcher: Und ganz ehrlich, Unwägbarkeiten sind genug dabei.

Thomas Karcher: Das Ding hat schon auch Potenzial, uns die Drogereien richtig durcheinander zu wirbeln.

Veit Rudolph: Ja, wir haben ja schon mal darüber diskutiert, wie es wohl ist, wenn jetzt der Gedanke ist ja nicht nur den Shop zusammenzulegen, sondern auch den Vertrieb über den Shop zu machen, sondern auch Kompetenzzentren zu bilden.

Thomas Karcher: Ja, Maschinen rauszuwerfen und zu sagen, ich mache mich jetzt abhängig davon, dass halt Broschüren ausschließlich extern laufen, weil ich diese Kapazitäten gar nicht mehr habe.

Veit Rudolph: Und sich darauf verlassen zu können und ich glaube, das weiß jeder, was für Zeiten waren.

Veit Rudolph: Also der Sommer war bei uns schon extrem ruhig, muss ich ehrlich sagen.

Veit Rudolph: Also das ist schon, ja.

Thomas Karcher: Ja, oder auch andersrum.

Thomas Karcher: Ich habe Kunden, mit denen verdiene ich gutes Geld auf unserer SM52.

Thomas Karcher: Jetzt ist bei uns das Kompetenzzentrum Veredelung und Feins Papier aufgehangen.

Thomas Karcher: Kompetenzzentrum Offsetdruck läuft beim Daniel.

Thomas Karcher: Wir alle drei haben Tonermaschinen.

Thomas Karcher: Wir verschieben Volumen, ohne sicher zu wissen, wie sich das auswirken wird.

Veit Rudolph: Ob wieder Volumen zurückkommt.

Thomas Karcher: Genau, richtig.

Thomas Karcher: Weil du wirst Schwerpunkte und Cluster irgendwie haben.

Thomas Karcher: Wenn wir alle Kunden da drauf geben, bleibt auch nicht jeder hängen und es wird genug geben, die halt immer noch von Rudolph von Rudolph

Thomas Karcher: und Hupfauf Druck und Butz und Bürker bearbeitet werden wollen, da gar keine Lust drauf haben.

Thomas Karcher: Das ist auch total easy.

Thomas Karcher: Wir haben ja keine Fusion gemacht, sondern wir haben eine neue Vertriebsgesellschaft gegründet.

Thomas Karcher: Auf der anderen Seite wird es einige geben, die da drauf kommen.

Thomas Karcher: Und ich habe natürlich schon das Thema, dass dann einige Briefpapiere zum Beispiel, die heute bei mir laufen, nicht mehr bei mir laufen.

Thomas Karcher: Natürlich,

Thomas Karcher: immer noch in unserer Firma irgendwie.

Thomas Karcher: Aber das bringt mir halt nichts.

Thomas Karcher: Wenn die Auslastung plötzlich woanders ist.

Veit Rudolph: Ja, wenn da Leute rumstehen.

Veit Rudolph: Also ich habe das auch schon erlebt, wenn nichts zu tun ist,

Veit Rudolph: alle rumstehen, auch wenn es mal nur irgendwie ein halber Tag ist.

Veit Rudolph: Wie schnell da die Stimmung auch im Betrieb kippen kann.

Thomas Karcher: Ja, absolut.

Veit Rudolph: Also das ist,

Veit Rudolph: hast du schon immer wieder, da musst du nah dran sein, klar, an den Mitarbeitern, so sehe ich das zumindest, und mit denen sprechen, macht euch jetzt mal keine Gedanken, geht halt mal heim und morgens ist wieder was da.

Veit Rudolph: Aber wenn du natürlich irgendwie jetzt die langlaufenden

Veit Rudolph: Briefbogenjobs gegen irgendwie 3x500 Visitenkarten Heißfolie tauscht?

Thomas Karcher: Ja, oder Digitaldruck.

Thomas Karcher: Das heißt, vielleicht geht es auch umsatzmäßig und auch ertragsmäßig auf, aber dir fehlt dann halt einfach auch Kapazität für die Mitarbeiter, die du ja heute schon hast.

Thomas Karcher: Jetzt ist es auch da so, ehrlicherweise, dass der Daniel schon länger für uns Offset druckt.

Thomas Karcher: Nicht jeden Job, nicht immer, aber doch zunehmend.

Thomas Karcher: Das heißt, auch das ist natürlich was, wo wir gesagt haben,

Thomas Karcher: Das ist ja irgendwie auch schon ein bisschen vorhergesehen, aber du veränderst die Kalkulation.

Thomas Karcher: Und wie gut die Kalkulationen sind, das ist halt auch immer ein anderes Thema.

Thomas Karcher: Jetzt haben wir Stundensätze berechnen und dies und das, aber traust du dich in dieser Zeit einmal quasi alles durchzurühren und nicht genau zu wissen, was da am Ende rauskommt?

Thomas Karcher: Und ich glaube, das sind die Überlegungen,

Thomas Karcher: die einem schon auch mal ein bisschen Spaß auch an solchen Innovationsprojekten mal nehmen kann.

Veit Rudolph: Ja, es ist halt einfach unvorhersehbar, wohin sich das Volumen verteilt.

Thomas Karcher: Ja, weiß es halt nicht.

Thomas Karcher: Es gibt drei Szenarien, die man da aufmachen kann.

Thomas Karcher: Szenario Nummer 1.

Thomas Karcher: Das Ding wird völlig irrelevant.

Thomas Karcher: Kann passieren.

Thomas Karcher: Zu komplex.

Thomas Karcher: Leute verstehen nicht, wie es zu bedienen ist.

Thomas Karcher: Ich weiß es nicht.

Thomas Karcher: Gibt ein Restrisiko.

Thomas Karcher: Dann ist halt sehr, sehr, sehr viel Zeit verbrannt worden.

Thomas Karcher: Ist okay.

Thomas Karcher: Dann haben wir mal wieder gelernt.

Thomas Karcher: Dann müssen wir da weiter dran am Projekt arbeiten.

Thomas Karcher: Dann hast du das Thema, dass es irgendwie okay läuft.

Thomas Karcher: Sich das Volumen gut verteilt, dann ist es schön.

Thomas Karcher: Es gibt ja aber auch das Szenario, dass manche Produktgruppen richtig geil laufen.

Thomas Karcher: Also ich könnte mir vorstellen, dass wenn wir das zum Anfang nicht drin haben, aber wenn wir deine Bücher mit drin haben, also wirklich Produkte, die du nicht online kalkulieren kannst in dieser Kleinteiligkeit aktuell oder kaum, wenn du sowas mit drin hast, dass du halt plötzlich

Thomas Karcher: Und du brauchst nicht so viele Buchaufträge mehr, damit du kapazitär dann irgendwo an die Grenze kommst.

Thomas Karcher: Dass du dann sagst, was machst du denn dann?

Thomas Karcher: Dann hast du zwei Leute, die stehen mit dem Finger in der Nase da.

Thomas Karcher: Oder zwei Druckereien.

Thomas Karcher: Und der eine ist bumsvoll.

Thomas Karcher: Also was macht es da wieder so?

Thomas Karcher: Und ich glaube, da kommen ganz neue Herausforderungen auf uns zu.

Veit Rudolph: Wenn ich so drüber nachdenke, kriege ich fast ein bisschen Schiss.

Thomas Karcher: Ich denke da schon ein bisschen länger drüber nach.

Thomas Karcher: Es ist ja so, und ich glaube, das ist, deswegen kannst du so, also deswegen verstehe ich auch, warum das ein großer Schritt ist irgendwie.

Thomas Karcher: Er kommt mir nicht so riesig vor, ehrlicherweise.

Thomas Karcher: Konkrete Frage, wie hast du dich beim Notar gefühlt?

Veit Rudolph: Freude?

Veit Rudolph: Vorfreude?

Veit Rudolph: Bock?

Thomas Karcher: Ja, aber ich kann nur für mich sprechen.

Thomas Karcher: Ich habe jetzt nicht gehabt, dass ich so nervös auf dem Stuhl rumgerutscht bin und dachte, jetzt wird es ernst und jetzt gucken wir mal.

Thomas Karcher: Sondern für mich war das irgendwie total logisch konsequent.

Thomas Karcher: Das ist jetzt halt einer der Schritte, die wir in einem langen Plan irgendwie entlanglaufen.

Thomas Karcher: Ehrlicherweise endet der Plan dann auch in zwei Wochen.

Thomas Karcher: Das muss man der Transparenz halber dazu sagen.

Thomas Karcher: Also wir haben jetzt bis zum Launch einen sehr granularen Plan.

Thomas Karcher: Was wir da irgendwie machen wollen und müssen.

Thomas Karcher: Und dann endet der.

Thomas Karcher: Weil wir halt wirklich nicht wissen, was passiert dann.

Thomas Karcher: Also ist das große Thema, das wir dann haben, ist das Marketing?

Thomas Karcher: Oder ist das große Thema, dass wir dann haben, Aufträge, zu denen wir einen Termin zugesagt haben und die sich natürlich noch nicht auf...

Thomas Karcher: gesicherten Bahn bewegen, unter Kontrolle zu behalten.

Thomas Karcher: Ist es, dass sich Auftragsvolumina verschieben, sodass einer finanziell ins Straucheln kommt und der andere in eine unrunde Bewegung, weil es zu viel wird?

Thomas Karcher: Und jetzt kommen wir halt ins Endjahresgeschäft.

Thomas Karcher: Das war so,

Thomas Karcher: Also ich sag mal, im Juli wäre mir das egal gewesen, was da passiert, egal in welche Richtung, hättest du das irgendwie gefangen bekommen.

Thomas Karcher: Aber wir sind jetzt dann eh bumsvoll.

Veit Rudolph: Ja, also mir sind gerade, also irgendwo ist der Sack geplatzt seit zwei Wochen und wir sind unfassbar voll.

Veit Rudolph: Also ich wüsste nicht,

Veit Rudolph: wie wir jetzt spontan irgendwie Aufträge reinkriegen sollen.

Veit Rudolph: Ich bin mir aber auch sicher, dass da meine Mitarbeiter und meine Kollegen auch immer wieder einen Weg finden, dass es dann doch irgendwie gut und pünktlich rausgeht.

Veit Rudolph: Aber da geht halt so viel Energie drauf und das kann natürlich auch...

Veit Rudolph: Ein Stück weit nach hinten losgehen.

Thomas Karcher: Genau, also denk mal ins Endjahresgeschäft.

Thomas Karcher: Also bisher, also bei uns gibt es, wenn es so richtig zu viel wird, gibt es so eine natürliche Bremse, nenne ich das jetzt mal.

Thomas Karcher: Wenn es richtig viel ist,

Thomas Karcher: rutschen wir im Büro mit in die Produktion.

Thomas Karcher: Das heißt,

Thomas Karcher: Wir arbeiten mit, um die Termine zu halten.

Thomas Karcher: Gleichzeitig gehen weniger Angebote raus.

Thomas Karcher: Und wenn keine Angebote rausgehen,

Thomas Karcher: Können auch keine Aufträge reingucken.

Thomas Karcher: Das heißt, der Kunde kann dann schon mal

Thomas Karcher: verärgert reagieren und sagen, ja, wir müssen das jetzt produzieren und kein Angebot.

Thomas Karcher: Aber solange ich kein Angebot abgegeben habe, kann ich einfach sagen, geht jetzt halt heute nicht.

Thomas Karcher: Ich kann es dir frühestens übermorgen anbieten und dann dauert es trotzdem sieben Arbeitstage.

Thomas Karcher: Du bekommst es über die Sachbearbeitung gesteuert.

Thomas Karcher: Wenn die Leute jetzt aber alle einfach in den Shop gehen und das produzieren, dann haben die einen Liefertermin zugesagt.

Thomas Karcher: Ohne dass du sagen kannst, ja, aber Achtung, das wird jetzt haarig mit dem Termin.

Thomas Karcher: Dann hast du den zugesagt und der ist unabhängig davon, was gerade mit dir los ist.

Thomas Karcher: Also es verschiebt sich.

Veit Rudolph: Es wird halt, du wirst mehr von außen bestimmt.

Thomas Karcher: Genau.

Thomas Karcher: Das ist aber auch das, was du dir wünschst.

Thomas Karcher: Du möchtest ja, dass die Leute selber kalkulieren, ihre Preise selber holen, die Druckdaten selber hochladen, schon mal durch den Pre-Flight durchgelaufen sind.

Thomas Karcher: Das ist ja das.

Thomas Karcher: Aber die Kehrseite, und die muss man halt auch benennen, heißt, dass dein Auftrag reinkommt.

Thomas Karcher: Der automatisch berechnet wurde, wie lange der geht.

Thomas Karcher: Ich meine, klar, du kannst noch über Lieferzeitänderungen arbeiten und so.

Thomas Karcher: Technisch funktioniert das so, dass jeder Produktionsschritt eine Lieferzeit höher hat und je mehr Produktionsschritte zusammenkommen, desto länger berechnet sich die Lieferzeit.

Thomas Karcher: Und dann kannst du natürlich sagen, Inkjet ist jetzt bumsvoll, dann geht es jetzt halt einfach mal sechs Tage hoch.

Thomas Karcher: Dann wird das Unattraktive mit weniger bestellt.

Thomas Karcher: Kannst du natürlich machen.

Thomas Karcher: Das Einzige, was ich euch ausgeredet habe, ist jetzt auch noch eine Expressoption zuzulassen.

Thomas Karcher: Das wäre...

Thomas Karcher: Das war wirklich kriminell.

Veit Rudolph: Ja, also wir haben ja da die Aufgaben ein bisschen verteilt.

Veit Rudolph: Du und Daniel macht ihr mehr Programmierung, Webcoding, alles was technisch zu tun hat.

Veit Rudolph: Teresa und ich machen eher Prozesse, Buchhaltung, Marketing, was außenrum zu tun ist.

Veit Rudolph: Und ja, gerade haben, glaube ich, wir noch ganz gut reden, wenn wir euch immer wieder eine geile Idee vor die Füße kippen und sagen, mach mal.

Veit Rudolph: Aber...

Veit Rudolph: Es wird schon bestimmt spannend auch.

Veit Rudolph: Aber wenn du sagst, dass das eine Gefahr ist, dass zu viele Jobs reinkommen.

Veit Rudolph: Also ich kenne jetzt Betriebe, da ist zu viel da und die kriegen sie auch nicht weg.

Veit Rudolph: Aber ich glaube,

Veit Rudolph: der überwiegenden Anzahl an Betrieben da draußen geht es ja eher so, dass sie schon auch nochmal ein, zwei Jobs brauchen könnten.

Thomas Karcher: Ja, das stimmt.

Veit Rudolph: Und ich glaube, also...

Thomas Karcher: Aber auch nicht im November.

Veit Rudolph: Ja, möglich, ja.

Veit Rudolph: Also ich kann es nicht abschätzen, was reinkommt.

Thomas Karcher: Nein, und das ist ja das.

Thomas Karcher: Jetzt sitzen wir hier und erzählen und machen und natürlich sind wir jetzt auch hyped, weil das Ding wirklich geil ist.

Thomas Karcher: Es macht wirklich Spaß und es brennt mir unter den Fingern, das jetzt endlich vorstellen zu können.

Veit Rudolph: Ich bin aber echt gespannt, wie geil es die Leute sind.

Veit Rudolph: Leute da draußen finden, weil wir sind angezündet, merkt man vielleicht, aber es muss ja auch genutzt werden.

Thomas Karcher: Das ist es.

Thomas Karcher: Und es könnte natürlich auch sein, dass es echt lang dauert, bis das Ding anläuft, auch genutzt zu werden.

Thomas Karcher: Und wahrscheinlich, und davon gehe ich ehrlicherweise auch aus, wirst du die Leute einzeln an die Hand nehmen müssen und da reinführen müssen und erklären müssen, wo da die Vorteile sind, wie das funktioniert, was da alles geht.

Thomas Karcher: Es ist ein Werkzeug, aber es ist ein Werkzeug, das mit einer Gebrauchsanweisung kommen muss.

Veit Rudolph: Ja.

Veit Rudolph: Ich glaube, wir zwei sind für heute durch.

Veit Rudolph: Wir machen jetzt mal eine Pause und dann schauen wir uns den Shop nochmal an.

Thomas Karcher: Genau, dann gehen wir noch zum Italiener.

Thomas Karcher: Hä?

Thomas Karcher: Dann war das ein langer Tag, da waren wir fast 24 Stunden auf den Beinen.

Veit Rudolph: Ja.

Veit Rudolph: Und mein Postfach quillt über.

Thomas Karcher: Das kommt noch dazu.

Veit Rudolph: Ja, aber...

Veit Rudolph: Ich freue mich drauf, was da kommt.

Veit Rudolph: Und es muss jetzt auch mal raus, dass wir uns mal ein bisschen was erzählt haben dazu.

Veit Rudolph: Nächste Woche geht es wieder um was anderes.

Thomas Karcher: Genau.

Thomas Karcher: Tja.

Thomas Karcher: Es ist selten, dass du mich sprachlos erwischst.

Veit Rudolph: Me.

Thomas Karcher: Das ist, glaube ich, die kürzeste Folge, die wir jemals aufgenommen haben.

Veit Rudolph: Yeah.

Veit Rudolph: Aber wir machen einen Knopf dran.

Veit Rudolph: Feierabend.

Thomas Karcher: Feierabend.

Thomas Karcher: Wir hören uns nächste Woche wieder.

Veit Rudolph: Macht's gut.

Thomas Karcher: Bis dahin.

Veit Rudolph: Ciao.

Thomas Karcher: Ciao, Servus.