Björn Bobach und Jan Gustav Franke beschäftigen sich in ihrem Podcast mit vielfältigen Aspekten rund um das Thema Coaching. Der Podcast richtet sich an alle, die ihre persönliche Entwicklung vorantreiben wollen und sich für Coaching interessieren.
Jan (00:25)
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach & Coach. Ich darf herzlich begrüßen Björn. Hallo, Björn. Und heute sprechen wir über etwas, was die wenigsten aussprechen und vielleicht auch nicht ganz so viele Menschen an den Tag legen können. Provokativ. Authentizität. Wir kamen darauf, dass wir darüber gesprochen haben,
Björn (00:32)
Hallo Jan, grüß dich.
Jan (00:51)
Was ist denn überhaupt Authentizität im Alltag? Können man das an den Tag legen? Kann man das mit seiner Rolle vereinbaren oder mit seinen unterschiedlichen Rollen? Und was kostet es gegebenenfalls, Authentizität an den Tag zu legen oder auch nicht an den Tag zu legen bzw. sich anzupassen und einfach angepasst zu sein, eine Fassade zu zeigen? vielleicht noch, weil ich das gerade schon im Vorgespräch kurz angemerkt habe, ich war in der
letzten Woche mit einem Kollegen zusammen im Theater in Hannover und zwar in dem Stück Wann ja an der Stelle einen herzlichen Gruß an Christoph und danke für diese Idee das war sehr interessant dieses Stück das wurde von einer einzigen Person gespielt und man kann sich das so vorstellen dass halt wirklich viele Personen ständig im Dialog sind da also es ist nicht so dass da jetzt irgendwie viel monologo oder sowas wären und der Schauspieler musste sich also wirklich permanent von einer Person in die andere
begeben. Was hatten alle gemeinsam? Alle hatten gemeinsam, dass sie auf irgendeine Art und Weise angepasst waren. Und das ist vielleicht eine ganz gute Überleitung zu dem heutigen Gespräch. Aber die Idee kam ja auch von dir. Was ging dir dabei durch den Kopf? Wie kommst du auf das Thema Authentizität, Björn?
Björn (02:09)
komme darauf, weil ich im Moment sehr viel Recruiting mache. Ich stelle für andere Firmen Personal ein, ich führe Interviews, führe also sehr, sehr viele Gespräche. Ich habe einen wirklich großen Kunden letztes Jahr gewonnen, der sehr viel Wert auf Cultural Fit legt, was mir sehr entgegenkommt, weil ich das auch für sehr, sehr wichtig halte. Da muss man natürlich ein besonderes Augenmerk darauf haben, was ist das für ein Mensch, der mir da gegenübersitzt.
Und natürlich ist es mir aufgefallen, dass in diesen Gesprächen sehr, sehr viele Menschen versuchen, jemand zu sein, der sie nicht sind. Der perfekte Arbeitgeber, der perfekte XY für diese Stelle, also die perfekte Stellenbeschreibung sozusagen. Der perfekte Salesmitarbeiter, was auch immer. Und dabei bleibt dann oft auf der Strecke, was da eigentlich wirklich für einen Menschen sitzt, was der wirklich für Werte hat.
Und es ist sehr schade, weil wenn ich jetzt mal in diesem Bewerbungs-Kontext bleibe, ist es ja so, wenn sich ein Bewerber auf eine Stelle bei einer Firma bewirbt und in dem Moment nicht er selber ist, kann er ja gar nicht selber sicherstellen, dass die Gegenseite wirklich zu ihm passt. Und andersrum kann natürlich auch die Firma nicht sicherstellen, dass gegenüber jemand sitzt, der wirklich ins Team passt. Und da wird dann ein unglaublicher Rattenschwanz draus, weil ...
Das sind dann oft Menschen, die vielleicht gerade eben so die Probezeit überstehen und dann frustriert sind. beiden Seiten Frustration herrscht, weil der Mensch passt nicht ins Team oder die Firma passt doch nicht zu mir. Und das treibt mich seitdem schon sehr, ⁓ warum es so häufig so ist, dass Menschen meinen, nicht sie selber sein zu dürfen. Das ist ja auch was, was wir aus dem Coaching-Kontext kennen, dass Klienten uns oft schildern, dass sie
sich in bestimmten Situationen gar nicht trauen, ihren tatsächlichen Standpunkt zu vertreten, ihre Wert zu vertreten. Viele sich auch gar nicht ihrer Werte bewusst sind, was das natürlich noch anfeuert, dieses in Rollen schlüpfen oder in Haltungen schlüpfen, die einem gar nicht entsprechen. So bin ich darauf gekommen, da würde ich gerne heute mit dir darüber reden.
Jan (04:25)
Also ist ein sehr interessantes Thema und mir gehen da gleich super viele Gedanken durch den Kopf dazu. Das eine ist ja der Punkt, was du natürlich sagst, wenn man sich verstellt, dann passt man gegebenenfalls eigentlich gar nicht zueinander.
Und das kann natürlich ein Punkt sein. Aber was mir auch gleich als Gedanke gekommen ist, ist die Frage, na gut, was heißt jetzt authentisch oder so, diese Person ist? Und muss ich im beruflichen Kontext genauso sein im privaten? Spoiler Alarm, ich glaube, ich bin im privaten Kontext anders als im beruflichen Kontext. Und beides gehört trotzdem irgendwie zu mir. Und ich kann mir vorstellen, dass das auch wirklich unter Umständen schwer zu...
beurteilen ist von außen, also da so durchzudringen. Die Frage ist ja auch, wie man vielleicht jemanden in einer solchen Situation ermutigen kann, sich da halt zu öffnen und beruflich authentisch zu sein dann zum Beispiel. Vielleicht kann man es auch verändern zwischen unterschiedlichen Lebenskontexten, dass man im jeweiligen Lebenskontext authentisch ist.
Björn (05:28)
Ja, gebe ich dir total recht. Natürlich haben wir unterschiedliche Jacken an im Verlauf eines Tages, ⁓ bisschen plastischer im Bild zu bleiben. jetzt bin ich auch ein anderer Björn, wenn ich in Verhandlungen mit einem Kunden bin, als wenn ich mit Freunden zusammensetze. Das ist natürlich so. Weil der Kontext ein anderer ist. Aber nichtsdestotrotz bleibe ich mir ja in irgendeiner Form treu oder versuche es zumindest, mir treu zu bleiben. Und ich mache ...
Jan (05:35)
Hmm. Hmm.
Hm?
Björn (05:57)
auch in meinem beruflichen Leben nichts, was gegen fundamentale Werte verstößt,
Jan (06:01)
Hm?
Björn (06:02)
die ich selber mit mir rumtrage. Oder ich verteidige Werte trotzdem auch im beruflichen Kontext, die mir sehr wichtig sind. Diese Werte alleine unterscheiden sich ja auch zwischen beruflichem und privatem Umfeld. Natürlich widersprechen die sich nicht. Ich kann nicht sagen, Ehrlichkeit ist mir ein total wichtiger Wert im Privaten.
Aber beruflich ist mir das egal. Ich halte das für unwahrscheinlich, dass man so unterschiedliche Jacken anhaben kann im Verlauf eines Tages. Aber natürlich ist die Gewichtung eine andere. Da stimme ich dir voll und ganz zu. Ähm ... Ja, und damit haben wir ja auch das andere Ding. Es ist ja jetzt von mir gerade aus einem geschäftlichen Umfeld abgeleitet worden. Aber es hat natürlich genauso seine Daseinsberechtigung im privaten Umfeld.
Jan (06:52)
Hmm.
Björn (06:54)
Wenn wir jetzt mal bei der Bewerbungssituation bleiben, wenn ich Menschen neu kennenlerne und da vielleicht Interesse an der Freundschaft habe und ich dann aber nicht authentisch ich selber bin, ist diese Freundschaft ja auch eigentlich zum Scheitern verurteilt, weil es über kurz oder lang ja irgendwelche Reibungspunkte geben wird, die ich da nicht mehr tragen kann. Also verstellen kann man sich ja auch nur bis zu einem gewissen Punkt oder bis halt irgendwas überläuft in einem, wenn dann
Jan (07:18)
Hmm...
Björn (07:19)
Werte so dramatisch verletzt werden.
Vielleicht müssen wir uns auch darüber Gedanken machen, wo das eigentlich herkommt. Ich hab da zwei Theorien. Das eine ist ... Das ist sehr wahrscheinlich das, was bisschen offensichtlicher ist. Dass man Angst vor Ablehnung hat. Macht gerade im Bewerbungs-Kontext
Jan (07:38)
mhm
Björn (07:41)
sehr viel Sinn. Dass man Angst davor hat, als authentische Person, so wie man wirklich ist, denkt, empfindet, sich gibt, nicht ...
anerkannt wird vom Gegenüber. ist das eine. Das andere ist ... Ich weiß nicht, ob es unbedingt seltener ist, aber vielleicht nicht so vordergründig, ist, dass man sich vielleicht gar nicht darüber bewusst ist, wer man eigentlich ist. Und welche Werte man eigentlich vertritt. Da komm ich jetzt drauf, weil es sehr häufig so ist, wenn ich mit Menschen arbeite, so im Führungskräftetraining oder so, und ich über Werte frage und dann bisschen Wertearbeit mache, dass dann ...
ganz häufig höre, ich hab mir über meine Werte noch nie Gedanken gemacht. Und wenn ich meine Werte nicht kenne, kann ich ja auch nicht wissen, wer ich eigentlich bin. Oder würdest du das anders sehen?
Jan (08:22)
Ja,
also du siehst mich erstaunt erstmal in der Feststellung, dass es Menschen gibt, die sich da wenig Gedanken darüber machen. Jetzt würde ich aber auch sagen, dass ich da nicht so repräsentativ bin, weil ich mir da sehr viel Gedanken darüber mache, wahrscheinlich überproportional viel. So und ich weiß gar nicht, ob es nur ein Wertethema ist.
Werte sind sicherlich eine gute Grundlage dafür, ⁓ sich selbst kennenzulernen, zu wissen, wie man agiert. Aber unabhängig von Werten, sei das irgendwie Ehrlichkeit, Toleranz oder ich übervorteile niemanden oder was es auch immer für Werte gibt, die einem da wichtig sind. Unabhängig davon gibt es auch andere Dinge, die zum Beispiel einfach die Persönlichkeit betreffen. Also bin ich eher ein extrovertierter Mensch, bin ich eher schüchtern, bin ich irgendwie...
Jemand der gerne Sales macht, ich jemand der gerne Verantwortung übernimmt ja oder nein und das ist ja auch so wenn du kommst jetzt unter anderem aus dem beruflichen Kontext wenn du dir mal so stellenbeschreibungen aus Anschauß da steht ja in regel drin man ist belastbar man ist flexibel man ist hat eine ausgesprochene Kommunikationsstärke man ist teamfähig
So, und das sind ja fast schon Standarddinger, findest du in 90%. So, und jetzt ist die Frage, sind 90 % der Menschen teamfähig, besonders belastbar, flexibel? I don't know. Ich hätte jetzt mal eine These, dass es sich wahrscheinlich auch eher normal verteilt in der Gesellschaft. Weil ja auch die Frage ist, wenn man irgendwie besonders belastbar ist, müsste man ja ansonsten schon hervorstechen da. Also das heißt, ich glaube, wichtig ist in erster Linie die Frage bei diesen Themen, ob das im beruflichen oder auch im privaten Kontext ist.
ist weniger was ist sozusagen mein Default Mode in dem ich unterwegs bin. Das ist glaube ich im privaten noch wichtiger als im beruflichen. Der Punkt ist aus meiner Sicht fühle ich mich so dass das etwas ist was ich auch langfristig halten kann und möchte was sich nicht unnatürlich anfühlt. So also wo ich sage das führt mir keinen Schmerz das kommt nicht zu mir kommt nicht da kommt innen
siehst du ja, ich habe hier schon Wortfindungsschwierigkeiten. Da kommt in mir kein Konflikt auf. Zum Beispiel mit meinen Werten oder auch einfach mit meiner Persönlichkeitsausprägung. Also ob ich jetzt zum Beispiel, wenn jetzt irgendwie von mir gefordert ist, dass ich immer jeden Tag rausgehe und 100 fremde Menschen anspreche, weil ich denen irgendwas verkaufen möchte oder soll, aber ich eigentlich jemand bin, dem das überhaupt gar nicht passt. Unabhängig davon, dass ich
Björn (10:44)
Ja, weil es mit deinen Werten übereinstimmt. Ja, genau.
Ja.
Jan (11:04)
Grundsätzlich mit den Werten irgendwie übereinstimme, dass wir ein gutes Produkt haben, das ich verkaufen könnte. Aber ich bin halt einfach nicht extrovertiert und ich habe Angst davor, Menschen in Kontakt zu kommen. Das hat ja gar nichts mit Werten zu tun, sondern das ist einfach auf was Persönlichkeitsausprägung. Dann kann das halt zu einem Konflikt führen. So und ich persönlich bin der Meinung, dass das ist in beruflichen Kontext oder auch in einem, wie sagen wir,
Björn (11:15)
für's Zuschauen.
Jan (11:28)
beruflich professionell oder auch irgendwie privaten Netzwerk, wo man sagt, da geht es darum, dass man etwas tut, da kann man auch eine Rolle gut aufrechterhalten. Aber auch gerade dann, wenn es irgendwie in den privaten Kontext geht, wo es irgendwie auch vielleicht in Beziehung geht oder sowas, da empfinde ich das persönlich als schwierig, wenn man versucht, etwas darzustellen, was weiter weg ist von der natürlichen Ausprägung. Das heißt ja nicht, dass man sich irgendwie jetzt gehen lassen soll. Man kann ja auch mal stärkere oder schwächere Zeiten.
Aber da finde ich das besonders wichtig, dass man authentisch ist. Weil wenn man das Gefühl hat, man kann nicht so sein, wie man eigentlich ist, was auch immer das heißt. Ja, dann wird es natürlich auch schwer, das Gefühl zu entwickeln oder das Vertrauen zu entwickeln, einer Person, tatsächlich auch aufgenommen, wertgeschätzt, geliebt oder wie auch immer zu fühlen. Wenn man das Gefühl hat, eigentlich ist es gar nicht, bin ich gar nicht dieses Selbst mit meinem Persönlichkeitskern, sondern eigentlich nur etwas, was ich darstelle.
Björn (12:26)
Ja, gebe ich dir recht. Vielleicht sollten wir da über die Ursachen da mal nachforschen. Vielleicht sollten wir uns darüber mal austauschen, woran das eigentlich liegt. Vielleicht ganz kurz nur vorab, weil du eben von Stellenanzeigen gesprochen hast, wo das dann so drinsteht. Ein erfahrener Recruiter mit einigermaßen der Fähigkeit, aktiv zuzuhören und nachzufragen und zu beobachten, merkt das übrigens sofort.
Das ist dich wahrscheinlich keine Überraschung. Aber ein erfahrener Recruiter, der viele Gespräche führt, der merkt sofort, wenn da etwas vorgegeben wird zu sein anhand einer Stellenbeschreibung. Das merkt man in den ersten fünf Minuten, weil das in der Regel sofort so runtergebetet wird. Was alles der Stellenbeschreibung gefordert ist, dann sofort versucht, den ersten fünf Minuten zu verkaufen. Ich will keine Tipps geben, wie man Recruiter an der Nase rumführen kann. Das wäre schädlich auch für mich selber.
Aber das ist zum Beispiel so ein ganz schnelles Ding, was man sofort merkt und wo man sich dann bei einem Bewerbungsgespräch zumindest sehr schnell ins Ausschießt. Okay, lass uns über die Ursachen sprechen. Also grundsätzlich glaube ich, dass was dahinter steht, ist Angst vor Ablehnung. Also sowohl im beruflichen, wie eben schon mal erwähnt, als auch im privaten scheint es da ja eine ...
Grundlegende Furcht zu geben. So wie ich bin, reiche ich nicht. Oder so wie ich bin, passe ich nicht.
Glaubst du das ist so oder liege ich da falsch, wenn ich auf dem Holzweg?
Jan (14:10)
Also ich glaube, das kann ein Aspekt sein und der andere Aspekt ist, dass man vielleicht etwas möchte. dass man etwas möchte und zwar so stark, dass man sagt, weil ich das möchte, bin ich bereit dafür nicht authentisch zu sein.
Björn (14:19)
so als Motivator.
Jan (14:27)
Das könnte zum Beispiel sein, ein Job mit einem ganz tollen Gehalt oder ein Job mit einem ganz tollen Titel oder eine mögliche Partnerin, ein Partner, dem mir ganz, toll gefällt und deshalb verstelle ich mich jetzt Geld. Genau, klar. Richtig.
Björn (14:38)
Geld. Ja. Ja. Ja. Ja, stimmt, da hast du auch recht. Das ist der Motivator, vielleicht eine Stellenausschreibung zu sehen, wo man denkt, das bringt
mir Anerkennung. Da verdiene ich so mit XY mehr als jetzt. Da bekomme ich irgendwie das, was ich mir immer gewünscht habe.
Firmenwagen oder irgendwie so was. setze ich jetzt alles dran, das zu erreichen. Und dafür nehme ich dann in Kauf, mich auf eine Art Weise zu verkaufen, die mir nicht entspricht. Ja, da, wenn ich mir so was vorstelle, muss ich ehrlich sagen, bekomme ich direkt ein ungutes Gefühl im Bauch. Also das ist, wenn ich mir vorstelle, ich würde das so machen, ich würde mir das so wünschen und hätte dann, würde mich dann so verstellen, da wird mir direkt mulmig. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber
Da fühl ich mich sofort unwohl.
Jan (15:38)
Ja, aber die Frage ist ja da auch, wo geht's los? Also wo fängt's an? Ich nehme jetzt ein fundamentales Beispiel. Es gibt da draußen viele Menschen, ob jetzt männlich oder weiblich, die stehen morgens auf und nach der Dusche
machen die sich fertig und schminken Ist das jetzt nicht authentisch? Warum zeigt man sich nicht so wie man ist? Warum möchte man das tun? Ja, weil es mir gefällt, natürlich, Aber es hat ja auch was damit zu tun, dass man nicht komplett, ich mal, komplett authentisch rausgeht, sondern dass man halt etwas darstellen möchte, sich irgendwie zeigen möchte. Und da geht es ja schon los. Also wir sind ja auch...
Björn (15:55)
Ja.
Jan (16:18)
Teilweise ist es ja auch anerzogen, dass wir uns anpassen. Das geht ja schon in der Erziehung los. Ich sehe das ja bei meinen Kindern selbst. Und teilweise tut mir das auch leid. Weil es gibt auch mal Situationen, wo du halt auch immer ein Kindmaß regelt oder mutmaßlich in einem positiven Sinne erziehst mit einer guten Absicht. Also, dass es irgendwie auch funktionieren kann in der Gesellschaft. Gleichzeitig ist es ja eine Anpassung, stattfindet. Und das heißt, man lernt ja auch als Mensch, sich irgendwo anzupassen.
Und da ist halt eben die Frage ab, wo geht das los, dass man nicht mehr authentisch ist? Ist es schon nicht mehr authentisch, wenn ich sage, ach eigentlich fühle ich mich heute nach Jogginganzug, aber meine Kunden erwarten eigentlich von mir, dass ich im Anzug komme, statt Jogginganzug und deshalb ziehe ich mir jetzt einen Anzug an.
Björn (17:02)
Ja, ich ein schönes Bild. Ist ein schönes Bild. Was soll ich darauf sagen? Also, dem Schminken, da lehne mich jetzt nicht aus dem Fenster. Das ist bisschen glatteis, weil wir quasi allen, die sich schminken, ohne jetzt Geschlechter zu nennen, unterstellen würden, sie trauen sich nicht, sie selbst zu sein. Das ist, glaub ich, ein bisschen was anderes. Du hast aber einen wichtigen Punkt aufgebaut, nämlich die gesellschaftliche Erwartung. Also diese Erwartung, wie jemand aufzutreten.
Ja, gebe ich dir recht. Aber ist es nicht so ... Wenn wir jetzt mal das Schminken wirklich völlig ausklammern, weil das ist ja eine ... Ich glaub, das ist schon fast ein Brauch. Also, dieses ... hübsch zu machen. Das machen wir Jungs genauso wie es die Mädels machen. Wir gucken ja auch, dass wir nicht total verlottert durch die Gegend laufen. Zumindest der Großteil tut das. Und versucht sich einigermaßen ansehnlich ...
Jan (17:40)
Mhm.
Björn (18:02)
der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber der Gedanke ist ein ganz spannender. Nämlich, also das eine ist etwas, was wir als Brauchtum haben, aber das andere ist, erwartet man, dass man oder andersrum, wird, welche Erwartung wird an mich herangetragen, wie ich zu sein habe?
Das hat aber doch nichts damit zu tun, sich selber gegenüber unehrlich zu sein, wie ich wirklich bin. Bleiben wir bei dem Jogginganzug, auch wenn das jetzt ein sehr drastisches Beispiel ist. Wenn ich ein Typ bin, der am liebsten in Joggingklamotten rumhängt, der sich grundsätzlich unwohl fühlt, er, nehmen wir das krasse Gegenteil, einen Anzug anzieht, dann bin ich sehr wahrscheinlich in einem Umfeld, in dem das von mir gefordert wäre, völlig fehl am Platz.
Egal, ich kann, egal, ob ich es könnte, ob ich die Funktion auskleiden könnte. Wenn ich nicht funktionieren kann, wenn ich in dieses Schema passe, das da von mir erwartet wird, ob das sinnvoll ist, Schema, sei mal dahingestellt, dann verstände ich mich doch so grundlegend, wenn ich das vorgebe, dass das für mich in Ordnung ist. Also wenn ich den Job dann habe, gnadenlos auf der Weg in mein persönliches Unglück bin.
Weil ich muss mich erstens verstellen, ständig was anziehen, ich nicht will, indem ich mich nicht wohlfühle, das nicht zu mir passt, wo ich Unbehagen drin habe. Werd ich dann wirklich so gut performen, ich könnte, selbst wenn ich die Fähigkeiten habe, weil ich mich permanent unwohl fühle? Also, warum diese Erwartung, die an mich herangetragen wird von irgendeiner externen Stelle, warum die erfüllen, wenn sie nicht zu mir passt? Warum nicht so ehrlich sein und sagen, ich ...
finde schon eine Stelle, wo ich im Trainingsanzug den ganzen Tag rumhängen kann, wo ich meine Fähigkeiten einbringen kann, die Wertschätzung kriege, vielleicht das Geld dann auch kriege. Gibt's ja auch andere. Wenn es eine Firma auf der anderen Seite ist, sagt, bei uns ist Anzug Pflicht, und hier müssen alle mit Krawatte rumlaufen, dann wird das wahrscheinlich kein Start-up sein. Vielleicht gibt's ja einen Start-up, wo ich mit meinen Fähigkeiten genauso in eine ähnliche Position komme, wo ich mich wohlfühle und wo ich
wo ich entsprechend monetär und von der Wertschätzung her honoriert werde. es ist doch eigentlich wieder die Frage, warum sich verstellen? Warum nicht sagen, ich suche etwas, was zu mir passt?
Jan (20:40)
Ich glaube, dass es einfach eine Abwägung zwischen vielen unterschiedlichen Themen ist. Das eine ist das Thema Authentizität im Sinne von was sind meine Werte, wie fühle ich mich, wie möchte ich mich anziehen, wie möchte ich sprechen. Kannst du frei benennen. Das andere ist vielleicht ein Thema, wie viel Geld kann ich verdienen mit dabei im Sinne von finanzieller Sicherheit. Und dann gibt es vielleicht noch so etwas wie
wie andere Absicherung, wie sicher ist so Job in Summe. Das sind mal irgendwie die... Und dann gibt es noch eine inhaltliche Komponente. Was interessiert mich denn? Vielleicht trage ich unheimlich gerne Jogginganzug, aber ich interessiere mich ohne Ende für Investmentbanking. Und im Investmentbanking, in den Firmen, die mich interessieren, darf ich keinen Jogginganzug tragen, weil mich das so interessiert, ich auch bereit zu sagen, komm, dann ziehe ich halt eben den Anzug an. Dafür kann ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen. Und ich glaube, das ist...
vielschichtig ist. gibt einerseits das Thema reine Authentizität vom Typ her, von meiner Grundausprägung. Dann gibt es noch andere Faktoren, die für mich wichtig sind. Und vielleicht ist es auch so, selbst wenn ich keine Lust habe mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen, aber wenn ich vielleicht zu Hause fünf Kinder habe und die wollen versorgt werden, dann bin ich auch bereit, in Kauf zu nehmen, ich irgendwas tue, mir mit Inhalt nicht so Spaß macht, wo ich vielleicht auch nicht so authentisch sein kann. Aber dafür kann ich diesen Teil mit versorgen. Und ich glaube, dieser Balance zwischen den unterschiedlichen Lebensbereichen.
Das muss jeder für sich selbst finden. Und ich finde es, also von daher ist es auch aus meiner Sicht ein Stück weit eine Luxusfrage, das ist jetzt nicht böse gemeint, aber eine Luxusfrage, ob ich mir auch Authentizität leisten kann. Und jetzt leben wir in einer Gesellschaft, der wir das Glück haben, dass vielleicht ein gewisser Anteil der Personen auch in der Situation ist, sich darüber Gedanken zu machen. Diese Authentizität ist sie mir das...
Björn (22:21)
Richtig, ja ja.
Jan (22:34)
oder kann ich mir das leisten authentisch sein zu wollen und deshalb irgendwie andere Dinge nicht zu erreichen, nicht zu haben oder wie auch immer so. Und dann, wenn man in dieser Situation ist und sich diese Frage stellen kann, sagen kann, ist es jetzt eher quasi eine Frage authentisch und zwischen Authentizität und persönlichem Glück, Erfüllung oder wie auch immer, dann ist man da ja ganz richtig aufgehoben. Und dann muss man sich für sich die Frage stellen, wie gesagt, was ist es mir in Summe wert, authentisch zu sein? Und authentisch sein, das
Ich mir auch die Frage, was heißt das? Heißt das, dass ich jedem auf die Nase binde, wie es mir jetzt gerade heute geht? Oder ist eine gewisse Beherrschung vielleicht auch eine Qualität, da ist, auch wenn es nicht 100 Prozent authentisch ist? Ist meine persönliche Authentizität das, was meine Rolle gerade erfordert? Also musst du als Coach, auch wenn du authentisch bist. Du hast jetzt heute, du hast echt einen richtig, richtig bescheidenen Tag. Du bist aufgestanden, der Kaffee schmeckt dir schon so dermaßen mies, dass du dich nicht wieder hingelegt hättest. Nichts lief.
Und jetzt sitzt da deine Kundin, deine Klientin und hat ein Thema. Und dann sagst du, also ganz im Ernst, eigentlich habe ich heute überhaupt keinen Bock hier zu sitzen. Das wäre vielleicht authentisch und ehrlich in diesem Moment. Und trotzdem reißt man sich vielleicht zusammen für diese andere Person, weil man sagt, naja, für die Sache, für diesen Wert ist es eigentlich wichtiger, dass ich da jetzt auch mal funktioniere, dass ich vielleicht nicht zu 100 Prozent authentisch bin.
Björn (23:48)
Ja, Nein, natürlich nicht. Ja.
Jan (24:03)
Ich krieg das abgebildet und das muss ja jeder für sich selbst entscheiden jeden Tag. Nein.
Björn (24:08)
Wobei ich jetzt eine schlechte Tagesverfassung nicht mit grundsätzlich widersprüchlichen Werten gleichsetzen würde.
das wäre ja fatal. Weil natürlich haben wir alle gute und schlechte Tage. Aber das ändert ja nichts daran, dass die Coaching-Situation jetzt auf unser Beispiel oder unsere Situation bezogen nicht etwas ist, was
uns grundlegend so erfüllt, dass wir dann auch in Kauf nehmen, dass wir mal einen schlechten Tag haben und dass da vielleicht ein Klient sitzt, wo wir mit dem Thema gar nichts anfangen können. Ich möchte dir aber ein drastisches Beispiel von jemandem geben, der dieses, wie du es eben, Luxusproblem, nicht böse gemeint beschrieben hast, sehr radikal umgesetzt hat. Schon länger her, da hatte ich ein Bewerbungsgespräch, da erschilderte mir jemand, er hätte, wer aber, also ist, ich weiß gar nicht mehr wie alt, der Mitte 40.
Jan (24:34)
Hm? Hm? Hm?
Björn (25:01)
ganz flotter Typ, ne? Also so sehr, sehr sehr belesen, sehr eloquent auch in der Kommunikation. Und hatte auch einen recht jugendlichen Sprachstil, so würd ich das sagen. Und der sagte, er hätte jetzt gedacht, er würde jetzt mal zu einem Start-up wollen, weil das würde ihm ja wirklich entsprechen. Und dann haben sie ihm im Bewerbungsgespräch auch gesagt, ja, ganz viele Team-Events, und das Team geht eigentlich ...
Jan (25:22)
und
Björn (25:29)
Drei Mal die Woche abends noch ziehen die noch die Häuser und so was.
Jan (25:31)
mhm
Björn (25:33)
Fand er total toll im Bewerbungsgespräch, weil er so ein Bild von sich hatte. Das entspricht mir. Und siehe da, er hat den Job dann genommen und ist danach mit wehenden Fahnen relativ schnell wieder gegangen, weil er dann festgestellt hat, das war er dann doch nicht und hat dann radikal selbst gekündigt und war in einer Situation, äußerst riskant war.
Jan (25:36)
Hmm.
Mhm.
Björn (25:54)
und hat dieses Luxusproblem quasi in Kauf genommen, er gemerkt hat, wenn ich das auf Dauer so mache, werde ich sehr, sehr unglücklich. ja, auf der einen Seite ist es ein Luxusproblem, wenn man sagen kann, ich will aber nur irgendwo arbeiten, wo ich mich hundertprozentig wohlfühle.
Aber natürlich gibt es Dinge, die einen auch dazu zwingen können, bestimmte Kompromisse in Kauf zu nehmen, ⁓ das Einkommen sicherzustellen. Das ist
Jan (26:21)
Mhm.
Björn (26:22)
völlig klar und auch völlig legitim. Natürlich völlig legitim und völlig nachvollziehbar. Ich glaube aber, es geht nur bis zu einem gewissen Punkt. Weil ja, natürlich kann man sagen, ich mach die Faust in der Tasche und eigentlich mag ich das nicht. wenn man zum Beispiel ein völlig unpolitischer Typ ist und ich meine jetzt nicht Politik im Sinne von Regierungspolitik, sondern Office Politik, so das Typische, wenn man da sehr unpolitisch ist und man gerät in ein Team, wo aber
Jan (26:24)
Hm? Hm?
Mmh.
Björn (26:50)
ständig politische Spielchen gespielt werden. Natürlich kann man da auch die Faust in der Tasche machen, sagen, komm, das ernährt meine Familie. Das halt ich schon aus. Ich glaube aber, es gibt einen Punkt, an dem geht es nicht mehr. Und das erleben wir ja auch immer wieder bei Menschen, die in einen Burnout geraten sind. Dass die sich in einer Situation selber festgehalten haben, die grundsätzlich nicht zu ihnen passt. Dass die in Kauf genommen haben, bestimmte Dinge zu akzeptieren, die
Jan (26:56)
mhm .
Björn (27:19)
nicht zu Ihnen passen. ist oft eine Komponente von Menschen, die in ein Burnout geraten. Nicht nur wirklich überlastungssinnig von, arbeiten jeden Tag 14 Stunden und schlafen fast nicht oder haben wahnsinnig viel Druck, sondern tatsächlich diese Grundsituation, ich fühle mich eigentlich in dieser Situation nicht wohl. Und sie akzeptieren das zu lang. Und ja, es ist ein Luxusproblem, wenn man sagt,
Jan (27:24)
Mhm.
Hmm.
Björn (27:46)
Ich will mir das aussuchen, wo ich mich wirklich wohlfühle, was so 100 % nicht zu mir passt. Und natürlich ist überall ein Kompromiss. Überall ist ein Kompromiss. Es ist, glaube ich, sehr unwahrscheinlich, dass man irgendwann in einer Situation ist, beruflich, privat hoffentlich öfter, beruflich, wo man sagt, jetzt stimmt wirklich alles zu 100%, ich habe überhaupt nichts an der Situation auszusetzen. Das ist ja statistisch schon total unwahrscheinlich, dass man beruflich nur Menschen um sich rum hat,
Jan (28:08)
Hm.
Björn (28:15)
wo man sagt, es stimmen meine Werte alle über einen, das gibt's gar nicht. Aber ich möchte davor eigentlich nur warnen, weil das so eine Beobachtung ist, ich habe, dass man nicht den Punkt überschreiten sollte, wo die Last so groß wird, dass man sich irgendwann selber schadet. Weil man so damit beschäftigt ist, eine Rolle zu erfüllen, die so gegen einen selber geht, dass es einem dermaßen Energie raubt, dass man auf dem Weg ins Unglück ist. Und so bin ich eigentlich auch auf dieses Thema gekommen.
Jan (28:35)
Hm.
Also für mich ist das insbesondere das Thema strukturelle Authentizität. Also nicht anlassbezogen, einmalig, wo man sich vielleicht einfach mal zusammenreißt oder wie auch immer, sondern wo man feststellt, wie funktioniert das dauerhaft. Das war ja auch das, was du gesagt hast. Und da diesen Abgleich zu machen und auch die Selbstkenntnis, wie es einem damit tatsächlich geht. Jetzt gibt es aber auch Situationen,
Björn (28:59)
Ja, ja.
Jan (29:14)
Da kannst du das unter Umständen einschätzen, weil du die Situation gar nicht kennst. Also beispielsweise, als ich mich beworben habe damals in der Beratung, da habe ich mich in der Beratung beworben, wusste ich, was Beratung ist. Nein, also du kannst ja in der Homepage von einer Beratung durchlesen, wenn du selbst kein Berater bist. In der Regel, da könnte alles stehen, was sie tun, aber was das richtig bedeutet, weißt du nicht. Und da habe ich mir auch die Frage gestellt, kann ich das, halte ich das durch und so weiter und so fort. Und ich habe es...
versucht, so habe mir das auch zugetraut, aber richtig sagen zu 100 Prozent kannst du es unter Umständen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Da kannst du vielleicht eine Annahme davon haben, wie es funktioniert. Du hast vielleicht eine gute Stellenbeschreibung und kannst dann irgendwie abgleichen, passt das zu mir, ja oder nein. Dabei kann man authentisch sein. Muss man dann auch sein nach dem Motto, bin ich tatsächlich belastbar? Kann ich das aushalten, mich immer neu flexibel, neue Themen einzuarbeiten, ja oder nein? Möchte ich immer viel unterwegs sein? So möchte ich das in Kauf nehmen.
Genau, und da aber auf sich zu achten. hast es gerade gesagt, das finde ich einen ganz, ganz wichtigen Punkt. Dafür muss man sich selbst auch kennen. Dafür muss man sich selbst kennen, wissen, was ist mir wichtig, was tut mir gut. Und dazu gehört vielleicht auch eine gewisse Erfahrung. Dazu gehört vielleicht auch mal die Erfahrung, etwas getan zu haben, was nicht so war, wo es diese Grenze überschritten hat, weil ich vielleicht das gar nicht weiß. Es gibt ja auch eben diesen Spruch, man muss auch mal raus aus der Komfortzone, weil da das Wachstum liegt. Ja klar, da kann aber auch eine Grenze sein, wenn ich zu weit rausschwimme, wo es vielleicht nicht mehr klappt.
Björn (30:17)
Richtig.
Ja.
Jan (30:41)
Was mir zum Beispiel aufgefallen ist, auch von anderen Seite, von Arbeitgeberseite, wir stellen ja auch Personen ein. Und ich weiß, die ersten Recruiting-Gespräche, die ich geführt habe, da fiel mir das teilweise total schwer, auch abzugrenzen, sozusagen, was wir nicht wollen. So was, oder auch irgendwie harte Leistungen einzufordern oder wie auch immer. Also Engagement einzufordern, weil ich immer dachte, ja, verbreit die Leute oder wie auch immer.
Und das war vielleicht auch noch eine etwas andere Zeit, weil das schwankt ja auch gerade immer so, wie das Angebot ist. Eine Zeit lang war es ja auch so, dass es echt schwierig war, Fachkräfte zu bekommen. Aktuell ist es ein bisschen besser. Aber die Lehre, die ich auch daraus gezogen habe, auch als Arbeitgeber, ist es total wichtig, authentisch zu sein. Und zu sagen, du kannst natürlich überall sagen, bei uns ist irgendwie nur Friede, Freude, Eierkuchen, dies und das.
Björn (31:27)
Natürlich. Jaja, klar.
Jan (31:35)
Du kannst auch sagen, bei uns zum Beispiel ist die Kultur total wichtig. Und ich würde auch eine Person, kulturell nicht gut passt, nicht mit ins Team holen, weil das natürlich auch was mit dem Team macht in Summe. Aber gleichzeitig ist es auch wichtig, jenseits der Kultur auch zu sagen, wie ist denn konkret der Leistungsanspruch? Und dann auch vielleicht zu sagen, das ist ja auch wichtig mit dabei, das eine ist ja, was eine Person sagt, und das andere ist aber auch selbst, was du wahrnimmst.
Björn (31:48)
Genau, genau.
Jan (32:04)
Und dann halt auch zu, du musst auch die Abwägung machen. Also kann ich das glauben, was mir mein Gegenüber gerade sagt, traue ich das auch dieser Person zu? Und glaube ich auch, dass das für diese Person irgendwie ein glücklicher Schritt, ein guter Schritt sein kann. Weil man ist ja auch in einer beidseitigen Verantwortungsposition Arbeitgeber, Arbeitnehmer. Und das ist, finde ich, irgendwie super interessant auch als Unternehmen diese Eigenerfahrung machen zu machen oder auch selbst als
Arbeitnehmer und sich da halt eben auszutesten und zu sehen, was ein guter Mensch Ich würde vielleicht gerne noch eine Erfahrung teilen. Die ist ein bisschen cheesy, aber ich finde sie trotzdem immer schön. Denn als ich meine jetzige Frau kennengelernt habe, da habe ich mir zu Beginn gesagt, ich bin jetzt so authentisch, wie es nur geht. So und ich glaube, ich weiß nicht, ob ich jemandem schon mal vorher so authentisch gegenüber war.
Björn (32:45)
Haut rein!
Jan (33:02)
Und das Ergebnis ist aber, meiner Meinung nach, wir uns halt, also dass wir echt voneinander wissen, wer wir sind und wie wir ticken und wo auch die Macken sind und so weiter. Aber deshalb kann man sich da auch komplett feilen lassen. So und das finde ich eine total schöne Erfahrung und das ist vielleicht auf der Gewinnerseite des authentischen Seins, dass man eben auch die Möglichkeit hat, sich in eine Sache komplett feilen zu lassen und das dann auch genießen zu können.
Björn (33:14)
Ja, das ist super. Ja.
Ja. Sehr schön gesagt, kann ich mich nur anschließen. Ich hab genauso eine cheesy Geschichte. Nicht mit Partner, sondern mit mir selbst. Und das jetzt vielleicht so zum Abschluss. Ich hab ja schon öfter mal darüber gesprochen, dass ich eine schlimme Krise hatte vor langer Zeit mittlerweile, Gott sei Dank. Und da hab ich mich ja auch mit einer Coaching ausgetauscht. Und da hat diese sehr, sehr weise Frau, wie ich sagen muss ...
Jan (33:32)
mhm
Björn (33:55)
etwas sehr Schönes zu mir gesagt. Und vielleicht hört sie zu, dann kann sie das noch mal als Dankeschön mitnehmen. Da ging es mir nicht gut und da bin ich gefragt worden, haben sie ihren Freunden das erzählt? Und da habe ich gesagt, ich kann ja jetzt nicht jede Woche da anrufen, alle drei Tage und denen immer wieder das Gleiche sagen. Ich kann ja nicht immer wieder über die gleichen Sachen sprechen. Und da sagte sie zu mir, na wenn sie das nicht tun, dann werden sie ja auch nie erfahren, wer wirklich ihre Freunde sind.
Und das hat in mir so eine Kaskade von Dingen ausgelöst, dass ich gedacht habe, da hat sie so recht. Genau diese Erfahrung, diesen Mut zu haben, so, und jetzt bin ich mal wirklich so, wie ich eigentlich bin. Und jetzt setze ich mal keinen Filter dazwischen und siehe da, dann merkt man auch, wer ist eigentlich wirklich bei mir? Wer bleibt auch bei mir, wenn ich wirklich bin, wie ich bin? Und das ist ja ein unheimlich schönes Gefühl. Und deswegen vielleicht so zum Abschluss für die Hörer.
Traut euch, im richtigen Kontext natürlich und im richtigen Maß. wenn ihr euch traut, euch die Anerkennung, die zurückkommt, umso besser tun, weil sie gebührt dann wirklich euch und nicht irgendeiner Rolle.
Jan (35:10)
Ein weiser Mann hat mal gesagt, danach kann nichts mehr kommen. Ein sehr schöner Abschluss. Ich danke dir, Björn, dass du dieses Thema heute aufgebracht hast und dass wir darüber gesprochen haben. Und wir haben festgestellt, meiner Sicht, dass Authentizität auch nicht einfach nur schwarz-weiß zu betrachten ist. Sinne von, es ist immer und in jeder Situation super zu 100 Prozent authentisch zu sein. Manchmal muss man auch den Kontext mit betrachten. Aber es ist wichtig, dass man sich selbst im Auge dabei behält.
Björn (35:16)
Ja.
Jan (35:40)
damit man langfristig da auch mit sich im Frieden ist und nicht nur gut funktionieren kann, sondern gut lebt und sich gut fühlt. Und da wünschen wir euch auf jeden Fall ganz viel gute Orientierung und einen guten inneren Kompass im Hinblick auf eure Authentizität. Und wir freuen uns, wenn wir das nächste Mal dann wieder miteinander sprechen. Weitere Informationen, Kontaktdaten findet ihr in den Show Notes und dann sagen wir mal bis zum nächsten Mal. Auf Wiederhören.
Björn (36:06)
Macht's gut, ciao!