Am 30. September 2019 steht Bernd mit der Familie auf den Dachterrassen des Duomo. Zwischen weißem Marmor, vielen Statuen und müden Beinen wird aus dem letzten Programmpunkt plötzlich ein stiller, sehr genauer Abschiedsblick auf Mailand.
Episode 6 • Erinnerung vom 2019-09-30 Duration: 3:13
Am 30. September 2019 steht Bernd mit der Familie auf den Dachterrassen des Duomo. Zwischen weißem Marmor, vielen Statün und müden Beinen wird aus dem letzten Programmpunkt plötzlich ein stiller, sehr genaür Abschiedsblick auf Mailand.
Letzter Tag, müde Beine, noch einmal auf den Dom – und auf einmal schaut man genaür als am Anfang der Reise. Der Abschied aus Mailand passiert nicht am Bahnhof, sondern oben auf dem Duomo: zwischen Touristen, Marmortürmen und den Bildern, die am Ende übrig bleiben.
Geschichten mit Bernd ist ein von Matthias kuratierter und produzierter Podcast über Erinnerungen, Handwerk, Reisen, Familie und Lebensgeschichten rund um Bernd. Jede Folge beginnt bei einem konkreten Moment und öffnet daraus ein größeres Fenster in Geschichte, Kultur, Orte und verschwindende Welten.
Dieser Podcast ist für Bernd. Es gibt immer wieder Folgen zu Themen, die ihn interessieren.
Mailand am letzten Vormittag
Folge 6 | Erinnerung vom 2019-09-30
Geschichten mit Bernd | Ein Podcast von Matthias
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[00:10] Erzähler: Letzter Vormittag in Mailand. Alle haben schon einiges in den Beinen, und dann geht es noch auf den Duomo. Eigentlich könnte man sagen: Haken dran, Hauptsehenswürdigkeit. Aber oben passiert etwas anderes. Man wird plötzlich genaür.
[00:29] Gesa: Weil man entspannter ist oder weil man schon halb weg ist?
[00:34] Erzähler: Wahrscheinlich beides. Kein Ankunftsdruck mehr, kein großes Staunen mehr. Stattdessen dieser Blick auf den weißen Marmor, die Statün, die Stadt darunter. Der Abschied beginnt da oben ziemlich leise.
[00:51] Erzähler: Oben merkt man erst, was für ein verrücktes Gebäude das ist. 135 Türmchen, rund 3400 Statün, jahrhundertelang daran gebaut. Du läufst nicht nur auf einem Dach. Du läufst mitten durch die Spitzen dieses riesigen Projekts.
[01:10] Gesa: Und ein Großteil davon ist von unten praktisch unsichtbar.
[01:14] Erzähler: Ja. Viele Figuren stehen da oben fast für sich. Und 2019 war der Dom gerade frisch gereinigt, das Gerüst weg, der Marmor ungewöhnlich hell. Wenn man ein Auge für Material hat, ist das schon ein sehr guter Moment für einen Besuch.
[01:34] Gesa: Und die Madonnina wacht weiter über alles?
[01:37] Erzähler: Fast. Sie steht oben auf 108 Metern, aber seit 2012 ist der UniCredit Tower höher. Mailand hält sich also nicht mal mehr ganz an seine eigenen kleinen Stadtlegenden.
[01:51] Erzähler: Auf den Fotos sitzen die Kinder auf dem Stein, klettern an Kanten entlang, sind daürnd in Bewegung. Das holt den Dom sofort runter von seinem Sockel. Für sie ist das eben nicht nur Monument, sondern auch einfach ein Ort, auf dem man herumläuft.
[02:12] Gesa: Sehr gesund eigentlich. Sonst wäre das nur Ehrfurcht mit Geländer.
[02:17] Erzähler: Genau. Und Bernd schaut dazwischen auf Material, Licht, Abstand zur Stadt. Nicht feierlich, eher genau. So wird aus dem letzten Programmpunkt plötzlich ein echter Moment.
[02:32] Gesa: Welche Bilder bleiben von dem Vormittag?
[02:35] Erzähler: Wahrscheinlich keine Totale. Eher die kleinen Sachen: eine helle Marmorkante, ein Kind auf einer Maür, unten die Dächer von Mailand, und dieser kurze Blick zurück, bevor alle wieder Richtung Treppe gehen.
[02:53] Erzähler: Irgendwann geht es wieder die engen Treppen runter. Unten wartet schon die Piazza, später der Bahnhof. Aber oben bleibt noch kurz dieses Bild hängen: heller Stein, etwas Wind und Kinder, die sich einen guten Platz auf der Maür gesucht haben.
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Ende der Folge. Laufzeit 03:13.