Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.
Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.
Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."
Hallo, mein Name ist Ivan Blatter. Ich begleite Menschen mit Verantwortung dabei,
ihre Zeit bewusster zu gestalten, damit Arbeit wieder Sinn ergibt und Platz
für das Wesentliche bleibt.
Heute habe ich eine Mutmacher-Episode für dich.
Vielleicht macht sie dich auch nachdenklich, doch am Schluss solltest du dich
doch sicherer fühlen als jetzt.
Denn es geht um Arbeiten im Nebel.
Da will ich über Nebel sprechen und dann haben wir ironischerweise hier in Basel
das schönste Wetter, das man sich vorstellen kann.
Blauer Himmel, die Sonne scheint, klare Sicht, schon fast ein bisschen Frühling,
obwohl ja immer noch Februar ist.
Aber das macht nichts, denn das hörst du ja nicht hier im Podcast und deshalb
kann ich hier ohne schlechtes Gewissen über Nebel sprechen.
Stell dir nur mal das Gegenteil vor. Jetzt hattest du das Bild von der Sonne
und dem blauen Himmel vor Augen, aber stell dir das Gegenteil vor.
Du fährst auf der Autobahn, es ist früh, vielleicht sogar noch dunkel und plötzlich
zieht dichter, dichter Nebel auf.
Binnen Sekunden siehst du kaum noch was.
Die Scheinwerfer, ja die leuchten zwar, aber vielleicht 20 Meter weit,
nicht mehr. Was machst du?
Klar, du fährst langsamer, du bist aufmerksamer, vielleicht schaltest du die
Warnblinkanlage ein. Aber hältst du an?
Hältst du am Straßenrand und wartest, bis der Nebel sich lichtet?
Nein, in der Regel tust du das nicht. Du fährst trotzdem 20 Meter nach dem anderen.
Du siehst nicht das Ende der Strecke, aber du siehst genug.
Genug, um weiterzumachen. Genug, um anzukommen.
Und genau das können wir auf unsere jetzige Situation und auf unsere Arbeit übertragen.
Das Blöde ist, im Arbeitsleben machen viele Menschen genau das,
was sie auf der Autobahn nie tun würden.
Sie halten an. Sie warten. Sie sagen, wenn ich klar sehe, wo es hingeht, dann starte ich.
Wenn ich weiss, wie sich der Markt entwickelt, dann entscheide ich.
Wenn die Unsicherheit vorbei ist, dann plane ich.
Vielleicht kennst du das. Vielleicht hast du auch so ein Projekt,
das du immer wieder aufschiebst, weil die Lage noch zu unklar ist.
Oder vielleicht eine Entscheidung, die du nicht triffst, weil du mehr Informationen brauchst.
Ein Schritt, den du nicht wagst, weil du die Konsequenzen nicht genug absehen kannst.
Das ist normal. Das ist ja zutiefst menschlich. Dieser Wunsch nach Klarheit, den haben wir doch alle.
Und es ist eigentlich auch klug bis zu einem gewissen Punkt.
Aber danach wird es zur Falle.
Und genau das gilt auch im Zeitmanagement. Menschen, die sagen,
Ivan, ich komme gerade nicht voran.
Ich kann nicht planen, weil ich nicht weiss, was kommt. Ich kann keine Prioritäten
setzen, weil sich ständig alles ändert. Ich weiss nicht, worauf ich meine Zeit
verwenden soll, wenn die Zukunft so unklar ist.
Das kann ich natürlich schon nachvollziehen, weil wir leben gerade in einer
Zeit, in der sich wirklich sehr vieles sehr, sehr schnell verändert.
Märkte verschieben sich, Technologien verändern ganze Branchen,
KI ist nur das aktuellste Beispiel dafür, die politische Lage,
die sich ständig ändert und wir wissen nicht, was morgen ist.
Und was heute gilt, das kann morgen schon komplett von gestern sein,
komplett überholt sein.
Das ist keine Einbildung, sondern der Nebel, der ist real.
Aber vielleicht ist das Problem gar nicht der Nebel. Vielleicht ist das Problem,
dass viele aufgehört haben zu fahren, dass sie am Strassenrand warten und dabei Zeit verlieren.
Sie verlieren ihre Handlungsfähigkeit und manchmal verlieren sie auch den Mut,
überhaupt noch loszufahren. Und das ist das Problem dahinter.
Und deshalb habe ich heute keine Patentrezepte, keine Schritt-für-Schritt-Anleitung,
keine Tipps und Hacks für dich, sondern drei Erkenntnisse und Perspektiven,
die dir helfen werden, auch im Nebel wieder zu fahren.
Langsam, sicher, aber es geht voran.
Erkenntnis Nummer 1. Der Nebel ist nicht die Ausnahme, er ist der Normalzustand.
Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus dieser Podcast-Folge überhaupt.
Und gleichzeitig auch die unbequemste.
Ja, vielleicht haben wir immer noch die Illusion, diese ganze Unsicherheit in
diesen heutigen Zeiten sei ein vorübergehender Zustand, so eine Art Ausnahmesituation oder so.
Ja, im Moment ist alles ein bisschen turbulent, aber das legt sich dann wieder
und dann kann ich endlich wieder klar sehen und vernünftig planen und arbeiten.
Aber das ist eine Illusion.
Externe Unsicherheit ist nicht vorübergehend. Ich glaube, sie ist permanent.
Es gab noch keine Zeit in der Geschichte, in der die Zukunft wirklich klar und vorhersehbar war.
Es gab immer Veränderungen, immer Krisen, immer neue Entwicklungen,
die niemand vorhergesehen hat.
Ein Kunde von mir, der im Zeitnutzer-Club ist, der hat, als wir das Thema da
auch besprachen, da hat er was ganz Cleveres gesagt.
Er hat gesagt, wenn wir uns an 2019 zurückerinnern, haben wir das wahrscheinlich
nicht als eine sehr sichere Zeit in Erinnerung, sondern bestimmt gab es da auch
viele Unsicherheiten, sehr viel Nebel und so weiter.
Jetzt im Rückblick ist das Jahr 2019 wahrscheinlich eines der gefühlt sichersten
und sonnigsten Jahre überhaupt gewesen.
Wir wussten ja nicht, was da noch alles auf uns zukam.
Das heisst, diese Unsicherheit, die ist permanent, wir nehmen sie auch wahr,
wir nehmen sie unterschiedlich wahr.
Wenn wir drinstecken, nehmen wir sie wahrscheinlich sehr stark wahr und dann
im Rückblick denken wir, war ja gar nicht so schlimm.
Und genau so ist doch eigentlich der Nebel. Eben diese Situation im Auto,
du bist bestimmt schon mal durch den Nebel gefahren und im Moment denkst du,
oh Gott, hoffentlich komme ich heil nach Hause.
Und danach denkst du zurück und denkst, das habe ich gut gemeistert.
Oder vielleicht lachst du über dich selber, weil du so verkrampft warst oder was weiss ich.
Das gilt es auch mal anzuerkennen. Der Nebel lichtet sich nicht.
Er verlagert sich vielleicht. Er wird dichter oder vielleicht manchmal auch
dünner. Er kommt manchmal von links, manchmal von rechts, aber er verschwindet nicht.
Und wenn du darauf wartest, dass er verschwindet, dann kannst du noch lange warten.
Ich finde das eigentlich befreiend, weil es bedeutet ja auch,
ich muss nicht auf Klarheit warten.
Ich kann aufhören, auf etwas zu warten, das nicht kommt.
Und ich kann anfangen zu lernen, mit dem Nebel oder im Nebel zu fahren.
Die Frage ist also gar nicht, wann ist der Nebel endlich weg,
wann wird es klar? sondern die Frage ist, wie fahre ich trotz Nebel sicher an meinen Zielort?
Das war die erste Erkenntnis. Zweite Erkenntnis, das 20 Meter Prinzip.
Eben, wie auf der Autobahn. Wenn du im Nebel fährst, dann leuchten deine Scheinwerfer
20 Meter weit, keine Ahnung.
Das Lustige ist, dass ich hier ein Autobild gewählt habe. Ich fahre ja gar nicht
Auto, aber trotzdem, ich glaube die meisten, die hier zuhören,
fahren Auto und kennen die Situation.
Also, Scheinwerfer, die leuchten vielleicht 20 Meter weit oder sowas.
Nicht 100 Meter, nicht 5 Kilometer, sondern sagen wir einfach mal 20 Meter.
Und das reicht. Du musst ja nicht die gesamte Strecke sehen, um zu fahren.
Das siehst du ja ohnehin nicht. Wenn da vorne eine Kurve ist,
siehst du genau bis zur Kurve und weiter siehst du auch ohne Nebel nicht.
Du musst nur das sehen, was als nächstes kommt.
Und wenn du diese 20 Meter zurückgelegt hast, siehst du wieder die nächsten 20 Meter.
Schritt für Schritt, Meter für Meter, bis du irgendwann ankommst.
Übertragen auf unseren Arbeitsalltag bedeutet das, du musst nicht den perfekten 5-Jahres-Plan haben.
Du musst nicht wissen, wie dein Business in 3 Jahren aussieht.
Du musst nicht alle Konsequenzen deiner Entscheidungen abziehen können.
Du musst nur den nächsten sinnvollen Schritt kennen.
Kommt dir das bekannt vor? Dann hast du wahrscheinlich das Buch Getting Things
Done von David Allen gelesen, weil bei dem geht es ja genau auch um das.
Du machst ja nicht eine riesenlange To-Do-Liste mit allen möglichen Schritten,
die du gehen kannst, sondern du schreibst dir nur den unmittelbar nächsten Handlungsschritt auf.
Was ist also der nächste Schritt? Was kannst du jetzt tun mit dem, was du jetzt weisst?
Nicht, was du gerne wissen würdest oder wissen solltest, sondern was du jetzt
eben weisst und zur Verfügung hast.
Und dann kannst du einen Schritt gehen und dann schaust du weiter.
Das klingt vielleicht kleiner, als es ist, Aber dieses Prinzip,
das ja eben David Allen auch so schön beschrieben hat in Getting Things Done,
das ist wirklich kraftvoll, weil es eben den Fokus verschiebt.
Es geht nicht darum, du sollst deine Aufgaben einfach aufteilen,
sondern jetzt macht es irgendwie Sinn.
Ich stecke im Nebel, ich sehe ohnehin nicht weiter als 20 Meter,
also fahre ich doch einfach mal diese 20 Meter und schaue, was da ist und dann
kann ich weiter entscheiden.
Also weg von dieser überwältigenden Ungewissheit, so weg von diesem Raus aus
dem Nebel, zumindest gedanklich und hin zu dem, was jetzt gerade möglich ist.
Und das erlebe ich tatsächlich auch ab und zu mal bei meinen Kunden.
Kunden, die sehr unsicher sind
und sagen, ich weiss nicht, was ich jetzt tun soll, wo ich nicht will.
Die ganze Branche verändert sich und wir haben auch noch Fachkräftemangel und
was weiss ich. Ich kann gar nicht planen.
Und dann frage ich ganz konkret, okay, was ist dir jetzt gerade klar? Was weisst du jetzt?
Was ist der eine Schritt, den du machen könntest, ohne die Antwort auf alle
anderen Fragen zu kennen?
Und meistens gibt es diesen einen Schritt. Meistens ist er da.
Man sieht ihn nur nicht, weil man mit dem Blick zu weit in die unsichere Zukunft gerichtet ist.
Plane nur so weit, wie du sehen kannst und dann fahr. Und dann schau wieder
weiter. Das ist völlig okay.
Kleine Schritte sind übrigens keine Schwäche. Sie sind Strategie.
Sie halten dich in Bewegung und Bewegung bringt neue Information.
Wer fährt, der sieht mehr, als wer einfach steht.
Erkenntnis Nummer 3 ist, was dir Halt gibt, wenn du nichts siehst.
Oder das müsste es eigentlich anders formulieren. Was gibt dir Halt,
wenn du nichts siehst? Das ist keine Erkenntnis, das ist eine Frage.
Ich mache einfach weiter. Über den Titel können wir nachher noch weiter philosophieren.
Aber was ich sagen will, das was jetzt kommt, das ist, ich glaube auch die tiefste
Erkenntnis von allen Dreien.
Wenn dir ja die äussere Orientierung fehlt, nehmen wir jetzt an,
es hat wirklich Nebel und der Markt ist unklar, die Zukunft ist ungewiss,
der Weg ist nicht sichtbar und so weiter, dann brauchst du etwas anderes zur Orientierung.
Wenn du die nicht von außen hast, dann muss sie von innen kommen.
Und ich spreche nicht über Ziele. Ziele verändern sich, wenn sich die Umstände
verändern. Völlig normal.
Und ich spreche nicht von Plänen. Pläne, die müssen ja auch irgendwo flexibel
sein und fallen häufig auseinander, wenn der Nebel kommt.
Wenn ich an meine Jahresziele und an meine Pläne für 2020 denke,
muss ich ein bisschen schmunzeln, weil ich konnte davon, glaube ich,
überhaupt nichts umsetzen, sondern.
2020 war das Motto, überleben, schauen, dass ich Ende Jahr noch ein Business
habe, alle Pläne weg, sondern überleben.
Und das ist doch die Realität, das ist ein Extrembeispiel, aber die Pandemie,
die eignet sich dafür einfach schon super.
Das gilt aber auch so für den, ich sag mal, den Alltagsnebel.
Du brauchst etwas, was dir Orientierung gibt, wenn es nicht von aussen kommt,
muss es von innen kommen und das sind eben Werte und Prinzipien, Standards.
Die Dinge, die sich nicht verändern, egal wie dicht der Nebel ist.
Zurück auf die Autobahn. Das Auto, das braucht im Nebel kein besseres Wetter.
Es braucht funktionierende Scheinwerfer und eine volle, hoffentlich volle Batterie,
damit die schön lange leuchten.
Scheinwerfer, die eben gerade ausleuchten, was gerade möglich ist.
Und deine Werte, deine Prinzipien, deine Standards, also dein Modus operandi,
wie tickst du eigentlich und was ist dir wichtig, das sind deine Scheinwerfer.
Was meine ich damit konkret? Ja eben so Dinge wie Werte, die für dich immer
gelten oder eben Standards, wie du arbeitest, wie du mit Menschen umgehst,
was dir wichtig ist, was du niemals tun würdest,
egal unter welchem Druck und welchem Preis du da zahlen müsstest und so weiter.
Das sind keine abstrakten Begriffe auf einer Unternehmenswebseite,
das ist nicht das Mission Statement oder die Vision, sondern das sind echte
Leitplanken, die einfach da sind, ob sie dir bewusst sind oder nicht.
Wenn du eben im Nebel steckst und nicht weisst, wie es weitergeht oder weitergehen
könnte, dann frag dich doch mal, was gilt für mich immer?
Was ist mein Kompass, wenn alle externen Orientierungspunkte wegfallen?
Das ist wirklich etwas, das ich bei Menschen beobachte, die gut mit Unsicherheit umgehen können.
Die haben ja nicht mehr Klarheit über die Zukunft als alle anderen.
Aber sie wissen sehr genau, wer sie sind, wie sie ticken, was ihnen wichtig
ist und wie sie entscheiden.
Und das gibt Stabilität. Nicht über das Aussen, sondern Sicherheit und Stabilität über das Innen.
Das waren drei Erkenntnisse, die ich hatte. Ich beschäftige mich mit dem Thema
jetzt doch schon ein paar Monate.
Angefangen hat das alles im Zeitnutzer-Club, wo wir das mal als Monatsthema hatten.
Aber es geht natürlich noch weiter.
Und das halte ich auch für sehr, sehr wichtig. Ich möchte das hier auch explizit
ansprechen. Wenn es um Zeitmanagement geht, um Produktivität,
um Arbeiten und so weiter, dann wollen wir immer was tun.
Jeder, ausnahmslos jeder, der diesen Podcast hört, da bin ich mir zu 100% sicher,
ist ein Macher oder eine Macherin.
Wir sind alles Leute, die wollen tun, die wollen halt wirklich die Schaufel
in die Hand nehmen und anfangen zu graben, die wollen etwas erreichen,
die wollen wirksam sein und so weiter. Also wir sind Menschen,
die nach vorne streben, vorwärts streben, die etwas verändern wollen.
Aber im Nebel ist das nicht immer die richtige Strategie. Nicht jedes Warten
im Nebel ist automatisch falsch.
Das möchte ich ganz ausdrücklich auch sagen und betonen.
Manchmal ist Inhalten die sinnvollere Strategie, die bessere Strategie.
Manchmal ist es klug, eine Entscheidung eben noch nicht zu treffen,
weil du vielleicht in zwei Wochen mehr weisst. Und manchmal ist es auch völlig
richtig, einen Gang runterzuschalten und abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.
Es ist nicht das, was ich kritisiert habe vorher, mit diesem Strassenland warten,
bis der Nebel vorbei ist.
Nein, nein, was ich kritisiere, ist das Vermeiden.
Und der Unterschied ist spielentscheidend.
Innehalten ist eine Entscheidung, das ist aktiv. Du hast überlegt,
du hast abgewogen und du hast bewusst entschieden, ich warte jetzt,
ich schaue mal, was noch auf mich zukommt.
Das ist eine Entscheidung und eine Haltung.
Warten aus Angst, das ist passiv. Du tust nichts, weil du dir nicht sicher bist,
weil der nächste Schritt vielleicht unbequem ist, weil du vielleicht auch hoffst,
dass sich das Problem von selbst löst, wenn du nur lange genug nichts tust.
Sei also ehrlich mit dir selbst und das ist vielleicht die schwierigste Übung
dabei, aber sie ist wirklich wichtig.
Also frag dich, warte ich, weil es gerade sinnvoll ist, weil ich es im Moment
mit den zur Verfügung stehenden Informationen für sinnvoll erachte?
Oder warte ich, weil ich etwas vermeiden will, weil ich Angst habe?
Bevor ich diese Episode langsam aber sicher abschliesse, gebe ich dir noch drei
Fragen mit, die du dir stellen kannst und noch besser beantworten solltest.
Besonders für den nächsten Moment, in dem du merkst, ich stehe gerade im Nebel
oder langsam aber sicher zieht Nebel auf.
Erste Frage. Was kann ich jetzt tun, ohne dass ich alles wissen muss?
Es gibt fast immer etwas, ein kleiner Schritt, eine Entscheidung,
die du treffen kannst, auch ohne alle Informationen.
Such diesen Schritt und geh ihn. Mach ihn. Denk an Getting Things Done.
Was ist der unmittelbar nächste Handlungsschritt, den ich machen kann?
Einfach nur der nächste Schritt.
Ich weiss nicht, was der Schritt 3, 7 oder 87 ist, muss ich auch nicht wissen.
Ich muss den nächsten Schritt sehen und den mal gehen und dann schaue ich weiter.
Zweite Frage. Welche meiner Werte und Prinzipien gelten auch in unsicheren Zeiten, in Unsicherheit?
Was ist dein Kompass? Was gilt für dich immer, unabhängig davon,
wie sich die Lage entwickelt?
Schreibe es auf, wenn du magst. Nicht als Motivationsspruch,
sondern als echte Leitplanke.
Und falls du meinen Premium Podcast abonniert hast, da gibt es eine Folge genau
zu diesem Thema. Die Folge dreht sich um Standards, weil das ist sozusagen der
Modus operandi, mit dem du tickst.
Und es ist die Folge 105 übrigens, erschienen im Februar 2026.
Der unsichtbare Taktgeber Standards im Zeitnavigator.
Eine ganze Folge, die sich genau mit diesem Thema hier, mit diesem Kompass beschäftigt.
Dritte Frage, wo warte ich gerade und ist dieses Warten wirklich sinnvoll?
Schau ehrlich hin, ohne dich zu verurteilen oder irgendwie zu sagen,
ah Mist, jetzt habe ich hier gewartet, wo es nicht sinnvoll ist oder so.
Nein, nein, einfach nur so.
Schau einfach mal hin, ganz neutral, beobachte es und zieh deine Schlüsse draus.
Gibt es etwas, was du vielleicht schon länger aufschiebst mit dem Argument,
die Lage ist noch zu unklar?
Und frag dich, ist das wirklich so? Oder wartest du, weil du dich nicht traust?
Ja, lass mich das Ganze zusammenfassen. Nebel ist keine vorübergehende Ausnahme. Er gehört dazu.
Und wer wartet, bis er sich lichtet, der wartet für immer.
Folge lieber dem 20 Meter Prinzip. Du musst nicht alles sehen.
Du musst nur den nächsten Schritt sehen, dann wiederum den nächsten und dann
wiederum den nächsten und so weiter.
Wenn dir die äussere Orientierung fehlt, dann brauchst du eine innere Orientierung.
Werte, Prinzipien, Standards, eben ein Kompass. Die Scheinwerfer,
die leuchten, egal wie das Wetter ist.
Und dann handle trotzdem. Nicht perfekt, nicht mit vollständiger Information,
nicht mit der Garantie, dass alles gut geht, aber es geht voran.
Denn das Schlimmste, was dir im Nebel passieren kann, ist nicht einen falschen
Weg zu nehmen, irgendwo eine Ausfahrt zu verpassen oder sowas.
Das Schlimmste ist, gar nicht mehr zu fahren.
Und damit danke ich dir herzlich fürs Zuhören. Wenn dir diese Folge gefallen
hat, dann freue ich mich über ein paar Sterne oder eine kurze Rezension auf
Apple Podcasts und oder Spotify.
Damit hilfst du mir sehr weiter. Vielen Dank und nutze deine Zeit,
denn sie kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.