Der Podcast für Gründer und Solo-Selbständige mit Günter Schmatzberger und Camillo Patzl. Jede Woche: 1 Frage, 15 Minuten, 2 Sichtweisen.
Angebot gelaunched aber keiner kauft.m4a
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Speaker 1
00:01 - 00:58
Angebot gelauncht, aber keiner kauft. Hallo liebe Hörerinnen, lieber Hörer, willkommen zu dieser heutigen wöchentlichen Podcast-Folge von Leib und Gründen und an meiner Seite ist wie immer der liebe Günther Schwarzberger. Hallo lieber Camillo, hallo liebe Hörerinnen, liebe Hörer. Es geht wie immer um Fragen der Gründung und der Selbstständigkeit und eine Frage, die ich heute mitgebracht habe, ist eine Frage, die viele Gründer beschäftigt, nämlich das Phänomen, jetzt habe ich jahrelang vielleicht oder vielleicht auch nur wochenlang oder monatelang an meinem Angebot gefeilt und habe mir viel überlegt
Speaker 1
00:58 - 01:32
und ich habe mir überlegt was der Kundennutzen sein könnte und ich habe mir überlegt was der richtige Preis wäre und ich habe mir überlegt wie mache ich da ein gutes Marketing und jetzt habe ich dieses Angebot gelauncht, keine Ahnung, vielleicht ein Online-Kurs, vielleicht ein Beratungsangebot oder vielleicht eine Website oder sonst irgendein Produkt das ich jetzt vertreiben möchte und es passiert nichts. Nämlich nix oder fast nix, nada, niente, absolut crickets, wie man auf Englisch sagt. Das heißt, ich habe mich bemüht und habe gelauncht, aber die Kunden reagieren nicht.
Speaker 1
01:33 - 01:52
Kamilo, kennst du sowas? Ist dir das aus dem Gründungsberatungskontext bekannt? Ich glaube mal eher schon, oder? Ja, also nicht nur aus dem Gründungsberatungskontext, sondern auch aus der eigenen Erfahrung heraus.
Speaker 1
01:52 - 02:24
Wenn man noch nicht gegründet hat oder wenn man noch nicht selbstständig war, woher soll man es denn wissen? Vieles lässt sich erahnen und manches braucht einfach auch die Selbsterfahrung. Und dieser naive Zugang Ich gebe meinen Rollladen rauf oder sperre die Tür meines Geschäftslokals auf und dann werden die Kunden schon hereinspazieren oder hereinströmen und mir meine Produkte, meine Angebote sozusagen aus den Händen reißen. So ist es in der Realität nicht.
Speaker 1
02:24 - 02:55
Niemand weiß, dass du dich jetzt selbstständig gemacht hast. Niemand weiß, welche Angebote du hast oder welche Produkte du hast. Und selbst dann, wenn du das beste Produkt am Markt hast, Wenn es niemand weiß, dass es das gibt, dann wird es auch wahrscheinlich niemand kaufen. Wir sprechen oft von dem Überbegriff Marketing, aber vielleicht bevor wir da einsteigen, gib mir noch ein bisschen Kontext.
Speaker 1
02:55 - 03:31
Wie kam es zu der Frage oder was siehst du hinter dieser Frage? Ja also der Hintergrund der Frage ist glaube ich das was du eh schon angesprochen hast diese ich will nicht sagen es ist naiv aber es ist zumindest wenn man es noch nie gemacht hat dann hat man das Gefühl dass mit der eigenen Gründung eine Wirkung entsteht. Ja also dass sozusagen das zur Verfügung stellen von einem Angebot oder Auch der Launch einer Webseite ist auch so typisch. Ich stelle meine Webseite online und schaue dann sozusagen stündlich wie viele Zugriffszahlen habe ich schon.
Speaker 1
03:31 - 03:51
Oder keine Ahnung, ich launche meinen Podcast und schaue was habe ich für Hörerzahlen. Oder keine Ahnung, ich stelle ein Video auf YouTube, mein erstes Video und warte sozusagen bis das Ganze viral geht. Das ist ja alles die gleiche Frage. Und ich glaube die naive Herangehensweise ist zu sagen oder zu glauben, dass das einfach passieren wird.
Speaker 1
03:51 - 04:15
Also, dass durch das zur Verfügung stellen eines Angebots an sich schon eine Wirkung entsteht. Und ich glaube, dass das einfach ein schmerzvoller Prozess ist, zu lernen, dass das nicht passiert. Es passiert genau gar nichts, wenn die Website online geht. Es passiert genau gar nichts auf YouTube, wenn ich nur ein Video online stelle.
Speaker 1
04:15 - 04:42
Das hat sozusagen alles keine Auswirkung an sich. Ja das heißt genauso wie du gesagt hast bevor wir jetzt auf das Marketing näher eingehen die Tätigkeit dass ich ein Angebot habe ist immer eine Voraussetzung dafür dass etwas passiert das ist eh klar und das muss gut durchdacht sein und das muss gut überlegt sein und es gibt einen guten Preis und ich muss überlegen wie führe ich das ganze durch und so weiter das stimmt alles aber es braucht noch ein bisschen mehr. Genau.
Speaker 1
04:43 - 05:20
Es braucht sozusagen eine Art Prozess oder eine Art Überlegung, wie der Ablauf sein soll, dass mein Produkt an den Mann, an die Frau kommt. Das heißt, mein Produkt oder mein Angebot alleine ist noch kein Geschäftsmodell, sondern ich muss mir irgendeine Art Vertriebsprozess oder Marketingprozess überlegen, das auch das Produkt oder mein Angebot den Weg zu meinem potenziellen Kunden findet. Genau. Und einen Schritt weiter geht auch zu einem Verkaufsabschluss, zu einem Umsatz letztendlich führt.
Speaker 1
05:20 - 05:28
Genau. Ich würde auch sagen, das sind die zwei Schritte, die wir beachten müssen. Also das Produkt, das Angebot ist die Voraussetzung. Dann braucht es sozusagen Bekanntheit.
Speaker 1
05:28 - 05:58
Ich muss dafür sorgen, dass Menschen das wahrnehmen können und Wenn das geschehen ist, wäre der dritte Schritt noch zu sagen, okay, jetzt braucht es auch noch die Möglichkeit, das kaufen zu können. Das ist eigentlich ein relativ komplexer Prozess. Bleiben wir ganz kurz bei dem Thema, wie wird das Angebot bekannt. Eine gute Freundin von mir, wie ich ihr erzählt habe, in den Anfangstagen unseres Podcasts, Camilla, habe ich ihr davon erzählt, dass wir diesen Podcast haben und die hat mich dann gefragt, okay Günther, aber wie kommt euer Podcast zu Hörern?
Speaker 1
05:59 - 06:13
Das heißt, das ist genau die richtige Frage. Der Podcast wird gelauncht, das ist noch die leichtere Übung. Aber die Frage ist jetzt, auf welche Art und Weise sollte jetzt eine Person auf diesen Podcast aufmerksam werden? Also welche Strategie ist da dahinter?
Speaker 1
06:14 - 06:44
Welche Wege sind dahinter, dass dieser Podcast die Chance hat gehört zu werden? Und diese Frage, wie kriege ich dieses Angebot zu den richtigen Menschen, muss ich mir eigentlich bei der Produktentwicklung schon mit überlegen. Oder anders formuliert, es hat relativ wenig Sinn, bleiben wir jetzt beim Podcast als Beispiel, zu sagen, ich launche einen Podcast, wenn ich mir nicht überlege, was kann ich dazu tun, dass dieser Podcast auch Hörer bekommt. Und zwar nicht zufällig, und das hast du eh schon gesagt, Camillo, sondern systematisch.
Speaker 1
06:44 - 07:35
Also mit einem Prozess dahinter, wo ich sage, okay, dass ich Ich stelle da was an, ich setze da einen Impuls und dieser Impuls hat eine Wirkung, die auch nicht zufällig ist, sondern die sozusagen ein bisschen eine Wendan-Beziehung herausbringt. Das heißt zum Beispiel, dass ich sage, okay, ich werde dafür aber, keine Ahnung, jeden Tag ein kann an jedem Tag ein Instagram-Post machen, um diesen Podcast zu promoten, dann hat das sozusagen eine Wirkung oder einen Impuls, wo ich sagen kann, okay, das ist mein systematischer Prozess, mit dem ich diesen Podcast zum Beispiel bekannter machen kann. Ja, ich möchte das vielleicht aufgreifen und auch, wir haben es in einer anderen Podcast-Folge schon einmal gesagt, Marketing ist nicht Werbung, sondern Marketing ist ein betriebswirtschaftliches Steuerungsinstrument.
Speaker 1
07:36 - 08:08
Das impliziert ja schon, dass man sich diesen Ablauf bewusst machen soll. Ich habe jede Menge Möglichkeiten, in die Sichtbarkeit zu kommen oder mein Marketing entsprechend aufzubreiten. Nicht alles muss online passieren. Es gibt auch viele Offline-Wege, die nach wie vor gut funktionieren und man kann auch nicht mit der Gießkanne drüber gehen und sagen, Wenn ich jetzt ein Instagram-Profil habe, weil jeder ein Instagram-Profil hat, den ich in meiner Wahrnehmung habe, wird das auch für mich so funktionieren, weil es kommt
Speaker 1
08:08 - 08:36
vielleicht auf das Produkt an, es kommt auf mein Dienstleistungsangebot an, das hier einen Unterschied machen kann, dass ich woanders vielleicht mehr Erfolg habe. Und man darf auch nicht vergessen, wir sind dort nicht Experten als Gründer, Gründerinnen. Wir sind dort nicht geschult. Wir haben dort wahrscheinlich auch nicht die Expertise, die es vielleicht braucht.
Speaker 1
08:36 - 09:32
Das heißt, in meiner Kalkulation oder in meiner Organisation, was jetzt diese Entwicklung des Geschäftsmodells betrifft, muss ich das ein Stück weit mitrechnen, dass ich mir da vielleicht Dinge einkaufen muss. Ob es jetzt eine Beratungsleistung, eine Dienstleistung ist, weil das jemand für mich übernimmt oder ob es einfach Kosten sind, die ich aufs Produkt oder dieses Angebot mit reinrechnen muss, Weil ich eben dann vielleicht diese Art Werbung schalten muss oder Dinge brauche. Reicht ja auch, wenn ich sage, ich brauche einen Pro-Account, dann habe ich auch schon Ausgaben, weil ich irgendwie meine Reels oder meine Shorts oder was es halt auch immer braucht, wofür ich mich entschieden habe, kann ja irgendwie produziert. Genau absolut richtig und ich glaube das ist genau der Schlüssel den du gesagt hast.
Speaker 1
09:32 - 10:12
Ich muss mir das im Vorhinein überlegen oder ich möchte genau einen Schritt weiter gehen. Genauso viel Zeit wie ich für die Entwicklung des Produktes investiere muss ich mir eigentlich vornehmen für die Vermarktung des Produktes. Genauso viel Sorgfalt und Augenmerk wie ich für die Entwicklung meines Podcasts oder meines Beratungsangebots oder meiner Website aufgewendet habe, muss ich dann aufwenden auch dafür, dass ich das unter die Leute bringe. Und ich glaube das ist der entscheidende Umdenkmoment, wo es für viele Gründer eben das Erwachen gibt, wo man sagt, okay jetzt habe ich die Website endlich fertig, war eh so schwierig.
Speaker 1
10:13 - 10:50
Und jetzt bin ich froh, jetzt kann ich es endlich online stellen, jetzt kann ich mich zurücklehnen. Nein, jetzt eigentlich beginnt in diesem Moment erst die Arbeit und das muss man sich bewusst sein und das kann man nur immer wieder sagen und das können wir als Gründungsberater auch immer wieder sagen. Denk ins Marketing, investier ins Marketing, Zeit, Geld, Ressourcen, Knowhow, Kreativität. Gleichzeitig merke ich aus meiner Erfahrung als Gründungsbereiter auch, wir können das noch so oft sagen, man muss es tatsächlich manchmal erlebt haben, dass wenn ich das nicht tue, wenn ich diese Sorgfalt und dieses Engagement nicht in die Vermarktung lege, dass tatsächlich nichts passiert.
Speaker 1
10:50 - 11:09
Wir alle sind keine Ausnahme. Bei uns wird kein Wunder passieren. Wir können nicht davon ausgehen, dass ausgerechnet bei uns das Wunder passiert, dass irgendwer uns entdeckt und auf einmal geht irgendetwas viral. Es wird nicht passieren.
Speaker 1
11:09 - 11:30
Und auch wenn wir es gehört haben, dass es bei irgendjemandem passiert ist, die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Ausgleichen bei uns nochmal passiert, ist vernachlässigbar. Auf das können wir keinen Plan aufbauen. Man nennt das auch Hoffnungsmarketing. Zu sagen, okay, mein Marketing besteht darin, dass ich hoffe, dass irgendwas Gutes passiert, das ist einfach keine Strategie, weil es einfach nicht funktioniert.
Speaker 1
11:30 - 12:03
Das heißt, ich habe zwei Möglichkeiten, ich kann in meinem Plan überlegen, dann wird potenziell etwas passieren oder ich überlege mir nichts, ich investiere nichts, dann wird definitiv nichts passieren. Der Punkt investieren ist, glaube ich, da recht wichtig. Das habe ich in meiner Selbsterkenntnis recht spät begriffen, weil ich am Anfang auch dachte, ich schaffe viel alleine, ich kann viel selber machen, gerade als Solopreneur. Wäre ich schon meine Marketingstrategien finden oder wie wir den Podcast gelauncht haben, haben wir auch viel versucht mit unseren eigenen Ressourcen zu stemmen.
Speaker 1
12:03 - 12:51
Und erst spät habe ich begriffen, dass man aber auch hier investieren muss, dass man hier Ausgaben hat und die auch sozusagen ein Stück weit vom Umsatz einen prozentuellen Anteil haben sollen. Es gibt da keine Zahlen, nichts Fixes, aber ich habe jetzt zuletzt den Podcast vom Philipp Malathana gehört und der hat einen Satz gesagt, der ist mir irgendwie in Erinnerung geblieben. und war richtig prägend, wo er gemeint hat, man macht oft den Fehler, man verwendet sehr viel Energie und Aufwand hinein, diese Produktentwicklung oder das Angebotsentwicklung voranzutreiben. Und jetzt bist du quasi fertig und bist aber mit deinem Kapital oder mit deinen Ressourcen, mit deinen Energien sozusagen am Ende.
Speaker 1
12:51 - 13:31
Aber da geht es los. Wenn du dann kein Kapital mehr hast, nicht mehr die Möglichkeit etwas auszugeben für dein Marketing, für die Sichtbarkeit, die es braucht, dass dein Produkt oder dein Angebot losläuft und sich verbreiten kann, dann hast du keine Chance, dann hast du verloren. Es liegt eh auf der Hahn, es ist irgendwo logisch, aber man schaut irgendwie weg oder man will das nicht so wahrhaben, dass man sagt so, naja, jetzt habe ich meinen Online-Kurs gebaut, der hat vielleicht 3.000 Euro in der Entwicklung gekostet und das war sehr viel Geld und Förderung habe ich keine bekommen.
Speaker 1
13:31 - 14:30
So, jetzt muss ich vielleicht nochmal das Geld aufbringen oder vielleicht die Hälfte davon, dass ich sage, irgendwie muss ich das Ding ja in die Sichtbarkeit heben und dranbleiben über mehrere Wochen, Monate, vielleicht sogar ein ganzes Jahr oder länger, damit ich sozusagen das auch irgendwann wieder retour bekomme und die Kunden aufmerksam werden und das sozusagen wirklich zum Ziehen beginnt. Ja genau und Camilla ich meine du hast das jetzt eh perfekt zusammengefasst es braucht dieses Investment nicht nur bei der Produktentwicklung sondern auch bei der Produktvermarktung und Investment ist da wirklich auch mit Geld durchaus gleichzusetzen also nichts gegen Werbung ja also Werbung hilft also wenn ich das Budget habe um Werbung einzukaufen an der richtigen Stelle dann wird mir das helfen ja also Werbung funktioniert Und wichtig ist sozusagen, dass ich nicht glaube, dass ausgerechnet ich die Person bin, die auf sämtliches Marketing verzichten kann, auf sämtlichen Aufwand verzichten kann, was es betrifft und es trotzdem irgendwie zum
Speaker 1
14:30 - 14:48
Erfolg kommt. Das wäre sozusagen der Druckschluss und das ist dann der Effekt, der entsteht, dass man denkt, okay, jetzt habe ich mich so bemüht und keiner weiß das zu schätzen. Ja klar, wenn es keiner weiß, dann gibt es auch keine Möglichkeit, dass irgendjemand darauf reagiert. Ja, ich sehe, der Timer neigt sich dem Ende zu.
Speaker 1
14:48 - 15:06
Wie ihr wisst, 15 Minuten nehmen wir uns immer Zeit, uns eine Frage zu stellen. Vielen Dank fürs Zuhören. Ich freue mich auf nächste Woche bei der nächsten Folge von Leib und Gründen, unserem Podcast. Bis dorthin habt ihr die Möglichkeit, auch unseren Newsletter zu abonnieren.
Speaker 1
15:06 - 15:21
Wir sind auf Social Media vertreten. Wir sind buchbar, wir sind ansprechbar. Wenn auch ihr eine Frage habt, bitte schreut es nicht, sie uns zu senden. Genau Camilla, so ist es und bis zum nächsten Mal wünschen wir euch alles Gute und bleibt slime on!