Weil man immer wieder von Deutschen und anderen Deutsch-Muttersprachlern liest die sich fuer die Grüne Insel sehr faszinieren und sich einen Ausgedehnten Urlaub, einen Studienaufenthalt oder ein Ganz neues Leben in Irland vorstellen können aber oft nur schwer oder teilweise Infos finden, möchte ich hier fuer alle Interessierten Einblicke zur Vorbereitung und zum Start hier in Irland (Arbeits- und Wohnungsmarkt, Sozialversicherung, Infrastruktur etc) sowie zum Alltagsleben bieten - Genauso möchte ich euch aber in meine eigenen Einblicke und Eindrücke mitnehmen, Land, Leute, Kultur und Ausflugsziele (inklusive und über die weltbekannten Attraktionen) und vieles weitere, eventuell finden wir ja auch im weiteren Verlauf fuer die ein oder andere Episode eine(n) Gesprächspartner/in. Wenn Ihr also Fans des Landes von Joyce und Connolly, des schwarzen Biers und der Grünen Wiesen seid, würde ich mich freuen wenn Ihr einschaltet und den Podcast euren Freunden und Bekannten weiterempfehlt
Hallo, Servus und wie immer ein ganz, ganz herzliches Willkommen zu, Tipps und Tricks für Deutschbräuche zum Leben in Irland. Das Warten hat ein Ende. Es gibt endlich wieder eine neue Episode und ich freue mich sehr, dass ihr mich auf der Reise durch das Land von schwarzem Bier und grünen Wiesen begleitet. Nochmals ganz herzlichen Dank fürs Einschalten und ich wünsche dir ganz viel Spaß bei deinem persönlichen Irland Ausflug in den nächsten Minuten. Und wir schlagen heute mit der Episode 32 ein neues Kapitel auf.
Speaker 1:Heute geht es wieder das Leben in Irland etwas allgemeiner und ihr möchtet es mir bitte nachsehen. Heute soll es noch mal ein relativ Dublin spezifisches Thema gehen. Das heutige Thema heißt nämlich Leben in Irlands Hauptstadt Dublin Pro und Kontra. Ich möchte diese Diskussion heute aufgreifen, weil ich dazu in den letzten Wochen zwei-, dreimal in allgemeinen Auswanderergruppen und auch in 1 allgemeinen Irlandgruppe erregte Debatten darüber gesehen habe, was denn den Umzug nach Irland und insbesondere nach Dublin angeht. Ich habe mich dort relativ ausführlich geäußert und dachte mir, ich möchte euch auch an den Gedanken, die ich dort geteilt habe, teilhaben lassen und deswegen eine Liste an Punkten, die mir sowohl positiv als auch negativ nach etwa viereinhalb Jahren Dublin auffallen, zusammengestellt.
Speaker 1:Ich habe jetzt lang überlegt, ob ich mit den positiven oder mit den negativen Seiten anfangen soll, hab mich dann aber für die Pro Seite entschieden und möchte mit dieser anfangen. Nicht, dass ich noch von vornherein gleich jemanden vergraule. Nein, das soll's tatsächlich nicht sein. Am Ende geht es mir ja darum, euch beide Seiten möglichst unvorbelastet zu schildern und da muss ich irgendwo anfangen und ein positiver Einstieg hat ja noch keinem geschadet. Ein ganz starkes Argument für Dublin ist 1, das ich mit Sicherheit im Laufe der Episoden schon an ein oder anderer Stelle angesprochen habe, einfach die Karriereperspektive.
Speaker 1:Es ist eine Stadt, die mit ihren Doglands eine Ging beinhaltet, die als das Silicon Valley Europas auch bekannt ist und das kommt nicht von ungefähr. Wenn man sich die Fülle an gerade Techunternehmen anschaut, sei es Google, Facebook, Microsoft, Salesforce, Indeed, was es noch so alles gibt, die alle Büros in der Stadt haben und auch mehr oder weniger durchgehend nach Mitarbeitern suchen. Von dem her, wenn man jetzt bereits Erfahrung hat irgendwo im Techumfeld, aber genauso, wenn man eben eine weitere Sprache spricht, wie beispielsweise Deutsch, dann sollten sich die Chancen und die Türen sehr, sehr schnell öffnen und auch die Karrierewege sind oft relativ steil. Also die Chancen sind wirklich fast unerschöpflich. Aber natürlich nicht nur im Techbereich, sondern auch in der Wissenschaft oder in der Finanzindustrie gibt es laufend Möglichkeiten, sich hier niederzulassen und beruflich zu entwickeln.
Speaker 1:Der nächste Punkt, der sich bietet, ist 1, den ich persönlich auch oft unterschätzt sehe und das ist ganz einfach die Lage Dublins und damit die Balance, die es als Großstadt bietet zwischen urbanem Leben, das in der Stadt als solches gegeben ist und auf der anderen Seite wirklich hervorragende Natur- und Naherholungsgebieten direkt vor der eigenen Haustür. Ich denke da nur an die Wicklow Mountains, die quasi direkt südlich an die Stadt angrenzen oder Strände in Malaheit, in Brey und an vielen anderen Orten entlang der Küstenlinie. Also ich persönlich empfinde es als ungemein einen Standortvorteil, wenn man sich in 1 Millionenmetropole befindet und binnen 30 oder 45 Minuten maximal mit öffentlichen Verkehrsmitteln vor der eigenen Haustür wirklich sagenhafte Naherholungsgebiete und teilweise wirklich fast unberührte Naturlandstriche bieten. Ein weiterer Punkt, den man hier aufführen könnte, ist, dass die Leute wirklich sehr offen und hilfsbereit und sehr, sehr freundlich und gesellig sind und das nicht irgendwie aufgesetzt, sondern wirklich von Herzen. Klar, man könnte jetzt sagen, das liegt allgemein in der Natur der Iren und ist vielleicht in anderen Teilen des Landes auch noch mal ausgeprägter als jetzt in Dublin, aber ich finde es trotzdem einen sehr gewichtigen Punkt und auch wirklich sehr sehr erwähnenswert, gerade wenn man bedenkt, dass dies im geschäftigen und turbulenten Leben 1 Großstadt nicht unbedingt als Selbstverständlichkeit anzusehen ist, wo ja oft so eine gewisse urbane Anonymität vorherrscht.
Speaker 1:Zum anderen ist es meines Erachtens auch etwas, was doch Neuankömmlingen den Einstieg mit Sicherheit ganz gehörig erleichtern kann. Was meines Erachtens zudem für Dublin spricht, ist, dass es eine Stadt mit einem immensen kulturellen Reichtum ist. So hat Dublin nicht nur eine sehr sehr lebendige Bar- und Pubszene, der es sich definitiv zu erkunden lohnt, in der ihr lange Zeit immer wieder was Neues und Tolles entdecken könnt, nein auch Dinge wie Unterhaltungsveranstaltungen, sei es jetzt Kabarettabende oder sonstiges und insbesondere auch Musikveranstaltungen, also kleine Gigs jetzt in Wica Street oder Grand Social gibt es ohnehin ständig, aber eben auch viele große Outdoorkonzerte wie jetzt in Mali oder Sankt Annes Park oder auch in den Stadien, gerade dort im Kroke Park oder Avivastadion Slash Lands Down Road. Da ist echt, wenn man sich etwas umsieht, das Angebot fast unerschöpflich. Wir hatten diesen Themenbereich ja schon mal in besonderen Episode, von dem her kann ich hier auch noch mal zitieren, auch Museen und Ausstellungen sind reich an der Zahl, so sind mit dem Nationalmuseum, den nationalen Galerien, genau wie das GPO Museum, das Auswanderungsmuseum und was es noch alles gibt, wirklich sehr, sehr viele Museen, die im Endeffekt mehr kulturelle Werte darstellen, aber eben auch Geschichte, Dabei natürlich spezifisch die irische Geschichte wirklich prominent vertreten und in großer Anzahl.
Speaker 1:Also auch für Regentage seid ihr da mehr als nur gut versorgt. Einen weiteren kulturellen Aspekt aufzugreifen, ist auch für Sportfreunde immer was geboten. Dublin ist ein Hub der GAA Sportarten. So finden die All Island Finals in Galic Football im Hurling im Crooke Park zu Trump Condra statt. Genauso ist Dublin mit Lance der Rugby der Heimatort 1 professionellen Rugbyvereins, der in der Pro 14 spielt und auch Heimatstadt von 4 professionellen Fußballvereinen aus der League of Island up the bose.
Speaker 1:Zudem ist Dublin ein gewichtiger Verkehrsknotenpunkt. Also das heißt, ihr habt wirklich viele sehr, sehr gute Verbindungen in alle Richtungen. Als Hauptstadt könnt ihr natürlich gesichert davon ausgehen, dass dies Innerlandes gilt. So habt ihr durchgehend Zugverbindungen in alle Richtungen, genauso wie Anbindungen mit Überlandbusse in alle Teile des Landes. Aber nicht nur national, nein, auch international ist Dublin von transportmäßiger großer Bedeutung.
Speaker 1:So gibt es eigentlich Flüge in alle wichtigen europäischen Länder und an Hunderte unterschiedliche Destinationen in Europa. Genauso wie es direkt Flüge an viele viele Orte gerade in Nordamerika gibt, aber auch an anderen Orten auf dem Globus gibt es nicht wenige direkte Verbindungen. Die Erreichbarkeit der Stadt ist also mehr als nur gegeben. Ein anderer Punkt, der sich fast aufdrängt, ist der, dass Dublin eine sehr, sehr grüne Stadt ist. Ja, viele von euch werden dabei als allererstes an den Phoenix Park denken, der ja 1 der größten innerstädtischen Parks der Welt ist, aber auch ansonsten geizt Dublin nicht mit grünen Lungen und wenn ich dann nur an Steven's Green, Marrians Square, Mount Joycequare und so weiter und so fort denke, nur 3 zu nennen, die unmittelbar im Stadtzentrum liegen, dann wird ganz klar, es gibt mehr als genug Grünflächen, die zum Verweilen oder auch nur für eine Mittagspause einladen, so dem stressigen Alltag ein Stück weit zu entrinnen.
Speaker 1:Auch finden in manchen der Parks hin und wieder kleinere Darbietungen statt, die dann noch mehr dazu einladen, auf einem Spaziergang mal kurz stehen zu bleiben oder sich einfach mit einem Kaffee zum Mitnehmen niederzulassen und dem beizuwohnen. Wer nichts davon auffindet oder auch einfach so mal die Seele baumeln lassen will, kann sich auch sonst einfach dort niedersetzen und dem geschäftigen Treiben der anderen Dubliner und Wal Dubliner lauschen. Das Thema Kultur hatten wir ja bereits. So ist es eben auch dabei so, dass nicht nur die irische Kultur 1 Hauptstadt angemessen sehr stark vertreten ist. Nein, man findet auch viele andere Kulturen in Dublin aus aller Herren Länder zusammengetragen und in Restaurants, Geschäften, kulturellen Veranstaltungen, teilweise auch Kulturgruppen und Vereinen repräsentiert.
Speaker 1:Es ist ja so, dass Dublin nachweislich für eine Weltstadt verhältnismäßig sehr klein ist, aber dennoch nicht minder kulturell vielfältig als viele andere Städte, die dieses Prädikat ihr Eigen nennen. Also wer auf der Suche nach Elementen aus unterschiedlichen südamerikanischen, afrikanischen, asiatischen oder auch anderen europäischen Kulturen ist, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit fündig werden. Nachdem wir jetzt eine Reihe an tollen Gesichtspunkten zusammengetragen haben, die mit Sicherheit für ein sehr, sehr gutes Bild der Stadt suchen, bleibt es nicht aus, dass wir uns jetzt auch im Kontrast dazu mit paar negativen Punkten auseinandersetzen, die ich euch ebenso vorstellen möchte. Beginnen will ich dabei mit der Wohnmarktsituation. Die ist, wie wohl den allermeisten bewusst sein dürfte, sagen wir mal höchst problematisch.
Speaker 1:Es ist so, dass die Nachfrage den Angebotsrahmen bei weitem übersteigt, uns damit die Preise astronomisch hochliegen zum einen, zum anderen, dass tatsächlich das Angebot derart knapp ist, dass Menschen, auch wenn sie bereit sind, exorbitante Budgets zu bezahlen, auf die nicht das finden, nach was sie suchen. Die Lage wird dabei noch mal drastisch verschärft, dass ungefähr 40000 Wohneinheiten allein in Dublin oder in Greater Dublin leer stehen und durch diese künstliche Verknappung das Angebot weiter klein gehalten wird und die Preise weiter ins Unermessliche steigen. Hier jedoch ist eine kleinere Maßnahme geplant. Da Haus- und Wohnungsbau massiv hinterherhinken, bringt dies wohl in der jüngeren Zukunft keine Abhilfe, jedoch erwägt die Regierung, was man so mitbekommt, eine erhöhte Grundsteuer für aktuell leer stehende Immobilien, die etwa beim Dreifachen des normalen Satzes liegen soll, so ja Eigentümer dazu zu verleiten oder dazu zu motivieren, das Ganze positiv auszudrücken, ihre leer stehenden Häuser und Wohnungen doch bitte dem Markt zur Verfügung zu stellen. Ein weiteres Problem, das durch das extrem hohe Nachfragevolumen einhergeht, ist, dass sich viele Wohneinheiten in einem relativ schlechten Zustand befinden und da tatsächlich durch die Eigentümer dann wenig bis gar nicht investiert wird, weil letztendlich ja doch im Ende des Tages jemand kommt, der sich dort einmietet.
Speaker 1:Es sind bei Weitem nicht alle Vermieter, die auf diesen Zug aufspringen, aber doch ein extrem hoher Prozentsatz, wodurch dieses Problem wohl fortbesteht, solange sich nicht an der Marktlage grundlegend etwas ändert. Was was man ebenfalls als negativ sehen könnte, ist die Abwesenheit 1 U-Bahn. Im Großen und Ganzen muss man sagen, das Transportsystem ist definitiv überlastet und dieser Größe der Stadt in vielen Belangen nicht mehr gewachsen, aber insgesamt doch nicht so schlecht, wie es oft gemacht wird. Aktuell stehen neben Bussen eben eine Art S-Bahn in Nord Süd Achse, die sogenannte Dart zur Verfügung. Genauso wie Trambahnen auf 2 Linien.
Speaker 1:Genau Pendlerzüge, die eben auch in weitere Städte fahren. Genauso wie natürlich allgemein, sagen wir so Bahnanbindungen. Aber das Hauptverkehrsmittel ist und bleibt nun mal der Bus und zum einen mit dem extremen Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten und eben auch den vielen One Way Streets, also Einbahnstraßen, gerade im historischen Zentrum ist da Verstopfung vorprogrammiert, was dazu führt, dass eben die Busse dann am Ende des Tages weit weniger verlässlich sind, als sie sein könnten. Dies alles schreit nach einem zusätzlichen Verkehrsmittel und eine U-Bahn war ja vor 30 Jahren schon im Gespräch, also zum Beginn des Saltig Tiger und auch damals wäre sie eigentlich schon nötig gewesen und könnte tatsächlich viel viel Druck von der Straße nehmen, wenn man sieht, dass man damit ja hunderttausende Menschen täglich ja, durch die Stadt jagen könnte quasi oder zumindest Zehntausende. Es würde so oder so einen gewaltigen Unterschied machen, aber nach wie vor ist der Baubeginn wohl noch einige Jahre weg.
Speaker 1:Und wie es aussieht, ist eine Linie von Sords über dem Flughafen in die Innenstadt und ja bis an den südlichen Rand der Innenstadt geplant. Dies wird aber wahrscheinlich noch ungefähr 15 Jahre dauern, bis wir damit tatsächlich durch die Stadt reisen können. Man muss sagen, dankenswerterweise ist auf allen der angesprochenen anderen Verkehrsmittel auch reichlich Ausbau geplant, aber dies wird genauso noch ordentlich Zeit in Anspruch nehmen. Also das heißt, die nächsten 5 bis 10 Jahre werden nur sehr moderate Besserungen eintreten und wenn dann werden sie hauptsächlich in diesem Zeitraum Fahrpläne betreffen. Damit habe ich auch den nächsten Punkt eigentlich bereits mit abgedeckt.
Speaker 1:Da ging es mir den Verkehr im Allgemeinen. Es ist wie gerade schon kurz beschrieben doch so, dass gerade zu Stoßzeiten oft in der Innenstadt Verstopfung herrscht, dass eigentlich kein Vor und Zurück mehr möglich ist und waren dann teilweise gerade so, was die Kreuze rund die Lifi betrifft, fast schneller ist, gefühlt zumindest, wenn man läuft, als wenn man mit dem Auto fährt. Für die Einpendler nach Dublin könnte man da mit Sicherheit neben weiteren Verkehr, besseren Verkehrsinfrastruktur im ganzen Land viel damit schon mal in die richtige Richtung anstoßen, wenn man Park and Rides rund so Transport Hubs, was jetzt die Bahn, was jetzt die Tram, was Busse betrifft, weiter ausbaut, sodass man Leute damit noch mehr dazu bringt, letztendlich nicht mit dem Auto in die Stadt hineinzufahren. Dann, was weiterhin auffällt, sind die Lebenshaltungskosten. Dafür ist natürlich 1 mitverantwortlich und zu einem ganz großen Teil mitverantwortlich, was wir bereits angesprochen haben, die Wohnungssituation.
Speaker 1:Sowohl Wohnungs Wohnungen zur Miete und Häuser zur Miete sind extrem teuer, aber auch die Anschaffungspreise gehen die letzten Jahre doch sehr stark durch die Decke, was natürlich im Rahmen der geringen Verfügbarkeit und der hohen Nachfrage und der damit verbundenen Spekulation kein Wunder ist. Dass Güter und Services in Irland teilweise teurer sind als in manch anderen Ländern, ist zum Teil natürlich durch die durch das hohe Lohnniveau und durch den Fakt, dass es sich eine Insel, also einen leicht erschwerten Import handelt, erklärt, was jetzt ausländische Güter betrifft. Damit gibt es Teile der Lebenshaltungskosten, wo man das Preisniveau zu einem gewissen Teil wohl einfach nehmen muss. Auf der anderen Seite kommt halt dann auch eine gewisse, sag mal so Neid und Geizkultur mit dazu und da geht's dann zum Beispiel so Dinge wie Teuerungen in der Gastronomie. Auch das ist jetzt nicht unbedingt ein Dublin oder Irland spezifischer Punkt, aber auch hier ganz ganz augenscheinlich, dass letztendlich ja Preise wirklich 1 zu 1 oder beziehungsweise im Schlüssel weitergegeben werden.
Speaker 1:Heißt, wenn jetzt beispielsweise ein Pappbetreiber sein Bier für ja einen Euro 50 von der Brauerei bezieht und für 6 Euro verkauft, also für das Vierfache des Einkaufspreises, dann ist es ja grundsätzlich erst mal legitim. In der jüngeren Vergangenheit fiel es aber doch auch wirklich nachweisbar auf, dass im Endeffekt ja dann Steigerungen in entsprechenden Schlüssel weitergegeben werden. Also das heißt, wenn jetzt die Brauerei statt einem Euro 50 einen Euro 60 verlangt, erhöht der wird dann nicht den Endpreis diese 10 Cent, sondern die 40 Cent. Heißt, erhöht seine Marge damit noch mal deutlich. Und das scheint tatsächlich relativ gängige Praxis zu sein.
Speaker 1:So will aber erst mal zur Entwicklung und die scheint ja auch wirklich international ein Thema zu sein, das sich so durchzieht. Man sieht das oft diskutiert auch öffentlich und es kommt dabei die Frage auf, besteht wirklich die Not, dass dies im allgemeinen Kostendruck in dem Ausmaß praktiziert wird? Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, das kommt jetzt noch dazu und das in der Situation, wo letztendlich die ja die Kosten und die Preise zuvor schon relativ hoch waren. Wenn wir beim Beispiel Gastronomie bleiben, so ist ein üblicher Preis für ein Hauptgericht in Dublin in ja, bekannteren Pub oder in Restaurant bei, ich würde sagen, ungefähr durchschnittlich 18 Euro. Das heißt, dann seid ihr mit einem alkoholischen Getränk bei, ja, 24 Euro ungefähr.
Speaker 1:Und das, wie gesagt, so in der Durchschnittsgastronomie. Wenn es jetzt was gehobeneres sein soll, dann könnt ihr da auch schnell mal 20 Prozent noch draufschlagen. Lebensmitteleinkäufe für zu Hause liegen, denke ich, so ungefähr 10 Prozent über dem kontinentaleuropäischen Schnitt. Der nächste Punkt ist wieder 1, der aktuell sehr, sehr stark diskutiert wird. Und zwar geht es mir hier die Sicherheit und gefühlte Sicherheit, gerade auch in der Innenstadt.
Speaker 1:Das schwappt Stück weit in die Attraktivität der einzelnen Lokalitäten über, sag ich jetzt mal. Was ich damit meine, ist, dass gerade so im absoluten Stadtzentrum O'Connell Street, Parnell Street, also eine Gegend, in der sich ja viele, viele Menschen tagtäglich, teils auch zwangsläufig tummeln, auch bei Tageslicht relativ viele zwielichtige Gestalten unterwegs sind, das zum einen. Zum anderen liest man auch zuletzt, es war schon immer ein bisschen ein Problem, dass sich Jugendbanden in den betroffenen Gegenden auseinandergesetzt haben, gerade nach Einbruch der Dunkelheit und an den Wochenenden. Aber in den letzten Wochen und Monaten kommt es doch auch verstärkt vor, dass auf Touristen übergegriffen wird. So wurde im Juli ein Amerikaner Krankenhausreif geschlagen und ein eine Woche darauf weitere Personen.
Speaker 1:Meldungen dahingehend häufen sich tatsächlich gerade in den letzten 2, 3 Jahren. Ich glaube, dass da Corona wirklich ein Katalysator ins Negative war. Auch in den umliegenden Straßen, ich sprech da jetzt beispielsweise mal Dominick Street und Talbot Street, die zur Conley Trainstation hinführt an, sind Straßen, die zum einen relativ heruntergekommen wirken, zum anderen sind auch dort teilweise Menschen anzutreffen, die offen auf der Straße Drogen konsumieren und zum anderen wird auch dort wirklich viel ausspioniert. Also hier bietet sich eine Vorsicht doch an und das in Teilen der Stadt, wo eigentlich eine ja, Attraktivität für Besucher gegeben sein sollte. Ich habe es ja beim Thema gute und schlechte Wohnlagen schon angesprochen.
Speaker 1:Es gibt natürlich auch abseits des Zentrums dann Gegenden, wo eine gewisse Vorsicht dahingehend, dass eben Gangaktivitäten auftreten, geboten ist. Aber gerade das Stadtzentrum verliert in jüngerer Vergangenheit definitiv zunehmend an Attraktivität dadurch, dass eben gewisse Straßenzüge dafür bekannt sind, dass sie ja etwas problematisch sind, gerade nach Einbruch der Dunkelheit. Und auch ich als nicht gerade ängstlicher Mensch, wie ich immer sage, bin jemand, der doch es zunehmend vermeidet, bestimmte Ecken auch der Innenstadt nach Dunkelheit gerade alleine aufzusuchen. Und wenn dann eben mit entsprechender gesteigerter Aufmerksamkeit auf die Gefahr hin, dass dieses vielleicht in eine falsche Richtung wahrgenommen wird. Dublin im Gesamten ist eine überdurchschnittlich sichere Stadt, auch mit Sicherheit insgesamt sicherer als viele andere europäische Großstädte, aber es gibt eben Problemzonen und ganz offensichtliche Problemzonen, die einen wirklich anderen Eindruck vermitteln.
Speaker 1:Der letzte Punkt auf der Liste betrifft das Klima und das Wetter. Mit Sicherheit haben die meisten in irgendeiner Form, wenn's Dublin oder Irland im Gesamten geht, ein Bild im Kopf, was die klimatischen Bedingungen betrifft. Von dem her ist es nur eingeschränkt ein Dublin spezifisches Thema, muss aber dennoch mit betrachtet werden. Das irische Wetter im Gesamten ist ja nicht so, dass es durch regnet, wie oft porträtiert wird und auch gibt es teils gravierende regionale Unterschiede. Natürlich muss man sagen, es gibt immer auch noch son Thema Inselklima, wo man sagt, Irland als Insel und Inseln allgemein sind vom Wetter her unstabiler als jetzt größere Landmassen.
Speaker 1:Das ist durchaus richtig und greift dem, was ich eigentlich sagen will, ein Stück weit bereits vorweg. Irland im Gesamten hat ein eher ja feuchtes und mildes Klima, aber dennoch ist jetzt die Ostküste, an welcher sich Dublin befindet, doch klimatisch noch mal etwas anderes als jetzt die Südküste oder die Westküste und mit Sicherheit auch als die Midlands. In den Midlands, also wo ihr doch ein gutes Stück von der Küste entfernt seid, ist das Wetter zumeist deutlich beständiger als an jeglicher der Küstenlinien. Jetzt habe ich viel vorneweg erklärt, aber was bedeutet es eigentlich? Das irische Wetter hat einen weiteren Ruf und zwar, dass es sehr sehr wechselhaft ist.
Speaker 1:Also es wird ja oft gesagt, dass ihr letztendlich Jahreszeiten an einem Tag, wenn nicht gar in 1 Stunde haben könnt und so trifft das definitiv auch in Dublin zu. Es ist zwar so, ja in den entsprechenden Jahreszeiten natürlich ja Wetterlagen vorherrschen. So ist es im Winter gerne grau und regnerisch und im Sommer trotz allem warm, wenn auch selten mehr als 27 Grad. Aber es ist und bleibt schwer sich richtig anzuziehen, weil es eben nach wie vor so sein kann, dass auf 5 Minuten das Wetter einmal umschlägt. Das heißt, da habt ihr gerade noch strahlenden Sonnenschein und schon kommt ein Regenschauer die Ecke, der aber dann relativ wahrscheinlich auch nicht länger als 5 Minuten anhält.
Speaker 1:Von dem her, ob das Wetter gut oder schlecht ist, lässt sich schwer sagen, aber man muss sich genau auf diesen Fakt einstellen. Das heißt, man muss sich auch darauf einstellen können, Wenn man damit Schwierigkeiten hat, dann sollte man natürlich da auch schon mal eine Frage stellen, ob es wirklich die richtige Klimazone für einen ist, aber so drastisch will ich es eigentlich gar nicht formulieren. Was ich auch nicht allzu drastisch formulieren will, ist mein Fazit zu allem, was ich euch gerade erzählt hab. Ganz einfach, weil ich euch nicht zu sehr beeinflussen will. Ich möchte euch einfach nur dies auf den Weg gegeben haben, was ich an Eindrücken gesammelt habe und noch einmal daran appellieren.
Speaker 1:Dublin kann eine wunderschöne Stadt sein. Es ist so, wie überall auf der Welt gibt es Licht Seiten, gibt es Schattenseiten, also gibt es gute Dinge, gibt es schlechte Dinge. Ob es der richtige Ort für dich ist, hängt definitiv von deinen Lebensumständen ab und davon, wie bei all den Gesagten deine Prioritäten liegen. Das heißt, wenn die Vorteile das sind, was Du suchst, sei dir der Nachteile bewusst und es kann ein absolut traumhafter Platz für dich sein. Genauso natürlich umgekehrt.
Speaker 1:Deswegen eine Entscheidung, ob es der richtige Ort ist für euch oder nicht, kann ich euch nicht abnehmen. Mir persönlich liegt's und ich würde mich freuen, wenn es vielen von euch genauso geht. Ich weiß, habe vor einiger Zeit schon mal eine relativ ähnliche Folge gemacht zu Irland im Allgemeinen, wollte das Ganze aber noch mal etwas spezifischer auf Dublin als Stadt zugeschnitten haben, Allein schon deswegen, weil ja doch relativ viele derer, die erstmalig im Land ankommen für längere Zeit auch in Dublin landen. Ich will damit auch gar keine allzu großen Worte mehr verlieren. Ich bin mit dem, was ich von mir geben wollte, eigentlich so weit durch.
Speaker 1:Ich werde mich in den nächsten ein bis ein Wochen wieder bei euch melden. Unser nächstes Thema wird ein sein, das sich ja auch schon viele beschäftigt hat. Ja, es geht den Hauskauf in Irland. Also seid auch dann wieder mit dabei. Und damit wären wir nun wirklich wieder am Ende.
Speaker 1:Die Zeit ist wie immer verflogen wie nichts. Es macht mir auch wirklich immer wahnsinnig viel Spaß, euch mit auf eine kleine Reise rund die grüne Insel zu nehmen. Wenn es euch genauso geht und euch der Podcast gefällt, würde ich euch ganz herzlich bitten, dass ihr ihm auf den sozialen Medien folgt, Facebook, Instagram und so weiter. Genauso lasst mir bitte auch ein Abo da auf den Streamingplattformen, über die ihr den Podcast hört, sei es Apple Music, Spotify oder irgendeine andere Plattform. Genauso wenn ihr Freunde, Familienmitglieder, Arbeitskollegen oder sonstige Bekannte habt, die sich für das Leben in Irland interessieren oder für die der Podcast sonst etwas sein könnte, gebt ihnen gerne Bescheid und teilt die Freude mit ihnen.
Speaker 1:Ich freue mich schon drauf, dass wir uns demnächst wieder hören. Falls in der Zwischenzeit irgendwelche Fragen bestehen, Anmerkungen, Kritik, sei es positiv, negativ, seien's irgendwelche Anregungen, Vorschläge zum Mitmachen oder sonstiges, falls ihr auch einfach nur quatschen wollt. Ihr wisst, wie ihr mich erreicht, Facebook, Instagram, Kontaktformular über die Website. Ich antworte euch immer grundsätzlich so schnell ich kann und umso mehr freut es mich, wenn ich einfach weiterhelfen kann. Insofern bleibt mir nur noch, euch auch heute wieder fürs Zuhören zu danken.
Speaker 1:Bleibt gesund, macht's gut, habt eine schöne Zeit. Wir hören uns demnächst wieder. Ciao, servus und bis dahin. Euer Max.