Der Podcast für Gründer und Solo-Selbständige mit Günter Schmatzberger und Camillo Patzl. Jede Woche: 1 Frage, 15 Minuten, 2 Sichtweisen.
138_Für meine Idee gibt es keine Konkurrenz .mp3
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Speaker 1
00:18 - 00:27
Hallo liebe Hörerinnen, lieber Hörer. Willkommen zu dieser heutigen wöchentlichen Podcast-Folge. Wie immer an meiner Seite der lieber Günther Schmerzberger. Ja, hallo.
Speaker 1
00:27 - 00:46
Herzlich willkommen bei Leib und Gründen. Bei mir an der Seite ist der Camillo Patzl, wie jede Woche. Camillo, wir haben uns in dieser Folge, so wie in den Folgen über diesen Sommer, heuer Halbwahrheiten, Gründungshalbwahrheiten vorgenommen. Und die Halbwahrheit von heute lautet, für meine Idee gibt es keine Konkurrenz.
Speaker 1
00:49 - 01:05
Wir sitzen da eigentlich in einem sehr schönen Wiener Park. Wir waren zuletzt im Augarten, jetzt sind wir ein bisschen gewandert, jetzt sitzen wir da. Und auch hier könnte man ja annehmen, es gibt nur einen einzigen Park. Stimmt, jeder Pfad ist anders.
Speaker 1
01:05 - 01:39
Also so quasi, es gibt nur den Aargarten, weil wir dort vorhin waren und der ist groß und der ist gut zugänglich. Aber nein, es gibt oft etwas kleinere Wiesenflächen, Grünflächen, die vielleicht etwas unscheinbar sind. Oder andere gleichwertigere Objekte, Möglichkeiten, sich auch in Wien, in einer Stadt mit schönen grünen Bänken frischer Luft zu versorgen. Und mit dieser Metapher wollte ich da sozusagen ein bisschen in das Thema einsteigen.
Speaker 1
01:39 - 02:07
Warum? Manches entzieht sich unserer Wahrnehmung. haben eine tolle Geschäftsidee, die wir vielleicht tatsächlich von uns, von ihnen heraus generiert haben, die uns eingefallen ist, die uns begeistert, die uns begeistert. Wir wissen vielleicht zum Teil gar nicht, haben wir dir aus einem Buch irgendwie mitgenommen, haben wir dir aus einem Film mitgenommen, haben wir durch ein Gespräch oder so ist die entstanden.
Speaker 1
02:07 - 02:49
Aber wir sind der Annahme, sie ist einzigartig und da ist vielleicht manchmal so ein bisschen ein Druckschluss drinnen. Und ja, es mag manchmal gar nicht so einfach sein, das so locker flockig zu googeln oder herauszufinden, ist jetzt nicht in der Nachbarschaft irgendeine Konkurrenz unterwegs oder gibt es vielleicht in anderen Bundesländern oder vielleicht in anderen Ländern irgendwo ein ähnliches Angebot, wo ich vorhabe, mit meinem Angebot auch tatsächlich tätig zu sein. Wenn in der Schweiz das gleiche Angebot wäre und ich bewege mich in Österreich, würde es mir vielleicht am Anfang wurscht sein.
Speaker 1
02:49 - 03:13
Aber zu sagen, es gibt gar kein Angebot, ist halt recht, wie soll ich sagen, naiv oder zu kurz gedacht. Wahrscheinlich. Also meine Erfahrung ist recht radikal. Wenn es eine Idee tatsächlich nicht gibt, noch nirgends sozusagen in der näheren Umgebung oder auch in der weiteren Umgebung oder vielleicht weltweit, dann gibt es ja nur zwei Möglichkeiten.
Speaker 1
03:13 - 03:35
Eine Möglichkeit ist, es hat wirklich noch nie irgendjemand diese Idee gehabt. Möglich, aber, seien wir uns ehrlich, extrem unwahrscheinlich. Zweite Möglichkeit ist, die Idee gab es schon mal, aber sie hat nicht funktioniert, deswegen gibt sie sie nicht. Das heißt, es ist aus meiner Erfahrung kein gutes Zeichen, und es ist überhaupt nicht wünschenswert, dass ich der Einzige bin mit dieser Idee.
Speaker 1
03:35 - 04:01
Weil in der Regel ist es so, dass eine Idee, die gut ist und am Markt auch einen Zuspruch hat, es schon gibt oder anders formuliert. Wenn ich eine Idee habe, die am Markt anschlussfähig ist, wo ich sage, da gibt es schon ein paar, die machen sowas ähnliches, also noch nicht so viele, aber ein paar gibt es schon, die sagen, in Linz gibt es jemanden, der was macht, was ich in Wien auch machen möchte und der in Linz hat Erfolg damit, dann ist es wahrscheinlich ein gutes Zeichen, dass es in Linz Konkurrenz gibt. weil das dann sein könnte, dass es in Wien sehr wohl auch funktioniert.
Speaker 1
04:01 - 04:26
Das heißt, Konkurrenz ist ein gutes Signal vom Markt und ich sollte mich, und das ist der nächste Punkt, der für Gründer oft schmerzhaft ist, ich sollte mich mit meiner Konkurrenzrecherche, mit der Marktrecherche, mit dem Wettbewerb tatsächlich gut auseinandersetzen. Oft wollen wir nicht so genau hinschauen und wollen ja gar nicht genau wissen, wer das alle auch schon macht, weil das ist ja durchaus schmerzhaft. Dann zu erkennen, da gibt es ja schon andere, die genau die gleiche Idee gehabt haben. Schauen wir da vielleicht gar nicht so hin.
Speaker 1
04:26 - 04:35
Dabei war das genau eine wichtige Information von Marc zu sehen. Was funktioniert denn schon? Genau. Für manche Gründe ist das dann wirklich so ein bisschen ein Showstopper.
Speaker 1
04:35 - 04:55
Und unsere Aufgabe als Gründungsberater war es halt dann oft, dass man sagt, nein, nein, bleib drauf. Du bringst sowieso mit deiner Person und mit deinem Umfeld diesen Unique Selling Point automatisch hinein. Die Einzigartigkeit liegt in dir, aber nicht unbedingt in deiner Idee. Richtig.
Speaker 1
04:55 - 05:18
Und die Markteintrittsbarriere, die ja da ist, wenn es schon Konkurrenz gibt, ist wesentlich geringer. Also du müsstest dir alles vom Grundweg selbst erarbeiten und erkämpfen, dass du sozusagen Marktanteile bekommst und dann das auch entsprechend zu verteidigen. Also anstrengend und mühsam. Extrem.
Speaker 1
05:18 - 05:35
Stell dir vor, stell dir vor, der Grund ist das erste China-Restaurant in Österreich. Man muss ja ganz Österreich erst einmal erklären, was ist das überhaupt für ein Essen, das es da gibt. Der Erklärungsaufwand ist so groß, dass... Die Pionierarbeit, den Markt zu bestellen, ist extrem aufwendig.
Speaker 1
05:35 - 05:57
Das zehnte Kinderrestaurant tut sich wesentlich leichter als das erste. Das heißt, wir wollen als Ein-Personen-Unternehmer oft gar nicht der Erste sein, weil es extrem mühsam ist, den Markt aufzubereiten. Aber im Pfadwasser Vorher nicht dabei zu sein, aber vielleicht nicht ganz der Erste. Beim Radfahren will man ja auch nicht unbedingt der Erste sein, sondern im Rückenwind der anderen, so ein bisschen mitgleiten, tut man es in der Regel wesentlich leichter.
Speaker 1
05:57 - 06:49
Der Vorteil ist, wenn man sich mit der Konkurrenz näher auseinandersetzt oder vielleicht sogar da ein Stück weit sich Kooperationen ergeben, oft ist es ja so, dass man ja gar nicht alle Kunden bedienen kann oder bedienen will. Und genau dort liegt vielleicht das Potenzial für wen anderen, dass er sagt, aber die Kunden, die du nicht bedienen willst, Die möchte ich bedienen, weil ich sehe mich mehr in dieser Sparte, in dieser Richtung, in dieser Nische, obwohl wir vielleicht beide dasselbe Feld, denselben Markt, dieselbe Zielgruppe bespielen. Genau. Es gibt innerhalb des Marktes Untergruppen, Unterthemen, Unterzielgruppen auch, wo man sagt, okay, wir können uns das relativ gut aufteilen, du kümmerst dich um das, ich kümmere mich um das und wir gehen uns nicht im Weg um, aber haben trotzdem die gleiche Also die doppelten Impact auf den Markt,
Speaker 1
06:49 - 07:35
um zu sagen, unser Thema, das uns verbindet, ist wichtig und die Arbeit, die wir leisten, ist eigentlich mehr ein Nebeneinander als ein Gegeneinander. Und noch ein Vorteil, der mir jetzt einfällt, ist, wenn du eine Konkurrenz findest, die vielleicht schon fünf Jahre, also drei, fünf, zehn Jahre, einfach einen gewissen Jahresvorsprung hat, dann hast du ja wieder den Vorteil, nicht alle Wege selbst gehen zu müssen, nicht alle Fehler selbst machen zu müssen, sondern du kannst ja durch diese Recherche, durch das genauere Hinschauen, vielleicht Dinge schon erkennen, wo du sagst, ah ja, wieso macht ihr das so oder so? bringt mir das was oder wenn ich das so mache, gelingt es mir dann vielleicht meine Fehler zu reduzieren oder gar nicht zu machen.
Speaker 1
07:35 - 08:05
Das heißt, du hast einen riesen Lerneffekt, auch wenn du dich mit diesen Personen näher auseinandersetzt, dass du für dich erkennen kannst, was mache ich so, weil sie es bewährt hat und was mache ich bewusst nicht so, weil Also ein Plädoyer, kurz gesagt, für die Marktrecherche, für die Konkurrenzanalyse und sich damit wirklich zu beschäftigen und keine Angst haben davor, da genauer hinzuschauen, sondern im Gegenteil. Man kann viel, viel lernen von dem, was andere gemacht haben. Man kann viel lernen, was funktioniert, was nicht funktioniert.
Speaker 1
08:05 - 08:18
Man kann sich viel Lehrgeld ersparen, man kann sich auch viel Zeit ersparen, indem man wirklich ernst nimmt das, was am Markt schon passiert ist. Und das ist ja Transparenz. sehr häufig. Das heißt, man sieht ja, was sich so tut, wenn man hinschauen will.
Speaker 1
08:18 - 08:41
Es gibt ja genügend Quellen. Man muss nur mit offenen Augen durch den Markt, durch die Stadt, durch seine eigene Branche gehen. Man kann eine Menge lernen, wenn man keine Angst davor hat. Und was ich da auch noch ergänzen kann ist, du kannst da auch ein bisschen ein Gamification-Ansatz reinbringen oder so einen Wettbewerbsgedanken.
Speaker 1
08:41 - 09:25
Wieder aus dem Sport, wenn du keine Konkurrenz hättest, dann würdest du sozusagen nicht deine eigenen Grenzen überschreiten. Du würdest irgendwo stehen bleiben oder dich halt nicht entwickeln. Und das Positive an der Konkurrenz ist, nimmt große Unternehmen her, also nicht, mir fällt jetzt Apple, Microsoft ein, vielleicht nicht die idealen Beispiele, aber egal, ja, nimmt dir irgendwelche großen Biografien her oder große Unternehmen her, da gibt es immer diesen Konkurrenzkampf und der ist ja gut, weil man dann seine eigenen Grenzen wieder ein Stück weit verschieben muss oder sucht nach Lösungsansätzen oder Wegen, wie man sich selbst oder seine Organisation entwickeln kann.
Speaker 1
09:25 - 09:43
Und besser werden kann. Und das ist so ein gewisses Wachstum im positiven Sinne, wo Entwicklung stattfinden kann. Absolut, genau. Das heißt, es besteht die Chance, dass man damit, dass man andere hat, die auch am Markt sind, die Dinge probieren, einfach gechallenged ist und einfach besser sein möchte.
Speaker 1
09:43 - 10:07
Und wieder auf neue Ideen kommentieren kann. Stell dir vor, du sitzt in deinem eigenen Raum, du hast gegründet, du bist der Meinung, du hast keine Konkurrenz, du hast jetzt alle deine Ideen ausprobiert. Und dann sitzt du da und stagnierst oder hast das Gefühl, wie wenn du jetzt in einem Loch bist oder in einer Stagnation. Und durch diese Konkurrenz, wenn man da hin und wieder hinschaut, wenn man schaut, was machen die jetzt?
Speaker 1
10:07 - 10:48
so ein bisschen über den Tellerrand hinaus oder in das Nachbarlokal vielleicht mal als Kunde selbst hinein zu gehen, was bei der Konkurrenz auch zu kaufen und einmal dieses Gefühl, was man da mitbekommt oder nicht mitbekommt, einfach mal selbst zu spüren. Es kann recht beflügelnd sein, um wieder seinen eigenen Geist, seine eigene Kreativität ein bisschen anzukurbeln. Genau, und einen Punkt zum Abschluss möchte ich noch aufgreifen, den du vorhin nebenbei angesprochen hast. Es kann sein, dass du die Personen, die Unternehmen, die du im ersten Blick für deine Konkurrenz hältst, in Wirklichkeit deine besten Geschäftspartner werden und eher Kooperationscharakter haben.
Speaker 1
10:48 - 11:15
Also gerade wir Ein-Personen-Unternehmen haben oft das Gefühl, dass andere Ein-Personen-Unternehmen da unsere Konkurrenz sind und wir matchen uns da und ärgern uns, wenn es da schon jemanden gibt. Nein, vergiss das! Du sprichst mit den Leuten, der Markt ist groß genug, wir können uns zusammensetzen, gerade wir Ein-Personen-Unternehmen können uns zusammensetzen, unsere Kräfte bündeln, miteinander gemeinsame Projekte entwickeln. So viel mehr Vorteile als Nachteile, wenn du es sozusagen vermeidest.
Speaker 1
11:16 - 11:38
Denk nur daran, du willst irgendwann auf Urlaub gehen oder du bist vielleicht irgendwann mal krank. Absolut. Und wenn du das gegenkompensieren kannst, weil du jemanden kennst, der wen kennt, wo man sich diese Kunden vielleicht in der Vertretung oder der eine hat mehr, der andere hat weniger und man kann sich das vielleicht... Bei einem Kunden, den ich nicht bedienen kann, ich habe gerade zu viel zu tun, kenne jemanden, der mir helfen kann, das ist so unglaublich wertvoll.
Speaker 1
11:38 - 12:02
Viel Druckwerke, ja. Absolut. Also wirklich auch eine Ermutigung zu sagen, wenn du glaubst, dass jemand der Konkurrenz ist, sprich mit denen. Das sind in der Regel wahrscheinlich, das sind auch nur Menschen und sind in der Regel wahrscheinlich sehr nette Menschen, mit denen man eigentlich viele Gemeinsamkeiten, viel Ehe hat, als man jetzt wirklich unmittelbaren Konkurrenzkampf und Auge um Auge, Zahn um Zahn, das findet ja nicht statt, Gott sei Dank,
Speaker 1
12:02 - 12:30
in den meisten Fällen, sondern es gibt ein sehr, sehr gutes Nebeneinander und oft sogar ein beidseitig gewinnbringendes Miteinander. Sei vorsichtig, wenn dir diese Halbwahrheit unterkommt, dass es keine Konkurrenz gibt und du dein einziger Markt bist. Das wollen wir nicht. Wenn du mit deiner Idee einzigartig bist, sei vorsichtig.
Speaker 1
12:30 - 12:46
Kein gutes Zeichen. Außer du bist wirklich genial und hast die Innovation, die bisher nicht mehr gekommen ist. Aber es ist nicht notwendig innovativ zu sein, es ist nicht notwendig mit der Idee einzigartig zu sein. Der eigene Spin kommt durch die eigene Person, durch die eigene Positionierung rein, das geht eh von selber.
Speaker 1
12:46 - 13:02
Und ansonsten ist es ein gutes Zeichen, wenn es andere gibt, wenn man bereit ist davon auch zu lernen und das auch für sich selber zu nutzen. Ich glaube so kann man es zusammenfassen. Genau, super, auf den Punkt. Es wäre super gelungen.
Speaker 1
13:02 - 13:27
Wenn auch du, liebe Hörerin, lieber Hörer, jetzt Lust bekommen hast, deine Idee vielleicht ein bisschen zu challengen oder mit uns ins Gespräch zu kommen, um vielleicht etwas über mögliche Konkurrenz herauszufinden. Wir haben ja doch schon einige Gründer und Gründerinnen begleiten dürfen. Dann scheu dich nicht, wir sind auffindbar im Internet, wir sind buchbar. Leimand.business heißt die Webseite.
Speaker 1
13:27 - 14:04
Genau, dort gibt es den kostenlosen Gründungscheckup, da kannst du deinen Termin buchen. Es gibt auch einen Leimand Newsletter, den man dort abonnieren kann, wo es jede Woche dann auch coole Infos gibt rund um Selbstständigsein, gerade als Solopreneur. Wenn dir der Podcast gefallen hat, wir würden uns sehr freuen, wenn du zumindest einer Person in deinem näheren Umfeld von dem Podcast erzählst und ihn teilst, weil das ist unser Anspruch, dass wir den Menschen, die sich am Weg in die Selbstständigkeit befinden, einen Mehrwert stiften. Genau, und wirklich helfen mit ganz praktischen Tipps und Infos.
Speaker 1
14:04 - 14:12
Und ja, dann bleibt uns nur zu sagen, hat uns gefreut, wir sind nächste Woche Mittwoch wieder für euch da und bis dorthin, bleibt leise.