Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung

Gestern war Quitter's Day. Das ist der Tag, an dem statistisch die Hälfte aller Menschen ihre Neujahrsvorsätze über Bord wirft. Vielleicht gehörst du auch dazu. Und vielleicht denkst du jetzt: "Ich bin nicht diszipliniert genug" oder "Mir fehlt es an Willenskraft."

Aber das stimmt nicht.

In dieser Episode stelle ich eine These auf: Vielleicht ist das Problem nicht, dass du deine Ziele nicht umsetzt. Vielleicht ist das Problem, dass Ziele selbst eine Ablenkung sind. Ein Weg, dir vorzumachen, dass du weißt, wo du hinwillst, während dir in Wahrheit die Klarheit fehlt, wer du sein willst.

Du erfährst:
- Warum Ziele von außen kommen, aber Identität von innen
- Der fundamentale Unterschied zwischen "Ich will laufen" und "Ich bin ein Läufer"
- Die 5 Veränderungen, die deinen Zielen eine völlig neue Qualität geben

Was ist Der Zeitnutzer Podcast - Strategisches Zeitmanagement für Menschen mit Verantwortung?

Du trägst Verantwortung, aber hast nie Zeit? Im Zeitnutzer Podcast erfährst du, wie du durch strategisches Zeitmanagement von reaktivem Abarbeiten zu bewusstem Gestalten kommst. Statt oberflächlicher Produktivitäts-Hacks bekommst du hier Impulse, die dir helfen, die Kontrolle über deine Zeit zurückzuerobern und gezielt voranzukommen.

Für Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte, die nicht noch mehr tun, sondern endlich das Richtige tun wollen.

Getreu meinem Motto: "Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder."

Hallo, hier ist Ivan Blatter, dein Begleiter für strategisches Zeitmanagement.

Hier findest du Klarheit, Fokus und Ruhe im Arbeitsalltag, damit du wieder führst,

statt getrieben zu sein.

Heute geht es um eine Frage, die vielleicht frustrierend ist,

aber die Antwort auf die Frage kann wirklich spannend sein.

Gestern war der sogenannte Quitter's Day. Es gibt da angeblich eine Studie,

die herausgefunden haben soll, dass bereits am zweiten Freitag im Januar die

Hälfte der Menschen ihre Ziele aufgeben.

Okay, ich war grosszügig. Eigentlich war gestern schon der dritte Freitag im

Januar, weil ja der erste Januar 2026 ein Donnerstag war.

Aber wir können, glaube ich, auch aus der Erfahrung davon ausgehen,

dass bereits viele ihre Ziele über Bord gekippt haben.

Das ist schade, weil du hast dir doch ein Ziel aus irgendeinem Grund gesetzt.

Und es ist doppelt schade, wenn du denkst, du hättest versagt.

Oder du hättest nicht genug Willenskraft.

Oder du wärst einfach nicht diszipliniert genug.

Das stimmt alles nicht. Ich glaube, das Problem ist ein anderes.

Viele Menschen setzen sich Ziele und dann passiert erstmal gar nichts.

Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil zwischen Ziel setzen und Ziel erreichen

eine riesige Lücke klafft.

Das ist eigentlich verwunderlich, weil ich will doch ein Ziel,

deshalb setze ich mir das.

Ich will das erreichen und doch geben wir viel zu früh, viel zu schnell auf.

Und wie gesagt, meistens geben wir uns dann selbst die Schuld.

Das muss aber nicht sein.

Das liegt vielleicht nicht an deiner Disziplin oder an deinem Willen oder du

hast dir die Ziele halt falsch gesetzt, das hört man ja auch,

du musst dir halt smart formulieren, sonst wird das alles nichts.

Nein, ich glaube, es liegt am System.

Das kann ein Grund sein, aber je länger ich darüber nachdenke,

kann es sein, dass es vielleicht noch etwas tiefer geht.

Vielleicht setzt du ja deine Ziele nicht um, weil das gar nicht das eigentliche Problem ist.

Vielleicht sind deine Ziele nur ein Symptom, vielleicht eine Ablenkung,

ein Weg dir selbst vorzumachen, dass du weisst, wo du hin willst,

während du in Wahrheit keine Klarheit darüber hast, wer du überhaupt sein möchtest.

Und das ist ein meiner Meinung nach durchaus spannender Gedanke.

Lass mich das mal ein wenig erklären. Ja, ich bin immer noch davon überzeugt,

dass wir ein gutes, klares System brauchen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.

Aber manchmal stolpern wir vielleicht schon einen Schritt vorne dran.

Eben, weil die Ziele nur eine Ablenkung sind, weil die Klarheit fehlt.

Ziele kommen manchmal, vielleicht sogar häufig, ich weiss es nicht,

aber Ziele kommen manchmal von außen.

Identität, die kommt aber von innen. Wenn du dir sagst, ich will 10 Kilogramm

abnehmen, dann ist das ein Ziel.

Wenn du dir sagst, ich will meinen Umsatz um x Euro erhöhen, dann ist das ein Ziel.

Wenn du dir sagst, ich will 10% mehr Kunden dieses Jahr haben,

dann ist das ein Ziel. Es kommt von einem Bild, das du im Kopf hast.

Aber die Frage ist, wo kommt denn dieses Bild her?

Vielleicht ist es etwas, von dem du denkst, dass andere das von dir erwarten.

Jetzt habe ich hier ein eigenes Business.

Alle sprechen immer von grossen Zielen und von hohen Umsätzen.

Also muss ich doch auch mal hier postulieren, ich will meinen Umsatz verdoppeln

oder was weiß ich. oder dieses Schönheitsideal, das wir vielleicht irgendwie

haben, das besagt, ich muss, ich will 10 Kilogramm abnehmen.

Vielleicht hast du das von einem Ideal, das du irgendwo gesehen hast oder von

einem Vorbild vielleicht auch, von jemandem, der sehr fit und gesund und auch

glücklich wirkt und gleichzeitig eben auch sehr schlank und sportlich ist oder so, irgend sowas.

Vielleicht kommt das Bild auch aus einem Moment heraus, wo du dich unwohl gefühlt

hast. Ah, es muss was passieren, damit mir mein Business wieder Spass macht,

damit ich mehr Sicherheit verspüre oder was weiss ich.

Das kann alles gut sein, aber das sind alles Punkte, die von außen kommen.

Wenn du aber sagst, ich bin jemand, der auf seinen Körper achtet,

dann ist das deine Identität.

Dann ist das eine innere Überzeugung darüber, wer du bist oder vielleicht, wer du sein willst.

Ich bin jemand, der auf seinen Körper achtet, aber im Moment habe ich ein bisschen

viel Fett auf den Rippen.

Dann ist das einfach, ich bin jemand, der auf seinen Körper achtet,

das ist meine Identität.

Im Moment bin ich nicht ganz bei meiner Identität. Und genau das,

genau das ist der Unterschied.

Ziele motivieren dich für eine Weile durchaus möglich, aber deine Identität,

die trägt dich für Jahre, wenn nicht sogar für Jahrzehnte.

Das heisst, solange du versuchst, Ziele zu erreichen, solange du versuchst,

Ziele zu verfolgen, das sage ich ja immer wieder, warum musst du deine Ziele

verfolgen, rennen die von dir weg?

Das ist ja auch ein Zeichen, dass es eben einfach Ziele sind und nicht deine

Identität. Und solange du das versuchst und in dieser Denkweise bist,

bewusst oder unbewusst, dann kämpfst du gegen dich selbst.

Du versuchst etwas zu werden, was du definitiv noch nicht bist,

deshalb hast du ja dieses Ziel.

Und das ist anstrengend. Das kostet Willenskraft. Jeden Tag.

Aber wie wäre es denn, wenn du zuerst deine Identität änderst?

Dann verhältst du dich automatisch so, wie es zu deiner Identität passt.

Immer. Egal, ob du dir dessen bewusst bist oder nicht.

Wir Menschen versuchen alles, um unsere Identität zu leben.

Nicht, weil wir uns dazu zwingen, sondern weil es halt selbstverständlich ist.

Und das gilt immer und überall, auch unabhängig von Zielen.

Wenn ich die Identität habe, ich bin immer so ungeduldig.

Und das ist vielleicht eine unbewusste Identität. Das habe ich mir gar nie so richtig überlegt.

Und dann sagt meine Frau irgendwas und ich flippe aus.

Ich versuche immer gemäss meiner Identität zu handeln. Egal,

ob die Identität bewusst ist oder nicht bewusst ist.

Oder hier jetzt in Bezug auf Ziele. Du weisst ja, ich nehme gerne eher private

Ziele, vor allem aus dem Sport, aus der Gesundheit. Weil da sieht man es einfach

so deutlich eben in Bezug auf die Ziele.

Es gibt einen Unterschied zwischen,

ich will dieses Jahr regelmässiger laufen und ich bin ein Läufer.

Ist ein Riesenunterschied. Das sind Welten dazwischen.

Und zwar unabhängig davon, ob du bereits 10 Marathons gelaufen bist oder ob

du kaum um den Block kommst, ohne außer Atem zu sein.

Aber wenn du ein Läufer bist, dann läufst du.

Nicht, weil es auf deiner To-Do-Liste steht, in deinen Vorsätzen,

in deinem Ziele-Dokument, sondern weil Läufer laufen.

Das ist, was sie tun. Läufer laufen.

Das ist keine Wortklauberei. Das ist nicht irgend so ein Coaching-Gespinst,

dass wir uns hier zusammen,

konstruieren, sondern das ist ein fundamentaler Unterschied und dieser Unterschied

kann einen Unterschied machen.

Jetzt fragst du dich vielleicht, okay, aber wie ändere ich denn meine Identität?

Kann ich einfach sagen, ich bin jetzt ein Läufer und dann ist das so?

Nein, so einfach ist es natürlich nicht. Aber es gibt fünf Veränderungen,

Shifts, wenn du so willst, die dir helfen können, genau das zu tun.

Und ich warne dich, das sind keine bequemen Tipps, keine Hacks,

keine Live-Hacks, das sind keine irgendwie, keine Ahnung was,

so mal husch husch und dann habe ich es, sondern das sind unbequeme Wahrheiten.

Aber sie können etwas verändern.

Also, Veränderung Nummer 1 vom Ich-Will zum Ich-Bin.

Eben dieser Identitätswechsel.

Schau mal auf deine Ziele. Wie hast du die formuliert? Wahrscheinlich hast du

nicht hingeschrieben, ich will ein Buch schreiben, das ist mir schon klar.

Vielleicht hast du hingeschrieben, Buch.

Irgendwie Buch XY schreiben bis dann und dann.

Formuliere das Zeugs mal um. Formuliere deine Ziele um und fang an,

deine Identität zu definieren. Das kannst du vielleicht zusätzlich machen.

Also statt, ich will ein Buch schreiben oder Buch schreiben bis Ende Jahr,

besser, ich bin jemand, der schreibt.

Oder statt, ich will fit werden, ich bin jemand, der sich bewegt.

Klammerbemerkung, auch im Alltag und bei jeder Gelegenheit, die sich mir bietet.

Klammer geschlossen. Wenn du

jemand bist, der sich bewegt, dann nimmst du natürlich keinen Fahrstuhl.

Dann nimmst du keine Rolltreppen mehr. Dann gehst du mit Vergnügen die Treppe hoch.

Aber wenn du sagst, ich will fit werden, was für ein Bild hast du dann?

Jetzt muss ich jeden Tag ins Fitnesscenter rennen und da irgendwie stupide irgendwelche

Gewichte hochheben und so.

Und zack, hast du schon einen Widerstand. Aber wenn du jemand bist,

der sich bewegt, dann stellen sich andere Fragen. Ich will fit werden.

Da kommst du vermutlich nicht mal unbedingt so auf die Idee,

die Treppe statt den Fahrstuhl zu nehmen oder statt die Rolltreppe.

Aber wenn du sagst, ich bin jemand, der sich bewegt, dann stellt sich die Frage

auch nicht. Dann nimmst du einfach die Treppe.

Oder statt, ich will mir Kunden gewinnen, eher, ich bin jemand,

der sichtbar ist, zum Beispiel.

Das verändert etwas. Du fragst dich dann nicht mehr, schaffe ich das heute?

Sondern, was würde jemand tun? Wie würde sich jemand verhalten, der so ist wie ich?

Was würde ein Mensch tun, der sich bewegt?

Was würde jemand tun, der sichtbar ist? Was würde der tun?

Das klingt nach einer Kleinigkeit. Aber es ist keine Kleinigkeit.

Es ist ein fundamentaler Schrift, eine fundamentale Veränderung.

Wenn du jemand bist, der schreibt, dann schreibst du. Vielleicht nicht jeden

Tag drei Stunden, vielleicht nur zehn Minuten, aber du schreibst, weil das zu dir gehört.

Und plötzlich wird es einfacher bis einfacher.

Nicht, weil du ein besseres System hast, das kann dich mit unterstützen und

ist auch wichtig, sondern weil du aufhörst, gegen dich selbst zu arbeiten.

Schreib drei Sätze auf. Schreib auf, ich bin jemand der, und dann füll sie aus

mit dem, was dir wirklich wichtig ist.

Nicht mit dem, was du erreichen willst, sondern mit dem, wer du sein willst.

Das ist der erste Shift, die erste Veränderung. Und diese Veränderung ist wirklich mächtig.

Vom Ich will zum Ich bin.

Veränderung Nummer 2. Die Anti-Zielliste. Ja, es gibt die Not-To-Do-Liste,

ein Instrument, das ich schon lange kenne.

Ich glaube, da habe ich auch mal eine Podcast-Folge dazu veröffentlicht.

Ich glaube, das war irgendwo in den ersten paar Dutzend Folgen,

wenn ich mich richtig erinnere.

Kleine Klammerbemerkung. Wenn diese Folge hier erscheint, dann ist der 17.

Januar 2026. Und ich hatte gerade Jubiläum.

Am 15. Januar 2013 erschien die erste Folge dieses Podcasts,

also vor 13 Jahren und 2 Tagen.

Seither bekommst du sehr regelmässig immer wieder neue Folgen in diesem Podcast.

Klammer geschlossen. Wollte ich nur schnell erwähnt haben.

Wo waren wir bei der Anti-Zielliste? Genau, es gibt ja diese Anti-To-Do-Liste.

Es gibt, glaube ich, auch ein Buch mit diesem Titel. Das ist ein relativ populäres

Prinzip geworden, das super ist, wenn man es mal ausprobiert.

Aber lass uns das auf eine Ebene höher nehmen. Also mach nicht eine Zielliste

mit Dingen, die du erreichen möchtest, sondern mach mal eine Anti-Zielliste.

Die Zielliste ist häufig viel zu lang. weil viele haben keine Klarheit darüber,

was nicht auf dieser Liste gehört.

Also schreib doch mal Dinge auf,

die du bewusst nicht mehr tun willst oder nicht mehr verfolgen willst.

Nicht, weil du keine Zeit hättest oder sowas, sondern weil sie nicht zu der

Person passen, die du sein willst.

Zum Beispiel, ich nehme keine Aufträge mehr an, die nicht zu meiner Positionierung passen.

Das ist ein Antiziel. Oder ich gehe nicht mehr zu Networking-Events,

da sie mir zu viel Energie rauben.

Etwas, was introvertierte Menschen bestens kennen.

Oder ich plane keine Ziele mehr, nur weil andere sie von mir erwarten.

Oder weil ich irgend so ein Bild im Kopf habe. Ein Unternehmer muss so und so sein.

Das ist nicht Negativität oder Ablehnung, sondern das ist Klarheit.

Klarheit darüber, was du nicht tust. Und das gibt dir auch automatisch mehr

Fokus für das, was du wirklich tun willst.

Ich habe das auch schon ein paar Mal ausprobiert, sowohl die Not-to-do-Liste

wie auch diese Anti-Zielliste.

Auch dieses Jahr habe ich mir wieder vorgenommen, keine Kunden mehr anzunehmen,

bei denen ich spüre, dass es nicht passt oder keine Aufträge,

die nicht wirklich zu meiner Positionierung passen.

Und das ist hart, weil manchmal bedeutet es dann, Nein zu sagen,

auch wenn da jemand mit einem Bündel Euro-Scheinen winkt und das Geld natürlich

lockt und ich das Geld gut gebrauchen könnte, alles.

Aber trotzdem, das wird dir Klarheit geben und Energie.

Also, was gehört auf deine Anti-Ziel-Liste?

Veränderung Nummer 3. Die Rückwärtsplanung. Starte doch mal beim Scheitern.

Klingt blöd und Scheitern hat hier in unseren Breitengraden leider immer noch

so ein bisschen einen negativen Touch.

Dabei ist das einfach nur eine Lerngelegenheit. Jetzt weisst du, wie es nicht geht.

Das heisst, das nächste Mal machst du es anders und besser. Eigentlich super.

Und meistens planen wir doch Ziele so, wir überlegen uns, was muss ich tun, um das zu erreichen?

Versuch mal das Gegenteil. Überleg dir mal, was müsste ich tun,

um garantiert zu scheitern.

Das ist unglaublich effektiv.

Nehmen wir an, du willst ein erfolgreiches Online-Business aufbauen.

Normalerweise sagst du, ja gut, dann muss ich eine Webseite haben und die muss

irgendwie SEO-optimiert sein, damit ich bei Google erscheine und dann baue ich

ein Newsletter auf und dann produziere ich Content und dann überlege ich mir,

wo treibt sich meine Zielgruppe eigentlich herum, auf welchen Social Media sind

die und dann mache ich da noch mehr Content und so weiter.

Wenn du das rückwärts planst, also vom Scheitern her und dir die Frage stellst,

wie stelle ich sicher, dass ich garantiert scheitere,

dann kommen da Punkte heraus wie, ich mache nichts, um meine Sichtbarkeit zu

erhöhen. Ich verkaufe nicht aktiv.

Ich warte darauf, bis die Menschen mich finden und dann automatisch kaufen.

Ich warte, bis alles perfekt ist. Ich höre auf, sobald es schwierig wird und so weiter.

Und jetzt ist die Frage, welches dieser Sabotage-Muster tust du jetzt gerade?

Ich bin sicher, dass bei den Punkten, die ich jetzt genannt habe,

da hast du bei einem oder vielleicht auch mehreren, hast du mindestens innerlich ein bisschen genickt.

Und das ist es. Und dann weisst du auch, was du ändern musst.

Nicht, weil du ein neues Ziel hast, sondern weil du sofort erkennst,

wie du dich selbst sabotierst bei diesem Ziel.

Das ist viel wirkungsvoller als noch eine weitere Strategie zu lesen,

noch einen Online-Kurs zu besuchen, noch irgendein Coaching zu machen oder sowas.

Sondern du erkennst plötzlich vielleicht auch deine blinden Flecke.

Das ist nicht ganz einfach, wenn man das alleine macht. Mit einem Coach geht

es immer schneller und besser und zielgerichteter.

Aber so mal zum Einsteigen kann man ja auch mal schauen, ob man die eigenen

blinden Flecken vielleicht doch selber sieht. Das lohnt sich.

Vierte Veränderung, das ist der Sekundärgewinn.

Auch hier wieder eine unbequeme Frage, nämlich, was gewinnst du eigentlich durchs Scheitern?

Was gewinnst du dadurch, dass du dein Ziel nicht erreichst?

Vielleicht denkst du sofort, nichts, natürlich nichts, ich will es ja erreichen, es ist ja mein Ziel.

Aber oft gibt es einen versteckten Gewinn, einen Sekundärgewinn. Und spür dir mal nach.

Zum Beispiel, ich will nicht so sehr in die Psychologie abdriften,

aber einfach so, damit es klar ist und auf den Punkt kommt, nimm dir an,

du willst eben diese 10 Kilo abnehmen.

Aber solange du das nicht schaffst, kannst du dich immer ein bisschen als Opfer

fühlen und musst keine Verantwortung übernehmen.

Gibt es relativ häufig.

Oder du willst unbedingt dein Business ausbauen, aber solange du schön klein

bleibst, musst du dich nicht so zeigen und kannst in deiner Komfortzone dich

herumsuhlen und dort schön bleiben.

Oder du willst ein Buch schreiben, aber solange du das nicht tust,

kannst du die Illusion aufrechterhalten, dass du eigentlich ein grossartiger Autor wärst.

Du wirst garantiert, schon bevor du das Buch geschrieben hast,

relativ viel Bewunderung bekommen aus deinem Freundeskreis, vielleicht von deinen

Verwandten, die sagen, oh, jetzt hier der Ivan, der schreibt jetzt ein Buch.

Aber damit hast du dich noch nicht exponiert. Vielleicht schreibst du das Buch

und es ist einfach schlecht und niemand kauft es.

Und deshalb willst du vielleicht eher die Illusion aufrechterhalten,

dass du eigentlich ein grossartiger Autor wärst. Solche Dinge.

Das ist hart. Und ich will hier nicht irgendwie in die Küchentisch-Psychologie

abrutschen, aber ich glaube, wir haben einen guten Gradmesser in uns selber,

um diese Muster auch aufzudecken, wenn wir ehrlich zu uns sind.

Und manchmal ist das auch tatsächlich der Grund, warum du nicht selbst vorankommst.

Frag dich also ehrlich, was würde ich eigentlich verlieren, wenn ich mein Ziel erreiche?

Was wäre dann nicht mehr möglich?

Oder eben auch, was gewinne ich dadurch, dass ich mein Ziel nicht erreiche?

Manchmal ist die Antwort, wenn ich mein Ziel erreichen würde,

dann hätte ich ja keine Ausrede mehr. Und das ist der Punkt.

Veränderung Nummer 5. Ich habe hier noch so einen. Das ist eigentlich die einfachste,

wenn man so will. Nämlich das Minimalziel.

Radikale Reduktion. Es ist einfach, weil du nimmst deine Zielliste und streichst

80% einfach weg. Es ist wirklich einfach. Mehr ist es nicht.

Aber das ist, glaube ich, die schwierigste Veränderung von allem.

Das andere war so ein bisschen Psychologie, Wischiwashi und Identität und sowas.

Aber jetzt geht es um die Wurst.

Die wenigsten Menschen scheitern, weil sie zu wenige Ziele haben.

Sondern sie scheitern, weil sie zu viele haben. Weil sie sich verzetteln.

Nicht nur bei all den anderen Dingen, bei den Aufgaben und bei den Notizen und

weiss der Geier was, sondern auch hier bei den Zielen.

Und dann passiert, was immer passiert. Du versuchst, alles gleichzeitig zu machen.

Und am Ende machst du überhaupt nichts richtig.

Es gibt doch da diese Fabel von diesem, was war es, ein Esel,

der vor zwei Heuhaufen isst und er kann sich nicht entscheiden,

von welchem er jetzt essen will und dann verhungert er. Irgendwie so geht diese Fabel.

Es war jetzt sehr auf den Punkt gebracht, ich weiss, das könnte man hübscher

erzählen, aber das ist so der Sinn von dieser Veränderung Nummer 5.

Auch heute hatte ich gerade wieder ein Gespräch mit einem Menschen,

der sehr interessant ist und ganz viele Interessen hat.

Als wir so sprachen, hat er gesagt, ah ja, das mache ich auch noch und oh ja,

das hier interessiert mich auch noch und oh, da möchte ich auch unbedingt vorwärts kommen.

Und da hat er selber gesagt, es ist eigentlich ganz schön viel,

was ich mir hier vornehme.

Ja, und dann, häufig passiert dann eben nichts davon.

Oder man ist im Hamsterrad. Was er auch gesagt hat, das Hamsterrad treibt man

ja meistens auch selbst an. Und da habe ich kräftig genickt.

Deshalb radikale Reduktion. Was ist oder was wäre das eine Ziel,

das, wenn du es erreichst, alles andere leichter macht oder überflüssig macht?

Eine bekannte Frage in meinem Bereich, die du sicher auch schon ein paar Mal

begegnet bist, bis in einem anderen Zusammenhang.

Aber was wäre dieses eine Ziel? Nicht drei Ziele, nicht fünf.

Eines. Und dann alles andere streichen. Nicht komplett streichen, sondern auf Eis legen.

Nicht für immer, um Gottes Willen, aber für jetzt.

Weil vielleicht hast du das eine

Ziel schon in drei Wochen erreicht oder vielleicht auch in drei Monaten.

Dann hast du immer noch neun Monate für die anderen Ziele. Das ist keine Faulheit

oder sonst irgendwas, das ist Anti-Verzettelung, das ist Fokus.

Und Fokus ist der einzige Weg, wie du wirklich vorankommst.

Ja, das ist nicht einfach, aber funktioniert.

Halten wir fest, vielleicht ist das Problem nicht, dass du deine Ziele nicht umsetzt.

Vielleicht ist das Problem, dass du die falschen Fragen stellst.

Also nicht, wie erreiche ich meine Ziele, sondern wer will ich sein?

Und diese fünf Veränderungen, die können wirklich etwas verändern.

Das ist ein blöder Satz. Die fünf Veränderungen können etwas verändern.

Ah ja, okay. Aber du weisst, was ich meine. Vielleicht sollte ich sagen,

die fünf Shifts, die können wirklich etwas verändern.

Erste Veränderung, Identität statt Ziele. Also weg vom Ich-Will hin zum Ich-Bin.

Definiere, wer du sein willst, nicht, was du erreichen willst. 2.

Die Anti-Zielliste. Also definiere bewusst, was du nicht tun willst oder nicht mehr tust.

Klarheit durch Weglassen.

3. Die Rückwärtsplanung. Starte mal beim Scheitern und erkenne so deine Sabotagemuster.

Was müsstest du tun, um garantiert zu scheitern? Wär da ruhig kreativ und dann

schau ehrlich hin, was davon tust du denn gerade. 4.

Sekundärgewinn erkennen. Frag dich ehrlich, was gewinne ich durchs Nicht-Erreichen.

Das ist unbequem, aber notwendig. Und fünftens, radikale Reduktion.

Streich 80% weg und fokussiere dich auf das eine, das eine Ziel,

das alles andere leichter macht.

Ja, das sind nicht so die klassischen Hacks, richte dir Notion ein und ein Dashboard,

wo du deine Ziele immer siehst oder formuliere deine Ziele smart oder sowas.

Nein, das sind nicht solche Tipps.

Dafür funktionieren meine. Die können wirklich, wirklich alles verändern.

Ja, und damit danke ich dir, dass du diese Podcast-Folge bis zum Schluss angehört hast.

Ich bin sicher, du nimmst heute etwas mit, wenn du dich ein bisschen vielleicht

auch provozieren lässt oder gerne Dinge mal hinterfragst und dann wirst du sehen,

wirst du deinen Alltag Schritt für Schritt klarer und gelassener gestalten.

Bis bald und vergiss nicht, nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder. Dein Ivan Blatter.