Coach&Coach

In dieser Folge des "Coach & Coach"-Podcasts sprechen wir über Lebensumbrüche und wie man mit diesen intensiven Veränderungen umgehen kann. Lebensumbrüche kommen oft unverhofft und werfen uns aus unserer gewohnten Bahn. Ob ein Umzug, eine berufliche Neuorientierung, die Geburt eines Kindes oder eine persönliche Krise – solche Situationen erfordern, dass wir unsere Gewohnheiten und Routinen loslassen und uns auf neue Wege einlassen. Dabei kann Chaos entstehen, das sowohl im Alltag als auch im Kopf spürbar ist.

Themen, die in der Episode besprochen werden:
  • Warum Lebensumbrüche oft Chaos auslösen: Wir erklären, warum unser Gehirn in Krisenzeiten überfordert sein kann, wenn gewohnte Abläufe wegfallen und vieles neu gedacht werden muss.
  • Strategien für den Umgang mit Lebensumbrüchen: Wir stellen hilfreiche Strategien vor, um das Chaos im Kopf zu bewältigen. Diese reichen von Akzeptanz und Loslassen bis hin zu Geduld und dem bewussten Einsetzen von Perspektivwechseln.
  • Wie Coaching helfen kann: Wir sprechen darüber, wie Coaching unterstützen kann, Struktur in unruhige Zeiten zu bringen, Ziele klar zu definieren und wertvolle Ressourcen in uns selbst zu entdecken.
  • Das Gelassenheitsgebet: Ein wirksames Werkzeug, um Akzeptanz zu lernen und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich verändert werden kann. Über den Link zur Webseite können Hörer*innen mehr darüber erfahren.
Wichtige Erkenntnisse aus der Folge:
  • Akzeptanz ist der Schlüssel: Lebensumbrüche sind unvermeidlich. Der erste Schritt, um mit ihnen umzugehen, ist, die neue Realität anzunehmen und nicht gegen sie anzukämpfen.
  • Loslassen lernen: Alte Gewohnheiten und vergangene Ereignisse bewusst hinter sich zu lassen, schafft Platz für Neues.
  • Geduld mit sich selbst: Es braucht Zeit, um sich an neue Umstände zu gewöhnen und wieder in den Autopilot-Modus zurückzufinden.
  • Perspektivwechsel nutzen: Sich bewusst machen, wie die aktuelle Situation in einigen Monaten oder Jahren aussehen könnte, kann helfen, den aktuellen Herausforderungen gelassener zu begegnen.
Ressourcen und Links zur Folge:
  • Artikel zum Gelassenheitsgebet: Hier erfahren Sie mehr darüber, wie das Gelassenheitsgebet Ihnen dabei helfen kann, in stressigen Zeiten Ruhe zu finden.
  • Blogartikel zum Thema Lebensumbrüche meistern: Lesen Sie den ausführlichen Artikel auf unserer Website, um tiefer in die Strategien einzutauchen, die in der Folge besprochen wurden.
Fragen oder Kommentare?
Haben Sie Fragen oder möchten Ihre eigenen Erfahrungen mit Lebensumbrüchen teilen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare und Nachrichten!

https://bobach-coaching.de
https;//jangustavfranke.de

Was ist Coach&Coach?

Björn Bobach und Jan Gustav Franke beschäftigen sich in ihrem Podcast mit vielfältigen Aspekten rund um das Thema Coaching. Der Podcast richtet sich an alle, die ihre persönliche Entwicklung vorantreiben wollen und sich für Coaching interessieren.

Intro:

Coach und Coach. Eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching Podcast mit Björn Buchach und Jan Gustav Franke.

Björn:

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach, dem Coaching Podcast mit Jan Gustav Franke. Hallo Jan.

Jan:

Hallo Björn.

Björn:

Und mir Björn Bubach, genau. Schön, dass ihr dabei seid. Wir sprechen heute über ein einschneidendes Thema und zwar Lebens umbrüche. Und damit meiden wir Vorgänge, die wirklich das Leben auf den Kopf stellen. Jan, wieso kommen wir auf dieses Thema?

Jan:

Also ich glaube, weil Du bemutmaßt hast, dass bei uns das zweite Kind, was jetzt gekommen ist, ein Lebensumbruch ist und alles auf den Kopf stellt und ich kann sagen, es verändert auf jeden Fall einiges.

Björn:

Ja, das war so der der der Auslöser diesmal, aber dieses Thema schwört uns ja schon 'n bisschen länger in den Köpfen rum. Da haben wir auch zu Beginn, als wir angefangen haben mit Coach und Coach ja schon mal drüber nachgedacht, weil das ja Situationen sind, die jeder schon mal erlebt hat, ne. Also das sind ja jetzt nicht nur, wenn man Kinder kriegt, sondern zum Beispiel auch krasse Verluste, die man erlebt. Ob jetzt Trennung oder Todesfall, andere einschneidende Erlebnisse wie Krankheit, aber vielleicht auch positive Erlebnisse wie zum Beispiel ein Kind bekommen oder eine sehr saftige Beförderung in ganz andere Verantwortungssphären. Das sind ja Situationen, die wirklich sehr, sehr viel mit dem persönlichen Umfeld und einem selbst auch machen.

Björn:

Und darüber wollen wir heute sprechen, weil dann entsteht ja immer erst mal Chaos. Und damit mein ich nicht das Chaos aufm Wickeltisch oder im Wohnzimmer, sondern das Chaos im Kopf. Oder habe ich da nicht recht Jan?

Jan:

Ja, ich glaube, das hängt ganz davon ab, wahrscheinlich auch was man für Typ ist, wie ein Dinge bewegen, aber auf jeden Fall hat's das Potenzial, ganz schön viel in Veränderungen zu bringen. Denn überall da, wo wir eigentlich, sage ich mal, in unserer Komfortzone sind und lange auch in 'nem stabilen System unterwegs sind, da haben wir uns ja irgendwie auch eingerichtet. Da wissen wir, wie die Abläufe sind. Da wissen wir, wie wir vielleicht mit den Personen umgehen, wie wir mit den Situationen umgehen, wenn das einigermaßen auch stabile Beziehungen sind in dem Umfeld. Und das hat natürlich das Potenzial, dann da viel durcheinanderzubringen und in Bewegung zu bringen.

Jan:

So, das heißt also, das kann passieren und das kann natürlich auch viel beschäftigen in dem Zusammenhang. Also ich mach's mal plastisch. Ich fand das jetzt eigentlich ganz interessant, die Wir haben jetzt, wie Du ja oder wie wir jetzt ja gerade gesagt haben, das zweite Kind bekommen. Beim ersten Mal war das tatsächlich irgendwie so der Sprung ins kalte Wasser. Also da würde ich auch sagen, war's war's so, dass sich da ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viel verändert hat und es war halt eine komplett neue Erfahrung.

Jan:

Jetzt ist es so, dass es auf jeden Fall auch ein sehr beeindruckendes Erlebnis ist und wir natürlich unendlich dankbar sind, dass es allen gut geht und so weiter und so fort. Aber es ist natürlich auch so, dass Was heißt das? Natürlich auch so. Es ist in unserem Fall jetzt so oder ganz persönlich in meinem Fall, dass ich es nicht als so eine drastische Umstellung empfinde wie vorher, also wie beim ersten Kind, ne. Also weil man irgendwie schon etwa weiß, worum es geht, aber es verändert natürlich trotzdem viel und die Komplexität verändert sich und irgendwie muss man sich erst mal komplett neu organisieren und neu zurechtfinden, auch mental.

Jan:

Mhm.

Björn:

Kann ich nicht nachvollziehen, weil ich hab gar kein Kind. Ich krieg das nur im Freundeskreis halt immer wieder mit, dass das 'n ganz einschneidendes Erlebnis ist. Was ich schon selbst erlebt hab, was ich auch im Freundeskreis mitbekommen habe, sind Entscheidungen, was das Berufsleben angeht. Und ich glaube, was allem übergeordnet ist, also selbst wenn das eine selbst herbeigeführte Entscheidung ist, darum geht's mir jetzt. Also 'n Kind kriegt man ja in der Regel auch, wenn man's kriegen möchte.

Björn:

Und ich hab jetzt auch 'n paar berufliche Umbrüche selbst herbeigeführt, weil ich das selber wollte. Das heißt, wir reden also jetzt nicht von Einschnitten, die von außen unbedingt kommen müssen. Das können auch Entscheidungen sein, die man selbst getroffen hat. Ich habe jedes Mal auch mit Coachingausbildung schon und allen möglichen anderen Achtsamkeitstrainings und was man dann so alles gemacht hat, wenn man in dem Berufsfeld unterwegs ist, in dem wir uns hier bewegen, trotzdem dieses Gefühl von totalem Chaos im Kopf. Also wie Du sagst, diese diese Gewohnheitsdinge, die man so im Kopf hat, wir sind ja Gewohnheitstiere, werden völlig durcheinandergewirbelt und ich hab dann jedes Mal immer gebraucht, mich da neu zu sortieren.

Björn:

Und ich glaube, wir wollen ja mit dieser Folge vor allem auch 'n bisschen Hilfestellung leisten, wie man sich da eigentlich sortieren kann. Vielleicht erklären wir erst noch mal, warum es überhaupt zu diesem Chaos in unserem Kopf dann kommt. Also das die Gewohnheit ist das eine, aber da gibt's bestimmt noch andere Faktoren, wie man sich helfen kann und wofür das Ganze dann am Ende eigentlich gut war. Ja, Also das der eine Punkt ist, wir sind Gewohnheitstiere und die Gewohnheiten werden durcheinandergewirbelt. Ich glaub, bei 'nem bei 'nem neuen Kind ist das ganz offensichtlich, dass die Gewohnheiten, die man vorher hatte, nicht mehr die Alten, die Neuen oder die Zukünftigen sein können.

Björn:

Im Falle von 'nem Job- oder Karrierewechsel glaube ich auch, wenn man ja den Arbeitsteil des Tages völlig anders verbringt. Aber nehmen wir ein anderes Beispiel, zum Beispiel Umzug. Das wird ja häufig als das zweitstressigste Erlebnis in einem Menschenleben bezeichnet. Das Stressigste ist der Tod eines nahen nahestehenden Menschen. Das zweithäufigste das zweitstressigste soll der Umzug sein.

Björn:

Kann ich nachvollziehen tatsächlich. Aber was passiert dann noch, außer dass Ungewohntes auf einmal die Regel wird?

Jan:

Na, also ich mein, wir müssen uns komplett neu orientieren, ne. Also wir hatten halt, wie gerade schon gesagt, vorher wahrscheinlich relativ stabile Verhältnisse. Wussten jeweils, was, wie, wo zu tun ist. Man ist dann ja auch irgendwann in der Form von Autopilot in vielen Dingen unterwegs, weil man halt eben die Dinge gewöhnt ist. Und auf einmal verändert sich ganz viel, ob's jetzt mit 'nem Kind, mit 'nem Jobwechsel oder mit 'nem Umzug ist, habe ich ja je nachdem auch unter Umständen verschiedene Empfindungen mit dabei, ne?

Jan:

Ich hab vielleicht Hoffnungen, ich habe vielleicht Ängste oder Sorgen, was sich eventuell verändern kann. Und es gibt natürlich auch noch Aspekte, die die noch mit dazukommen. Du hast ja jetzt quasi auch Punkte beschrieben, denen man, ja, selbst halt eben auch aktiv war in dieser Veränderung, aber es gibt natürlich auch Veränderungen, an denen man nicht selbst mitgewirkt hat, ne? Man hat Pech in Form eines Unfalls oder wie Du gerade beschrieben hast, jemand, der einem nahesteht, verstirbt oder es ist eine Trennung, man wird verlassen oder wie auch immer. Das heißt, da kann auch 'n Gefühl von Machtlosigkeit mit dabei sein und einem ausgeliefert sein, indem man sich dann vielleicht auch erst mal zurechtfinden muss.

Jan:

Und das heißt also, ganz ganz viel hat auch damit zu tun, dass man lernen muss, mit 'ner neuen Situation umzugehen und sich darauf einzustellen und das fordert natürlich auch erst mal Energie.

Björn:

Ja und ganz interessant natürlich auch dadurch, dass die Gewohnheiten, also Du hast es gerade als Autopilot bezeichnet, dass das nicht mehr im Autopilot fahren kann. Also bleiben wir mal beim Beispiel mit dem Umzug, ne, also man hat nur immer die gleichen Wege, die man läuft. Man hat die gleichen Handbewegungen in der Küche, ne. Man weiß genau, in welcher Schublade liegt was und das läuft alles so völlig automatisch ab, ohne dass wir darüber nachdenken müssen. Und dann kommt eine völlig neue Situation, die wir erst erlernen müssen und gleichzeitig kann ganz vieles nicht mehr auf Autopilot laufen.

Björn:

Das überfordert uns dann ja auch allein physiologisch schon, weil unser Hirn so viel grade neu lernen muss und vieles bewusst passieren muss, was vorher automatisch ablief, ohne dass unser aktiver Verstand, unser tatsächlich, also unser handeln bestimmender Verstand gefragt ist, dass man sich dann auch völlig ausgepowert und und ja, überfordert fühlen kann. Das ist, glaub ich, ist, glaub ich, logisch, ne. Also weil, ne, Autopilot ist aus. Ich muss ganz viel machen, was ganz viel bewusster machen, was ich vorher automatisch gemacht hab. Und gleichzeitig lern ich was Neues, weil ich mich in 'ner neuen Situation und neuen Umgebung befinde.

Björn:

Also das hat auch physiologische Gründe sehr wahrscheinlich, dass das so Hochstresssituationen sind. Und die der, ich glaube, der wichtige Weg oder der wichtige Hinweis in solchen Situationen ist, sich da Zeit zu nehmen. Also das, wenn man denn kann. Also dass man einfach sich bewusst ist, dass es für solche automatisierten Abläufe ganz viel Zeit braucht, bis das wieder auf den Autopilot zurückfindet. Also ich bin vor zwei Jahren umgezogen, nur so, mal so Beispiel zu nennen.

Björn:

Und es gibt immer noch gewisse Lichtschalter, die ich nicht automatisch finde. Ja. Also das sind so so ne, da würden dann drei Lichtschalter übereinander sind, dass ich dann immer noch nicht genau weiß, welchen muss ich jetzt eigentlich drücken, damit das Licht auf der Terrasse angeht oder irgendwie so was. Das braucht einfach Zeit und einfach auch steti Wiederholung. Und wenn das zum Beispiel 'n Lichtschalter ist, den man gar nicht so häufig benutzt.

Björn:

Also ich ärger neige dann auch dazu, mich immer wieder zu ärgern, dass ich den Falschen erwische, aber die das ist einfach normal und da braucht man einfach Zeit für für diesen Lernprozess.

Jan:

Genau, Du hast gerade schon beschrieben oder auch noch mal gesagt, dass das halt eben sein kann, dass es einen überfordert. Und ich glaube, es gibt halt auch noch mal 'n Unterschied, also klar, wenn man jetzt irgendwie auch stärkere Umbrüche oder so etwas hat, dann dann macht das viel, je nachdem, entweder das ist organisatorisch oder emotional oder was weiß ich was. Aber die Frage, wie man das empfindet oder wie man das sieht, ne, die hat natürlich oder kann auch viel damit zu tun haben, wie man selbst auf diese Situation blickt. Mhm. So, also, wenn man gerade schon gesagt, es gibt Dinge, die hat man vielleicht, die hat man selbst vielleicht auch mit verantwortet oder man hatte gar keine Möglichkeit mitzugestalten.

Jan:

So und allein das kann ja schon Unterschied machen, ob ich das Gefühl habe, ich mache das aus freiem Willen oder ich bin da wie gesagt einfach in der Situation ausgeliefert oder ob ich halt auch einfach die Dinge, die passieren, selbst wenn ich keinen aktiven Einfluss darauf hatte, auf eine gewisse Art und Weise akzeptieren kann. Ja, genau. Also dann geht mir gleich sofort wieder dieses Gelassenheitsgebet in den Kopf, ja, was ja unterscheidet zwischen eben den Dingen, die man verändern kann, den Dingen, die man gelassen akzeptieren möchte, die man eben nicht verändern kann und eben der Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Und das spielt natürlich auch mit hinein. Das heißt also, selbst wenn es auch Situationen gibt, die die fordern können, dann ist die Frage, begegne ich denen grundsätzlich eher ängstlich, ja, mit Vorfreude, bin ich offen oder was mache ich überhaupt aus dieser Situation?

Jan:

Denn also das finde ich zum Beispiel ganz interessant. Ich weiß, wir haben ja auch schon in der Vergangenheit mal drüber gesprochen, dass Du auch sagtest, dass dass Umzüge für dich auch was Besonderes sind, ne. Dass zum Beispiel was bei mir, das löst bei mir gar nichts aus, ne. Also irgendwie finde ich nett, also finde ich dann idealerweise nett, weil ich irgendwo hinziehe, wo ich gerne hinziehen möchte. Ja.

Jan:

Ja, das ist irgendwie auch aufregend. Ich find's nervig irgendwie Sachen packen, einpacken, auspacken, aber dann ist der Drops für mich in Anführungsstrichen auch genug für gelutscht, ja? Also das ist Da hängt bei mir gar nicht so viel an. Ich glaube, das ist halt eben auch ganz, ganz individuell. Es gibt Leute, für die Ja.

Jan:

Ist 'n Jobwechsel riesig. Ja. Es sind Leute, für die sind Trennungen etwas ganz starkes, was natürlich auch was Emotionales ist. Und es gibt Leute, die wirken zumindest so, als gehen sie halt überall komplett cool durch. Aber die Frage ist halt immer, wie viel verfängt tatsächlich und was lässt man vielleicht noch zu, ne?

Björn:

Ja, oder was zeigt man nach außen? Ja. Genau. Ja, natürlich. Ja, eher das mit dem Umzug und ich erinner mich da auch dran, dass wir da schon mal drüber gesprochen haben und dass dich das so so kalt lässt, ne.

Björn:

Und für mich halt glaube, ich brauche meine Rituale halt sehr stark, ist das halt 'n total krasser Einschnitt. Was ich auch noch hilfreich finde, ist abgesehen von der Gelassenheit, in jeglicher Situation, die umbrechenden Charakter hat, sich den Perspektive zu gönnen, was ist in fünf Jahren? Also wenn ich in fünf Jahren mich an diese Situation jetzt erinner, auch wenn das etwas ist, was von außen kam, ne, Trennung ist 'n schönes Beispiel. Oder zum Beispiel, wenn man Kunden verliert oder irgendwie 'n Fehler gemacht hat, grundsätzlich also ganz spannend, wenn man in sich vorstellt, in fünf Jahren guck ich auf diese Situation zurück. Was werde ich dann darüber sagen können?

Björn:

Das hilft ganz häufig, sich aus dieser machtlosen Situation zu befreien, wenn man wenn man sich grade einer Situation ausgeliefert fühlt, weil man sie nicht selbst initiiert oder verursacht hat. Also in fünf Jahren guck ich drauf zurück und was werde ich in fünf Jahren sehr wahrscheinlich sagen können, was ich aus dieser Situation gezogen habe? Das kann sehr viel helfen, auch diese Schockstarre, in der man sich dann vielleicht manchmal befindet, zu lösen und weiter voranzugehen. Mhm. Was gibt's noch?

Björn:

Ja, bitte.

Jan:

Ich ich würd da direkt gerne ansetzen, weil ich das ich mag das auch gerne. Und ich mag's auch gerne noch erweitert, also zu sagen, dass man unterschiedliche Zeithorizonte nimmt, ne. Also wie dann geht mich das in fünf Tagen, in fünf Jahren, ne, oder in zwanzig Jahren, da halt einfach 'n bisschen bisschen oder bisschen, wie sagt man, es differenziert sehen zu können in dem Zusammenhang. Genau, das finde ich, finde ich total schönes Tool, das auch zu machen. Ja, dann grundsätzlich finde ich eben auch das Thema Akzeptanz total wichtig.

Jan:

Mhm. Also halt auch einfach sich zu vergegenwärtigen, dass die Dinge, die geschehen sind, dann halt eben auch geschehen sind, ne. Es gibt Dinge, die kann ich nicht rückgängig machen. Mhm. Also alles, was jetzt, sag ich mal, auch tatsächlich existenzielle Verluste oder so was angeht, das kann ich unter Umständen nicht nicht rückgängig machen.

Jan:

Und das zu akzeptieren, dass es jetzt erst mal so ist und sich auch wahrscheinlich nicht wieder verändern lassen wird. Mhm. Das kann ja auch befreiend sein, denn viel möchte man ja auch teilweise einfach nicht wahrhaben oder sagt, das darf doch nicht sein, ne? So und in dem Moment, wo es halt eben nicht sein darf, kann ich damit auch nicht meinen inneren Frieden schließen. Mhm.

Jan:

Das heißt also, sich erst mal darauf auch einzulassen, das zu akzeptieren, find ich unheimlich wichtig. Und dafür ist es dann eben, kann's auch hilfreich sein, einfach die Situation, auch das Vergangene, was man hatte, auf eine gewisse Art und Weise wertzuschätzen. Also da auch mal die Zeit zu nehmen und zu sagen, das war so und da war auch viel Schönes mit dabei und das ist jetzt aber auch in Ordnung, dass es vorbei ist und jetzt schaue ich quasi in die Zukunft.

Björn:

Ja, und da kommt dann eins meiner Lieblingsthemen rein, nämlich Loslassen, dass man solche Situationen auch gehen lässt. Also dass auch Vergangenes nicht nur akzeptiert wird, sondern dass man sich von dieser Vergangenheit auch wirklich bewusst löst. Da haben wir ja auch schon mal in anderen Folgen drüber gesprochen. Da kann man ja mit Ritualen arbeiten, ne. Also das schöne Beispiel von dem von dem Pensionär, der seine Krawatte als Symbol für sein Berufsleben quasi beerdigt oder verbrennt oder was auch immer man dann damit tut.

Björn:

Aber dieses Loslassen, weil das in uns ja Energien und Möglichkeiten freisetzt und Raum für Neues macht, find ich dann in dem Zusammenhang auch noch ganz wichtig. Also zum einen akzeptieren, dass es nun einfach so ist, das wertschätzen, aber dann halt auch ziehen lassen.

Intro:

Mhm.

Björn:

Das ist, glaub ich, ist, glaub ich, auch mit son Schlüssel, wie dann in sonem in soner Umbruchsphase sehr viel Ruhe reinkommen kann. Und zum Thema Ruhe, das wär dann für mich so abschließend eigentlich der größte Punkt ist die Geduld mit sich selbst. Und da geht's dann Selbstliebe und Selbstakzeptanz halt auch, dass man sich einfach darüber im Klaren ist, dass dieses Chaos halt aus verschiedensten Gründen physiologisch, von unseren Gewohnheiten her völlig normal ist und auch diese Überforderung für den Moment völlig normal ist. Und die Geduld mit sich selbst, sich an eine neue Situation zu gewöhnen, sehr, sehr viel bringt. Weil allein dadurch, dass man weiß, das wird einfach dauern und das wird 'n bisschen Zeit kosten, geht man ja schon viel sanfter mit sich und macht sich nicht selbst noch zusätzlich verrückter, als die Situation es vielleicht schon erfordert.

Jan:

Ja. Und letzten Endes kann man natürlich auch hingehen und sich überlegen, was kann mir dabei helfen, mich auch an die neue Situation zu gewöhnen, ne? Also kann es helfen, darüber zu sprechen mit anderen? Kann es helfen, sich neu zu organisieren? Kann es helfen, sich Hilfe zu holen?

Jan:

Das kann ja auf ganz unterschiedlicher Ebene stattfinden, ne? Also ob man einfach mal organisatorische Hilfe braucht, ob man vielleicht mal finden, ne. Also ob man einfach mal organisatorische Hilfe braucht, ob man vielleicht mal Hilfe vielleicht auch mehr menschlicher Natur braucht, ob man mal jemanden braucht, der einem nur eine andere Perspektive bietet auf die Dinge. Das können können alles mögliche Möglichkeiten sein, wie man sich dann im Prinzip auch da weiter einfinden kann und ja noch besser klarkommt, damit Oder nicht nur besser klarkommt, sondern tatsächlich dann erst schön gestaltet für die Zukunft. Ja.

Jan:

Ja. Also das war ein kleiner Rundum Blick auf das Thema der Lebensumbrüche und dem, was es für uns bedeuten kann. Ich find's total spannendes Thema. Danke dir Björn, dass Du das heute mit mit eingebracht hast.

Björn:

Mit persönlicher Inspiration, richtig.

Jan:

Mit persönlicher Inspiration sogar, genau. Und ja, wir freuen uns auf jeden Fall auf eure Kommentare oder Fragen, wenn ihr habt. Ihr findet unsere Kontaktdaten auch unter der Podcastfolge und ansonsten wollen wir uns auf das nächste Mal hoffen. Ihr bleibt uns gewogen und verabschieden uns. Bis bald.

Jan:

Auf Wiederhören.

Intro:

Coach und Coach. Eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching Podcast mit Björn Buchach und Jan Gustav Franke.