Coming up with something new isn't the hard part. Getting somebody to use it is.
Every second Thursday, Fabian Dudek talks to people inside large companies who find, test and adopt technology they didn't build. What they tried, what it cost, what they'd never repeat, and the system that made it stick.
Plenty of shows tell the founder's story. This one takes the customer's side.
Was ich immer schwierig finde ist, wenn sie, kaum
dass sie irgendwie richtig gehen
können, sich verkaufen und dann womöglich noch
an Amerikaner oder Chinesen.
Da würde ich mir was anderes, eine andere
Unternehmermentalität wünschen und nicht
nur so die Mentalität. Komm her, jetzt zocken wir
das durch und dann haben wir Geld
für den Rest des Lebens. Es gibt halt viele, die mir
jetzt entgegnen würden sagen Du
kannst ja gut reden. Es geht in Amerika
erstens schneller.
Es ist weniger bürokratisch. Ich habe mehr Freiraum,
was die Regulierung anbelangt,
und ich kriege leichter Geld. Also so what?
Willkommen zurück im Podcast.
Heute spreche ich mit Brigitte Zypries. Sie
war Justizministerin und
Bundeswirtschaftsministerin. Seit einigen
Jahren ist sie auch sehr aktive
Angel-Investorin, unter anderem auch
bei GlassDollar.
Und schon in ihrer Zeit in der Politik hat sie sich
stark eingesetzt für das Thema
Verbindungen zwischen etablierter
Wirtschaft und Startups.
Ich freue mich sehr auf das
Gespräch. Let's go!
Brigitte, schön, dass du da bist. Danke
für die Einladung.
Ich freue mich sehr auf unser Gespräch.
Vielleicht starten wir mal rein mit.
Vermisst du eigentlich deine Zeit in der aktiven
Politik als Wirtschaftsministerin
oder Justizministerin? Nicht wirklich. Also es gibt
manche Situationen, wo ich denke
Ach, da hätte ich jetzt auch noch
eine Idee zu.
Oder das würde ich jetzt gerne mal
voranbringen.
Das sind dann aber so Teile immer nur und nicht
verantwortlich sein für das große
Ganze. Ansonsten vermisse ich
ehrlich gesagt nicht.
Und mir tun die Kolleginnen und Kollegen heute auch
überwiegend leid, weil es ist ja
doch schon sehr viel schwieriger geworden,
das ganze Geschäft.
Also das muss man sich mal vorstellen. Ich war von
2002 bis 2009 Bundesministerin
der Justiz. Das iPhone kam 2007 raus. Okay, also 2009
hatten wir noch keine sozialen
Medien oder ähnliches mehr. Da war schon ein
Ereignis, dass es hier in Berlin mehr
Rundfunksender gab als in Bonn und man noch etwas
mehr Rede und Antwort stehen
musste. Durch diese ganze Schnelllebigkeit und
durch diese vielen sozialen Medien
und Plattformen ist es einfach so viel komplizierter
geworden und fordernder, weil
man im Grunde dauernd in der Öffentlichkeit ist,
auch wenn man abends im Lokal
sitzt, mit Freunden kann irgendwo am Nachbartisch
jemand abfilmen und es ins Netz
stellen und also das ist ja kein Spaß. Dann muss
ich ganz ehrlich sagen verstehe
ich. Würdest du das auch ausweiten? Aber du kannst
ja sagen okay, jetzt soziale
Medien und Öffentlichkeit, aber du kannst ja auch
sagen okay, insgesamt wurde die
Welt um einiges komplexer, noch mal viel globaler,
viel mehr Technologien, die
dazugekommen sind. Also auch das, womit man sich als
Politiker beschäftigt, ist ja
ein viel komplexeres Feld geworden, oder? Ja, also
das Thema Internet, das Thema
Verfolgung von Deepfakes oder von Straftaten im
Internet, das hatten wir ja auch
schon. Da habe ich auch schon
Gesetzesvorschläge zu gemacht.
Also das gibt es relativ lange, was die Kollegin
Stefanie Hubig jetzt auch immer
noch weiter betreibt mit ihrem Gesetzesvorschlag
zur Regelung von Deepfakes.
Das schon, aber natürlich. Künstliche Intelligenz
war damals kein so ein Thema und
ist jetzt natürlich in aller Munde. Und es geht um
die Frage Wie gehen wir damit um?
Das ist natürlich alles noch mal viel
komplizierter, weil das war allerdings auch
damals schon so Regelungen im Grunde nur Sinn
machen, wenn sie weltweit beachtet
werden. Also wenn wir hier für unser kleines
Deutschland oder für Europa was regeln
und die Amerikaner und die Chinesen kommen und
machen es eben alles ganz anders,
dann nützt uns das auch wenig. Das muss man
realistisch ja so sehen und von daher
ist es schon sehr ambitioniert, weil die Welt und das
ist das andere Problem, was du
richtig adressiert hast, eben sehr viel
zerstrittener, divergenter geworden ist in
den letzten Jahren. Und das ist auch
wirklich tragisch.
Wenn wir so über neue Technologien sprechen und
besonders natürlich dann auch unsere
Perspektive darauf. Ich weiß, dass
Startup-Corporate-Vernetzung für dich ein großes
Thema war. Wie bist du denn dazu gekommen, dass
du das als Thema so für dich
definiert hast? Ich habe mich ja schon immer für
das Internet und die Entwicklung
des Internets interessiert. Also als ich 1998
beamtete Staatssekretärin im
Bundesinnenministerium wurde, da war ich zuständig
für Verwaltung, aber eben auch
für die Digitalisierung der Bundesverwaltung. Und
ich habe mir damals, weil ich
dachte, okay, Jura kann ich selbst einen
persönlichen Referenten ausgesucht, der
Informatiker war, weil ich gedacht habe, da
brauche ich Unterstützung.
Und da habe ich einen wirklichen
Glücksgriff getan.
Das war nämlich Martin Schallbruch, den viele
der Hörerinnen und Hörer
wahrscheinlich kennen. Der war lange Zeit der CIO
des Bundes, dann später und ist
jetzt bei govdigital und war vorher
an der ESMT.
Der hat so eine richtige Karriere da auch gemacht
und ist heute noch einer der
Menschen, die das ganze Geschehen der Welt im
Digitalbereich am besten erklären
können und vermitteln können. Der kann
einfach richtig gut so!
Und er hat mir auch eine Menge beigebracht. Und wir
haben gemeinsam dann die ersten
Projekte aufgesetzt. Damals hieß das
BundOnline 2005.
So eine andere Zeit. Das stimmt. Da haben
wir dann versucht, die
Auslandshandelsstatistik, die immer auf Zetteln
gemacht werden musste, zu
digitalisieren. Weil jeden Monat muss jedes
Unternehmen an die EU melden, was es
innerhalb der EU handelt. Und das konnte man dann
sehr viel einfacher machen.
Das war so unser Glanzstück, unser Paradestück, wo
wir immer gesagt haben, wir
helfen den Mittelständlern. Damals habe ich schon
gelernt, dass der Mittelstand
nicht so ganz vorne dran ist mit der
Digitalisierung und mit dem, was sie machen.
Und das hat sich dann hinterher, als ich dann
2013 im Wirtschaftsministerium
angefangen habe. Damals als Parlamentarische
Staatssekretärin, da hat sich das dann
wieder für mich bewahrheitet. Wenn ich Firmen
Besuche machte, dann war ich doch
manchmal wirklich sehr erstaunt, wie da die
Arbeitsabläufe gingen.
Und ich habe gedacht, da müssen wir was
ändern, da müssen wir was tun.
Und ich habe dann damals diese Startup
Nights erfunden.
Das heißt, wir haben immer eingeladen zu einem
bestimmten Thema Startups, die sich
präsentiert haben. Wir haben Investoren eingeladen,
und wir haben die etablierte
Industrie eingeladen, damit wir eine möglichst
gute Vernetzung gekriegt haben.
Und das war dann zu unterschiedlichen Themen. Wie
gesagt, Energie, Afrika, Luft und
Raumfahrt, Gesundheit und so. Und da wurde mir halt
eben im Zuge dieser Gespräche
immer mehr klar. Also das ist das Thema, auf
das es im Grunde ankommt.
Und wir haben dann auch Musterfabriken gebaut
innerhalb Deutschlands an
verschiedensten Orten. 25 Stück waren es glaube
ich, wo Mittelständler hingehen
konnten, um zu schauen, was passiert denn eigentlich
mit Digitalisierung, mit meinem
Produkt? Wenn mehr digitalisiert wird.
Was wäre möglich?
Sowohl in der Herstellung als auch in
der Lieferkette?
Und von daher war ich da schon immer
daran interessiert.
Und ich habe in meinen Reden früher immer gesagt
Wenn ein Unternehmen seit 25, 50
Jahren versucht, das Zahnrad immer noch ein
bisschen besser zu kriegen, damit es
weniger knirscht, damit es richtig ineinandergreift,
damit auch kleine Unebenheiten
nichts mehr ändern können oder
ruckeln. Spaltmaße.
Das Spaltmaß, genau dann kommt man nicht mehr auf
die Idee, das Ding durch eine
Batterie und ein Internet zu ersetzen. Das tut man
nicht, weil man einfach so in
seiner Welt gefangen ist. Das ist jetzt gar nicht
böse gemeint oder sonst irgendwas.
Ich glaube, es geht einem wahrscheinlich in
anderen Dingen ganz genauso.
Und deswegen habe ich immer gesagt, da muss von
außen jetzt jemand kommen und das
zeigen, Es war ja damals Elon Musk derjenige, der da
damit Tesla noch Furore machte.
Und das war dann auch immer mein Beispiel. Mit
unseren Autos sind wir gut gefahren.
Die Chinesen konnten den Ottomotor nie so richtig
kopieren, weil es bewegt sich.
Da waren wir gut Und in dem Moment aber, wo jemand
kam und sagte Wieso bräuchte
alles gar nicht, mache ich doch ganz anders mit
einer Batterie und dem Internet.
Da geraten wir ins Hintertreffen. Und ich
habe das damals auch in der
Automobilindustrie schon adressiert. Und
schmerzlich sehen wir es ja heute.
Wo ist für dich der Unterschied zwischen
Digitalisierung und Innovation?
Also das Beispiel, was du vorher genannt hast? Wir
digitalisieren einen Prozess, der
vorher auf Papier stattgefunden hat. Ist ja eine
inkrementelle Verbesserung.
Während das Auto ist ja was völlig
anderes. Was Neues.
Genau. Genauso. Oder wenn wir jetzt zum Beispiel
sagen, jetzt geht es darum, wie
behandeln wir Space oder das Weltall
oder. Quantum.
Es gibt ja sowohl diese neuen Frontier Technologien
als auch die Herausforderung,
dass ich als Unternehmen insgesamt
effizient aufgestellt bin.
Na ja, das eine ist die Frage Wie weit bin ich
als Unternehmen effizient
aufgestellt, also kann ich es
schneller machen?
Quantum Oder was kann ich dadurch
Neues machen?
Was kann ich dadurch anderes machen? Und ich denke,
den Blick, den muss man immer
offen haben, weil wir haben ja immer gesagt,
einfach nur Prozesse, die auf Papier
abgelaufen sind. Digital abzubilden, das
ist kein Fortschritt.
Also das funktioniert ja. Man muss dann die
Prozesse schon ein bisschen
überarbeiten, dass das Ganze noch sinnvoll ablaufen
kann, sonst ist das nicht so
richtig zu machen. Und so ist es eben auch
mit allen anderen Sachen.
Also durch die technischen Möglichkeiten kann ich
neue Produkte erst mal verbessern.
Kann man so sagen. Und dann neue
Produkte entwickeln.
Und dann diese Produkte auch weiterentwickeln.
Durch dann eben mehr Schnelligkeit
oder andere Dinge, die dazukommen. Wirklich das
Gefühl habe, dass genau in der
Vergangenheit ging es viel um Digitalisierung und
ich finde, inzwischen umrahmt
dieser Begriff gar nicht mehr das Thema komplett,
weil bei Digitalisierung sich
jeder denkt so okay, ja, wir machen das halt ein
bisschen effizienter und ich
glaube, da gibt es ganz viel Bedarf noch. Aber es
geht ja auch ganz viel darum.
Genau wie mit dem Auto. Beispiel noch zum
richtigen Zeitpunkt auf die neuen
Technologien springen zu können, um weiterhin auch
ein relevantes Produkt am Markt
zu haben. Den Zeitpunkt darf man natürlich nicht
verpassen, deshalb muss man sich
eben à jour halten, auch als Unternehmen. Also heute
Abend fängt ja diese Big Bang
KI Konferenz an, hier in Berlin mit elf oder
12.000 Leuten, die da hinkommen.
Da kann man jetzt geteilter Ansicht drüber sein, wie
gut das ist oder wie vernünftig
das gemacht ist. Aber auf alle Fälle gibt es
jeden, der dahin kommt, die
Möglichkeit, nicht nur sich selber zu vernetzen,
sondern auch in den verschiedensten
Bereichen Ideen und Kontakte zu kriegen. Ich
glaube, dass das schon ein enormer
Mehrwert ist, auch für Mittelständler, einfach mal
zu gucken, was passiert denn da
eigentlich in dieser Welt? Die sind ja nun
auch alle nicht blöd.
Können die ja auch eigene Gedanken entwickeln dazu
und gucken, was passt für ihr
Unternehmen? Da habe ich zwei
Gedanken zu einmal.
Du hast vorher gesagt okay, du bist dann halt
irgendwann so in deinem eigenen Trott
und denkst dann gar nicht mehr
outside the box.
Ich habe da auch das Gefühl, Ist das nicht der
natürliche Lebenszyklus eines
Unternehmens, dass es immer schwieriger wird, sehr
innovativ zu sein, weil du ja am
Ende etwas Großes, immer Größeres aufgibst, während
eine Firma, die neu gestartet
wird, sich viel leichter damit tut zu sagen okay,
denken wir das noch mal von der
Pike auf. Das ist völlig richtig. Aber es gibt halt
eben große Firmen wie in der
Automobilindustrie, VW oder BMW oder Mercedes oder
in der Pharmaindustrie, BASF und
andere, die sich eben die Frage stellen müssen Wie
können wir unser Unternehmen
weiterentwickeln? Die wollen ja nicht ein 100 Jahre
altes Unternehmen dann einfach
abwickeln, weil sie sagen, jetzt kommt hier neue
Technologie, da kommen wir nicht
mehr mit. Sondern die müssen sich dann eben
umstellen und müssen sagen, wir müssen
jetzt hier was anderes machen und wir müssen
auf andere Pferde setzen.
Das kann ja mal gut gehen, das kann da
mal schlecht gehen.
Aber auf alle Fälle muss da ein gewisser
unternehmerischer Geist sein, der dann auch
sagt Komm, hier ändert sich die Welt,
wir ändern uns mit.
Ja, sehe ich total. Insgesamt muss ich sagen, dass
unser Narrativ ist ganz viel
Wohlstand erhalten, was für mich sich anhört wie
okay, wir wollen, dass unsere
Großen groß bleiben. Und wenn ich aus meiner
Perspektive so auf die Wirtschaft
gucke, dann habe ich so das Gefühl, okay,
Corporates sind dazu da, Wohlstand zu
sichern. Ich möchte nicht, dass jetzt die Telekom
oder Vodafone irgendwelche
Experimente fährt, weil ich will, wenn ich jetzt
meinen Papa anrufe, auch dass mein
Papa rangeht. So ein Startup auf der anderen Seite
könnte man ein bisschen mehr
experimentieren. Weil vielleicht, weiß ich nicht,
macht eine große Wanderung und mit
einem Mal habe ich immer noch ein Netz, wo andere
das vielleicht nicht haben.
Und das ist ganz oft eigentlich das Gefühl,
was ich habe, dass so okay.
Unsere etablierte Wirtschaft hält und
sichert unseren Wohlstand.
Und es gibt dieses neue R&D Lab, quasi fast
wie die tausenden Startups.
Das sind jetzt glaube ich, 6000 neue in
Deutschland dieses Jahr, die gegründet
wurden, die neuen Wohlstand kreieren, der
hoffentlich in Zukunft integriert wird in
den Corporates, die diesen Wohlstand sicher
für uns bereitstellen.
Das wäre sicherlich das Beste, wenn das so gelänge,
dass man sie integrieren könnte
und damit die Corporates
weiterentwickeln könnte.
Ich habe auch kein Problem damit, wenn aus den
einzelnen Startups eigene
mittelständische Unternehmen werden,
die größer werden.
Was ich immer schwierig finde, ist, wenn sie, kaum
dass sie irgendwie richtig gehen
können, sich verkaufen und dann womöglich noch
an Amerikaner oder Chinesen.
Das finde ich immer ein bisschen
schade. Absolut.
Also da würde ich mir was anderes, eine andere
Unternehmermentalität wünschen und
nicht nur so die Mentalität. Komm her, jetzt zocken
wir das durch und dann haben wir
Geld für den Rest des Lebens. Ja.
Siehst du das?
Hauptsächlich die Verantwortung bei
den Unternehmern.
Dazu zu sagen Okay, ich nehme jetzt kein
amerikanisches Venture Capital auf.
Na ja, das ist leicht gesagt. Natürlich ist das eine
unternehmerische Entscheidung,
Aber man muss natürlich auch anderes kriegen. Und
die Debatte haben wir ja jetzt
auch lange genug geführt, dass es da teilweise in
Deutschland schon Probleme gibt
und es in den USA halt wesentlich
leichter ist.
Und es gibt halt viele, die mir jetzt entgegnen
würden, sagen Du kannst ja gut
reden, Aber es geht in Amerika
erstens schneller.
Es ist weniger bürokratisch, Ich habe mehr Freiraum,
was die Regulierung anbelangt.
Also jetzt will ich gar nicht vom Datenschutz
reden, sondern auch von sonstiger
Regulierung anbelangt. Und ich kriege
leichter Geld.
Also so what? Absolut. Weil das kann
ich gut verstehen.
Ja, weil am Ende auch als Unternehmer
typischerweise die meisten machen das ja
wirklich mit Herzblut und Passion. Sonst würdest
du so was gar nicht starten.
Ist so ein bisschen wie Politiker werden. Ich
glaube, es gibt leichtere Jobs am
Ende. Stimmt. Und nichtsdestotrotz KfW
Fonds und und und.
Und da hat sich ja super viel getan. Ja, auch du
bist aktiv als Investorin
eingestiegen. Du hast damals auch mal gesagt, als
Bundeswirtschaftsministerin warst,
dass einmal wir uns verbessern müssen im Kapital und
als zweites in der Vernetzung.
Wie würdest du jetzt, so 10, 15 Jahre später sagen,
Wie hat sich das entwickelt?
Kapital und die Vernetzung. Das
ist Vernetzung.
Ich glaube, die Vernetzung ist
besser geworden.
Das Kapital ist noch nicht so gut, wie
es sein sollte.
Es gibt aber das ist jetzt meine Erscheinung. Ich
habe da jetzt keine eigenen
Forschungen zu angestellt. Aber nach allem, was
ich auch aus dem Kuratorium des
Startup Verbandes und von anderen Gesprächen her
weiß, gibt es immer noch zu wenig
wirklich Geld. Dann ab einer Größe von zwei,
drei, vier Millionen.
Das ist also die Angelkultur. Hat sich gut
ausgebildet, finde ich.
Und da gibt es auch viele Leute, die inzwischen
sagen Ach, das klingt ja ganz
interessant. Selbst mein Neffe mit seinen 30 Jahren
sagte gestern zu mir Ach, was du
da erzählst, das klingt ja gut. Ich glaube, da
würde ich auch mal investieren.
Also da gibt es schon junge Leute,
die auch sagen da.
Es ist für mich auch eine Option, so
was zu machen.
Das ist gut. Aber wie gesagt, dieses Kapital
2-3 Millionen und mehr.
Das ist immer noch richtig schwer. Und ich bin ja
auch bei MOTOR Ai, die autonomes
Fahren machen und die dann einfach wirklich immer
richtig viel Geld brauchen.
Und das ist jetzt nicht trivial, diese
dauernden Finanzierungsrunden da
durchzustehen. Die Vernetzung sozusagen
hat sich verbessert.
Ja, die Vernetzung. Ich glaube, es gibt eine größere
verbandliche und angebotliche
Struktur. Also es gibt ja ganz viele,
also Business Angels.
Es gibt Encourage Ventures, wo Frauen speziell
Pitchen können und von Frauen
gefördert werden. Und die haben ja jeden Monat
irgendwelche Pitchveranstaltungen
über ganz Deutschland. Es gibt diese ganzen bei den
Neuen, die ganzen Zentren, wo
man hingehen kann und kann sich vernetzen. Ich
war gestern in Kassel im
Technologiezentrum und man staunt nur,
was da alles los ist.
Da war ich wirklich verblüfft. Auch da gibt es ganz
viele Hotspots überall in der
Republik. Und das glaube ich, das geht besser,
das ist besser geworden.
Wenn wir noch mal Vernetzung
tiefer definieren.
Im Startup Ökosystem gibt es eigentlich
drei relevante Player.
Es gibt die Gründerinnen,
Investorinnen und Kundinnen.
Und du hast vorhin zum Beispiel auch den
Mittelstand angesprochen.
Hast du auch da das Gefühl, dass die Vernetzung
zwischen neuen Lösungsanbietern,
Startups und der etablierten Wirtschaft, besonders
im Mittelstand sich verbessert
hat? Ja, ich glaube, GlassDollar gibt
sich große Mühe.
Und viel mehr noch kann ich dir sagen. Ja,
das glaube ich auch.
Aber gerade im Mittelstand ist es, glaube ich,
nach wie vor schwierig.
Ja, also ich glaube, wenigstens weiß ich das. Ich
bin ja bei euch auch investiert.
Aus unseren Runden, unseren Gesprächsrunden, dass ihr
ja bei den Corporates ganz gut
dabei seid und dass da inzwischen ja fast
alle bei euch sind.
Aber im Mittelstand ist das eben noch
nicht der Fall.
Und das glaube ich, das müsste besser werden. Und
da ist es auch nach wie vor
schwierig, weil die sich wiederum nicht
so sehr organisieren.
Die haben ja nicht so eine Arbeitsteilung, weil
sie kleiner sind, einfach.
Und sie sind dann meistens auch noch eigene
Unternehmer und haben weniger CEOs, die
angestellt sind. Und ich sage immer, ich
kann das auch verstehen.
Weißt du, wenn jemand so ein Unternehmen führt und
da sowieso schon mehr als 40
Stunden die Woche arbeitet, wenn der eine im
mittleren Alter ist, eine Familie hat
und zwei, drei kleine Kinder, wo soll er noch die
Zeit hernehmen, sich da irgendwie
großartig noch nebenbei zu engagieren? Das
ist schon herausfordernd.
Wobei ich glaube, diese Story zählt auch gar nicht
nur für den Unternehmer, sondern
auch alle Mitarbeiter. Weil am Ende
ist Innovation.
Kannst du es immer sehen als extra Arbeit? So, es
ginge ja auch erstmal noch ohne.
Vielleicht in zehn Jahren. Ist doof, aber morgen
merke ich das jetzt wahrscheinlich
nicht. Aber deswegen ist es auch so wichtig, dass
man da interessante Angebote
macht. Ich fand ja unsere Startup Nights
beispielsweise immer gut.
Also das war so ein Abend, da hast du
Eindrücke gekriegt.
Es gab was zu essen, es gab was zu trinken,
konnte Leute kennenlernen.
Und das ist ja mal ein Abend, wo du mal
hingehen kannst.
Das ist dann so und unspektakulärer. Ja, wobei ich
sagen muss also ganz klar, ich
bin Fan von Hubs, Events etc. Es geht aber
eigentlich viel mehr darum, die
etablierte Wirtschaft zu befähigen, sich das zu
ziehen, was sie brauchen, weil es
für die ist es eigentlich egal oder wahrscheinlich
sogar eher negativ, dass es ein
Startup ist, weil heißt ja Risiko, aber was für
die dahinter steht, ist eine
Verbesserung. Im Unternehmen ist gesparte Kosten
potenziell zusätzliche Umsätze.
Und dieses Framing aus meiner Perspektive kriegen wir
aus dem Startup Ökosystem noch
nicht so gut hin. Und sagen wir mal, ihr müsst
mehr mit Startups machen.
Da sprechen wir aber gar nicht. Eigentlich auf
Augenhöhe mit diesen Leuten, die
sagen Startup whatever. Man müsste halt an solchen
Punkten ansetzen und müsse sagen
Wenn ihr ein Problem bei der Logistik habt, dann
können wir darüber reden, wie wir
das lösen können. Oder wir können euch helfen,
wenn ihr Probleme auch im
Produktionsprozess habt. Wo ist denn
euer Problem?
Also man müsste die Leute so ansprechen und dann
sagen ja, da hätte ich eine Idee
zu. Und das guck dir doch mal an, dann wird es
greifbarer und es bleibt nicht auf so
einer abstrakten Ebene. Was meinst du. Genau? Wo man
halt sonst auch sagen kann so,
die Kultur ist so unterschiedlich. Aber was, wie
hilft uns das jetzt konkret?
Durchlässigkeit und Verbindungen zwischen
etablierter Wirtschaft und neuen
Lösungsanbietern zu verbessern, hilft nicht. Das
Krasse ist aber trotzdem, dass wir
sehen, dass so oft. Es gibt hilfreiche, sinnvolle
Lösungen, die nicht adoptiert
werden von Unternehmen, weil die Leute
nicht davon wissen.
Weil es so schwierig ist, diese Lösungen
überhaupt zu bewerten.
Und da sitzen wir am Ende und denken so Wie
kriegen wir das hin, dass wir
innovativer sind? Und der erste leichteste Schritt
wäre eigentlich zu sagen Hey, die
Innovationen, die wir schon haben, lasst
uns die doch mal nutzen.
Wir haben mit 6000 neuen Startups in
Deutschland dieses Jahr alleine.
Jetzt überlegen wir uns okay, für Europa. Lass
es 60.000 sein für die Welt.
Lasst es über 1 Million sein, die sich dann
kontinuierlich noch verändern.
Es ist mit einem Mal auch eine ganz andere
Sourcing Herausforderung.
Es kommt ja immer darauf an, was die
machen. Absolut.
Also ich habe mir gestern, ich bin dann auch noch
nachhaltig beeindruckt SWARM
angeguckt. Die nehmen Cucaracha, also Küchenschaben
und machen Elektroden an die
dran und schicken die dann in die Welt, damit sie
Sachen übermittelt kriegen.
Und die wuseln da halt so rum, wie sie
immer rumwuseln.
Ich meine, das ist natürlich völlig andere
Herausforderungen für die als für euch
beispielsweise, die ihr eine Software macht und
dann eben einfach die Software
verkaufen müsst. Ja, ja, absolut, absolut.
Ganz unterschiedliche Dinge.
Und was es alles gibt und was die Leute sich zu
überlegen und gerade jetzt auch mit
der Frage der Veränderung der Gefahrenlage in
Deutschland oder der Welt, was hier in
welcher Geschwindigkeit hier so
Rüstungs-Startups aus dem Boden schießen.
Ich muss auch sagen, ich bin jetzt kein Kritiker der
verschiedenen Instrumente, aber
die Barrierefreiheit, wie einfach es ist zu
verstehen, was ist jetzt relevant für
mich, was kann ich wie nutzen? Ist komplex. Ja, es
ist sehr komplex und ich habe
auch das Gefühl, dass wir noch nicht überall
austariert haben, wo es lokal besser
und wo es zentral organisiert. Besser so. Ich sehe
das total, dass es Sinn macht,
wenn in Baden-Württemberg jetzt eine
Alliance kreiert.
Aber dann muss das Startup unbedingt aus
Baden-Württemberg kommen.
Was Stihl? Jetzt weiß ich nicht. In seiner
Kettensäge einbaut oder kann das
theoretisch auch aus einem anderen Bundesland
kommen oder aus Europa?
Insgesamt überhaupt nicht. Absolut absolut. Also
zumindest in dieser Sourcing Logik,
in dieser Startup Ökosystem Logik. Wieder denken
wir oft auf diese Art und Weise
habe ich das Gefühl. Na ja, da denken wir in der
Regel ausgehend von Universitäten.
Also wenigstens ist das dieses Konzept, was ich
kenne, von den TU9, die dann sagen
okay, wir sind hier die Technische Hochschule, wir
haben erstens die Professoren,
wir haben, zweitens die Studierenden, wir wollen
jetzt die Ausgründung befördern.
Das sind in der Regel Ausgründung. Da gibt es noch
mal ganz besondere Anforderungen.
Wer hat dann eigentlich hinterher welche Patente usw
Und dann bieten wir denen jetzt
hier was, damit die hier was machen
und hier bleiben.
Das ist dann schon so der Ansatzpunkt, wie
die dann weitergehen.
Und das ist die Frage. Können die ihre Technologie
dann an Stihl oder Lufthansa oder
wen auch immer verkaufen? Das ist ja dann
das nächste Thema.
Aber es geht da immer erst mal um die Gründung
und um die Gründungssysteme.
Mit dem, was du jetzt weißt, was du jetzt siehst,
wie guckst du auf deine Zeit
damals zurück? Was war gut? Was würdest du jetzt
anders machen im Vergleich zu dem,
was du damals gemacht hast und auch im Vergleich zu
dem, wie es jetzt gemacht wird?
Also ich würde noch mehr machen. Einfach
mengenmäßig mehr.
Wir haben ja, ich weiß nicht wie viele Startup Nights
gemacht, aber das war auf alle
Fälle zu wenig. Man hätte da mehr
machen müssen.
Wir hatten ja auch viel mehr Anfragen und so, wir
konnten halt immer nicht alle
nehmen, aber das war eigentlich ein gutes Format,
was man auch heute noch irgendwie
ein bisschen ändern können, oder? Also da hätte man
einfach noch schneller Druck
machen müssen, glaube ich. Und was die Finanzierung
anbelangt, auch da waren wir
auch zu langsam. Und ich glaube, was auch notwendig
wäre, wäre, dass sich in der
Politik mal jemand darum kümmert und sagt, wir
müssen hier mal die Finanzierung,
also die Rahmenbedingungen, die regulatorischen
Rahmenbedingungen ändern.
Also entweder das Rentenfonds investieren können
oder dass gemeinnützige Stiftungen
anders investieren können oder wie auch immer.
Wobei man schon auch ein bisschen
vorsichtig dabei sein muss, denn das ist natürlich
alles Geld, was anderen Menschen
dann mal zugutekommen soll. Und ich meine, die
Berliner Zahnärzte sind jetzt in
betrügerischer Manier um ihre Rentenansprüche und
ihre Rente gebracht worden.
Das hatte jetzt nichts damit zu tun, aber man muss
natürlich aufpassen, dass da
nicht irgendwelche Helden sitzen und sagen Komm,
jetzt investieren wir mal in die
Startups und hinterher ist alles Geld weg. Denn das
muss man ja der Wahrheit halber
auch sagen. Es gibt ja irgendwie so eine Marge von
zehn gehen, acht pleite und zwei
bleiben und die sollten es dann
möglichst wuppen.
Aber ob sie das tun, weiß man auch
immer noch nicht.
Also das ist schon auch Risiko. Geld, mit
dem man da unterwegs ist.
Und es ist eigentlich Geld, auf das man
verzichten können müsste.
Also so habe ich es immer gemacht. Wenigstens. Ich
habe immer gesagt, okay, ich kann
auch ohne das Geld leben. Das mache ich jetzt mal,
während, wenn ich verantwortlich
bin für einen Pensionsfonds. Da muss ich halt
sehen, dass die Leute, die da
eingezahlt haben und Ansprüche haben, auch dann
tatsächlich ihre Altersversorgung
rauskriegen. Und dass ich sie nicht per se
auf welche Art und immer.
Ja, sehe ich. Wobei ganz ehrlich, also in anderen
Ländern wird es ja getan und die
Renten sind auch sicher. Und im Moment ist die
Realität dann, dass deutsche
Unternehmer amerikanische Renten finanzieren, weil
das Geld aus den amerikanischen
VC Fonds in die deutschen Unternehmen investiert
wird, die dann global skalieren
wollen. Ich würde gerne mal ein
Gedankenexperiment mit dir fahren.
Und zwar Wir zwei gründen neues Startup. Ja,
wir machen irgendwas.
Wir digitalisieren Ja, aber irgendwas. Wir
wünschen uns den Staat als Kunden.
Wie schnell oder wie lange, glaubst du, würdest du
jetzt brauchen, um mit deinem
Wissen den Staat tatsächlich als
Kunden zu gewinnen?
Such dir das Ministerium aus. Also, das ist ganz
schwer, weil es gibt ja die Vergabe
staatlicherseits ist ja wirklich
extrem reguliert.
Und die können ja eben nicht einfach sagen Guck
mal, hier machen wir was.
Das ist ein super Konzept, beispielsweise für unsere
Personalverwaltung oder so was
habe ich jetzt hier eine Software entwickelt. Da
könnt ihr das alles viel einfacher
machen und eure Leute entlasten. Das können die ja
gar nicht nehmen, sondern die
müssten dann eine Personalsoftware ausschreiben und
könnten die erst dann nehmen.
Und ich habe diese Gespräche im Justizbereich, ich
bin ja Kongresspräsidentin von
dem Digital Justice Summit, wo wir jedes Jahr
einmal im November so eine
Bestandsaufnahme machen. Wie weit ist
eigentlich die Digitalisierung im
Rechtsbereich, also bei Anwälten, in den
Gerichten, Justiz, Verwaltung usw?
Und da hatte ich beispielsweise Leute, die kamen und
sagten hier, ich programmiere
was umsonst für. Und es gibt ja, gerade hier in
Berlin gibt es ja auch das
Verwaltungsgericht Berlin beispielsweise, das ja
für das ganze Bundesgebiet
zuständig ist, beispielsweise für
bestimmte Verfahren.
Und da sagte die Präsidentin, die damalige
Präsidentin, die ist jetzt nicht mehr da.
Im Ruhestand, sagte die Oh ja, das wäre super,
wenn wir da was kriegen könnten,
Gerade für dieses Verfahren. Und das
war nicht möglich.
Das hat die Justizverwaltung dann nicht
genehmigt, dass die sich da so was
programmieren lassen, obwohl das eine absolute
sinnvolle Lösung gewesen wäre, weil
ja kein anderes Gericht in Deutschland
diese Fälle bearbeitet.
Wäre also nichts gegen zu sagen. Also da steht
man sich wahnsinnig im Weg.
Und von daher war meine erste Reaktion also für die
Verwaltung Es ist wirklich was
anderes. Lass uns was anderes machen. Diese Sachen,
die sind wirklich kompliziert,
weil es einfach schwer ist, sie da
hinzukriegen.
Wird jetzt glaube ich, in Teilen ein
bisschen leichter.
Gibt ja auch mit dieser Organisation, so eine
genossenschaftlichen Organisation, die
sich an die Länder und Kommunen richtet. Da gibt es
ja auch ganz gute Fortschritte.
Die machen das. Die nehmen die alle mit. Schon
gleich als Eigentümer quasi.
Und dann ist es ein bisschen einfacher. Aber
trotzdem Es ist immer noch sehr
kompliziert. Ja, ich finde es
bezeichnend am Ende.
Also wen könnte man sich als besseren Experten
wünschen und als dich da drin?
Und selbst du sagst Boah, ich würde
was anderes machen.
Das ist ja für mich am Ende. Hey, wir wollen doch
eigentlich, dass das beste Talent
des Landes sich auch darum kümmert, wie wir die
Infrastruktur unseres Landes im
größeren Sinne insgesamt aussieht.
Das wollen wir.
Und ich glaube, es gibt auch schon immer mal wieder
so Ansätze, wo man das Gefühl
hat, es wird besser. Also was die da jetzt im
Digitalministerium machen.
Beispielsweise hat man ja manchmal das Gefühl, da
passiert vielleicht doch was.
Aber im Großen und Ganzen ist es überall noch so
und das ist, glaube ich, völlig
egal, ob das Bund, Land, Kommune ist oder Das gilt
auch für große Unternehmen.
Wenn man einfach sagt, kann man
das mal machen.
Dann gibt es einfach zu viele Bedenkenträger, die
sagen Nee, das können wir nicht,
da ist zu viel Ängstlichkeit. Also so ein bisschen
diese Aufbruchsstimmung, die es
so in den 60er Jahren gab, wo man gesagt hat, wir
machen das jetzt einfach mal, die
ist nicht mehr da, weil das alles so
durchreguliert ist, dass man da doch sehr
ängstlich ist. Ich glaube, das ist, wenn wir
uns insgesamt angucken.
Okay. Die Funktion des Einkaufs wurde mal kreiert und
ich glaube, das ist ja auch in
der Staatsregulierung ein großes Thema. Wir wollen
nicht, dass Geld an die falschen
Leute geht. Ja, wir wollen vor allem
Bestechung verhindern.
Genau. Genau. Das ist ein gut
funktionierendes, oder?
Das ist ein Problem für Vergaben, die
häufig passieren.
Wo klar ist. Okay, Wir wollen jedes Jahr uns nicht
zwei Tonnen Papier kaufen oder
so. Auf der anderen Seite ist aber ja das, wovon
wir hier sprechen, das sind ja
Vergaben, die existieren so noch gar nicht. Ich
wusste als Unternehmen, als Staat
vorher noch gar nicht, dass diese Lösung
mir helfen würde.
Und ich weiß das auch noch gar nicht, bis ich sie
vielleicht mal ausprobiert habe.
Erst dann kann ich genau sagen Ah, das
sind meine Requirements.
Ich will Ja, das stimmt, das muss noch eine
Integration damit haben.
Und ach, stimmt, wir hatten ja gar
nicht dran gedacht.
Die Kommunen müssten vielleicht auch noch mal ein
Interface haben, was auch immer.
Das heißt eigentlich auch da glaube ich mental
den Unterschied zu machen zu.
Das sind keine normalen Einkäufe, sondern es geht
hier eigentlich darum, kleine
Sachen einzukaufen, um daraus zu lernen und um
daraus am Ende Schlussfolgerungen zu
ziehen, für wie das Geld in der Zukunft
ausgegeben werden soll.
Macht das Sinn für dich? Würde es Sinn
machen, das so zu machen?
Ja, definitiv. Also mit unseren Corporates
kriegen wir das so hin.
Beim Staat fällt es mir bisher noch schwer,
genau zu verstehen, mit wem.
Auf welcher Ebene muss man welches Gespräch führen,
damit das zu einer Möglichkeit
wird? Es ist aber natürlich auch, wenn du, wenn wir
jetzt das Kakerlakenbeispiel
nehmen, das ist natürlich ein Muss, einen komplett
anderen Test fahren, als wenn du
irgendeine Software ausprobierst. Oder weil
jetzt Volkswagen neues Material
ausprobieren möchte. Also in diesem
Verteidigungsbereich, glaube ich, sind Sie da
ein bisschen flexibler. Ja, das stimmt, muss ich
ehrlicherweise sagen, als in diesem
ganz normalen Verwaltungsbereich, wo man aber auch
ganz viel einsparen könnte, wenn
man sich da mal mit besserer Software befassen
würde oder da, wo jetzt auch KI
nutzen würde. Also ich glaube auch einfach
talentierte Leute motivieren würde
mitzumachen, weißt du, weil so ich bin jetzt gerade
jung, glaube an was, was kann
ich für einen Beitrag leisten und gucke
dann wo geht das?
Dann gehe ich natürlich irgendwo hin, wo ich das
Gefühl habe okay, hier komme ich
voran und bin nicht in unendlichen Gesprächen, ohne
dass tatsächlich praktisch was
passiert. Also das ist ja für viele schon mal ein
Grund gewesen, in den öffentlichen
Dienst zu gehen, weil du gerade in der
Ministerialverwaltung hier auf Bundesebene
sehr schnell zu einer großen
Verantwortung kommst.
Also Digitalisierung haben wir viel besprochen und
ich glaube auch ganz ehrlich,
dass ganz oft hört, man denkt so an die sexy
Themen auch sonst so, wenn da über
Startup Ökosystem gesprochen wird, dann sprechen
wir über Isar Aerospace oder?
Ja, das ist schon eine Ausnahme. Ja,
absolut. Aber trotzdem.
Wir gucken uns oft so die großen Leaps an, wobei ganz
oft auch einfach Geld verdient
wird. Für alle mit langweiligen Themen und.
Digitalisierung von Prozessen ist ja
jetzt nicht das erste Thema. Nichtsdestotrotz
würde es einen Riesenunterschied
machen. Genau. Wenn du dir jetzt so die
Technologielandschaft anguckst was glaubst
du, müsste der Staat oder könnte der Staat
noch besser verwenden?
KI hast du vorher genannt, aber hast du
irgendwelche Gedanken?
Na ja, gut, also ich sag mal so in der
Steuerverwaltung sind sie ja schon relativ
weit mit Elster, aber das könnte natürlich
auch noch ein bisschen
benutzerfreundlicher gemacht werden. Und da könnte
man auch mal jemanden dransetzen,
der einem da hilft. Und da könnte man sicherlich
auch mit KI schreiben von
Verwaltungen erstellen lassen, die für ehemalige
Justizministerin auch verständlich
sind oder handhabbar. Also wenn ich beispielsweise
noch an diese App denke zur
Grundstückssteuer Geschichte. Ich war nicht in
der Lage, das hier in Berlin
auszufüllen. Da war so eine Frage nach
irgendwelchen Raumgrößen.
Da sind alle, die ich kannte, daran
gescheitert.
Es hat keiner irgendwie hingebracht. Bis ich dann
Martin Schallbruch auch wieder
fragen konnte, der natürlich alles
kann. Martin Genau.
Martin to the rescue. Und das
hilft auch immer.
Der wusste es dann auch und ich konnte es
dann auch weitergeben.
Aber das kann doch nicht richtig sein, dass man die
Fragen so bescheuert formuliert,
dass sich keiner irgendwas darunter
vorstellen kann.
Und in anderen Bundesländern war es
ja auch anders.
Ich habe das ja auch für Hessen und
Niedersachsen ausgefüllt.
Also gut, das war so das eine und ich habe jetzt
gerade gestern ein Schreiben von
der hessischen Verwaltung gekriegt, wo ich mich auch
nur gefragt habe Und was wollt
ihr mir jetzt damit sagen? Also so ganz einfache
Sachen, das glaube ich, Das wäre
gut, weil das auch dann wieder, wenn der Adressat
der Bürgerin oder der Bürger ist,
dann macht das auch wieder was. Wir reden ja
dauernd von Staatsverdrossenheit und
von den Schwierigkeiten, die Politik hat. Und das ist
natürlich ein Teil davon, wenn
die Menschen das Gefühl haben, dieser Staat
versteht mich gar nicht oder ich
verstehe diesen Staat nicht. Dann wird
man ja auch irre.
Also das will man ja dann auch nicht. Von daher
glaube ich auch, dass es total
wichtig ist, dass man sich da viel Energie
reinsetzt, um diese Kommunikation zu
verbessern und Erklärungen zu verbessern. Und dazu
gehören auch die ganzen Apps, die
es ja schon gibt, wo man sich beim Staat beschweren
kann über Löcher in den Straßen
oder falsch parkende Autos oder irgend sowas und wo
man nur sagen muss, es wäre doch
schön, wenn sich da mal jemand drum kümmert. Hier
in Berlin ist es besonders
eklatant. Da stehen also Autos, die objektiv nicht
mehr fahrtüchtig sind, weil sie
keine aufgeblasenen Reifen mehr haben. Stehen da
anderthalb Jahre auf einer Straße,
wo es sowieso schon keine Parkplätze gibt. Und da
kommt man dann irgendwann mal auf
die Idee, auch jetzt, wenn man da jetzt ein fünf
Liter Benzin drüber schicken würde
und das anzünden, dann müssten sie kommen und
dass das Ding wegschaffen.
So, und ansonsten passiert einfach nichts. Da kann
man schreiben und machen und
Ordnungsamt und Polizei und wie auch immer. Das war
mal bei mir im Haus ein großes
Ärgernis und die ganze Hausgemeinschaft war damit
beschäftigt, das Auto, das
wirklich anderthalb Jahre vor der Tür stand, da
irgendwie mal wegzukriegen.
Ja, ich würde dir komplett zustimmen. So, dass ich
meine, dass man da irgendwie
einfach die Möglichkeiten, die man durch
Digitalisierung hat, stärker nutzen muss,
um eine Bürgerzufriedenheit herzustellen. Es ist
halt genau weil es wirklich so ist
es eigentlich eine Technologiefrage oder ist es viel
mehr eine Kundenzentriertheit?
Oder aber es gehört zusammen Ich muss
Technologie schaffen.
Es nützt nichts, wenn ich sage ihr könnt
euch hier bei mir melden.
Habe ich gemacht, kriegt man erstens keine Antwort
und zweitens passiert nichts.
Dann brauche ich natürlich das
auch nicht mehr.
Dann ist das schlecht gemacht. Das ist ja
alles witzlos dann ja.
Also ich muss dann sagen, ihr könnt euch bei mir
melden und dann kriegt ihr erstens
eine Antwort, die kann ja automatisiert
sein. Vielen Dank.
Wir kümmern uns jetzt und melden uns. Und dann
gibt es ein Wiedervorlage.
Ein automatisches. Und dann? Wir
sind noch dran.
Wie auch immer, man freut sich ja, wenn man
überhaupt irgendwie das Gefühl hat, da
kümmert sich mal jemand. Na ja, und auch. Also ich
glaube, jede kleine Experience,
in der ich das Gefühl habe hey, guck, ich
interagiere und da funktioniert was.
So, das gibt mir wieder Vertrauen in das Land und
sorgt dafür, dass ich noch mehr
genau vielleicht geben möchte. Wenn wir uns jetzt
mal überlegen, ich kann als Staat
1 € in einen Fund stecken, damit ein junges
Unternehmen mehr Risikokapital zur
Verfügung hat. Oder ich kann einen Euro stecken in
die Zusammenarbeit zwischen einem
Corporate und einem Startup, was im besten Fall dazu
führt, dass das Startup einen
langfristigen Auftrag hat und dass die etablierte
Firma besser funktioniert.
So rein aus dieser Perspektive. Für mich ist
eigentlich die Rechnung sehr
offensichtlich, dass der Staat ja doppelt
profitiert davon, wenn diese
Partnerschaften stattfinden. Also ist
so bin ich bei dir.
Auf der anderen Seite sage ich mir immer Also so
ein Stück weit müssen die
Unternehmen ja mal selber sehen, wie sie
sich vorwärtsbewegen.
Es ist ja erst mal ihr Ding, zu sehen, dass
sie wettbewerbsfähig sind.
Ich finde, sowieso wird von Unternehmensseite viel
zu sehr nach dem Staat gerufen
und der Staat soll es immer richten. Und
gleichzeitig beschweren sie sich, dass der
Staat so eingreift und das alles Staat
so mächtig ist.
Also das ist für mich geht das immer
nicht so ganz zusammen.
Und deshalb würde ich sagen, es kann sich da nur
um Modellvorhaben handeln.
Also das haben wir ja in verschiedensten
Arten und Weisen.
Also wir haben ja so Laboratorien auch, wo neue
Rechtssachen ausprobiert werden
können, wo bestimmte Regularien aufgehoben sind und
man dann so, also da gibt es
alles Mögliche, was man da machen kann. Und da
fände ich sowas auch gut, dass man
sagt, da fördern wir jetzt mal ganz gezielt, dass
wir auch, ja, da müssen wir erst
mal die Leute finden, die das dann
machen können.
Also so jemanden wie euch, der sich einfach auch
ein bisschen auskennt, der sich
vielleicht auch im öffentlichen Bereich auskennt
mit dem vielleicht zusammen oder
so, und dann sagen, Jetzt wollen wir da mal fünf
verschiedene Sachen ausprobieren.
Und das fördern wir auch, damit die einzelnen
Ministerien beispielsweise das nicht
aus ihrem Haushalt bezahlen müssen, weil da haben
sie sowieso kein Geld für so was.
Weil ich meine, Forschung da gibt es, da gibt es ja
super viel und da läuft ja auch
super viel Finanzierung rein. Aber so ein bisschen
wie in der Finanzierung, also der
Wagniskapital Finanzierung. Wo du sagst, da gibt es
so, diese Lücke ist eigentlich
okay, Ich bin jetzt ein Unternehmen, ich habe
vielleicht meine zwei, drei ersten
Piloten gefahren, habe ein hochkomplexes Produkt,
wo jetzt Beispiel Hamburger
Hochbahn oder so, weißt du dich? Ich könnte für die
irgendwie ein neues Sensorik
System aufsetzen, dass die schneller wissen, da ist
ein Pfeiler, der muss noch mal
gecheckt werden, dass die dieses Risiko so
gehen, kann man ja.
Kann man das jetzt von so einem
Unternehmen erwarten?
Und auf der anderen Seite wäre es aber ja so
hilfreich, wenn da früher etwas
passierte, anstatt dass dieses Unternehmen
vielleicht diesen nächsten Schritt nie
schafft, weil jeder sich sagt, das ist spannend,
aber es ist irgendwie noch so nah
an Forschung dran, dass ich das noch nicht sehe
als Ich werde da Kunde von.
Aber gerade solche Technologien sind ja sehr
beliebt und da gibt es ja auch schon
für die Bahn und werden auch schon genutzt. Also
insofern, also das wäre gerade so
eine Technologie, wo ich glauben würde, dass das
wichtig ist, weil da muss man ja
immer auch sehen, was kann passieren, wenn
das nicht funktioniert.
Also wenn so eine Hochbahn da einknickt und es
passiert tatsächlich ein Unfall.
Also das ist natürlich ein Risiko, das will
keiner eingehen, das ist klar.
Und deswegen muss man da sowieso sehr viel früher
schneller besser dran als an
solche Fragen, wo es einfach nur darum geht
wie erleichtere ich Arbeit?
Aber wo? Also so eine Haftungsfrage nicht
da. Im Hintergrund steht.
Aber in der Tat, zum Beispiel für den Mittelstand war
unsere Perspektive immer viel.
In der Vergangenheit hat so ein Test
100.000 € gekostet.
Also nicht wir sprechen nicht so wenig. Da müssen
sich Mitarbeiter drum kümmern,
dass die Lösung gefunden wird, dass ein
Case aufgesetzt wird.
Dann muss die Lösung bezahlt werden.
Manchmal auch nicht.
Aber tendenziell ist es besser, wenn in so
einem Test auch Geld fließt.
Sonst ist das Commitment nicht so klar. Und das ist
natürlich okay, wenn du sagst,
so ein Projektrahmen typischerweise, das kostet dich
100.000 € als Unternehmen, da
musst du schon ziemlich großen Hebel auf der
anderen Seite haben, dass du sagst
okay, dieses Risiko gehe ich ein, weil wir sind
jetzt nicht bei zehn, 20 %
Erfolgsrate, sondern eher in Richtung 50 %.
Trotzdem, da brauche ich einen
Erwartungswert von weit über 200.000 €, damit ich
sage okay, das macht Sinn, diesen
Test jetzt hier so zu fahren. Und ich glaube, das
ist aus unserer Perspektive
zumindest für den Mittelstand ein
großes Thema.
Wie kriegen wir das hin, dass dieses Testen von
neuen Technologien so günstig wie
möglich für sie wird, damit einfach mehr Business
Cases am Ende valide umsetzbar
sind? Und ist euch das gelungen? Ich würde
sagen, auf vielen Ebenen, ja.
Du hast die Thematik so, dass du über die Großen
gesprochen, die hauptsächlich schon
bei uns sind Mercedes, Bosch, Siemens. Die haben
alle den Luxus, ein dezidierten
Team aufzubauen, was dann eine Infrastruktur
kreiert, das es dem Dienst allen
Mitarbeitern in dem Unternehmen ermöglicht,
leicht neue Sachen zu finden und
auszuprobieren. Es ist aber in der
Tat so, dass wir.
Inzwischen sind wir eher so bei €50k, €40k
all-in Kosten für so einen Test.
Das heißt, weitaus mehr Business Cases sind
möglich und haben auch in unserem
Produkt, was am Anfang sehr fokussiert war auf den
Innovationsmanager, Strategie,
Leute etc. jetzt sehr viel mehr fokussiert auf die
Leute, die tatsächlich die Arbeit
machen und denen auch gar nicht darauf zu warten,
dass die jetzt zu uns kommen und
sagen Hey, ich habe dieses Problem. Natürlich
können sie das gerne tun, aber viel
mehr wir ihnen proaktiv sagen Guck mal, das sind
die Sachen, die in deinem Umfeld
passieren. Ein bisschen wie ein
digitales Startup.
Nichts so aber dann skaliert auf die Leute, die
tatsächlich diese Probleme haben.
Sind wir da schon da? Auf keinen Fall. Aber wie du
weißt, auf einem guten Weg.
Anknüpfend daran würde ich sagen Ja, ich glaube,
ihr seid auf einem guten Weg.
Und ich glaube, ihr seid vor allen Dingen
auf dem richtigen Weg.
Und diesen Weg aber jetzt noch mal zu beschreiben
und Leuten klarzumachen, das ist
der Weg, den wir gehen müssen. Ich glaube, da
müsstet ihr noch ein bisschen mehr
Schweiß reingeben. Ja, also da können glaube
ich, so Business Angel wie ich
vielleicht auch helfen. Und also, dass man da in die
Kommunikation mit Ministerien
beispielsweise noch mal anders geht, weil das
ist natürlich auch immer eine
bestimmte Sprache, die die sprechen und die man
irgendwie verstehen muss und die man
nutzen muss, um überhaupt mal eine Bereitschaft zu
entwickeln, damit die überhaupt
mal kapieren, um was es eigentlich geht. Denn das
ist wirklich nicht trivial.
Das sind so viele Probleme, die da so eine leitende
Person täglich bewältigen muss.
Und da muss man sich dann manche eben dann doch mal
ein bisschen mehr motivieren,
dass man sich da doch mal rein denkt. Danke dir
sehr, dass du hier bist und
natürlich auch wieder hier warst. Und für natürlich
all die Verbindungen, die du
schon kreiert hast. Ich verstehe das,
dass du nicht mehr.
Oder glücklich bist, nicht mehr in der
aktiven Politik zu sein.
Aber ich könnte ja sagen, ich würde
dich wählen.
Danke. Ich bin wirklich das du. Ach so? Ja.
No Bullshit, straight.
Um ehrlich zu sein, hast du mich der Politik und dem
Staat viel näher gebracht, als
ich das vorher war. Das freut mich.
Das ist schön.
Danke vielmals. Ja. Danke dir. Du hast mich den
kleinen Dingen viel näher gebracht.
Das vorher war sehr gut. Eine Sache.