Der stoische Pirat

Nicoletta Cimmino ist eine der bekanntesten Stimmen des Schweizer Journalismus. In der aktuellen Folge von "Der stoische Pirat" spricht sie mit Mathias Müller über die Herausforderungen ihres Berufs, die Verantwortung der Medien und die Frage, was einen guten Journalisten ausmacht.

"Ein guter Journalist ist jemand, der nicht mit einer fixen These im Kopf beginnt, sondern offen bleibt und wirklich herausfinden will, was an einer Geschichte dran ist", erklärt Cimmino. Sie betont, dass Journalismus mehr ist als das schnelle Verbreiten von Schlagzeilen: "Es geht darum, zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen und verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen."

Das Gespräch dreht sich auch um die gesellschaftliche Verantwortung der Medien. "Wir tragen eine immense Verantwortung, weil unsere Berichterstattung die Wahrnehmung der Menschen prägt. Wenn wir einseitig berichten oder uns von Trends leiten lassen, verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit", so Cimmino. Besonders in Zeiten von Fake News und schwindendem Vertrauen in traditionelle Medien sei es wichtig, sauber zu recherchieren und Transparenz zu wahren.

Mathias Müller hinterfragt kritisch, wie unabhängig Journalismus heute noch ist. "Gibt es überhaupt noch eine Presse, die sich nicht von wirtschaftlichen oder politischen Interessen beeinflussen lässt?" Cimmino gibt zu, dass dieser Balanceakt herausfordernd ist: "Unabhängigkeit ist ein Ideal, das wir stets anstreben sollten. Es braucht Mut, Dinge auszusprechen, auch wenn sie unbequem sind."

Persönlich gewährt Cimmino einen Einblick in ihre Motivation: "Ich liebe es, Geschichten zu entdecken und Menschen eine Stimme zu geben. Manchmal ist es ein harter Job, aber es gibt Momente, die unbezahlbar sind – wenn man zum Beispiel spürt, dass eine Recherche wirklich etwas bewirkt hat."

Die Episode ist ein inspirierender Einblick in den modernen Journalismus und eine Einladung, kritisch, aber offen mit Medien umzugehen. Wer wissen will, wie Nicoletta Cimmino ihren Beruf sieht und welchen Herausforderungen sich der Journalismus stellen muss, sollte sich diese Folge nicht entgehen lassen.

Wenn Sie mich unterstützen möchten, dann spenden Sie mir doch ein oder mehrere Kaffees via Buymeacoffee

Besuchen Sie auch meine Webseite www.muellermathias.ch


What is Der stoische Pirat?

Der stoische Pirat ist auf der Suche nach dem Schatz des guten Lebens. Er trifft auf seiner Reise auf philosophische, psychologische und politische Fragen. Die Absicht der stoischen Piraten ist es zum kritischen Nachdenken anzuregen und zu mehr Menschlichkeit, Grossmütigkeit und Zivilcourage zu motivieren. Die Piraten gaben sich nicht mit den herrschenden gesellschaftlichen Normen zufrieden, sie stellten in Frage und versuchten neue Wege zu gehen. Der Podcast richtet sich an offene Menschen, an Querdenker, an solche, denen die heutige Streit- und Diskussionskultur zu einfältig, rechthaberisch und politisch korrekt geworden ist.

Nicoletta Cimmino:

Ich glaube, ein guter Journalist oder eine gute Journalistin ist jemand, der nicht unbedingt schon mit 1 These im Kopf etwas beginnt, sondern der vielleicht etwas erfahren will und dann effektiv mit verschiedenen Leuten spricht, herauszufinden, was daran ist. Jemand, der neugierig ist, der sich auch nicht einspannen lässt, das finde ich wirklich eine Herausforderung. Auch ich finde das eine Herausforderung. Man lässt sich nicht einspannen. Auch nicht für gute Sachen, die man selber gut findet.

Nicoletta Cimmino:

Jemand, der sich eigentlich immer mit allen anlegt, das ist eigentlich ein guter Journalist und davon gibt es jetzt nicht Tausende, glaube ich, ja.

Der stoische Pirat:

Hua, liebe Piratenphilosophen, Ketzer, Denker und Humanisten. Herzlich willkommen auf dem Schiff des Storschenpiraten und auf unserer Suche nach dem Schatz des guten Lebens. Mein Name ist Matt und ich bin der Gastgeber des Podcasts der Storische Pirat. In der heutigen Folge geht es primär oder hauptsächlich Medien, Journalismus. Ich habe nämlich eine der erfolgreichsten Journalistinnen der Schweiz bei mir zu Gast.

Der stoische Pirat:

Sie wurde vor 5 Jahren, 6 Jahren nämlich auch mit dem sozusagen mit dem Oscar für den Journalismus in der Schweiz ausgezeichnet. Sie wurde nämlich 2019 zur Journalistin des Jahres gewählt. Heute ist sie publizistische Leiterin bei der Traditionszeitung dem Bieler Tagblatt. Herzlich willkommen, Nicoletta Czimino.

Nicoletta Cimmino:

Danke für die Einladung. Danke.

Der stoische Pirat:

Es freut mich, dass Du heute hier hingekommen bist. Ich habe vor ein paar Wochen war ich bei Kaviar Miley in Hallery aufgetreten, ist in Claude und da hab ich den ehemaligen Nationalrat Claudia Zanetti getroffen, der auch publizistisch tätig ist. Und da hab ich ihm gesagt, dass Du zu mir in den Podcast kommst. Und er hat mir dann gesagt, ja, sag dir einen herzlichen Gruß und das ist doch eine richtige Journalistin.

Nicoletta Cimmino:

Dankeschön, was immer das heißt, aber

Der stoische Pirat:

Genau, was immer das heißt, also was sagst Du dazu? Bist Du eine richtige Journalistin?

Nicoletta Cimmino:

Ja, ich hoff's. Also ich hab schon den Anspruch. Ich glaube, das müssen aber andere eigentlich besser, können das besser beurteilen als ich, aber kann sicher sagen, ich bin sehr gerne Journalistin und ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, etwas anderes zu sein.

Der stoische Pirat:

Na, da komme ich wieder noch darauf zurück, auf warum und wieso Du Journalistin geworden bist und auch bist. Vielleicht ganz zuerst noch, damit die Zuschauerinnen, Zuschauern, Zuhörerinnen und Zuhörer auch dich etwas noch vielleicht etwas kennenlernen. Wer wer ist Nicoletta Cimino in deinen eigenen Worten?

Nicoletta Cimmino:

Ich bin die Tochter 1 Italieners und 1 Schweizerin. Ich bin in Brück bei Biel aufgewachsen. Ja, was bin ich? Ich bin Mutter 1 Tochter, die ist 16 und eben wie gesagt leidenschaftliche Journalistin und habe ja 2 Seiten, die schweizerische und die italienische.

Der stoische Pirat:

Wie spürt man die italienische?

Nicoletta Cimmino:

Mit dem Temperament. Das ist ein bisschen besser geworden vielleicht auch mit dem Älterwerden, aber ich bin schon sehr gefühlsbetont und ja, auch von von Emotionen getrieben. Das merkt man schon. Ja.

Der stoische Pirat:

Du hast hast gesagt, Du bist sehr gerne Journalistin. Wieso bist Du Journalistin geworden? Hat es irgendwo einmal ein Erlebnis gegeben oder wann hast Du dich entschieden?

Nicoletta Cimmino:

Ich hatte einen sehr guten, also ich hatte verschiedene gute Lehrer. Ich hatte wirklich das Glück, dass ich gute Lehrerinnen und Lehrer hatte und die haben mich eigentlich, die haben sehr schnell gemerkt, dass ich Freude habe an der Sprache, dass ich offensichtlich auch ein gewisses Talent habe und die haben mich dann gefördert. Also mein Deutschlehrer, der war sehr streng, aber sehr gut. Und dann hatte ich noch einen anderen Lehrer, der war Korrespondent beim Bielatagblatt für Brück und der hat mir dann mal angeboten, da war ich, glaube ich, 15 oder sogar 14. Möchtest Du nicht anstatt, dass ich das mache, den Bericht über unser Schulschluss festschreiben für das Spielertagblatt und da war ich natürlich total happy.

Nicoletta Cimmino:

Und so bin ich dann in die Jugendredaktion gerutscht des Spielertagblatts. Das gab es damals. Also Jugendliche, die einen Teil der Zeitung gemacht haben. Ja, und so hat das angefangen. Also es war wirklich, ich hatte wirklich das Glück von sehr, sehr guten, sehr guten Lehrern, ja, genau.

Der stoische Pirat:

Okay. Und wie war dann der Werdegang? Also Du hast eben als Fünfzehn-, Vierzehn-, Fünfzehnjährige angefangen, etwas zu schreiben, aber hast dann eine Ausbildung gemacht? Bist Du uns Mats gegangen oder was hast Du?

Nicoletta Cimmino:

Ich hab zuerst die Handelsschule gemacht, eigentlich was gar nichts mit Journalismus zu tun hatte und dann habe ich 2, 3 Jahre auf dem Beruf gearbeitet und habe gemerkt, ich ich bin nicht so glücklich. Und dann habe ich mich blind beworben für einen Kanal 3, Stage. Also war gar nichts ausgeschrieben. Ich habe einfach gedacht, ja, jetzt probier ich mal. Und ja, das hat dann geklappt und so bin ich dann reingerutscht, hab ich 2 Jahre Volontariat gemacht bei Granatra in Biel.

Nicoletta Cimmino:

Und danach bin ich direkt nach Zürich zu Radio24 von Savinsky, dann dort zu SRF 1 und von dort dann nach Bern zu SRF zu den Radio Programmen, die die die News machen. Und so hat sich das eine und das andere ergeben.

Der stoische Pirat:

Ja. So kann man sagen, Du bist eine der Pionierinnen, als dass die die privaten Radios aufgekommen sind.

Nicoletta Cimmino:

Nein, das war noch ein bisschen früher. Das war, also ich ich bin erst mit, was war das, neunzehnhundertsiebenundneunzig, bin ich in ins Mediengeschäft gekommen und da gab es ja die Privaten schon eine Zeit. Nein, nein, ich bin gar keine Pionierin gewesen, aber ich aber ich hab natürlich viel von Pionieren, zum Beispiel jetzt von Roger Cawinski, da hab ich viel gelernt. Der hat der hat uns wirklich, das war wirklich sehr toll, was wir dort gelernt haben. Wir mussten sehr viel arbeiten zu allen Tagesschichten, aber wir haben extrem viel gelernt und konnten sehr schnell auch Verantwortung übernehmen.

Der stoische Pirat:

Was wärst Du geworden, wenn Du jetzt nicht Journalistin bist?

Nicoletta Cimmino:

Ja, ich ich weiß es nicht. Ich glaub, ich wär unglücklicher gewesen, als ich es jetzt bin. Als Kind wollte ich Schauspielerin werden. Meine Mutter sagt zwar immer, ich hätte schon als Kind Journalistin sein wollen, aber ich glaub, das ist mir ein Wunschgedanke von ihr. Ich hab nicht das Gefühl, dass ich das wirklich schon wollte.

Nicoletta Cimmino:

Hey, ich weiß es nicht. Sehr wahrscheinlich auch etwas mit Sprachen oder mit mit mit Ausdruck, weil das einfach etwas ist, das mir sehr liegt. Ja.

Der stoische Pirat:

Ja. Du hast gesagt, jeder hat sehr hart gearbeitet damals, auch bei Roger Schavansky. Wenn Du jetzt zurückschaust auf, das sind jetzt doch fast 30 Jahre fast, oder?

Nicoletta Cimmino:

Ja, kann man sagen, ja.

Der stoische Pirat:

Was was war so deine größte, herausforderte Geschichte, die Du gemacht hast oder wo Du am meisten stolz bist darauf?

Nicoletta Cimmino:

Hm. Hm.

Der stoische Pirat:

Es

Nicoletta Cimmino:

gab eigentlich nicht etwas Bestimmtes, aber es gab es gab immer wieder so Herausforderungen, wo man einfach sehr lange gearbeitet hat und sehr viel spontan auch machen musste, aber oder vielleicht doch die US Wahlen im Jahr 2000, da wurde ich effektiv nach New York geschickt von radio24, das war to close to carl mit Al Gore und George Dowio Bush. Da war ich in New York zweieinhalb Wochen und das war sehr anstrengend, aber wahnsinnig interessant natürlich, weil oder ich, dann war irgendwie Nacht und dann hat man gemeint, Algor hat gewonnen und dann ging ich schlafen und dann hat mich der Chefredakteur geweckt, hat gesagt, ist noch nicht klar, da muss ich wieder raus. Und das hat sich dann so in die Länge gezogen. Das war sehr spannend, sehr interessant. Und ich glaube, das war wirklich so etwas, das hat mir sehr Freude gemacht.

Nicoletta Cimmino:

Aber auch bei SRF, als ich das Echo der Zeit moderiert habe, das war natürlich sehr, ich mein, das ist, man sagt immer, das ist so das Flaggschiff oder? Und das ist es effektiv und da hab ich sehr viel gelernt, auch in kurzer Zeit mir ein Wissen anzueignen, damit ich auch ein Gespräch mit einem Experten führen kann, das jetzt nicht total abfällt. Also es ist nicht alles gelungen, aber ich glaube, dort habe ich auch sehr viel gelernt, ja.

Der stoische Pirat:

Ja und ich glaube, es ist dir trotzdem sehr gut gelungen, weil eben 2019, das war damals, als Du eben E-Scooter-Zeit gearbeitet hast, also Du das moderiert hast, bist Du zur Journalistin des Jahres gewählt worden. Wie wie hat sich das angeführt?

Nicoletta Cimmino:

Ja gut, ich meine, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das nicht freut. Ja. Ich ich glaube aber und das meine ich jetzt nicht kokettierend, ich hab wirklich das Gefühl, der Preis war auch nicht für mich nur gedacht, sondern für das, was ich damals repräsentierte, nämlich das Echo der Zeit. Also eine ein Team, ein eine Hintergrundsendung, die sehr viele Sachen noch macht, die man sonst nichts mehr nicht mehr findet. Lange Auslandreportagen, eben tiefgründige Gespräche und ich glaube, das war so ein bisschen wirklich auch ein Preis für für die ganze Redaktion eigentlich.

Nicoletta Cimmino:

Das, ich war dort vielleicht einfach so der Kopf jetzt in dem Sinn, aber nichts, es war nicht nur für mich. Und man muss dazu auch noch sagen, dieser Preis wird ja von Journalisten und von Kommunikationsfachleuten, also da wird man nominiert, dann ist man auf 1 Shortlist und dann wählen die Leute. Und der, der am meisten Stimmen hat, gewinnt. Und ich denke dann immer, das ist halt etwas sehr brancheninternes und wenn man jetzt das große Publikum fragen würde, dann würden diese Preise vielleicht ganz anders aussehen. Ja.

Nicoletta Cimmino:

Da würden ganz andere Leute gewinnen.

Der stoische Pirat:

Also dann ist das wirklich etwas, ich hab jetzt zu zu Beginn gesagt, der der Oscar des Schweizer Journalismus, Mhm. Aber dann ist das wirklich etwas so. Da gibt es Ja. Journalisten, die sind in einem Komitee, so wie bei den Oscarwahlen. Ja,

Nicoletta Cimmino:

ja. Wird man nominiert, wer nominiert. Irgendeine Auswahl von eben Kommunikationsleuten und Journalisten, ja. Okay. Wie soll ich sagen?

Nicoletta Cimmino:

Es ist ja, ich wurde ausgezeichnet für für das, was ich mache und also für oder für was ich stehe. Ich glaube aber viel krasser ist es, wenn Du etwas gewinnst für eine Recherche, die Du gemacht hast. Wenn Du zum Beispiel den Züricher Journalistenpreis gewinnst für eine Hintergrundrecherche oder für ein Interview oder für eine Serie. Glaube, das ist dann wirklich dann ist dann wirklich dein Handwerk wird prämiert. Und so war's halt, ja, war's halt irgendwie ein eine Kombination von verschiedenen Sachen.

Nicoletta Cimmino:

Ich will es nicht schmälern. Es ist schön, aber ich glaube, man darf auch nicht ganz so viel in das hineininterpretieren.

Der stoische Pirat:

Ja. Was mir aufgefallen ist, also ich ich bin die Liste durchgegangen, dieser dieser Gewinnerinnen und Gewinner. Mhm. Und was mir aufgefallen ist, ist fast ausschließlich, nicht nur, aber sehr viel vom Schweizer Fernsehen und Schweizer Radio. Die WOTS ist relativ prominent, vertreten hab ich den Eindruck gehabt, aber die Weltwoche und den Nebelspalter gar nie.

Nicoletta Cimmino:

Und die NZZ auch selten.

Der stoische Pirat:

Und die NZZ ganz selten auch. Also ich hab einmal jetzt hab ich gesehen, Ja. Ist das Zufall oder ist da Bias?

Nicoletta Cimmino:

Hey, das kann gut sein, ich weiß es nicht. Wir wissen ja, dass es das ist ja auch verbrieft, dass mehr Journalisten sehr wahrscheinlich Mitte links oder sogar links stehen als Mitte rechts oder sogar rechts. Und ich denke mir jetzt auch, wenn zum Beispiel der beste Chefredakteur der Schweiz gewählt wird, ein Erich Guer, fänd ich jetzt nicht so unpassend zum Beispiel. Ja, vielleicht gibt es einen, vielleicht ist das effektiv so, ja.

Der stoische Pirat:

Ja. Wenn wenn Du jetzt definieren müsste, was wäre für dich jetzt zum Beispiel, was würde der beste Journalist, die beste Journalistin, was müssten die für Kriterien erfüllen? Was ist ein guter Journalist?

Nicoletta Cimmino:

Ich glaube, ein guter Journalist oder eine gute Journalistin ist jemand, der nicht unbedingt schon mit 1 These im Kopf etwas beginnt, sondern der vielleicht etwas erfahren will und dann effektiv mit verschiedenen Leuten spricht, herauszufinden, was daran ist. Jemand, der neugierig ist, der sich auch nicht einspannen lässt, das finde ich wirklich eine Herausforderung. Auch ich finde das eine Herausforderung, man lässt sich nicht einspannen. Auch nicht für gute Sachen, die man selber gut findet. Jemand, der sich eigentlich immer mit allen anlegt, das ist eigentlich ein guter Journalist und davon gibt es jetzt nicht Tausende, glaube ich, ja.

Der stoische Pirat:

Ja, also ich seh da, ich ich ich denke es eben auch und Du sagst ja was ganz Wichtiges, oder? Jemand, der nicht schon eine, der nicht einfach seine Thesen bestätigen will, sondern eben neugierig ist, alle gefragt und und und dann eben das versucht zu verarbeiten. Ich habe den Eindruck heute und dass wir eben doch sehr viel Thesenjournalismus haben, also diese Mischung aus Meinung und Information. Wie siehst Du das?

Nicoletta Cimmino:

Ja, das beobachte ich auch. Ich beobachte auch die Vermischung oft von Meinung und Information und ich denke, das ist wichtig, dass man das gut trennt. Ich finde Meinungsjournalismus interessant. Ich finde es interessant, wenn wenn man auch, also wenn ich zum Beispiel eine einen Kommentar lese mit 1 Meinung, der gar nicht mir entspricht, dann lerne ich auch immer etwas und muss dann meine Argumente wie überprüfen. Aber ich denke schon, dass wir das sehr gut trennen müssen.

Nicoletta Cimmino:

Und das mit der These, ja, das ist halt oft, sagt man, ich hab eine Beobachtung gemacht. Ich will schauen, das ist spannend. Stimmt das? Und dann blendet man vielleicht das aus, was eben nicht in diese These passt. Ich glaube aber nicht, dass das etwas ist, das zum Beispiel nur auf 1 politischen Seite passiert, wenn man so will, sondern das passiert sehr wahrscheinlich allen Leuten.

Der stoische Pirat:

Genau, also ich ich denke also, die meisten, also fast fast alle Menschen sind ja eigentlich nur auch politisch, also man hat eben eine Meinung. Wie gehst Du jetzt persönlich mit dem dass Du eben, ich sag ja nicht neutral, neutral wäre lauwarm, das ist nicht neutral. Ich mein, jetzt kann man nicht neutral sein. Aber wie gehst Du mit dem dass Du eben dich selbst kontrollierst, dass Du nicht deine eigenen Vorurteile, deine Stereotype oder deine Meinung einfließen lässt?

Nicoletta Cimmino:

Das ist

Der stoische Pirat:

wirklich eine große Herausforderung, ganz ehrlich. Und ich finde, wir müssen uns

Nicoletta Cimmino:

das eigentlich immer wieder, ganz ehrlich. Und ich finde, wir müssen uns das eigentlich immer wieder, wir müssen uns auch immer wieder infrage stellen. Wie Du gesagt hast, ich glaube, neutral ist schwierig, weil dann bist Du ein Neutrum, aber vielleicht auch bereit sein, Meinungen zu hören, die wirklich diametral dem entgegengesetzt sind, was ich als richtig empfinde und was ich als wichtig und richtig empfinde. Das ist jeden Tag, wenn ich irgendwas publizier, muss ich mir genau überlegen, hab ich jetzt einen oder spricht jetzt da die Privatperson oder oder die die Journalistin? Das ist effektiv eine große Herausforderung, find ich, ja.

Der stoische Pirat:

Ist es auch schon passiert, dass Du zum Beispiel einen Bericht gemacht hast, wo Du, Du hattest deine Meinung und dass, nachdem, dass Du dich informiert hattest, plötzlich die Meinung geändert hast?

Nicoletta Cimmino:

Nicht nachdem ich den Bericht gemacht habe, aber mir passiert es relativ oft und ich frag mich dann manchmal, ob das eine Charakterschwäche ist, dass ich eine Meinung habe und dann mit anderen Leuten spreche und die dann Argumente bringen. Und ich finde ja, das hat etwas. Das hab ich mir noch gar nie überlegt. Ja, das stimmt. Und das kann dann wirklich dazu führen, dass ich meine Meinung ändere.

Nicoletta Cimmino:

Gleichzeitig denke ich dann manchmal oder zum Beispiel x oder Twitter, wie es früher hieß, das wurde so als Plattform für für Meinungsaustausch mal deklariert oder so heraufbeschworen und ich beobachte eigentlich, dass es, ich hab noch nie beobachtet, dass irgendjemand öffentlich dann gesagt hat, ja, das hab mich jetzt überzeugt, dein Argument und ich ich bin jetzt anderer Meinung. Also ich glaube, da sind wir alle ein bisschen gefangen.

Der stoische Pirat:

Das Problem ist natürlich auch, das stelle ich fest oder ich habe auf jeden Fall den Eindruck, wenn ich auf x gehe oder auch auf den anderen Plattformen, der Algorithmus gibt mir natürlich genau wieder diese Sachen, die ich ja schon sowieso meinen bias unterstützen. Also Absolut. Da hab ich zum Teil das Gefühl, es denken ja alle gleich.

Nicoletta Cimmino:

Ja, ganz genau.

Der stoische Pirat:

Und man muss dann schon sehr dem Bewusstsein und auch bewusst andere Sachen konsumieren. Also ich versuche jetzt beispielsweise, ich ich lese jetzt die New York Times, obwohl dies, damit stehen mir persönlich mal auf die Haare zu bergen oder wenn ich das das lese. Aber aber so spüre ich immerhin oder wie denkt die andere Seite, die jetzt nicht meiner Meinung entspricht und versuche diese Argumente auch nachzuvollziehen dann, oder?

Nicoletta Cimmino:

Also ich kann dir ein Beispiel geben. Es ist ja jetzt seit ein paar Wochen werden jeden Samstag Geiseln in Israel, also nicht in Israel, sondern im Gazastreifen israelische Geiseln freigelassen. Und das interessiert mich sehr und das berührt mich auch sehr und das ist sehr wichtig für mich. Und bei x wird mir werden mir all diese Videos immer gezeigt. Und wenn ich dann mit Leuten spreche, sag ich, hast Du das Video gesehen, was, welches Video, nichts gesehen.

Nicoletta Cimmino:

Ja. Die vielleicht das weniger interessiert oder die auch weniger auf auf dieser Seite sind, sag ich jetzt mal. Und da merk ich schon, ja, da müssen wir wirklich aufpassen, dass wir nicht das Gefühl haben, nur weil wir immer das Gleiche sehen, oh, die die denken ja alle wie ich. Ja. Das ist

Der stoische Pirat:

überhaupt nicht so, oder? Absolut. Ich frag mich jetzt trotzdem, wo stehst Du politisch?

Nicoletta Cimmino:

Das sag ich nicht. Keine Rolle. Das spielt wirklich keine Rolle und das ist auch wichtig für mich, dass man mich nicht einordnen kann, weil das ist wirklich wichtig für mich, auch in meiner Position als publizistische Leiterin. Ich möchte ja nicht Ich möchte wie, dass meine meine das meine, dass die Redaktionen, für die ich publizistische Leiterin bin, eine Plattform bieten für alle. Ja.

Nicoletta Cimmino:

Mein Chef, Sedibayia sagt immer, und ich und das ist auch meine Meinung. Und von dem her finde ich es tut es gar nichts zur Sache eigentlich, wo ich politisch stehe.

Der stoische Pirat:

Was hältst Du von von von Journalistinnen und Journalisten, die politisch aktiv sind?

Nicoletta Cimmino:

Ich habe Mühe damit. Ich ich denke, man ist ja, wenn man wenn man Politikerin und Politiker ist, dann hat man ja, dann will man ja etwas erreichen in der Gesellschaft, sonst bist Du nicht Politiker. Und ich glaube, wir Journalisten sollten nicht Aktivisten sein. Ja. Wir sollten das Geschehen abbilden, so gut es geht, hinterfragen, kritisch sein auf alle Seiten.

Nicoletta Cimmino:

Und ich glaube nicht, dass es unsere Aufgabe ist, die Welt zu verbessern oder zu retten. Wir müssen sie darstellen. Und von dem her finde ich es nicht gut, wenn Journalisten Politiker sind. Ich glaube, das, also für mich ist das wie gar nicht möglich in dem Sinn.

Der stoische Pirat:

Ja. Mhm. Auch wenn man bei der Whatsapp arbeitet oder bei 1 Weltwoche.

Nicoletta Cimmino:

Spielt gar keine Rolle. Ich finde es, also ja, es spielt gar keine Rolle, wo man arbeitet. Ich finde, wenn man Journalist ist, ist man Journalist und wenn man Politiker ist, ist man Politiker und beides zusammen finde ich schwierig. Ja.

Der stoische Pirat:

Du bist beim Bible Tagplan.

Nicoletta Cimmino:

Bei bei Gaßmann.

Der stoische Pirat:

Bei Gaßmann. Genau. Und Du bist publizistische Leiterin. Haben's gehört, Du warst beim Schweizer Fernsehen und Du hast das Echo der Zeit gehabt. 2024 auf den ersten Januar, glaub ich, bist Du publizistische Leiterin gewohnt bei Gaßmann, im Aschur, Bieletagblatt et cetera.

Der stoische Pirat:

Wie kam es dazu?

Nicoletta Cimmino:

Wie kam es dazu? Also ich hab mich ja, ich war 2021 hab ich mich selbstständig gemacht, habe Podcasts unter anderem produziert, war freischaffende Autorin und das lief total gut. Also wirklich, ich war sehr frei und konnte eigentlich machen, was ich wollte. Und dann hab ich wurd ich kontaktiert von jemandem, der den Auftrag hatte, eben eine publizistische Leiterin oder einen publizistischen Leiter für die Gastmann Medien in Biel zu suchen. Jemand mit Bezug natürlich zum Seeland, zu Biel und ich wohne ja in Biel.

Nicoletta Cimmino:

Und und dann hab ich so gedacht, ja, das war irgendwie mit, da war ich 49, hab ich gedacht, ich weiß jetzt nicht, ob ich noch 1000 solche Anfragen bekomme. Und ich hab ja gemerkt, dass ich selbstständig sein kann. Also wenn das jetzt nicht klappen würde oder wenn ich genug habe, dann kann ich das immer wieder machen. Dann werd ich wieder selbstständig. Hab ich gedacht, doch, diese Chance möchte ich gern packen.

Nicoletta Cimmino:

Insbesondere auch, weil sie natürlich, es gibt fast keine unabhängigen Verlagshäuser mehr in der Schweiz, wo so vielfältig sind, die eben Zeitungen haben, Radio, Fernsehen, digitale Plattformen. Und so etwas in der Publizistik mitprägen zu dürfen, ist für mich ein großes Privileg, ist eine große Herausforderung und die wollt ich packen.

Der stoische Pirat:

Was macht genau eine publizistische Leiterin?

Nicoletta Cimmino:

Ja, ist ja gut, die Frage. Eine publizistische Leiterin ist eigentlich wie, also jetzt bei uns wie die Koordinatorin ein bisschen. Also ich gebe nicht die Richtung vor, überhaupt nicht, sondern vielleicht die Koordination, Ansprechperson auch für für für den VR, Repräsentation gegen außen, eben wenn ich irgendwie bei Organisationen eingeladen werde. Und dann publiziere ich selber ja auch eben. Ich hab auch einen Podcast, ich schreibe auch ab und zu.

Nicoletta Cimmino:

Manchmal moderiere ich auch Sendungen bei Celebri BILANK. Ich bin eigentlich immer noch Journalistin und hab dann einfach son bisschen, ich hab wie son bisschen den Adlerblick über alles, aber nicht im Sinn von, dass ich vorgebe, was wer berichten muss. Das geht bei uns nicht. Wir sind viel zu unabhängig organisiert, so ein bisschen wie. Ja, wir haben einen CEO, wir haben eine Finanzverantwortliche und ich bin die publizistische Verantwortliche.

Nicoletta Cimmino:

Ja. Genau.

Der stoische Pirat:

Und was sind die großen Herausforderungen? Vor allem jetzt, also das Bibeltalkro ist schon eine, also die Ashure, das ist schon eine große Region, aber nichtsdestotrotz, es ist regional, es ist Lokaljournalismus. Was sind so die die größten Herausforderungen für den Lokaljournalismus? Journalismus?

Nicoletta Cimmino:

Dass er unabhängig bleiben kann. Es gibt ja eben, wie gesagt, sehr wenige noch unabhängige Medienhäuser in den Regionen. Es gibt vielleicht noch ja eben den Walliser Boden, dann gibt es die Schaffauser Nachrichten, die Freiburger Nachrichten. Ich glaube, das ist eine eine große Herausforderung, dass die Leserschaft oder das Publikum zu behalten. Und was auch eine große Herausforderung ist, und es wird oft unterschätzt, die Nähe zur Leserschaft ist manchmal schwierig, wenn man kritisch berichtet, weil wenn ein Auslandkorrespondent 1 großen Tageszeitung jemanden angreift in seinem Gebiet, dann ja, dann ist die Chance relativ klein, dass der Ministerpräsident dann irgendwie bei der beim Einkauf den Journalisten sieht und und dann kritisch irgendwie Wortwechsel gibt.

Nicoletta Cimmino:

Wenn ich die Stadtpräsidentin oder den Stadtpräsidenten in einem Kommentar attackiere oder kritisch bin attackiere, aber kritisch bin, dann ist die Chance sehr groß, dass wir uns bald wieder einmal über den Weg laufen und das muss man dann auch aushalten können. Oder Leute, die man eigentlich mag, die einem sympathisch sind, die man vielleicht sogar privat kennt. Und dann musst Du in deiner Rolle als Lokaljournalistin musst Du kritisch sein. Und das ist wirklich, das ist wirklich nicht einfach, muss ich sagen.

Der stoische Pirat:

Ja, wie gehst Du damit Also eben, Du hast ja eine gewisse Nähe jetzt zu den Leuten im Selland. Mhm. Und Nähe macht auch Sympathien.

Nicoletta Cimmino:

Ja, genau.

Der stoische Pirat:

Damit man da eben immer noch kritisch bleibt. Wie wie wie schaffst Du das?

Nicoletta Cimmino:

Das ist manchmal sehr schmerzlich und da muss ich mir manchmal wirklich auch eine eine eine dicke Haut zulegen. Es gibt auch Leute, die ich so gut kenne, dass ich sage, über die berichte ich nicht. Ja. Also da muss ich wirklich einen Schritt zurück machen, das kann nicht ich machen, weil das wär nicht, das wär einfach nicht objektiv. Das muss ich auch, also dass ich in den Aufstand trete oder einfach in den Aufstand trete, einfach sage, es mach nicht ich.

Nicoletta Cimmino:

Aber das ist wirklich, das ist wirklich nicht einfach. Und da, manchmal ertrage ich das gut und manchmal geht es mir nah. Also ich kann vielleicht ein konkretes Beispiel geben, ohne dass ich dann zu fest ins Detail will, aber als Nemo bei uns das Interview abbrach, das war, als ich dann entschieden habe, dass wir das so transparent machen und auch dabeibleiben, Das war nicht einfach für mich, weil ich ich kenne Nemo schon sehr lange. Ich kenn auch die Familie gut. Ich ich hab Nemo gern und ich musste dann trotzdem sagen, meine Journalistin hat alles richtig gemacht und ich schütze meine Journalistin und sie hat nichts falsch gemacht und wir machen das so transparent.

Nicoletta Cimmino:

Also das war zum Beispiel eine Situation, die für mich persönlich eine Herausforderung war.

Der stoische Pirat:

Was ist das Erfolgsrezept von Lokalmedien? Was muss beachtet werden, damit man erfolgreich ist? Ich hab immer den Eindruck, je je länger, je mehr lokale Zeitungen übernehmen einfach noch Agenturmeldungen. Mhm. Ich habe den Eindruck jetzt bei euch, das hat das etwas geändert, hab ich den Eindruck, es ist etwas mehr wieder regionale News drin?

Der stoische Pirat:

Was ist das Erfolgs? Ja, Du

Nicoletta Cimmino:

hast es jetzt gerade gesagt, man muss bei den Leuten sein, man muss dort sein, wo wo etwas passiert, man muss die gleiche Sprache sprechen, man muss wissen, welche Straße wo ist und warum ist es dort schwierig zum Beispiel und warum gibt es dort so viele Unfälle? Und ich glaube, eine es es darf nicht so beliebig sein, sondern es muss die Leute, die uns lesen oder hören oder sehen müssen, das Gefühl haben, ja, die die checken, wo wirklich die Brennpunkte sind.

Der stoische Pirat:

Ja. Aber es ist sehr aufwendig. Also ich ich stell mir vor, Du brauchst ja dann viele eben Leute, die schreiben, die berichten, die filmen gehen in der Region. Und habt ihr denn diese Leute und könntet die auch bezahlen?

Nicoletta Cimmino:

Ja, bei uns arbeitet niemand gratis. Wir haben diese Leute, aber natürlich, ich glaube, so wie alle nationalen und internationalen Medien sind auch wir regionalen gefordert, weil weil die Aboeinnahmen, die steigen nicht,

Der stoische Pirat:

Mhm.

Nicoletta Cimmino:

Sondern die stagnieren oder steigen nur leicht. Die Werbeeinnahmen gehen zu den großen, die gehen zu Google oder zu wem auch immer. Und die Papierpreise werden teurer, die Druckpreise werden teurer. Also das ist effektiv effektiv eine Herausforderung, ja, aber ich glaub, das haben ja nicht nur wir, das haben eigentlich alle Medien. Alle traditionellen oder wie die Amerikaner sagen Legacy.

Nicoletta Cimmino:

Legacy Media, genau, haben haben das Problem. Ja.

Der stoische Pirat:

Mhm. Siehst Du eine Zukunft, dass man ganz vom Papier wegkommt bei den Zeitungen? Eben, Du hast gesagt, Druckkosten, der Versand Ja. Kosten, das ist ja enorm, oder? Ja.

Der stoische Pirat:

Dass man wirklich das einspart und immer mehr dann so auch eine Fusion macht aus den verschiedenen Ebenen, Radio, Video und das dann auf dem nur noch auf dem Internet zur Verfügung stellt.

Nicoletta Cimmino:

Also Papier wird sicher, in 20 Jahren wird es kaum mehr Printzeitungen mehr geben. Ich seh das ja bei mir, also wobei, das stimmt nicht, also unsere Zeitungen und die NCZ lese ich immer noch gedruckt, weil ich das einfach auch mag. Ich bin auch so aufgewachsen, aber meine sechzehnjährige Tochter, die informiert sich auf ihrem Handy. Das ist die die Realität und ich denke, das ist die Zukunft. Jetzt nicht morgen, auch nicht übermorgen, aber sicher in ein paar Jahren ist das so, ja.

Der stoische Pirat:

Ja. Weltweit, also wirklich weltweit, aber auch in der und auch in der Schweiz haben die Medien enorm an Vertrauen verloren. Mhm. Was ist schiefgegangen?

Nicoletta Cimmino:

Ich, wenn ich ganz ehrlich bin, ich hab manchmal das Gefühl, dieses dieser Vertrauensverlust, der ist da, aber ich glaube, er wird zum Teil auch noch zusätzlich heraufbeschworen von Leuten, die Interesse daran haben. Also Du hast vorhin die New York Times erwähnt, die hat das auch erlebt. Ich vertraue nach wie vor 1 New York Times mehr als 1 einzelnen Marke 1 Person, die mir die Welt erklärt, weil es in der New York Times trotzdem immer noch verschiedene Journalisten gibt, die vielleicht verschiedene Ansichten oder verschiedene Kolumnen Meinungen haben. Und ja, vielleicht haben wir wirklich zum Teil gesündigt, indem wir nicht gut zugehört haben, gewisse Sachen nicht zuhören wollten, nicht hören wollten, weil es uns nicht ins Weltbild passt, Aber dass der Vertrauenslust der Vertrauensverlust jetzt so riesig ist, dass man uns gar nicht mehr vertraut, das glaub ich nicht.

Der stoische Pirat:

Wobei, wenn man jetzt die USA anschaut oder wo man sagen muss, gerade wenn man's den Wahlkampf angeschaut hat, Ja. Die Medien haben keinen Einfluss und wenn, dann höchstens einen negativen Einfluss gehabt. Also ich meine, ich hab ja eine Studie gelesen, das haben sie 85 Prozent aller Artikel für waren pro Harris, also sie wurde sehr gut dargestellt. Bei Trump waren 90 Prozent negativ. Ja.

Der stoische Pirat:

Und dann Auch

Nicoletta Cimmino:

in der Schweiz so.

Der stoische Pirat:

Genau, auch in der Schweiz, also zum Teil für mich hanebüchen zum Teil, wie das in der Schweiz dargestellt wurde. Negativ, auch schon die Wortwahl.

Nicoletta Cimmino:

Auch die Wildwahl.

Der stoische Pirat:

Die Wildwahl, genau. Ja. Und hat das nicht schon auch damit zu tun eben, dass man hier diesen Vertrauensverlust wirklich halt auch selbst schaut. Ist wirklich auch also

Nicoletta Cimmino:

Ja, ja, also Du hast es ja angesprochen, in den USA hat man das auch gesehen, dass zum Beispiel eigentlich 2 große Podcasts eine enorme Rolle gespielt haben, nämlich Joe Rogan und eine junge Frau, die ich jetzt leider vergessen habe, die auch beide Präsidentschaftskandidatinnenkandidaten eingeladen hat und eben die die die traditionellen Medien effektiv weniger eine Rolle gespielt haben. Und ich glaube, das ist übrigens ein Trend, der auch langsam, es geht ja immer 'n bisschen länger, bis er dann bei uns landet, der auch bei uns immer stärker wird, dass es eben mehr Einzelmarken oder kleinere, neue Medienhäuser oder Organisationen gibt, die die den Ton angeben. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es immer eine gute Idee ist. Also ich ich bin immer noch überzeugt, dass es auch in großen Medienhäusern effektiv ganz viel Kompetenz gibt und viel Know how und Erfahrung, die vielleicht gewisse Dinge auch historisch noch betrachten und einordnen können. Ich seh das ein bisschen weniger kritisch als

Der stoische Pirat:

Okay. Aber jetzt haben wir ja auch gehört, jetzt haben wir mit dem Dodge, ja, mit Elon Musk da alles kontrolliert. Und jetzt haben wir das USAID angeschaut und jetzt kommt da aus, dass die Amerikaner über die USAID Millionen Beträge mit Millionenbeträgen Journalisten weltweit finanziert haben und auch Medienhäuser finanziert haben. Und das alles natürlich Medienhäuser waren, die also die ein gewisses Weltbild haben. Was sagst Du dazu?

Nicoletta Cimmino:

Ich ich kenne die Geschichte ehrlich gesagt zu wenig, als dass ich da jetzt eine qualifizierte Meinung oder ein ein qualifiziertes Fazit dazu sagen geben könnte. Es ist ja nicht nur in den USA so, dass Journalisten zwar nicht von der Regierung, aber halt bei Organisationen auch eingespannt werden für für ihre Zwecke oder aber was ich noch fast mit mehr Besorgnis sehe, ist, dass die Kommunikationsstellen sowohl bei Organisationen wie bei Firmen immer wieder größer werden und gleichzeitig es immer weniger Journalisten gibt auf der anderen Seite, also ja. Aber

Der stoische Pirat:

aber gut, finde ich es nicht. Also wenn wenn wenn Staaten anfangen, Medien zu finanzieren, irgendwo ist oder die vierte Gewalt. Also wir brauchen doch die vierte Gewalt. Ich sag immer, eben die Medien müssen kritisch sein gegen Fragen gegen die, die an der Macht sind, egal wer jetzt an der Macht ist. Mhm.

Der stoische Pirat:

Ich erwarte auch von den Medien, dass dass man als Politiker kritisch hinterfragt wird, oder?

Nicoletta Cimmino:

Ja. Aber gell, wenn wir jetzt bei den USA sind oder, GDVEEEEEEEE. Sehr Ja. Rede gehalten in München, wo er quasi auf free speech appelliert hat und die hat ja für viel Aufregung gesorgt. Ich glaub, er hat auch ein paar Sachen gesagt, die wir einfach nicht hören wollen, aber die eigentlich sehr wohl so sind.

Nicoletta Cimmino:

Aber ich find's halt dann ein bisschen verlogen, wenn die die amerikanische Regierung im im Verkörperhut von von G-DayVant sagt, ja, Freecepeech ist so wichtig und in Europa ist es in Gefahr. Und gleichzeitig werden amerikanische Journalisten, die sich weigern, Golf of America zu sagen, sondern die immer noch Golf of Mexiko sagen, nicht mehr in den Newsroom gelassen werden, wie zum Beispiel AP. Leute, die kritische Fragen dem amerikanischen Präsidenten stellen, nicht mehr zugelassen werden bei den Pressekonferenzen und man dann sagt, ja, das ist ein Privileg, das muss man sich verdienen. Nein. Ich finde, ein der wichtigste Mensch der Welt muss es sich gefallen lassen, dass man sehr kritische Fragen stellt.

Nicoletta Cimmino:

Und da find ich's dann schon heuchlerisch, wenn genau diese Administration dann sagt, ja, Free speech ist in Europa in Gefahr, weil daheim ist es nicht besser.

Der stoische Pirat:

Okay, da einverstanden, also eben kritische Fragen, das das muss man zulassen. Dass AP immer noch Golf of Mexiko schreibt, finde ich jetzt nicht kritisch, sondern das ist einfach eine ein, das ist wieder Meinung. Man will es nicht wahrhaben.

Nicoletta Cimmino:

Nein, aber warum ist es denn jetzt plötzlich der Golf of America? Ich versteh's nicht. Auf all meinen Landkarten war's immer der Golf of Mexiko.

Der stoische Pirat:

Ist übrigens eine Geschichte, die schon in den Neunzigerjahren von den Demokraten gepusht wurde, ja. Also die Demokraten wollten schon, dass den den Namenswechsel

Nicoletta Cimmino:

Interessant, das wusst ich nicht.

Der stoische Pirat:

Doch, das ist der, wie heißt das, Steve Holland, der demokratische Senator aus Mississippi hatte diese Idee schon in den Neunzigerjahren. Aber einfach auch hier, find ich's auch Aber

Nicoletta Cimmino:

ist das jetzt wirklich der

Der stoische Pirat:

Nein, es ist es nicht. Aber wir haben in den letzten Jahren wurde alles umgenannt. Überall, wo irgendwie der der Südstaatenbürger irgendein Südstaatengeneral einen Namen gegeben hat, man ist umgetauft und da hat auch niemand etwas gesagt. Also ich find es auch, ich find es eigentlich, es ist überhaupt nicht wichtig, aber anscheinend doch und man hat's in den letzten Jahren auch gemacht, jede jedes Ford, also jeder Waffenplatz wurde umgetauscht in den USA mit irgendwelchen jetzt politisch korrekten Namen. Man hat es halt irgendwo auch, es ist ja ein so ein ein Spiel, jetzt hab ich das Gefühl.

Der stoische Pirat:

Also das ist

Nicoletta Cimmino:

Ja, einverstanden. Ich denk halt einfach, wenn Du eine Rede hältst und quasi uns vorwirfst, also uns, einfach Europa, hey, bei euch ist in Gefahr, was ja vielleicht sogar noch stimmt.

Der stoische Pirat:

Mhm.

Nicoletta Cimmino:

Aber bei dir daheim ist es nicht besser. Dann find ich's halt einfach problematisch.

Der stoische Pirat:

Ja. Du hast vorher die die Podcasts angesprochen, Joe Rogan. Theo Theo One hab ich sehr gut gefunden, dass wo wo der Trump bei ihm war oder Lex Freedoman. Was mich fasziniert ist, und wie siehst Du das? Und Du hast ja eben, Du hast eben auch schon 2019 mit, glaub ich, schon angefangen, Podcasts zu produzieren.

Der stoische Pirat:

Hierher ist es immer, haben mir die Leute immer gesagt, ja, die die die Leute wollen kurze Sachen konsumieren. Die haben eine Art Attention Span von 30 Sekunden, was auch immer, oder? Ja. Und die Jungen wollen gar nicht und so weiter. Und und jetzt plötzlich sehen wir ein Joe Rogan 3 fast 2 fast 3 Stunden hatte mit Trump gesprochen.

Der stoische Pirat:

Wir haben bei Theo Wan war er fast 2 Stunden, Lex Freedom und so weiter. Und was ich dort gesehen habe und das ist für mich eine der großen Stärken eben von Podcasts und auch langen Formaten, man hat man lernt die Person besser kennen. Mhm. Man hat das Gefühl, man ist bei ihnen im Studio. Und für mich machen die Legacy oder eben die traditionellen Medien oft mal einen einen Fehler, indem dass sie alles so kurz machen und dann nur gewisse Teile rausnehmen und ein ein grobes Bildzeichen.

Der stoische Pirat:

Mir persönlich ist es so gegangen, ich habe ich war 'n ich habe von Trump auch ein Bild gehabt jetzt zum Beispiel. Und dass ich ihn vor allem, was ich ihn bei Theo One gehört habe, hab ich gesagt, man, der der ist vulnerabel. Der ist menschlich. Der gibt Fehler zu. Er erzählt

Nicoletta Cimmino:

Was er sonst nicht so macht.

Der stoische Pirat:

Er erzählt über seinen Bruder, der sein Vorbild war, Alkoholiker. Und plötzlich hat man einen Mensch gespürt und dann hab ich gesagt, ja, ist es jetzt nicht halt auch eben die Schuld eben der Medien, die zum Teil eben ein Bild von ihm zeichnen wollten?

Nicoletta Cimmino:

Doch, ganz sicher. Und ich bin mit dir einig, dass in einem sehr langen Gespräch, es gibt übrigens auch so Formate bei NPR Terry Groves, die auch, würd ich jetzt sagen, eher auf der linken Seite steht. Die die die macht das schon sehr lange, schon 30 oder 40 Jahre und in Deutschland gibt es alles gesagt, wo man zum Teil stundenlang spricht. Das stimmt und ich glaube auch, dass das sehr wertvoll ist. Gleichzeitig ist das ja ein Gespräch und wenn wir aber gewisse politische Entscheide nachvollziehen können wollen, unter allen Perspektiven gesehen, ist es eben nicht genug.

Nicoletta Cimmino:

Mhm. Also Meinungen und persönliche Podcast, wie wir das jetzt machen, das ist sehr informativ, aber es ist nicht genug. Ich glaube, es braucht trotzdem auch noch die Leistung 1 Analyse, 1 kritischen Kommentars und ich bin mir sicher, wenn der, ich hab ich hab übrigens das Gespräch nicht gehört, dass Du jetzt erwähnt hast mit Trump, aber ich bin mir fast sicher, wenn der Journalist sehr, sehr kritisch gewesen wäre, dann wäre Trump nicht so offen gewesen. Also sehr wahrscheinlich fühlte er sich auch wohl. Das ist auch nicht schlecht, das ist ja gut.

Nicoletta Cimmino:

Es ist einfach nicht das ganze Bild, sondern es ist ein wohlwollendes Gespräch, wo sich jemand auch zeigen kann. Und das hat auch eine Qualität, aber sie es reicht nicht, oder? Mhm.

Der stoische Pirat:

Wie siehst Du die Bedeutung der Podcasts in der Zukunft in der Schweiz?

Nicoletta Cimmino:

Hey, also was Du vorhin gesagt hast, dass die Leute nicht mehr lange Sachen hören wollen, das glaub ich nicht. Ich glaube, gerade Podcasts eignen sich ja super für, was weiß ich, Spazieren, putzen, Autofahren. Ich glaub, der Hype, es gab ja, man hat ja vor ein paar Jahren hatte man das Gefühl, Podcast ist das Einzige. Das glaube ich nicht, aber es ist eine eine gute Weiterentwicklung des guten alten Radiogespräch des des intelligenten Radiogespräches, oder? Dem her glaube ich jetzt nicht, dass es da wieder weggeht, sondern das wird sich auch weiterentwickeln im Moment.

Nicoletta Cimmino:

Wir werden jetzt gefilmt, ist auch Audio bei Podcast wichtig. Ja, ich weiß nicht, wie sich das weiterentwickelt, aber das es ist gekommen, zu bleiben sicher so, ja.

Der stoische Pirat:

Du hast ja selber auch einen Podcast

Nicoletta Cimmino:

Mhm. Mit

Der stoische Pirat:

einem megacoolen Namen.

Nicoletta Cimmino:

Mhm.

Der stoische Pirat:

17 76. Ja, genau.

Nicoletta Cimmino:

Also zusammen mit Peter Mit

Der stoische Pirat:

Peter Rosling vom Blick oder ist der?

Nicoletta Cimmino:

Ringe.

Der stoische Pirat:

Ringje. Genau. Genau. Mit ihm zusammen, wo ich über Amerika berichtet. Ja.

Der stoische Pirat:

Also super Name. Ich muss sagen, wenn ich einen Podcast hätte über die USA 17 76, finde ich perfekt. Auch das Logo. Gefällt mir, das ihr habt. Und was mir auch gefallen hat, es lohnt sich wirklich auch, wenn man Amerika interessiert ist, dort reinzuhören.

Der stoische Pirat:

Weil ich hab zuerst gedacht, ja, jetzt ich geh mal drauf und dann hör ich wieder, das stammt das typische, wie die Schweizer die Amerikaner sehen und und so. Das sind Klischees und nein, dem ist nicht so, das ist wirklich toll. Unter anderem, aber ich habe ja eine Folge gehört, wo ich das, was sehr spannend war auch, wo ich das Begnadigungssystem Ja. Erläutert habt. Und also vielleicht zuerst mal, von wo kommt die Faszination für die USA?

Der stoische Pirat:

Also wieso machst Du das?

Nicoletta Cimmino:

Hey, ich weiß es nicht. Also Peter Hospli hat 12 Jahre in in New York gelebt, er war auch Korrespondent. Er kennt das Land wirklich noch viel besser als ich. Und ich hab es eben vielleicht bei dreiwöchigen Reportageaufenthalten oder so, hab ich dann Amerika kennengelernt. Ich war immer schon fasziniert von den USA.

Nicoletta Cimmino:

Ich hab auch, ich, wie soll ich sagen, meine Kultur, als ich ein Kind war, das waren die USA. Ich die Kinofilme, das war USA, Steven Spielberg, Scorsese, Copola. Ja, Disney. Also ich ich wurde, glaub ich, ein bisschen so sozialisiert und es interessiert mich. Ich find es auch ein Land, das eben an die Suche nach das Streben nach Glück glaubt.

Nicoletta Cimmino:

Ich meine, wenn ein Land in seiner Verfassung hat, dass es ein ein wichtiger Punkt ist, dass man nach Glück strebt. Ja, wie soll man das nicht toll finden, oder? Also so dieses Hoffnungsvolle, auch dass man Fehler machen kann, dass man scheitern darf und dann wieder aufsteht, das ist alles wirklich für mich einfach sehr fasziniert.

Der stoische Pirat:

Ja. Ja. Da geht es mir gleich. Das ist wunderschön, oder? Also das finde ich ganz toll.

Der stoische Pirat:

Und was ich auch spannend finde, ich hab's gesagt, ihr habt zum Beispiel das Begnadigungssystem angesprochen, was hier hier zu diskutieren gab auch. Dann etwas, was ich ganz interessant fand und das ist etwas, was ich jetzt eben sonst in den Medien eigentlich etwas vermisst habe, ist, ihr habt eine Folge gemacht, wo ihr darüber sprecht auch, dass man in der sozusagen in der Popkultur schon gespürt hat, dass ein ein Wandel im Zeitgeist

Nicoletta Cimmino:

in Zeitenwende.

Der stoische Pirat:

Wende stattfindet, weg, sag jetzt das, weg vom methodistisch bevormundenden Staat, wieder etwas hin eher zum liberalen Freiheitischen, dem dessen uramerikanischen hin. Und ich hab Don't anhand von der Fernsehserie Yellowstone

Nicoletta Cimmino:

Genau.

Der stoische Pirat:

Erklärt. Vielleicht sag ich's.

Nicoletta Cimmino:

Ja, also vielleicht muss ich dazu noch sagen, ich fand Yellowstone viel zu brutal. Ich fand Landman, das ist die Folgeserie eigentlich

Der stoische Pirat:

Die erwähnst Du dort auch.

Nicoletta Cimmino:

Genau, ist für mich fast besser verträglich. Aber Peter ist sehr Fan von Yellowstone. Er hat wirklich alle Folgen gesehen und ja, ich glaube, da spürt man einfach, was gerade passiert im Land oder was auch schon sich angebahnt hat und was dann schlussendlich wie kulminiert in der Wahl von von Donald Trump. Ich glaub, das kann man schon sagen, von der erneuten Wahl. Und wir haben, ja, wir haben dann darüber gesprochen, dass sich das in in in vielen Punkten irgendwie so an andeutet oder schon ein bisschen gezeigt hat.

Nicoletta Cimmino:

Und man sieht es jetzt fast ein bisschen wie eine Welle plötzlich, dass eben auch gewisse, wie soll ich sagen, Programme, die eigentlich Minderheiten fördern, umstritten sind jetzt in den USA oder dass man gewisse Sachen jetzt wieder sagen darf oder gewisse gewisses Essen wieder essen darf, ob ich das Ich find ja immer, das durfte man ja immer, ich find's immer lustig, wenn die Leute sagen, das darf man gar nicht mehr sagen und dann sagen sie's aber. Also ich glaube, so weit sind wir noch nicht in der Zensur. Und ich glaube, da hatte Peter einfach eine eine ein ein einen guten Instinkt, weil er das wie in Verbindung gebracht hat mit mit dem, was gerade politisch passiert, ja. Mhm.

Der stoische Pirat:

Welche anderen Netflixserien oder Paramount oder was sehen wir da, kannst Du uns empfehlen.

Nicoletta Cimmino:

Oh. Hau. Eine ganz alte, The West Wing. Ja. Die ist uralt.

Nicoletta Cimmino:

Das ist das ist ja eigentlich eine Serie, da geht es den West Wing, also den Präsidenten Barklett. Der wird gespielt von, ach, jetzt hab ich den Namen wieder vergessen, ein bekannter Schauspieler und mit seinem ganzen Starf, also die Pressesprecherin und der Berater und das ging über mehrere, ich glaube 5 oder 6 oder 7 Saisons und ich weiß noch, ich hab das geschaut, als ich hochschwanger war mit meiner Tochter und und das ist immer noch toll. Also das ist ein sehr intelligent geschrieben, witzig, nachdenklich. Man lernt auch sehr viel über die USA, aber es ist eben schon, glaube ich, 20 oder sogar Dreißigjährige. Es ist uralt.

Nicoletta Cimmino:

Und sonst weiß ich gar nicht, was könnte ich noch empfehlen? Eben Landman finde ich großartig, weil es auch die Ölindustrie gut zeigt. Ich habe sehr viel gelernt über die Öl und Industrie, die ja bei uns in ein bisschen in Verruf geraten ist. Ja. Genau, ja.

Der stoische Pirat:

Und Bücher? Worauf?

Nicoletta Cimmino:

Bücher? Ja, ich lese so viel. Ich könnte dir jetzt gar nicht sagen, was ich im Moment gerade empfehlen kann. Was lese ich jetzt gerade? Ein ein Buch, ein Altersbuch von Erica Young how to safe yourself, das ist ein uraltes Buch, aber das ist jetzt nicht, das ist ein Roman.

Nicoletta Cimmino:

Ja, das bin ich jetzt gerade am Lesen, aber ich könnte dir jetzt nicht gleich irgendwie eine eine Liste geben mit Sachen, die ich empfehlen kann, ja.

Der stoische Pirat:

Ja. Mhm. Kommen wir zurück zu den Medien noch einmal. Wir haben ja in dem letzten Jahr etwas, was aufgekommen sind, sind diese Faktenchecker. Ja.

Der stoische Pirat:

Was hältst Du von denen?

Nicoletta Cimmino:

Ich finde das gut. Ich ich finde es gut. Ich ich hab das vor allem im amerikanischen Wahlkampf gesehen, wo man ja wirklich auch gesehen hat, dass Trump sehr oft lügt. Das geht mir ein bisschen wie beim da, wie mit dem Datenjournalismus. Ich finde, es gut gibt's es, aber ich möchte jetzt nicht nur noch Faktencheck und Datenjournalismus konsumieren.

Nicoletta Cimmino:

Aber ich finde es gut, es es unterstreicht gewisse Sachen. Es hilft zu verstehen, es hilft einzuordnen. Und ich finde es vor allem wichtig, dass man gewisse, das ist eigentlich das Urgeschäft des Journalismus. Jemand behauptet etwas und ich checke, stimmt das oder stimmt es nicht? Mhm.

Der stoische Pirat:

Aber eben, Du sagst, es ist jetzt das Urgeschäft des Journalismus eigentlich, braucht es ja, die die Journalisten selbst sollten ja eben eben durch ihre korrekte Berichterstattung eben Fakten bringen. Und jetzt haben wir noch zusätzlich diese Faktencheckung

Nicoletta Cimmino:

Ja, und das wurde natürlich nötig, weil insbesondere Donald Trump, insbesondere in der ersten Zeit, in der ersten Amtszeit wahnsinnig viele Unwahrheiten erzählt hat und man irgendwie dachte, da muss man mal aufzeigen, was stimmt davon und was stimmt nicht.

Der stoische Pirat:

Also

Nicoletta Cimmino:

ich finde das nicht so verkehrt. Es soll dann einfach wirklich die Fakten gecheckt werden, ja?

Der stoische Pirat:

Genau. Also wir haben ja gerade gesehen, während Corona war es dann etwas problematisch, oder wenn man jetzt zum Beispiel die Geschichte mit, dass der Virus aus einem Labor kam und dann hieß es Faktenchecker, es stimmt alles nicht, oder? Und jetzt heute muss man sagen, es stimmt.

Nicoletta Cimmino:

Ja, wo aber wo hat denn ein Faktenchecker effektiv gesagt? Also ich ich hab das so nicht so erlebt. Ich aber vielleicht haben wir auch nicht das Gleiche konsumiert.

Der stoische Pirat:

Also es wurd ja sogar gesperrt, wenn man das geschrieben hat oder das

Nicoletta Cimmino:

Okay.

Der stoische Pirat:

Wurde sogar gelöscht oder Okay. Auf den sozialen Medien. Okay. Also meine meine Frage ist einfach dort, wo ich mir stelle, wieso ist ein Journalist der der bessere Faktenchecker oder kann mir sagen, was Fakten sind, als ich selber.

Nicoletta Cimmino:

Ja, weil es gewisse Fakten sind, die es gibt ja nicht Ich finde die das das Bomo der alternativen Wahrheit find ich schwierig. Es gibt gewisse Sachen, die sind, wie sie sind. Was soll ich sagen? Das das Wasser ist nass. 22 Grad sind 22 Grad und die Schweizer Grenze ist dort und dort.

Nicoletta Cimmino:

Also ich finde, es gibt ja schon gewisse Fakten, die man festhalten kann. Und dann gibt es andere Sachen, die sind vielleicht je nach Blickpunkt ganz anders. Das ist richtig, aber ich glaube, es ist wichtig, dass es auch ein ein ein eine, wie soll ich sagen, ein Bewusstsein dafür gibt, dass es Fakten gibt. Es gibt Sachen, die sind wissenschaftlich so. Ja.

Nicoletta Cimmino:

Oder? Ja. Und das find ich wichtig. Wie oft die dann vielleicht auch die Faktenchecker einen Bias haben oder halt dann bei beim Datenjournalismus gewisse Sachen beurteilt werden und gewisse nichts reingenommen werden, das kann ich nicht beurteilen. Aber ich denke, es gibt Fakten und die muss man respektieren.

Nicoletta Cimmino:

Ich finde, es gibt keine alternativen Fakten.

Der stoische Pirat:

Mhm.

Nicoletta Cimmino:

Es gibt Fakten.

Der stoische Pirat:

Genau. Eben, aber das, die müssen dann eben eben wirklich Fakten sein. Und das hab ich eben, da haben wir ja vorher schon etwas gesprochen. Wenn dann durch zu viel Bice reinkommt, dann werden dann plötzlich eben die Faktenchecker auch nicht, liefern dann vielleicht eben auch alternative Fakten, oder? Das ist für mich dann die Problematik.

Nicoletta Cimmino:

Bist denn Du, also hat hat sich dein Medienkonsum total verändert wegen Corona, oder?

Der stoische Pirat:

Ja, schon. Also nicht nur, also muss ich sagen, nicht, weil ich jetzt kein Vertrauen mehr hatte, sondern wesentlich war bei mir, was mich beeinflusst hat, war diese, jeden Tag haben wir eine schlimmere Nachricht. Oder irgendwo ist mehr immer mehr Leute sind angesteckt und so weiter. Und irgendwann muss ich sagen, ey, ich mach mir mein Leben selber, Du machst dich selber unglücklich, wenn Du nur noch diese dramatischen Zahlen und Meldungen hörst. Im Umfeld selber hatte ich nie etwas erlebt und irgendwie haben, ich muss ich mir sagen, ey, ich kann ja gar nichts, ich kann ja nichts, man kann ja nichts dagegen tun.

Der stoische Pirat:

Mhm. Also ich mach mir macht sich selber Sorgen, wo man selber gar keinen Einfluss mehr hat. Und ich da ich hatte das Gefühl, allein psychisch war diese Zeit für nicht ideal. Also dieses dieses ewige Negative und man man hört nur noch tot und die Welt, also es geht, alles geht unten und so weiter und immer hab ich gesagt, weißt Du, ich will's gar nicht mehr hören, weil jeden Tag kommt eine neue Schreckensmeldung.

Nicoletta Cimmino:

Das ist menschlich, aber Genau. Mhm. Das heißt ja nicht, dass man die Fakten nicht bringen soll, sondern wir müssen einfach einen Umgang finden, wie wir eben Medien konsumieren und wie wir auch für uns mal entscheiden, ich muss jetzt Abstand halten und ich schalte dann vielleicht morgen oder übermorgen wieder ein oder ich les dann morgen oder übermorgen wieder die Zeitung. Aber das ist ja nicht, wir müssen ja nicht Rücksicht darauf nehmen, wie es dir geht, psychologisch

Der stoische Pirat:

Nein, logisch.

Nicoletta Cimmino:

Du hörst Logisch.

Der stoische Pirat:

Und dann

Nicoletta Cimmino:

das ist in deiner Verantwortung, oder?

Der stoische Pirat:

Aber was ich natürlich schon, was man schon das Gefühl hat, vielleicht hast Du auch jetzt wieder eine Frage, deine Meinung dazu, oder? Diese die Problematik eben des Clickbait oder also je dramatischer das ist, desto ändert klickt man an und desto schlimmer erscheint es vielleicht schon vom Titel her. Man klickt es an und so, oh mein Gott. Und dann Und irgendwann ist das so wie eine Abwärtsspirale, wo man sagt, ist ja jeden Tag das Gleiche, eben noch etwas mehr Tote und noch etwas mehr, aber was was nützt mir diese Info?

Nicoletta Cimmino:

Mhm. Ja, ja, das ist eine berechtigte Frage. Und ich glaube, da gibt es aber auch nicht eine allgemeingültige Antwort, sondern da ist auch jeder für sich verantwortlich und ich glaube auch, dass es dir nicht immer ähnlich geht. Ich glaube, es gibt auch Phasen, wo Du das vielleicht auch besser einordnen kannst oder dich schützen kannst. Und dann gibt es, ich meine, die Pandemie war eine Ausnahmesituation und da wurden ganz viele Fehler gemacht.

Nicoletta Cimmino:

Man muss aber auch sagen, im Nachhinein ist man immer gescheit.

Der stoische Pirat:

Absolut.

Nicoletta Cimmino:

Immer. Und das wir haben ja, Du hast es noch nie erlebt, ich hab noch nie eine Pandemie erlebt, die Regierungen haben noch nie eine Pandemie und dass da vielleicht einige Sachen oder sicher einige Sachen falsch gelaufen sind. Ich glaube, so weit sind wir jetzt inzwischen alle, aber ich denke, ja, es war auch eine sehr außergewöhnliche Ja,

Der stoische Pirat:

absolut, absolut. Du hast zu Beginn des Gesprächs auch angesprochen, dass eben ein Thema, was dich beschäftigt, ist Israel, Mhm. Die Situation mit den Geiseln. Wie siehst Du dort die Medienberichterstattung? Also ich hab jetzt grade, ich glaub, es war eine eine Westschweizer Zeitung, eine größere, ich weiß aber nicht mehr, welches ist.

Der stoische Pirat:

Die hat vorgestern geschrieben. Die Palästinenser haben Gefangene freigelassen. Ja. Gefangenenaustausch, mein Gott, sind nicht Gefangene.

Nicoletta Cimmino:

Nein.

Der stoische Pirat:

Sind Geiseln. Es sind

Nicoletta Cimmino:

falsch, genau. Es gibt Geiseln auf der israelischen Seite und es gibt Gefangene oder oder Häftlinge auf der palästinensischen Seite. Und ich find Umgekehrt. Nein, die Geiseln waren ja israelisch.

Der stoische Pirat:

Ah, die also ja ja, die Oder? Genau, aber nicht auf der israelischen Seite.

Nicoletta Cimmino:

Nein, einfach die Israelis, die

Der stoische Pirat:

Sind geil.

Nicoletta Cimmino:

Am siebten Oktober festgehalten oder verschleppt wurden, sind Geiseln und Genau. Auf der anderen Seite, die Leute, die jetzt freigelassen werden in diesem Deal, sind nicht Geiseln, sondern gefangen.

Der stoische Pirat:

Gefangene, ja.

Nicoletta Cimmino:

Und Häftlinge, verurteilte Straftäter. Ja. Und ich finde, es ist sehr wichtig, dass man dies das Es ist wirklich, ich finde das extrem wichtig. Und ich glaube, wenn Du mich fragst, ich glaube, dass da ganz viel schiefläuft. Ja.

Nicoletta Cimmino:

Und ich glaube auch, dass aus irgendeinem Grund man sich man immer das Gefühl hat in dieser Frage, Israel ist stärker. Dabei ist ja jetzt in dieser Frage ist ja Israel wurde ja am siebten Oktober angegriffen. Ja. Und und da das bin ich manchmal sehr erstaunt, wie wie wie Baiers effektiv die Berichterstattung ist. Und eben wie zum Teil aus meinem Bekanntenkreis Leute gar nicht merken, hey, da läuft jetzt eine Geisel frei.

Nicoletta Cimmino:

Also da werden jetzt die israelischen Geiseln freigelassen und die sehen zum Teil aus wie nach dem Zweiten Weltkrieg, total ausgemergelt. Schreckens Schreckensgeschichten, die uns da erreichen. Immer noch eine eine Mutter mit 2 sehr kleinen Kindern, die man immer wo man immer noch nicht weiß, wo die sind und ich da frage ich mich schon, hey, wo bleibt da die Empörung und wo bleibt da auch das Entsetzen? Ich ich ich, das ist nirgends zu sehen und das macht mir schon zu, das gibt mir schon zu denken.

Der stoische Pirat:

Oder auch, wie die Geiseln vorgeführt werden.

Nicoletta Cimmino:

Absolut, ja.

Der stoische Pirat:

Also es ist ja unglaublich.

Nicoletta Cimmino:

Ja, sie werden freigelassen. Vor 2 Wochen ist ein Mann freigelassen worden, dem wurde die ganze Familie getötet und dann haben die, und das finde ich auch noch bemerkenswert, oder die die Hamas, die ist ja immer total vermummt. Ja. Also man sieht gar nicht, wer da ist, haben ihn dann gefragt, obwohl sie wissen, dass alle tot sind, auf was freust Du dich? Am meisten, wenn Du heimkommst und er war ahnungslos und hat gesagt, ich freu mich am meisten auf meine Kinder und auf meine Frau Und und man musste ihm dann, als er in Israel wieder war, sagen, deine Kinder und deine Frau sind ermordet worden.

Der stoische Pirat:

Ja. Was läuft hier schief? Eben, Du sagst es auch, diese Bias, wieso, wie's wie wieso ist das so in den Medien?

Nicoletta Cimmino:

Ich ich weiß es nicht. Ich ich weiß es nicht. Ich ich beobachte das auch. Vor ein paar Wochen hat, ich glaube, das war ein Leitartikel in der NZZ, die gerade dieses Thema sehr, sehr gut auch aufgegriffen hat. Warum sieht man diese Bilder nirgends von dieser von diesen Geiselfreilassungen?

Nicoletta Cimmino:

Warum warum ist das so ein so wenig ein Thema? Und ich ich ich weiß es ich weiß es nicht.

Der stoische Pirat:

Spaltung der Gesellschaft oder auch so ein Thema, wo man seit Jahren heißt, wir die Gesellschaft wird gespalten. Mhm. Findest Du das auch, dass wir eine gespaltene Gesellschaft haben? Und wenn ja, welche Rolle haben dabei die Medien gespielt, beziehungsweise was für eine Rolle können die Medien spielen, eben diese Spaltung vielleicht etwas zu verringern?

Nicoletta Cimmino:

Ich glaube nicht, dass wir eine Rolle spielen müssen. Wir müssen nicht Völkervereinigung machen, wir müssen so gut wie möglich unseren Job machen und bei der gespaltenen Gesellschaft bin ich mir ehrlich gesagt gar nicht so sicher, ob das wirklich so ist. Ich lasse mich gern 1 Besseren belehren, aber ich ich ich weiß nicht, ob das wirklich so ist oder ob's nicht immer schon so war. Also ich denke, es gab immer schon verschiedene Klassen. Es gab immer schon verschiedene Bevölkerungsgruppen, die vielleicht wenig miteinander zu tun hatten.

Nicoletta Cimmino:

Vielleicht ist einfach der öffentliche Diskurs kruder geworden. Man hört sich weniger zu. Man ist weniger bereit, vielleicht zuzuhören, wenn jemand eine andere Meinung hat. Es ist alles viel schneller. Es muss alles zugespitzt werden.

Nicoletta Cimmino:

Da haben wir vielleicht eine Verantwortung als Medien, aber ob jetzt die die Gesellschaft Ja, vielleicht unterschätze ich's, aber ich ich frag mich manchmal, stimmt das wirklich? Sind wir wirklich so gespalten? Ich weiß es nicht.

Der stoische Pirat:

Oder es ist auch wieder so, wie Du schon vorher mal gesagt hast, dass es vielleicht sogar Leute gibt, die wollen, dass die Gesellschaft gespalten ist.

Nicoletta Cimmino:

Oder die ein Interesse daran haben, dass dieses dieses Narrativ so hochgehalten wird oder von von von der gespaltenen Gesellschaft, weil natürlich eine eine geeinte oder eine einige Gesellschaft ist natürlich, wie soll ich sagen, da kann man auch nicht so abivo reinbringen, sondern ja, das braucht man dann gar nicht, oder? Mhm.

Der stoische Pirat:

Als Journalistin bist Du am Post der Zeit. Also Du's Und ich hab vorher gesagt, ihr habt in neuem Podcast eben auch diesen Post der Zeit, diese Zeitenwende gespürt. Ich weiß nicht, wir sind wir können nicht in in in, wir sind keine Vorher Wahrsager. Aber wenn Du jetzt trotzdem meine Vermutung abgibst, wie entwickelt sich entwickelt sich die nächsten Jahre? Bist Du positiv?

Der stoische Pirat:

Was glaubst Du, wie sich das entwickeln wird? Jetzt nehmen wir

Nicoletta Cimmino:

Meist jetzt die Medien oder die Gesellschaft?

Der stoische Pirat:

Gesellschaft, generell.

Nicoletta Cimmino:

Ich bin optimistisch. Ich ich ich bin optimistisch. Ich glaube auch, dass KI uns viele Sachen helfen wird. Wir müssen's einfach, wir müssen wir müssen vorsichtig sein, aber ich glaub, es ist eine Chance, gerade auch im medizinischen Bereich. Ja.

Nicoletta Cimmino:

Ich bin grundsätzlich optimistisch, was unsere Gesellschaft angeht und unser unsere Welt. Die Technologien werden immer besser. Ich glaube, wir werden auch immer bessere Technologien haben für für die Energieversorgung. Die Leute leben immer länger. Es gibt immer weniger tote Kinder oder oder Mütter, die bei der Geburt sterben.

Nicoletta Cimmino:

Es gibt immer weniger Leute, die Hunger haben. Wenn man das auf der großen Zeitachse anschaut, bin bin ich optimistisch.

Der stoische Pirat:

Also Du sagst jetzt vor allem den technologischen Fortschritt an positiv. Wie siehst Du die Gesellschaft jetzt aus von der Psyche her? Oder ich hab ja erst mal ein Buch gelesen, das heißt.

Nicoletta Cimmino:

Mhm.

Der stoische Pirat:

Und wo eine These aufstellt, dass eigentlich die wir zwar immer zivilisierter werden, aber immer unzufriedener und immer und immer mehr Probleme im vor allem psychischen Bereich auch kommen, also halt, dass das alles Zivilisationskrankheiten sind. Also wie glaubst Du, wird unsere Gesellschaft in der Zukunft glücklicher oder werden wir immer mehr Probleme haben?

Nicoletta Cimmino:

Ich frag mich manchmal, ob ob welcher Zusammenhang ist zwischen Reichtum und Wohlstand und und Glück und Unglück? Ich hab manchmal das Gefühl und das ist jetzt total ein blödes Klischee, aber in armen Ländern sind sie nicht unbedingt unglücklicher. Hey, ich weiß es nicht. Ich ich ich glaube, ich kann dir keine qualifizierte Antwort dazu geben. Ich bin weder ausgebildet, noch habe ich mich wissenschaftlich damit befasst.

Nicoletta Cimmino:

Wie gesagt, ich ich bin überzeugt oder ich bin Optimistin und ich glaube und ich glaube, es gibt auch immer so Pendelbewegungen oder jetzt geht's wieder her mehr zum Konservativen und dann kommt es wieder zurück in die Mitte und dann geht es geht es wieder in die andere Richtung. Das sind immer so Ausschlägezyklen. Ja. Aber ja, aber ich ich kann dir keine qualifizierte Antwort auf diese

Der stoische Pirat:

Aber grundsätzlich positiv. Ja. Okay. Wenn vielleicht, wenn jetzt Du einen die Macht hättest, etwas zu verändern, dass Du sofort verändern könntest oder Du hättest eine Fee, ein Gene oder was sagt man, einen der Badelhupe.

Nicoletta Cimmino:

Staub.

Der stoische Pirat:

Genau. Was würdest Du dir wünschen für uns, für unsere Gesellschaft, für dich? Oder was wär der erste Wunsch?

Nicoletta Cimmino:

Ich würde mir wünschen, dass niemand mehr an Hunger stirbt.

Der stoische Pirat:

Und glaubst Du, das können wir irgendwie erreichen?

Nicoletta Cimmino:

Ich glaube schon, ja, auch mit dem technologischen Fortschritt. Ja, ich glaube, das können wir erreichen.

Der stoische Pirat:

Ja. Mhm. Vielleicht zum Schluss noch 2 Fragen zu dir. Wenn Du, Du hast es angesprochen, vorher mal eben die Schwierigkeit im Lokaljournalismus, eben wenn man vielleicht jemanden kritisiert und dann diese dieses vielleicht direkte Feedback bekommt, aber jetzt generell Feedback. Also Du bist Du bist eine öffentliche Person, Du schreibst, ihr bekommt ja auch Lesebriefe, ihr bekommt Feedback.

Nicoletta Cimmino:

Natürlich.

Der stoische Pirat:

Wie gehst Du mit dem Also ich kann mir auch vorstellen, ich seh es ja selber bei mir oder so, wenn man irgendwo irgendwo öffentlich ist, dann hat man diese, ja. Ja. Und wie gehst Du mit Kritik und vor allem unschönen Kritik

Nicoletta Cimmino:

Hey, nicht immer gleich gut. Es kommt ein bisschen auf die persönliche Verfassung darauf an und wirklich auch auf die Tonalität. Ich finde kritisches Feedback auch hilfreich, aber wenn es dann so auf die persönliche Ebene geht, dann ist es manchmal sehr schmerzhaft, das muss ich zugeben. Und ich würde lügen, wenn mich das nie wirklich traurig macht auch oder wütend. Aber das ist halt der Preis, den man auch ein bisschen bezahlt und ich finde, wir müssen auch aufhören immer zu lamentieren.

Nicoletta Cimmino:

Wir sind halt als Journalisten sind wir halt auch ein bisschen exponiert. Wir wir teilen auch aus. Mhm. Und ich finde, dann muss man halt auch einstecken können und aber natürlich, das klappt nicht immer gleich gut. Also ich habe auch schon Feedback bekommen oder Feedback.

Nicoletta Cimmino:

Ich wurde auch schon als unfähig und dumm und was weiß ich, dargestellt und das ist natürlich etwas, das nicht immer spurlos an mir vorbeigeht. Ja. Klar, ich bin ein Mensch.

Der stoische Pirat:

Wenn Du zurück, wenn Du jetzt die Sechzehnjährige Nicot treffen würdest, Mhm. Was würdest Du ihr mit auf den Weg geben?

Nicoletta Cimmino:

Sie soll sie soll nicht Was würd ich hier sagen? Ich muss mir es kurz überlegen. Sie solle ruhig mehr an sich glauben. Ja. Ja.

Der stoische Pirat:

Heute glaubst Du an dich.

Nicoletta Cimmino:

Nicht immer, aber mit 50 Jahren oder fast 51, glaube ich, weiß ich, was ich kann und was ich nicht so gut kann, ja.

Der stoische Pirat:

Ja. Mhm. Wir haben relativ viel angesprochen. Gibt es irgendetwas, wo Du sagst, das möchte ich noch sagen oder das ist mir noch wichtig, dass ist das noch kommunizieren könnte?

Nicoletta Cimmino:

Vielleicht an die junge Menschen, weil der Journalismus wird oft auch immer so als serbende Branche dargestellt und wir haben ja effektiv auch Schwierigkeiten, aber ich finde, es ist immer noch der schönste Beruf, den es gibt, weil man so wie Du das jetzt auch machst, ganz viele Fragen stellen darf, Geschichten erzählen darf, Menschen treffen darf und ich hoffe, dass so viele junge Menschen wie möglich in diesen tollen, tollen Beruf kommen, weil wir brauchen Nachwuchs.

Der stoische Pirat:

Und wenn jetzt jemand das hört, darf ich dich kontaktieren Unbedingt. Wenn sie oder ihr Fragen hat?

Nicoletta Cimmino:

Unbedingt.

Der stoische Pirat:

Okay, also dann kann ich bei Gaßmann schauen und dann

Nicoletta Cimmino:

Absolut. Nicoletta Punkt Chemino at Gaßmann Punkt.

Der stoische Pirat:

Okay. Oder wenn man dich auch sonst Ja. Du machst Moderation, glaub auch oder so was Ja, ab und zu. Genau. So, wenn man

Nicoletta Cimmino:

Also man findet mich.

Der stoische Pirat:

Ich, okay. Ja. Man darf dich auch kontaktieren, wenn ich aus Keynote Speakering oder was auch immer oder

Nicoletta Cimmino:

Was auch immer, genau.

Der stoische Pirat:

Sehr gut. Ja. Also herzlichen Dank, ich glaube, dass Du gekommen bist. Herzlichen Dank, es hat mich gefreut. Ich wünsche dir natürlich alles Gute in deine Funktion als publizistische Leiterin.

Nicoletta Cimmino:

Danke.

Der stoische Pirat:

Dass ihr Erfolg habt mit euren Produkten. Und ich wünsche dir natürlich auch im Privaten alles Gute, viel Zufriedenheit. Und ja, dass es dir gut geht.

Nicoletta Cimmino:

Danke vielmals und gleichfalls.

Der stoische Pirat:

Herzlichen Dank. Danke. So, das war's von der heutigen Folge des stoischen Piraten. Wenn es euch gefallen hat, dann likt doch diese Sendung. Und wenn euch der Porscheische Pirat wirklich gut gefällt, dann gibt ihm eine Bewertung, wo immer ihr diesen hört oder schaut.

Der stoische Pirat:

Wenn ihr euch nicht gefällt, vergesst es mit der Bewertung. Also nur, wenn ihr eine 5 Sterne Bewertung geben könnt, dann bin ich sehr dankbar. Und an dieser Stelle auch, wenn ihr mich unterstützen wollt, dann könnt ihr das tun, indem ihr ihr in mir 1, 2 oder mehrere Kaffees auf WWW Punkt by meacafe dot com Slash Stoic Pirate sponsorst. An dieser Stelle herzlichen Dank an all jene, die das schon gemacht haben. Das motiviert enorm.

Der stoische Pirat:

So, that's it, bis zum nächsten Mal. Macht es gut. Bis bald.