Lucky Loser

Ist Sucht eine Entscheidung? Gabriel spricht mit dem Psychologen Kia, der drei Jahre in der Suchtberatung gearbeitet hat, über bewussten Genuss, Kontrollverlust, Disziplin und echte Verhaltensänderung. Außerdem geht es um Selbstoptimierung, Overthinking, Coaching, Psychotherapie, Beziehungen, Self-Help und gesellschaftliches Schwarz-Weiß-Denken.

Kia auf Instagram: https://www.instagram.com/kia.klartext/

What is Lucky Loser?

Lucky Loser ist ein Podcast über Ehrgeiz, Rückschläge und die Frage, wie man sich ein außergewöhnliches Leben aufbaut, ohne so zu tun, als hätte man alles im Griff. Gabs spricht mit Menschen, die etwas aufgebaut, riskiert oder wirklich verstanden haben – über Erfolg, Geld, Körper, Beziehungen, Sinn und das Chaos dazwischen. Ehrlich, neugierig, manchmal lustig, manchmal ernst.

Gabriel: Fangen wir mit einer einfachen Frage an. Ist Sucht eine Entscheidung?

Kia: Und

Kia: Sucht allgemein würde ich jetzt erstmal nicht sagen, dass es eine

Kia: Entscheidung ist, auch wenn es von außen vielleicht leicht so wirken kann.

Kia: Der Konsum in erster Instanz ist eine Entscheidung, was sich aber dann

Kia: daraus entwickelt, würde ich nicht sagen, dass dann noch viel

Kia: Bewusstsein im Spiel ist. Ich habe drei Jahre in der

Kia: Suchtberatung gearbeitet und ich habe immer mehr beobachtet, dass die

Kia: meisten Menschen, die abhängig sind, immer mehr Co -Pilote in ihrem eigenen

Kia: Leben werden.

Gabriel: Okay, also was mir gerade auffällt, wenn du es so sagst, heißt das,

Gabriel: dass vielleicht sogar eine Differenzierung zwischen übermäßigen

Gabriel: Konsum und Sucht auch die Frage ist, wie bewusst man die Dinge tut?

Kia: Absolut. Auch wir Psychologen, wir unterscheiden ja.

Kia: Wir unterscheiden zwischen schädlichem Gebrauch, ab wann besteht eine

Kia: Sucht. Und die grundsätzliche Frage, ich sehe das

Gabriel: Nein,

Kia: Ganze immer, weil ich systemischer Berater bin, nicht immer so

Kia: psychopathologisch, wie die meisten Psychologen das gerne haben wollen, aber

Kia: ab welchem Zeitpunkt hast du das

Kia: Gefühl oder die Realität, dass die Sucht irgendeinen Lebensbereich in deinem

Kia: Leben einen negativen Effekt darauf

Kia: hat? Und ab diesem Moment spielt es für mich dann in der Beratung

Kia: eine Rolle. Es gibt Menschen, die trinken ein Glas Wein über Jahrzehnte

Kia: und das muss keine Sucht sein. Das ist ja

Kia: auch dann in dem Sinne keine Sucht. Geht ja auch nach WHO, glaube

Kia: ich, ein Glas Wein, 0,3 oder so, als gesund. Die Frage ist

Kia: nämlich immer,

Gabriel: das ist mittlerweile nicht mehr so. Das ist geändert worden.

Kia: nicht mehr? Na siehst du, da bin ich,

Gabriel: Nicht mehr. Mittlerweile ist jeder Tropfen Alkohol ungesund.

Gabriel: Da bin ich ein bisschen mehr drinnen.

Gabriel: Aber diese Studie ist tatsächlich auch so gekommen, weil die Leute, die so

Gabriel: wenig Alkohol trinken, das in Gesellschaft machen.

Gabriel: Und deswegen der gesellschaftliche Aspekt wurde damals noch nicht

Gabriel: rausgerechnet. Und deswegen war eine Zeit lang Alkohol gesund.

Gabriel: Aber nicht wegen dem Alkohol, sondern wegen dem, was mit dem Alkohol

Gabriel: einhergegangen ist tatsächlich. Aber ich finde es trotzdem interessant, weil

Gabriel: ich gerade selber so zum Reflektieren anfange, weil ich teilweise gemerkt

Gabriel: habe, Snus habe ich dieses Jahr aufgehört.

Kia: ja,

Gabriel: Und ich habe dieses Jahr wieder angefangen wie ein Idiot und dann auch

Gabriel: wieder aufgehört.

Gabriel: Und da hatte ich das Gefühl, ein, zwei Snus am Tag habe ich

Gabriel: wirklich sehr gerne genommen. Die waren einfach so, die waren geil.

Gabriel: Das nach dem Aufstehen, das nach dem Essen. Das sind die zwei, die

Gabriel: wirklich sehr, sehr nett waren, fand ich.

Gabriel: Aber es gab dann auch einfach viele, die auf Autopilot passiert sind.

Gabriel: Und da habe ich immer, wenn ich Freunden von mir erklärt habe, ich

Gabriel: nehme das jetzt nicht aus der Sucht, aber die anderen nehme ich aus

Gabriel: der Sucht. Da habe ich so richtig in mir gewusst, was ich aus

Gabriel: Suchtverhalten mache und was ich nicht aus Suchtverhalten mache.

Gabriel: Wo eigentlich, vielleicht du verstehst das als Psychologe, aber meine Frau

Gabriel: hat gedacht, was auch immer mit dem los ist sozusagen.

Gabriel: Weil das so eine verrückte Aussage ist, dass man weiß, was man aus

Gabriel: welchem Hintergrund tut. Aber für mich war das so nicht so ein, ich

Gabriel: bullshitte jetzt, sondern für mich war es wirklich ganz klar in dem Moment

Gabriel: zu wissen, was ich aus welcher Handlung heraus tue in dem Moment.

Gabriel: Und ist das eine gute, also stimmt das, was ich da sage, oder

Kia: absolut.

Gabriel: bilde ich mir da was ein?

Kia: Also ich sehe das absolut genauso. Ich bin selber jemand, der

Kia: sein Leben auch gerne genießt. Ich bin jetzt nicht der klassische

Kia: Psychologe, der nur aus Büchern sein Leben irgendwie zitiert, sondern ich

Gabriel: Mhm.

Kia: lebe das Leben auch, ich genieße auch und ich konsumiere auch.

Kia: Und Konsum heißt für mich, dass man am Leben auch teilhat

Kia: und dass man entscheidet, welche Sachen will man auf sich nehmen.

Gabriel: Mhm.

Kia: Und für mich zum Beispiel, ich habe nie geraucht, habe dann irgendwann in

Kia: der Suchtberatung tatsächlich, weil man da mit Klienten geraucht hat, habe

Kia: ich angefangen mit denen zu rauchen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich dann

Gabriel: Mhm.

Kia: gemerkt habe, dass ich teilweise die Klienten dazu verleitet habe,

Kia: dass sie mit mir rauchen. Da habe ich gemerkt, okay, das ist jetzt

Kia: ein schlechtes Vorbild.

Gabriel: Okay, das ist krass. Aber das heißt, du hast das ausprobiert mit denen

Gabriel: zusammen, um es zu verstehen, oder wieso hast du mit denen geraucht?

Kia: Nee, es war eher, glaube ich, ein Zusammengehörigkeitsgefühl und man

Kia: entwickelt sich ja auch, man hat ja auch eine Bindung.

Gabriel: Mhm.

Kia: Ich glaube, das ist so einer der größten Prädiktoren für die

Kia: Verhaltensveränderung von Klienten, dass man eine gute Bindung aufbaut, weil

Kia: mit der Bindung Vertrauen einhergeht. Und wenn ich jetzt jedes Mal die Welt

Gabriel: Mhm.

Kia: des Klienten einfach nur von vornherein ablehne, dann ist es schwieriger,

Kia: Vertrauen aufzubauen. Ich rate jetzt nicht natürlich, dass jeder Psychologe

Gabriel: Mhm.

Kia: mit seinen Klienten rauchen soll. Ich sage ja, es war von mir keine

Kia: gute, klare L... Das natürlich auch nicht. Nee.

Gabriel: Lieber Heroin nehmen.

Kia: Nee, aber ich bin schon jemand, der sehr gerne auch mal ins System

Gabriel: Mhm.

Kia: meines Klienten mit eintaucht, gedanklich dann meistens besser.

Gabriel: Mhm.

Kia: Und ich habe für mich selber auch entdeckt, ich bin jetzt kein Raucher,

Kia: ich rauche nicht. Aber es gibt Momente im Urlaub, wenn ich am Strand

Kia: bin, dass ich mir eine bewusste Zigarette gönne.

Kia: Oder wenn ich auf Reisen in Thailand war und einen Bergerklumme habe, dann

Kia: habe ich ganz oben auf dem Berg mit dieser Ansicht habe ich mir

Kia: eine Zigarette gegönnt. Und das sind so Momente, wo ich sage, das ist...

Gabriel: Ja, bei mir war Thailand ganz schlimm. Da muss ich ehrlich sagen, bei

Gabriel: mir ist das komplett entglitten. Ich war irgendwann, also ich war jetzt vor

Gabriel: drei Jahren dort, und dann war ich dann auf zwei Packungen Zigaretten am

Gabriel: Tag, weil die einfach diese Metholzigaretten hat.

Kia: Ja, exakt.

Gabriel: Also ich bin leider oft so, dass es mir dann halt einfach entgleitet

Gabriel: und dann kann ich es aber wieder einfangen. Aber das, was du gerade

Gabriel: sagst, dann bergoben, ja, ich kann mich noch erinnern, komplett tot oben

Gabriel: angekommen, weil die Lunge schon absolut gefickt war nach zwei, drei Monaten

Gabriel: nach Asien. Und dann trotzdem oben wieder eine Zigarette angezogen.

Gabriel: Diese Zigarette kenne ich, die ist aber auch, die ist wieder dann eine,

Gabriel: wo ich auch damals gewusst habe, die raue ich gerade gerne.

Kia: Genau darum geht es, ne?

Gabriel: Aber finde ich cool, wie du es siehst, ja. Weil ich finde, dieses

Kia: Ja, Bewusstsein zu schaffen ist entscheidend.

Gabriel: Jahr,

Gabriel: ich habe auch schon Leute hier gehabt, die dann halt so mehr unternehmerisch

Gabriel: und so High -Performer -mäßig geredet haben, was ich gut finde, was mich

Gabriel: sehr interessiert, die aber nicht meinen Weg mit Alkohol und

Gabriel: Zigaretten und Dingen, die Spaß machen, gehen, weil ich mir oft denke,

Gabriel: man sollte natürlich,

Gabriel: wenn man Ziel erreichen will, alles dafür tun.

Gabriel: Also man muss Disziplin haben und was auch immer.

Gabriel: Zum Beispiel, ich fiel im letzten Jahr wieder 15 Kilo abgenommen.

Gabriel: Es ist nicht schwierig, man muss es halt einfach nur durchziehen.

Gabriel: Und es ist wirklich super, super easy. Ich habe die Jahre davor halt

Gabriel: einfach weniger trainiert, mehr gegessen. Okay, dann sammelt sich halt

Gabriel: irgendwann einmal ein bisschen Speck. Jetzt habe ich komplett durchgezogen.

Gabriel: Boom.

Gabriel: Aber in diesem Jahr habe ich trotzdem immer mal wieder Pausen gemacht, habe

Gabriel: immer mal wieder das Leben genossen. Und das sehe ich mittlerweile

Gabriel: sozusagen, dass viele Leute von diesem,

Gabriel: sie machen Party und geben Vorgaben und keine Ahnung was extrem zu, ich

Gabriel: trinke nie wieder Alkohol und das ist alles nur schlecht extrem.

Gabriel: Und das finde ich schon schade. Deswegen finde ich es cool, wie du

Gabriel: das beschreibst, weil genau das ist das, was ich auch für mich lernen

Gabriel: möchte, beziehungsweise auch gelernt habe, aber so noch präziser

Gabriel: herausleiten können möchte, wie oft kann man sich was gönnen in dem

Gabriel: Fall, wie oft, weil wo sind die Grenzen?

Gabriel: Da bin ich aktuell sehr viel am Nachdenken.

Kia: Nachdenken ist schon mal der erste gute Schritt.

Kia: Danach kommt die Umsetzung. Wissen ohne Handlung ist wertlos,

Gabriel: Das

Kia: langfristig. Was heißt das konkret? Das heißt, dass wenn du

Gabriel: stimmt, das stimmt.

Kia: dir Gedanken darüber machst, wie viel Konsum in meinem Alltag finde ich

Kia: noch akzeptabel, dann schreibst du dir einen Plan auf.

Kia: Und dann hältst du dich an diesem Plan. Und dann kannst du dir

Kia: sagen, okay, es gibt bestimmte Snus, Zigaretten oder sonstigen,

Kia: ein Bierchen irgendwie am Fluss oder am Wasser,

Kia: ja, das gönne ich mir, dann, dann, dann. Und dann versuchst du so

Kia: nah wie möglich an deinem Ideal zu leben. Und zwar in einer

Kia: Balance. Weil die Seite, die du mir da beschreibst von wegen dieses

Kia: radikal gesund sein und immer nur straight für seine Ziele zu

Kia: arbeiten, da fehlt mir Flexibilität für die eigene

Kia: Identität. Denn wir Menschen, wir sind nicht nur dafür geschaffen,

Kia: Verantwortung zu übernehmen und Ziele zu erreichen, sondern wir können der

Kia: ganzen Sache auch nicht nur Bedeutung darin geben, sondern auch Genuss

Kia: empfinden. Wir dürfen das Leben genießen. Und da sind wir

Kia: unterschiedlich. Und da müssen wir auf uns selber achten und nicht auf

Gabriel: Ja,

Kia: andere Menschen und was sie für richtig halten oder für falsch.

Kia: Jeder Mensch genießt andere Sachen. Die Frage ist halt nur, und das kann

Kia: dir keiner vorleben, wie viel davon kannst du in deinem Alltag, wie viel

Kia: Ressourcen hast du, wie viel Resilienz hast du zu sagen, ich trinke mal

Kia: ein Bier die Woche. Oder wenn es dann wieder ganz schnell

Kia: zwei oder drei.

Gabriel: finde ich legitim. Also für mich ist zum Beispiel halt einfach die

Gabriel: Schwierigkeit, wie oft möchte ich es eben machen, weil ich weiß, das Ideal

Gabriel: ist kein Alkohol, ist besser als Alkohol für rein gesundheitlich, für Sport

Gabriel: und so weiter.

Gabriel: Und mir hat auch in meinem Leben so ein Bier auch noch nie

Gabriel: wirklich Freude gemacht. Bei mir ist wenn, mache ich gern Party, aber

Gabriel: einfach so Genuss, ja, vielleicht ein Glas Wein oder so zum Essen, das

Gabriel: ist noch eher was, was ich mir einreibe, aber einfach so ein Bier,

Gabriel: da kann ich auch ein alkoholfreies Bier trinken.

Gabriel: So, das, das, da gibt mir tatsächlich keinen Unterschied.

Gabriel: Und deswegen finde ich es sehr schwer, auch herauszufinden, wo sind dann

Gabriel: auch die, die Sachen, wo, wo man sagt, hey, da mache ich jetzt

Gabriel: eine Ausnahme, also zum Beispiel Snus, weiß ich, es entgleitet mir dann

Gabriel: halt auch immer. Wenn ich dann sage, hey, eins am Tag ist okay,

Gabriel: das bleibt dann nicht bei einem am Tag. Und solche Sachen.

Gabriel: Und mit Alkohol, ich mache es so, dass ich sage, ich trinke halt

Gabriel: eher so,

Gabriel: jetzt über den Sommer ist es vielleicht zweimal im Monat und sonst über

Gabriel: das Jahr im Schnitt, also es gibt auch Monate, wo ich im Monat

Gabriel: gar nichts trinke und dann vielleicht zweimal, aber so im Schnitt würde ich

Gabriel: sagen, ohne den Sommer einmal im Monat aktuell.

Kia: Und du

Gabriel: Und das finde ich ist ganz okay, aber es ist trotzdem irgendwie

Gabriel: so, es fühlt sich unflexibel an, trotzdem. Also ich fühle mich, ich bin

Gabriel: noch nicht ganz happy damit.

Kia: fühlst dich nicht happy damit.

Gabriel: Ja, weil ich irgendwie in so einem Zwiespalt bin von meinem Umfeld

Gabriel: und aller Leute rundherum, die trinken halt einfach, wenn sie Bock haben.

Gabriel: Ob das jetzt viel ist oder wenig, machen sich weniger Gedanken drüber.

Gabriel: Und die Leute, die aber sich viele Gedanken drüber machen, die trinken gar

Gabriel: nichts. Das heißt, da ist vielleicht so ein bisschen ein nicht vorhandenes

Gabriel: Zugehörigkeitsgefühl.

Kia: Stark.

Gabriel: Das wäre jetzt,

Kia: Das heißt, was wäre denn der Schlüssel für dich oder dein Ideal, was

Kia: erstrebenswert wäre?

Gabriel: ich glaube,

Gabriel: ideal wäre einfach,

Gabriel: boah, das ist echt schwer zu sagen, ich glaube, ideal wäre halt einfach,

Gabriel: die Sachen tun zu können und nicht mehr drüber nachdenken zu müssen, eine

Gabriel: Lösung gefunden zu haben. Egal, wie die Lösung aussieht.

Gabriel: Also theoretisch könnte ich jetzt einfach irgendwas sagen, einmal im Monat,

Gabriel: gar nicht mehr oder jeden Tag, wäre besser als dieses Überlegen.

Gabriel: Überlegen.

Kia: Aber das gehört doch zum Leben dazu, dass man

Kia: plant und dass man Konsequenzen davon trägt. Ich meine, wie geht es dir

Kia: denn jedes Mal, wenn du dann trinkst und sagst, okay, ich sitze jetzt

Kia: einmal ein paar Monate, ich gehe jetzt raus, ich trinke.

Kia: Du hast gesagt, so ein Bier ist nichts für dich.

Kia: Du trinkst dann sehr viel, ne?

Gabriel: Ja, ich trinke, wenn, wenn gern viel. Also entweder, also so ganz oder

Gabriel: gar nicht, das bin ich halt einfach schon immer gewesen.

Gabriel: Und da muss ich sagen, seitdem ich weniger trinke, wache

Kia: Ja.

Gabriel: ich am nächsten Tag auf und denke mir, zu 80 Prozent,

Gabriel: fuck, das war richtig geil, ich habe wieder Bock drauf.

Gabriel: Damals, als ich Viehparty gemacht habe, bin ich mir am nächsten Tag

Gabriel: aufgewacht, habe mein Leben gehasst, ist geisteskrank Kater

Gabriel: und bin am gleichen Tag, dann machen wir nochmal saufen.

Gabriel: Und jetzt ist es so, ich habe irgendwie eine Katerresilienz, so gestern

Gabriel: auch, ich war am Freitag, weil so ein Kirtag gewendet ist, wie ich

Gabriel: dir erzählt habe,

Gabriel: war jetzt nicht mein bester Tag, aber früher wäre ich tot gewesen,

Gabriel: also ich komme viel besser dem zurecht, weil ich glaube auch,

Gabriel: mehr eine Resilienz gegenüber dem Kater habe, weil ich mein Leben sonst

Gabriel: besser im Griff habe als früher und dadurch, ich weiß nicht, ob du

Gabriel: das kennst oder vom Klienten, wenn du Alkohol trinkst, ich habe das vor

Gabriel: allem in Phasen, wo es mir nicht so gut ging, psychisch gemerkt, dass

Gabriel: ich dann sehr fragil war für negative Gedanken, für depressive

Gabriel: Gedanken, für Anxiety, dass das sozusagen im Kater -Zustand dir

Gabriel: teilweise noch einmal den Kater so viel schlimmer gemacht hat, weil du

Gabriel: emotional gelitten hast, weil einfach die Resilienz gegenüber

Gabriel: den schlechten Gedanken, den man ja auch hat, weniger war und mittlerweile

Gabriel: stört mich das gar nicht, dann kann ich jetzt was trinken, denke mir,

Gabriel: oh, was war das, was war das oder dann kommt irgendwie ein Gedanke

Gabriel: des Scheiterns oder der Angst und ich kann es wegwischen und das zermürbt

Gabriel: mich nicht mehr und deswegen ist für mich mittlerweile, wenn ich ab und

Gabriel: zu was trinke, überhaupt kein Problem am nächsten Tag.

Kia: Das heißt für dich, du hast dir da deine Balance gefunden in der

Kia: Frequenz, die für dich funktioniert. Und das ist ja erstmal was Gutes.

Kia: Und

Gabriel: Also eigentlich lerne ich jetzt gerade mit dir in der Reflexion, einmal im

Gabriel: Monat was trinken und dann so viel ich möchte, ist der Move.

Kia: wenn du damit am besten fährst, dann wüsste ich nicht, was dagegen spricht

Kia: in deiner derzeitigen Lebenssituation. Wenn es Sachen behindert

Gabriel: Ja, natürlich.

Kia: oder wenn du dadurch Sachen verlierst oder andere Lebensbereiche

Kia: dadurch ins Wanken geraten, Beziehungen, wirtschaftliches, finanzielles

Kia: oder sonstiges, Gesundheit, dann kann man darüber sprechen.

Kia: Aber genau darum geht es mir, wenn ich dir sage, jeder Mensch muss

Kia: für sich selber die Balance im Leben finden.

Kia: Jeder Mensch kann sie anders handeln. Jeder Mensch ist unterschiedlich

Kia: resilient.

Kia: Und das kann niemand, es gibt keine pauschale Regel, jeder

Kia: Mensch sollte so und so viel konsumieren, trinken oder Spaß im Leben haben.

Gabriel: Das Einzige, wo ich da dagegenhalten will bei dieser Aussage ist, es gibt

Gabriel: ja auch einfach High -Performing -Alkoholiker. Es gibt ja Leute, also ich

Gabriel: könnte, wenn ich jetzt gerade diese Podcast -Folge komplett betrunken machen

Gabriel: könnte, würde ich seitdem so ein bisschen widersprechen, dass es mir nicht

Gabriel: schadet.

Kia: Ich würde mir sagen, also wenn du jetzt wirklich betrunken wärst in diesem

Kia: Podcast, dann würde ich mich halt fragen, was dazu geführt hat.

Kia: Und ob das eigentlich der Zustand ist, wie du in einem Podcast auftreten

Kia: möchtest. Die Frage ist, was

Gabriel: Wäre es definitiv nicht, aber ich denke mir so, es gibt ja so

Gabriel: Leute, die ich kenne, Geschichten von Leuten, die gehen betrunken arbeiten

Gabriel: und sind sehr erfolgreich in ihrem Job.

Kia: das täuscht, weil ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass diese

Kia: Dinge vielleicht paar Wochen, Monate, manchmal sogar Jahre gut gehen, aber

Kia: niemals langfristig. Langfristig leidet das System immer mit,

Kia: wenn man eine Sucht mit sich trägt. Immer. Ob das jetzt

Kia: Familienmitglieder sind, ob es die eigene Gesundheit ist.

Kia: Es kommen ja auch kommorbide Störungen dazu. Also meistens ist es ja nicht

Kia: nur eine so. Kommorbide Störungen sind Störungen, die additiv also

Gabriel: Was heißt Commobit nochmal?

Kia: dazukommen. Zum Beispiel jemand mit einer Depression kann gleichzeitig auch

Kia: Alkoholiker sein. Oder jemand mit einer Angststörung kann gleichzeitig auch

Kia: Drogen erkrankt sein. Und mit einer

Kia: Alkoholsucht ist es dann nicht getan. Dann können

Kia: andere Sachen mit hineinspielen und kommorbide Störungen auftauchen.

Kia: Also

Gabriel: Wo würdest du dann eigentlich

Gabriel: Sucht allgemeiner nochmal definieren? Ich weiß nicht, ob wir das vorher

Gabriel: schon betreten, aber jetzt nochmal so, würde mich interessieren, ab wann ist

Gabriel: jemand dann wirklich süchtig und ab wann ist es einfach nur erhöhter Konsum?

Gabriel: Also ist da wirklich, wie ich vorher dann gesagt habe, die Frage des

Gabriel: Bewusstseins, weil du kannst ja trotzdem bewusst gerne jeden Tag ein Glas

Gabriel: Wein trinken und kein Problem im Leben haben, aber wenn du es nicht

Gabriel: hast, belastet es dich extrem und das wäre ja dann theoretisch auch süchtig

Gabriel: oder nicht? Das finde ich zum Beispiel spannend da zu sagen, wo wäre

Gabriel: denn dann, wäre so eine Definition, die du jetzt geben könntest, ab wann

Gabriel: ist jemand süchtig?

Kia: ich muss per se sagen, dass ich die Definition nach ICD -11 gar

Kia: nicht mehr genau weiß.

Kia: So wie ich es hier im Kopf hatte, waren es bestimmte, also bei

Kia: bestimmten Substanzen geht es sehr viel schneller mit Süchten einher.

Kia: Und man muss Entzugssymptomatik haben.

Kia: Hast du bei Rauchen ja sehr schnell diese Nikotinabhängigkeit

Kia: oder Resilienzaufbau. Wenn du viel trinkst, hast du irgendwann

Kia: kein Kater mehr. Das sind auch Anzeichen für eine Entwickelung.

Gabriel: Bei mir ist es umgekehrt.

Gabriel: Vielleicht bin ich süchtig, danach kein Alkohol zu trinken, weil mir ist es

Gabriel: tatsächlich umgekehrt. Ich finde es sehr schräg.

Kia: Okay, aber das ist doch was Gutes. Aber grundsätzlich, wie ich gesagt habe,

Gabriel: Definitiv.

Kia: für mich persönlich und das jetzt nicht die laufende gängige Definition

Kia: ist es, für mich ist es eine Sucht, wenn

Kia: ein Lebensbereich, ein anderer Lebensbereich dadurch mit ins

Kia: Wanken gerät. Und zwar wiederkehrend. Also wenn ein Muster sich daraus

Kia: bildet. Immer weil du trinkst, habt ihr am Sonntag Streit mit deiner

Kia: Partnerin, weil die sich darüber aufregt, dass du sonntags den ganzen Tag

Kia: durchhängst. Dann kann man schon von Sucht sprechen.

Gabriel: Also sozusagen,

Gabriel: erhöhter Streit mit der Partnerin, weil man einen Tag verkatert ist, ist so

Gabriel: eine Art Sucht.

Kia: Naja, wenn das jeden Samstag ist oder jeden zweiten Samstag, dann sehe ich

Gabriel: Mhm.

Kia: dahinter schon ein Muster.

Gabriel: Und wenn sie mittrinkt und auch verkatert ist, dann ist es keine Sucht.

Kia: Dann sind beide süchtig.

Gabriel: Auch gut, auch gut.

Kia: Nee, also dann kannst du ja andere Lebensbereiche einschneiden.

Kia: Dann kommen wir wieder zu dem Punkt, ab wann ist die Gesundheit mit

Gabriel: Mhm.

Kia: Leidenschaft gezogen? Ab wann finanziell ist,

Kia: wirtschaftlich ist, psychologisch. Und ab wann hat man

Kia: Entzugssymptomatik? Wann wird ein Feierabend wie normal?

Gabriel: True. Aber du gerade sagst auch, Gesundheit, ich finde zum Beispiel den

Gabriel: Faktor Sport.

Gabriel: Ich bin jetzt nicht sportsüchtig, würde ich definitiv nicht, also ich bin

Gabriel: diszipliniert, ich ziehe es durch, aber es ist jetzt nicht so, dass ich

Gabriel: sage, oh mein Gott, wenn ich jetzt nicht mehr trainieren müsste, so oft,

Gabriel: dann würde ich noch immer trainieren, weil es mir Spaß macht, aber ich

Gabriel: würde öfter mal ein Training auslasten, sozusagen, wenn es nicht zu wichtig

Gabriel: wäre.

Gabriel: Gleichzeitig mache ich ja auch Sport mit dem vollen Bewusstsein, dass ich

Gabriel: mich im Fitnessstudio verletzen kann. Das heißt, ich tue ja etwas mit und

Gabriel: nehme im Kauf, mich zu verletzen, weil er ja auch sozusagen dann eigentlich

Gabriel: eher ein Verhalten von jemandem, der süchtig ist, der seine Gesundheit

Gabriel: absichtlich gefährdet. obwohl man gleichzeitig sehr viele gesundheitliche

Gabriel: Benefits hat, darüber um zu gehen, aber trotzdem so vom Gedankengang finde

Gabriel: ich das schon ganz spannend.

Kia: Also ich stehe da ganz kurz auf dem Schlauch, muss ich sagen.

Kia: Welche Art von Sport machst du im Gym, dass du dich dabei verletzen

Gabriel: Okay.

Kia: kannst?

Gabriel: Indem man einfach mit Gewicht an seine Grenzen geht, ich hatte schon mal

Gabriel: einen Bandscheibenfall im Nacken, ich habe mir schon mal das Schienbein, das

Gabriel: Schienbein, das Schienbein, das Kniescheibe ausgekugelt, was dann teilweise

Gabriel: von zu viel Gewicht benutzen oder schlechte Form am Anfang meiner

Gabriel: Trainingskarriere. Also sozusagen, Leute, die halt Kraftsport machen, du

Gabriel: kannst dich dabei halt einfach verletzen, weil du zum Beispiel auch über

Gabriel: längere Zeit mit zu viel Gewicht trainierst, es gibt ja Leute, die sind

Gabriel: Probi -Bodybuilder und deren Reiß dann mal der Bizepsmuskel.

Gabriel: Also wenn du wirklich an die Grenzen gehst, dann kannst du dich dabei

Gabriel: verletzen, so wie jetzt, du hast vielleicht miterlebt den Last -Zoll

Gabriel: -Ultramarathon, der da war, die laufen ja auch und nehmen dann Ioprofen

Gabriel: oder so weiter, teilweise beim Laufen, um über die Schmerzen weiter zu

Gabriel: trainieren. Also wenn du halt so an die Grenzen gehst im Sport, dann

Gabriel: so, Fußballer geht auch damit, dass er sich irgendwie verletzen kann.

Gabriel: Das gehört ja bis zum Gewissen gerade dazu.

Kia: Okay, aber das ist ja nicht die Intention, warum du zum Sport gehst.

Kia: Das Gegenteil ist ja der Fall. Du gehst ja zum Sport, weil du

Gabriel: Mhm.

Kia: ja eigentlich gesünder sein willst, weil du dich eigentlich besser fühlen

Gabriel: Mhm.

Kia: willst. Du willst ja eigentlich ein besseres Körpergefühl.

Kia: Das ist quasi ein Kollateralschaden. Es kann immer was schief

Gabriel: Mhm.

Gabriel: Mhm.

Kia: gehen. Die Frage ist ja dann, wieso Menschen so trainieren.

Kia: Wieso sind deren Vorbilder High Performer oder Leute, die wie ein Adasachi

Kia: irgendwie 600 Kilometer laufen. Das braucht kein Mensch.

Kia: Das ist auch nicht gesund. Und das sollte, ich glaube,

Kia: für den normalen Menschen nicht das Vorbild sein, wie man trainieren sollte.

Gabriel: Mhm. Also das heißt, theoretisch, wenn man so an seine Grenzen geht, dann

Gabriel: könnte man theoretisch irgendwann von Sucht reden, aber das ist

Gabriel: wahrscheinlich das falsche Wort, sondern hätte wäre eine andere

Gabriel: psychologische Diagnose wahrscheinlich für Leute, die sozusagen

Gabriel: Selbstverletzungen so sehr in Kauf nehmen, um ihre Ziele zu erreichen.

Gabriel: Wie würdest du das zum Beispiel nennen? Einfach High -Performer?

Kia: High Performer. Naja, da geht's. Die Frage ist in solchen Fällen immer,

Kia: inwiefern brauchst du das? Inwiefern brauchst du die

Kia: Anerkennung und inwiefern hängt dein eigener Wert von deinem

Kia: Erfolg ab? Wenn Adasachi sagt, ich schaffe die 600 Kilometer

Kia: nicht mehr und wenn ich sie nicht schaffe, bin ich wertlos, dann ist

Kia: das problematisch. Wenn er es, wie er es getan hat, nicht schafft und

Gabriel: Mhm.

Kia: sagt, egal, ich habe alles gegeben, dass das Beste ist, geht nur darum,

Kia: dann ist da für mich einfach ein Anreiz, Ambition und da ist auch

Kia: ein, ein, was, da ist der gesunde Kern zu sehen für

Kia: mich.

Gabriel: Weil du gerade sagst, dann fühlt man sich selber wertlos.

Gabriel: Finde ich ein spannendes Thema. Lass uns dort mal reingehen.

Gabriel: Wie würdest du, also sozusagen, oder wie fange ich die Frage an?

Gabriel: Wenn man sich selber eher wertlos fühlt, glaubst du das den Leuten, das

Gabriel: in dem Moment auch auffällt? Weil ich habe teilweise das Gefühl, wenn ich

Gabriel: so mit anderen Menschen agiere, dann denke ich, dass jeder

Gabriel: mit sich selber glücklich ist. Und mir fällt oft auf,

Gabriel: wie unglücklich die meisten Leute sind und das aber sehr gut überspielen.

Gabriel: Und ich frage mich, überspielen sie es dann vor sich selber auch?

Kia: Teils, teils. Also, viele Menschen überspielen es, manchen Menschen ist es

Gabriel: Mhm.

Kia: gar nicht bewusst, manche Menschen wollen es gar nicht bewusst werden

Kia: lassen.

Kia: Das darf man auch nicht vergessen. Dann kommen Abwehrmechanismen ins Spiel,

Kia: aber grundsätzlich als Psychologe, glaube ich, kann man schon sehr viel

Kia: allein aus der Körperhaltung. Ich komme in einen Raum rein und

Kia: aus der Körperhaltung, aus der Positionierung im Raum, wie

Kia: wortgewandt jemand ist, wie zugewandt, da

Kia: kann man so viel Informationen rauslesen und das kann erstmal auch gespielt

Kia: sein, wie du sagst. Aber man kann mit diesen Menschen

Gabriel: Mhm.

Kia: dann innerhalb eines Gespräches sehr schnell rausbekommen, inwiefern

Kia: da tatsächliche Kompetenz und Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein steckt

Kia: und wie viel überspielt ist. So ein gängiges Muster, was ich sehr oft

Gabriel: Mhm.

Kia: erlebe, ist, dass wenn ich mit Menschen über was spreche und ich bin

Kia: interessiert und sie sind auf den ersten Blick sehr kompetent, dann merke

Kia: ich in zweiter Instanz, dass sehr viel gelacht wird.

Kia: Und Lachen ist so ein typisches Signal, sage

Kia: ich mal, um etwas runterzuspielen, die eigene Aufregung vielleicht

Kia: runterzuspielen. Und ich sage das so bewusst, weil ich selber sehr lange

Kia: jemand war, der versucht hat, mit Humor seine eigene Unsicherheit zu

Kia: überspielen. Und solche Dinge fallen einem dann natürlich auf.

Kia: Gerade als Psychologe sind wir viel geschärfter für die Sachen, bei anderen

Kia: zwar zu nehmen, die wir selber in uns schon sehr oft reflektiert haben.

Kia: Und so sehen andere Menschen hier ja auch. Wir haben alle aus dem

Kia: Konstruktivismus, wir haben uns alle unser

Kia: eigenes Weltbild selbst gebaut und

Kia: erschaffen. Und aus dieser Brille sehen wir die Welt.

Kia: So wie du zum Beispiel die Welt aus deinen Brillen siehst.

Kia: Aus deinen Orangen heute.

Gabriel: Ja.

Gabriel: Ja, wie würdest du, also du hast gerade urviele Sachen gesagt, wo ich

Gabriel: gerne tiefer reingehen würde. Einerseits habe ich gemerkt, so in dem Moment,

Gabriel: wo du das mit dem Lachen erwähnt hast,

Gabriel: ich lache in den letzten Folgen, versuche ich einfach lustiger zu sein und

Kia: Ja.

Gabriel: gar nicht um was zu überspielen. Aber ich habe gemerkt, das macht was

Gabriel: mit mir. Hey, mache ich das jetzt gerade, um es zu überspielen?

Gabriel: Habe selber zum Nachdenken angefangen. Aber ich habe für mich einfach

Gabriel: gemerkt, wenn ich jetzt zu ernst die ganze Zeit bin, mir macht es

Gabriel: weniger Spaß. Deswegen mache ich lieber irgendeinen dummen Joke oder lache

Gabriel: halt einfach selber irgendeine Aussage, wenn ich es humorvoll finde.

Gabriel: Aber ich habe sofort, das hat mich komplett gecatcht.

Gabriel: Dann fand ich das mit Identität sehr interessant, weil du hast ja auch

Gabriel: drinstehen, dass du Identitätsarchitekt bist.

Gabriel: Finde ich auch. Müssen wir auch noch reingehen in das Ganze, weil

Gabriel: Identitätsthema finde ich brutal wichtig.

Gabriel: Aber jetzt müssen wir mit der Sonnenbrille starten.

Gabriel: Ich finde das nämlich spannend, weil ich habe lustigerweise schon öfters mit

Gabriel: dem Gedanken gespielt, hey, ich würde eigentlich gerne mit Sonnenbrille

Gabriel: aufnehmen. Ich habe vor allem früher, wo ich angefangen habe, so mich vor

Gabriel: der Kamera zu zeigen, war es auch ein, ich möchte mich verstecken, war

Gabriel: damals auch übergewichtig. Also ich habe vorher gesagt, 15 Kilo abgenommen,

Gabriel: ich bin in meinem Leben öfters hoch und runter mit dem Gewicht.

Gabriel: Und

Gabriel: wie soll ich sagen, früher war es eher ein Verstecken.

Gabriel: Mittlerweile

Gabriel: mache ich es, ganz ehrlich, ich habe Bock drauf gehabt.

Gabriel: Ich habe das öfters mit einem anderen Podcaster gesehen, fand das schaut

Gabriel: cool aus, dachte mir heute, ich setze auf. Das heißt sozusagen, aber

Gabriel: könnte das sein, dass ich da irgendwas übersehe oder was würdest du zum

Gabriel: Beispiel jetzt über mich denken, wenn ich hier mit Sonnenbrüdern aufnehme?

Gabriel: Ist das alles was Negatives oder was Positives?

Gabriel: Fände ich super interessant, von außen zu sehen.

Kia: Okay, wir können da mal wirklich reingehen. Also als Psychologe würde ich

Kia: gar nicht bewerten, was du an hast und wie du auftrittst in erster

Kia: Instanz, weil ich mir denke, das darfst du für dich selber frei entscheiden.

Kia: Was für mich spannend ist, ist, warum du glaubst, du

Kia: dürftest keine Sonnenbrille tragen.

Gabriel: Weil ich persönlich tatsächlich irgendwann mal den Glaubenssatz

Gabriel: bekommen habe und den tatsächlich auch so nehme, eigentlich ist das etwas

Gabriel: Unhöfliches, wenn ich jetzt hier mit Sonnenbrüdern sitze und du nicht.

Gabriel: Und vor allem in Räumen mit Sonnenbrüdern. Also ich finde, das ist, würde

Gabriel: ich jetzt nicht hier mit dir einen Podcast aufnehmen und wir sitzen hier

Gabriel: in meiner Wohnung und würden einfach nur reden, will ich keine Sonnenbrüder

Gabriel: aufnehmen. Das ist schon auch ein Stilelement gerade für mich.

Kia: Okay, das heißt, da kommt dein eigenes Wertesystem in einen Widerspruch.

Kia: Kann man es so sagen?

Gabriel: Mhm.

Gabriel: Definitiv, ja. Und deswegen fällt es mir dann noch schwer.

Kia: Was könntest du denn machen?

Gabriel: Oder schwer, eigentlich ist es mir überhaupt nicht schwer.

Kia: Okay. Was könntest du denn machen, damit dir es weniger schwerfallen würde,

Gabriel: Ja?

Kia: bei deinem nächsten Gast vielleicht von vornherein auch mit Sonnenbrille zu

Kia: sitzen?

Gabriel: Boah. Also das Einfachste wäre es einfach zu machen, ohne drüber

Gabriel: nachzudenken.

Kia: Aber das befreit sich ja nicht vor der Konsequenz, dass es vielleicht

Gabriel: Oder?

Kia: unhöflich wirkt.

Kia: Würde ich jetzt argumentieren.

Gabriel: Genau. Aber ich

Gabriel: würde argumentieren, egal warum ich es dann mache oder nicht, also

Gabriel: egal, wenn ich es mache und mein Gegenüber ist es unhöflich empfindet,

Gabriel: dann ist es ja viel weniger, dass ich jetzt im Vorhinein mich davon

Gabriel: löse, dass es unhöflich ankommt, sondern eher, wie gehe ich damit um, wenn

Gabriel: es so ist und nicht im Vorhinein die Verantwortung übernimmt dafür, dass es

Gabriel: unhöflich ist. Oder zu fragen oder irgendwie so, oder?

Gabriel: Das wäre dann,

Kia: Möglich.

Gabriel: weil sonst einfach machen wir das Einfachste.

Kia: Möglich. Aber ich glaube,

Gabriel: Mhm.

Kia: wichtig ist immer Authentizität. Und es ist dir sichtlich

Kia: unangenehm, weil du es sogar ansprichst.

Kia: Das heißt,

Kia: und du merkst ja selber, weil du es das erste Mal machst, alles,

Kia: was unbekannt ist, ist erstmal mit Ängsten verbunden.

Kia: Aber sich dieser Angst zu stellen, jetzt merkst du, ist ja gar nicht

Kia: so schlimm.

Kia: Die Frage ist, siehst du, super, stark, woher dieser

Gabriel: Nein, überhaupt nicht.

Kia: Glaubenssatz dann? Aber, um dich vielleicht grundsätzlich abzusichern,

Gabriel: Mhm.

Kia: kann man einen Plan erstellen. Und der Plan wäre, was kann ich tun,

Kia: damit meine Werte nicht in den Konflikt geraten?

Kia: Du willst höflich sein und du willst du selber sein.

Kia: Was kannst du tun?

Gabriel: Ich weiß es nicht. Weil das ist tatsächlich etwas,

Gabriel: mit dem Struggle ich. Also das ist, also jetzt so, bei der Sonnenbrille

Gabriel: ist es heute kein großes Thema gewesen, aber so, dass irgendwie ich eine

Gabriel: Sache machen will und mein Wertsystem aber was anderes von mir verlangt, das

Gabriel: habe ich sehr häufig.

Gabriel: Und ich habe es schon jetzt auch öfters gelöst, aber ich muss dir

Gabriel: ehrlich sagen, der Lösungsweg geht mir immer verloren.

Gabriel: Deswegen würde mich tatsächlich deine Meinung dazu interessieren, wie oder

Gabriel: wie, was für Tipps du da gibst.

Kia: Also grundsätzlich würde ich Menschen zur Kommunikation

Kia: raten. Du könntest am Anfang des Gesprächs kurz klären, hey, ich

Kia: nehme gerne mit Sonnenbrille auf, empfindest du das als respektlos?

Kia: Und dann kann ich dir spiegeln, wie ich das finde.

Kia: Und schon hast du A, dein Wertesystem und deine Individuation,

Gabriel: Mhm.

Kia: beides im Einklang, in der Balance.

Kia: So hättest du Unklarheit. Unklarheit darüber, wie ich das empfinde.

Kia: Unklarheit, wie jemand das empfindet, wenn du jetzt mit dem zu Hause sitzt

Kia: und noch eine Cappy aufhast oder einen Hut. Dann kann man nachfragen.

Gabriel: Ja, das ist aber zum Beispiel Caps, war da auch für mich so

Gabriel: am Anfang, oder allgemein komische Überwindungen, irgendwie Caps zu tragen,

Gabriel: sage ich, die ist ja auch eher angefangen.

Gabriel: Finde ich auch ganz witzig, so erste Podcastaufnahme mit Cap oder erste

Gabriel: Podcastaufnahme Cap rückwärts.

Kia: Hattest du?

Gabriel: Ich mache das halt, ja, habe ich gemacht, aber ich mag das ja

Kia: Stark.

Gabriel: auch selber, mich zu steigern und auch einfach mal

Gabriel: verschiedene Looks ausprobieren. Sozusagen, wenn ich es noch nie mit Cap so

Gabriel: nach hinten

Gabriel: aufgenommen habe oder mit Sonnenbrille heute, dann weiß ich ja nicht, ob mir

Gabriel: das gefällt im Podcast. Das heißt, für mich ist es ja auch so

Gabriel: ein Test heute, so, hey, ich habe das einen Sonnenbrillentag, ich probiere

Gabriel: es mal aus.

Gabriel: Und das finde ich dann schon geil, mich da auch aus der Komfortzone

Gabriel: rauszusteigern.

Gabriel: Aber da habe ich zum Beispiel auch nicht nachgefragt, da habe ich oft

Gabriel: einfach gemacht. Also ich finde, für mich das Einfachste, vielleicht ist das

Gabriel: mein Trick, dass ich einfach allgemein schon

Gabriel: davon ausgehe, dass ich ein sehr hohes

Gabriel: Selbstbewusstsein habe und dann Dinge halt einfach mache und dem anderen die

Gabriel: Verantwortung sozusagen geben. Also wenn ich jetzt heute so,

Gabriel: letzte Woche bin ich viel so am Nachdenken, ein bisschen verkopfter und

Gabriel: weniger in meinem selbstbewussten State,

Gabriel: was auch mal ganz angenehm ist über andere Gedanken zu sagen.

Gabriel: Aber sonst hätte ich mich einfach hingesetzt hier mit Sonnenbrille und hätte

Gabriel: vielleicht einfach geschaut, was du mir spiegelst und vielleicht auch

Gabriel: mir gedacht, wenn es dich stört, dann gebe ich dir die Verantwortung, es

Gabriel: mir zu sagen und nehme nicht die Verantwortung im Voreinander, wie du darauf

Gabriel: reagieren könntest. Aber ich finde, dafür muss man schon sehr selbstbewusst

Gabriel: sein,

Gabriel: oder?

Kia: Ja, ein Stück weit kann man das so sehen.

Kia: Gleichzeitig, ja.

Kia: Ich meine, wie hättest du denn reagiert, wenn ich dir jetzt sagen würde,

Kia: du, ich finde es total respektlos, dass du mit Sonnenbrille diesen Podcast

Kia: mit mir führst. Ich würde gerne, dass du die abnimmst.

Kia: Wie würdest du reagieren?

Gabriel: Ich würde sie absetzen. Ganz einfach.

Gabriel: Also ich habe kurz überlegt, ob da irgendwie noch was kommt, so an,

Gabriel: wie sagt man da, an Gegenwind aus mir selber, aber nein, okay, wenn

Gabriel: mein Gegenüber das nicht möchte, dann würde ich sagen,

Gabriel: okay, kein Problem. Oder wenn es etwas wäre, was mir wirklich wichtig wäre,

Gabriel: so wie, ich will heute unbedingt Sonnenbrille tragen, dann würde ich dir

Gabriel: sagen, nein, ich würde sie gerne tragen und dann könnte man ja immer

Gabriel: noch sagen, ah, okay, dann lasse ich halt auf oder man müsste dann

Gabriel: halt schauen, okay, was ist wichtiger, am Ende des Tages eine Sonnenbrille

Gabriel: zu tragen oder eine Aufnahme zu haben und ich glaube, in den meisten

Gabriel: Fällen wird da die Aufnahme gewinnen, aber wenn das für mich das Wichtigste

Gabriel: des Tages wäre, wichtiger als die Aufnahme mit dir, dann würde ich sie

Gabriel: nicht absetzen, glaube ich. Und ich glaube, das ist aber wichtig, zu sich

Kia: Okay, aber

Gabriel: zu stehen.

Kia: absolut. Und darum geht es ja auch, wenn ich mit Menschen

Kia: zusammenarbeite. Wir haben alle unterschiedliche Glaubenssätze in

Kia: uns. Die kommen kulturell, die können über Freunde kommen, über Familie,

Kia: über die Arbeit, Schule, alle mögliche kulturelle

Kia: Wege.

Kia: Und ich hinterfrage sehr gerne immer Glaubenssätze von

Gabriel: Das

Kia: Klienten, weil es ist so wichtig,

Kia: seine eigene Identität auszuleben. Ich habe das selber gemerkt.

Kia: Ich bin über die letzten Jahre so viel in Asien unterwegs gewesen.

Kia: Und ich habe einfach für mich gemerkt, dass nicht alles, was ich hier

Kia: in Deutschland gelernt und mitbekommen habe oder Glaubenssätze teile,

Kia: dass zum Beispiel Arbeit über allem steht. Und wir Deutschen, wir sind immer

Kia: pünktlich und arbeiten. Und wir gehen krank zur Arbeit.

Kia: Das ist so einer der gängigsten Sachen. Ich bin mein Leben lang immer

Kia: krank zur Arbeit gegangen. Ich werde es nicht vergessen.

Kia: Dann hat der Sekretär bei uns, hat sich bei mir mal gemeldet und

Kia: meinte, Kia, du hast null Fehltage in einem Jahr.

Kia: Das fällt auf, wenn du mal krank bist, dann fragen die und, und,

Kia: und. Bau dir doch mal ein paar Fehltage mit ein.

Kia: Das wurde mir aktiv geraten, dass ich krank sein soll mal.

Gabriel: ist krass.

Kia: Und da habe ich zwei Sachen gemerkt. Also A, dass andere ganz schön

Kia: oft krank sind auch. Aber teilweise muss ich die viele da in Schutz

Kia: nehmen. Das sind oft Mütter dann gewesen bei mir.

Kia: Und gleichzeitig, dass ich tatsächlich angelernt über mein

Kia: Familienkonstrukt, vielleicht auch Kultur prägend, das kannst du mir ja

Kia: sagen, ob du das genauso empfindest. Aber wir Deutschen gehen grundsätzlich

Gabriel: Ich

Kia: auch krank zur Arbeit. So bin ich groß geworden.

Kia: Das

Gabriel: glaube, wir Österreicher sind ein bisschen entspannter,

Kia: freut mich.

Gabriel: aber es hängt halt auch, also sozusagen, es hängt halt auch ein bisschen

Gabriel: davon ab, sozusagen,

Gabriel: was Krankarbeiten bedeutet. Wenn Krankarbeiten mit Schnupfen und, keine

Gabriel: Ahnung, beunwohl sein, ich glaube, das ist bei uns auch ganz normal, bei

Gabriel: den meisten Leuten, wenn aber Krankarbeiten, also ich würde jetzt zumindest,

Gabriel: ich glaube, ich glaube, das kann man gar nicht so sagen, ob das

Gabriel: jetzt die Deutschen und Österreicher mehr machen oder wer auch immer, ich

Gabriel: glaube, es gibt auf jeden Fall das Vorurteil von der deutschen Effizienz und

Gabriel: deswegen wollte ich da jetzt darauf einsteigen, aber wissen du es nicht,

Gabriel: muss ich auch ehrlich sagen.

Kia: Ich

Gabriel: Aber, was du gerade gemeint hast mit den Glaubenssätzen und dass du sie

Gabriel: auch ausfragst und deinen Klienten und das finde ich auch geil, wie du

Gabriel: das mit mir machst, weil du teilweise

Gabriel: Fragen sehr gut stellen kannst, die mich

Gabriel: mal zum Nachdenken bringen und ich mal wirklich überlegen muss, hey, okay,

Gabriel: du

Gabriel: fragst sehr gezielt auf etwas hin, was man einfach so, diese Art und

Gabriel: Weise, wie du Fragen stellst, ist, bin ich nicht gewohnt, aber finde ich

Gabriel: jetzt nicht negativ, sondern einfach ungewohnt und finde ich eigentlich

Gabriel: sogar cool, damit umzugehen

Gabriel: und was die andere Sache ist mit den Glaubenssätzen, woran würdest du jetzt

Gabriel: sagen, erkennt man schlechte Glaubenssätze oder gibt es

Gabriel: überhaupt sozusagen so objektiv schlechte Glaubenssätze, die man erkennen

Gabriel: kann oder ist es sonst wirklich, wie bei anderen Sachen vor, wenn es

Gabriel: schädlich ist, die Antwort.

Kia: wollte gerade da wieder, du merkst schon langsam, wie ich denke über diese

Kia: Dinge.

Kia: Systemiker würden wahrscheinlich eher die Funktion hinter diesem

Kia: Glaubenssatz hinterfragen. Welche Funktion hat dieser Glaubenssatz für dich?

Kia: Und dient diese Funktion dir noch? Was in deiner Kindheit als Glaubenssatz

Kia: gut gewesen ist, sei immer pünktlich, sonst kriegst du eine Strafe, sonst

Kia: kriegst du das, das, das, das.

Kia: Kann vielleicht im Erwachsenenalter, wenn du ein ganz anderes Leben führst,

Kia: du musst bei Freunden nicht immer auf jede Minute pünktlich sein zum

Kia: Beispiel, kann ja ein getriebener Glaubenssatz sein, der dich im Alltag eher

Kia: stresst. Dann hinterfrage ich das, würdest du deinen Freund eigentlich in

Kia: Ordnung finden, wenn du mal fünf Minuten zu spät bist?

Kia: Oder wenn er eine Sonnenbrille auf hat, wenn er mit dir spricht?

Kia: Und dadurch bekommst du Flexibilität und darum geht es.

Kia: Umso flexibler du bist, umso entspannter kannst du sein, umso mehr

Kia: Handlungsmöglichkeiten hast du und Handlungsspielraum.

Kia: Aber viele Glaubenssätze, die zwingen dich in ein Narrativ und dann

Kia: bleiben dir wenig Handlungsmöglichkeiten.

Kia: Deswegen hinterfrage ich Glaubensansätze mit Klienten immer und

Kia: immer wieder. Inwiefern sind die

Kia: wirklich dir noch heute dienlich, diese Glaubenssätze?

Kia: Und inwiefern stehen sie sogar vielleicht im Widerspruch zum

Kia: aktuell gelebten Leben?

Gabriel: Interessant. Und wie würdest du das jetzt selber machen?

Gabriel: Machst du das dann alleine hinter zu hinterfragen oder redest du dann mit

Gabriel: Psychologen, Kollegen? Wie würdest du jetzt sowas angehen, wenn du sagst,

Gabriel: hey, ich muss mal wieder so einen Glaubenssatz

Gabriel: Frühjahrsputz machen, wie auch immer.

Kia: Für mich persönlich jetzt,

Gabriel: Würdest du dann eher das sozusagen alleine machen?

Gabriel: Ja. Ja. Schreibst du das auf oder gehst du irgendwo hin?

Kia: ich reflektiere viele meiner Gedanken tagtäglich.

Kia: Gerade in einem Zeitalter von Social Media, wo jedes zweite Reel

Kia: irgendeine Ideologie versucht dir zu verkaufen,

Kia: wird man ja die ganze Zeit irgendwie, kommt man in Bewegung und in

Kia: Berührung mit Glaubenssätzen. Und die hinterfragt man dann

Kia: natürlich auch. Ich mache dann ganz oft eine Realitätsprüfung und schaue,

Kia: inwiefern ich Dinge lebe oder auslebe. Per se fällt mir jetzt

Kia: gar kein gutes Beispiel ein. Vielleicht hier eins.

Kia: Hättest du einen Glaubenssatz, den du in letzter Zeit

Kia: mal vielleicht hinterfragt hast?

Gabriel: Ja.

Gabriel: Der ist wieder sehr vielschichtig, weil, wurde gesagt, dass Flexibilität ist

Gabriel: wichtig, ist in meinem Kopf oder in meinem Inneren so aufgetaucht.

Gabriel: Ja, aber man braucht auch Disziplin und man muss ja auch Dinge im

Gabriel: Plan machen und den durchziehen und dann kann ich ja nicht flexibel sein.

Gabriel: Also ich kann es immer, aber so würde ja dann gegen die Ziele

Gabriel: arbeiten. Und einer meiner Glaubenssätze, die ich versuche,

Gabriel: richtig heftig umzubauen, ist einerseits, dass Zeit

Gabriel: darüber bestimmt, wie viel man gearbeitet hat, weil was mir oft

Gabriel: Lebensfreude raubt, ist, dass ich sehr schnell bin, wenn ich arbeite, aber

Gabriel: dadurch halt auch weniger mache, weil auch die Art und Weise, wie ich,

Gabriel: wenn ich schnell arbeite, ist es auch anstrengender und dadurch immer das

Gabriel: Gefühl habe, ich arbeite ja gar nicht so viel, weil die Art und

Gabriel: Weise, wie ich arbeite, halt einfach eine ganz andere ist, die du nicht

Gabriel: mit einem Bürojob oder so vergleichen kannst und deswegen selber zum

Gabriel: Beispiel ein schlechtes Gewissen habe. Das ist ein Riesenglaubenssatz und

Gabriel: der andere ist,

Gabriel: dass Schmerz ein riesiger

Gabriel: Antriebsfaktor ist oder auch der Schlüssel

Gabriel: zum Erfolg. Und da bin ich gerade am Umbauen, dass so

Gabriel: Schmerz bringt dich einmal dorthin, dass du etwas ändern möchtest, aber

Gabriel: dann den langfristigen Treibstoff, sozusagen mit einer Rakete, die braucht

Gabriel: man ganz viel Power, um zu starten. Und dann hinten brauchst du einfach

Gabriel: auch den Cruising Speed im Weltall, nicht mehr so viel.

Gabriel: Und da möchte ich, und da habe ich herausgefunden, dass Spaß das

Gabriel: langfristige ist, wie man Dinge

Gabriel: voranbringt. Und da ist es jetzt gerade so bei mir, wie finde ich

Gabriel: da wieder den Spaß bei den Dingen, die ich mache, ohne aber auch

Gabriel: diese Disziplin, die ich ja dann wieder brauche.

Gabriel: Und ich muss ja das, sorry, aktuell, ich gehe dreimal die Woche ins

Gabriel: Gym, ich muss das ja durchziehen. Aber es macht ja dann nicht jedes

Gabriel: Mal Spaß. Und diese zwei Glaubenssätze, sozusagen, ich will mit Spaß

Gabriel: weiterkommen und gleichzeitig Disziplin und Dinge durchziehen und so finde

Gabriel: ich wichtig. Die kollidieren gerade bei mir.

Gabriel: Ich hoffe, du bist mitgekommen, was ich gerade gesagt habe.

Kia: Doch, doch. Ich bin schon mitgekommen. Ich habe versucht, das einzuordnen.

Gabriel: Ja?

Kia: Die Frage auch da ist, wo fühlst du eine Disbalance?

Gabriel: Mhm.

Kia: Welche dieser Glaubensansätze ist vielleicht sogar schädlich für dich?

Kia: Wenn du sagst Schmerz, dann frage ich mich, inwiefern ist Schmerz für dich

Kia: förderlich in deinem Alltag oder auch generell?

Kia: Würde es ohne Schmerz gehen? Und bräuchtest du immer

Kia: Spaß? Und wenn ja, was ist Spaß für dich?

Kia: Was heißt Spaß im Leben zu haben?

Gabriel: Für was ist Spaß für mich, aber auch sozusagen das Pain,

Gabriel: finde ich schon, ist ein Motivator. Da willst du schon, also das ist

Gabriel: schon etwas, das dir anzeigt, was du ändern möchtest, was dir auch die

Gabriel: Energie gibt, das zu ändern und dann eben langfristiger Spaß.

Gabriel: Genau, Spaß ist auch gerade das, was wir jetzt gerade aufnehmen, das ist

Gabriel: für mich Spaß. Wenn ich jetzt die ganze Social -Media -Sache, diese Folge

Gabriel: so aufnehme, das Gespräch so führe, damit ich jetzt das Thema unbedingt,

Gabriel: obwohl ich jetzt gerade nicht den Vibe habe, über irgendwas zu reden, was

Gabriel: viral gehen könnte, das einbaue, dann verliert es für mich den Spaß und

Gabriel: gleichzeitig ist es aber wichtig, solche Dinge zu tun und das ist so

Gabriel: ein extremer Widerspruch in mir gerade zum Beispiel, wo dann eben der Spaß

Gabriel: verloren geht, mit dem ich ja das eigentlich machen möchte und gleichzeitig

Gabriel: ist keiner nicht die Mahle Spaß machen.

Kia: kann ja nicht immer alles Spaß machen. Na,

Gabriel: Das war jetzt wirklich ein Eigentor von mir die Aussage.

Gabriel: Da habe ich mich gerade wirklich wie beim Psychologen erwischt gefühlt, wenn

Gabriel: du das wiederholt hast.

Gabriel: Wieso wiederholst du den Satz? Das würde mich jetzt trotzdem interessieren.

Kia: was glaubst du, warum ich den Satz wiederhole?

Gabriel: Weil es ein Glaubenssatz ist, in dem du mich erwischt hast.

Kia: Exakt. Na, da,

Gabriel: Oder?

Gabriel: Aber ist das, da muss ich sagen, bei solchen Glaubenssatzdiskussionen denke

Gabriel: ich mir dann immer,

Gabriel: inwieweit

Gabriel: ist es halt einfach die Realität und nicht ein Glaubenssatz.

Gabriel: Also in dem Fall will ich das jetzt nicht, dass es einen Glaubenssatz

Gabriel: erkennen, sondern es ist physikalisch sogar unmöglich, dass du immer nur

Gabriel: Spaß hast.

Gabriel: Also

Kia: okay. Und da würde ich auch mitgehen.

Gabriel: deswegen sage ich so,

Gabriel: aber dann ist es ja kein Glaubenssatz, oder? Oder doch?

Kia: Kann. Ein Glaubenssatz kann ja sich auch faktisch bewahrheiten.

Kia: Oder meinst du jetzt, meinst du jetzt, man kann, man kann es

Gabriel: Hm, interessant.

Kia: nicht, weil man, also man glaubt quasi.

Gabriel: Genau. Also ein Glaubenssatz ist für mich etwas, wo ich nicht faktisch

Gabriel: weiß, dass es so ist, sondern ich glaube an etwas, ist nicht ein,

Gabriel: das andere wäre jetzt ein Wissenssatz.

Kia: Wissenssatz. Ich glaube, das ist dann Haarspalterei in dem,

Gabriel: Ja,

Kia: mit dem Wort.

Gabriel: definitiv, ja.

Kia: Grundsätzlich, Glaubenssätze können schon faktisch richtig sein.

Kia: Ja. Das sind ja Sachen, die wir aufgrund unserer eigenen Erfahrungen

Gabriel: Hätte ich nämlich jetzt nicht zugedacht.

Kia: implementiert haben. Das sind Sachen, die sich über manchmal Jahrzehnte

Kia: aufrechterhalten haben. Die unsere Wertevorstellung, unsere

Kia: Moral ausgebildet haben. Die Frage ist hier, ich höre ja bei

Kia: dir immer wieder raus, du willst die Balance und du willst nicht

Kia: oft trinken, aber wenn du trinkst, dann ganz exzessiv.

Kia: Also als Psychologe fällt,

Gabriel: Nein, nein, nein. Ich muss nicht unterbrechen.

Gabriel: Ich will nicht die Balance, ich merke aber, sie würde mir guttun.

Kia: genau.

Gabriel: Es wäre sozusagen eine gesunde Entwicklung. Aber ich will die Balance nicht,

Kia: Okay.

Kia: Okay.

Gabriel: sonst würde ich sie ja haben. So würde ich es jetzt gerade tatsächlich

Gabriel: einordnen.

Kia: Okay. Das heißt, wir sind, wir gehen gerade Richtung Erkenntnis.

Kia: Wir gehen gerade, da sind noch ganz viele Verkettungen dran, bevor wir da

Gabriel: Mhm.

Gabriel: Ja, ja, ja.

Kia: eine komplette Verhaltensveränderung haben. Aber das ist so der erste

Kia: Schritt in die Verhaltensveränderung, ist erstmal die Erkenntnis zu sagen,

Kia: ich glaube, das würde mir gut tun, eine Balance im Leben zu haben.

Kia: Und diese Erkenntnis hast du ja. Sie steht derzeit noch strukturell im

Gabriel: Mhm.

Kia: Widerspruch durch Glaubenssätze mit ich muss immer und Disziplin.

Kia: Ich höre sehr strenge Sprache zu dir. Du sagst, ich

Gabriel: Ja, ja, geisteskrank.

Kia: bin selber jemand, der, ich

Kia: erlaube mir nicht zu sagen, ich muss, sondern ich sage, ich möchte.

Kia: Ich möchte zum Sport. Ich darf.

Gabriel: Ja, das war,

Gabriel: ja, ich will, also das ist ganz, ganz wichtig, dass man so mit

Gabriel: sich redet, da bin ich eh auch dabei. Ja, ja, ja,

Gabriel: es ist schwierig, sich dran, also was für mich das Allerwichtigste ist,

Gabriel: immer, also nie wieder in meinem Leben zu sagen, ich kann etwas nicht.

Gabriel: Das ist für mich das, wo ich, da bin ich 100 % bei

Gabriel: der anderen Sache, ich probiere und dieses, wie mächtig diese Wörter sind,

Gabriel: finde ich krass, da gebe ich dir 100 % recht.

Gabriel: Aber das heißt, das machst du selber auch so, ich will zum Sport

Gabriel: gehen, statt, hey, ich muss heute noch trainieren.

Kia: Ich will mich da nicht komplett befreien. Ich höre ganz oft von mir,

Kia: du musst aber jetzt und du stehst jetzt auf und, und, und.

Gabriel: Mhm.

Kia: Aber ich würde sagen, in einem Großteil dieser Fälle

Kia: überprüfe ich, welche Stimme da überhaupt, welches Über ist da.

Kia: Sprich da, ich sprich da meinem Papa, sprich da die Mama, sprich da

Kia: irgendjemand anderes oder sprich wirklich der Kern von mir,

Kia: sprich da und das Bedürfnis auch wirklich aufstehen zu wollen.

Kia: Und dann habe ich ganz oft eine Realitätsprüfung.

Kia: Und in dieser Realitätsprüfung ist vielleicht dann zu sagen, okay, heute

Kia: fühlen wir uns nicht so gut, heute sind wir müde, aber wir sollten

Kia: aufstehen, weil uns das guttun würde, langfristig.

Kia: Und es ist eine andere Art, mit sich zu sprechen.

Kia: Es ist viel fürsorglicher. Ich stelle mir das dann oft so vor,

Kia: dass du mit dir selber so umgehen solltest, wie mit deinem besten Freund.

Kia: Dem würdest du ja auch nicht sagen, ich stehe sofort auf, du sagst,

Kia: hey Bro, ich stehe mal auf, das würde dir gut tun, wir würden

Kia: jetzt einen Run machen, wir gehen 10 Kilometer laufen oder, oder, oder.

Gabriel: Und bei anderen würde ich aber auch netter reden.

Gabriel: Also es hängt auch ab, mit welchen Freunden man auch wie reden kann

Gabriel: und es auch sozusagen in der Freundschaft auch manchmal nett ist, sie auch

Kia: Und,

Gabriel: zu beleidigen, weil man es ja nicht so meint.

Kia: okay, nein.

Gabriel: Also das finde ich auch interessant.

Kia: Aber absolut, absolut, Menschen sind ja auch verschieden.

Kia: Aber du darfst auch nicht verwechseln, hat der Mensch einen schweren Tag

Gabriel: Ja,

Kia: oder nicht? Wenn dein Freund, wo du dann sagen würdest, ey, du fettes

Gabriel: ja, natürlich, natürlich.

Kia: Schwein, stehe jetzt sofort auf. Wenn der einen schlechten Tag hat, dann

Kia: glaube ich, sagst du nicht fettes Schwein.

Gabriel: Definitiv nicht. Ja, ja, ja.

Kia: Und das meine ich, dieses so ein bisschen sensibilisieren.

Gabriel: Ah, okay, das heißt, wenn man selber einen schlechten Tag hat, mhm, das

Kia: Ja.

Gabriel: heißt eigentlich,

Gabriel: wenn man mit jemand anderem redet, also dann checkt man ja irgendwie

Gabriel: so ein bisschen immer den Vibe, was so gerade, also vor allem face

Gabriel: to face, wie der andere sich gerade fühlt, also nie 100%, aber so,

Gabriel: ob derjenige jetzt kurz vorn weinern ist oder kurz davor, komplett

Gabriel: euphorisch zu sein, so empathisch ist, glaube ich, jeder Mensch.

Gabriel: Oder gibt es? Wurscht. Und dann, ähm,

Gabriel: das auf sich selber eigentlich umzumünzen, hey, geht's mir heute sehr gut,

Gabriel: dann kann ich sagen, hey, du fette Schwein, jetzt geh noch trainieren und

Kia: Ja, siehst du?

Gabriel: dann meine ich es im Spaß und dann ist es selber motivierend oder

Kia: Ja.

Gabriel: wenn es mir schlecht geht, dann sage ich, hey, wie ist denn heute

Gabriel: die Lage? Ist heute wirklich so ein Tag, wo ich nicht trainieren sollte?

Gabriel: Oder gehe ich trotzdem mal und probiere es?

Gabriel: Meinst du das so dann vielleicht?

Kia: Also grundsätzlich, glaube ich, würde ich mich selten fettes Schwein nennen.

Kia: Aber, aber, aber ja, einfach ein bisschen ein Bewusstsein für die

Kia: Realität, also mehr Realitätsprüfung zu schaffen, mehr Bewusstsein zu

Gabriel: Mhm.

Kia: schaffen, wie geht es mir tatsächlich und nicht schaffen, dass der

Kia: Glaubenssatz, ich muss jeden Tag um die Uhrzeit aufstehen und, und, und.

Kia: Und, ne, diese ganzen Andrew Tate und Disziplinsprüche und ein

Kia: Mann muss und ein Mann darf nicht schwach sein und ein Mann darf

Kia: keine Gefühle zeigen. Ich sehe das überhaupt gar nicht so, weil das

Kia: dich langfristig, diese Unterdrückung deiner Gefühle macht dich langfristig

Kia: noch viel unglücklicher und chronifiziert sogar noch in den meisten

Kia: Fällen viele Probleme dann, die auftreten können.

Kia: Also

Gabriel: Da, weil du gerade sagst, der Mann darf nicht verletzlich sein und auch

Gabriel: Gefühle sozusagen, wenn man sich verdrängt, schlecht, da habe ich vor kurzem

Gabriel: ein spannendes Gespräch, gehört mit einem Freund von mir, wo ich gemeint

Gabriel: habe,

Gabriel: man muss die Gefühle einfach durch sich durchziehen lassen.

Gabriel: Das heißt jetzt aber nicht sozusagen, dass man sie abblockt und gar nicht

Gabriel: spürt, aber das heißt auch nicht, weil er hatte in dem Moment ein

Gabriel: emotional schwierigeres Thema und er hat dann so, aber so gemerkt,

Gabriel: er sollte sich dafür schlechter fühlen, als er sich gerade fühlt und ich

Gabriel: habe gesagt, ja, aber du musst es aber auch nicht, sozusagen nicht

Gabriel: verdrängen, aber auch nicht aktiv verstärken. Wie soll es so von der Aussage

Gabriel: gesagt? Gefühle durch sich durchfließen lassen, nicht größer machen und auch

Gabriel: nicht kleiner machen.

Kia: erstmal, ja, Gefühle sind erstmal Signale. Diese Signale können dir

Kia: Informationen geben. Wir müssen aber nicht allen Signalen, allen

Kia: Informationen immer sofort eine Handlung, in eine

Kia: Übergangshandlung springen. Und, ne, und wie du schon sagst, ein

Gabriel: Mhm.

Kia: gängiges Beispiel dafür ist, was viele Menschen, was ich auch mit Klienten

Kia: sehr oft beobachte, die schaffen es nicht so gut, dann Emotionen

Kia: auch mal auszuhalten und zu tragen. Und, ne, und ich denke,

Gabriel: Ja,

Kia: da sagst du, was sehr Wertvolles, dass man Emotionen einfach auch mal

Kia: beobachtet und guckt, kommt es wieder? In welchen Situationen taucht es auf?

Kia: Inwiefern stört mich das? Muss ich da jetzt grundlegend was ändern?

Kia: Was aber dann oft passiert und sehe ich immer wieder, dass dann so

Kia: eine impulsiven Kurzschlussreaktion kommt. Ich fühle mich heute einsam, also

Kia: wird XY angerufen und ich treffe mich einfach für einen One -Night -Stand

Kia: oder so. Also, oder jemand fühlt sich einsam und

Kia: bestellt sich dann ganz viel Fastfood. Also immer diese impulsiven

Kia: Kurzschlussreaktionen, die dieses Aufkommen der Emotionen einfach

Kia: unmittelbar reduzieren müssen, das ist fehlende

Kia: Emotionsregulation. Und das sollte jeder Mensch bis an sein

Kia: Lebensende trainieren, dass man wirklich schafft, sich zu regulieren.

Kia: Das ist einer der besten Prädiktoren auch in einer Partnerschaft, für eine

Kia: glückliche Partnerschaft. Wie gut kann sich dein Partner selber regulieren?

Kia: Wie gut kannst du das selber? Das Nervensystem deines Partners, kannst du

Kia: dir wie Wurzeln vorstellen, das legt sich über deins.

Kia: Wenn dein Partner Tag und Nacht nur gestresst ist und schreit, dann

Kia: wird es früher oder später auch auf dich überschwoppen.

Kia: Und das sollte dir bewusst sein, bevor du eine Beziehung beginnst.

Gabriel: also ich finde zum Beispiel auch, dass man Leute, die denken, ich gehe

Gabriel: jetzt in eine Beziehung und werde dann glücklich,

Gabriel: die werden sich doch sehr wundern, was dann passiert, weil wenn der andere

Gabriel: da auch nicht glücklich ist, dann multipliziert sich das eher ins Negative.

Gabriel: Also das ist so dieses, wie du gerade sagst, wenn es dem anderen

Gabriel: gut geht und dir selber gut geht, dann kann es eine gute Beziehung

Gabriel: machen und das ist dann sozusagen im Voreinander, also jeder Mensch muss mal

Gabriel: alleine lernen, glücklich zu sein, gehe ich ganz, ganz, ganz stark mit.

Gabriel: Was du aber gerade doch beschrieben hast mit Emotionsregulieren, dass man

Gabriel: jeder das lernen sollte. Ich habe ein ganz, wieder ein sehr spannendes

Gabriel: Lernen, geht wieder um Balance, wo ich mir da wieder schwer tun würde.

Gabriel: Ich kann sehr gut meine Emotionen regulieren oder ich kann es sehr

Gabriel: gut nicht, aber ich kann nicht diesen Middle Ground mal,

Gabriel: so zum Beispiel jetzt heute, würde ich mir jetzt was zum Essen bestellen

Gabriel: oder nicht? Nein, weil ich zu Kalorien zählen und, also ich habe jetzt

Gabriel: zwar dieses Wochenende eine Pause gemacht, also eine Ausnahme gemacht, aber

Gabriel: jetzt im Allgemeinen um den Standardwochenende, wo ich auch kein Alkohol

Gabriel: getrunken hätte und mir bedenken jetzt wieder, boah, Essen bestellen wir

Gabriel: irgendwie cool, würde ich es definitiv nicht machen, weil ich mich da

Gabriel: regulieren kann und sage, ah, hier ist gerade Bock, ah, wahrscheinlich bin

Gabriel: ich gerade einfach hungrig, esse ich was und danach habe ich eigentlich

Gabriel: keinen Bock mehr, was zu bestellen. Das heißt, ich bin eigentlich sehr, sehr

Gabriel: gut

Gabriel: und

Gabriel: bei mir ist es dann eher so, dass ich dann irgendwann in einen

Gabriel: Burnout reinkomme, dass ich zu sehr mich selber reguliere, dann mal drei

Gabriel: Tage locker lassen muss und dann bin ich wieder in der Regulierung.

Gabriel: Das ist vielleicht, warum ich oft nach der Balance mittlerweile suche, weil

Gabriel: ich lerne, wenn man zu sehr reguliert, Disziplin hat und

Gabriel: so weiter, dann ist das nicht langfristig machbar und man brennt einfach

Gabriel: irgendwie, also ich zumindest, brenne dann einfach sehr, so häufig auf und

Gabriel: deswegen merke ich so, okay, wie kann ich dann früher eine Pause machen,

Gabriel: bevor es zu viel ist? Wie kann ich mir früher was gönnen?

Gabriel: Wie kann ich irgendwie das langfristig

Gabriel: durchgehende Einbauen in mein Leben?

Gabriel: Das ist sozusagen, diese Balance -Struggle ist, glaube ich, da, das ist

Gabriel: gerade wichtig, urgeiles Gespräch, da kommen noch viele Sachen drauf.

Gabriel: Balance ist wirklich für mich deswegen wichtig, weil ich dieses High nach

Gabriel: oben, nach unten zu einer gleichmäßigeren Linie machen möchte,

Gabriel: weil ich einfach lerne, dass das einfach für mich persönlich besser ist.

Kia: Kannst du das für mich definieren? Was meinst du genau mit High?

Kia: Und

Gabriel: Zum Beispiel,

Gabriel: du,

Gabriel: wenn du vorhin über Alkohol rierst, du trinkst viel Alkohol, hast einen

Gabriel: super guten Tag und am nächsten Tag bist du verkartet und es geht

Gabriel: wieder komplett nach unten. Das heißt, wenn du halt einfach zu Hause bist

Gabriel: und auf Netflix was schaust, hast du vielleicht nicht so viel Spaß, aber

Gabriel: bist am nächsten Tag vielleicht, oder bist du einfach auf Baseline, Spaß,

Gabriel: machst es jeden Abend, hast deine Routine, und wachst aber am nächsten Tag

Gabriel: auch mit dem gleichen Energy Level auf wie immer.

Gabriel: Das heißt, du hast nicht Höhen und Tiefen und ich persönlich finde, wenn

Gabriel: diese Höhen und Tiefen nicht zu weit nach oben und nach unten ausschlagen,

Gabriel: finde ich das persönlich besser. Natürlich gibt es immer mal Höhen und

Gabriel: Tiefen, aber so das durchschnittliche Leben, finde ich, je leerer man immer

Gabriel: bei der Baseline bleibt, denke ich, dass es besser ist.

Kia: was versprichst du dir davon, wenn es näher an der Baseline ist?

Gabriel: Langfristig leichter, mal an Zielen zu arbeiten und

Kia: Also geht es primär darum, Ziele zu erreichen?

Gabriel: einfach so,

Gabriel: so wie ich es gerade ausgedrückt habe, definitiv.

Gabriel: Ich würde dazu aber auch dazustellen, dass es

Gabriel: auch emotional angenehmer ist, wenn du nicht so viele Höhen und Tiefen hast.

Gabriel: Also vor allem, ich würde es eher so sagen, wenn du viele Höhen

Gabriel: hast, dann hast du auch Tiefen und die Tiefen finde ich jetzt einfach

Gabriel: nicht so toll und ich glaube, selber auch, in dem Fall ist es

Gabriel: ein Glaubenssatz,

Gabriel: ich glaube, wenn man nicht so nach unten geht, dann ist es den

Gabriel: Preis wert, auch nicht so die ultra -high

Gabriel: Emotionen zu haben. Also so auf die Art, Leute, die halt Kokain

Gabriel: nehmen, denen geht es glaube ich dann am nächsten Tag oder so nicht

Gabriel: so gut und deswegen so dieses ur -high und dann aber dieser Downfall,

Gabriel: den brauche ich nicht. Ich finde das einfach so netter sozusagen.

Gabriel: Also das ist ja bei Drogen so, dass das Dopamin tausendfach

Gabriel: ausgeschüttet

Gabriel: wird und deswegen würde ich da einfach sagen,

Gabriel: so übertrieben gesagt würde ich das nicht in meinem Leben haben wollen und

Gabriel: würde das aber langfristig gerne regulierter haben

Gabriel: und bin auch gut dabei, nur ich habe es dann teilweise bin ich

Gabriel: zu gerade im Strich und muss mir dann die Bounces sozusagen eigentlich

Gabriel: wieder gönnen. Ich muss mir dann gönnen, ich gehe mal McDonalds essen und

Gabriel: nach McDonalds fühle ich mich dann einfach nicht so gut mit mir selber,

Gabriel: weil das Essen einfach ist nicht nur vom Selbstbild, sondern auch das Essen

Gabriel: ist einfach, wenn du das mit etwas anderem vergleichst, nicht so hochwertig

Gabriel: und danach fühlst du dich einfach meistens nicht toll.

Gabriel: Also ich selten so McDonalds so, wow, ich fühle mich jetzt wirklich fit.

Gabriel: Aber manchmal ist es halt schon geil.

Gabriel: Deswegen war ich so, da finde ich so diese,

Gabriel: einerseits die Balance reinbringen und langfristig, das ist jetzt die Frage

Gabriel: von davor eben, sozusagen warum möchte ich das, eben um

Gabriel: diese Amplituden zu haben, ach, da habe ich mich ein bisschen verrannt, aber

Gabriel: so einfach diese Höhen und Tiefen in den Griff zu bekommen, was ich

Gabriel: jetzt schon habe und jetzt gerade habe ich es zu sehr im Griff

Gabriel: und muss lernen, wieder lockerer zu lassen. Das ist eigentlich so die Frage,

Kia: Okay.

Gabriel: wo ich gerade stehe.

Kia: Ich höre da ganz viel Kontrollbedürfnis bei dir raus.

Kia: Also, dass dir schon wichtig ist, dass du Kontrolle über dein Leben hast.

Kia: Und merkst aber auch dann, wenn du das dann zu eng machst, dass

Kia: dir das auch fehlt. Was genau fehlt dir denn dann, wenn du sehr

Kia: diszipliniert bist?

Gabriel: Was?

Gabriel: Aber das Ding ist, ich sehe es gar nicht, also Kontrollbedürfnis würde ich

Gabriel: es nicht nennen. Es ist eher,

Gabriel: mich macht das eigentlich happy,

Gabriel: wenn ich diszipliniert lebe, dann ist mein Leben overall einfach

Gabriel: besser und ich kann auch super easy Kontrolle komplett abgeben.

Kia: Ja. In

Gabriel: Also ich habe gar nicht so ein Kontrollbedürfnis.

Gabriel: Ich habe einfach für mich erkannt, dass mir viel besser geht, wenn ich

Gabriel: diszipliniert bin und habe aber noch nicht gelernt, wann ich es auch wieder

Gabriel: aufhören muss, weil overall geht es mir jetzt mit viel Disziplin und

Gabriel: Konsistenz viel besser, als wenn ich früher

Gabriel: auch mal eben, ich war auch mal ein halbes Jahr in Asien, habe

Gabriel: da einfach so mein Leben dahin gelebt, komplett frei, komplett keine

Gabriel: Kontrolle, teilweise nicht gewusst, was ich am nächsten Tag mache oder am

Gabriel: gleichen Tag oder wohin

Gabriel: und deswegen sage ich so, dieses Kontroll, na, finde ich gar nicht so,

Gabriel: kann es sehr gut loslassen,

Gabriel: aber sozusagen jetzt, wo ich durch die Kontrolle mir ein gutes Leben

Gabriel: geschaffen habe, ich kann halt voll loslassen, aber ich kann nicht so ein

Gabriel: bisschen loslassen. Das ist so die nächste Evolution bei mir von, ich kann

Gabriel: sehr frei leben, zu, ich baue mir ein System, was einfach rennt und

Gabriel: was funktioniert und jetzt möchte ich so ein bisschen mehr Middle Ground,

Gabriel: mich wieder in die andere Richtung zurückentwickeln, aber Schritt für

Gabriel: Schritt.

Kia: welchen Momenten erlaubst du dir in der Zeit denn Spaß zu haben?

Gabriel: Meistens, wenn ich das Gefühl habe, boah, ich brauche mal wieder Spaß,

Kia: Okay. Und wie gönnst du dir diesen Spaß dann? Wie sieht das aus?

Gabriel: also,

Kia: Was ist dein Spaß?

Gabriel: boah, das ist,

Gabriel: kann sein tatsächlich einfach wirklich mal auf die Ernährung zu scheißen und

Gabriel: einfach irgendwas zu essen,

Gabriel: dann kann Spaß sein, einfach Freunde zu treffen, irgendwie, jetzt

Gabriel: gehe ich gerne auch spazieren mit Leuten,

Gabriel: macht mir Freude auch einfach über intellektuelle Sachen, sich irgendwie zu

Gabriel: philosophieren, das macht mir Spaß, aber das ist teilweise dann trotzdem so,

Gabriel: mir fällt es teilweise einfach schwer, diese stupiden Spaß zu haben, also

Gabriel: selbst dann höre ich halt ein Hörbuch oder so, aber ich merke,

Gabriel: die Sachen, die früher so,

Gabriel: ich muss manchmal daran denken, früher beim Craftute, ich habe damit auch

Gabriel: eben angefangen, Videos zu machen,

Gabriel: da hatte ich wirklich so eine, so ein Spaß, Momente manchmal, wo ich

Gabriel: mir den, einfach Bauchschmerzen vor Lachen hatte und das habe ich nicht mehr

Gabriel: tatsächlich und das geht mir manchmal ab und das finde ich irgendwie nicht

Gabriel: mehr, weil ich das Leben irgendwann mal auch angefangen habe, zu ernst zu

Gabriel: nehmen und

Gabriel: auch nicht so auf dieses, oh mein Gott, ich nehme jetzt alles zu

Gabriel: ernst, so, ich habe schon Spaß, aber ich habe nicht mehr dieses

Gabriel: Extrem dahinter und das finde ich auch gut, aber manchmal fehlt mir das

Gabriel: auch, dieses richtig stupide Spaß haben, also

Kia: Dafür sind dann Urlaube da?

Gabriel: da,

Gabriel: ja, true, stimmt, ich habe schon sehr lange keinen Urlaub gemacht, ich habe

Gabriel: jetzt seit eineinhalb Jahren nicht so richtig Urlaub gemacht, weil ich dann

Gabriel: eben angefangen habe, hey, ich ziehe jetzt meinen Körper durch, bis ich ein

Gabriel: Sixpack habe, jetzt habe ich es gerade so einigermaßen erreicht und jetzt

Gabriel: merke ich so, jetzt ist eigentlich mal wirklich Zeit für den Urlaub, es

Gabriel: denke mir jetzt hat so zwei, drei Wochen, jetzt wird es mir wieder

Gabriel: Zeit, aber eigentlich spiegelst du mir das, was ich mir eh schon gedacht

Gabriel: habe, so, ich muss einfach mal Urlaub machen, weil letzte Woche habe ich

Gabriel: mich nur noch ausgebrannt gefühlt, deswegen rede ich auch gerade so

Gabriel: irgendwie ein bisschen negativer, weil die letzte Woche

Gabriel: und gleichzeitig muss ich aber sagen,

Gabriel: so wie es mir letzte Woche gegangen ist, in der Vergangenheit hätte ich

Gabriel: den Podcast beendet, wenn es mir so gegangen ist und mittlerweile bin ich

Gabriel: da aber so,

Gabriel: hey, es passt gerade was nicht,

Gabriel: was könnte es denn sein und ich schaue mal und ich beobachte mich

Gabriel: selber mal und dramatisiere nicht, aber deswegen sage ich, ich merke dann

Gabriel: einfach Balance und das ist gerade so ein Thema, okay, wie checke ich

Gabriel: dann, hey, ich bin jetzt, weil teilweise kann ich auch sehr undiszipliniert

Gabriel: sein oder habe dann auch mal Phasen, wo ich dann eben nicht so

Gabriel: viel trainieren gehe

Gabriel: und deswegen kenne ich so diesen Anteil in mir, der halt einfach

Gabriel: mich

Gabriel: selber austricksen möchte und dann nicht trainieren gehen will und das

Gabriel: heißt, ich musste diszipliniert werden, um den zurückzuhalten und habe dann

Gabriel: eben Angst, wenn ich jetzt lockerer lasse, dass der zurückkommt.

Gabriel: Das heißt, wie geht man dann damit darum?

Kia: Möchtest du das mit dir ergründe? Oder darf ich dir mal

Kia: einen Vorschlag aus meinem Leben persönlich geben?

Gabriel: Ja, unbedingt, ich weiß nicht, ich bin gerade sehr einfach ins Reden

Gabriel: reingekommen, ich gerade selber, aber

Kia: Und zwar, ich sitze hier auch gerade in einem Büro

Kia: von einem sehr guten Freund von mir. Der hat eine Rechtsanwaltskanzlei.

Kia: Und bei dem läuft es in jedem Lebensbereich. Der läuft der

Kia: Tipptopp. Und der war auch früher bei der Bundeswehr und hat die letzten

Kia: Jahre einfach seinen Körper vernachlässigt. Ich kannte ihn so nicht.

Kia: Und es hat mich schon bestürzt. Auf jeden Fall habe ich ihn motiviert,

Kia: wieder zum Sport zu gehen.

Kia: Und habe jetzt den Faden kurz verloren.

Kia: Genau. Er hat...

Gabriel: du hast den Video, ja.

Kia: Und zwar hat er einen Glaubenssatz, den ich habe von mir,

Kia: hat er übernommen. Und mittlerweile hat er mich sogar motiviert, dass ich

Kia: diesen Glaubenssatz noch viel mehr auslebe. Und zwar sage ich, für mich ist

Kia: mittlerweile Sport zu machen wie Zähneputzen. Es gibt keine Tage, wo ich

Kia: nicht zum Sport gehe. Gibt es nicht.

Kia: Vielleicht habe ich an dem Tag eine Aktivität oder irgendwas zu tun, was

Kia: erfordert, dass ich gar nicht in der Stadt bin oder Sonstiges.

Kia: Dann kann man natürlich nicht zum Sport gehen.

Kia: Wenn ich die Möglichkeit habe, ein bis zwei Stunden mir freizunehmen an dem

Kia: Tag. Ich gehe jeden Tag zum Sport. Der Unterschied jetzt aber.

Kia: Und da auch wieder die Brücke zu ziehen zu dem, was du vorhin

Kia: gesagt hast. Dieses Schädliche und Adasachi und wir müssen uns die Knochen

Kia: kaputt machen und wir haben dann Schmerzen. Ich gehe zum Sport und mache

Kia: neben Boxen, Kampfsport, Calisthenics einfach ein bis zweimal die

Kia: Woche etwas, was mich total tiefenentspannt. Und zwar mittlerweile Hot

Kia: Yin Yoga. Du liegst in einem Raum wie in einem Brutkasten und

Kia: du machst Yoga und fällst in die Bewegung und du bekommst genau, ich

Kia: sehe das Leben immer wie ein Yin und Yang. Alles ist im Widerspruch,

Kia: alles will in die Balance. Ich habe Kampfsport und zu diesem Kampfsport, zu

Kia: diesem hektischen Performance und du hast Schmerzen und du musst alles

Kia: geben,

Kia: kommt Yin Yoga, wo du einfach nur da liegst in deiner Körperhaltung

Kia: und loslässt und atmest und ruhig wirst. Und genau

Kia: das, dass du Sachen implementierst für dich, die langfristig

Kia: funktionieren. Und nicht sagen, ich ziehe jetzt drei Monate mal durch,

Kia: sondern dass du dir ein Leben aufbaust, was nachhaltig wirklich

Kia: Routine dir auch erlaubt auszuleben. Und zu sagen, ich gehe jeden Tag zum

Kia: Sport, aber, und jetzt spiegle ich dir das, ich habe die letzten drei

Kia: Tage so hart trainiert, dass ich am ganzen Körper Muskelkater habe, dann

Kia: gehe ich ins Gym, nehme mir ein Buch mit und lese.

Kia: Dann nenne ich das Gehirnjogging. Aber

Kia: darum geht es mir.

Gabriel: Aber das heißt, du machst jeden Tag was und an den Tagen, wo

Kia: Ich gehe jeden Tag zum Sport und genau

Gabriel: du nicht gehen würdest, gehst du und machst aber was Chilliges.

Kia: darum geht es, dass ich ein Bewusstsein für meinen Körper habe, einen

Gabriel: Mhm.

Kia: gesunden Zugang zu meinen Ressourcen und dass ich auch mal weiß, wann ich

Kia: mehr machen kann und wann weniger. Und dadurch,

Kia: da darf ich jetzt kurz mal flexen, ich mache über 14, 15

Kia: Muskelups. Ich bin, man sieht es jetzt nicht, aber ich bin wirklich extrem

Kia: gut trainiert, weil ich für mich gelernt habe, dass Regeneration

Kia: und Pausen absolut underrated sind. Also sie sind total unterschätzt.

Kia: In den Regenerationsphasen, da baust du am besten auf.

Kia: Vor allem auch, wenn du dich dann gut ernährst und viel Schlaf bekommst.

Kia: Das sind so die drei wichtigsten Sachen, wenn man Sport macht.

Kia: Und so eine Verletzung, wenn man dann ganz viel Gewichte nimmt und so,

Kia: diese Verletzungen, die man hat, die werden dich ja langfristig viel

Kia: stärker aus dem Konzept bringen, als zu sagen, okay, ich versuche

Kia: das gesund zu managen. Ich habe jetzt die letzten drei Jahre, seitdem ich

Kia: Kampfsport mache und auch Calisthenics und zum Fitness gehe, hatte ich

Kia: vielleicht zwei kleinere Verletzungen am Körper, trotz

Kia: Kampfsport. Und das zeigt mir eigentlich auch, dass ich einen sehr gesunden

Kia: Zugang zu Sport habe.

Gabriel: Ja, also das ist tatsächlich stark. Ich finde das cool, diese Art und

Gabriel: Weise, wie du es beschreibst, dass du an den Tagen, wo du nicht

Gabriel: gehst, halt einfach weniger machst. Das ist für mich nichts Neues, aber für

Gabriel: mich ist es sehr schwer, das auch umzusetzen, weil in dem Moment, weil

Gabriel: jetzt gerade im Gespräch, du erzählst mir, das ist vollkommen logisch, gar

Gabriel: kein Problem. In dem Moment, wo ich dann aber da sitze oder

Gabriel: da, was auch immer, und ich heute wäre jetzt Trainingstag und ich fühle

Gabriel: mich müde, ich fühle mich schlapp, ich fühle mich was auch immer

Gabriel: oder habe gerade überhaupt keinen Bock, keine Zeit.

Gabriel: In dem Moment, sich dann aber daran zu erinnern,

Gabriel: hier, dann mach eine Wiederholung, ist besser als nichts oder geh hin, mach

Gabriel: zwei Übungen, mach weniger oder mach Hälfte vom Gewicht, mach ein

Gabriel: Regenerationstraining.

Gabriel: In dem Moment denkt man da nicht dran. In dem Moment, wo man

Gabriel: sich erholen sollte, denke ich, bin ich so erledigt,

Gabriel: dass ich nicht, dass ich denke so, entweder ich pushe jetzt, dann pushe

Gabriel: ich noch weiter und noch weiter, bis ich dann wirklich vier, fünf Tage

Gabriel: Erholung manchmal brauche, weil ich dann einfach davor übersehe, weil ich in

Gabriel: dem Moment, wo ich denke, jetzt ist mein chilliger Tag, gar nicht dran

Gabriel: denke. Das ist eher das Problem, finde ich. Und wie erinnerst du dich

Kia: Okay.

Kia: Also es gibt zwei verschiedene Arten von Menschen bei diesem

Gabriel: daran so in dem Moment?

Kia: Problem, was du da beschreibst, mit dem Sport machen.

Kia: Ich habe dann Leute, es gab auch eine interessante Studie, glaube ich, dazu,

Kia: ich glaube ein Experiment war es, ich weiß gar nicht, ob es eine

Kia: Studie war, wo Leuten, die wirklich Schwierigkeiten haben, Sport zu machen,

Kia: die fettleibig waren, denen wurde einfach nur eine Gymmitgliedschaft bezahlt

Kia: und die hatten nur eine Aufgabe, die müssen jeden Tag nur hinfahren und

Kia: dürfen direkt wieder nach Hause.

Kia: Und nach kurzer Zeit, nach wenigen Tagen, wenn nicht Wochen,

Kia: waren alle, die dort hingefahren sind und jeden Tag wieder zurück, und die

Kia: fanden das ja idiotisch, haben dann angefangen zu trainieren, weil sie dann

Kia: dachten, wenn ich jetzt eh schon hier bin, kann ich ja fünf Minuten

Kia: was machen, zehn Minuten, 30 Minuten. Und so entstehen Routinen.

Kia: Du bist jetzt nicht auf der Seite, denen man motivieren muss, mehr zu

Kia: machen. Dir muss man deine Glaubenssätze

Kia: vielleicht challengen. Die muss man dir aufzeigen.

Kia: Für mich ist es kein Zeichen von Stärke, wenn ich sehe, dass du

Kia: dich verletzt oder ins Extrem gehst. Es ist eher ein Zeichen von

Kia: Stärke und Männlichkeit, sich selber so zu akzeptieren und zu sehen, wie man

Kia: ist und sich dann runterzuschrauben und Ruhe zu bewahren.

Kia: Ich glaube, du machst das dann aus welchen Gründen?

Kia: Warum glaubst du, musst du 100 % geben? Und da will ich auch

Kia: nochmal was sagen, das sage ich meinen Klienten auch ganz oft.

Kia: Wenn du aufwachst an einem Tag und du hast nur 30, 40 %

Kia: Energie an dem Tag und du gibst 30, 40%, dann hast du 100

Kia: % gegeben. Wir können uns nicht jeden Tag mit dem Tag davor vergleichen.

Kia: Wir können es über Wochen und Monate und Jahre vergleichen.

Kia: Tag zu Tag davor, das ist kein fairer Vergleich.

Kia: Wir sind Tag für Tag unterschiedlich.

Gabriel: Ja,

Gabriel: also ich muss sagen, ich finde es teilweise echt spannend, so in der

Gabriel: Theorie sind mir diese Sachen, die du beschreibst, auch so, wenn du 30

Gabriel: Prozent geben kannst, dann gib 30 Prozent, das ist immer noch besser als

Gabriel: Null, kann man auch sagen.

Gabriel: Ich muss sagen, Stand heute, wieso denke ich das, wieso mache ich das,

Gabriel: ist gar nicht so leicht für mich zu beantworten, da müsste ich vielleicht

Gabriel: auch länger nachdenken, weil ich ja schon nicht mehr es aus den

Gabriel: Gründen mache, aus denen ich angefangen habe und es schon verändere und

Gabriel: schon gesündere Umstände habe, also ich rede teilweise auch so, als hätte

Gabriel: ich es gar nicht im Griffen, wäre komplett aus der Balance,

Gabriel: aber wenn ich an dieses Thema, ich muss balanzierter denken, denke ich aus

Gabriel: der Position, wo ich eigentlich schon hier bei vielen Dingen bin, aber

Gabriel: eigentlich sozusagen, ich erzähle diesen Gap, ne, war das halt vielleicht

Gabriel: so, aber ich erzähle ihn halt ein bisschen größer, merke ich auch gerade,

Gabriel: weil ich mehr dann an dem Anfang mich da hineinfühle,

Gabriel: aber was vor allem früher bei mir war, wenn ich nicht 100 Prozent

Gabriel: gebe, dann kann ich es ja gleich lassen, so, weil ich will ja

Gabriel: das Maximum an Effizienz haben und ich will entweder richtig

Gabriel: oder gar nicht so mäßig, so dieses, wieder keine Balance, auch in meinen,

Gabriel: wie ich meine Ziele erreichen möchte, so,

Gabriel: vor allem halt früher, was Sport, was auch immer, wenn ich es nicht

Gabriel: richtig machen kann, dann mache ich es gar nicht.

Gabriel: Das ist halt so, zum Beispiel ein Freund von mir,

Gabriel: hat das beim Training zum Beispiel früher auch sehr oft so gesagt, die

Gabriel: Weihnachtszeit, ja den ganzen Dezember kann er nicht Sport machen und auf

Gabriel: Ernährung achten, weil da ist das, da ist das, so Weihnachtsmarkt und diese

Gabriel: ganzen Sachen, da hat er einfach keine Zeit dafür und dann ist eh

Gabriel: schon egal, ob er jetzt einen Tag die Woche Sport macht oder nicht,

Gabriel: dann scheißt er komplett drauf und das meine ich so, diese Mentalität sehe

Gabriel: ich auch oft bei anderen

Gabriel: und habe sie auch vor allem früher sehr, sehr viel bei mir selber

Gabriel: betrachten können und ich bin jetzt halt gerade dabei,

Gabriel: das eben zu lernen, hey, so letzte Woche hatte ich das, ich fühle

Gabriel: mich echt fertig,

Gabriel: ich glaube, ich gehe heute mal nicht trainieren und habe es dann einfach

Gabriel: mal nicht gemacht und ich merke dann jetzt so, morgen werde ich wieder

Gabriel: trainieren gehen, so, dass dieses,

Gabriel: es ist jetzt einfacher geworden, damit zu leben, jeder hat mir Pause

Gabriel: gemacht, ist überhaupt kein Stress, alles gut, aber in dem Moment,

Gabriel: früher hätte ich einfach nicht Pause gemacht, früher hätte ich dann in

Gabriel: solchen Momenten, wenn ich mich entscheide, da jetzt durchzuziehen, ohne

Gabriel: Pause, mit 100 % Disziplin durchgezogen und deswegen hatte ich auch früher

Gabriel: Einzelverletzungen, die wir so gröber waren, im Gym, weil ich mich zu sehr

Gabriel: gepusht habe, weil ich immer so im Kopf hatte, ich mache zu wenig,

Gabriel: ich mache zu wenig, das heißt, für mich ist noch immer, Jahre später,

Gabriel: nachdem ich schon sehr gut für mich selber geworden bin, in Regenerieren, in

Gabriel: Pausen machen, noch immer ein Riesenthema, weil ich einfach merke,

Gabriel: anstatt so gefühlt, die ganze Zeit mich ausgebrannt zu fühlen und overall

Gabriel: keine Energie zu haben, das hatte ich auch mal eine Zeit lang, sehr

Gabriel: erfolgreich, dass ich einfach,

Gabriel: sobald Energie da war, habe ich sie ausgegeben, sobald Energie dir war, habe

Gabriel: ich sie ausgegeben, das heißt, ich konnte meinen Speicher nie auffüllen und

Gabriel: habe dadurch irgendwann mal gemerkt, ich dachte immer so, ich habe keine

Gabriel: Kraft, ich habe keine Energie und Lebensfaden, wo ich auch depressiv war, wo

Gabriel: ich irgendwann mal gemerkt habe, naja, aber woher sollst du auch mal Kraft

Gabriel: und Energie bekommen, wenn du dich ja nie ausrufst, wenn du dich immer

Gabriel: nur dafür verurteilst, dass du dich ausruhen musst und sobald Energie da

Gabriel: ist, sofort aufs Gas drückst und deswegen ist es so mittlerweile, okay,

Gabriel: ich fange an, dann Pausen zu machen. Ich merke, ich bin noch immer

Gabriel: nicht dort, wo ich hin möchte und ich glaube, das ist auch für

Gabriel: viele Leute, dieses Unterregen, sozusagen die meisten Leute sind nicht

Gabriel: überarbeitet, sie sind eher unterregeneriert und das bin ich noch immer und

Gabriel: ich bin, glaube ich, schon so, für das, wo ich gestartet habe, finde

Gabriel: ich, dass ich sehr weit gekommen bin und sehe trotzdem noch, wie weit

Gabriel: der Weg wirklich ist und vielleicht sogar ein ewig langer Weg ist, dass

Gabriel: man das richtig lernt und auch zu wissen, hey, wann pushe ich mich,

Gabriel: wann pushe ich mich nicht,

Gabriel: finde ich schon sehr, sehr interessant und wenn du da gerade so Videos

Gabriel: beschreibst, hast du einfach ein,

Gabriel: weiß ich, wie hast du das überhaupt lernen müssen oder war das bei

Gabriel: dir schon immer integriert eigentlich, dieses Körpergefühl und dieses, wie

Gabriel: du mit solchen Sachen umgehst?

Kia: Gute Frage. Ich habe ja gesagt, die meisten Dinge, die ich beraten kann,

Kia: die habe ich selber durchlebt. Oder die, die ich am besten beraten kann.

Gabriel: Mhm,

Kia: Und ich bin selber ein Mensch, der extrem exzessiv war,

Kia: Dinge immer mit 200 % gemacht hat. Und durch diese

Kia: Art von Ausbrennen, Verbrennen habe ich meine Erfahrungen gemacht und

Kia: habe rumgespielt. Als Psychologe, man ist immer neugierig, man hinterfragt

Kia: alle Glaubenssätze, man spielt rum mit Verhaltensweisen, mit Ernährung.

Gabriel: mhm,

Kia: Ich habe immer wieder Ernährungspläne gewechselt und, und, und.

Kia: Bis man einen Weg findet, der für einen nachhaltig funktioniert.

Kia: Und für mich funktioniert nachhaltig zu sagen, auch heute nach dem Podcast

Kia: werde ich definitiv zum Sport gehen. Und werde dort erst

Kia: entscheiden, welche Art von Sport ich machen werde.

Kia: Aber, ne, das ist etwas über Erfahrung, sage ich, ne.

Kia: Also man muss die Erfahrung machen, langfristig.

Gabriel: mhm,

Kia: Wie geht es mir damit am besten? Was funktioniert für mich am besten?

Kia: Ich sage nicht, dass jeder Mensch jeden Tag zum Sport gehen sollte.

Kia: Aber jeder Mensch sollte sich über einen Plan darüber, also einen Plan

Gabriel: mhm,

Kia: darüber haben, wann ich zum Sport gehe und wann nicht.

Kia: Ne. Kannst ja auch sagen, an den Tagen, wo ich mich wirklich gar

Kia: nicht fühle, gehe ich nicht. Sonst gehe ich immer hin.

Kia: Grundsätzlich trainiere ich aber nur dreimal die Woche sehr schwer.

Kia: Und wenn du dieses Pensum von dreimal die Woche...

Gabriel: Also ich mache dreimal die Woche schweres, ja, also ich könnte aktuell gar

Gabriel: nicht mehr Krafttraining machen, das habe ich aber auch lernen müssen, dass

Gabriel: ich nicht zu schwach bin, weil ich nur dreimal die Woche an mein

Gabriel: Limit gehen kann, sondern dass es einfach normal ist, dass man sonst dann

Gabriel: nerven, also ich, drei Monate am Stück geht das problemlos, öfters

Gabriel: trainieren und dann irgendwann, du bist so ausgebrannt und denkst, jetzt

Gabriel: musst du nochmal pushen, nochmal pushen und dann gehst du dann Crash dort

Gabriel: einfach und das habe ich schon sehr oft geschafft in meinem Leben,

Gabriel: aber,

Gabriel: was ich zum Beispiel sehe, so, ich gehe jeden Tag meine 10.000

Gabriel: Schritte, dreimal die Woche trainieren und laufe und Cardio, wenn ich Bock

Gabriel: habe, mal ist es mehr, meistens ist es weniger und das finde ich

Kia: Hm.

Gabriel: trotzdem so, wie du es auch beschreibst, du bist wahrscheinlich genau den

Gabriel: gleichen Weg dann gegangen, hast auch öfters mal zu viel gemacht,

Gabriel: ausgebrannt und dann,

Kia: Definitiv. Ja. Ist auch vollkommen normal, dass man

Kia: sich ausprobieren muss, sage ich mal, im Leben, ne.

Kia: Ich sage immer,

Kia: ja, ist halt ein Zeichen von Intelligenz, wenn man schafft,

Kia: schneller aus seinen Fehlern zu lernen, ne. Es gibt Menschen, die verletzen

Gabriel: mhm,

Kia: sich immer und immer wieder. Ich habe teilweise Freunde jetzt mittlerweile

Kia: wie in unseren 30ern, die haben bis heute ihre Schulter - oder

Kia: Ellbogenprobleme vom Trainieren.

Kia: Ja, finde ich sehr schade, weil Sport wirklich so ein gutes,

Gabriel: mhm,

Kia: so eine gute Funktion vom Regulieren hat. Ne. Für mich ist es

Kia: absolute Therapie. Also deswegen sage ich ja auch, ich gehe selber

Gabriel: mhm,

Gabriel: mhm, ja, definitiv,

Kia: jeden Tag dahin. Für mich ist es der Ausgleich vom Alltag zum

Kia: Alltag. Ähm. Kopfhörer aus. Ich höre teilweise manchmal nicht mal Musik oder

Kia: ein Podcast, sondern einfach nur auf Stumm. Und bin dann die ganze Zeit

Kia: mit meinem Körper. Und meinen Gefühlen. Und, ne, ich gehe auch, ähm,

Gabriel: mhm,

Gabriel: mhm,

Kia: tatsächlich jeden Tag dann runter in den Spa -Bereich und in die Sauna.

Kia: Ist jetzt nicht so gesund wieder. Da fangen wir wieder an, was ich

Gabriel: ah,

Kia: derzeit raus, ne. Also versuche zu optimieren, ist mein Verhältnis, wie

Gabriel: mhm,

Kia: oft gehe ich in die Sauna. Ich gehe tatsächlich jeden Tag in die

Kia: Sauna. Und

Gabriel: aber ist das ungesund? Hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht gedacht, eher

Kia: würde ich nicht sagen, aber,

Gabriel: Sauna als,

Kia: ähm, es kann ungesund sein, wenn man dann zwei, naja,

Gabriel: mhm,

Gabriel: also solltest deine Eier kühlen,

Kia: das, naja, will ich jetzt derzeit Kinder zeugen.

Gabriel: das ist tatsächlich so, das ist das Einzige,

Kia: Ja,

Kia: das habe ich auch. Also es gibt ja verschiedene Sachen, ne.

Kia: Aber ja, ähm, äh, grundsätzlich in die Sauna gehen, wenn du dann

Gabriel: mhm,

Kia: zwei, drei Aufgüsse machst jeden Tag, da hast du nicht mehr, ne.

Gabriel: mhm,

Kia: Da verlierst du ganz schön viel,

Kia: ähm, sag schon,

Gabriel: Wasser, Elektrolyte, Salz,

Kia: Elektrolyte, Salze, ne. Ja, und, ähm, das ist dann nicht mehr so

Gabriel: mhm,

Kia: gesund. Habe ich selber schon gemerkt. Wenn man jetzt einmal am Tag geht

Kia: für 15 Minuten, das ist vollkommen in Ordnung.

Kia: Für mich persönlich. Aber,

Gabriel: ah, das heißt, du hast es halt einfach übertrieben und dann gemerkt, wenn

Kia: ja, genau.

Gabriel: ich es jetzt so oft mache, aber finde ich,

Kia: Weil ich da aber auch noch nicht das Mittel gefunden habe, ne.

Kia: Und da sage ich ja, es geht im Leben darum, dass du, dass

Gabriel: mhm,

Kia: du rausfindest für dich selber, was ist das beste Mittel, wie funktioniere

Gabriel: mhm,

Kia: ich am besten. Weil ich will ja Sauna, ich will diese Sauna auf

Kia: Güsse ja mitnehmen. Vielleicht muss ich nur nicht zwei oder drei jedes Mal

Gabriel: mhm,

Kia: mitnehmen.

Gabriel: mhm, was ich dir in unserem Vorgespräch habe ich dir von Retard -Maxing

Gabriel: erzählt, erinnerst du dich daran?

Kia: Hast du mal genannt? War total neu. Ich habe es, äh, vergessen, um

Gabriel: Wo ich so, ja,

Kia: ehrlich zu sein. Klär mich nochmal auf.

Gabriel: ich muss jetzt mal kurz die offizielle Definition nehmen bei Googlen, ich

Gabriel: bin mal so frei

Kia: Retard -Maxing.

Gabriel: und

Gabriel: genau, warum stehe ich da jetzt keine

Gabriel: Erklärung?

Gabriel: Das ist jetzt schon wieder,

Gabriel: weil es ist immer, eine KI -Zusammenfassung, genau jetzt im Podcast, wenn

Gabriel: ich es schnell brauche, gibt es nicht, Retard -Maxing ist ein Viral, was

Gabriel: ist das für ein Wort? Viral -Lyna -Internet -Trend, das habe ich noch

Gabriel: nie gelesen, das Wort, also Hintergrund und Bedeutung,

Gabriel: ist eine Internet -Endung -Maxing, ist Lux -Maxing, hast du sicher schon mal

Gabriel: gehört, oder?

Kia: Ja, ja, na klar. Das sagt mir was.

Gabriel: Also genau, das ist jetzt ein Maxing -Begriff im Internet, und Retard ist

Gabriel: halt dieses, ähm, auch dieses Übertriebenes, auch mein Humor ist, sozusagen,

Gabriel: einfach sarkastisch, sich als behindert darzustellen, sozusagen, und das

Gabriel: heißt, sich behindert, behindert -Maxen, sozusagen, ist jetzt nicht so

Gabriel: politisch korrekt wahrscheinlich, aber es funktioniert, und

Gabriel: die Sachen, die man macht, Schluss mit dem Grübeln, viele Menschen verlieren

Gabriel: viel zu viel Zeit mit Sorgen oder dem perfekten Plan, Fehler sind egal,

Gabriel: man nimmt Druck von sich, wenn etwas schief geht, ist es nicht schlimm,

Gabriel: dritte, einfach machen, unperfekter Start ist besser als ewiges Warten, und

Gabriel: als jemand, der deswegen auch viel nicht gelernt hat oder nicht schnell

Gabriel: genug gelernt im Leben, weil ich erstmal

Gabriel: intellektuell das Problem von allen Seiten anschauen muss und verstehen muss

Gabriel: und was auch immer, oder musste in dem Fall,

Gabriel: ist dieser Begriff, das Retard -Maxing, eine massive Befreiung gewesen,

Gabriel: weil es wahrscheinlich das ist, was die meisten Menschen ist, einfach mal

Gabriel: machen und schauen, was passiert und dann adaptieren, weil du viel schneller

Gabriel: weiterkommst. Und das ist ja das, was du mir gerade so ein bisschen

Gabriel: beschreibst und machst einfach mal, ah okay, dreimal ist zu viel, dann gehe

Gabriel: ich halt jetzt weniger oder zum Beispiel könntest du auch einfach

Gabriel: Elektrolyte danach nehmen und einfach Salz mitnehmen, Salz essen, also ja,

Kia: Ist so lustig. Habe ich, habe ich genau dabei tatsächlich.

Kia: Habe ich die letzten Male ausprobiert. Ich habe gemerkt, dass ich nicht mit

Kia: Elektrolyten ausreichend, ähm, supplementieren konnte oder substituieren

Kia: konnte den Verlust. Deswegen habe ich jetzt als neue Faustregel mehr als

Kia: zwei Aufgüsse, mache ich auf keinen Fall. Oder, und jetzt habe ich gemerkt,

Gabriel: ja,

Kia: was für mich am besten funktioniert hat, dass ich sage, ich gehe, ähm,

Kia: jeden Tag in die Sauna. Aber ich erlaube mir nur alle zwei bis

Kia: drei Tage, eigentlich so zweimal die Woche, nur mehrere Aufgüsse.

Kia: Also das sind wirklich so ein, zwei Stunden unten zu sein.

Kia: Und, ne, also da probiert man sich immer wieder aus.

Kia: Retard -Maxing ist in mir, aber, also höre ich zum ersten Mal tatsächlich,

Kia: ist das aus Amerika, oder?

Gabriel: natürlich ist das Amerika, wie alles, also ich bin gespannt, also ich

Kia: Ach, Hammer.

Gabriel: glaube, ich glaube, ich bin so im deutschsprachigen Raum,

Gabriel: bin ich glaube ich der, der das groß machen wird.

Kia: Retard -Maxing?

Gabriel: Nein, aber ich habe es tatsächlich noch nie gehört von jemand anderem, aber

Kia: Ich auch nicht, tatsächlich.

Gabriel: ich konsumiere selber, nein, aber ich habe, ich konsumiere halt sehr viel

Gabriel: Content auf Englisch und vor allem die meisten Podcasts und alles so ist,

Gabriel: ich höre auch keine deutschen Podcasts bis auf einen tatsächlich,

Gabriel: aber deswegen weiß ich auch nicht, aber ich habe es zumindest auf Instagram

Gabriel: scrollen und so weiter noch nicht so wirklich mitbekommen, außer ich

Kia: Ja.

Gabriel: vergesse da gerade irgendwas, aber es wäre mir jetzt nicht im Kopf, dass

Gabriel: da wirklich Leute Retard-Maxxing benutzen haben, ich finde, das ist halt für

Gabriel: jemanden, der Overthinking macht, halt einfach und meinen Humor teilt, das

Gabriel: ist für mich Retard-Maxxing, das kommt einfach gut an bei mir,

Gabriel: das funktioniert, einfach machen, aber das ist ja genau, was du machst, du

Gabriel: gehst in die Sauna, dann probierst du das nächste aus, sozusagen, anstatt in

Gabriel: der Vergangenheit hätte ich gesagt, ah, ich will Sauna gehen und muss jetzt

Gabriel: erst einmal

Gabriel: sechs Jahre recherchieren, wie oft und welche Frequenzen, was für

Gabriel: Elektrolyte und brauche ich jetzt einen Saunahut oder brauche ich jetzt das

Gabriel: oder brauche ich jetzt das und wie oft und hätte es dann sozusagen

Gabriel: am Ende wahrscheinlich nicht einmal gemacht oder brauche ich pro Ding, das

Gabriel: ich mache, sehr, sehr lange, weil ja das alles so genau zu verstehen,

Gabriel: einfach nicht, du kannst ja dann nicht so viel machen, also sozusagen,

Gabriel: deswegen bin ich dann sehr viel im Kopf gewesen in meinem Leben, in

Gabriel: der Analyse und dieses Retard -Maxing ist für mich das

Gabriel: Beste überhaupt und das kann ich mit Balance einsetzen, das muss ich

Gabriel: tatsächlich sagen, also es ist nicht alles in meinem Leben jetzt gere -tar

Gabriel: -t -maxed,

Gabriel: aber ein bisschen mehr getar -tet sich zu.

Kia: In welchem Lebensbereich nutzt du das?

Gabriel: Podcast, extrem viel, ob ich jetzt die Sonnenbrille aufsetze oder nicht, ich

Gabriel: denke nicht drüber nach, ich habe heute Bock gehabt, die Sonnenbrille

Gabriel: aufzusetzen, ich setze sie auf, ich habe teilweise

Gabriel: in letzter Zeit Bock mal gehabt, Trainingsplan zu ändern, ich habe ihn

Gabriel: einfach geändert und dann, in den letzten zwei Wochen bin ich wieder

Gabriel: schlechter, wieder angefangen, mehr über Sachen nachzudenken, anstatt

Gabriel: einfach zu machen und je mehr ich aber immer mache und je mehr

Gabriel: ich das in eigentlich allen Lebensbereichen

Gabriel: anwende, desto besser geht es mir und deswegen sage ich auch, weil ich

Gabriel: auch jemand bin, der jetzt nicht, wenn du mir jetzt sagst, Retard -Maxing,

Gabriel: heißt das nicht, dass ich aufhöre zu analysieren, das heißt für mich aber,

Gabriel: dass ich anfange zu tun, deswegen ist das für mich so geil und

Gabriel: seitdem ich das irgendwann,

Gabriel: also ich habe letztes Jahr schon mal ganz krass das Learning machen dürfen,

Gabriel: dass einfach Aktion viel wichtiger ist, als jedes,

Gabriel: wie soll ich das sagen, jedes, jedes, jedes drüber nachdenken und einfach

Gabriel: machen, die Antwort ist, also ich glaube, den Satz, es gibt nichts Gutes,

Gabriel: außer man tut es, kenne ich seit meiner Kindheit, aber der macht jetzt

Gabriel: erst so richtig Sinn, aber trotzdem

Gabriel: rutsche ich immer wieder zurück in alte Muster, deswegen hört man mich im

Gabriel: Podcast auch mit sehr vielen Gästen so drüber reden, hey, wie komme ich

Gabriel: ins Umsetzen, wie komme ich in das, weil man das ja auch durch

Gabriel: viele Wiederholungen darüber sprechen, hilft mir dann auch

Gabriel: tiefer festigt und da muss man gar nicht mehr drüber nachdenken und macht

Gabriel: die Dinge halt einfach,

Gabriel: was jetzt auch wieder retard maxing wäre, aber in dem Fall sind es

Gabriel: einfach Verhaltensweisen, so Zähneputzen muss ich jetzt auch nicht drüber

Gabriel: nachdenken

Kia: Wie verändert sich denn Verhalten?

Gabriel: und

Gabriel: durch retard maxing

Gabriel: oder durch was jetzt genau?

Kia: Nein, grundsätzlich.

Gabriel: Also du meinst jetzt, wie man sein Verhalten verändert sozusagen,

Kia: Ja.

Gabriel: wie verändert sich Verhalten, indem man sein Verhalten ändert,

Gabriel: oder?

Kia: Und wie oft musst du das machen?

Gabriel: Also einfach was,

Gabriel: ich glaube, die Antwort ist gleichzeitig eins und so

Gabriel: oft, bis man nicht mehr drüber nachdenken muss, also die beiden Antworten

Kia: Also automatisieren auch.

Gabriel: stimmen, oder? Also man muss es einmal machen, dann hat man es einfach,

Kia: Übungen.

Gabriel: genau, man muss es einmal anders machen, dann hat man es verändert und

Gabriel: dann muss man es üben und automatisieren, damit man es wirklich, dass das

Gabriel: ist das, was ich eigentlich als verändert annehmen würde und da würde ich

Kia: Genau.

Kia: Du

Gabriel: sagen, individuell, wie lange das dauert.

Kia: hast ein Problem erkannt für dich. Du hast dann eine Lösung gehabt,

Kia: Retard -Maxing, hast einen Plan gemacht. Und dann hast du Lebensbereich

Kia: jetzt, wo du selber gesagt hast, okay, beim Podcast bin ich

Kia: tiefenentspannter, mache ich, mache ich, mache ich.

Kia: Jetzt machst du deine Erfahrungen daraus. Jetzt guckst du, wie ging es mir

Kia: damit. Und aus dieser neuen Erfahrung

Kia: erlaubst du dir dann für das nächste Mal intuitiver zu

Kia: handeln. Und darum geht es dann letzten Endes.

Kia: Wenn ich Sachen mache in meinem Alltag, vieles ist intuitiv.

Kia: Wenn ich mit meinen Klienten spreche, das ist so viel schon intuitiv.

Kia: Ich höre direkt raus, ah, hier muss ich ein Perspektivwechsel einbauen.

Kia: Oh, hier müssen wir in die Kindheit schauen. Oh, hier höre ich einen

Kia: Widerspruch. Und das ist unbewusste Kompetenz, aber die schaffst du nur

Kia: durch Übung. Und wenn du sagst, wie verändere ich mein Verhalten?

Kia: Ich habe Klienten, die in allen möglichen Lebensbereichen funktionieren,

Kia: aber in einer Sache vielleicht nicht. Vielleicht sind die nicht so

Kia: empathisch. Und was mache ich dann mit denen? Ich übe das.

Kia: Ich trainiere sie darauf. Und mit jedem Training, mit jeder Wiederholung

Kia: werden sie besser. Und es wird unbewusst besser.

Kia: Und es wird intuitiv besser. Und genau so dann dein Retard

Kia: -Maxing ist jetzt für dich wahrscheinlich genau der Schlüssel zum Erfolg,

Kia: intuitiv zu trainieren. Zu trainieren, mehr in die Handlung zu kommen.

Gabriel: Genau, und das ist es halt einfach und das

Gabriel: ist für mich, also für mich ist es wirklich das, was unfassbar gut

Gabriel: funktioniert, deswegen rede ich auch gern drüber, immer mit dem

Gabriel: Augenzwinkern, aber bis zu einem gewissen Grad funktioniert es einfach

Gabriel: wirklich krass gut, einfach zu sagen, so vor allem bei Dingen, die

Gabriel: nicht viel Geld kosten, wo man sagt, hey, will ich jetzt das haben,

Gabriel: will ich jetzt das machen, ja, in dem Moment, wo man drüber nachdenkt,

Gabriel: einfach mal machen, einfach mal probieren, will ich jetzt den Trainingsplan,

Gabriel: das ist schon geil,

Kia: Du sagst, bis zu einem gewissen Grad. Bis zu welchem gewissen Grad?

Gabriel: aber, jetzt haben wir,

Gabriel: ja, also zum Beispiel,

Kia: Also wo dann nicht?

Gabriel: ich würde mir jetzt keinen Ferrari kaufen, nur weil ich ihn jetzt haben

Gabriel: will,

Kia: Okay.

Gabriel: also sozusagen, es muss schon so ein gewisser, so Grad sein und ich

Gabriel: glaube, da bin ich halt auch gerade dabei, am Ausweiten,

Gabriel: inwieweit ich, ähm,

Gabriel: einfach mache und einfach tue und dann auch einfach eben, ähm,

Gabriel: ich tue das retard maxen, retard maxen, merke ich gerade eigentlich, also

Gabriel: ich, ich tue weniger drüber nachdenken, wie viel ich über Sachen nachdenke,

Gabriel: aber dann sozusagen dort auch, ähm, step by step und einfach probieren,

Gabriel: ich, sozusagen, ich mache halt einfach mal, ich retard maxe mal, und dann

Gabriel: schaue ich, was passiert und dann tue ich wieder adaptieren, obwohl das ja

Gabriel: eigentlich dann wieder doch nicht retard maxing wäre, weil ich glaube, da

Gabriel: wäre dann die fehlende Meta -Ebene der drüber Reflexion, weiß ich nicht, ob

Gabriel: das, ob das erlaubt ist im retard maxing, in meiner Definition auf jeden

Gabriel: Fall schon, aber ja, was mich gerade dann interessiert, ähm,

Gabriel: wenn du selber

Gabriel: so viel eigentlich gelernt hast, Psychologie, ein Master gemacht hast,

Gabriel: hast du dann selber eigentlich noch so Probleme im Leben?

Gabriel: Also ich gehe davon aus, ja, aber wie, wie, wie, wie,

Gabriel: wie gehst du damit um? Wie findest du das? Oder warum kannst du

Gabriel: dann teilweise, wenn du zum Beispiel sagst, du Probleme über Jahre nicht

Gabriel: lösen, wenn du eigentlich wirklich eine Aktion bist und die

Gabriel: wichtigsten Tools hast, was hält dich dann noch manchmal zurück, irgendwie

Gabriel: was zu ändern?

Kia: Nochmal, wie war das Ende?

Gabriel: Wenn du hast, du hast, du weißt, du weißt, dass du handeln musst

Kia: Ja,

Gabriel: und du weißt, wie du handeln musst, aber du hast trotzdem noch Probleme.

Gabriel: Warum? Wie würdest du das erklären?

Kia: dass ich weiß, dass ich handeln muss und

Kia: ich mache es auch.

Gabriel: Nein, nein, du weißt, wie du handeln musst, so meine ich das, du

Kia: Ja?

Kia: Ja?

Gabriel: weißt, was du tun musst. Du tust die Dinge auch, du hast sozusagen,

Gabriel: du hast die Theorie, du weißt, dass du es in die Praxis bringen

Gabriel: musst und trotzdem hast du aber noch Probleme am Ende des Tages, weil

Gabriel: ein Mensch immer Probleme hat. Wie, wie gehst du damit um als Psychologe,

Gabriel: der sozusagen sehr viele Skills hat, auch auf solchen Ebenen und trotzdem

Kia: Ich

Gabriel: hört es ja nie auf?

Kia: sehe das immer so wie, ich mache das immer so ein bisschen metaphorisch,

Gabriel: Wie sieht das bei dir aus?

Kia: erkläre ich das Klienten. Ist wie so ein Upleveln, ne?

Kia: Und man kann in allen Lebensbereichen so hochleveln.

Gabriel: Mhm,

Kia: Bei FIFA gibt es da immer so dieses, ich weiß gar nicht, ob

Kia: es ein Oktagons ist, aber so, du weißt ja, dieses Shape, ne?

Gabriel: mhm,

Kia: Wo man dann hat, hier ist irgendein Skill, hier ist ein Skill, Passstärke,

Kia: Schussstärke, Geschwindigkeit, Teamplayer und, und, und.

Gabriel: mhm,

Kia: Und genau so sehe ich das Leben auch. Und mit jedem Level Up,

Gabriel: mhm, mhm,

Kia: das du hast, kommen natürlich neue Probleme. Und früher war ich

Kia: angestellt und hatte Probleme mit meiner Chefin

Kia: klarzukommen, mit Kollegen und, und, und. Ne? Das sind neue Probleme für

Kia: mich gewesen. Jetzt bin ich selbstständig und habe natürlich neue Probleme,

Kia: die ich davor gar nicht zu bewältigen hatte. Und das konfrontiert einen

Gabriel: mhm,

Kia: natürlich immer mit Ängsten, aber es ist vollkommen normal, dass die

Kia: Probleme, die entstehen, dann immer neuere sind.

Kia: Weil die Probleme, die du in der Vergangenheit bewältigt hast, da hast du

Kia: ja jetzt die Kompetenz, sie wieder zu bewältigen.

Kia: Das heißt, die Probleme erreichen dich immer auf dem Niveau, auf dem

Kia: Funktionsniveau, auf dem du bist. Du erreichst ein Plateau, jetzt

Gabriel: mhm,

Kia: machst du mich selbstständig, jetzt kommen neue Hürden.

Kia: Und die muss ich jetzt wieder neu bewältigen. Ist immer wieder wie so

Kia: ein Level, Level 10, Level 20, Level 30. Du levelst ab, du levelst

Kia: ab. Deswegen, es gibt kein Leben ohne Probleme.

Gabriel: mhm,

Kia: Wir werden auch nicht, also ich sage mal, wir werden einfach nur stärker.

Kia: Du wirst immer und immer stärker. Du wirst resilienter, du wirst kompetenter

Kia: im besten Fall. Du sollst jedenfalls dafür arbeiten, dafür tun, dass du

Kia: kompetenter wirst.

Gabriel: mhm,

Gabriel: und wie gehst du damit um? Es kommt jetzt irgendwie, du hast dich

Gabriel: selbstständig jetzt gemacht, viel Angst dabei und sozusagen, dass du davor

Gabriel: normalen Angestellten einen Job hast, Selbstständigkeit startet, wie gehst

Kia: Ja,

Gabriel: du mit dem um? Wie löst du das mittlerweile? Ich gehe mal davon

Gabriel: aus, dass du mittlerweile sehr kompetent auch bist, darin deine Probleme zu

Gabriel: lösen, oder?

Kia: also ich habe einen Glaubenssatz, der mir dabei wirklich sehr gut hilft.

Kia: Ängste sind dazu da, um sie zu bewältigen.

Kia: Ängste zeigen mir, wo ich Defizite habe oder haben kann.

Kia: Und hinter Angst, und das sage ich all meinen Klienten, hinter Angst steckt

Kia: immer Wachstum.

Kia: Und wenn du das verinnerlichst, hinter jeder Angst kann Wachstum stecken.

Gabriel: Mhm, mhm. Definitiv.

Kia: Wenn du das verinnerlichst, dann weiß ich, okay, mein Ziel ist es,

Kia: diese Angst zu überwinden. Ich habe Angst, vielleicht nicht so erfolgreich

Kia: zu sein, mich selbstständig zu machen.

Kia: Und genau deswegen will ich das. Okay?

Kia: Ich weiß ja gar nicht, ich kann ja auch scheitern.

Gabriel: Das heißt, du probierst,

Kia: Ich bin frisch selbstständig, ich weiß nicht, ob das jetzt funktionieren

Gabriel: mhm,

Kia: wird oder nicht. Aber genau deswegen mache ich es.

Kia: Weil ich mich quasi challenge, ins nächste Level zu kommen.

Kia: Weil ich mich challenge, mit neuen Ängsten und Problemen konfrontiert zu

Kia: sein. Weil ich weiß, wenn ich die bewältige, bin ich noch um einiges

Kia: resilienter. Ich kann immer zurückgehen, ich kann immer wieder angestellt

Kia: arbeiten. Aber das ist der Weg, den ich für mich genommen habe, der

Gabriel: mhm,

Kia: mich zum nächstgrößeren, nächstkompetenteren Menschen macht.

Kia: Und darum geht es.

Gabriel: mhm, mhm, ähm, finde ich gut, was ich mit, also ich finde auch

Gabriel: so, the only way is through, glaube ich von Jocko Willink, ähm, Zitat,

Gabriel: aber was ich mir gerade denke, weil du sagst, du kannst auch scheitern,

Gabriel: sollte man sich bewusst sein, aber bist du jemand, der sowas wie

Gabriel: manifestieren oder sowas macht? Hat das für dich einen Wert?

Kia: Tatsächlich in letzter Zeit, gerade weil ich jetzt auch die letzten Jahre

Kia: immer wieder in Asien bin und ich habe sehr viele Berührungspunkte mit dem

Kia: Buddhismus.

Kia: Und

Gabriel: Mhm,

Kia: ich manifestiere mittlerweile schon sehr stark.

Kia: Deswegen habe ich vorhin auch, als ich dir gesagt habe, wie du mit

Kia: dir selber in deinem Kopf redest, das entscheiden.

Kia: Das ist ein Stück weit gehört da auch Manifestation da rein.

Kia: Wir haben eines der unerforschtesten Sachen in der Psychologie bis

Gabriel: mhm,

Kia: heute in der Medizin ist Placebo. Wir haben keine Erklärung für

Kia: Placebos. Ich kann dir Schmerztabletten geben und dann andere

Gabriel: mhm,

Kia: Schmerztabletten, wo nichts drin ist. Und trotzdem hat es einen Effekt.

Gabriel: Brand und On Brand.

Gabriel: Achso, ja, das auch, also ich finde eher, dass die Marke mit dem

Gabriel: gleichen Wirkstoff mehr hilft, als die, als das Off Brand Produkt, das finde

Kia: Zum Beispiel.

Gabriel: ich noch viel verrückter. Ähm,

Kia: Aber da merkst du ja, wie viel Kraft und wie viel

Gabriel: also das,

Kia: Veränderungsbereitschaft alleine nur durch die Kraft deiner Gedanken

Kia: schickt. Und deswegen ist es auch so wichtig, eine wohlwollende Haltung dir

Gabriel: mhm,

Kia: selbst gegenüber im Leben zu haben. Dass du dir selbst dein bester Freund

Kia: bist. Dass du ein guter Partner für dich selber bist.

Gabriel: mhm,

Kia: Dass du mit einer guten Stimme zu dir selber sprichst.

Gabriel: was, was mir gerade einfällt, was du gerade so sagst, das habe ich,

Gabriel: ähm, tatsächlich, ähm,

Gabriel: schon gelernt, gut mit mir zu reden und so weiter, und auch dieses,

Gabriel: was ich vorgesagt habe, ich selber so ein fettes Schwein, das war etwas,

Gabriel: und das finde ich gerade ganz spannend, äh, zu erkennen, das habe ich

Gabriel: früher, habe ich immer mich so beleidigt, sag ich, du fette Schwein, jetzt

Gabriel: mach mal was, und ich habe irgendwie, du hast irgendwie eine Art und

Gabriel: Weise, mir Fragen zu stellen, oder auf mich zu reagieren, wo du mich

Gabriel: so ein bisschen so,

Gabriel: zu den Ursprüngen meiner Probleme gedanklich hinbringst, und ich antworte

Gabriel: dann auch aus der Position, und gar nicht von dem heutigen Stand, das

Gabriel: wäre jetzt gerade so aufgefallen, wo du es wieder erwähnt hast, ja, ich

Gabriel: habe, ich weiß das, aber ich habe vorher trotzdem anders geredet, das finde

Gabriel: ich ganz interessant, dass du da so einen Einfluss auf mich nehmen kannst,

Gabriel: in dem Gespräch,

Gabriel: da denke ich mir auch, wie geht es dir da im Alltag damit,

Gabriel: du bist Psychologe, hast du das Gefühl, dass dich Leute anders behandeln,

Gabriel: oder dass du Leute anders behandelst, also auch Vor - und Nachteile davon

Gabriel: im Privatleben,

Kia: Ja, definitiv. Also alles hat Vor - und Nachteile.

Kia: Also in meinem Freundeskreis finde ich das super, weil es, also

Kia: auch da hat Vor - und Nachteile. Aber viele meiner Freunde

Gabriel: ja,

Kia: kontaktieren mich, fragen mich um Rat.

Kia: Vorteil, ich fühle mich gebraucht. Ich kann helfen.

Kia: Ich fühle mich wertgeschätzt. Nachteil, ich muss auch mal Sonntag um 23

Kia: Uhr mit einer Freundin telefonieren, der ich denselben Ratschlag wie die

Kia: Wochen da vorgebe und sie trotzdem am nächsten Tag wieder mit ihrer Ex

Kia: -Freundin ist.

Kia: Mit der Ex -Freund, ne? Also es hat alles Vor - und Nachteile,

Gabriel: ja, ja,

Kia: ne?

Kia: Grundsätzlich aber ein riesen Vorteil.

Gabriel: aber das ist ja jetzt auch nicht Psychologe exklusiv, oder würdest du schon

Gabriel: sagen,

Gabriel: dass halt dadurch einfach jeder zu dir kommt, in deinem Freundeskreis, weil

Gabriel: du besser helfen kannst, weil ich finde schon so, Leute kommen auch zu

Gabriel: mir, weil sie irgendwie Probleme haben, oder ich gehe auch immer zu

Gabriel: unterschiedlichen Leuten, wenn ich ein Problem habe, das heißt, würdest du

Kia: Das

Gabriel: sagen, ist es bei dir vielleicht einfach aufgeblasener, oder

Kia: ist eigentlich eine super Frage. Darüber habe ich mir gar nicht so viele

Kia: Gedanken bis jetzt gemacht.

Kia: Ob das aufgeblasener ist. Ich glaube dadurch, dass man halt

Kia: Kompetenz ausstrahlt und auch hat, ne? Über jahrelange Erfahrung,

Kia: werden die Ratschläge, die ich gebe, oft sehr wertgeschätzt,

Kia: weil ich sie, ich frage dann auch immer, soll ich jetzt als Freund

Kia: antworten oder als Psychologe? Und der Psychologe, ne?

Kia: Als Freund gebe ich manchmal direktere Ratschläge.

Kia: Ein Psychologe würde das nicht machen, weil sie muss ja von sich selbst

Kia: hören, dass dieser Mann nur ihr Nervensystem aktiviert und das

Kia: keine echte Liebe ist. Ich weiß es schon. Sie muss es von sich

Kia: selbst hören. Und der Freund Kier würde jetzt sagen, warum?

Gabriel: warum,

Kia: Weil wir Sachen,

Gabriel: mach noch den Freund Kierfährt, und dann frage ich dich nochmal, aber

Kia: okay. Der Freund Kier würde jetzt sagen, du hör mal, der ist nicht

Kia: gut für dich. Der aktiviert nur dein unsicheres Bindungsmuster und, und,

Kia: und. Der Psychologe würde fragen, wie geht es dir denn mit ihm?

Gabriel: wieso möchtest du ihn treffen, oder,

Kia: Nein, wie geht es dir mit ihm, wenn du dich gesehen hast?

Gabriel: also,

Kia: Wie geht es dir dabei? Wie geht es dir danach?

Kia: Wie geht es dir über Wochen? Und dann ihr das Gespür geben, was

Kia: löst dieser Mensch eigentlich bei ihr aus? So bekomme ich sie näher daran,

Kia: quasi selbst die Realität einzusehen. Und manchmal,

Kia: ich habe mittlerweile ein gutes Vertrauensverhältnis mit Freunden, wo ich

Kia: dann wirklich sage, ey komm, ich habe nur 20 Minuten.

Kia: Darf ich dir als Freund sagen, was zu tun ist?

Kia: Oder wie du, was höchstwahrscheinlich der richtige

Kia: Ansatz wäre? Und manchmal muss ich mich dann auch

Kia: zurückstellen. Und ich merke aber grundsätzlich, dass ich schon eher

Kia: versuche, Menschen selbst darauf kommen zu lassen,

Kia: weil die größte Verhaltensveränderung passiert, wenn wir sie selber

Kia: aussprechen. Und nicht, wenn sie dir vorgelebt, vorgesagt

Kia: wird. Deswegen hatte ich vorhin auch, wie Fragen, Systemiker

Kia: fragen, darf ich dir ein Hilfsangebot geben? Darf ich dir eine

Kia: Auskunft? Darf ich dir eine Info von mir teilen, die dir vielleicht nützlich

Kia: sein könnte? Du kannst sie immer noch verwerfen und sagen, nee, das passt

Kia: eigentlich nicht.

Gabriel: aber das muss ich sagen,

Gabriel: da, also ich verstehe es, dass das sozusagen, warum,

Gabriel: dass ihr das so seht, ich sehe es aber tatsächlich anders, ich finde

Gabriel: dieses direkte, und hey, das ist nicht gut für, so, ich finde, man

Gabriel: kann einfach dem anderen sagen, hey, ich mache das so, der andere, ich

Gabriel: denke mir, der andere kann ja noch immer entscheiden, was er tut, ich

Gabriel: hätte zum Beispiel, ich war auch in meinem Leben, ähm, Therapie lange Zeit,

Gabriel: und habe dann irgendwann gemerkt, so, einfach nur darüber reden, und selber

Gabriel: zu erkennen, ich kenne meine Probleme, ich brauche, habe eher so,

Gabriel: lange gebraucht, dafür die Erlaubnis eben, zu haben,

Gabriel: und dieses Retard -Waxing, sozusagen einfach zu machen, diese Erlaubnis, und

Gabriel: ja, die musste ich mir selber geben, aber,

Gabriel: ich glaube, ich wäre schneller dort hingekommen, dass ich einfach ins Tun

Gabriel: komme, und Sachen mache, und mache, was ich möchte, wenn ich da mehr,

Gabriel: in die Richtung auch gepusht worden wäre, und nicht immer gefragt, also, ich

Gabriel: habe gemerkt, so, das ist etwas, wo ich sage, sehe ich anders, aber

Gabriel: vielleicht hängt das halt auch vom Zustand des Patienten ab, ich habe auch

Gabriel: Therapie irgendwann einfach gemacht, nicht, weil es mir schlecht ging,

Gabriel: sondern zur Optimierung,

Kia: Naja, du sagst auf der einen Seite,

Gabriel: und da finde ich, hätte das,

Kia: du

Gabriel: ja,

Gabriel: da sag du, sag du,

Kia: musstest dir das erlauben, du musstest dir selbst

Kia: erlauben. Auf der anderen Seite sagst du, ich wünschte, ich wäre dahin

Kia: gepusht worden.

Gabriel: ja, ja, aber was ich damit meine,

Gabriel: ist, hätte ich öfters, und am Ende des Tages habe ich auch verstanden,

Gabriel: ein Psychologe, eigentlich kann eh nie jemand anderen Menschen sagen, was

Gabriel: er tun sollte, sozusagen, weil es auf so psychologischer Ebene sich sehr

Gabriel: über den anderen Menschen stellen ist, auch in dem Moment,

Gabriel: aber dieses, einfach mal dadurch gepusht werden, ins Tun zu kommen, und

Gabriel: dadurch den Skill des Tuns zu trainieren, das meine ich damit, das ist

Gabriel: jetzt kein, mir hätte kein Therapeut zu mir sagen, du sollst jetzt das

Gabriel: studieren, du sollst in die Stadt ziehen, du sollst jetzt den Menschen

Gabriel: daten, oder nicht daten, sondern aber manchmal so ein bisschen, so diesen

Gabriel: Anstoß ins Tun zu kommen, das hat mir in der Therapie tatsächlich gefehlt,

Gabriel: deswegen spreche ich das gerade so an, so wo ich sage, hey, das

Gabriel: sollte mehr sein, aber ich kann auch nicht sagen so,

Gabriel: ich kann nur sagen, bei mir hätte es mehr sein sollen, und ich

Gabriel: bin mir sicher,

Gabriel: aber dadurch, dass es auch nicht passiert ist,

Gabriel: weiß ich auch nicht, ob es vielleicht geschadet hätte, also ich weiß nur,

Gabriel: dass es sozusagen ich einen Push gebraucht hätte,

Gabriel: aber, und eben auch in der Therapie als sinnvoll erachtet hätte, deswegen

Gabriel: spreche ich gerade so darüber.

Kia: Nur um das mal, ich weiß ja nicht, welche Therapieform und inwiefern da

Kia: gearbeitet wurde. Aber es kann ja auch sein, dass der Push in die

Kia: richtige Richtung eher bei dir mit Ablehnung, zur Ablehnung geführt hätte

Kia: und du dich deinem eigentlichen Ziel, was du dir selbst laut eigener Aussage

Kia: erlauben musstest, dass du dich dem sogar wieder mehr entfernst.

Kia: Deswegen ist der Grundsatz immer, das muss von

Gabriel: Eh,

Kia: dir kommen. Wir stellen die Fragen, damit du deinen Weg selber einschickst,

Gabriel: mhm,

Kia: damit du Autonomie entdeckst für dich, damit du Verantwortung für

Kia: dein Leben übernimmst. Und grundsätzlich, Psychologen haben immer ein

Kia: kleines Machtgefälle. Deswegen sehe ich mich eher in erster Linie auch

Kia: als systemischer Berater oder Systemiker. Da ist es eine helfende

Kia: Position von oben herab. Ich begegne meinen Klienten auf Augenhöhe.

Gabriel: mhm,

Kia: Ich weiß es nicht besser. Ich habe Expertise zu Verhaltensmustern,

Gabriel: mhm,

Kia: Beziehungsmodellen und, und, und. Aber ich setze mich und ich beschreibe das

Kia: immer, es ist wie ein Flugzeug. Du bist Pilot, du hast die Verantwortung,

Kia: du bist autonom. Ich bin dein Co -Pilot und ich stelle dir Fragen

Kia: und wir finden gemeinsam raus, in welche Richtung es geht.

Kia: Ich formuliere immer mit Klienten meine Ziele.

Kia: Das ist mir sehr wichtig, weil ich immer wieder sehe, in der Therapie

Kia: gibt es kein Ziel. Das Ziel ist eher, dass man sagt, okay, man

Kia: will eine Psychopathologie irgendwie in die Remission führen, also dass man

Kia: keine Depressionen mehr hat oder Sonstiges. Für mich, irgendwo

Kia: weit entfernt auch zu sagen, als Coach ist meine Aufgabe, die Ziele,

Kia: die der Klient fest setzt, mit ihm zu verfolgen.

Kia: Und in der Geschwindigkeit, die er bestimmt. Ich kann doch nicht sagen, wir

Kia: machen jetzt so, so, so, so, so. Das bestimmt alles der Klient.

Kia: Und ihm da die Freiheit zu geben, wie schnell möchte er sich verändern,

Kia: wie schnell kann er sich verändern, wie schnell und wichtig kann er

Kia: Verantwortung für sich selbst übernehmen. Das ist der entscheidende

Kia: Unterschied, den ich auch dann in der Bedeutung meiner Arbeit wiedererkenne,

Kia: dass ich eben nicht der Therapeut bin, der dann, wie ich dann oft

Kia: höre, eine Stunde lang nur Fragen stellt, ohne konkrete Zielführung.

Kia: Man hat so im Hinterkopf immer, ja, jetzt will ich einen

Gabriel: mhm,

Kia: Perspektivearbeitern, jetzt will ich einen Traumata auflösen oder, oder,

Kia: oder. Aber dass man konkrete Ziele in kurzfristiger

Kia: Zeit erreicht, das ist, glaube ich, so der Unterschied, wie ich mit Menschen

Kia: arbeite.

Gabriel: das finde ich aber auch viel wertvoller für,

Gabriel: ab einem gewissen Grad, sagen wir es so, also wenn du wirklich große

Gabriel: Probleme, ich zum Beispiel würde selber jetzt einfach mal sagen, jeder

Gabriel: Mensch sollte mal in Therapie gehen, das ist tatsächlich ein Glaubenssatz,

Gabriel: den ich habe, und das ist wirklich jeder damit gemeint, weil jeder kann

Gabriel: damit mal profitieren, einfach mal Dinge aufzuarbeiten, über Dinge zu reden,

Gabriel: ob ein Problem da ist oder nicht. Was ich aber danach sagen würde,

Gabriel: wenn du keine Probleme hast, aktiv, dann ist das, wie du es machst,

Gabriel: das, was, wenn man weiter an sich arbeiten möchte, viel besser ist, als

Gabriel: so wie ich das gemacht habe, einfach lange Zeit in Therapie zu bleiben,

Gabriel: einfach um,

Gabriel: über, eigentlich jemanden zu haben, der sich extrem gut auskennt,

Gabriel: psychologisch, oder,

Gabriel: ähm, ja, sagen wir es, bleiben wir psychologisch, ähm, ich habe gerade

Gabriel: überlegt, ob man therapeutisch, oder was ich immer für Wörter sagen kann,

Gabriel: aber als psychologisch sehr, sehr hohes Know -how hat, und dann halt einfach

Gabriel: bei normalen Lebensaufgaben, mich über die geredet habe, dann teilweise in

Gabriel: der Therapie, und da merke ich, genau bei solchen Sachen, da hätte dann

Gabriel: der Push gebracht, ob ich jetzt, ähm, gerade über Depressiv bin, und dann,

Gabriel: sozusagen, irgendwie, der Therapeut dich zum Pushen anfängt, nein, dann, so

Gabriel: war das nicht gemeint. Aber du hast auch gerade was anderes noch gesagt,

Gabriel: weil du sagst, du siehst dich jetzt eher als systemischer Berater, und du

Kia: Ja,

Gabriel: hast das Wort Coach erwähnt, aber warst dem Board jetzt nicht so

Kia: ja.

Gabriel: wohlwollend, ähm, gegenübergestellt, zumindest wäre das jetzt meine

Gabriel: Interpretation gewesen.

Gabriel: Meinung dazu?

Kia: Also es gibt natürlich viele verschiedene Interventionen, wie Menschen sich

Kia: helfen können. Man muss, glaube ich, sich erstmal immer hinterfragen,

Kia: welches Problem hab ich und wer ist der Experte, dieses Problem zu lösen.

Kia: Hab ich was Medizinisches? Ist es eher ein Psychiater?

Kia: Hab ich was psychologisch -pathologisches?

Gabriel: Mhm.

Kia: Dann gehe ich zu einem Psychotherapeuten, brauche ich einfach ein bisschen

Kia: Unterstützung, weil ich ein Beziehungsmuster verstehen will oder mit meiner

Kia: Familie Probleme hab, irgendwas, was jetzt nicht so tiefgreifend

Kia: Strukturelles ist. Dann gehe ich zu einem Psychologen und wenn ich gezielt

Kia: jemanden möchte, der mir in irgendeinem Lebensbereich weiterhilft, was du

Kia: schon gesagt hast, das ganz spezifisch zugeschnitten ist und er hat die

Kia: Erfahrung gemacht, wie ziehe ich ein Business auf oder wie werde ich von

Kia: Charakter A zu Charakter B? Dann kann man auch zu einem Coach gehen.

Kia: Grundsätzlich, und das ist das, was ich immer sehr kritisch sehe mit

Kia: Coaches,

Kia: Haltung ist etwas, was man erst über einen akademischen Grad und

Kia: jahrzehntelange oder jahrelange Berufserfahrung bekommt.

Kia: Haltung ist etwas, wo man Ethik verinnerlicht.

Kia: Ethik heißt für mich, ich möchte dem Klienten helfen.

Kia: Der Klient ist kein Produkt für mich. Ich beobachte immer wieder, dass bei

Kia: Coaches in erster Linie darum geht, Geld zu verdienen.

Kia: Das ist nicht,

Kia: in den seltensten Fällen habe ich Psychologen erlebt, eigentlich glaube ich

Kia: noch nie und ich würde mich sogar eher höher stufen als alle anderen,

Kia: die ich je erlebt habe, wenn ich dann ganz ehrlich bin, zu sagen,

Kia: die wollen den Menschen erstmal helfen. Und so bin ich auch.

Kia: Ich will Menschen aufrichtig helfen, dass ich dafür entlohnt werde.

Kia: Gleich. Das ist das Nebenprodukt.

Kia: Aber in erster Linie werde ich Menschen dazu helfen, Probleme zu bewältigen,

Kia: kompetentere Menschen zu werden und Probleme aufzulösen oder

Kia: Krisen zu überwinden. Bei einem Coach habe ich eher oft dieses

Kia: typische Salesman, Verkaufsstrategie habe ich da im

Kia: Sinn. Und da fehlt mir dann auch diese Risikoeinschätzung.

Kia: Viele Menschen gehen dann in ein Coaching und innerhalb des Coachings

Kia: kommen vielleicht Sachen hoch bei dem Menschen, der sich noch nie vielleicht

Kia: viel mit seiner Psyche beschäftigt hat, die dann die Kompetenz des Coaches

Kia: einfach übertreffen. Und ich glaube, die meisten

Kia: Coaches haben dann nicht die ethische

Kia: Grundhaltung, wie es ein Psychotherapeut A zur Psychologe hätte, zu sagen,

Kia: das übersteigt jetzt meine Kompetenz. Ich will den mal weiter vermitteln.

Kia: Sondern da wird eher daran gedacht, wie kann ich abkassieren.

Kia: Und ich kann das aus Erfahrung sagen, ich war jetzt über ein Jahr

Kia: insgesamt auf Bali. Ich habe gesehen, wie Coaches arbeiten.

Kia: Coaches arbeiten viele, viele, nicht alle. Viele Coaches

Kia: arbeiten nach einem System,

Gabriel: einfach so miterlebt mit den Leuten dort.

Kia: Ich saß teilweise im Gym am Pool und habe gesehen, wie Leute

Kia: AI aufgezogen haben, wo deren Klienten dann tatsächlich

Kia: nur mit so einer personalisierten ChatGBT -AI -Clawed -Version

Kia: geschrieben haben. und da auch zu Hunderten, wenn nicht zu

Kia: Tausenden mit diesen Menschen dann in Verbindung stehen.

Kia: Und das ist halt die Gefahr, die ich sehe. Ein Coach hat nicht

Kia: immer, aber viele dieser Coaches haben einen

Kia: wirtschaftlichen Aspekt, warum sie mit dir

Kia: arbeiten wollen. Die wollen Geld verdienen in erster Linie.

Kia: Ein Psychologe hat eher die Ethik, er will dir helfen.

Gabriel: Mhm,

Kia: Das würde ich schon so wirklich unterscheiden.

Kia: Und das kannst du ja auch gegenprüfen. Und zwar, kein Psychologe

Kia: will dich jahrelang in Beratung haben. Das sage ich meinen Klienten von

Kia: Anfang an. Wenn ich dich nach Jahren noch bei mir habe, dann mache

Kia: ich was falsch. Weil A, wie viel Klarheit soll ich dir noch

Kia: schaffen? Wie viel Entwicklung? Und B, wieso wirst du nicht autonom?

Kia: Wieso wirst du nicht eigenverantwortlich? Und deswegen ist es auch ein

Kia: Grundsatz in Deutschland, dass du Psychotherapie über zwei Jahre machst.

Kia: Vielleicht einmal verlängerst. Aber danach musst du sogar ein Jahr Pause

Kia: haben. Weil es verinnerlicht wird. Weil man sich dann eigenständig

Gabriel: mh,

Kia: entwickelt. Weil man dann Eigenverantwortung übernimmt.

Kia: Es geht immer darum, autonom zu werden. Und Coaches versuchen dir

Kia: genau diese Autonomie wegzunehmen, indem sie dir Abhängigkeit

Kia: verkaufen. Du brauchst mich, damit du das schaffst.

Kia: Du kannst mich 24 Stunden bei WhatsApp anschreiben.

Kia: Ich bin immer für dich da. Wir schaffen das gemeinsam.

Kia: Ja, aber du willst das dein ganzes Leben nicht gemeinsam mit jemand anderem

Kia: schaffen. Vor allem nicht, wenn es dich was kostet.

Kia: Das darf man auch nicht vergessen. Es ist ja nicht günstig.

Kia: Ich bin selber jetzt auch nicht, würde nicht sagen, dass ich für einen

Kia: Autonormalverbraucher günstig bin.

Kia: Und dennoch muss man sich fragen. Und deswegen sage ich ja, die Ziele

Kia: formulieren. Ist dir es wert, 1500 Euro zu zahlen,

Kia: damit dieses Problem weg ist? Und dann arbeitet man aktiv auf

Kia: dieses Ziel zu, dieses Ziel zu beseitigen. Und das ist für mich ein

Kia: anderer Ansatz, als zu sagen, wir wollen einfach immer besser, größer,

Kia: stärker werden. Und wir schaffen das nur zusammen.

Kia: Und du brauchst mich. Und ich bin immer für dich da.

Kia: Ich erlaube meinen Klienten gar nicht mehr. Also sie können mir schreiben,

Kia: aber ich sage ihnen dann auch sehr oft, dass Sinn und Zweck ist,

Kia: dass ich sie nicht über dem WhatsApp -Chat reguliere.

Kia: Wenn ich mal merke, da ist eine Krise oder so.

Kia: Ja, ich bin ja auch nur ein Mensch. Ich bin ja auch ein

Kia: Psychologe, der helfen will. Ich bin nicht perfekt.

Kia: Ich gebe dann auch mal einen Ratschlag. Aber ich verweise immer wieder

Kia: darauf, dass ich auch will, dass sie trainieren, bis zur nächsten Sitzung

Kia: auszuhalten. Wie du gesagt hast, mit den Emotionen zu sitzen.

Gabriel: mh,

Kia: Vielleicht sogar Freunde zu fragen. Aber sich so zu regulieren, dass sie

Kia: nicht abhängig von mir werden. Ich bin der Co -Pilot.

Gabriel: ja, das finde ich cool, wie du das beschreibst, aber, was mir davor

Gabriel: schon eine Frage aufgetaucht ist, du sagst ja eben,

Gabriel: Coaches, also jetzt überspitzt von mir dargestellt, Coaches wollen Geld

Gabriel: verdienen und Psychologen wollen helfen und du gehst jetzt in die Mitte,

Gabriel: du willst helfen, aber du willst auch Geld verdienen, weil so, dass du

Gabriel: halt einfach selbstständig bist, um mehr Geld zu verdienen und ich

Gabriel: persönlich sogar denke, die meisten Leute sollten selbstständig werden, um

Gabriel: einfach mehr Geld zu verdienen, weil es einfach langfristig, meiner Meinung

Gabriel: nach, der Way to go ist für die meisten Leute,

Gabriel: ähm, sehe ich das halt trotzdem

Gabriel: mit sehr vielen Schwierigkeiten verbunden, die ich hätte, wenn ich du wäre,

Gabriel: von eben, ja, ich will dir helfen und ich will dir trotzdem meine

Gabriel: Selbstständigkeit finanzieren, hattest du da innere Konflikte?

Kia: Ich hatte ganz am Anfang tatsächlich innere Konflikte, weil ich mir dachte,

Kia: davor wurde ich halt immer von der Krankenkasse bezahlt.

Kia: Ich wurde vom Unternehmen bezahlt. Und die Klienten konnten nur Hilfe in

Kia: Anspruch nehmen und sie mussten nichts dafür zahlen, außer ihre Zeit.

Kia: Und das war für mich ein guter Tausch, weil ich mit Menschen, vor

Gabriel: Mhm,

Kia: allem in der Suchtberatung, habe ich mit Menschen gearbeitet.

Kia: Die hatten einfach kaum Ressourcen. Da willst du nicht noch Ressourcen

Kia: wegnehmen.

Kia: Mittlerweile ist es ja auch Teil meiner Haltung.

Gabriel: mhm,

Kia: Ich würde gerne, und zwar mein Kindheitstraum, immer Psychotherapeut zu

Kia: werden. Ich wollte Menschen in Not immer helfen in Krisen.

Kia: Aufgrund der letzten Jahre der Politik, die Entwicklung,

Kia: sogar jetzt noch Kürzungen der Gehälter der Psychotherapeuten, also diese

Gabriel: mhm,

Kia: Richtung, die die Politik einschlägt, war mir klar, dass ich diese

Kia: Ausbildung nie machen werde. Es war mir schon vorher klar.

Kia: Warum? Wenn du einen Bachelor gemacht hast, der dich bestenfalls drei Jahre

Kia: kostet, danach einen Master, der weitere zwei Jahre kostet.

Kia: In den meisten Fällen schaffst du es auch gar nicht in den fünf

Kia: Jahren, brauchst du vielleicht sechs, sieben Jahre, aber ist immer

Kia: dahingestellt.

Kia: Hast du dann den Fall, dass du danach mit Master,

Kia: gegebenenfalls sogar zwei, drei Jahre arbeitest, wie ich es getan habe, mit

Kia: Berufserfahrung jetzt nochmal eine psychotherapeutische Ausbildung machen

Kia: musst. Damit du befähigt wirst vom Staat, Menschen therapeutisch zu

Kia: behandeln. Und das ist für mich eine Sache, die ich akzeptieren

Kia: kann, weil sie sehr viel Haltung erfordert, sehr viel Expertise und

Kia: Kompetenz. Du gehst ja dann in so einen Status wie einen Arzt, aber

Kia: warum wirst du dann nicht entlohnt? 40 Stunden für drei Jahre,

Gabriel: mhm,

Kia: die du normalerweise brauchen die meisten vier bis fünf Jahre.

Kia: Fünf Jahre arbeiten für null Euro. Im besten Fall kriegst du tausend

Kia: Euro bezahlt. Im besten Fall. In so Großstädten wie Berlin, da kannst du

Kia: froh sein, wenn du den Platz überhaupt bekommst, in einer Klinik

Kia: umsonst arbeiten zu dürfen. Und das sollst du drei bis fünf Jahre machen

Kia: mit Berufserfahrung, in seinen 30ern. Und jetzt kommt's.

Kia: Als wäre das schon alles, musst du auch noch bezahlen dafür.

Kia: Das kostet dich dann 14.000 bis 30.000 Euro, die Ausbildung.

Kia: Das heißt, du zahlst quasi dafür, dass du da umsonst arbeiten darfst.

Kia: Und das ist für mich eine, das geht so gegen den

Kia: Konsens meiner eigenen Wertevorstellung. Ich kenne meinen Wert, ich weiß,

Kia: welchen Effekt und Wirkung ich auf Klienten von mir habe.

Kia: Und das hat verdient, entlohnt zu werden, und zwar fair.

Kia: Und wenn das nicht passiert, ich sehe absolut keinen Grund.

Kia: Und seit Jahren habe ich meinen Kolleginnen schon gesagt, alle meinen

Kia: Kommilitonen unterstützt dieses System nicht.

Kia: Werdet nicht Psychotherapeuten. Und ich muss auch wirklich sagen, es

Kia: vernichtet diese Haltung dieser Leute jetzt komplett, das

Kia: zuletzt jetzt entschieden wurde. Die Gehälter sollen sogar nochmal um fünf

Kia: Prozent gesenkt werden. Also das ist dramatisch.

Kia: Dramatisch. Das ist,

Gabriel: krass, Gehaltssenkungen sind krass in Zeiten, wo jeder zu wenig Geld

Gabriel: verdient seit Inflation der letzten Jahre, das ist wirklich crazy, deswegen

Kia: naja, man muss ja auch das bedenken, du darfst eine Sache da nicht

Gabriel: sehe ich ja auch,

Gabriel: ne,

Kia: vergessen. A, diese Leute sind sowieso hoch verschuldet, okay?

Kia: Das sind Leute, die ihr halbes Leben bis jetzt studiert haben, Ausbildung

Gabriel: mhm,

Kia: gemacht haben, haben Kredit aufgenommen, machen jetzt die Ausbildung.

Kia: Jetzt kommen sie so langsam Richtung, wir sind fertig oder sind bereits

Kia: fertig, haben geplant, wie sie ihren Kredit abbezahlen sollen.

Kia: Und auf einmal können sie nicht mit den Einnahmen rechnen, mit denen sie

Kia: hätten rechnen können. Plus, und eine Sache darfst du auch nicht vergessen,

Kia: der Kassensitz, eine

Kia: Psychotherapeutenpraxis zu eröffnen, kostet dich auch

Kia: nochmal in Großstädten vielleicht locker 100.000 Euro.

Kia: Das heißt, die teilen sich diesen Sitz auch nochmal.

Gabriel: okay.

Kia: Das heißt, du wirst keine Psychotherapeuten finden, die nicht mindestens 40,

Kia: 50, 60, vielleicht sogar über 100.000 Euro Schulden haben.

Kia: Und dann sollst du mir sagen, das ist was Nobles und das sollte

Kia: man erstreben. Es ist für mich noch nie erstrebenswert gewesen.

Kia: Es ist gegen meinen Konsens von Werte, Vorstellungen, es ist unfair.

Kia: Und es ist nicht so, wie wir Psychotherapeuten oder Psychologen entlohnt

Kia: werden sollten. Und deswegen ist es für mich der größte Konflikt in meinem

Kia: Leben bis jetzt gewesen. Aber ich bin so froh, weil die Kürzung mir

Kia: zuletzt gezeigt hat, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe,

Kia: diese Ausbildung, diesen Weg nicht einzuschlagen.

Kia: Und es bricht mir das Herz, weil diese Frauen,

Kia: diese meisten Frauen, die meisten Psychologen sind Frauen, ich weiß gar

Kia: nicht die genaue Zahl, aber bestimmt über 70 Prozent sind Frauen.

Kia: Da wird halt Selbstaufgabe mittlerweile,

Kia: das wird über alles gestellt. Und diese Selbstaufgabe, die sehe ich nicht

Kia: ein.

Gabriel: Ich nenne das toxische Empathie,

Kia: Ja, das geht dann schon in eine ideologische Richtung, aber nein, das

Kia: sind sehr kompetente Frauen, das sind starke Frauen.

Kia: Aber ich finde, es gehört auch dazu, für sich selber,

Gabriel: definitiv,

Kia: aber auch für die Klienten dann zu sagen, Selbstaufgabe ist nicht immer um

Kia: jeden Preis.

Gabriel: ja, und ich meine, diese Selbstaufgabe, die nenne ich toxische Empathie,

Gabriel: wenn du dann sagst, du bist im Sozialbereich, du willst Leuten helfen,

Gabriel: und anstatt wie du dann in die Selbstständigkeit zu gehen, wo du fair

Gabriel: belohnt wirst für das, was du tust, und in dem Fall entscheidet dann

Gabriel: einerseits das, was du möchtest und der Markt, was fair ist und,

Gabriel: ähm,

Gabriel: ist doch viel besser, als wenn du da staatlich, also bei euch ist

Gabriel: das System, ich weiß nicht genau, wie es bei uns in Österreich ist,

Gabriel: aber du musst zum Beispiel nicht studiert haben, um Therapeut zu werden,

Gabriel: sondern kannst das gleich machen ohne Psychologie, aber zahlst dann halt 30

Gabriel: .000, 40.000 Euro, aber du hast zumindest fünf Jahre dir gespart,

Gabriel: ähm, also bei euch nochmal viel schlimmer und deswegen sage ich, diese

Gabriel: Selbstaufgabe finde ich nicht gut, was ich aber,

Kia: Naja, die haben, um eine Sache noch zu ergänzen, die haben es mittlerweile

Kia: ja angepasst, es gibt ein neues Psychotherapie -Studium als Fach.

Gabriel: äh,

Kia: Du kannst fünf Jahre dauert das, dann hast du diesen alten Ausbildungsweg

Gabriel: äh,

Kia: nicht mehr. Aber was machst du denn jetzt mit den ganzen Leuten wie

Kia: mir, die über 27 sind, zwischen 27 und

Gabriel: äh,

Gabriel: ja,

Kia: 40? So, bei gleichzeitig steigender Nachfrage

Gabriel: das ist krass sowas, ja,

Kia: für Psychotherapeuten. Wir haben einen

Gabriel: äh,

Kia: Wachstumszuwachs von Psychopathologien.

Kia: Jedes Jahr erhöht sich nur die Probleme und die Reaktion der Politik ist

Kia: nicht, darauf entgegenzuwirken und zu sagen, komm, wir machen mehr

Kia: Kassensitze, wir spülen mal nochmal irgendwie 100 Millionen rein und dann

Kia: können wir das abfedern. Im Gegenteil, da wird sogar gesenkt und

Kia: Kassensitze reduziert. Und das ist die absolut falsche Antwort der Politik.

Gabriel: das ist echt krass, was ich jetzt mir gerade denke, ähm, ich werde

Gabriel: dich jetzt ausnutzen und werde hoffentlich auf dem Weg, dich auszunutzen,

Gabriel: anderen Leuten ein, ähm,

Gabriel: ein Bild geben, wie man sozusagen das, was du damals mit dieser

Gabriel: Konfrontation mit dir selber, wie du damit umgehst, ähm,

Gabriel: auch aus einem Bild sieht, weil was ich vorgleich schon erwähnt hatte und

Gabriel: was mein Kampf aktuell gerade ist und da würde mich einfach dein Input

Gabriel: aus dem, was du gerade hattest, daraus interessieren,

Gabriel: diesen Podcast erfolgreich zu machen, würde einfach Dinge

Gabriel: erfordern, die ich nicht unbedingt machen wollen würde.

Gabriel: Das heißt, man muss reißerischer werden im Internet, man muss so gewisse

Gabriel: Sachen machen und da merke ich bei mir gerade so einen inneren Zwiespalt

Gabriel: zwischen, ich mache es halt slow and steady, was eigentlich mein Plan ist

Gabriel: und gleichzeitig sozusagen merke ich einfach, es dauert länger und es würde,

Gabriel: je mehr ich in jeden Clip irgendwie was reinschreibe oder vielleicht sogar

Gabriel: Sachen aus dem Zusammenhang ziehe und da halt einfach sozusagen

Gabriel: mehr, ähm, wie sagt man, das Populismus, politisch arbeiten würde oder

Gabriel: so, oder polarisierend arbeiten würde, einfach mehr Erfolg haben würde oder

Gabriel: schneller, schneller Erfolg, nicht mehr, schneller, weil ich glaube, mehr

Gabriel: hast du, Long, Long Game hat mehr Erfolg, aber sozusagen da

Kia: Ich

Gabriel: auch eben, geil, schon wieder Balance zu finden, inwieweit ich

Gabriel: diese Mechanismen anwenden möchte und, ähm,

Gabriel: inwieweit ich sozusagen das auch nicht machen will.

Gabriel: Wie würdest du da jetzt was von außen betrachten aus deiner eigenen

Gabriel: Geschichte raus? Wie geht man in so einem Konflikt dann eben durch?

Gabriel: Weil ich merke so, ich stehe gerade so ein bisschen.

Gabriel: Ich brauche jetzt gerade, jetzt brauche ich so einen Anstoß, von dem ich

Gabriel: vorher geredet habe.

Kia: würde dir tatsächlich lieber die Frage stellen, wie definierst du für

Kia: dich Erfolg? Ist es Erfolg, entgegen deiner Werte etwas zu

Kia: machen, wenn dann beruflich oder

Kia: Erfolg dann im Sinne von Likes und Followers? Ist das für dich

Kia: Erfolg? Wenn ich dir sagen würde, dir geht es gleichzeitig sehr schlecht,

Kia: aber du hast sehr viele Follower und Likes, ist das das erfüllende Leben?

Kia: Ich

Gabriel: Nein, für mich ist der Gedankengang gerade, ich würde einfach

Gabriel: gerne, mein Ziel ist es einfach jetzt

Gabriel: aufzuhören, Geld zu verbrennen und nicht mehr zu sagen, hey, ich probiere

Gabriel: jetzt meinen Traum zu leben, sondern, dass der Podcast,

Gabriel: also ich habe mir eine Zahl im Kopf, ab der ich anfange zu

Gabriel: monetarisieren. Diese Zahl würde ich gerne erreichen, damit ich dann diesen

Gabriel: Podcast so auch weiterentwickeln kann. Also sozusagen nicht nur, ich will

Gabriel: Geld haben, weil ich Geld haben will, sondern ich will auch Geld haben,

Gabriel: dass ich dann besser reinvestieren kann und den Podcast noch größer und

Gabriel: besser zu machen. Und da ist halt die Frage, je schneller ich halt

Gabriel: sozusagen dieses Ziel erreichen und Geld verdienen kann, desto schneller

Gabriel: kann ich ja das Projekt auch wieder cooler und besser machen.

Gabriel: Und wie weit muss man eben dann auch sagen, hey, das, was

Gabriel: ich selber gut finde an Content, ist aber nicht das,

Gabriel: was neue Leute zu

Gabriel: meinem Content führt. Das heißt sozusagen, ich bin das Gespräch, was wir

Gabriel: jetzt machen, das ist das, was mir Spaß macht.

Gabriel: Clips posten ist das, was ich überhaupt nicht mag, aber es gehört einfach

Gabriel: dazu. Und das meine ich, das sind die Konflikte, wo ich gerade so

Gabriel: stehe.

Kia: bin ja genau wie du in einer ähnlichen Situation und ich habe am

Kia: Anfang schon beobachtet, dass die Bewegung auf Social Media oder der

Kia: Algorithmus ein bisschen bestimmen will, was ich poste und was ich mache.

Kia: Und ein Stück weit spiele ich damit rein, ein großes Stück weit aber

Kia: widersetze ich mich der Sache.

Kia: In einer Hinsicht,

Kia: sobald es nicht mehr authentisch ist, sobald ich nicht hinter den

Kia: Aussagen stehe, die ich dann hochlade,

Kia: dann werde ich das auch nicht tun. Und für mich ist es nicht

Kia: Erfolg um jeden Preis, sondern Selbstverwirklichung um jeden

Kia: Preis. Und ich denke, der Ansatz bringt mich im Leben

Kia: weiter, als zu sagen, einfach nur so schnell wie es geht, groß zu

Kia: werden. Denn ich denke, wenn ich, und das tue ich, Zeit auf meine

Kia: Seite stelle und als Verbündeten sehe Zeit,

Kia: dann wäre es

Kia: unbegründet, wenn ich nicht Erfolg haben werde in diesem Leben

Kia: bei dem Output, den ich geben werde. Man muss einfach nur

Kia: lang genug sich selbst verwirklichen, lang genug dabei sein, lang genug

Kia: diszipliniert sein. Und man wird dafür belohnt, da bin ich

Kia: felsenfest überzeugt. Wenn man in einer Intention, wie ich es tue, reinen

Kia: Herzens, ich will Menschen in erster Linie helfen.

Kia: Ich habe gar keinen Anspruch, wenn ich auch politische Themen anschneide

Kia: oder so. Mir geht es in erster Linie darum, dass wir die Wahrheit

Kia: sprechen und dass wir Menschen helfen. Und solange ich hinter

Kia: diesen Werten und dieser Moralvorstellung agiere, glaube ich, ist es nur

Kia: eine Frage der Zeit, bis ich den Erfolg haben werde, den ich

Kia: selber für mich sehe. Und ich erlaube mir dann, geduldig zu bleiben.

Kia: Ich rutsche da auch rein wie du. Ich habe jetzt seit drei, vier

Kia: Monaten mache ich das, habe da 3000 Follower oder so gesammelt.

Kia: Und ich hätte auch gedacht tatsächlich, meine Ziellinie war echt nach drei,

Kia: vier Monaten, dass ich so 10.000 bis 15.000 Follower hatte, sage

Kia: ich ganz ehrlich.

Kia: Akzeptiere es jedoch, weil ich denke, in einem Zeitalter, wo

Kia: polarisieren um jeden Preis und wo es nur darum geht,

Kia: Emotionen zu bedienen, da möchte ich genau die

Kia: Gegenbewegung dazu sein. Und ich merke langsam, dass umso mehr Mühe ich mir

Kia: für den Content gebe, dass ich mir auch mal erlaube, nicht jeden Tag

Kia: zu posten, umso erfolgreicher werden die Videos, weil am Ende des Tages eine

Kia: Sache immer gewinnt, Authentizität. Und deswegen, wenn du mich so direkt

Kia: fragst, solltest du das machen? Ich denke, du solltest nicht dich selbst

Kia: anzünden, weil genau das machst du, wenn du die ganze

Kia: Zeit nur machst, damit du schneller Follower kriegst, dann bedienst du ein

Kia: Feld, was du danach weiter befeuern musst. Sonst, ne, es

Kia: brennt ja aus, was sollst du machen? Du sagst ja selber, du hast

Kia: dann Follower, wo du hinter dem Content gar nicht stehst.

Kia: Und,

Gabriel: Ja,

Gabriel: das finde ich schon, ist ein guter Punkt und deswegen mache ich es

Gabriel: auch nicht, aber ich merke, dass dieser innere Konflikt halt einfach

Gabriel: sozusagen

Gabriel: liegt da daran, dass ich keine Entscheidung getroffen habe,

Gabriel: weil ich jetzt noch nicht, ich habe, in mir weiß ich das, was

Gabriel: du sagst, wie es so oft stimmt und ich sollte es einfach nicht

Kia: ja,

Gabriel: machen, wenn ich nicht dahinter stehe. Fertig.

Gabriel: Boom. Auch mit dem langfristig machen ist genau das, warum ich, wie ich

Gabriel: das auch sehe, wie ich das auch mache, wie ich das ganze Projekt

Gabriel: angelegt habe,

Gabriel: long and steady und einfach machen und dann kommt das alles schon.

Gabriel: Aber ich merke gerade, ich sehe halt, wenn ich das und das machen

Gabriel: würde, es würde funktionieren. Und in mir denkt sich etwas, ja, aber ich

Gabriel: sollte das ja machen, weil ich muss ja maximal effektiv sein und

Gabriel: trotzdem weiß ich vom Bauchgefühl heraus, ich mache es nicht, ich will es

Gabriel: nicht machen

Gabriel: und das heißt, wahrscheinlich ist der Konflikt oder mein Problem,

Gabriel: dass ich keine Entscheidung getroffen habe. Wäre das jetzt vielleicht ein

Gabriel: guter Take?

Kia: naja, du sagst, du willst das ja nicht machen, du sagst, aber der

Kia: Podcast an sich macht dir Spaß. Was du nicht machen willst, sind diese

Kia: Highlights zu schneiden oder was genau jetzt?

Gabriel: Highlight zu schneiden, auf Kram für jeden Tag einen Clip zu posten und

Gabriel: halt einfach dann zum Beispiel in

Gabriel: den Clip, zum Beispiel, wir reden jetzt über das Thema und dann, anstatt

Gabriel: einfach den Clip für sich zu stehen zu lassen, schreibe ich irgendwie als

Gabriel: Überschrift, Psychologe redet über, keine Ahnung, wie was wir vorher über

Gabriel: was politisches gesagt, das Psychologe erklärt, warum alle ausgenutzt

Gabriel: werden, bla bla bla. Das würde ich jetzt einfach nicht machen wollen.

Gabriel: Würde aber definitiv zwei Klicks mehr kriegen, wenn ich das reinschreibe.

Gabriel: So war das gemeint.

Gabriel: Und da merke ich, es ist ein innerer Konflikt da, dass ich das

Gabriel: nicht machen will, aber von mir denke, ich sollte es eigentlich machen.

Kia: Ja, gut. Die Frage ist, wie viel kostet dich, soll dich

Kia: Erfolg kosten?

Kia: Wie viel willst du das? Es gibt Leute, die machen Onlyfans und werden

Kia: weltberühmt oder sonstiges. Ist das erstrebenswert, frage ich mich dann.

Kia: Du musst für dich selber rausfinden. Ich, für meinen Teil, ich will bekannt

Kia: dafür werden, dass ich ein Psychologe bin, der die Wahrheit sagt und der

Kia: Menschen in erster Linie helfen will. So, aus keinem anderen Grund.

Kia: Ich habe nicht die Intention, irgendwie groß und bekannt zu werden, damit

Kia: ich mir selber auf die Schulter klopfen kann.

Kia: Eigentlich ist sogar mein größtes Ziel, ich möchte, dass Psychologie ein

Kia: Schulfach in Deutschland wird. Das ist das übergeordnete,

Kia: langfristige Ziel, was ich mir in den Kopf gesetzt habe, warum ich mit

Kia: diesem Account angefangen habe, ist, dass ich die fehlende Bedeutung

Kia: und Wertschätzung für Psychologie in der Gesellschaft bei gleich, also

Kia: bei erhöhterem Interesse und bei erhöhtem

Kia: Psychopathologien, dass ich da wieder die richtige Richtung für die

Kia: Politik mit einschlage und dass ich eine Gegenbewegung zu diesen

Kia: Entscheidungen werde. Und ich sehe es als

Kia: größte Stärke einer Gesellschaft, wenn sie

Kia: psychologisches Fachwissen vermittelt bekommt. So wie

Kia: du die Aussage schon

Kia: getätigt hast, dass jeder sollte in Psychotherapie.

Kia: Ich würde schon viel früher ansetzen. Warum erst in Psychotherapie müssen?

Kia: Warum nicht jede in Psychologie lehren? Warum nicht gemeinsam

Kia: sozialpsychologische Phänomene erkunden?

Kia: Differenzielle Psychologie, Biopsychologie,

Kia: Sozialphänomene so interessant für Kinder. Warum mobben wir eigentlich?

Kia: Wie entstehen Gruppen? Welche Dynamiken entstehen dabei?

Kia: Ich hatte das alles im Studium und dachte, hätte mir das ein Dozent,

Kia: damals ein Lehrer in der 4., 5., 6., 7., 8.

Kia: Klasse erklärt, da hätte die halbe Schule weniger gemocht.

Kia: Und das hat mir so zu denken gegeben, das hat sich nie wieder

Kia: verändert, diesen Konsens zu verstehen, Psychologie muss in die

Kia: Gesellschaft. Wir brauchen eine reife, psychologisch

Kia: interessierte, aber auch kompetente Gesellschaft.

Kia: Das ist eine starke Gesellschaft.

Kia: So wird man handlungsfähig.

Gabriel: Ja, aber das

Gabriel: finde ich eben krass, so wie du es beschreibst.

Gabriel: Ich gebe dir vollkommen recht. Ich habe auch deswegen selber angefangen,

Gabriel: mich sehr, sehr viel mit Psychologie zu beschäftigen und finde es einfach

Gabriel: so, so wichtig, aber ich mache es halt autodidaktisch und ein Studium

Gabriel: und finde es aber dann trotzdem spannend,

Gabriel: dass sozusagen, obwohl ich so viel Wissen habe, so wirklich einfach dieses

Gabriel: Tun so ein

Gabriel: im Vergleich

Gabriel: untrainierter Muskel ist. Also ich sehe es so mittlerweile echt so, ich bin

Gabriel: eigentlich echt schon ganz gut, aber ich bin halt nur noch nicht dort,

Gabriel: wo ich hin möchte und deswegen fühle ich mich die ganze Zeit nicht

Gabriel: gut genug,

Gabriel: aber kein schlechtes Gut genug, sondern halt einfach so ein,

Gabriel: der Blick ist so ein bisschen zu sehr dort, wo ich hin möchte

Gabriel: und zu wenig da, wo ich gerade bin, aber trotzdem habe ich ein

Gabriel: sehr hohes Selbstwertgefühl, deswegen ist es gut genug, das ist ein falsches

Gabriel: Wort, aber so eher Ungeduld, Ungeduld endlich dort zu sein, wo ich hin

Gabriel: möchte. So würde ich es eher nennen.

Gabriel: Aber das finde ich einfach sehr interessant, das auch gerade so zu merken,

Gabriel: hey,

Gabriel: auch gerade der Konflikt ist einfach nur, alles was du gesagt hast, wusste

Gabriel: ich. Ich habe aber jetzt so gerade gemerkt, eben deswegen habe ich das

Gabriel: gesagt mit der Entscheidung,

Gabriel: je länger ich

Gabriel: denke, hey, ich sollte das machen, aber ich will es nicht machen

Gabriel: und dann in diesen Kreislauf reinkommen,

Gabriel: naja, dann, wenn ich es nicht machen will und nur weil ich es

Gabriel: sollte, dann werde ich es echt machen und dass das eigentlich die Antwort

Gabriel: ist und damit hätte ich mir wahrscheinlich relativ viel

Gabriel: Gedankenkreisen ersparen können und was du auch sagst, eben mit Spaß, der

Gabriel: Formel,

Gabriel: ich merke halt auch, dass dadurch, dass ich je mehr ich darüber nachgedacht

Gabriel: habe, wie soll ich das jetzt verpacken, wie soll ich das jetzt machen,

Gabriel: ist für mich auch die Freude des Podcasts weniger geworden, weil ich eben

Gabriel: das

Gabriel: Gefühl hatte, ich darf ihn nicht so machen, wie ich ihn möchte, weil

Gabriel: sonst wäre er nicht erfolgreich. Also ich merke gerade so, ich bin so

Gabriel: vom Hundertsten ins Tausendsten, so von,

Gabriel: weil ich das nicht mache, darf ich das nicht und sozusagen ist eine

Gabriel: Kette in meinem Kopf eigentlich losgegangen, finde ich sehr interessant, der

Gabriel: eigentlich sehr leicht zu zerteilen ist und ich glaube, so geht es aber

Gabriel: vielen Leuten, dass man sozusagen von Problemen teilweise gar nicht erkennen

Gabriel: kann, wie sie sich verketten, wie sie sich verknoten und wie verkompliziert

Gabriel: sie dann auch werden, obwohl es sehr, sehr einfach ist, wenn man dann

Gabriel: eben mit jemandem wie dir darüber redet, der einem einfach guten Spiegel

Gabriel: vorhält, weil das ist, glaube ich, das, warum ich auch ein Fan bin,

Gabriel: von anderen Leuten einfach zu sagen, was sie machen sollen, weil du siehst

Gabriel: es ja auch beim anderen viel leichter und was ich gerade mit dir

Gabriel: merke, ist, dass der Spiegel halt dann check ich selber und das ist

Gabriel: natürlich mächtiger, als wenn man einfach nur hört, was man tun soll, aber

Gabriel: ich glaube, dass beides seine Daseinsberechtigung hat, aber ich glaube, es

Kia: Das freut mich, das freut mich, dass ich dir in Spiegel sein kann.

Gabriel: ist sehr, sehr interessant.

Gabriel: Ja, ich sage danke dafür, ich frage mich gerade, wir könnten noch

Gabriel: drei Publikumsfragen machen, so als Abschluss, ich habe die jetzt so

Gabriel: genannt,

Kia: Ja, ja, gerne.

Gabriel: hast du noch Bock?

Gabriel: Perfekt, dann würde ich sagen, starten wir rein mit, warum ist aktuell

Gabriel: zwischen Mann und Frau so ein Krieg? Wie siehst du das gerade?

Kia: Oh Mann, großes beladenes, aufgeladenes Thema. Da muss man auch

Kia: wirklich aufpassen, was man mittlerweile sagt.

Gabriel: Ja,

Kia: Ich denke, dass historisch viel aus

Kia: diesen patriarchalen Strukturen entsprungen ist und

Kia: dass man dann im Zuge dessen die

Kia: Feminismusbewegungen, die ja sehr Gutes, sehr viel Gutes

Kia: bewirkt haben in vielen Gesellschaften, dass

Kia: Teil dieser Bewegung natürlich auch immer extremes Verhalten ist.

Kia: Und rein aus diesem extremeren Verhalten haben wir jetzt einfach zwei

Kia: Gegenbewegungen gegeneinander. Hier werden Männer und Frauen gegeneinander

Kia: aufgespielt oder gegeneinander.

Kia: Und für mich persönlich, ich bin kein Politiker, ich bin Psychologe.

Kia: Ich will immer nur Unterschiede verstehen und ich will daraus keinen

Kia: Geschlechterkampf machen. Ich denke, dass Männer genauso benachteiligt sein

Kia: können in einer Gesellschaft und werden wie Frauen auch.

Kia: Und dass wir uns

Kia: nicht schuld zu schreiben sollten, sondern dass wir anfangen sollten,

Kia: vielleicht Missstände zu verändern. Und nur zu

Kia: sagen, ja, patriarchale Systeme. Und was hat denn der Autonormalmann mit dem

Kia: patriarchalen System zu tun? Dann nicht alle Männer, aber immer ein Mann.

Kia: Also das sind genau die Pauschalisierungen aus der linken Ecke, die ich voll

Kia: oft höre, wo ich mir dann denke, wenn ich denselben Satz jetzt mit

Gabriel: ganz schlimm.

Kia: der Anekdote zu Ausländern machen würde, nicht alle Flüchtlinge, aber immer

Kia: ein Flüchtling, da sind das die Ersten, die Rassismus rufen.

Gabriel: Ich

Kia: Also da sieht man auch, wie schwierig es ist, mit

Kia: diesen Menschen überhaupt in einen Diskurs zu gehen.

Kia: Also ich habe selber wirklich mit dieser gesamten identitätspolitischen

Kia: Bewegung habe ich große Probleme, überhaupt mal in eine

Kia: Diskussion zu kommen, weil es moralisch, wenn jemand moralisch überlegen

Kia: ist, dann passiert immer wieder eine Sache.

Kia: Dadurch, dass sie denken, sie haben sowieso Recht, kommt man gar nicht erst

Kia: auf Augenhöhe und kann in eine Diskussion.

Kia: Deswegen wird es immer sofort alles abgekattet.

Kia: Was mein Problem dabei ist, und ich sage nochmal, ich bin kein Politiker,

Kia: ich treffe keine Entscheidung und am Ende des Tages habe ich damit gar

Kia: nicht so viel Berührungspunkte. Aber für mich steht die Wahrheit an erster

Kia: Linie und die sollte auch in erster Linie in der Gesellschaft stehen.

Kia: Und was ich zunehmend in dieser Gesellschaft beobachte, ist, dass die

Kia: Wahrheit nicht mehr ausgesprochen werden kann, ob das jetzt Fakten sind, die

Kia: rassistisch sind oder ganz normale Bewegungen.

Kia: Es ist immer wieder so, dass alles auf einmal auf die Waagschale gesetzt

Kia: wird und das ist eine Richtung in der Gesellschaft, die

Kia: ich nicht mehr für förderlich halte, weil Menschen so langfristig einfach

Kia: nicht mehr sagen, was sie denken.

Gabriel: finde das eben, dieses krasse Gegeneinander, ich finde es auch sehr schade,

Gabriel: dass es vor allem sehr Anti -Männer alles wurde, wodurch dann die

Gabriel: letzten Jahre dann eigentlich die einzigen Leute, die Content für junge

Gabriel: Männer gemacht haben, genau die anderen toxischen Leute waren, wie Andrew

Gabriel: Tates und wie sie alle heißen, die dann wenigstens so ein bisschen die

Gabriel: Themen angesprochen haben, die junge Männer interessieren, aber auch eine

Gabriel: Art und Weise, die genau gleich schlimm ist und viele würden nicht sagen,

Gabriel: was du kannst, Andrew Tates, der ist ja viel schlimmer, nein, ich finde

Gabriel: das eigentlich, jede Richtung, die spaltet, ganz, ganz schlimm und da haben

Kia: Genau.

Gabriel: alle ihren gleichen Anteil dran.

Kia: Fühlt

Gabriel: Dann kommen wir zur nächsten Frage, die mich noch fragt, was ist so

Gabriel: deine Meinung zu Self -Help -Büchern? Weil ich sage, haben teilweise sehr

Gabriel: viel Nutzen und teilweise ist es einfach nur, ich lese jetzt ein

Gabriel: Buch, wo ich jetzt weiß, wie ich Dinge tun kann, aber ich ändere

Gabriel: es nicht,

Gabriel: aber ich fühle mich eben so, hey, ich habe ja was getan.

Kia: sich so, als hättest du was getan? Ja, du hast Wissen gesammelt.

Kia: Du hast nachgedacht, bestenfalls.

Gabriel: Naja, wenn ich jetzt,

Kia: Naja, Denken ist schon der allererste Schritt im Zuge der

Gabriel: genau, aber ich habe in meinem Leben nichts verändert.

Gabriel: Ja.

Kia: Verhaltensveränderung. Da gibt es so verschiedene Schritte, wie verändere

Kia: ich mein Verhalten, aber darüber nachzudenken, ist schon mal der allererste

Kia: Schritt, überhaupt ein Problem anzuerkennen. Und wenn du dir ein Buch

Kia: gekauft hast, dann scheint dir der Schuh da irgendwo zu drücken.

Kia: Da zeigt dir dein Leben schon, oh, da interessiere ich mich, da habe

Kia: ich vielleicht ein Defizit oder da möchte ich mich erweitern.

Kia: Deswegen, so ein Buch kann ein super Mittel sein, um das

Kia: Fundament zu setzen, um noch mehr Motivation aufzubauen, weil du dann

Kia: erst merkst, wie viel mehr Wissen du brauchst, wie viel mehr Handlung, wie

Kia: viel mehr Kompetenz du bekommen kannst. Das ist quasi der allererste Schritt

Kia: in die richtige Richtung, in die du dich entwickeln willst.

Kia: Deswegen sind grundsätzlich, ich lese ja auch, ich habe angefangen mit

Kia: Aktien zu handeln und habe Bücher dann gelesen über Aktien und für mich

Kia: dann, für meine Werte, meine Haltung, eins der besten Bücher, die ich je

Kia: gelesen habe, Psychology of Money. Und dabei geht es darum, dass man das

Kia: Fundament, ah, kennst du das, ja super.

Gabriel: Das ist geil, das ist ganz gut, ja.

Kia: So, und ich sage dir jetzt, so, genau. Und als Psychologe sage ich

Gabriel: Morgen Hausl.

Kia: dir, für mich die Kompetenz dann zu haben, am Aktienmarkt teilzunehmen und

Kia: den zu verstehen, aus einer psychologischen Hinsicht, ist was für mich, wo

Kia: ich einen viel einfacheren Zugang, natürlicher habe, weil ich

Kia: Menschenbewegung, weil ich Menschendenken, weil ich Wandel verstehe, besser

Kia: als wenn ich die Rohdaten von irgendwelchen Umsätzen von

Kia: Großfirmen wie Apple oder so verstehe. und dadurch, ne, habe ich dann viel

Kia: besser Zugang. Würde ich jetzt sagen, so ein Selfbook, das hilft mir nicht,

Kia: im Gegenteil, das hat eigentlich nur mein Interesse für Marktpsychologie

Kia: gefördert. Ne, und dann kommt man in die Umsetzung, fang an zu traden,

Kia: fang an zu gucken, ob du richtig liegst.

Gabriel: Ja, aber das sehe ich eben nicht, dass diese Transferleistung so vorhanden

Gabriel: ist. Ich glaube, und das habe ich eben bei mir selber beobachtet, dass

Gabriel: da einfach irgendwann einmal einfach nur eine Sammlung an Wissen vorhanden

Kia: Ja,

Gabriel: ist,

Gabriel: aber eben die Leute nichts ins Tun kommen und ich glaube, das ist

Gabriel: ganz, ganz verbreitet in dieser vor allem amerikanischen Self -Help

Gabriel: -Industrie, dass die Leute halt einfach nur eigentlich am Content

Gabriel: konsumieren sind und gar nichts ins Tun kommen, weil Content zu konsumieren

Gabriel: von Self -Help, hey, ich lese das Buch von Morgen Hausl, ich habe

Gabriel: ja gerade gelernt, wie die Welt funktioniert, fühlt sich ja so, ist ja

Gabriel: auch ein Tun und deswegen kommt man wenig in das richtige Tun, weil

Gabriel: lernen, da tue ich was, aber habe kein Output, sondern nur Input.

Kia: naja, wie gesagt, das ist der erste Schritt. Man muss dann für sich

Kia: selber auch entscheiden, möchte man und kann man.

Kia: Ich persönlich muss sagen, von allen Büchern, die ich gelesen habe, so zehn

Kia: Stück, sind bestimmt 70 % der Informationen, die ich

Kia: gesammelt habe, vielleicht sogar mehr,

Kia: sind am nächsten Tag schon vergessen gewesen.

Kia: 30 % habe ich verinnerlicht, 15 %

Kia: habe ich für ein Leben lang. Und das hat einen großen Mehrwert.

Kia: Das ist ein großer Hebel auf mein Leben. Zu wissen,

Kia: dass ein Buch, was mich vielleicht fünf, sechs, zehn Stunden gedauert hat,

Kia: zu lesen,

Kia: lebenslang einen Glaubenssatz geshaped hat, also formiert

Kia: hat, und dass ich daraus einen großen Hebel für mein Leben habe.

Kia: Deswegen, ich würde das nicht aberkennen und sagen, da gibt es keine

Kia: Wirkung. Aber das ist ja auch individuell, von Mensch zu Mensch verschieden.

Kia: Ich lese tatsächlich nur Bücher, die mich in irgendeiner

Kia: Hinsicht erweitern. Ich bin wirklich ein Typ, ich gucke dann, wo

Kia: habe ich ein Defizit derzeit? Wie könnte ich mich erweitern?

Kia: Und dann kaufe ich mir Bücher und versuche genau in dieser Hinsicht

Kia: weiterzuarbeiten.

Kia: Es geht mir immer darum, kompetenter zu werden.

Kia: Wie kann ich mit meinen Klienten systemische Beratung optimieren?

Kia: Wie kann ich darin besser werden? Es

Gabriel: Ja, finde ich, bis zu einem gewissen Grad genau mein Ansatz,

Gabriel: ich habe mich nur interessiert, was du erstens einmal spannend, dass du als

Gabriel: Psychologe auch positiv bist für Self -Help, ich habe das eher auch

Gabriel: erwartet, dass du eben eher die Position vertrittst, die ich heute

Gabriel: angenommen habe, von wegen, dass es eher sozusagen nur ein weniger bringt,

Gabriel: finde ich irgendwie cool, das war jetzt für mich unerwartet

Gabriel: und was mich jetzt auch interessieren würde, ist nochmal zum Mann -und -Frau

Gabriel: -Thema, aber auch zu einem Beziehungsthema vermischt, Red Flags vor einer

Gabriel: Beziehung, wie schaut das aus, wie willst du das so sehen?

Kia: ist einfach nur ein beladener Begriff. Alles, was Englisch klingt, klingt

Kia: erstmal psychologisch, autoritär, besser. Am besten sagt es noch ein

Kia: Psychologe, Red Flags.

Kia: Würde ich gar nicht so ernst nehmen.

Kia: In erster Linie geht es ja darum, zu sagen, was sind Werte, die

Gabriel: Ja, true.

Kia: ich in einem Partner mir wünsche.

Kia: Und eine Red Flag ist vielleicht, wenn einer dieser Werte nicht eingehalten

Kia: wird.

Kia: Und deswegen, die Idee von Instagram ist ja immer, oder

Kia: von Social Media überhaupt zu polarisieren und strenge, harte, schwarz -weiß

Kia: -Denken irgendwie zu implementieren in die Gesellschaft.

Kia: Und jedes Mal, wenn ich so ein Video sehe, dann denke ich mir

Kia: in erster Linie einfach nur, das ist deine Meinung, darfst du, interessiert

Kia: mich nicht. Es ist so, ich prüfe ja Fakten. Ich mache ja Reaktionsvideos

Kia: und immer, wenn ich so ein Red Flag Video sehe, dann, da gibt

Kia: es ja nichts zu prüfen. Das sind deine Red Flags.

Kia: Das sind für dich Red Flags. Ja, klar könnte man auch sagen, ist

Kia: der eine oder andere wirklich ein Red Flag? Ist es ein Glaubenssatz, der

Kia: dir vielleicht gar nicht so dienlich ist? Oder, oder, oder.

Kia: Aber es ist eine Sache, die faktisch nicht wirklich angreifbar ist, weil da

Kia: Menschen ihre Bedürfnisse äußern. Und das dürfen sie.

Kia: Deswegen, wenn jemand sagt, das, das, das ist eine Red Flag für mich,

Kia: darf es. Was es nicht darf ist, dass du sagst, das geht für

Kia: alle. Weil dann pauschalisierst du, dann stellst du deine Bedürfnisse über

Kia: die Bedürfnisse von anderen. Dem einen kann es total wichtig sein, jeden Tag

Kia: eine Nachricht zu bekommen. Dem anderen kann es sogar schaden, weil der gar

Kia: keine Lust hat, jeden Tag ins Handy zu tippen.

Kia: Und da die Unterscheidung zu treffen, Menschen sind individuell.

Kia: Wir haben individuelle Bedürfnisse. Ja, klar, wir wollen alle haben im

Kia: Normalfall ein Bedürfnis nach Nähe, aber auch da, wie viel Nähe ist gut.

Kia: Wie viel Nähe, wie viel Abstand brauchen wir? Und das muss man mit

Kia: seinem Partner individuell gestalten und rausfinden.

Kia: Deswegen immer wieder, wenn ich Social Media öffne und Influencer sehe, die

Kia: Ratschläge geben und Red Flags erläutern, dann kann ich

Kia: eigentlich nur wegswipen.

Gabriel: Finde ich gut, wie du das beschreibst, was ich so als Learning in

Gabriel: meinem Leben mal hatte, weil du eben auch sagst, das, was der eine

Gabriel: möchte, muss für den anderen keine Red Flags sein, wir funktionieren ja aber

Gabriel: so, dass,

Gabriel: wenn ich jetzt irgendwie eine Frau kennenlerne und jetzt mit dir jetzt,

Gabriel: keine Ahnung, wir reden gerade so, hey, ich habe die kennengelernt, aber

Gabriel: irgendwie, das tagt mir nicht, was sie da macht, das will ich ja

Gabriel: dann von dir eigentlich Bestätigung als Freund, so, ja stimmt, das passt

Gabriel: doch überhaupt nicht und dieses Learning,

Gabriel: das, was ich nicht möchte,

Gabriel: muss ich nicht haben und das ist okay und das braucht eigentlich keine

Gabriel: Erklärung und was auch immer, sondern du darfst wollen, was du willst, die

Gabriel: Frage ist, ob du kriegst, was du willst, muss man auch dazu sagen,

Gabriel: aber du darfst alles wollen, alles und auch sagen, hey, das will ich

Gabriel: nicht, das will ich schon und da brauchst du keinen Red Flag Listen,

Gabriel: so, meistens ist so dieser Satz, den ich mal gelesen habe

Gabriel: und viel länger gebraucht, um zu verstehen, dass er wirklich stimmt, also

Gabriel: so, wie tiefgreifend er stimmt,

Gabriel: je mehr du darüber nachdenkst beim Anfang einer Beziehung, ob das jetzt gut

Gabriel: ist oder nicht,

Gabriel: dann ist es meistens einfach nicht gut, wenn du darüber nachdenken musst,

Gabriel: wenn du darüber nachdenkst, hey, ist das jetzt schlecht, das Verhalten, wie

Gabriel: finde ich das, also, wenn du anfängst, Red Flag Listen zu googeln,

Kia: Kann auf jeden Fall ein Hinweis sein, dass du in der Stadt, in

Gabriel: dann ist es meistens einfach nicht die richtige Person.

Kia: die Beziehung zu investieren, eher dich fragen musst, warum was nicht läuft.

Kia: Und dann hast du eigentlich schon einen Punkt. Da hast du absolut recht.

Kia: Da merkst du ja schon, irgendwas stimmt nicht.

Gabriel: Mhm,

Kia: Irgendwie Krise jetzt am Anfang. Ja, das Problem bei Social Media ist, dass

Kia: halt, wir haben, die Aufmerksamkeitsspanne ist auf 1,30, auf zwei Minuten

Gabriel: mhm,

Gabriel: mhm,

Kia: gekürzt. Du musst so viel Informationen wie möglich reinpacken, so

Kia: authentisch und emotional wie möglich. Die Wahrheit ist gar nicht so

Kia: interessant, sondern Menschen wollen sich wiedersehen und Menschen wollen

Kia: entlastet werden. Wie kann man Menschen entlasten?

Kia: Indem man denen Schwarz -Weiß -Denken verkauft.

Kia: Wir gegen die anderen, links, rechts,

Kia: Red Flags, Green Flags. Aber menschliches Verhalten und die Gesellschaft

Kia: ist um einiges komplexer. Und wenn wir diese Komplexität

Kia: einfach wieder zulassen, dann haben wir eine Gesellschaft, die reifer wird.

Kia: Deswegen diese Gegenbewegung, ich sehe das jetzt teilweise, muss ich

Kia: wirklich sagen, ich sehe ein paar Influencer -Psychologen, die gerade

Kia: anfangen, die Wahrheit zu sprechen, die fangen an, Zusammengehörigkeit

Kia: zu pushen. Ich sehe mich da wirklich auch dazu und ich

Kia: bin guter Dinge, dass die Gesellschaft da langsam entgegenwirkt

Kia: und dass wir uns nicht spalten lassen, weil davon haben, am Ende hat

Kia: niemand was davon. Das sind alle Verlierer.

Gabriel: mhm, stimmt. Dazu eine Frage, die ich mir auch aufgeschrieben habe, ist,

Gabriel: wenn, kannst du jemanden mögen, dessen Taten du nicht

Gabriel: gut findest, das heißt, zum Beispiel, ein Freund von dir behandelt andere

Gabriel: Menschen nicht so gut, aber dich, du mit ihm, alles top, kann

Kia: Ein Freund, der mich nicht gut behandelt.

Gabriel: man mit so jemandem befreundet sein?

Gabriel: Nein, nein, du hast einen Freund,

Kia: Ja,

Gabriel: du mit ihm, beste Zeit, ihr versteht es euch extrem gut, aber du

Gabriel: weißt, er behandelt andere Menschen nicht gut.

Gabriel: Ist das ein Grund, eine Freundschaft zu beenden?

Gabriel: Ich

Kia: das ist eine sehr spezifische Frage und ich gehe sie gerade durch.

Kia: Die Frage ist, inwiefern er andere Menschen schlechter behandelt und ob

Kia: das entgegen meiner Wertvorstellung ist, also wirklich gänzlich dagegen.

Kia: Wenn es jetzt ein Mensch ist, der Schwierigkeiten hat, Verbindungen mit

Kia: anderen Menschen einzugehen, weil es vielleicht auf der narzisstischen Ebene

Kia: sehr stark ausgeprägt ist,

Kia: dann kann ich mir vorstellen, dass ich mit dieser Person

Kia: befreundet bleibe, sofern ihr Verhalten mir

Kia: gegenüber respektvoll bleibt und auch gesund.

Kia: Aber im Normalfall, deswegen ist die Frage auch jetzt nicht so

Kia: logisch, Schlüsse.

Gabriel: stelle die Frage nochmal anders, kann man mit jemandem, kann man mit

Gabriel: jemandem, der eine andere politische Meinung hat, als man selber, befreundet

Gabriel: sein?

Kia: Absolut. Dualität, also Dualismus, darum geht es.

Kia: Meine besten Beziehungen, meine besten Freundschaften, die ich mittlerweile

Gabriel: Mhm.

Kia: habe, sind mit Menschen, die komplett gegensätzlich zu meiner Ideologie und

Kia: Gedanken sind. Ich habe, einer meiner engsten Freunde ist

Kia: strenggläubig, muslimisch. Und

Kia: das zeigt mir, wie sehr wir uns gegenseitig respektieren,

Kia: wie sehr wir uns gegenseitig auch unsere Werte

Kia: akzeptieren und aushalten können und daneben stehen können.

Kia: Und das zeigt mir Kompetenz, das zeigt mir Verantwortungsübernahme für die

Kia: Person. Ich würde dem niemals sagen, sei weniger muslimisch oder glaube

Kia: weniger an den Islam, im Gegenteil. Und ich bin mit dem,

Kia: tatsächlich waren wir in Marokko und ich bin mit ihm zum ersten Mal

Kia: in meinem Leben in eine Moschee gegangen. So, ich habe sogar dann Anteil

Kia: an seinem Weltbild und an seinem Leben. Und ich

Kia: erwarte selbiges dann auch zurück. Es geht darum, dass man

Kia: Menschen anhand ihrer Beziehungsqualitäten für sich

Kia: gewinnt und nicht anhand ihrer Ideologie. Und da jemanden pauschal

Kia: auszugrenzen, zeigt mir einfach nur ein fehlendes, bestehendes Problem.

Kia: Und zwar bist du einfach nur unreif.

Kia: Du kannst deine Emotionen nicht regulieren, du kannst andere Wahrheiten

Gabriel: Definitiv.

Kia: nicht aushalten.

Kia: Konstruktivismus, wir erschaffen uns alle unsere eigene Wahrheit.

Kia: Es gibt nicht die eine Wahrheit.

Kia: Und auch zu wissen, deine Moral ist nicht die beste Moral.

Kia: Wer entscheidet überhaupt, was moralisch richtig oder falsch ist.

Kia: Aber da demütig genug zu sein,

Kia: als Psychologe ist man da oftmals sehr demütig.

Kia: Das hilft einem.

Gabriel: Ja, und so war die Frage auch gemeint, sozusagen, weil wenn jemand andere

Gabriel: Werte hat, dann tut er ja auch Dinge, die vielleicht in deinem Wertsystem

Gabriel: als nicht ideales, nicht gutes Verhalten sind.

Gabriel: So war die Frage gemeint. Und, was ich mir noch so denke, als

Gabriel: Abschluss, aber, du hast so viel mit Klienten, die

Gabriel: in deinen Schicksalsschläge wahrscheinlich passiert sind, Drogensucht, aber

Gabriel: jetzt auch wahrscheinlich auch Klienten, die wahrscheinlich mehr Geld haben,

Gabriel: um jetzt sozusagen dich im Privat,

Gabriel: wie nennt man das, privatwirtschaftlich, buchen zu können.

Gabriel: Was lernst du immer noch oder so über die Zeit von deinen

Gabriel: Klienten als Psychologe, wo du dir auch selber gedacht hast, so wow, ich

Gabriel: dachte so, nach dem Studium kenne ich mich aus und dieser Mensch hat

Gabriel: mir gerade so viel beigebracht.

Kia: Jeder Mensch konfrontiert dich halt mit deren Problemen.

Kia: Und nicht alle deine Probleme siehst du in den Problemen von Klienten.

Kia: Das heißt, du hast sehr oft, ich sage es immer so, manche Menschen

Kia: sagen, sie haben 100 Bücher gelesen und dann haben sie 100 Leben gelebt.

Kia: Ich habe mit 100 Menschen gesprochen,

Kia: sehr tiefgründig. Und ich habe 100 Menschen Leben gelebt.

Kia: Und so fühlt sich das an. Ich lerne von jedem meiner Klienten, egal

Kia: ob es in der Suchtberatung mit jemandem war, der schwer drogenabhängig,

Kia: heroinkrank war.

Kia: Jeder Mensch hat seine eigene Erfahrungshaltung, jeder Mensch hat seine

Kia: eigenen Erfahrungen und Wissen gesammelt. Und jedes,

Kia: ich bin naiv genug

Kia: oder intelligent genug zu wissen, dass ich nicht alles weiß und man kann

Kia: von jedem Menschen lernen. Und das finde ich, bis heute ist das eine

Kia: Grundhaltung von mir, dass ich nicht nur eine wohlwollende,

Kia: akzeptierende Grundhaltung habe, sondern dass ich weiß, ich kann von diesem

Kia: Menschen lernen, wenn ich ihm zuhöre, wenn ich seinen Weg beobachte.

Kia: Ich sehe ja auch, wie er das dann meistert. Und anhand seiner

Kia: Lösungsvorschläge und an seinen Musters lerne ich ja auch dazu.

Kia: Es gibt keinen Klienten, wo ich nicht dazu lerne.

Kia: Im Gegenteil.

Gabriel: Nach fast drei Stunden sind wir aber tatsächlich jetzt am Ende angelangt.

Gabriel: Und dann will ich noch auf jeden Fall danke für deine Zeit sagen

Gabriel: und ja,

Gabriel: Abmoderation in den letzten Worten gehören wir weiter.

Kia: Vielen Dank, Gabriel. Es war mein erster Podcast.

Kia: Ich hoffe, ich habe mich gut geschlagen mit der Technik.

Kia: Aber ich bin dir wirklich dankbar für diese Chance.

Kia: Ich habe das sehr genossen und es tut auch gut, sich für

Kia: sowas oder sich auf dem Podcast tatsächlich auch mal vorzubereiten, weil es

Kia: mir hilft, meine Gedanken und meine Welt auch mal zu sortieren und dass

Kia: sich das dann vermittelt an andere Menschen weitergeben kann.

Kia: Das hat mich sehr glücklich gemacht. Vielen Dank.