Lucky Loser ist ein Podcast über Ehrgeiz, Rückschläge und die Frage, wie man sich ein außergewöhnliches Leben aufbaut, ohne so zu tun, als hätte man alles im Griff. Gabs spricht mit Menschen, die etwas aufgebaut, riskiert oder wirklich verstanden haben – über Erfolg, Geld, Körper, Beziehungen, Sinn und das Chaos dazwischen. Ehrlich, neugierig, manchmal lustig, manchmal ernst.
Gabriel: Fangen wir mit einer einfachen Frage an. Ist Sucht eine Entscheidung?
Kia: Und
Kia: Sucht allgemein würde ich jetzt erstmal nicht sagen, dass es eine
Kia: Entscheidung ist, auch wenn es von außen vielleicht leicht so wirken kann.
Kia: Der Konsum in erster Instanz ist eine Entscheidung, was sich aber dann
Kia: daraus entwickelt, würde ich nicht sagen, dass dann noch viel
Kia: Bewusstsein im Spiel ist. Ich habe drei Jahre in der
Kia: Suchtberatung gearbeitet und ich habe immer mehr beobachtet, dass die
Kia: meisten Menschen, die abhängig sind, immer mehr Co -Pilote in ihrem eigenen
Kia: Leben werden.
Gabriel: Okay, also was mir gerade auffällt, wenn du es so sagst, heißt das,
Gabriel: dass vielleicht sogar eine Differenzierung zwischen übermäßigen
Gabriel: Konsum und Sucht auch die Frage ist, wie bewusst man die Dinge tut?
Kia: Absolut. Auch wir Psychologen, wir unterscheiden ja.
Kia: Wir unterscheiden zwischen schädlichem Gebrauch, ab wann besteht eine
Kia: Sucht. Und die grundsätzliche Frage, ich sehe das
Gabriel: Nein,
Kia: Ganze immer, weil ich systemischer Berater bin, nicht immer so
Kia: psychopathologisch, wie die meisten Psychologen das gerne haben wollen, aber
Kia: ab welchem Zeitpunkt hast du das
Kia: Gefühl oder die Realität, dass die Sucht irgendeinen Lebensbereich in deinem
Kia: Leben einen negativen Effekt darauf
Kia: hat? Und ab diesem Moment spielt es für mich dann in der Beratung
Kia: eine Rolle. Es gibt Menschen, die trinken ein Glas Wein über Jahrzehnte
Kia: und das muss keine Sucht sein. Das ist ja
Kia: auch dann in dem Sinne keine Sucht. Geht ja auch nach WHO, glaube
Kia: ich, ein Glas Wein, 0,3 oder so, als gesund. Die Frage ist
Kia: nämlich immer,
Gabriel: das ist mittlerweile nicht mehr so. Das ist geändert worden.
Kia: nicht mehr? Na siehst du, da bin ich,
Gabriel: Nicht mehr. Mittlerweile ist jeder Tropfen Alkohol ungesund.
Gabriel: Da bin ich ein bisschen mehr drinnen.
Gabriel: Aber diese Studie ist tatsächlich auch so gekommen, weil die Leute, die so
Gabriel: wenig Alkohol trinken, das in Gesellschaft machen.
Gabriel: Und deswegen der gesellschaftliche Aspekt wurde damals noch nicht
Gabriel: rausgerechnet. Und deswegen war eine Zeit lang Alkohol gesund.
Gabriel: Aber nicht wegen dem Alkohol, sondern wegen dem, was mit dem Alkohol
Gabriel: einhergegangen ist tatsächlich. Aber ich finde es trotzdem interessant, weil
Gabriel: ich gerade selber so zum Reflektieren anfange, weil ich teilweise gemerkt
Gabriel: habe, Snus habe ich dieses Jahr aufgehört.
Kia: ja,
Gabriel: Und ich habe dieses Jahr wieder angefangen wie ein Idiot und dann auch
Gabriel: wieder aufgehört.
Gabriel: Und da hatte ich das Gefühl, ein, zwei Snus am Tag habe ich
Gabriel: wirklich sehr gerne genommen. Die waren einfach so, die waren geil.
Gabriel: Das nach dem Aufstehen, das nach dem Essen. Das sind die zwei, die
Gabriel: wirklich sehr, sehr nett waren, fand ich.
Gabriel: Aber es gab dann auch einfach viele, die auf Autopilot passiert sind.
Gabriel: Und da habe ich immer, wenn ich Freunden von mir erklärt habe, ich
Gabriel: nehme das jetzt nicht aus der Sucht, aber die anderen nehme ich aus
Gabriel: der Sucht. Da habe ich so richtig in mir gewusst, was ich aus
Gabriel: Suchtverhalten mache und was ich nicht aus Suchtverhalten mache.
Gabriel: Wo eigentlich, vielleicht du verstehst das als Psychologe, aber meine Frau
Gabriel: hat gedacht, was auch immer mit dem los ist sozusagen.
Gabriel: Weil das so eine verrückte Aussage ist, dass man weiß, was man aus
Gabriel: welchem Hintergrund tut. Aber für mich war das so nicht so ein, ich
Gabriel: bullshitte jetzt, sondern für mich war es wirklich ganz klar in dem Moment
Gabriel: zu wissen, was ich aus welcher Handlung heraus tue in dem Moment.
Gabriel: Und ist das eine gute, also stimmt das, was ich da sage, oder
Kia: absolut.
Gabriel: bilde ich mir da was ein?
Kia: Also ich sehe das absolut genauso. Ich bin selber jemand, der
Kia: sein Leben auch gerne genießt. Ich bin jetzt nicht der klassische
Kia: Psychologe, der nur aus Büchern sein Leben irgendwie zitiert, sondern ich
Gabriel: Mhm.
Kia: lebe das Leben auch, ich genieße auch und ich konsumiere auch.
Kia: Und Konsum heißt für mich, dass man am Leben auch teilhat
Kia: und dass man entscheidet, welche Sachen will man auf sich nehmen.
Gabriel: Mhm.
Kia: Und für mich zum Beispiel, ich habe nie geraucht, habe dann irgendwann in
Kia: der Suchtberatung tatsächlich, weil man da mit Klienten geraucht hat, habe
Kia: ich angefangen mit denen zu rauchen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich dann
Gabriel: Mhm.
Kia: gemerkt habe, dass ich teilweise die Klienten dazu verleitet habe,
Kia: dass sie mit mir rauchen. Da habe ich gemerkt, okay, das ist jetzt
Kia: ein schlechtes Vorbild.
Gabriel: Okay, das ist krass. Aber das heißt, du hast das ausprobiert mit denen
Gabriel: zusammen, um es zu verstehen, oder wieso hast du mit denen geraucht?
Kia: Nee, es war eher, glaube ich, ein Zusammengehörigkeitsgefühl und man
Kia: entwickelt sich ja auch, man hat ja auch eine Bindung.
Gabriel: Mhm.
Kia: Ich glaube, das ist so einer der größten Prädiktoren für die
Kia: Verhaltensveränderung von Klienten, dass man eine gute Bindung aufbaut, weil
Kia: mit der Bindung Vertrauen einhergeht. Und wenn ich jetzt jedes Mal die Welt
Gabriel: Mhm.
Kia: des Klienten einfach nur von vornherein ablehne, dann ist es schwieriger,
Kia: Vertrauen aufzubauen. Ich rate jetzt nicht natürlich, dass jeder Psychologe
Gabriel: Mhm.
Kia: mit seinen Klienten rauchen soll. Ich sage ja, es war von mir keine
Kia: gute, klare L... Das natürlich auch nicht. Nee.
Gabriel: Lieber Heroin nehmen.
Kia: Nee, aber ich bin schon jemand, der sehr gerne auch mal ins System
Gabriel: Mhm.
Kia: meines Klienten mit eintaucht, gedanklich dann meistens besser.
Gabriel: Mhm.
Kia: Und ich habe für mich selber auch entdeckt, ich bin jetzt kein Raucher,
Kia: ich rauche nicht. Aber es gibt Momente im Urlaub, wenn ich am Strand
Kia: bin, dass ich mir eine bewusste Zigarette gönne.
Kia: Oder wenn ich auf Reisen in Thailand war und einen Bergerklumme habe, dann
Kia: habe ich ganz oben auf dem Berg mit dieser Ansicht habe ich mir
Kia: eine Zigarette gegönnt. Und das sind so Momente, wo ich sage, das ist...
Gabriel: Ja, bei mir war Thailand ganz schlimm. Da muss ich ehrlich sagen, bei
Gabriel: mir ist das komplett entglitten. Ich war irgendwann, also ich war jetzt vor
Gabriel: drei Jahren dort, und dann war ich dann auf zwei Packungen Zigaretten am
Gabriel: Tag, weil die einfach diese Metholzigaretten hat.
Kia: Ja, exakt.
Gabriel: Also ich bin leider oft so, dass es mir dann halt einfach entgleitet
Gabriel: und dann kann ich es aber wieder einfangen. Aber das, was du gerade
Gabriel: sagst, dann bergoben, ja, ich kann mich noch erinnern, komplett tot oben
Gabriel: angekommen, weil die Lunge schon absolut gefickt war nach zwei, drei Monaten
Gabriel: nach Asien. Und dann trotzdem oben wieder eine Zigarette angezogen.
Gabriel: Diese Zigarette kenne ich, die ist aber auch, die ist wieder dann eine,
Gabriel: wo ich auch damals gewusst habe, die raue ich gerade gerne.
Kia: Genau darum geht es, ne?
Gabriel: Aber finde ich cool, wie du es siehst, ja. Weil ich finde, dieses
Kia: Ja, Bewusstsein zu schaffen ist entscheidend.
Gabriel: Jahr,
Gabriel: ich habe auch schon Leute hier gehabt, die dann halt so mehr unternehmerisch
Gabriel: und so High -Performer -mäßig geredet haben, was ich gut finde, was mich
Gabriel: sehr interessiert, die aber nicht meinen Weg mit Alkohol und
Gabriel: Zigaretten und Dingen, die Spaß machen, gehen, weil ich mir oft denke,
Gabriel: man sollte natürlich,
Gabriel: wenn man Ziel erreichen will, alles dafür tun.
Gabriel: Also man muss Disziplin haben und was auch immer.
Gabriel: Zum Beispiel, ich fiel im letzten Jahr wieder 15 Kilo abgenommen.
Gabriel: Es ist nicht schwierig, man muss es halt einfach nur durchziehen.
Gabriel: Und es ist wirklich super, super easy. Ich habe die Jahre davor halt
Gabriel: einfach weniger trainiert, mehr gegessen. Okay, dann sammelt sich halt
Gabriel: irgendwann einmal ein bisschen Speck. Jetzt habe ich komplett durchgezogen.
Gabriel: Boom.
Gabriel: Aber in diesem Jahr habe ich trotzdem immer mal wieder Pausen gemacht, habe
Gabriel: immer mal wieder das Leben genossen. Und das sehe ich mittlerweile
Gabriel: sozusagen, dass viele Leute von diesem,
Gabriel: sie machen Party und geben Vorgaben und keine Ahnung was extrem zu, ich
Gabriel: trinke nie wieder Alkohol und das ist alles nur schlecht extrem.
Gabriel: Und das finde ich schon schade. Deswegen finde ich es cool, wie du
Gabriel: das beschreibst, weil genau das ist das, was ich auch für mich lernen
Gabriel: möchte, beziehungsweise auch gelernt habe, aber so noch präziser
Gabriel: herausleiten können möchte, wie oft kann man sich was gönnen in dem
Gabriel: Fall, wie oft, weil wo sind die Grenzen?
Gabriel: Da bin ich aktuell sehr viel am Nachdenken.
Kia: Nachdenken ist schon mal der erste gute Schritt.
Kia: Danach kommt die Umsetzung. Wissen ohne Handlung ist wertlos,
Gabriel: Das
Kia: langfristig. Was heißt das konkret? Das heißt, dass wenn du
Gabriel: stimmt, das stimmt.
Kia: dir Gedanken darüber machst, wie viel Konsum in meinem Alltag finde ich
Kia: noch akzeptabel, dann schreibst du dir einen Plan auf.
Kia: Und dann hältst du dich an diesem Plan. Und dann kannst du dir
Kia: sagen, okay, es gibt bestimmte Snus, Zigaretten oder sonstigen,
Kia: ein Bierchen irgendwie am Fluss oder am Wasser,
Kia: ja, das gönne ich mir, dann, dann, dann. Und dann versuchst du so
Kia: nah wie möglich an deinem Ideal zu leben. Und zwar in einer
Kia: Balance. Weil die Seite, die du mir da beschreibst von wegen dieses
Kia: radikal gesund sein und immer nur straight für seine Ziele zu
Kia: arbeiten, da fehlt mir Flexibilität für die eigene
Kia: Identität. Denn wir Menschen, wir sind nicht nur dafür geschaffen,
Kia: Verantwortung zu übernehmen und Ziele zu erreichen, sondern wir können der
Kia: ganzen Sache auch nicht nur Bedeutung darin geben, sondern auch Genuss
Kia: empfinden. Wir dürfen das Leben genießen. Und da sind wir
Kia: unterschiedlich. Und da müssen wir auf uns selber achten und nicht auf
Gabriel: Ja,
Kia: andere Menschen und was sie für richtig halten oder für falsch.
Kia: Jeder Mensch genießt andere Sachen. Die Frage ist halt nur, und das kann
Kia: dir keiner vorleben, wie viel davon kannst du in deinem Alltag, wie viel
Kia: Ressourcen hast du, wie viel Resilienz hast du zu sagen, ich trinke mal
Kia: ein Bier die Woche. Oder wenn es dann wieder ganz schnell
Kia: zwei oder drei.
Gabriel: finde ich legitim. Also für mich ist zum Beispiel halt einfach die
Gabriel: Schwierigkeit, wie oft möchte ich es eben machen, weil ich weiß, das Ideal
Gabriel: ist kein Alkohol, ist besser als Alkohol für rein gesundheitlich, für Sport
Gabriel: und so weiter.
Gabriel: Und mir hat auch in meinem Leben so ein Bier auch noch nie
Gabriel: wirklich Freude gemacht. Bei mir ist wenn, mache ich gern Party, aber
Gabriel: einfach so Genuss, ja, vielleicht ein Glas Wein oder so zum Essen, das
Gabriel: ist noch eher was, was ich mir einreibe, aber einfach so ein Bier,
Gabriel: da kann ich auch ein alkoholfreies Bier trinken.
Gabriel: So, das, das, da gibt mir tatsächlich keinen Unterschied.
Gabriel: Und deswegen finde ich es sehr schwer, auch herauszufinden, wo sind dann
Gabriel: auch die, die Sachen, wo, wo man sagt, hey, da mache ich jetzt
Gabriel: eine Ausnahme, also zum Beispiel Snus, weiß ich, es entgleitet mir dann
Gabriel: halt auch immer. Wenn ich dann sage, hey, eins am Tag ist okay,
Gabriel: das bleibt dann nicht bei einem am Tag. Und solche Sachen.
Gabriel: Und mit Alkohol, ich mache es so, dass ich sage, ich trinke halt
Gabriel: eher so,
Gabriel: jetzt über den Sommer ist es vielleicht zweimal im Monat und sonst über
Gabriel: das Jahr im Schnitt, also es gibt auch Monate, wo ich im Monat
Gabriel: gar nichts trinke und dann vielleicht zweimal, aber so im Schnitt würde ich
Gabriel: sagen, ohne den Sommer einmal im Monat aktuell.
Kia: Und du
Gabriel: Und das finde ich ist ganz okay, aber es ist trotzdem irgendwie
Gabriel: so, es fühlt sich unflexibel an, trotzdem. Also ich fühle mich, ich bin
Gabriel: noch nicht ganz happy damit.
Kia: fühlst dich nicht happy damit.
Gabriel: Ja, weil ich irgendwie in so einem Zwiespalt bin von meinem Umfeld
Gabriel: und aller Leute rundherum, die trinken halt einfach, wenn sie Bock haben.
Gabriel: Ob das jetzt viel ist oder wenig, machen sich weniger Gedanken drüber.
Gabriel: Und die Leute, die aber sich viele Gedanken drüber machen, die trinken gar
Gabriel: nichts. Das heißt, da ist vielleicht so ein bisschen ein nicht vorhandenes
Gabriel: Zugehörigkeitsgefühl.
Kia: Stark.
Gabriel: Das wäre jetzt,
Kia: Das heißt, was wäre denn der Schlüssel für dich oder dein Ideal, was
Kia: erstrebenswert wäre?
Gabriel: ich glaube,
Gabriel: ideal wäre einfach,
Gabriel: boah, das ist echt schwer zu sagen, ich glaube, ideal wäre halt einfach,
Gabriel: die Sachen tun zu können und nicht mehr drüber nachdenken zu müssen, eine
Gabriel: Lösung gefunden zu haben. Egal, wie die Lösung aussieht.
Gabriel: Also theoretisch könnte ich jetzt einfach irgendwas sagen, einmal im Monat,
Gabriel: gar nicht mehr oder jeden Tag, wäre besser als dieses Überlegen.
Gabriel: Überlegen.
Kia: Aber das gehört doch zum Leben dazu, dass man
Kia: plant und dass man Konsequenzen davon trägt. Ich meine, wie geht es dir
Kia: denn jedes Mal, wenn du dann trinkst und sagst, okay, ich sitze jetzt
Kia: einmal ein paar Monate, ich gehe jetzt raus, ich trinke.
Kia: Du hast gesagt, so ein Bier ist nichts für dich.
Kia: Du trinkst dann sehr viel, ne?
Gabriel: Ja, ich trinke, wenn, wenn gern viel. Also entweder, also so ganz oder
Gabriel: gar nicht, das bin ich halt einfach schon immer gewesen.
Gabriel: Und da muss ich sagen, seitdem ich weniger trinke, wache
Kia: Ja.
Gabriel: ich am nächsten Tag auf und denke mir, zu 80 Prozent,
Gabriel: fuck, das war richtig geil, ich habe wieder Bock drauf.
Gabriel: Damals, als ich Viehparty gemacht habe, bin ich mir am nächsten Tag
Gabriel: aufgewacht, habe mein Leben gehasst, ist geisteskrank Kater
Gabriel: und bin am gleichen Tag, dann machen wir nochmal saufen.
Gabriel: Und jetzt ist es so, ich habe irgendwie eine Katerresilienz, so gestern
Gabriel: auch, ich war am Freitag, weil so ein Kirtag gewendet ist, wie ich
Gabriel: dir erzählt habe,
Gabriel: war jetzt nicht mein bester Tag, aber früher wäre ich tot gewesen,
Gabriel: also ich komme viel besser dem zurecht, weil ich glaube auch,
Gabriel: mehr eine Resilienz gegenüber dem Kater habe, weil ich mein Leben sonst
Gabriel: besser im Griff habe als früher und dadurch, ich weiß nicht, ob du
Gabriel: das kennst oder vom Klienten, wenn du Alkohol trinkst, ich habe das vor
Gabriel: allem in Phasen, wo es mir nicht so gut ging, psychisch gemerkt, dass
Gabriel: ich dann sehr fragil war für negative Gedanken, für depressive
Gabriel: Gedanken, für Anxiety, dass das sozusagen im Kater -Zustand dir
Gabriel: teilweise noch einmal den Kater so viel schlimmer gemacht hat, weil du
Gabriel: emotional gelitten hast, weil einfach die Resilienz gegenüber
Gabriel: den schlechten Gedanken, den man ja auch hat, weniger war und mittlerweile
Gabriel: stört mich das gar nicht, dann kann ich jetzt was trinken, denke mir,
Gabriel: oh, was war das, was war das oder dann kommt irgendwie ein Gedanke
Gabriel: des Scheiterns oder der Angst und ich kann es wegwischen und das zermürbt
Gabriel: mich nicht mehr und deswegen ist für mich mittlerweile, wenn ich ab und
Gabriel: zu was trinke, überhaupt kein Problem am nächsten Tag.
Kia: Das heißt für dich, du hast dir da deine Balance gefunden in der
Kia: Frequenz, die für dich funktioniert. Und das ist ja erstmal was Gutes.
Kia: Und
Gabriel: Also eigentlich lerne ich jetzt gerade mit dir in der Reflexion, einmal im
Gabriel: Monat was trinken und dann so viel ich möchte, ist der Move.
Kia: wenn du damit am besten fährst, dann wüsste ich nicht, was dagegen spricht
Kia: in deiner derzeitigen Lebenssituation. Wenn es Sachen behindert
Gabriel: Ja, natürlich.
Kia: oder wenn du dadurch Sachen verlierst oder andere Lebensbereiche
Kia: dadurch ins Wanken geraten, Beziehungen, wirtschaftliches, finanzielles
Kia: oder sonstiges, Gesundheit, dann kann man darüber sprechen.
Kia: Aber genau darum geht es mir, wenn ich dir sage, jeder Mensch muss
Kia: für sich selber die Balance im Leben finden.
Kia: Jeder Mensch kann sie anders handeln. Jeder Mensch ist unterschiedlich
Kia: resilient.
Kia: Und das kann niemand, es gibt keine pauschale Regel, jeder
Kia: Mensch sollte so und so viel konsumieren, trinken oder Spaß im Leben haben.
Gabriel: Das Einzige, wo ich da dagegenhalten will bei dieser Aussage ist, es gibt
Gabriel: ja auch einfach High -Performing -Alkoholiker. Es gibt ja Leute, also ich
Gabriel: könnte, wenn ich jetzt gerade diese Podcast -Folge komplett betrunken machen
Gabriel: könnte, würde ich seitdem so ein bisschen widersprechen, dass es mir nicht
Gabriel: schadet.
Kia: Ich würde mir sagen, also wenn du jetzt wirklich betrunken wärst in diesem
Kia: Podcast, dann würde ich mich halt fragen, was dazu geführt hat.
Kia: Und ob das eigentlich der Zustand ist, wie du in einem Podcast auftreten
Kia: möchtest. Die Frage ist, was
Gabriel: Wäre es definitiv nicht, aber ich denke mir so, es gibt ja so
Gabriel: Leute, die ich kenne, Geschichten von Leuten, die gehen betrunken arbeiten
Gabriel: und sind sehr erfolgreich in ihrem Job.
Kia: das täuscht, weil ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass diese
Kia: Dinge vielleicht paar Wochen, Monate, manchmal sogar Jahre gut gehen, aber
Kia: niemals langfristig. Langfristig leidet das System immer mit,
Kia: wenn man eine Sucht mit sich trägt. Immer. Ob das jetzt
Kia: Familienmitglieder sind, ob es die eigene Gesundheit ist.
Kia: Es kommen ja auch kommorbide Störungen dazu. Also meistens ist es ja nicht
Kia: nur eine so. Kommorbide Störungen sind Störungen, die additiv also
Gabriel: Was heißt Commobit nochmal?
Kia: dazukommen. Zum Beispiel jemand mit einer Depression kann gleichzeitig auch
Kia: Alkoholiker sein. Oder jemand mit einer Angststörung kann gleichzeitig auch
Kia: Drogen erkrankt sein. Und mit einer
Kia: Alkoholsucht ist es dann nicht getan. Dann können
Kia: andere Sachen mit hineinspielen und kommorbide Störungen auftauchen.
Kia: Also
Gabriel: Wo würdest du dann eigentlich
Gabriel: Sucht allgemeiner nochmal definieren? Ich weiß nicht, ob wir das vorher
Gabriel: schon betreten, aber jetzt nochmal so, würde mich interessieren, ab wann ist
Gabriel: jemand dann wirklich süchtig und ab wann ist es einfach nur erhöhter Konsum?
Gabriel: Also ist da wirklich, wie ich vorher dann gesagt habe, die Frage des
Gabriel: Bewusstseins, weil du kannst ja trotzdem bewusst gerne jeden Tag ein Glas
Gabriel: Wein trinken und kein Problem im Leben haben, aber wenn du es nicht
Gabriel: hast, belastet es dich extrem und das wäre ja dann theoretisch auch süchtig
Gabriel: oder nicht? Das finde ich zum Beispiel spannend da zu sagen, wo wäre
Gabriel: denn dann, wäre so eine Definition, die du jetzt geben könntest, ab wann
Gabriel: ist jemand süchtig?
Kia: ich muss per se sagen, dass ich die Definition nach ICD -11 gar
Kia: nicht mehr genau weiß.
Kia: So wie ich es hier im Kopf hatte, waren es bestimmte, also bei
Kia: bestimmten Substanzen geht es sehr viel schneller mit Süchten einher.
Kia: Und man muss Entzugssymptomatik haben.
Kia: Hast du bei Rauchen ja sehr schnell diese Nikotinabhängigkeit
Kia: oder Resilienzaufbau. Wenn du viel trinkst, hast du irgendwann
Kia: kein Kater mehr. Das sind auch Anzeichen für eine Entwickelung.
Gabriel: Bei mir ist es umgekehrt.
Gabriel: Vielleicht bin ich süchtig, danach kein Alkohol zu trinken, weil mir ist es
Gabriel: tatsächlich umgekehrt. Ich finde es sehr schräg.
Kia: Okay, aber das ist doch was Gutes. Aber grundsätzlich, wie ich gesagt habe,
Gabriel: Definitiv.
Kia: für mich persönlich und das jetzt nicht die laufende gängige Definition
Kia: ist es, für mich ist es eine Sucht, wenn
Kia: ein Lebensbereich, ein anderer Lebensbereich dadurch mit ins
Kia: Wanken gerät. Und zwar wiederkehrend. Also wenn ein Muster sich daraus
Kia: bildet. Immer weil du trinkst, habt ihr am Sonntag Streit mit deiner
Kia: Partnerin, weil die sich darüber aufregt, dass du sonntags den ganzen Tag
Kia: durchhängst. Dann kann man schon von Sucht sprechen.
Gabriel: Also sozusagen,
Gabriel: erhöhter Streit mit der Partnerin, weil man einen Tag verkatert ist, ist so
Gabriel: eine Art Sucht.
Kia: Naja, wenn das jeden Samstag ist oder jeden zweiten Samstag, dann sehe ich
Gabriel: Mhm.
Kia: dahinter schon ein Muster.
Gabriel: Und wenn sie mittrinkt und auch verkatert ist, dann ist es keine Sucht.
Kia: Dann sind beide süchtig.
Gabriel: Auch gut, auch gut.
Kia: Nee, also dann kannst du ja andere Lebensbereiche einschneiden.
Kia: Dann kommen wir wieder zu dem Punkt, ab wann ist die Gesundheit mit
Gabriel: Mhm.
Kia: Leidenschaft gezogen? Ab wann finanziell ist,
Kia: wirtschaftlich ist, psychologisch. Und ab wann hat man
Kia: Entzugssymptomatik? Wann wird ein Feierabend wie normal?
Gabriel: True. Aber du gerade sagst auch, Gesundheit, ich finde zum Beispiel den
Gabriel: Faktor Sport.
Gabriel: Ich bin jetzt nicht sportsüchtig, würde ich definitiv nicht, also ich bin
Gabriel: diszipliniert, ich ziehe es durch, aber es ist jetzt nicht so, dass ich
Gabriel: sage, oh mein Gott, wenn ich jetzt nicht mehr trainieren müsste, so oft,
Gabriel: dann würde ich noch immer trainieren, weil es mir Spaß macht, aber ich
Gabriel: würde öfter mal ein Training auslasten, sozusagen, wenn es nicht zu wichtig
Gabriel: wäre.
Gabriel: Gleichzeitig mache ich ja auch Sport mit dem vollen Bewusstsein, dass ich
Gabriel: mich im Fitnessstudio verletzen kann. Das heißt, ich tue ja etwas mit und
Gabriel: nehme im Kauf, mich zu verletzen, weil er ja auch sozusagen dann eigentlich
Gabriel: eher ein Verhalten von jemandem, der süchtig ist, der seine Gesundheit
Gabriel: absichtlich gefährdet. obwohl man gleichzeitig sehr viele gesundheitliche
Gabriel: Benefits hat, darüber um zu gehen, aber trotzdem so vom Gedankengang finde
Gabriel: ich das schon ganz spannend.
Kia: Also ich stehe da ganz kurz auf dem Schlauch, muss ich sagen.
Kia: Welche Art von Sport machst du im Gym, dass du dich dabei verletzen
Gabriel: Okay.
Kia: kannst?
Gabriel: Indem man einfach mit Gewicht an seine Grenzen geht, ich hatte schon mal
Gabriel: einen Bandscheibenfall im Nacken, ich habe mir schon mal das Schienbein, das
Gabriel: Schienbein, das Schienbein, das Kniescheibe ausgekugelt, was dann teilweise
Gabriel: von zu viel Gewicht benutzen oder schlechte Form am Anfang meiner
Gabriel: Trainingskarriere. Also sozusagen, Leute, die halt Kraftsport machen, du
Gabriel: kannst dich dabei halt einfach verletzen, weil du zum Beispiel auch über
Gabriel: längere Zeit mit zu viel Gewicht trainierst, es gibt ja Leute, die sind
Gabriel: Probi -Bodybuilder und deren Reiß dann mal der Bizepsmuskel.
Gabriel: Also wenn du wirklich an die Grenzen gehst, dann kannst du dich dabei
Gabriel: verletzen, so wie jetzt, du hast vielleicht miterlebt den Last -Zoll
Gabriel: -Ultramarathon, der da war, die laufen ja auch und nehmen dann Ioprofen
Gabriel: oder so weiter, teilweise beim Laufen, um über die Schmerzen weiter zu
Gabriel: trainieren. Also wenn du halt so an die Grenzen gehst im Sport, dann
Gabriel: so, Fußballer geht auch damit, dass er sich irgendwie verletzen kann.
Gabriel: Das gehört ja bis zum Gewissen gerade dazu.
Kia: Okay, aber das ist ja nicht die Intention, warum du zum Sport gehst.
Kia: Das Gegenteil ist ja der Fall. Du gehst ja zum Sport, weil du
Gabriel: Mhm.
Kia: ja eigentlich gesünder sein willst, weil du dich eigentlich besser fühlen
Gabriel: Mhm.
Kia: willst. Du willst ja eigentlich ein besseres Körpergefühl.
Kia: Das ist quasi ein Kollateralschaden. Es kann immer was schief
Gabriel: Mhm.
Gabriel: Mhm.
Kia: gehen. Die Frage ist ja dann, wieso Menschen so trainieren.
Kia: Wieso sind deren Vorbilder High Performer oder Leute, die wie ein Adasachi
Kia: irgendwie 600 Kilometer laufen. Das braucht kein Mensch.
Kia: Das ist auch nicht gesund. Und das sollte, ich glaube,
Kia: für den normalen Menschen nicht das Vorbild sein, wie man trainieren sollte.
Gabriel: Mhm. Also das heißt, theoretisch, wenn man so an seine Grenzen geht, dann
Gabriel: könnte man theoretisch irgendwann von Sucht reden, aber das ist
Gabriel: wahrscheinlich das falsche Wort, sondern hätte wäre eine andere
Gabriel: psychologische Diagnose wahrscheinlich für Leute, die sozusagen
Gabriel: Selbstverletzungen so sehr in Kauf nehmen, um ihre Ziele zu erreichen.
Gabriel: Wie würdest du das zum Beispiel nennen? Einfach High -Performer?
Kia: High Performer. Naja, da geht's. Die Frage ist in solchen Fällen immer,
Kia: inwiefern brauchst du das? Inwiefern brauchst du die
Kia: Anerkennung und inwiefern hängt dein eigener Wert von deinem
Kia: Erfolg ab? Wenn Adasachi sagt, ich schaffe die 600 Kilometer
Kia: nicht mehr und wenn ich sie nicht schaffe, bin ich wertlos, dann ist
Kia: das problematisch. Wenn er es, wie er es getan hat, nicht schafft und
Gabriel: Mhm.
Kia: sagt, egal, ich habe alles gegeben, dass das Beste ist, geht nur darum,
Kia: dann ist da für mich einfach ein Anreiz, Ambition und da ist auch
Kia: ein, ein, was, da ist der gesunde Kern zu sehen für
Kia: mich.
Gabriel: Weil du gerade sagst, dann fühlt man sich selber wertlos.
Gabriel: Finde ich ein spannendes Thema. Lass uns dort mal reingehen.
Gabriel: Wie würdest du, also sozusagen, oder wie fange ich die Frage an?
Gabriel: Wenn man sich selber eher wertlos fühlt, glaubst du das den Leuten, das
Gabriel: in dem Moment auch auffällt? Weil ich habe teilweise das Gefühl, wenn ich
Gabriel: so mit anderen Menschen agiere, dann denke ich, dass jeder
Gabriel: mit sich selber glücklich ist. Und mir fällt oft auf,
Gabriel: wie unglücklich die meisten Leute sind und das aber sehr gut überspielen.
Gabriel: Und ich frage mich, überspielen sie es dann vor sich selber auch?
Kia: Teils, teils. Also, viele Menschen überspielen es, manchen Menschen ist es
Gabriel: Mhm.
Kia: gar nicht bewusst, manche Menschen wollen es gar nicht bewusst werden
Kia: lassen.
Kia: Das darf man auch nicht vergessen. Dann kommen Abwehrmechanismen ins Spiel,
Kia: aber grundsätzlich als Psychologe, glaube ich, kann man schon sehr viel
Kia: allein aus der Körperhaltung. Ich komme in einen Raum rein und
Kia: aus der Körperhaltung, aus der Positionierung im Raum, wie
Kia: wortgewandt jemand ist, wie zugewandt, da
Kia: kann man so viel Informationen rauslesen und das kann erstmal auch gespielt
Kia: sein, wie du sagst. Aber man kann mit diesen Menschen
Gabriel: Mhm.
Kia: dann innerhalb eines Gespräches sehr schnell rausbekommen, inwiefern
Kia: da tatsächliche Kompetenz und Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein steckt
Kia: und wie viel überspielt ist. So ein gängiges Muster, was ich sehr oft
Gabriel: Mhm.
Kia: erlebe, ist, dass wenn ich mit Menschen über was spreche und ich bin
Kia: interessiert und sie sind auf den ersten Blick sehr kompetent, dann merke
Kia: ich in zweiter Instanz, dass sehr viel gelacht wird.
Kia: Und Lachen ist so ein typisches Signal, sage
Kia: ich mal, um etwas runterzuspielen, die eigene Aufregung vielleicht
Kia: runterzuspielen. Und ich sage das so bewusst, weil ich selber sehr lange
Kia: jemand war, der versucht hat, mit Humor seine eigene Unsicherheit zu
Kia: überspielen. Und solche Dinge fallen einem dann natürlich auf.
Kia: Gerade als Psychologe sind wir viel geschärfter für die Sachen, bei anderen
Kia: zwar zu nehmen, die wir selber in uns schon sehr oft reflektiert haben.
Kia: Und so sehen andere Menschen hier ja auch. Wir haben alle aus dem
Kia: Konstruktivismus, wir haben uns alle unser
Kia: eigenes Weltbild selbst gebaut und
Kia: erschaffen. Und aus dieser Brille sehen wir die Welt.
Kia: So wie du zum Beispiel die Welt aus deinen Brillen siehst.
Kia: Aus deinen Orangen heute.
Gabriel: Ja.
Gabriel: Ja, wie würdest du, also du hast gerade urviele Sachen gesagt, wo ich
Gabriel: gerne tiefer reingehen würde. Einerseits habe ich gemerkt, so in dem Moment,
Gabriel: wo du das mit dem Lachen erwähnt hast,
Gabriel: ich lache in den letzten Folgen, versuche ich einfach lustiger zu sein und
Kia: Ja.
Gabriel: gar nicht um was zu überspielen. Aber ich habe gemerkt, das macht was
Gabriel: mit mir. Hey, mache ich das jetzt gerade, um es zu überspielen?
Gabriel: Habe selber zum Nachdenken angefangen. Aber ich habe für mich einfach
Gabriel: gemerkt, wenn ich jetzt zu ernst die ganze Zeit bin, mir macht es
Gabriel: weniger Spaß. Deswegen mache ich lieber irgendeinen dummen Joke oder lache
Gabriel: halt einfach selber irgendeine Aussage, wenn ich es humorvoll finde.
Gabriel: Aber ich habe sofort, das hat mich komplett gecatcht.
Gabriel: Dann fand ich das mit Identität sehr interessant, weil du hast ja auch
Gabriel: drinstehen, dass du Identitätsarchitekt bist.
Gabriel: Finde ich auch. Müssen wir auch noch reingehen in das Ganze, weil
Gabriel: Identitätsthema finde ich brutal wichtig.
Gabriel: Aber jetzt müssen wir mit der Sonnenbrille starten.
Gabriel: Ich finde das nämlich spannend, weil ich habe lustigerweise schon öfters mit
Gabriel: dem Gedanken gespielt, hey, ich würde eigentlich gerne mit Sonnenbrille
Gabriel: aufnehmen. Ich habe vor allem früher, wo ich angefangen habe, so mich vor
Gabriel: der Kamera zu zeigen, war es auch ein, ich möchte mich verstecken, war
Gabriel: damals auch übergewichtig. Also ich habe vorher gesagt, 15 Kilo abgenommen,
Gabriel: ich bin in meinem Leben öfters hoch und runter mit dem Gewicht.
Gabriel: Und
Gabriel: wie soll ich sagen, früher war es eher ein Verstecken.
Gabriel: Mittlerweile
Gabriel: mache ich es, ganz ehrlich, ich habe Bock drauf gehabt.
Gabriel: Ich habe das öfters mit einem anderen Podcaster gesehen, fand das schaut
Gabriel: cool aus, dachte mir heute, ich setze auf. Das heißt sozusagen, aber
Gabriel: könnte das sein, dass ich da irgendwas übersehe oder was würdest du zum
Gabriel: Beispiel jetzt über mich denken, wenn ich hier mit Sonnenbrüdern aufnehme?
Gabriel: Ist das alles was Negatives oder was Positives?
Gabriel: Fände ich super interessant, von außen zu sehen.
Kia: Okay, wir können da mal wirklich reingehen. Also als Psychologe würde ich
Kia: gar nicht bewerten, was du an hast und wie du auftrittst in erster
Kia: Instanz, weil ich mir denke, das darfst du für dich selber frei entscheiden.
Kia: Was für mich spannend ist, ist, warum du glaubst, du
Kia: dürftest keine Sonnenbrille tragen.
Gabriel: Weil ich persönlich tatsächlich irgendwann mal den Glaubenssatz
Gabriel: bekommen habe und den tatsächlich auch so nehme, eigentlich ist das etwas
Gabriel: Unhöfliches, wenn ich jetzt hier mit Sonnenbrüdern sitze und du nicht.
Gabriel: Und vor allem in Räumen mit Sonnenbrüdern. Also ich finde, das ist, würde
Gabriel: ich jetzt nicht hier mit dir einen Podcast aufnehmen und wir sitzen hier
Gabriel: in meiner Wohnung und würden einfach nur reden, will ich keine Sonnenbrüder
Gabriel: aufnehmen. Das ist schon auch ein Stilelement gerade für mich.
Kia: Okay, das heißt, da kommt dein eigenes Wertesystem in einen Widerspruch.
Kia: Kann man es so sagen?
Gabriel: Mhm.
Gabriel: Definitiv, ja. Und deswegen fällt es mir dann noch schwer.
Kia: Was könntest du denn machen?
Gabriel: Oder schwer, eigentlich ist es mir überhaupt nicht schwer.
Kia: Okay. Was könntest du denn machen, damit dir es weniger schwerfallen würde,
Gabriel: Ja?
Kia: bei deinem nächsten Gast vielleicht von vornherein auch mit Sonnenbrille zu
Kia: sitzen?
Gabriel: Boah. Also das Einfachste wäre es einfach zu machen, ohne drüber
Gabriel: nachzudenken.
Kia: Aber das befreit sich ja nicht vor der Konsequenz, dass es vielleicht
Gabriel: Oder?
Kia: unhöflich wirkt.
Kia: Würde ich jetzt argumentieren.
Gabriel: Genau. Aber ich
Gabriel: würde argumentieren, egal warum ich es dann mache oder nicht, also
Gabriel: egal, wenn ich es mache und mein Gegenüber ist es unhöflich empfindet,
Gabriel: dann ist es ja viel weniger, dass ich jetzt im Vorhinein mich davon
Gabriel: löse, dass es unhöflich ankommt, sondern eher, wie gehe ich damit um, wenn
Gabriel: es so ist und nicht im Vorhinein die Verantwortung übernimmt dafür, dass es
Gabriel: unhöflich ist. Oder zu fragen oder irgendwie so, oder?
Gabriel: Das wäre dann,
Kia: Möglich.
Gabriel: weil sonst einfach machen wir das Einfachste.
Kia: Möglich. Aber ich glaube,
Gabriel: Mhm.
Kia: wichtig ist immer Authentizität. Und es ist dir sichtlich
Kia: unangenehm, weil du es sogar ansprichst.
Kia: Das heißt,
Kia: und du merkst ja selber, weil du es das erste Mal machst, alles,
Kia: was unbekannt ist, ist erstmal mit Ängsten verbunden.
Kia: Aber sich dieser Angst zu stellen, jetzt merkst du, ist ja gar nicht
Kia: so schlimm.
Kia: Die Frage ist, siehst du, super, stark, woher dieser
Gabriel: Nein, überhaupt nicht.
Kia: Glaubenssatz dann? Aber, um dich vielleicht grundsätzlich abzusichern,
Gabriel: Mhm.
Kia: kann man einen Plan erstellen. Und der Plan wäre, was kann ich tun,
Kia: damit meine Werte nicht in den Konflikt geraten?
Kia: Du willst höflich sein und du willst du selber sein.
Kia: Was kannst du tun?
Gabriel: Ich weiß es nicht. Weil das ist tatsächlich etwas,
Gabriel: mit dem Struggle ich. Also das ist, also jetzt so, bei der Sonnenbrille
Gabriel: ist es heute kein großes Thema gewesen, aber so, dass irgendwie ich eine
Gabriel: Sache machen will und mein Wertsystem aber was anderes von mir verlangt, das
Gabriel: habe ich sehr häufig.
Gabriel: Und ich habe es schon jetzt auch öfters gelöst, aber ich muss dir
Gabriel: ehrlich sagen, der Lösungsweg geht mir immer verloren.
Gabriel: Deswegen würde mich tatsächlich deine Meinung dazu interessieren, wie oder
Gabriel: wie, was für Tipps du da gibst.
Kia: Also grundsätzlich würde ich Menschen zur Kommunikation
Kia: raten. Du könntest am Anfang des Gesprächs kurz klären, hey, ich
Kia: nehme gerne mit Sonnenbrille auf, empfindest du das als respektlos?
Kia: Und dann kann ich dir spiegeln, wie ich das finde.
Kia: Und schon hast du A, dein Wertesystem und deine Individuation,
Gabriel: Mhm.
Kia: beides im Einklang, in der Balance.
Kia: So hättest du Unklarheit. Unklarheit darüber, wie ich das empfinde.
Kia: Unklarheit, wie jemand das empfindet, wenn du jetzt mit dem zu Hause sitzt
Kia: und noch eine Cappy aufhast oder einen Hut. Dann kann man nachfragen.
Gabriel: Ja, das ist aber zum Beispiel Caps, war da auch für mich so
Gabriel: am Anfang, oder allgemein komische Überwindungen, irgendwie Caps zu tragen,
Gabriel: sage ich, die ist ja auch eher angefangen.
Gabriel: Finde ich auch ganz witzig, so erste Podcastaufnahme mit Cap oder erste
Gabriel: Podcastaufnahme Cap rückwärts.
Kia: Hattest du?
Gabriel: Ich mache das halt, ja, habe ich gemacht, aber ich mag das ja
Kia: Stark.
Gabriel: auch selber, mich zu steigern und auch einfach mal
Gabriel: verschiedene Looks ausprobieren. Sozusagen, wenn ich es noch nie mit Cap so
Gabriel: nach hinten
Gabriel: aufgenommen habe oder mit Sonnenbrille heute, dann weiß ich ja nicht, ob mir
Gabriel: das gefällt im Podcast. Das heißt, für mich ist es ja auch so
Gabriel: ein Test heute, so, hey, ich habe das einen Sonnenbrillentag, ich probiere
Gabriel: es mal aus.
Gabriel: Und das finde ich dann schon geil, mich da auch aus der Komfortzone
Gabriel: rauszusteigern.
Gabriel: Aber da habe ich zum Beispiel auch nicht nachgefragt, da habe ich oft
Gabriel: einfach gemacht. Also ich finde, für mich das Einfachste, vielleicht ist das
Gabriel: mein Trick, dass ich einfach allgemein schon
Gabriel: davon ausgehe, dass ich ein sehr hohes
Gabriel: Selbstbewusstsein habe und dann Dinge halt einfach mache und dem anderen die
Gabriel: Verantwortung sozusagen geben. Also wenn ich jetzt heute so,
Gabriel: letzte Woche bin ich viel so am Nachdenken, ein bisschen verkopfter und
Gabriel: weniger in meinem selbstbewussten State,
Gabriel: was auch mal ganz angenehm ist über andere Gedanken zu sagen.
Gabriel: Aber sonst hätte ich mich einfach hingesetzt hier mit Sonnenbrille und hätte
Gabriel: vielleicht einfach geschaut, was du mir spiegelst und vielleicht auch
Gabriel: mir gedacht, wenn es dich stört, dann gebe ich dir die Verantwortung, es
Gabriel: mir zu sagen und nehme nicht die Verantwortung im Voreinander, wie du darauf
Gabriel: reagieren könntest. Aber ich finde, dafür muss man schon sehr selbstbewusst
Gabriel: sein,
Gabriel: oder?
Kia: Ja, ein Stück weit kann man das so sehen.
Kia: Gleichzeitig, ja.
Kia: Ich meine, wie hättest du denn reagiert, wenn ich dir jetzt sagen würde,
Kia: du, ich finde es total respektlos, dass du mit Sonnenbrille diesen Podcast
Kia: mit mir führst. Ich würde gerne, dass du die abnimmst.
Kia: Wie würdest du reagieren?
Gabriel: Ich würde sie absetzen. Ganz einfach.
Gabriel: Also ich habe kurz überlegt, ob da irgendwie noch was kommt, so an,
Gabriel: wie sagt man da, an Gegenwind aus mir selber, aber nein, okay, wenn
Gabriel: mein Gegenüber das nicht möchte, dann würde ich sagen,
Gabriel: okay, kein Problem. Oder wenn es etwas wäre, was mir wirklich wichtig wäre,
Gabriel: so wie, ich will heute unbedingt Sonnenbrille tragen, dann würde ich dir
Gabriel: sagen, nein, ich würde sie gerne tragen und dann könnte man ja immer
Gabriel: noch sagen, ah, okay, dann lasse ich halt auf oder man müsste dann
Gabriel: halt schauen, okay, was ist wichtiger, am Ende des Tages eine Sonnenbrille
Gabriel: zu tragen oder eine Aufnahme zu haben und ich glaube, in den meisten
Gabriel: Fällen wird da die Aufnahme gewinnen, aber wenn das für mich das Wichtigste
Gabriel: des Tages wäre, wichtiger als die Aufnahme mit dir, dann würde ich sie
Gabriel: nicht absetzen, glaube ich. Und ich glaube, das ist aber wichtig, zu sich
Kia: Okay, aber
Gabriel: zu stehen.
Kia: absolut. Und darum geht es ja auch, wenn ich mit Menschen
Kia: zusammenarbeite. Wir haben alle unterschiedliche Glaubenssätze in
Kia: uns. Die kommen kulturell, die können über Freunde kommen, über Familie,
Kia: über die Arbeit, Schule, alle mögliche kulturelle
Kia: Wege.
Kia: Und ich hinterfrage sehr gerne immer Glaubenssätze von
Gabriel: Das
Kia: Klienten, weil es ist so wichtig,
Kia: seine eigene Identität auszuleben. Ich habe das selber gemerkt.
Kia: Ich bin über die letzten Jahre so viel in Asien unterwegs gewesen.
Kia: Und ich habe einfach für mich gemerkt, dass nicht alles, was ich hier
Kia: in Deutschland gelernt und mitbekommen habe oder Glaubenssätze teile,
Kia: dass zum Beispiel Arbeit über allem steht. Und wir Deutschen, wir sind immer
Kia: pünktlich und arbeiten. Und wir gehen krank zur Arbeit.
Kia: Das ist so einer der gängigsten Sachen. Ich bin mein Leben lang immer
Kia: krank zur Arbeit gegangen. Ich werde es nicht vergessen.
Kia: Dann hat der Sekretär bei uns, hat sich bei mir mal gemeldet und
Kia: meinte, Kia, du hast null Fehltage in einem Jahr.
Kia: Das fällt auf, wenn du mal krank bist, dann fragen die und, und,
Kia: und. Bau dir doch mal ein paar Fehltage mit ein.
Kia: Das wurde mir aktiv geraten, dass ich krank sein soll mal.
Gabriel: ist krass.
Kia: Und da habe ich zwei Sachen gemerkt. Also A, dass andere ganz schön
Kia: oft krank sind auch. Aber teilweise muss ich die viele da in Schutz
Kia: nehmen. Das sind oft Mütter dann gewesen bei mir.
Kia: Und gleichzeitig, dass ich tatsächlich angelernt über mein
Kia: Familienkonstrukt, vielleicht auch Kultur prägend, das kannst du mir ja
Kia: sagen, ob du das genauso empfindest. Aber wir Deutschen gehen grundsätzlich
Gabriel: Ich
Kia: auch krank zur Arbeit. So bin ich groß geworden.
Kia: Das
Gabriel: glaube, wir Österreicher sind ein bisschen entspannter,
Kia: freut mich.
Gabriel: aber es hängt halt auch, also sozusagen, es hängt halt auch ein bisschen
Gabriel: davon ab, sozusagen,
Gabriel: was Krankarbeiten bedeutet. Wenn Krankarbeiten mit Schnupfen und, keine
Gabriel: Ahnung, beunwohl sein, ich glaube, das ist bei uns auch ganz normal, bei
Gabriel: den meisten Leuten, wenn aber Krankarbeiten, also ich würde jetzt zumindest,
Gabriel: ich glaube, ich glaube, das kann man gar nicht so sagen, ob das
Gabriel: jetzt die Deutschen und Österreicher mehr machen oder wer auch immer, ich
Gabriel: glaube, es gibt auf jeden Fall das Vorurteil von der deutschen Effizienz und
Gabriel: deswegen wollte ich da jetzt darauf einsteigen, aber wissen du es nicht,
Gabriel: muss ich auch ehrlich sagen.
Kia: Ich
Gabriel: Aber, was du gerade gemeint hast mit den Glaubenssätzen und dass du sie
Gabriel: auch ausfragst und deinen Klienten und das finde ich auch geil, wie du
Gabriel: das mit mir machst, weil du teilweise
Gabriel: Fragen sehr gut stellen kannst, die mich
Gabriel: mal zum Nachdenken bringen und ich mal wirklich überlegen muss, hey, okay,
Gabriel: du
Gabriel: fragst sehr gezielt auf etwas hin, was man einfach so, diese Art und
Gabriel: Weise, wie du Fragen stellst, ist, bin ich nicht gewohnt, aber finde ich
Gabriel: jetzt nicht negativ, sondern einfach ungewohnt und finde ich eigentlich
Gabriel: sogar cool, damit umzugehen
Gabriel: und was die andere Sache ist mit den Glaubenssätzen, woran würdest du jetzt
Gabriel: sagen, erkennt man schlechte Glaubenssätze oder gibt es
Gabriel: überhaupt sozusagen so objektiv schlechte Glaubenssätze, die man erkennen
Gabriel: kann oder ist es sonst wirklich, wie bei anderen Sachen vor, wenn es
Gabriel: schädlich ist, die Antwort.
Kia: wollte gerade da wieder, du merkst schon langsam, wie ich denke über diese
Kia: Dinge.
Kia: Systemiker würden wahrscheinlich eher die Funktion hinter diesem
Kia: Glaubenssatz hinterfragen. Welche Funktion hat dieser Glaubenssatz für dich?
Kia: Und dient diese Funktion dir noch? Was in deiner Kindheit als Glaubenssatz
Kia: gut gewesen ist, sei immer pünktlich, sonst kriegst du eine Strafe, sonst
Kia: kriegst du das, das, das, das.
Kia: Kann vielleicht im Erwachsenenalter, wenn du ein ganz anderes Leben führst,
Kia: du musst bei Freunden nicht immer auf jede Minute pünktlich sein zum
Kia: Beispiel, kann ja ein getriebener Glaubenssatz sein, der dich im Alltag eher
Kia: stresst. Dann hinterfrage ich das, würdest du deinen Freund eigentlich in
Kia: Ordnung finden, wenn du mal fünf Minuten zu spät bist?
Kia: Oder wenn er eine Sonnenbrille auf hat, wenn er mit dir spricht?
Kia: Und dadurch bekommst du Flexibilität und darum geht es.
Kia: Umso flexibler du bist, umso entspannter kannst du sein, umso mehr
Kia: Handlungsmöglichkeiten hast du und Handlungsspielraum.
Kia: Aber viele Glaubenssätze, die zwingen dich in ein Narrativ und dann
Kia: bleiben dir wenig Handlungsmöglichkeiten.
Kia: Deswegen hinterfrage ich Glaubensansätze mit Klienten immer und
Kia: immer wieder. Inwiefern sind die
Kia: wirklich dir noch heute dienlich, diese Glaubenssätze?
Kia: Und inwiefern stehen sie sogar vielleicht im Widerspruch zum
Kia: aktuell gelebten Leben?
Gabriel: Interessant. Und wie würdest du das jetzt selber machen?
Gabriel: Machst du das dann alleine hinter zu hinterfragen oder redest du dann mit
Gabriel: Psychologen, Kollegen? Wie würdest du jetzt sowas angehen, wenn du sagst,
Gabriel: hey, ich muss mal wieder so einen Glaubenssatz
Gabriel: Frühjahrsputz machen, wie auch immer.
Kia: Für mich persönlich jetzt,
Gabriel: Würdest du dann eher das sozusagen alleine machen?
Gabriel: Ja. Ja. Schreibst du das auf oder gehst du irgendwo hin?
Kia: ich reflektiere viele meiner Gedanken tagtäglich.
Kia: Gerade in einem Zeitalter von Social Media, wo jedes zweite Reel
Kia: irgendeine Ideologie versucht dir zu verkaufen,
Kia: wird man ja die ganze Zeit irgendwie, kommt man in Bewegung und in
Kia: Berührung mit Glaubenssätzen. Und die hinterfragt man dann
Kia: natürlich auch. Ich mache dann ganz oft eine Realitätsprüfung und schaue,
Kia: inwiefern ich Dinge lebe oder auslebe. Per se fällt mir jetzt
Kia: gar kein gutes Beispiel ein. Vielleicht hier eins.
Kia: Hättest du einen Glaubenssatz, den du in letzter Zeit
Kia: mal vielleicht hinterfragt hast?
Gabriel: Ja.
Gabriel: Der ist wieder sehr vielschichtig, weil, wurde gesagt, dass Flexibilität ist
Gabriel: wichtig, ist in meinem Kopf oder in meinem Inneren so aufgetaucht.
Gabriel: Ja, aber man braucht auch Disziplin und man muss ja auch Dinge im
Gabriel: Plan machen und den durchziehen und dann kann ich ja nicht flexibel sein.
Gabriel: Also ich kann es immer, aber so würde ja dann gegen die Ziele
Gabriel: arbeiten. Und einer meiner Glaubenssätze, die ich versuche,
Gabriel: richtig heftig umzubauen, ist einerseits, dass Zeit
Gabriel: darüber bestimmt, wie viel man gearbeitet hat, weil was mir oft
Gabriel: Lebensfreude raubt, ist, dass ich sehr schnell bin, wenn ich arbeite, aber
Gabriel: dadurch halt auch weniger mache, weil auch die Art und Weise, wie ich,
Gabriel: wenn ich schnell arbeite, ist es auch anstrengender und dadurch immer das
Gabriel: Gefühl habe, ich arbeite ja gar nicht so viel, weil die Art und
Gabriel: Weise, wie ich arbeite, halt einfach eine ganz andere ist, die du nicht
Gabriel: mit einem Bürojob oder so vergleichen kannst und deswegen selber zum
Gabriel: Beispiel ein schlechtes Gewissen habe. Das ist ein Riesenglaubenssatz und
Gabriel: der andere ist,
Gabriel: dass Schmerz ein riesiger
Gabriel: Antriebsfaktor ist oder auch der Schlüssel
Gabriel: zum Erfolg. Und da bin ich gerade am Umbauen, dass so
Gabriel: Schmerz bringt dich einmal dorthin, dass du etwas ändern möchtest, aber
Gabriel: dann den langfristigen Treibstoff, sozusagen mit einer Rakete, die braucht
Gabriel: man ganz viel Power, um zu starten. Und dann hinten brauchst du einfach
Gabriel: auch den Cruising Speed im Weltall, nicht mehr so viel.
Gabriel: Und da möchte ich, und da habe ich herausgefunden, dass Spaß das
Gabriel: langfristige ist, wie man Dinge
Gabriel: voranbringt. Und da ist es jetzt gerade so bei mir, wie finde ich
Gabriel: da wieder den Spaß bei den Dingen, die ich mache, ohne aber auch
Gabriel: diese Disziplin, die ich ja dann wieder brauche.
Gabriel: Und ich muss ja das, sorry, aktuell, ich gehe dreimal die Woche ins
Gabriel: Gym, ich muss das ja durchziehen. Aber es macht ja dann nicht jedes
Gabriel: Mal Spaß. Und diese zwei Glaubenssätze, sozusagen, ich will mit Spaß
Gabriel: weiterkommen und gleichzeitig Disziplin und Dinge durchziehen und so finde
Gabriel: ich wichtig. Die kollidieren gerade bei mir.
Gabriel: Ich hoffe, du bist mitgekommen, was ich gerade gesagt habe.
Kia: Doch, doch. Ich bin schon mitgekommen. Ich habe versucht, das einzuordnen.
Gabriel: Ja?
Kia: Die Frage auch da ist, wo fühlst du eine Disbalance?
Gabriel: Mhm.
Kia: Welche dieser Glaubensansätze ist vielleicht sogar schädlich für dich?
Kia: Wenn du sagst Schmerz, dann frage ich mich, inwiefern ist Schmerz für dich
Kia: förderlich in deinem Alltag oder auch generell?
Kia: Würde es ohne Schmerz gehen? Und bräuchtest du immer
Kia: Spaß? Und wenn ja, was ist Spaß für dich?
Kia: Was heißt Spaß im Leben zu haben?
Gabriel: Für was ist Spaß für mich, aber auch sozusagen das Pain,
Gabriel: finde ich schon, ist ein Motivator. Da willst du schon, also das ist
Gabriel: schon etwas, das dir anzeigt, was du ändern möchtest, was dir auch die
Gabriel: Energie gibt, das zu ändern und dann eben langfristiger Spaß.
Gabriel: Genau, Spaß ist auch gerade das, was wir jetzt gerade aufnehmen, das ist
Gabriel: für mich Spaß. Wenn ich jetzt die ganze Social -Media -Sache, diese Folge
Gabriel: so aufnehme, das Gespräch so führe, damit ich jetzt das Thema unbedingt,
Gabriel: obwohl ich jetzt gerade nicht den Vibe habe, über irgendwas zu reden, was
Gabriel: viral gehen könnte, das einbaue, dann verliert es für mich den Spaß und
Gabriel: gleichzeitig ist es aber wichtig, solche Dinge zu tun und das ist so
Gabriel: ein extremer Widerspruch in mir gerade zum Beispiel, wo dann eben der Spaß
Gabriel: verloren geht, mit dem ich ja das eigentlich machen möchte und gleichzeitig
Gabriel: ist keiner nicht die Mahle Spaß machen.
Kia: kann ja nicht immer alles Spaß machen. Na,
Gabriel: Das war jetzt wirklich ein Eigentor von mir die Aussage.
Gabriel: Da habe ich mich gerade wirklich wie beim Psychologen erwischt gefühlt, wenn
Gabriel: du das wiederholt hast.
Gabriel: Wieso wiederholst du den Satz? Das würde mich jetzt trotzdem interessieren.
Kia: was glaubst du, warum ich den Satz wiederhole?
Gabriel: Weil es ein Glaubenssatz ist, in dem du mich erwischt hast.
Kia: Exakt. Na, da,
Gabriel: Oder?
Gabriel: Aber ist das, da muss ich sagen, bei solchen Glaubenssatzdiskussionen denke
Gabriel: ich mir dann immer,
Gabriel: inwieweit
Gabriel: ist es halt einfach die Realität und nicht ein Glaubenssatz.
Gabriel: Also in dem Fall will ich das jetzt nicht, dass es einen Glaubenssatz
Gabriel: erkennen, sondern es ist physikalisch sogar unmöglich, dass du immer nur
Gabriel: Spaß hast.
Gabriel: Also
Kia: okay. Und da würde ich auch mitgehen.
Gabriel: deswegen sage ich so,
Gabriel: aber dann ist es ja kein Glaubenssatz, oder? Oder doch?
Kia: Kann. Ein Glaubenssatz kann ja sich auch faktisch bewahrheiten.
Kia: Oder meinst du jetzt, meinst du jetzt, man kann, man kann es
Gabriel: Hm, interessant.
Kia: nicht, weil man, also man glaubt quasi.
Gabriel: Genau. Also ein Glaubenssatz ist für mich etwas, wo ich nicht faktisch
Gabriel: weiß, dass es so ist, sondern ich glaube an etwas, ist nicht ein,
Gabriel: das andere wäre jetzt ein Wissenssatz.
Kia: Wissenssatz. Ich glaube, das ist dann Haarspalterei in dem,
Gabriel: Ja,
Kia: mit dem Wort.
Gabriel: definitiv, ja.
Kia: Grundsätzlich, Glaubenssätze können schon faktisch richtig sein.
Kia: Ja. Das sind ja Sachen, die wir aufgrund unserer eigenen Erfahrungen
Gabriel: Hätte ich nämlich jetzt nicht zugedacht.
Kia: implementiert haben. Das sind Sachen, die sich über manchmal Jahrzehnte
Kia: aufrechterhalten haben. Die unsere Wertevorstellung, unsere
Kia: Moral ausgebildet haben. Die Frage ist hier, ich höre ja bei
Kia: dir immer wieder raus, du willst die Balance und du willst nicht
Kia: oft trinken, aber wenn du trinkst, dann ganz exzessiv.
Kia: Also als Psychologe fällt,
Gabriel: Nein, nein, nein. Ich muss nicht unterbrechen.
Gabriel: Ich will nicht die Balance, ich merke aber, sie würde mir guttun.
Kia: genau.
Gabriel: Es wäre sozusagen eine gesunde Entwicklung. Aber ich will die Balance nicht,
Kia: Okay.
Kia: Okay.
Gabriel: sonst würde ich sie ja haben. So würde ich es jetzt gerade tatsächlich
Gabriel: einordnen.
Kia: Okay. Das heißt, wir sind, wir gehen gerade Richtung Erkenntnis.
Kia: Wir gehen gerade, da sind noch ganz viele Verkettungen dran, bevor wir da
Gabriel: Mhm.
Gabriel: Ja, ja, ja.
Kia: eine komplette Verhaltensveränderung haben. Aber das ist so der erste
Kia: Schritt in die Verhaltensveränderung, ist erstmal die Erkenntnis zu sagen,
Kia: ich glaube, das würde mir gut tun, eine Balance im Leben zu haben.
Kia: Und diese Erkenntnis hast du ja. Sie steht derzeit noch strukturell im
Gabriel: Mhm.
Kia: Widerspruch durch Glaubenssätze mit ich muss immer und Disziplin.
Kia: Ich höre sehr strenge Sprache zu dir. Du sagst, ich
Gabriel: Ja, ja, geisteskrank.
Kia: bin selber jemand, der, ich
Kia: erlaube mir nicht zu sagen, ich muss, sondern ich sage, ich möchte.
Kia: Ich möchte zum Sport. Ich darf.
Gabriel: Ja, das war,
Gabriel: ja, ich will, also das ist ganz, ganz wichtig, dass man so mit
Gabriel: sich redet, da bin ich eh auch dabei. Ja, ja, ja,
Gabriel: es ist schwierig, sich dran, also was für mich das Allerwichtigste ist,
Gabriel: immer, also nie wieder in meinem Leben zu sagen, ich kann etwas nicht.
Gabriel: Das ist für mich das, wo ich, da bin ich 100 % bei
Gabriel: der anderen Sache, ich probiere und dieses, wie mächtig diese Wörter sind,
Gabriel: finde ich krass, da gebe ich dir 100 % recht.
Gabriel: Aber das heißt, das machst du selber auch so, ich will zum Sport
Gabriel: gehen, statt, hey, ich muss heute noch trainieren.
Kia: Ich will mich da nicht komplett befreien. Ich höre ganz oft von mir,
Kia: du musst aber jetzt und du stehst jetzt auf und, und, und.
Gabriel: Mhm.
Kia: Aber ich würde sagen, in einem Großteil dieser Fälle
Kia: überprüfe ich, welche Stimme da überhaupt, welches Über ist da.
Kia: Sprich da, ich sprich da meinem Papa, sprich da die Mama, sprich da
Kia: irgendjemand anderes oder sprich wirklich der Kern von mir,
Kia: sprich da und das Bedürfnis auch wirklich aufstehen zu wollen.
Kia: Und dann habe ich ganz oft eine Realitätsprüfung.
Kia: Und in dieser Realitätsprüfung ist vielleicht dann zu sagen, okay, heute
Kia: fühlen wir uns nicht so gut, heute sind wir müde, aber wir sollten
Kia: aufstehen, weil uns das guttun würde, langfristig.
Kia: Und es ist eine andere Art, mit sich zu sprechen.
Kia: Es ist viel fürsorglicher. Ich stelle mir das dann oft so vor,
Kia: dass du mit dir selber so umgehen solltest, wie mit deinem besten Freund.
Kia: Dem würdest du ja auch nicht sagen, ich stehe sofort auf, du sagst,
Kia: hey Bro, ich stehe mal auf, das würde dir gut tun, wir würden
Kia: jetzt einen Run machen, wir gehen 10 Kilometer laufen oder, oder, oder.
Gabriel: Und bei anderen würde ich aber auch netter reden.
Gabriel: Also es hängt auch ab, mit welchen Freunden man auch wie reden kann
Gabriel: und es auch sozusagen in der Freundschaft auch manchmal nett ist, sie auch
Kia: Und,
Gabriel: zu beleidigen, weil man es ja nicht so meint.
Kia: okay, nein.
Gabriel: Also das finde ich auch interessant.
Kia: Aber absolut, absolut, Menschen sind ja auch verschieden.
Kia: Aber du darfst auch nicht verwechseln, hat der Mensch einen schweren Tag
Gabriel: Ja,
Kia: oder nicht? Wenn dein Freund, wo du dann sagen würdest, ey, du fettes
Gabriel: ja, natürlich, natürlich.
Kia: Schwein, stehe jetzt sofort auf. Wenn der einen schlechten Tag hat, dann
Kia: glaube ich, sagst du nicht fettes Schwein.
Gabriel: Definitiv nicht. Ja, ja, ja.
Kia: Und das meine ich, dieses so ein bisschen sensibilisieren.
Gabriel: Ah, okay, das heißt, wenn man selber einen schlechten Tag hat, mhm, das
Kia: Ja.
Gabriel: heißt eigentlich,
Gabriel: wenn man mit jemand anderem redet, also dann checkt man ja irgendwie
Gabriel: so ein bisschen immer den Vibe, was so gerade, also vor allem face
Gabriel: to face, wie der andere sich gerade fühlt, also nie 100%, aber so,
Gabriel: ob derjenige jetzt kurz vorn weinern ist oder kurz davor, komplett
Gabriel: euphorisch zu sein, so empathisch ist, glaube ich, jeder Mensch.
Gabriel: Oder gibt es? Wurscht. Und dann, ähm,
Gabriel: das auf sich selber eigentlich umzumünzen, hey, geht's mir heute sehr gut,
Gabriel: dann kann ich sagen, hey, du fette Schwein, jetzt geh noch trainieren und
Kia: Ja, siehst du?
Gabriel: dann meine ich es im Spaß und dann ist es selber motivierend oder
Kia: Ja.
Gabriel: wenn es mir schlecht geht, dann sage ich, hey, wie ist denn heute
Gabriel: die Lage? Ist heute wirklich so ein Tag, wo ich nicht trainieren sollte?
Gabriel: Oder gehe ich trotzdem mal und probiere es?
Gabriel: Meinst du das so dann vielleicht?
Kia: Also grundsätzlich, glaube ich, würde ich mich selten fettes Schwein nennen.
Kia: Aber, aber, aber ja, einfach ein bisschen ein Bewusstsein für die
Kia: Realität, also mehr Realitätsprüfung zu schaffen, mehr Bewusstsein zu
Gabriel: Mhm.
Kia: schaffen, wie geht es mir tatsächlich und nicht schaffen, dass der
Kia: Glaubenssatz, ich muss jeden Tag um die Uhrzeit aufstehen und, und, und.
Kia: Und, ne, diese ganzen Andrew Tate und Disziplinsprüche und ein
Kia: Mann muss und ein Mann darf nicht schwach sein und ein Mann darf
Kia: keine Gefühle zeigen. Ich sehe das überhaupt gar nicht so, weil das
Kia: dich langfristig, diese Unterdrückung deiner Gefühle macht dich langfristig
Kia: noch viel unglücklicher und chronifiziert sogar noch in den meisten
Kia: Fällen viele Probleme dann, die auftreten können.
Kia: Also
Gabriel: Da, weil du gerade sagst, der Mann darf nicht verletzlich sein und auch
Gabriel: Gefühle sozusagen, wenn man sich verdrängt, schlecht, da habe ich vor kurzem
Gabriel: ein spannendes Gespräch, gehört mit einem Freund von mir, wo ich gemeint
Gabriel: habe,
Gabriel: man muss die Gefühle einfach durch sich durchziehen lassen.
Gabriel: Das heißt jetzt aber nicht sozusagen, dass man sie abblockt und gar nicht
Gabriel: spürt, aber das heißt auch nicht, weil er hatte in dem Moment ein
Gabriel: emotional schwierigeres Thema und er hat dann so, aber so gemerkt,
Gabriel: er sollte sich dafür schlechter fühlen, als er sich gerade fühlt und ich
Gabriel: habe gesagt, ja, aber du musst es aber auch nicht, sozusagen nicht
Gabriel: verdrängen, aber auch nicht aktiv verstärken. Wie soll es so von der Aussage
Gabriel: gesagt? Gefühle durch sich durchfließen lassen, nicht größer machen und auch
Gabriel: nicht kleiner machen.
Kia: erstmal, ja, Gefühle sind erstmal Signale. Diese Signale können dir
Kia: Informationen geben. Wir müssen aber nicht allen Signalen, allen
Kia: Informationen immer sofort eine Handlung, in eine
Kia: Übergangshandlung springen. Und, ne, und wie du schon sagst, ein
Gabriel: Mhm.
Kia: gängiges Beispiel dafür ist, was viele Menschen, was ich auch mit Klienten
Kia: sehr oft beobachte, die schaffen es nicht so gut, dann Emotionen
Kia: auch mal auszuhalten und zu tragen. Und, ne, und ich denke,
Gabriel: Ja,
Kia: da sagst du, was sehr Wertvolles, dass man Emotionen einfach auch mal
Kia: beobachtet und guckt, kommt es wieder? In welchen Situationen taucht es auf?
Kia: Inwiefern stört mich das? Muss ich da jetzt grundlegend was ändern?
Kia: Was aber dann oft passiert und sehe ich immer wieder, dass dann so
Kia: eine impulsiven Kurzschlussreaktion kommt. Ich fühle mich heute einsam, also
Kia: wird XY angerufen und ich treffe mich einfach für einen One -Night -Stand
Kia: oder so. Also, oder jemand fühlt sich einsam und
Kia: bestellt sich dann ganz viel Fastfood. Also immer diese impulsiven
Kia: Kurzschlussreaktionen, die dieses Aufkommen der Emotionen einfach
Kia: unmittelbar reduzieren müssen, das ist fehlende
Kia: Emotionsregulation. Und das sollte jeder Mensch bis an sein
Kia: Lebensende trainieren, dass man wirklich schafft, sich zu regulieren.
Kia: Das ist einer der besten Prädiktoren auch in einer Partnerschaft, für eine
Kia: glückliche Partnerschaft. Wie gut kann sich dein Partner selber regulieren?
Kia: Wie gut kannst du das selber? Das Nervensystem deines Partners, kannst du
Kia: dir wie Wurzeln vorstellen, das legt sich über deins.
Kia: Wenn dein Partner Tag und Nacht nur gestresst ist und schreit, dann
Kia: wird es früher oder später auch auf dich überschwoppen.
Kia: Und das sollte dir bewusst sein, bevor du eine Beziehung beginnst.
Gabriel: also ich finde zum Beispiel auch, dass man Leute, die denken, ich gehe
Gabriel: jetzt in eine Beziehung und werde dann glücklich,
Gabriel: die werden sich doch sehr wundern, was dann passiert, weil wenn der andere
Gabriel: da auch nicht glücklich ist, dann multipliziert sich das eher ins Negative.
Gabriel: Also das ist so dieses, wie du gerade sagst, wenn es dem anderen
Gabriel: gut geht und dir selber gut geht, dann kann es eine gute Beziehung
Gabriel: machen und das ist dann sozusagen im Voreinander, also jeder Mensch muss mal
Gabriel: alleine lernen, glücklich zu sein, gehe ich ganz, ganz, ganz stark mit.
Gabriel: Was du aber gerade doch beschrieben hast mit Emotionsregulieren, dass man
Gabriel: jeder das lernen sollte. Ich habe ein ganz, wieder ein sehr spannendes
Gabriel: Lernen, geht wieder um Balance, wo ich mir da wieder schwer tun würde.
Gabriel: Ich kann sehr gut meine Emotionen regulieren oder ich kann es sehr
Gabriel: gut nicht, aber ich kann nicht diesen Middle Ground mal,
Gabriel: so zum Beispiel jetzt heute, würde ich mir jetzt was zum Essen bestellen
Gabriel: oder nicht? Nein, weil ich zu Kalorien zählen und, also ich habe jetzt
Gabriel: zwar dieses Wochenende eine Pause gemacht, also eine Ausnahme gemacht, aber
Gabriel: jetzt im Allgemeinen um den Standardwochenende, wo ich auch kein Alkohol
Gabriel: getrunken hätte und mir bedenken jetzt wieder, boah, Essen bestellen wir
Gabriel: irgendwie cool, würde ich es definitiv nicht machen, weil ich mich da
Gabriel: regulieren kann und sage, ah, hier ist gerade Bock, ah, wahrscheinlich bin
Gabriel: ich gerade einfach hungrig, esse ich was und danach habe ich eigentlich
Gabriel: keinen Bock mehr, was zu bestellen. Das heißt, ich bin eigentlich sehr, sehr
Gabriel: gut
Gabriel: und
Gabriel: bei mir ist es dann eher so, dass ich dann irgendwann in einen
Gabriel: Burnout reinkomme, dass ich zu sehr mich selber reguliere, dann mal drei
Gabriel: Tage locker lassen muss und dann bin ich wieder in der Regulierung.
Gabriel: Das ist vielleicht, warum ich oft nach der Balance mittlerweile suche, weil
Gabriel: ich lerne, wenn man zu sehr reguliert, Disziplin hat und
Gabriel: so weiter, dann ist das nicht langfristig machbar und man brennt einfach
Gabriel: irgendwie, also ich zumindest, brenne dann einfach sehr, so häufig auf und
Gabriel: deswegen merke ich so, okay, wie kann ich dann früher eine Pause machen,
Gabriel: bevor es zu viel ist? Wie kann ich mir früher was gönnen?
Gabriel: Wie kann ich irgendwie das langfristig
Gabriel: durchgehende Einbauen in mein Leben?
Gabriel: Das ist sozusagen, diese Balance -Struggle ist, glaube ich, da, das ist
Gabriel: gerade wichtig, urgeiles Gespräch, da kommen noch viele Sachen drauf.
Gabriel: Balance ist wirklich für mich deswegen wichtig, weil ich dieses High nach
Gabriel: oben, nach unten zu einer gleichmäßigeren Linie machen möchte,
Gabriel: weil ich einfach lerne, dass das einfach für mich persönlich besser ist.
Kia: Kannst du das für mich definieren? Was meinst du genau mit High?
Kia: Und
Gabriel: Zum Beispiel,
Gabriel: du,
Gabriel: wenn du vorhin über Alkohol rierst, du trinkst viel Alkohol, hast einen
Gabriel: super guten Tag und am nächsten Tag bist du verkartet und es geht
Gabriel: wieder komplett nach unten. Das heißt, wenn du halt einfach zu Hause bist
Gabriel: und auf Netflix was schaust, hast du vielleicht nicht so viel Spaß, aber
Gabriel: bist am nächsten Tag vielleicht, oder bist du einfach auf Baseline, Spaß,
Gabriel: machst es jeden Abend, hast deine Routine, und wachst aber am nächsten Tag
Gabriel: auch mit dem gleichen Energy Level auf wie immer.
Gabriel: Das heißt, du hast nicht Höhen und Tiefen und ich persönlich finde, wenn
Gabriel: diese Höhen und Tiefen nicht zu weit nach oben und nach unten ausschlagen,
Gabriel: finde ich das persönlich besser. Natürlich gibt es immer mal Höhen und
Gabriel: Tiefen, aber so das durchschnittliche Leben, finde ich, je leerer man immer
Gabriel: bei der Baseline bleibt, denke ich, dass es besser ist.
Kia: was versprichst du dir davon, wenn es näher an der Baseline ist?
Gabriel: Langfristig leichter, mal an Zielen zu arbeiten und
Kia: Also geht es primär darum, Ziele zu erreichen?
Gabriel: einfach so,
Gabriel: so wie ich es gerade ausgedrückt habe, definitiv.
Gabriel: Ich würde dazu aber auch dazustellen, dass es
Gabriel: auch emotional angenehmer ist, wenn du nicht so viele Höhen und Tiefen hast.
Gabriel: Also vor allem, ich würde es eher so sagen, wenn du viele Höhen
Gabriel: hast, dann hast du auch Tiefen und die Tiefen finde ich jetzt einfach
Gabriel: nicht so toll und ich glaube, selber auch, in dem Fall ist es
Gabriel: ein Glaubenssatz,
Gabriel: ich glaube, wenn man nicht so nach unten geht, dann ist es den
Gabriel: Preis wert, auch nicht so die ultra -high
Gabriel: Emotionen zu haben. Also so auf die Art, Leute, die halt Kokain
Gabriel: nehmen, denen geht es glaube ich dann am nächsten Tag oder so nicht
Gabriel: so gut und deswegen so dieses ur -high und dann aber dieser Downfall,
Gabriel: den brauche ich nicht. Ich finde das einfach so netter sozusagen.
Gabriel: Also das ist ja bei Drogen so, dass das Dopamin tausendfach
Gabriel: ausgeschüttet
Gabriel: wird und deswegen würde ich da einfach sagen,
Gabriel: so übertrieben gesagt würde ich das nicht in meinem Leben haben wollen und
Gabriel: würde das aber langfristig gerne regulierter haben
Gabriel: und bin auch gut dabei, nur ich habe es dann teilweise bin ich
Gabriel: zu gerade im Strich und muss mir dann die Bounces sozusagen eigentlich
Gabriel: wieder gönnen. Ich muss mir dann gönnen, ich gehe mal McDonalds essen und
Gabriel: nach McDonalds fühle ich mich dann einfach nicht so gut mit mir selber,
Gabriel: weil das Essen einfach ist nicht nur vom Selbstbild, sondern auch das Essen
Gabriel: ist einfach, wenn du das mit etwas anderem vergleichst, nicht so hochwertig
Gabriel: und danach fühlst du dich einfach meistens nicht toll.
Gabriel: Also ich selten so McDonalds so, wow, ich fühle mich jetzt wirklich fit.
Gabriel: Aber manchmal ist es halt schon geil.
Gabriel: Deswegen war ich so, da finde ich so diese,
Gabriel: einerseits die Balance reinbringen und langfristig, das ist jetzt die Frage
Gabriel: von davor eben, sozusagen warum möchte ich das, eben um
Gabriel: diese Amplituden zu haben, ach, da habe ich mich ein bisschen verrannt, aber
Gabriel: so einfach diese Höhen und Tiefen in den Griff zu bekommen, was ich
Gabriel: jetzt schon habe und jetzt gerade habe ich es zu sehr im Griff
Gabriel: und muss lernen, wieder lockerer zu lassen. Das ist eigentlich so die Frage,
Kia: Okay.
Gabriel: wo ich gerade stehe.
Kia: Ich höre da ganz viel Kontrollbedürfnis bei dir raus.
Kia: Also, dass dir schon wichtig ist, dass du Kontrolle über dein Leben hast.
Kia: Und merkst aber auch dann, wenn du das dann zu eng machst, dass
Kia: dir das auch fehlt. Was genau fehlt dir denn dann, wenn du sehr
Kia: diszipliniert bist?
Gabriel: Was?
Gabriel: Aber das Ding ist, ich sehe es gar nicht, also Kontrollbedürfnis würde ich
Gabriel: es nicht nennen. Es ist eher,
Gabriel: mich macht das eigentlich happy,
Gabriel: wenn ich diszipliniert lebe, dann ist mein Leben overall einfach
Gabriel: besser und ich kann auch super easy Kontrolle komplett abgeben.
Kia: Ja. In
Gabriel: Also ich habe gar nicht so ein Kontrollbedürfnis.
Gabriel: Ich habe einfach für mich erkannt, dass mir viel besser geht, wenn ich
Gabriel: diszipliniert bin und habe aber noch nicht gelernt, wann ich es auch wieder
Gabriel: aufhören muss, weil overall geht es mir jetzt mit viel Disziplin und
Gabriel: Konsistenz viel besser, als wenn ich früher
Gabriel: auch mal eben, ich war auch mal ein halbes Jahr in Asien, habe
Gabriel: da einfach so mein Leben dahin gelebt, komplett frei, komplett keine
Gabriel: Kontrolle, teilweise nicht gewusst, was ich am nächsten Tag mache oder am
Gabriel: gleichen Tag oder wohin
Gabriel: und deswegen sage ich so, dieses Kontroll, na, finde ich gar nicht so,
Gabriel: kann es sehr gut loslassen,
Gabriel: aber sozusagen jetzt, wo ich durch die Kontrolle mir ein gutes Leben
Gabriel: geschaffen habe, ich kann halt voll loslassen, aber ich kann nicht so ein
Gabriel: bisschen loslassen. Das ist so die nächste Evolution bei mir von, ich kann
Gabriel: sehr frei leben, zu, ich baue mir ein System, was einfach rennt und
Gabriel: was funktioniert und jetzt möchte ich so ein bisschen mehr Middle Ground,
Gabriel: mich wieder in die andere Richtung zurückentwickeln, aber Schritt für
Gabriel: Schritt.
Kia: welchen Momenten erlaubst du dir in der Zeit denn Spaß zu haben?
Gabriel: Meistens, wenn ich das Gefühl habe, boah, ich brauche mal wieder Spaß,
Kia: Okay. Und wie gönnst du dir diesen Spaß dann? Wie sieht das aus?
Gabriel: also,
Kia: Was ist dein Spaß?
Gabriel: boah, das ist,
Gabriel: kann sein tatsächlich einfach wirklich mal auf die Ernährung zu scheißen und
Gabriel: einfach irgendwas zu essen,
Gabriel: dann kann Spaß sein, einfach Freunde zu treffen, irgendwie, jetzt
Gabriel: gehe ich gerne auch spazieren mit Leuten,
Gabriel: macht mir Freude auch einfach über intellektuelle Sachen, sich irgendwie zu
Gabriel: philosophieren, das macht mir Spaß, aber das ist teilweise dann trotzdem so,
Gabriel: mir fällt es teilweise einfach schwer, diese stupiden Spaß zu haben, also
Gabriel: selbst dann höre ich halt ein Hörbuch oder so, aber ich merke,
Gabriel: die Sachen, die früher so,
Gabriel: ich muss manchmal daran denken, früher beim Craftute, ich habe damit auch
Gabriel: eben angefangen, Videos zu machen,
Gabriel: da hatte ich wirklich so eine, so ein Spaß, Momente manchmal, wo ich
Gabriel: mir den, einfach Bauchschmerzen vor Lachen hatte und das habe ich nicht mehr
Gabriel: tatsächlich und das geht mir manchmal ab und das finde ich irgendwie nicht
Gabriel: mehr, weil ich das Leben irgendwann mal auch angefangen habe, zu ernst zu
Gabriel: nehmen und
Gabriel: auch nicht so auf dieses, oh mein Gott, ich nehme jetzt alles zu
Gabriel: ernst, so, ich habe schon Spaß, aber ich habe nicht mehr dieses
Gabriel: Extrem dahinter und das finde ich auch gut, aber manchmal fehlt mir das
Gabriel: auch, dieses richtig stupide Spaß haben, also
Kia: Dafür sind dann Urlaube da?
Gabriel: da,
Gabriel: ja, true, stimmt, ich habe schon sehr lange keinen Urlaub gemacht, ich habe
Gabriel: jetzt seit eineinhalb Jahren nicht so richtig Urlaub gemacht, weil ich dann
Gabriel: eben angefangen habe, hey, ich ziehe jetzt meinen Körper durch, bis ich ein
Gabriel: Sixpack habe, jetzt habe ich es gerade so einigermaßen erreicht und jetzt
Gabriel: merke ich so, jetzt ist eigentlich mal wirklich Zeit für den Urlaub, es
Gabriel: denke mir jetzt hat so zwei, drei Wochen, jetzt wird es mir wieder
Gabriel: Zeit, aber eigentlich spiegelst du mir das, was ich mir eh schon gedacht
Gabriel: habe, so, ich muss einfach mal Urlaub machen, weil letzte Woche habe ich
Gabriel: mich nur noch ausgebrannt gefühlt, deswegen rede ich auch gerade so
Gabriel: irgendwie ein bisschen negativer, weil die letzte Woche
Gabriel: und gleichzeitig muss ich aber sagen,
Gabriel: so wie es mir letzte Woche gegangen ist, in der Vergangenheit hätte ich
Gabriel: den Podcast beendet, wenn es mir so gegangen ist und mittlerweile bin ich
Gabriel: da aber so,
Gabriel: hey, es passt gerade was nicht,
Gabriel: was könnte es denn sein und ich schaue mal und ich beobachte mich
Gabriel: selber mal und dramatisiere nicht, aber deswegen sage ich, ich merke dann
Gabriel: einfach Balance und das ist gerade so ein Thema, okay, wie checke ich
Gabriel: dann, hey, ich bin jetzt, weil teilweise kann ich auch sehr undiszipliniert
Gabriel: sein oder habe dann auch mal Phasen, wo ich dann eben nicht so
Gabriel: viel trainieren gehe
Gabriel: und deswegen kenne ich so diesen Anteil in mir, der halt einfach
Gabriel: mich
Gabriel: selber austricksen möchte und dann nicht trainieren gehen will und das
Gabriel: heißt, ich musste diszipliniert werden, um den zurückzuhalten und habe dann
Gabriel: eben Angst, wenn ich jetzt lockerer lasse, dass der zurückkommt.
Gabriel: Das heißt, wie geht man dann damit darum?
Kia: Möchtest du das mit dir ergründe? Oder darf ich dir mal
Kia: einen Vorschlag aus meinem Leben persönlich geben?
Gabriel: Ja, unbedingt, ich weiß nicht, ich bin gerade sehr einfach ins Reden
Gabriel: reingekommen, ich gerade selber, aber
Kia: Und zwar, ich sitze hier auch gerade in einem Büro
Kia: von einem sehr guten Freund von mir. Der hat eine Rechtsanwaltskanzlei.
Kia: Und bei dem läuft es in jedem Lebensbereich. Der läuft der
Kia: Tipptopp. Und der war auch früher bei der Bundeswehr und hat die letzten
Kia: Jahre einfach seinen Körper vernachlässigt. Ich kannte ihn so nicht.
Kia: Und es hat mich schon bestürzt. Auf jeden Fall habe ich ihn motiviert,
Kia: wieder zum Sport zu gehen.
Kia: Und habe jetzt den Faden kurz verloren.
Kia: Genau. Er hat...
Gabriel: du hast den Video, ja.
Kia: Und zwar hat er einen Glaubenssatz, den ich habe von mir,
Kia: hat er übernommen. Und mittlerweile hat er mich sogar motiviert, dass ich
Kia: diesen Glaubenssatz noch viel mehr auslebe. Und zwar sage ich, für mich ist
Kia: mittlerweile Sport zu machen wie Zähneputzen. Es gibt keine Tage, wo ich
Kia: nicht zum Sport gehe. Gibt es nicht.
Kia: Vielleicht habe ich an dem Tag eine Aktivität oder irgendwas zu tun, was
Kia: erfordert, dass ich gar nicht in der Stadt bin oder Sonstiges.
Kia: Dann kann man natürlich nicht zum Sport gehen.
Kia: Wenn ich die Möglichkeit habe, ein bis zwei Stunden mir freizunehmen an dem
Kia: Tag. Ich gehe jeden Tag zum Sport. Der Unterschied jetzt aber.
Kia: Und da auch wieder die Brücke zu ziehen zu dem, was du vorhin
Kia: gesagt hast. Dieses Schädliche und Adasachi und wir müssen uns die Knochen
Kia: kaputt machen und wir haben dann Schmerzen. Ich gehe zum Sport und mache
Kia: neben Boxen, Kampfsport, Calisthenics einfach ein bis zweimal die
Kia: Woche etwas, was mich total tiefenentspannt. Und zwar mittlerweile Hot
Kia: Yin Yoga. Du liegst in einem Raum wie in einem Brutkasten und
Kia: du machst Yoga und fällst in die Bewegung und du bekommst genau, ich
Kia: sehe das Leben immer wie ein Yin und Yang. Alles ist im Widerspruch,
Kia: alles will in die Balance. Ich habe Kampfsport und zu diesem Kampfsport, zu
Kia: diesem hektischen Performance und du hast Schmerzen und du musst alles
Kia: geben,
Kia: kommt Yin Yoga, wo du einfach nur da liegst in deiner Körperhaltung
Kia: und loslässt und atmest und ruhig wirst. Und genau
Kia: das, dass du Sachen implementierst für dich, die langfristig
Kia: funktionieren. Und nicht sagen, ich ziehe jetzt drei Monate mal durch,
Kia: sondern dass du dir ein Leben aufbaust, was nachhaltig wirklich
Kia: Routine dir auch erlaubt auszuleben. Und zu sagen, ich gehe jeden Tag zum
Kia: Sport, aber, und jetzt spiegle ich dir das, ich habe die letzten drei
Kia: Tage so hart trainiert, dass ich am ganzen Körper Muskelkater habe, dann
Kia: gehe ich ins Gym, nehme mir ein Buch mit und lese.
Kia: Dann nenne ich das Gehirnjogging. Aber
Kia: darum geht es mir.
Gabriel: Aber das heißt, du machst jeden Tag was und an den Tagen, wo
Kia: Ich gehe jeden Tag zum Sport und genau
Gabriel: du nicht gehen würdest, gehst du und machst aber was Chilliges.
Kia: darum geht es, dass ich ein Bewusstsein für meinen Körper habe, einen
Gabriel: Mhm.
Kia: gesunden Zugang zu meinen Ressourcen und dass ich auch mal weiß, wann ich
Kia: mehr machen kann und wann weniger. Und dadurch,
Kia: da darf ich jetzt kurz mal flexen, ich mache über 14, 15
Kia: Muskelups. Ich bin, man sieht es jetzt nicht, aber ich bin wirklich extrem
Kia: gut trainiert, weil ich für mich gelernt habe, dass Regeneration
Kia: und Pausen absolut underrated sind. Also sie sind total unterschätzt.
Kia: In den Regenerationsphasen, da baust du am besten auf.
Kia: Vor allem auch, wenn du dich dann gut ernährst und viel Schlaf bekommst.
Kia: Das sind so die drei wichtigsten Sachen, wenn man Sport macht.
Kia: Und so eine Verletzung, wenn man dann ganz viel Gewichte nimmt und so,
Kia: diese Verletzungen, die man hat, die werden dich ja langfristig viel
Kia: stärker aus dem Konzept bringen, als zu sagen, okay, ich versuche
Kia: das gesund zu managen. Ich habe jetzt die letzten drei Jahre, seitdem ich
Kia: Kampfsport mache und auch Calisthenics und zum Fitness gehe, hatte ich
Kia: vielleicht zwei kleinere Verletzungen am Körper, trotz
Kia: Kampfsport. Und das zeigt mir eigentlich auch, dass ich einen sehr gesunden
Kia: Zugang zu Sport habe.
Gabriel: Ja, also das ist tatsächlich stark. Ich finde das cool, diese Art und
Gabriel: Weise, wie du es beschreibst, dass du an den Tagen, wo du nicht
Gabriel: gehst, halt einfach weniger machst. Das ist für mich nichts Neues, aber für
Gabriel: mich ist es sehr schwer, das auch umzusetzen, weil in dem Moment, weil
Gabriel: jetzt gerade im Gespräch, du erzählst mir, das ist vollkommen logisch, gar
Gabriel: kein Problem. In dem Moment, wo ich dann aber da sitze oder
Gabriel: da, was auch immer, und ich heute wäre jetzt Trainingstag und ich fühle
Gabriel: mich müde, ich fühle mich schlapp, ich fühle mich was auch immer
Gabriel: oder habe gerade überhaupt keinen Bock, keine Zeit.
Gabriel: In dem Moment, sich dann aber daran zu erinnern,
Gabriel: hier, dann mach eine Wiederholung, ist besser als nichts oder geh hin, mach
Gabriel: zwei Übungen, mach weniger oder mach Hälfte vom Gewicht, mach ein
Gabriel: Regenerationstraining.
Gabriel: In dem Moment denkt man da nicht dran. In dem Moment, wo man
Gabriel: sich erholen sollte, denke ich, bin ich so erledigt,
Gabriel: dass ich nicht, dass ich denke so, entweder ich pushe jetzt, dann pushe
Gabriel: ich noch weiter und noch weiter, bis ich dann wirklich vier, fünf Tage
Gabriel: Erholung manchmal brauche, weil ich dann einfach davor übersehe, weil ich in
Gabriel: dem Moment, wo ich denke, jetzt ist mein chilliger Tag, gar nicht dran
Gabriel: denke. Das ist eher das Problem, finde ich. Und wie erinnerst du dich
Kia: Okay.
Kia: Also es gibt zwei verschiedene Arten von Menschen bei diesem
Gabriel: daran so in dem Moment?
Kia: Problem, was du da beschreibst, mit dem Sport machen.
Kia: Ich habe dann Leute, es gab auch eine interessante Studie, glaube ich, dazu,
Kia: ich glaube ein Experiment war es, ich weiß gar nicht, ob es eine
Kia: Studie war, wo Leuten, die wirklich Schwierigkeiten haben, Sport zu machen,
Kia: die fettleibig waren, denen wurde einfach nur eine Gymmitgliedschaft bezahlt
Kia: und die hatten nur eine Aufgabe, die müssen jeden Tag nur hinfahren und
Kia: dürfen direkt wieder nach Hause.
Kia: Und nach kurzer Zeit, nach wenigen Tagen, wenn nicht Wochen,
Kia: waren alle, die dort hingefahren sind und jeden Tag wieder zurück, und die
Kia: fanden das ja idiotisch, haben dann angefangen zu trainieren, weil sie dann
Kia: dachten, wenn ich jetzt eh schon hier bin, kann ich ja fünf Minuten
Kia: was machen, zehn Minuten, 30 Minuten. Und so entstehen Routinen.
Kia: Du bist jetzt nicht auf der Seite, denen man motivieren muss, mehr zu
Kia: machen. Dir muss man deine Glaubenssätze
Kia: vielleicht challengen. Die muss man dir aufzeigen.
Kia: Für mich ist es kein Zeichen von Stärke, wenn ich sehe, dass du
Kia: dich verletzt oder ins Extrem gehst. Es ist eher ein Zeichen von
Kia: Stärke und Männlichkeit, sich selber so zu akzeptieren und zu sehen, wie man
Kia: ist und sich dann runterzuschrauben und Ruhe zu bewahren.
Kia: Ich glaube, du machst das dann aus welchen Gründen?
Kia: Warum glaubst du, musst du 100 % geben? Und da will ich auch
Kia: nochmal was sagen, das sage ich meinen Klienten auch ganz oft.
Kia: Wenn du aufwachst an einem Tag und du hast nur 30, 40 %
Kia: Energie an dem Tag und du gibst 30, 40%, dann hast du 100
Kia: % gegeben. Wir können uns nicht jeden Tag mit dem Tag davor vergleichen.
Kia: Wir können es über Wochen und Monate und Jahre vergleichen.
Kia: Tag zu Tag davor, das ist kein fairer Vergleich.
Kia: Wir sind Tag für Tag unterschiedlich.
Gabriel: Ja,
Gabriel: also ich muss sagen, ich finde es teilweise echt spannend, so in der
Gabriel: Theorie sind mir diese Sachen, die du beschreibst, auch so, wenn du 30
Gabriel: Prozent geben kannst, dann gib 30 Prozent, das ist immer noch besser als
Gabriel: Null, kann man auch sagen.
Gabriel: Ich muss sagen, Stand heute, wieso denke ich das, wieso mache ich das,
Gabriel: ist gar nicht so leicht für mich zu beantworten, da müsste ich vielleicht
Gabriel: auch länger nachdenken, weil ich ja schon nicht mehr es aus den
Gabriel: Gründen mache, aus denen ich angefangen habe und es schon verändere und
Gabriel: schon gesündere Umstände habe, also ich rede teilweise auch so, als hätte
Gabriel: ich es gar nicht im Griffen, wäre komplett aus der Balance,
Gabriel: aber wenn ich an dieses Thema, ich muss balanzierter denken, denke ich aus
Gabriel: der Position, wo ich eigentlich schon hier bei vielen Dingen bin, aber
Gabriel: eigentlich sozusagen, ich erzähle diesen Gap, ne, war das halt vielleicht
Gabriel: so, aber ich erzähle ihn halt ein bisschen größer, merke ich auch gerade,
Gabriel: weil ich mehr dann an dem Anfang mich da hineinfühle,
Gabriel: aber was vor allem früher bei mir war, wenn ich nicht 100 Prozent
Gabriel: gebe, dann kann ich es ja gleich lassen, so, weil ich will ja
Gabriel: das Maximum an Effizienz haben und ich will entweder richtig
Gabriel: oder gar nicht so mäßig, so dieses, wieder keine Balance, auch in meinen,
Gabriel: wie ich meine Ziele erreichen möchte, so,
Gabriel: vor allem halt früher, was Sport, was auch immer, wenn ich es nicht
Gabriel: richtig machen kann, dann mache ich es gar nicht.
Gabriel: Das ist halt so, zum Beispiel ein Freund von mir,
Gabriel: hat das beim Training zum Beispiel früher auch sehr oft so gesagt, die
Gabriel: Weihnachtszeit, ja den ganzen Dezember kann er nicht Sport machen und auf
Gabriel: Ernährung achten, weil da ist das, da ist das, so Weihnachtsmarkt und diese
Gabriel: ganzen Sachen, da hat er einfach keine Zeit dafür und dann ist eh
Gabriel: schon egal, ob er jetzt einen Tag die Woche Sport macht oder nicht,
Gabriel: dann scheißt er komplett drauf und das meine ich so, diese Mentalität sehe
Gabriel: ich auch oft bei anderen
Gabriel: und habe sie auch vor allem früher sehr, sehr viel bei mir selber
Gabriel: betrachten können und ich bin jetzt halt gerade dabei,
Gabriel: das eben zu lernen, hey, so letzte Woche hatte ich das, ich fühle
Gabriel: mich echt fertig,
Gabriel: ich glaube, ich gehe heute mal nicht trainieren und habe es dann einfach
Gabriel: mal nicht gemacht und ich merke dann jetzt so, morgen werde ich wieder
Gabriel: trainieren gehen, so, dass dieses,
Gabriel: es ist jetzt einfacher geworden, damit zu leben, jeder hat mir Pause
Gabriel: gemacht, ist überhaupt kein Stress, alles gut, aber in dem Moment,
Gabriel: früher hätte ich einfach nicht Pause gemacht, früher hätte ich dann in
Gabriel: solchen Momenten, wenn ich mich entscheide, da jetzt durchzuziehen, ohne
Gabriel: Pause, mit 100 % Disziplin durchgezogen und deswegen hatte ich auch früher
Gabriel: Einzelverletzungen, die wir so gröber waren, im Gym, weil ich mich zu sehr
Gabriel: gepusht habe, weil ich immer so im Kopf hatte, ich mache zu wenig,
Gabriel: ich mache zu wenig, das heißt, für mich ist noch immer, Jahre später,
Gabriel: nachdem ich schon sehr gut für mich selber geworden bin, in Regenerieren, in
Gabriel: Pausen machen, noch immer ein Riesenthema, weil ich einfach merke,
Gabriel: anstatt so gefühlt, die ganze Zeit mich ausgebrannt zu fühlen und overall
Gabriel: keine Energie zu haben, das hatte ich auch mal eine Zeit lang, sehr
Gabriel: erfolgreich, dass ich einfach,
Gabriel: sobald Energie da war, habe ich sie ausgegeben, sobald Energie dir war, habe
Gabriel: ich sie ausgegeben, das heißt, ich konnte meinen Speicher nie auffüllen und
Gabriel: habe dadurch irgendwann mal gemerkt, ich dachte immer so, ich habe keine
Gabriel: Kraft, ich habe keine Energie und Lebensfaden, wo ich auch depressiv war, wo
Gabriel: ich irgendwann mal gemerkt habe, naja, aber woher sollst du auch mal Kraft
Gabriel: und Energie bekommen, wenn du dich ja nie ausrufst, wenn du dich immer
Gabriel: nur dafür verurteilst, dass du dich ausruhen musst und sobald Energie da
Gabriel: ist, sofort aufs Gas drückst und deswegen ist es so mittlerweile, okay,
Gabriel: ich fange an, dann Pausen zu machen. Ich merke, ich bin noch immer
Gabriel: nicht dort, wo ich hin möchte und ich glaube, das ist auch für
Gabriel: viele Leute, dieses Unterregen, sozusagen die meisten Leute sind nicht
Gabriel: überarbeitet, sie sind eher unterregeneriert und das bin ich noch immer und
Gabriel: ich bin, glaube ich, schon so, für das, wo ich gestartet habe, finde
Gabriel: ich, dass ich sehr weit gekommen bin und sehe trotzdem noch, wie weit
Gabriel: der Weg wirklich ist und vielleicht sogar ein ewig langer Weg ist, dass
Gabriel: man das richtig lernt und auch zu wissen, hey, wann pushe ich mich,
Gabriel: wann pushe ich mich nicht,
Gabriel: finde ich schon sehr, sehr interessant und wenn du da gerade so Videos
Gabriel: beschreibst, hast du einfach ein,
Gabriel: weiß ich, wie hast du das überhaupt lernen müssen oder war das bei
Gabriel: dir schon immer integriert eigentlich, dieses Körpergefühl und dieses, wie
Gabriel: du mit solchen Sachen umgehst?
Kia: Gute Frage. Ich habe ja gesagt, die meisten Dinge, die ich beraten kann,
Kia: die habe ich selber durchlebt. Oder die, die ich am besten beraten kann.
Gabriel: Mhm,
Kia: Und ich bin selber ein Mensch, der extrem exzessiv war,
Kia: Dinge immer mit 200 % gemacht hat. Und durch diese
Kia: Art von Ausbrennen, Verbrennen habe ich meine Erfahrungen gemacht und
Kia: habe rumgespielt. Als Psychologe, man ist immer neugierig, man hinterfragt
Kia: alle Glaubenssätze, man spielt rum mit Verhaltensweisen, mit Ernährung.
Gabriel: mhm,
Kia: Ich habe immer wieder Ernährungspläne gewechselt und, und, und.
Kia: Bis man einen Weg findet, der für einen nachhaltig funktioniert.
Kia: Und für mich funktioniert nachhaltig zu sagen, auch heute nach dem Podcast
Kia: werde ich definitiv zum Sport gehen. Und werde dort erst
Kia: entscheiden, welche Art von Sport ich machen werde.
Kia: Aber, ne, das ist etwas über Erfahrung, sage ich, ne.
Kia: Also man muss die Erfahrung machen, langfristig.
Gabriel: mhm,
Kia: Wie geht es mir damit am besten? Was funktioniert für mich am besten?
Kia: Ich sage nicht, dass jeder Mensch jeden Tag zum Sport gehen sollte.
Kia: Aber jeder Mensch sollte sich über einen Plan darüber, also einen Plan
Gabriel: mhm,
Kia: darüber haben, wann ich zum Sport gehe und wann nicht.
Kia: Ne. Kannst ja auch sagen, an den Tagen, wo ich mich wirklich gar
Kia: nicht fühle, gehe ich nicht. Sonst gehe ich immer hin.
Kia: Grundsätzlich trainiere ich aber nur dreimal die Woche sehr schwer.
Kia: Und wenn du dieses Pensum von dreimal die Woche...
Gabriel: Also ich mache dreimal die Woche schweres, ja, also ich könnte aktuell gar
Gabriel: nicht mehr Krafttraining machen, das habe ich aber auch lernen müssen, dass
Gabriel: ich nicht zu schwach bin, weil ich nur dreimal die Woche an mein
Gabriel: Limit gehen kann, sondern dass es einfach normal ist, dass man sonst dann
Gabriel: nerven, also ich, drei Monate am Stück geht das problemlos, öfters
Gabriel: trainieren und dann irgendwann, du bist so ausgebrannt und denkst, jetzt
Gabriel: musst du nochmal pushen, nochmal pushen und dann gehst du dann Crash dort
Gabriel: einfach und das habe ich schon sehr oft geschafft in meinem Leben,
Gabriel: aber,
Gabriel: was ich zum Beispiel sehe, so, ich gehe jeden Tag meine 10.000
Gabriel: Schritte, dreimal die Woche trainieren und laufe und Cardio, wenn ich Bock
Gabriel: habe, mal ist es mehr, meistens ist es weniger und das finde ich
Kia: Hm.
Gabriel: trotzdem so, wie du es auch beschreibst, du bist wahrscheinlich genau den
Gabriel: gleichen Weg dann gegangen, hast auch öfters mal zu viel gemacht,
Gabriel: ausgebrannt und dann,
Kia: Definitiv. Ja. Ist auch vollkommen normal, dass man
Kia: sich ausprobieren muss, sage ich mal, im Leben, ne.
Kia: Ich sage immer,
Kia: ja, ist halt ein Zeichen von Intelligenz, wenn man schafft,
Kia: schneller aus seinen Fehlern zu lernen, ne. Es gibt Menschen, die verletzen
Gabriel: mhm,
Kia: sich immer und immer wieder. Ich habe teilweise Freunde jetzt mittlerweile
Kia: wie in unseren 30ern, die haben bis heute ihre Schulter - oder
Kia: Ellbogenprobleme vom Trainieren.
Kia: Ja, finde ich sehr schade, weil Sport wirklich so ein gutes,
Gabriel: mhm,
Kia: so eine gute Funktion vom Regulieren hat. Ne. Für mich ist es
Kia: absolute Therapie. Also deswegen sage ich ja auch, ich gehe selber
Gabriel: mhm,
Gabriel: mhm, ja, definitiv,
Kia: jeden Tag dahin. Für mich ist es der Ausgleich vom Alltag zum
Kia: Alltag. Ähm. Kopfhörer aus. Ich höre teilweise manchmal nicht mal Musik oder
Kia: ein Podcast, sondern einfach nur auf Stumm. Und bin dann die ganze Zeit
Kia: mit meinem Körper. Und meinen Gefühlen. Und, ne, ich gehe auch, ähm,
Gabriel: mhm,
Gabriel: mhm,
Kia: tatsächlich jeden Tag dann runter in den Spa -Bereich und in die Sauna.
Kia: Ist jetzt nicht so gesund wieder. Da fangen wir wieder an, was ich
Gabriel: ah,
Kia: derzeit raus, ne. Also versuche zu optimieren, ist mein Verhältnis, wie
Gabriel: mhm,
Kia: oft gehe ich in die Sauna. Ich gehe tatsächlich jeden Tag in die
Kia: Sauna. Und
Gabriel: aber ist das ungesund? Hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht gedacht, eher
Kia: würde ich nicht sagen, aber,
Gabriel: Sauna als,
Kia: ähm, es kann ungesund sein, wenn man dann zwei, naja,
Gabriel: mhm,
Gabriel: also solltest deine Eier kühlen,
Kia: das, naja, will ich jetzt derzeit Kinder zeugen.
Gabriel: das ist tatsächlich so, das ist das Einzige,
Kia: Ja,
Kia: das habe ich auch. Also es gibt ja verschiedene Sachen, ne.
Kia: Aber ja, ähm, äh, grundsätzlich in die Sauna gehen, wenn du dann
Gabriel: mhm,
Kia: zwei, drei Aufgüsse machst jeden Tag, da hast du nicht mehr, ne.
Gabriel: mhm,
Kia: Da verlierst du ganz schön viel,
Kia: ähm, sag schon,
Gabriel: Wasser, Elektrolyte, Salz,
Kia: Elektrolyte, Salze, ne. Ja, und, ähm, das ist dann nicht mehr so
Gabriel: mhm,
Kia: gesund. Habe ich selber schon gemerkt. Wenn man jetzt einmal am Tag geht
Kia: für 15 Minuten, das ist vollkommen in Ordnung.
Kia: Für mich persönlich. Aber,
Gabriel: ah, das heißt, du hast es halt einfach übertrieben und dann gemerkt, wenn
Kia: ja, genau.
Gabriel: ich es jetzt so oft mache, aber finde ich,
Kia: Weil ich da aber auch noch nicht das Mittel gefunden habe, ne.
Kia: Und da sage ich ja, es geht im Leben darum, dass du, dass
Gabriel: mhm,
Kia: du rausfindest für dich selber, was ist das beste Mittel, wie funktioniere
Gabriel: mhm,
Kia: ich am besten. Weil ich will ja Sauna, ich will diese Sauna auf
Kia: Güsse ja mitnehmen. Vielleicht muss ich nur nicht zwei oder drei jedes Mal
Gabriel: mhm,
Kia: mitnehmen.
Gabriel: mhm, was ich dir in unserem Vorgespräch habe ich dir von Retard -Maxing
Gabriel: erzählt, erinnerst du dich daran?
Kia: Hast du mal genannt? War total neu. Ich habe es, äh, vergessen, um
Gabriel: Wo ich so, ja,
Kia: ehrlich zu sein. Klär mich nochmal auf.
Gabriel: ich muss jetzt mal kurz die offizielle Definition nehmen bei Googlen, ich
Gabriel: bin mal so frei
Kia: Retard -Maxing.
Gabriel: und
Gabriel: genau, warum stehe ich da jetzt keine
Gabriel: Erklärung?
Gabriel: Das ist jetzt schon wieder,
Gabriel: weil es ist immer, eine KI -Zusammenfassung, genau jetzt im Podcast, wenn
Gabriel: ich es schnell brauche, gibt es nicht, Retard -Maxing ist ein Viral, was
Gabriel: ist das für ein Wort? Viral -Lyna -Internet -Trend, das habe ich noch
Gabriel: nie gelesen, das Wort, also Hintergrund und Bedeutung,
Gabriel: ist eine Internet -Endung -Maxing, ist Lux -Maxing, hast du sicher schon mal
Gabriel: gehört, oder?
Kia: Ja, ja, na klar. Das sagt mir was.
Gabriel: Also genau, das ist jetzt ein Maxing -Begriff im Internet, und Retard ist
Gabriel: halt dieses, ähm, auch dieses Übertriebenes, auch mein Humor ist, sozusagen,
Gabriel: einfach sarkastisch, sich als behindert darzustellen, sozusagen, und das
Gabriel: heißt, sich behindert, behindert -Maxen, sozusagen, ist jetzt nicht so
Gabriel: politisch korrekt wahrscheinlich, aber es funktioniert, und
Gabriel: die Sachen, die man macht, Schluss mit dem Grübeln, viele Menschen verlieren
Gabriel: viel zu viel Zeit mit Sorgen oder dem perfekten Plan, Fehler sind egal,
Gabriel: man nimmt Druck von sich, wenn etwas schief geht, ist es nicht schlimm,
Gabriel: dritte, einfach machen, unperfekter Start ist besser als ewiges Warten, und
Gabriel: als jemand, der deswegen auch viel nicht gelernt hat oder nicht schnell
Gabriel: genug gelernt im Leben, weil ich erstmal
Gabriel: intellektuell das Problem von allen Seiten anschauen muss und verstehen muss
Gabriel: und was auch immer, oder musste in dem Fall,
Gabriel: ist dieser Begriff, das Retard -Maxing, eine massive Befreiung gewesen,
Gabriel: weil es wahrscheinlich das ist, was die meisten Menschen ist, einfach mal
Gabriel: machen und schauen, was passiert und dann adaptieren, weil du viel schneller
Gabriel: weiterkommst. Und das ist ja das, was du mir gerade so ein bisschen
Gabriel: beschreibst und machst einfach mal, ah okay, dreimal ist zu viel, dann gehe
Gabriel: ich halt jetzt weniger oder zum Beispiel könntest du auch einfach
Gabriel: Elektrolyte danach nehmen und einfach Salz mitnehmen, Salz essen, also ja,
Kia: Ist so lustig. Habe ich, habe ich genau dabei tatsächlich.
Kia: Habe ich die letzten Male ausprobiert. Ich habe gemerkt, dass ich nicht mit
Kia: Elektrolyten ausreichend, ähm, supplementieren konnte oder substituieren
Kia: konnte den Verlust. Deswegen habe ich jetzt als neue Faustregel mehr als
Kia: zwei Aufgüsse, mache ich auf keinen Fall. Oder, und jetzt habe ich gemerkt,
Gabriel: ja,
Kia: was für mich am besten funktioniert hat, dass ich sage, ich gehe, ähm,
Kia: jeden Tag in die Sauna. Aber ich erlaube mir nur alle zwei bis
Kia: drei Tage, eigentlich so zweimal die Woche, nur mehrere Aufgüsse.
Kia: Also das sind wirklich so ein, zwei Stunden unten zu sein.
Kia: Und, ne, also da probiert man sich immer wieder aus.
Kia: Retard -Maxing ist in mir, aber, also höre ich zum ersten Mal tatsächlich,
Kia: ist das aus Amerika, oder?
Gabriel: natürlich ist das Amerika, wie alles, also ich bin gespannt, also ich
Kia: Ach, Hammer.
Gabriel: glaube, ich glaube, ich bin so im deutschsprachigen Raum,
Gabriel: bin ich glaube ich der, der das groß machen wird.
Kia: Retard -Maxing?
Gabriel: Nein, aber ich habe es tatsächlich noch nie gehört von jemand anderem, aber
Kia: Ich auch nicht, tatsächlich.
Gabriel: ich konsumiere selber, nein, aber ich habe, ich konsumiere halt sehr viel
Gabriel: Content auf Englisch und vor allem die meisten Podcasts und alles so ist,
Gabriel: ich höre auch keine deutschen Podcasts bis auf einen tatsächlich,
Gabriel: aber deswegen weiß ich auch nicht, aber ich habe es zumindest auf Instagram
Gabriel: scrollen und so weiter noch nicht so wirklich mitbekommen, außer ich
Kia: Ja.
Gabriel: vergesse da gerade irgendwas, aber es wäre mir jetzt nicht im Kopf, dass
Gabriel: da wirklich Leute Retard-Maxxing benutzen haben, ich finde, das ist halt für
Gabriel: jemanden, der Overthinking macht, halt einfach und meinen Humor teilt, das
Gabriel: ist für mich Retard-Maxxing, das kommt einfach gut an bei mir,
Gabriel: das funktioniert, einfach machen, aber das ist ja genau, was du machst, du
Gabriel: gehst in die Sauna, dann probierst du das nächste aus, sozusagen, anstatt in
Gabriel: der Vergangenheit hätte ich gesagt, ah, ich will Sauna gehen und muss jetzt
Gabriel: erst einmal
Gabriel: sechs Jahre recherchieren, wie oft und welche Frequenzen, was für
Gabriel: Elektrolyte und brauche ich jetzt einen Saunahut oder brauche ich jetzt das
Gabriel: oder brauche ich jetzt das und wie oft und hätte es dann sozusagen
Gabriel: am Ende wahrscheinlich nicht einmal gemacht oder brauche ich pro Ding, das
Gabriel: ich mache, sehr, sehr lange, weil ja das alles so genau zu verstehen,
Gabriel: einfach nicht, du kannst ja dann nicht so viel machen, also sozusagen,
Gabriel: deswegen bin ich dann sehr viel im Kopf gewesen in meinem Leben, in
Gabriel: der Analyse und dieses Retard -Maxing ist für mich das
Gabriel: Beste überhaupt und das kann ich mit Balance einsetzen, das muss ich
Gabriel: tatsächlich sagen, also es ist nicht alles in meinem Leben jetzt gere -tar
Gabriel: -t -maxed,
Gabriel: aber ein bisschen mehr getar -tet sich zu.
Kia: In welchem Lebensbereich nutzt du das?
Gabriel: Podcast, extrem viel, ob ich jetzt die Sonnenbrille aufsetze oder nicht, ich
Gabriel: denke nicht drüber nach, ich habe heute Bock gehabt, die Sonnenbrille
Gabriel: aufzusetzen, ich setze sie auf, ich habe teilweise
Gabriel: in letzter Zeit Bock mal gehabt, Trainingsplan zu ändern, ich habe ihn
Gabriel: einfach geändert und dann, in den letzten zwei Wochen bin ich wieder
Gabriel: schlechter, wieder angefangen, mehr über Sachen nachzudenken, anstatt
Gabriel: einfach zu machen und je mehr ich aber immer mache und je mehr
Gabriel: ich das in eigentlich allen Lebensbereichen
Gabriel: anwende, desto besser geht es mir und deswegen sage ich auch, weil ich
Gabriel: auch jemand bin, der jetzt nicht, wenn du mir jetzt sagst, Retard -Maxing,
Gabriel: heißt das nicht, dass ich aufhöre zu analysieren, das heißt für mich aber,
Gabriel: dass ich anfange zu tun, deswegen ist das für mich so geil und
Gabriel: seitdem ich das irgendwann,
Gabriel: also ich habe letztes Jahr schon mal ganz krass das Learning machen dürfen,
Gabriel: dass einfach Aktion viel wichtiger ist, als jedes,
Gabriel: wie soll ich das sagen, jedes, jedes, jedes drüber nachdenken und einfach
Gabriel: machen, die Antwort ist, also ich glaube, den Satz, es gibt nichts Gutes,
Gabriel: außer man tut es, kenne ich seit meiner Kindheit, aber der macht jetzt
Gabriel: erst so richtig Sinn, aber trotzdem
Gabriel: rutsche ich immer wieder zurück in alte Muster, deswegen hört man mich im
Gabriel: Podcast auch mit sehr vielen Gästen so drüber reden, hey, wie komme ich
Gabriel: ins Umsetzen, wie komme ich in das, weil man das ja auch durch
Gabriel: viele Wiederholungen darüber sprechen, hilft mir dann auch
Gabriel: tiefer festigt und da muss man gar nicht mehr drüber nachdenken und macht
Gabriel: die Dinge halt einfach,
Gabriel: was jetzt auch wieder retard maxing wäre, aber in dem Fall sind es
Gabriel: einfach Verhaltensweisen, so Zähneputzen muss ich jetzt auch nicht drüber
Gabriel: nachdenken
Kia: Wie verändert sich denn Verhalten?
Gabriel: und
Gabriel: durch retard maxing
Gabriel: oder durch was jetzt genau?
Kia: Nein, grundsätzlich.
Gabriel: Also du meinst jetzt, wie man sein Verhalten verändert sozusagen,
Kia: Ja.
Gabriel: wie verändert sich Verhalten, indem man sein Verhalten ändert,
Gabriel: oder?
Kia: Und wie oft musst du das machen?
Gabriel: Also einfach was,
Gabriel: ich glaube, die Antwort ist gleichzeitig eins und so
Gabriel: oft, bis man nicht mehr drüber nachdenken muss, also die beiden Antworten
Kia: Also automatisieren auch.
Gabriel: stimmen, oder? Also man muss es einmal machen, dann hat man es einfach,
Kia: Übungen.
Gabriel: genau, man muss es einmal anders machen, dann hat man es verändert und
Gabriel: dann muss man es üben und automatisieren, damit man es wirklich, dass das
Gabriel: ist das, was ich eigentlich als verändert annehmen würde und da würde ich
Kia: Genau.
Kia: Du
Gabriel: sagen, individuell, wie lange das dauert.
Kia: hast ein Problem erkannt für dich. Du hast dann eine Lösung gehabt,
Kia: Retard -Maxing, hast einen Plan gemacht. Und dann hast du Lebensbereich
Kia: jetzt, wo du selber gesagt hast, okay, beim Podcast bin ich
Kia: tiefenentspannter, mache ich, mache ich, mache ich.
Kia: Jetzt machst du deine Erfahrungen daraus. Jetzt guckst du, wie ging es mir
Kia: damit. Und aus dieser neuen Erfahrung
Kia: erlaubst du dir dann für das nächste Mal intuitiver zu
Kia: handeln. Und darum geht es dann letzten Endes.
Kia: Wenn ich Sachen mache in meinem Alltag, vieles ist intuitiv.
Kia: Wenn ich mit meinen Klienten spreche, das ist so viel schon intuitiv.
Kia: Ich höre direkt raus, ah, hier muss ich ein Perspektivwechsel einbauen.
Kia: Oh, hier müssen wir in die Kindheit schauen. Oh, hier höre ich einen
Kia: Widerspruch. Und das ist unbewusste Kompetenz, aber die schaffst du nur
Kia: durch Übung. Und wenn du sagst, wie verändere ich mein Verhalten?
Kia: Ich habe Klienten, die in allen möglichen Lebensbereichen funktionieren,
Kia: aber in einer Sache vielleicht nicht. Vielleicht sind die nicht so
Kia: empathisch. Und was mache ich dann mit denen? Ich übe das.
Kia: Ich trainiere sie darauf. Und mit jedem Training, mit jeder Wiederholung
Kia: werden sie besser. Und es wird unbewusst besser.
Kia: Und es wird intuitiv besser. Und genau so dann dein Retard
Kia: -Maxing ist jetzt für dich wahrscheinlich genau der Schlüssel zum Erfolg,
Kia: intuitiv zu trainieren. Zu trainieren, mehr in die Handlung zu kommen.
Gabriel: Genau, und das ist es halt einfach und das
Gabriel: ist für mich, also für mich ist es wirklich das, was unfassbar gut
Gabriel: funktioniert, deswegen rede ich auch gern drüber, immer mit dem
Gabriel: Augenzwinkern, aber bis zu einem gewissen Grad funktioniert es einfach
Gabriel: wirklich krass gut, einfach zu sagen, so vor allem bei Dingen, die
Gabriel: nicht viel Geld kosten, wo man sagt, hey, will ich jetzt das haben,
Gabriel: will ich jetzt das machen, ja, in dem Moment, wo man drüber nachdenkt,
Gabriel: einfach mal machen, einfach mal probieren, will ich jetzt den Trainingsplan,
Gabriel: das ist schon geil,
Kia: Du sagst, bis zu einem gewissen Grad. Bis zu welchem gewissen Grad?
Gabriel: aber, jetzt haben wir,
Gabriel: ja, also zum Beispiel,
Kia: Also wo dann nicht?
Gabriel: ich würde mir jetzt keinen Ferrari kaufen, nur weil ich ihn jetzt haben
Gabriel: will,
Kia: Okay.
Gabriel: also sozusagen, es muss schon so ein gewisser, so Grad sein und ich
Gabriel: glaube, da bin ich halt auch gerade dabei, am Ausweiten,
Gabriel: inwieweit ich, ähm,
Gabriel: einfach mache und einfach tue und dann auch einfach eben, ähm,
Gabriel: ich tue das retard maxen, retard maxen, merke ich gerade eigentlich, also
Gabriel: ich, ich tue weniger drüber nachdenken, wie viel ich über Sachen nachdenke,
Gabriel: aber dann sozusagen dort auch, ähm, step by step und einfach probieren,
Gabriel: ich, sozusagen, ich mache halt einfach mal, ich retard maxe mal, und dann
Gabriel: schaue ich, was passiert und dann tue ich wieder adaptieren, obwohl das ja
Gabriel: eigentlich dann wieder doch nicht retard maxing wäre, weil ich glaube, da
Gabriel: wäre dann die fehlende Meta -Ebene der drüber Reflexion, weiß ich nicht, ob
Gabriel: das, ob das erlaubt ist im retard maxing, in meiner Definition auf jeden
Gabriel: Fall schon, aber ja, was mich gerade dann interessiert, ähm,
Gabriel: wenn du selber
Gabriel: so viel eigentlich gelernt hast, Psychologie, ein Master gemacht hast,
Gabriel: hast du dann selber eigentlich noch so Probleme im Leben?
Gabriel: Also ich gehe davon aus, ja, aber wie, wie, wie, wie,
Gabriel: wie gehst du damit um? Wie findest du das? Oder warum kannst du
Gabriel: dann teilweise, wenn du zum Beispiel sagst, du Probleme über Jahre nicht
Gabriel: lösen, wenn du eigentlich wirklich eine Aktion bist und die
Gabriel: wichtigsten Tools hast, was hält dich dann noch manchmal zurück, irgendwie
Gabriel: was zu ändern?
Kia: Nochmal, wie war das Ende?
Gabriel: Wenn du hast, du hast, du weißt, du weißt, dass du handeln musst
Kia: Ja,
Gabriel: und du weißt, wie du handeln musst, aber du hast trotzdem noch Probleme.
Gabriel: Warum? Wie würdest du das erklären?
Kia: dass ich weiß, dass ich handeln muss und
Kia: ich mache es auch.
Gabriel: Nein, nein, du weißt, wie du handeln musst, so meine ich das, du
Kia: Ja?
Kia: Ja?
Gabriel: weißt, was du tun musst. Du tust die Dinge auch, du hast sozusagen,
Gabriel: du hast die Theorie, du weißt, dass du es in die Praxis bringen
Gabriel: musst und trotzdem hast du aber noch Probleme am Ende des Tages, weil
Gabriel: ein Mensch immer Probleme hat. Wie, wie gehst du damit um als Psychologe,
Gabriel: der sozusagen sehr viele Skills hat, auch auf solchen Ebenen und trotzdem
Kia: Ich
Gabriel: hört es ja nie auf?
Kia: sehe das immer so wie, ich mache das immer so ein bisschen metaphorisch,
Gabriel: Wie sieht das bei dir aus?
Kia: erkläre ich das Klienten. Ist wie so ein Upleveln, ne?
Kia: Und man kann in allen Lebensbereichen so hochleveln.
Gabriel: Mhm,
Kia: Bei FIFA gibt es da immer so dieses, ich weiß gar nicht, ob
Kia: es ein Oktagons ist, aber so, du weißt ja, dieses Shape, ne?
Gabriel: mhm,
Kia: Wo man dann hat, hier ist irgendein Skill, hier ist ein Skill, Passstärke,
Kia: Schussstärke, Geschwindigkeit, Teamplayer und, und, und.
Gabriel: mhm,
Kia: Und genau so sehe ich das Leben auch. Und mit jedem Level Up,
Gabriel: mhm, mhm,
Kia: das du hast, kommen natürlich neue Probleme. Und früher war ich
Kia: angestellt und hatte Probleme mit meiner Chefin
Kia: klarzukommen, mit Kollegen und, und, und. Ne? Das sind neue Probleme für
Kia: mich gewesen. Jetzt bin ich selbstständig und habe natürlich neue Probleme,
Kia: die ich davor gar nicht zu bewältigen hatte. Und das konfrontiert einen
Gabriel: mhm,
Kia: natürlich immer mit Ängsten, aber es ist vollkommen normal, dass die
Kia: Probleme, die entstehen, dann immer neuere sind.
Kia: Weil die Probleme, die du in der Vergangenheit bewältigt hast, da hast du
Kia: ja jetzt die Kompetenz, sie wieder zu bewältigen.
Kia: Das heißt, die Probleme erreichen dich immer auf dem Niveau, auf dem
Kia: Funktionsniveau, auf dem du bist. Du erreichst ein Plateau, jetzt
Gabriel: mhm,
Kia: machst du mich selbstständig, jetzt kommen neue Hürden.
Kia: Und die muss ich jetzt wieder neu bewältigen. Ist immer wieder wie so
Kia: ein Level, Level 10, Level 20, Level 30. Du levelst ab, du levelst
Kia: ab. Deswegen, es gibt kein Leben ohne Probleme.
Gabriel: mhm,
Kia: Wir werden auch nicht, also ich sage mal, wir werden einfach nur stärker.
Kia: Du wirst immer und immer stärker. Du wirst resilienter, du wirst kompetenter
Kia: im besten Fall. Du sollst jedenfalls dafür arbeiten, dafür tun, dass du
Kia: kompetenter wirst.
Gabriel: mhm,
Gabriel: und wie gehst du damit um? Es kommt jetzt irgendwie, du hast dich
Gabriel: selbstständig jetzt gemacht, viel Angst dabei und sozusagen, dass du davor
Gabriel: normalen Angestellten einen Job hast, Selbstständigkeit startet, wie gehst
Kia: Ja,
Gabriel: du mit dem um? Wie löst du das mittlerweile? Ich gehe mal davon
Gabriel: aus, dass du mittlerweile sehr kompetent auch bist, darin deine Probleme zu
Gabriel: lösen, oder?
Kia: also ich habe einen Glaubenssatz, der mir dabei wirklich sehr gut hilft.
Kia: Ängste sind dazu da, um sie zu bewältigen.
Kia: Ängste zeigen mir, wo ich Defizite habe oder haben kann.
Kia: Und hinter Angst, und das sage ich all meinen Klienten, hinter Angst steckt
Kia: immer Wachstum.
Kia: Und wenn du das verinnerlichst, hinter jeder Angst kann Wachstum stecken.
Gabriel: Mhm, mhm. Definitiv.
Kia: Wenn du das verinnerlichst, dann weiß ich, okay, mein Ziel ist es,
Kia: diese Angst zu überwinden. Ich habe Angst, vielleicht nicht so erfolgreich
Kia: zu sein, mich selbstständig zu machen.
Kia: Und genau deswegen will ich das. Okay?
Kia: Ich weiß ja gar nicht, ich kann ja auch scheitern.
Gabriel: Das heißt, du probierst,
Kia: Ich bin frisch selbstständig, ich weiß nicht, ob das jetzt funktionieren
Gabriel: mhm,
Kia: wird oder nicht. Aber genau deswegen mache ich es.
Kia: Weil ich mich quasi challenge, ins nächste Level zu kommen.
Kia: Weil ich mich challenge, mit neuen Ängsten und Problemen konfrontiert zu
Kia: sein. Weil ich weiß, wenn ich die bewältige, bin ich noch um einiges
Kia: resilienter. Ich kann immer zurückgehen, ich kann immer wieder angestellt
Kia: arbeiten. Aber das ist der Weg, den ich für mich genommen habe, der
Gabriel: mhm,
Kia: mich zum nächstgrößeren, nächstkompetenteren Menschen macht.
Kia: Und darum geht es.
Gabriel: mhm, mhm, ähm, finde ich gut, was ich mit, also ich finde auch
Gabriel: so, the only way is through, glaube ich von Jocko Willink, ähm, Zitat,
Gabriel: aber was ich mir gerade denke, weil du sagst, du kannst auch scheitern,
Gabriel: sollte man sich bewusst sein, aber bist du jemand, der sowas wie
Gabriel: manifestieren oder sowas macht? Hat das für dich einen Wert?
Kia: Tatsächlich in letzter Zeit, gerade weil ich jetzt auch die letzten Jahre
Kia: immer wieder in Asien bin und ich habe sehr viele Berührungspunkte mit dem
Kia: Buddhismus.
Kia: Und
Gabriel: Mhm,
Kia: ich manifestiere mittlerweile schon sehr stark.
Kia: Deswegen habe ich vorhin auch, als ich dir gesagt habe, wie du mit
Kia: dir selber in deinem Kopf redest, das entscheiden.
Kia: Das ist ein Stück weit gehört da auch Manifestation da rein.
Kia: Wir haben eines der unerforschtesten Sachen in der Psychologie bis
Gabriel: mhm,
Kia: heute in der Medizin ist Placebo. Wir haben keine Erklärung für
Kia: Placebos. Ich kann dir Schmerztabletten geben und dann andere
Gabriel: mhm,
Kia: Schmerztabletten, wo nichts drin ist. Und trotzdem hat es einen Effekt.
Gabriel: Brand und On Brand.
Gabriel: Achso, ja, das auch, also ich finde eher, dass die Marke mit dem
Gabriel: gleichen Wirkstoff mehr hilft, als die, als das Off Brand Produkt, das finde
Kia: Zum Beispiel.
Gabriel: ich noch viel verrückter. Ähm,
Kia: Aber da merkst du ja, wie viel Kraft und wie viel
Gabriel: also das,
Kia: Veränderungsbereitschaft alleine nur durch die Kraft deiner Gedanken
Kia: schickt. Und deswegen ist es auch so wichtig, eine wohlwollende Haltung dir
Gabriel: mhm,
Kia: selbst gegenüber im Leben zu haben. Dass du dir selbst dein bester Freund
Kia: bist. Dass du ein guter Partner für dich selber bist.
Gabriel: mhm,
Kia: Dass du mit einer guten Stimme zu dir selber sprichst.
Gabriel: was, was mir gerade einfällt, was du gerade so sagst, das habe ich,
Gabriel: ähm, tatsächlich, ähm,
Gabriel: schon gelernt, gut mit mir zu reden und so weiter, und auch dieses,
Gabriel: was ich vorgesagt habe, ich selber so ein fettes Schwein, das war etwas,
Gabriel: und das finde ich gerade ganz spannend, äh, zu erkennen, das habe ich
Gabriel: früher, habe ich immer mich so beleidigt, sag ich, du fette Schwein, jetzt
Gabriel: mach mal was, und ich habe irgendwie, du hast irgendwie eine Art und
Gabriel: Weise, mir Fragen zu stellen, oder auf mich zu reagieren, wo du mich
Gabriel: so ein bisschen so,
Gabriel: zu den Ursprüngen meiner Probleme gedanklich hinbringst, und ich antworte
Gabriel: dann auch aus der Position, und gar nicht von dem heutigen Stand, das
Gabriel: wäre jetzt gerade so aufgefallen, wo du es wieder erwähnt hast, ja, ich
Gabriel: habe, ich weiß das, aber ich habe vorher trotzdem anders geredet, das finde
Gabriel: ich ganz interessant, dass du da so einen Einfluss auf mich nehmen kannst,
Gabriel: in dem Gespräch,
Gabriel: da denke ich mir auch, wie geht es dir da im Alltag damit,
Gabriel: du bist Psychologe, hast du das Gefühl, dass dich Leute anders behandeln,
Gabriel: oder dass du Leute anders behandelst, also auch Vor - und Nachteile davon
Gabriel: im Privatleben,
Kia: Ja, definitiv. Also alles hat Vor - und Nachteile.
Kia: Also in meinem Freundeskreis finde ich das super, weil es, also
Kia: auch da hat Vor - und Nachteile. Aber viele meiner Freunde
Gabriel: ja,
Kia: kontaktieren mich, fragen mich um Rat.
Kia: Vorteil, ich fühle mich gebraucht. Ich kann helfen.
Kia: Ich fühle mich wertgeschätzt. Nachteil, ich muss auch mal Sonntag um 23
Kia: Uhr mit einer Freundin telefonieren, der ich denselben Ratschlag wie die
Kia: Wochen da vorgebe und sie trotzdem am nächsten Tag wieder mit ihrer Ex
Kia: -Freundin ist.
Kia: Mit der Ex -Freund, ne? Also es hat alles Vor - und Nachteile,
Gabriel: ja, ja,
Kia: ne?
Kia: Grundsätzlich aber ein riesen Vorteil.
Gabriel: aber das ist ja jetzt auch nicht Psychologe exklusiv, oder würdest du schon
Gabriel: sagen,
Gabriel: dass halt dadurch einfach jeder zu dir kommt, in deinem Freundeskreis, weil
Gabriel: du besser helfen kannst, weil ich finde schon so, Leute kommen auch zu
Gabriel: mir, weil sie irgendwie Probleme haben, oder ich gehe auch immer zu
Gabriel: unterschiedlichen Leuten, wenn ich ein Problem habe, das heißt, würdest du
Kia: Das
Gabriel: sagen, ist es bei dir vielleicht einfach aufgeblasener, oder
Kia: ist eigentlich eine super Frage. Darüber habe ich mir gar nicht so viele
Kia: Gedanken bis jetzt gemacht.
Kia: Ob das aufgeblasener ist. Ich glaube dadurch, dass man halt
Kia: Kompetenz ausstrahlt und auch hat, ne? Über jahrelange Erfahrung,
Kia: werden die Ratschläge, die ich gebe, oft sehr wertgeschätzt,
Kia: weil ich sie, ich frage dann auch immer, soll ich jetzt als Freund
Kia: antworten oder als Psychologe? Und der Psychologe, ne?
Kia: Als Freund gebe ich manchmal direktere Ratschläge.
Kia: Ein Psychologe würde das nicht machen, weil sie muss ja von sich selbst
Kia: hören, dass dieser Mann nur ihr Nervensystem aktiviert und das
Kia: keine echte Liebe ist. Ich weiß es schon. Sie muss es von sich
Kia: selbst hören. Und der Freund Kier würde jetzt sagen, warum?
Gabriel: warum,
Kia: Weil wir Sachen,
Gabriel: mach noch den Freund Kierfährt, und dann frage ich dich nochmal, aber
Kia: okay. Der Freund Kier würde jetzt sagen, du hör mal, der ist nicht
Kia: gut für dich. Der aktiviert nur dein unsicheres Bindungsmuster und, und,
Kia: und. Der Psychologe würde fragen, wie geht es dir denn mit ihm?
Gabriel: wieso möchtest du ihn treffen, oder,
Kia: Nein, wie geht es dir mit ihm, wenn du dich gesehen hast?
Gabriel: also,
Kia: Wie geht es dir dabei? Wie geht es dir danach?
Kia: Wie geht es dir über Wochen? Und dann ihr das Gespür geben, was
Kia: löst dieser Mensch eigentlich bei ihr aus? So bekomme ich sie näher daran,
Kia: quasi selbst die Realität einzusehen. Und manchmal,
Kia: ich habe mittlerweile ein gutes Vertrauensverhältnis mit Freunden, wo ich
Kia: dann wirklich sage, ey komm, ich habe nur 20 Minuten.
Kia: Darf ich dir als Freund sagen, was zu tun ist?
Kia: Oder wie du, was höchstwahrscheinlich der richtige
Kia: Ansatz wäre? Und manchmal muss ich mich dann auch
Kia: zurückstellen. Und ich merke aber grundsätzlich, dass ich schon eher
Kia: versuche, Menschen selbst darauf kommen zu lassen,
Kia: weil die größte Verhaltensveränderung passiert, wenn wir sie selber
Kia: aussprechen. Und nicht, wenn sie dir vorgelebt, vorgesagt
Kia: wird. Deswegen hatte ich vorhin auch, wie Fragen, Systemiker
Kia: fragen, darf ich dir ein Hilfsangebot geben? Darf ich dir eine
Kia: Auskunft? Darf ich dir eine Info von mir teilen, die dir vielleicht nützlich
Kia: sein könnte? Du kannst sie immer noch verwerfen und sagen, nee, das passt
Kia: eigentlich nicht.
Gabriel: aber das muss ich sagen,
Gabriel: da, also ich verstehe es, dass das sozusagen, warum,
Gabriel: dass ihr das so seht, ich sehe es aber tatsächlich anders, ich finde
Gabriel: dieses direkte, und hey, das ist nicht gut für, so, ich finde, man
Gabriel: kann einfach dem anderen sagen, hey, ich mache das so, der andere, ich
Gabriel: denke mir, der andere kann ja noch immer entscheiden, was er tut, ich
Gabriel: hätte zum Beispiel, ich war auch in meinem Leben, ähm, Therapie lange Zeit,
Gabriel: und habe dann irgendwann gemerkt, so, einfach nur darüber reden, und selber
Gabriel: zu erkennen, ich kenne meine Probleme, ich brauche, habe eher so,
Gabriel: lange gebraucht, dafür die Erlaubnis eben, zu haben,
Gabriel: und dieses Retard -Waxing, sozusagen einfach zu machen, diese Erlaubnis, und
Gabriel: ja, die musste ich mir selber geben, aber,
Gabriel: ich glaube, ich wäre schneller dort hingekommen, dass ich einfach ins Tun
Gabriel: komme, und Sachen mache, und mache, was ich möchte, wenn ich da mehr,
Gabriel: in die Richtung auch gepusht worden wäre, und nicht immer gefragt, also, ich
Gabriel: habe gemerkt, so, das ist etwas, wo ich sage, sehe ich anders, aber
Gabriel: vielleicht hängt das halt auch vom Zustand des Patienten ab, ich habe auch
Gabriel: Therapie irgendwann einfach gemacht, nicht, weil es mir schlecht ging,
Gabriel: sondern zur Optimierung,
Kia: Naja, du sagst auf der einen Seite,
Gabriel: und da finde ich, hätte das,
Kia: du
Gabriel: ja,
Gabriel: da sag du, sag du,
Kia: musstest dir das erlauben, du musstest dir selbst
Kia: erlauben. Auf der anderen Seite sagst du, ich wünschte, ich wäre dahin
Kia: gepusht worden.
Gabriel: ja, ja, aber was ich damit meine,
Gabriel: ist, hätte ich öfters, und am Ende des Tages habe ich auch verstanden,
Gabriel: ein Psychologe, eigentlich kann eh nie jemand anderen Menschen sagen, was
Gabriel: er tun sollte, sozusagen, weil es auf so psychologischer Ebene sich sehr
Gabriel: über den anderen Menschen stellen ist, auch in dem Moment,
Gabriel: aber dieses, einfach mal dadurch gepusht werden, ins Tun zu kommen, und
Gabriel: dadurch den Skill des Tuns zu trainieren, das meine ich damit, das ist
Gabriel: jetzt kein, mir hätte kein Therapeut zu mir sagen, du sollst jetzt das
Gabriel: studieren, du sollst in die Stadt ziehen, du sollst jetzt den Menschen
Gabriel: daten, oder nicht daten, sondern aber manchmal so ein bisschen, so diesen
Gabriel: Anstoß ins Tun zu kommen, das hat mir in der Therapie tatsächlich gefehlt,
Gabriel: deswegen spreche ich das gerade so an, so wo ich sage, hey, das
Gabriel: sollte mehr sein, aber ich kann auch nicht sagen so,
Gabriel: ich kann nur sagen, bei mir hätte es mehr sein sollen, und ich
Gabriel: bin mir sicher,
Gabriel: aber dadurch, dass es auch nicht passiert ist,
Gabriel: weiß ich auch nicht, ob es vielleicht geschadet hätte, also ich weiß nur,
Gabriel: dass es sozusagen ich einen Push gebraucht hätte,
Gabriel: aber, und eben auch in der Therapie als sinnvoll erachtet hätte, deswegen
Gabriel: spreche ich gerade so darüber.
Kia: Nur um das mal, ich weiß ja nicht, welche Therapieform und inwiefern da
Kia: gearbeitet wurde. Aber es kann ja auch sein, dass der Push in die
Kia: richtige Richtung eher bei dir mit Ablehnung, zur Ablehnung geführt hätte
Kia: und du dich deinem eigentlichen Ziel, was du dir selbst laut eigener Aussage
Kia: erlauben musstest, dass du dich dem sogar wieder mehr entfernst.
Kia: Deswegen ist der Grundsatz immer, das muss von
Gabriel: Eh,
Kia: dir kommen. Wir stellen die Fragen, damit du deinen Weg selber einschickst,
Gabriel: mhm,
Kia: damit du Autonomie entdeckst für dich, damit du Verantwortung für
Kia: dein Leben übernimmst. Und grundsätzlich, Psychologen haben immer ein
Kia: kleines Machtgefälle. Deswegen sehe ich mich eher in erster Linie auch
Kia: als systemischer Berater oder Systemiker. Da ist es eine helfende
Kia: Position von oben herab. Ich begegne meinen Klienten auf Augenhöhe.
Gabriel: mhm,
Kia: Ich weiß es nicht besser. Ich habe Expertise zu Verhaltensmustern,
Gabriel: mhm,
Kia: Beziehungsmodellen und, und, und. Aber ich setze mich und ich beschreibe das
Kia: immer, es ist wie ein Flugzeug. Du bist Pilot, du hast die Verantwortung,
Kia: du bist autonom. Ich bin dein Co -Pilot und ich stelle dir Fragen
Kia: und wir finden gemeinsam raus, in welche Richtung es geht.
Kia: Ich formuliere immer mit Klienten meine Ziele.
Kia: Das ist mir sehr wichtig, weil ich immer wieder sehe, in der Therapie
Kia: gibt es kein Ziel. Das Ziel ist eher, dass man sagt, okay, man
Kia: will eine Psychopathologie irgendwie in die Remission führen, also dass man
Kia: keine Depressionen mehr hat oder Sonstiges. Für mich, irgendwo
Kia: weit entfernt auch zu sagen, als Coach ist meine Aufgabe, die Ziele,
Kia: die der Klient fest setzt, mit ihm zu verfolgen.
Kia: Und in der Geschwindigkeit, die er bestimmt. Ich kann doch nicht sagen, wir
Kia: machen jetzt so, so, so, so, so. Das bestimmt alles der Klient.
Kia: Und ihm da die Freiheit zu geben, wie schnell möchte er sich verändern,
Kia: wie schnell kann er sich verändern, wie schnell und wichtig kann er
Kia: Verantwortung für sich selbst übernehmen. Das ist der entscheidende
Kia: Unterschied, den ich auch dann in der Bedeutung meiner Arbeit wiedererkenne,
Kia: dass ich eben nicht der Therapeut bin, der dann, wie ich dann oft
Kia: höre, eine Stunde lang nur Fragen stellt, ohne konkrete Zielführung.
Kia: Man hat so im Hinterkopf immer, ja, jetzt will ich einen
Gabriel: mhm,
Kia: Perspektivearbeitern, jetzt will ich einen Traumata auflösen oder, oder,
Kia: oder. Aber dass man konkrete Ziele in kurzfristiger
Kia: Zeit erreicht, das ist, glaube ich, so der Unterschied, wie ich mit Menschen
Kia: arbeite.
Gabriel: das finde ich aber auch viel wertvoller für,
Gabriel: ab einem gewissen Grad, sagen wir es so, also wenn du wirklich große
Gabriel: Probleme, ich zum Beispiel würde selber jetzt einfach mal sagen, jeder
Gabriel: Mensch sollte mal in Therapie gehen, das ist tatsächlich ein Glaubenssatz,
Gabriel: den ich habe, und das ist wirklich jeder damit gemeint, weil jeder kann
Gabriel: damit mal profitieren, einfach mal Dinge aufzuarbeiten, über Dinge zu reden,
Gabriel: ob ein Problem da ist oder nicht. Was ich aber danach sagen würde,
Gabriel: wenn du keine Probleme hast, aktiv, dann ist das, wie du es machst,
Gabriel: das, was, wenn man weiter an sich arbeiten möchte, viel besser ist, als
Gabriel: so wie ich das gemacht habe, einfach lange Zeit in Therapie zu bleiben,
Gabriel: einfach um,
Gabriel: über, eigentlich jemanden zu haben, der sich extrem gut auskennt,
Gabriel: psychologisch, oder,
Gabriel: ähm, ja, sagen wir es, bleiben wir psychologisch, ähm, ich habe gerade
Gabriel: überlegt, ob man therapeutisch, oder was ich immer für Wörter sagen kann,
Gabriel: aber als psychologisch sehr, sehr hohes Know -how hat, und dann halt einfach
Gabriel: bei normalen Lebensaufgaben, mich über die geredet habe, dann teilweise in
Gabriel: der Therapie, und da merke ich, genau bei solchen Sachen, da hätte dann
Gabriel: der Push gebracht, ob ich jetzt, ähm, gerade über Depressiv bin, und dann,
Gabriel: sozusagen, irgendwie, der Therapeut dich zum Pushen anfängt, nein, dann, so
Gabriel: war das nicht gemeint. Aber du hast auch gerade was anderes noch gesagt,
Gabriel: weil du sagst, du siehst dich jetzt eher als systemischer Berater, und du
Kia: Ja,
Gabriel: hast das Wort Coach erwähnt, aber warst dem Board jetzt nicht so
Kia: ja.
Gabriel: wohlwollend, ähm, gegenübergestellt, zumindest wäre das jetzt meine
Gabriel: Interpretation gewesen.
Gabriel: Meinung dazu?
Kia: Also es gibt natürlich viele verschiedene Interventionen, wie Menschen sich
Kia: helfen können. Man muss, glaube ich, sich erstmal immer hinterfragen,
Kia: welches Problem hab ich und wer ist der Experte, dieses Problem zu lösen.
Kia: Hab ich was Medizinisches? Ist es eher ein Psychiater?
Kia: Hab ich was psychologisch -pathologisches?
Gabriel: Mhm.
Kia: Dann gehe ich zu einem Psychotherapeuten, brauche ich einfach ein bisschen
Kia: Unterstützung, weil ich ein Beziehungsmuster verstehen will oder mit meiner
Kia: Familie Probleme hab, irgendwas, was jetzt nicht so tiefgreifend
Kia: Strukturelles ist. Dann gehe ich zu einem Psychologen und wenn ich gezielt
Kia: jemanden möchte, der mir in irgendeinem Lebensbereich weiterhilft, was du
Kia: schon gesagt hast, das ganz spezifisch zugeschnitten ist und er hat die
Kia: Erfahrung gemacht, wie ziehe ich ein Business auf oder wie werde ich von
Kia: Charakter A zu Charakter B? Dann kann man auch zu einem Coach gehen.
Kia: Grundsätzlich, und das ist das, was ich immer sehr kritisch sehe mit
Kia: Coaches,
Kia: Haltung ist etwas, was man erst über einen akademischen Grad und
Kia: jahrzehntelange oder jahrelange Berufserfahrung bekommt.
Kia: Haltung ist etwas, wo man Ethik verinnerlicht.
Kia: Ethik heißt für mich, ich möchte dem Klienten helfen.
Kia: Der Klient ist kein Produkt für mich. Ich beobachte immer wieder, dass bei
Kia: Coaches in erster Linie darum geht, Geld zu verdienen.
Kia: Das ist nicht,
Kia: in den seltensten Fällen habe ich Psychologen erlebt, eigentlich glaube ich
Kia: noch nie und ich würde mich sogar eher höher stufen als alle anderen,
Kia: die ich je erlebt habe, wenn ich dann ganz ehrlich bin, zu sagen,
Kia: die wollen den Menschen erstmal helfen. Und so bin ich auch.
Kia: Ich will Menschen aufrichtig helfen, dass ich dafür entlohnt werde.
Kia: Gleich. Das ist das Nebenprodukt.
Kia: Aber in erster Linie werde ich Menschen dazu helfen, Probleme zu bewältigen,
Kia: kompetentere Menschen zu werden und Probleme aufzulösen oder
Kia: Krisen zu überwinden. Bei einem Coach habe ich eher oft dieses
Kia: typische Salesman, Verkaufsstrategie habe ich da im
Kia: Sinn. Und da fehlt mir dann auch diese Risikoeinschätzung.
Kia: Viele Menschen gehen dann in ein Coaching und innerhalb des Coachings
Kia: kommen vielleicht Sachen hoch bei dem Menschen, der sich noch nie vielleicht
Kia: viel mit seiner Psyche beschäftigt hat, die dann die Kompetenz des Coaches
Kia: einfach übertreffen. Und ich glaube, die meisten
Kia: Coaches haben dann nicht die ethische
Kia: Grundhaltung, wie es ein Psychotherapeut A zur Psychologe hätte, zu sagen,
Kia: das übersteigt jetzt meine Kompetenz. Ich will den mal weiter vermitteln.
Kia: Sondern da wird eher daran gedacht, wie kann ich abkassieren.
Kia: Und ich kann das aus Erfahrung sagen, ich war jetzt über ein Jahr
Kia: insgesamt auf Bali. Ich habe gesehen, wie Coaches arbeiten.
Kia: Coaches arbeiten viele, viele, nicht alle. Viele Coaches
Kia: arbeiten nach einem System,
Gabriel: einfach so miterlebt mit den Leuten dort.
Kia: Ich saß teilweise im Gym am Pool und habe gesehen, wie Leute
Kia: AI aufgezogen haben, wo deren Klienten dann tatsächlich
Kia: nur mit so einer personalisierten ChatGBT -AI -Clawed -Version
Kia: geschrieben haben. und da auch zu Hunderten, wenn nicht zu
Kia: Tausenden mit diesen Menschen dann in Verbindung stehen.
Kia: Und das ist halt die Gefahr, die ich sehe. Ein Coach hat nicht
Kia: immer, aber viele dieser Coaches haben einen
Kia: wirtschaftlichen Aspekt, warum sie mit dir
Kia: arbeiten wollen. Die wollen Geld verdienen in erster Linie.
Kia: Ein Psychologe hat eher die Ethik, er will dir helfen.
Gabriel: Mhm,
Kia: Das würde ich schon so wirklich unterscheiden.
Kia: Und das kannst du ja auch gegenprüfen. Und zwar, kein Psychologe
Kia: will dich jahrelang in Beratung haben. Das sage ich meinen Klienten von
Kia: Anfang an. Wenn ich dich nach Jahren noch bei mir habe, dann mache
Kia: ich was falsch. Weil A, wie viel Klarheit soll ich dir noch
Kia: schaffen? Wie viel Entwicklung? Und B, wieso wirst du nicht autonom?
Kia: Wieso wirst du nicht eigenverantwortlich? Und deswegen ist es auch ein
Kia: Grundsatz in Deutschland, dass du Psychotherapie über zwei Jahre machst.
Kia: Vielleicht einmal verlängerst. Aber danach musst du sogar ein Jahr Pause
Kia: haben. Weil es verinnerlicht wird. Weil man sich dann eigenständig
Gabriel: mh,
Kia: entwickelt. Weil man dann Eigenverantwortung übernimmt.
Kia: Es geht immer darum, autonom zu werden. Und Coaches versuchen dir
Kia: genau diese Autonomie wegzunehmen, indem sie dir Abhängigkeit
Kia: verkaufen. Du brauchst mich, damit du das schaffst.
Kia: Du kannst mich 24 Stunden bei WhatsApp anschreiben.
Kia: Ich bin immer für dich da. Wir schaffen das gemeinsam.
Kia: Ja, aber du willst das dein ganzes Leben nicht gemeinsam mit jemand anderem
Kia: schaffen. Vor allem nicht, wenn es dich was kostet.
Kia: Das darf man auch nicht vergessen. Es ist ja nicht günstig.
Kia: Ich bin selber jetzt auch nicht, würde nicht sagen, dass ich für einen
Kia: Autonormalverbraucher günstig bin.
Kia: Und dennoch muss man sich fragen. Und deswegen sage ich ja, die Ziele
Kia: formulieren. Ist dir es wert, 1500 Euro zu zahlen,
Kia: damit dieses Problem weg ist? Und dann arbeitet man aktiv auf
Kia: dieses Ziel zu, dieses Ziel zu beseitigen. Und das ist für mich ein
Kia: anderer Ansatz, als zu sagen, wir wollen einfach immer besser, größer,
Kia: stärker werden. Und wir schaffen das nur zusammen.
Kia: Und du brauchst mich. Und ich bin immer für dich da.
Kia: Ich erlaube meinen Klienten gar nicht mehr. Also sie können mir schreiben,
Kia: aber ich sage ihnen dann auch sehr oft, dass Sinn und Zweck ist,
Kia: dass ich sie nicht über dem WhatsApp -Chat reguliere.
Kia: Wenn ich mal merke, da ist eine Krise oder so.
Kia: Ja, ich bin ja auch nur ein Mensch. Ich bin ja auch ein
Kia: Psychologe, der helfen will. Ich bin nicht perfekt.
Kia: Ich gebe dann auch mal einen Ratschlag. Aber ich verweise immer wieder
Kia: darauf, dass ich auch will, dass sie trainieren, bis zur nächsten Sitzung
Kia: auszuhalten. Wie du gesagt hast, mit den Emotionen zu sitzen.
Gabriel: mh,
Kia: Vielleicht sogar Freunde zu fragen. Aber sich so zu regulieren, dass sie
Kia: nicht abhängig von mir werden. Ich bin der Co -Pilot.
Gabriel: ja, das finde ich cool, wie du das beschreibst, aber, was mir davor
Gabriel: schon eine Frage aufgetaucht ist, du sagst ja eben,
Gabriel: Coaches, also jetzt überspitzt von mir dargestellt, Coaches wollen Geld
Gabriel: verdienen und Psychologen wollen helfen und du gehst jetzt in die Mitte,
Gabriel: du willst helfen, aber du willst auch Geld verdienen, weil so, dass du
Gabriel: halt einfach selbstständig bist, um mehr Geld zu verdienen und ich
Gabriel: persönlich sogar denke, die meisten Leute sollten selbstständig werden, um
Gabriel: einfach mehr Geld zu verdienen, weil es einfach langfristig, meiner Meinung
Gabriel: nach, der Way to go ist für die meisten Leute,
Gabriel: ähm, sehe ich das halt trotzdem
Gabriel: mit sehr vielen Schwierigkeiten verbunden, die ich hätte, wenn ich du wäre,
Gabriel: von eben, ja, ich will dir helfen und ich will dir trotzdem meine
Gabriel: Selbstständigkeit finanzieren, hattest du da innere Konflikte?
Kia: Ich hatte ganz am Anfang tatsächlich innere Konflikte, weil ich mir dachte,
Kia: davor wurde ich halt immer von der Krankenkasse bezahlt.
Kia: Ich wurde vom Unternehmen bezahlt. Und die Klienten konnten nur Hilfe in
Kia: Anspruch nehmen und sie mussten nichts dafür zahlen, außer ihre Zeit.
Kia: Und das war für mich ein guter Tausch, weil ich mit Menschen, vor
Gabriel: Mhm,
Kia: allem in der Suchtberatung, habe ich mit Menschen gearbeitet.
Kia: Die hatten einfach kaum Ressourcen. Da willst du nicht noch Ressourcen
Kia: wegnehmen.
Kia: Mittlerweile ist es ja auch Teil meiner Haltung.
Gabriel: mhm,
Kia: Ich würde gerne, und zwar mein Kindheitstraum, immer Psychotherapeut zu
Kia: werden. Ich wollte Menschen in Not immer helfen in Krisen.
Kia: Aufgrund der letzten Jahre der Politik, die Entwicklung,
Kia: sogar jetzt noch Kürzungen der Gehälter der Psychotherapeuten, also diese
Gabriel: mhm,
Kia: Richtung, die die Politik einschlägt, war mir klar, dass ich diese
Kia: Ausbildung nie machen werde. Es war mir schon vorher klar.
Kia: Warum? Wenn du einen Bachelor gemacht hast, der dich bestenfalls drei Jahre
Kia: kostet, danach einen Master, der weitere zwei Jahre kostet.
Kia: In den meisten Fällen schaffst du es auch gar nicht in den fünf
Kia: Jahren, brauchst du vielleicht sechs, sieben Jahre, aber ist immer
Kia: dahingestellt.
Kia: Hast du dann den Fall, dass du danach mit Master,
Kia: gegebenenfalls sogar zwei, drei Jahre arbeitest, wie ich es getan habe, mit
Kia: Berufserfahrung jetzt nochmal eine psychotherapeutische Ausbildung machen
Kia: musst. Damit du befähigt wirst vom Staat, Menschen therapeutisch zu
Kia: behandeln. Und das ist für mich eine Sache, die ich akzeptieren
Kia: kann, weil sie sehr viel Haltung erfordert, sehr viel Expertise und
Kia: Kompetenz. Du gehst ja dann in so einen Status wie einen Arzt, aber
Kia: warum wirst du dann nicht entlohnt? 40 Stunden für drei Jahre,
Gabriel: mhm,
Kia: die du normalerweise brauchen die meisten vier bis fünf Jahre.
Kia: Fünf Jahre arbeiten für null Euro. Im besten Fall kriegst du tausend
Kia: Euro bezahlt. Im besten Fall. In so Großstädten wie Berlin, da kannst du
Kia: froh sein, wenn du den Platz überhaupt bekommst, in einer Klinik
Kia: umsonst arbeiten zu dürfen. Und das sollst du drei bis fünf Jahre machen
Kia: mit Berufserfahrung, in seinen 30ern. Und jetzt kommt's.
Kia: Als wäre das schon alles, musst du auch noch bezahlen dafür.
Kia: Das kostet dich dann 14.000 bis 30.000 Euro, die Ausbildung.
Kia: Das heißt, du zahlst quasi dafür, dass du da umsonst arbeiten darfst.
Kia: Und das ist für mich eine, das geht so gegen den
Kia: Konsens meiner eigenen Wertevorstellung. Ich kenne meinen Wert, ich weiß,
Kia: welchen Effekt und Wirkung ich auf Klienten von mir habe.
Kia: Und das hat verdient, entlohnt zu werden, und zwar fair.
Kia: Und wenn das nicht passiert, ich sehe absolut keinen Grund.
Kia: Und seit Jahren habe ich meinen Kolleginnen schon gesagt, alle meinen
Kia: Kommilitonen unterstützt dieses System nicht.
Kia: Werdet nicht Psychotherapeuten. Und ich muss auch wirklich sagen, es
Kia: vernichtet diese Haltung dieser Leute jetzt komplett, das
Kia: zuletzt jetzt entschieden wurde. Die Gehälter sollen sogar nochmal um fünf
Kia: Prozent gesenkt werden. Also das ist dramatisch.
Kia: Dramatisch. Das ist,
Gabriel: krass, Gehaltssenkungen sind krass in Zeiten, wo jeder zu wenig Geld
Gabriel: verdient seit Inflation der letzten Jahre, das ist wirklich crazy, deswegen
Kia: naja, man muss ja auch das bedenken, du darfst eine Sache da nicht
Gabriel: sehe ich ja auch,
Gabriel: ne,
Kia: vergessen. A, diese Leute sind sowieso hoch verschuldet, okay?
Kia: Das sind Leute, die ihr halbes Leben bis jetzt studiert haben, Ausbildung
Gabriel: mhm,
Kia: gemacht haben, haben Kredit aufgenommen, machen jetzt die Ausbildung.
Kia: Jetzt kommen sie so langsam Richtung, wir sind fertig oder sind bereits
Kia: fertig, haben geplant, wie sie ihren Kredit abbezahlen sollen.
Kia: Und auf einmal können sie nicht mit den Einnahmen rechnen, mit denen sie
Kia: hätten rechnen können. Plus, und eine Sache darfst du auch nicht vergessen,
Kia: der Kassensitz, eine
Kia: Psychotherapeutenpraxis zu eröffnen, kostet dich auch
Kia: nochmal in Großstädten vielleicht locker 100.000 Euro.
Kia: Das heißt, die teilen sich diesen Sitz auch nochmal.
Gabriel: okay.
Kia: Das heißt, du wirst keine Psychotherapeuten finden, die nicht mindestens 40,
Kia: 50, 60, vielleicht sogar über 100.000 Euro Schulden haben.
Kia: Und dann sollst du mir sagen, das ist was Nobles und das sollte
Kia: man erstreben. Es ist für mich noch nie erstrebenswert gewesen.
Kia: Es ist gegen meinen Konsens von Werte, Vorstellungen, es ist unfair.
Kia: Und es ist nicht so, wie wir Psychotherapeuten oder Psychologen entlohnt
Kia: werden sollten. Und deswegen ist es für mich der größte Konflikt in meinem
Kia: Leben bis jetzt gewesen. Aber ich bin so froh, weil die Kürzung mir
Kia: zuletzt gezeigt hat, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe,
Kia: diese Ausbildung, diesen Weg nicht einzuschlagen.
Kia: Und es bricht mir das Herz, weil diese Frauen,
Kia: diese meisten Frauen, die meisten Psychologen sind Frauen, ich weiß gar
Kia: nicht die genaue Zahl, aber bestimmt über 70 Prozent sind Frauen.
Kia: Da wird halt Selbstaufgabe mittlerweile,
Kia: das wird über alles gestellt. Und diese Selbstaufgabe, die sehe ich nicht
Kia: ein.
Gabriel: Ich nenne das toxische Empathie,
Kia: Ja, das geht dann schon in eine ideologische Richtung, aber nein, das
Kia: sind sehr kompetente Frauen, das sind starke Frauen.
Kia: Aber ich finde, es gehört auch dazu, für sich selber,
Gabriel: definitiv,
Kia: aber auch für die Klienten dann zu sagen, Selbstaufgabe ist nicht immer um
Kia: jeden Preis.
Gabriel: ja, und ich meine, diese Selbstaufgabe, die nenne ich toxische Empathie,
Gabriel: wenn du dann sagst, du bist im Sozialbereich, du willst Leuten helfen,
Gabriel: und anstatt wie du dann in die Selbstständigkeit zu gehen, wo du fair
Gabriel: belohnt wirst für das, was du tust, und in dem Fall entscheidet dann
Gabriel: einerseits das, was du möchtest und der Markt, was fair ist und,
Gabriel: ähm,
Gabriel: ist doch viel besser, als wenn du da staatlich, also bei euch ist
Gabriel: das System, ich weiß nicht genau, wie es bei uns in Österreich ist,
Gabriel: aber du musst zum Beispiel nicht studiert haben, um Therapeut zu werden,
Gabriel: sondern kannst das gleich machen ohne Psychologie, aber zahlst dann halt 30
Gabriel: .000, 40.000 Euro, aber du hast zumindest fünf Jahre dir gespart,
Gabriel: ähm, also bei euch nochmal viel schlimmer und deswegen sage ich, diese
Gabriel: Selbstaufgabe finde ich nicht gut, was ich aber,
Kia: Naja, die haben, um eine Sache noch zu ergänzen, die haben es mittlerweile
Kia: ja angepasst, es gibt ein neues Psychotherapie -Studium als Fach.
Gabriel: äh,
Kia: Du kannst fünf Jahre dauert das, dann hast du diesen alten Ausbildungsweg
Gabriel: äh,
Kia: nicht mehr. Aber was machst du denn jetzt mit den ganzen Leuten wie
Kia: mir, die über 27 sind, zwischen 27 und
Gabriel: äh,
Gabriel: ja,
Kia: 40? So, bei gleichzeitig steigender Nachfrage
Gabriel: das ist krass sowas, ja,
Kia: für Psychotherapeuten. Wir haben einen
Gabriel: äh,
Kia: Wachstumszuwachs von Psychopathologien.
Kia: Jedes Jahr erhöht sich nur die Probleme und die Reaktion der Politik ist
Kia: nicht, darauf entgegenzuwirken und zu sagen, komm, wir machen mehr
Kia: Kassensitze, wir spülen mal nochmal irgendwie 100 Millionen rein und dann
Kia: können wir das abfedern. Im Gegenteil, da wird sogar gesenkt und
Kia: Kassensitze reduziert. Und das ist die absolut falsche Antwort der Politik.
Gabriel: das ist echt krass, was ich jetzt mir gerade denke, ähm, ich werde
Gabriel: dich jetzt ausnutzen und werde hoffentlich auf dem Weg, dich auszunutzen,
Gabriel: anderen Leuten ein, ähm,
Gabriel: ein Bild geben, wie man sozusagen das, was du damals mit dieser
Gabriel: Konfrontation mit dir selber, wie du damit umgehst, ähm,
Gabriel: auch aus einem Bild sieht, weil was ich vorgleich schon erwähnt hatte und
Gabriel: was mein Kampf aktuell gerade ist und da würde mich einfach dein Input
Gabriel: aus dem, was du gerade hattest, daraus interessieren,
Gabriel: diesen Podcast erfolgreich zu machen, würde einfach Dinge
Gabriel: erfordern, die ich nicht unbedingt machen wollen würde.
Gabriel: Das heißt, man muss reißerischer werden im Internet, man muss so gewisse
Gabriel: Sachen machen und da merke ich bei mir gerade so einen inneren Zwiespalt
Gabriel: zwischen, ich mache es halt slow and steady, was eigentlich mein Plan ist
Gabriel: und gleichzeitig sozusagen merke ich einfach, es dauert länger und es würde,
Gabriel: je mehr ich in jeden Clip irgendwie was reinschreibe oder vielleicht sogar
Gabriel: Sachen aus dem Zusammenhang ziehe und da halt einfach sozusagen
Gabriel: mehr, ähm, wie sagt man, das Populismus, politisch arbeiten würde oder
Gabriel: so, oder polarisierend arbeiten würde, einfach mehr Erfolg haben würde oder
Gabriel: schneller, schneller Erfolg, nicht mehr, schneller, weil ich glaube, mehr
Gabriel: hast du, Long, Long Game hat mehr Erfolg, aber sozusagen da
Kia: Ich
Gabriel: auch eben, geil, schon wieder Balance zu finden, inwieweit ich
Gabriel: diese Mechanismen anwenden möchte und, ähm,
Gabriel: inwieweit ich sozusagen das auch nicht machen will.
Gabriel: Wie würdest du da jetzt was von außen betrachten aus deiner eigenen
Gabriel: Geschichte raus? Wie geht man in so einem Konflikt dann eben durch?
Gabriel: Weil ich merke so, ich stehe gerade so ein bisschen.
Gabriel: Ich brauche jetzt gerade, jetzt brauche ich so einen Anstoß, von dem ich
Gabriel: vorher geredet habe.
Kia: würde dir tatsächlich lieber die Frage stellen, wie definierst du für
Kia: dich Erfolg? Ist es Erfolg, entgegen deiner Werte etwas zu
Kia: machen, wenn dann beruflich oder
Kia: Erfolg dann im Sinne von Likes und Followers? Ist das für dich
Kia: Erfolg? Wenn ich dir sagen würde, dir geht es gleichzeitig sehr schlecht,
Kia: aber du hast sehr viele Follower und Likes, ist das das erfüllende Leben?
Kia: Ich
Gabriel: Nein, für mich ist der Gedankengang gerade, ich würde einfach
Gabriel: gerne, mein Ziel ist es einfach jetzt
Gabriel: aufzuhören, Geld zu verbrennen und nicht mehr zu sagen, hey, ich probiere
Gabriel: jetzt meinen Traum zu leben, sondern, dass der Podcast,
Gabriel: also ich habe mir eine Zahl im Kopf, ab der ich anfange zu
Gabriel: monetarisieren. Diese Zahl würde ich gerne erreichen, damit ich dann diesen
Gabriel: Podcast so auch weiterentwickeln kann. Also sozusagen nicht nur, ich will
Gabriel: Geld haben, weil ich Geld haben will, sondern ich will auch Geld haben,
Gabriel: dass ich dann besser reinvestieren kann und den Podcast noch größer und
Gabriel: besser zu machen. Und da ist halt die Frage, je schneller ich halt
Gabriel: sozusagen dieses Ziel erreichen und Geld verdienen kann, desto schneller
Gabriel: kann ich ja das Projekt auch wieder cooler und besser machen.
Gabriel: Und wie weit muss man eben dann auch sagen, hey, das, was
Gabriel: ich selber gut finde an Content, ist aber nicht das,
Gabriel: was neue Leute zu
Gabriel: meinem Content führt. Das heißt sozusagen, ich bin das Gespräch, was wir
Gabriel: jetzt machen, das ist das, was mir Spaß macht.
Gabriel: Clips posten ist das, was ich überhaupt nicht mag, aber es gehört einfach
Gabriel: dazu. Und das meine ich, das sind die Konflikte, wo ich gerade so
Gabriel: stehe.
Kia: bin ja genau wie du in einer ähnlichen Situation und ich habe am
Kia: Anfang schon beobachtet, dass die Bewegung auf Social Media oder der
Kia: Algorithmus ein bisschen bestimmen will, was ich poste und was ich mache.
Kia: Und ein Stück weit spiele ich damit rein, ein großes Stück weit aber
Kia: widersetze ich mich der Sache.
Kia: In einer Hinsicht,
Kia: sobald es nicht mehr authentisch ist, sobald ich nicht hinter den
Kia: Aussagen stehe, die ich dann hochlade,
Kia: dann werde ich das auch nicht tun. Und für mich ist es nicht
Kia: Erfolg um jeden Preis, sondern Selbstverwirklichung um jeden
Kia: Preis. Und ich denke, der Ansatz bringt mich im Leben
Kia: weiter, als zu sagen, einfach nur so schnell wie es geht, groß zu
Kia: werden. Denn ich denke, wenn ich, und das tue ich, Zeit auf meine
Kia: Seite stelle und als Verbündeten sehe Zeit,
Kia: dann wäre es
Kia: unbegründet, wenn ich nicht Erfolg haben werde in diesem Leben
Kia: bei dem Output, den ich geben werde. Man muss einfach nur
Kia: lang genug sich selbst verwirklichen, lang genug dabei sein, lang genug
Kia: diszipliniert sein. Und man wird dafür belohnt, da bin ich
Kia: felsenfest überzeugt. Wenn man in einer Intention, wie ich es tue, reinen
Kia: Herzens, ich will Menschen in erster Linie helfen.
Kia: Ich habe gar keinen Anspruch, wenn ich auch politische Themen anschneide
Kia: oder so. Mir geht es in erster Linie darum, dass wir die Wahrheit
Kia: sprechen und dass wir Menschen helfen. Und solange ich hinter
Kia: diesen Werten und dieser Moralvorstellung agiere, glaube ich, ist es nur
Kia: eine Frage der Zeit, bis ich den Erfolg haben werde, den ich
Kia: selber für mich sehe. Und ich erlaube mir dann, geduldig zu bleiben.
Kia: Ich rutsche da auch rein wie du. Ich habe jetzt seit drei, vier
Kia: Monaten mache ich das, habe da 3000 Follower oder so gesammelt.
Kia: Und ich hätte auch gedacht tatsächlich, meine Ziellinie war echt nach drei,
Kia: vier Monaten, dass ich so 10.000 bis 15.000 Follower hatte, sage
Kia: ich ganz ehrlich.
Kia: Akzeptiere es jedoch, weil ich denke, in einem Zeitalter, wo
Kia: polarisieren um jeden Preis und wo es nur darum geht,
Kia: Emotionen zu bedienen, da möchte ich genau die
Kia: Gegenbewegung dazu sein. Und ich merke langsam, dass umso mehr Mühe ich mir
Kia: für den Content gebe, dass ich mir auch mal erlaube, nicht jeden Tag
Kia: zu posten, umso erfolgreicher werden die Videos, weil am Ende des Tages eine
Kia: Sache immer gewinnt, Authentizität. Und deswegen, wenn du mich so direkt
Kia: fragst, solltest du das machen? Ich denke, du solltest nicht dich selbst
Kia: anzünden, weil genau das machst du, wenn du die ganze
Kia: Zeit nur machst, damit du schneller Follower kriegst, dann bedienst du ein
Kia: Feld, was du danach weiter befeuern musst. Sonst, ne, es
Kia: brennt ja aus, was sollst du machen? Du sagst ja selber, du hast
Kia: dann Follower, wo du hinter dem Content gar nicht stehst.
Kia: Und,
Gabriel: Ja,
Gabriel: das finde ich schon, ist ein guter Punkt und deswegen mache ich es
Gabriel: auch nicht, aber ich merke, dass dieser innere Konflikt halt einfach
Gabriel: sozusagen
Gabriel: liegt da daran, dass ich keine Entscheidung getroffen habe,
Gabriel: weil ich jetzt noch nicht, ich habe, in mir weiß ich das, was
Gabriel: du sagst, wie es so oft stimmt und ich sollte es einfach nicht
Kia: ja,
Gabriel: machen, wenn ich nicht dahinter stehe. Fertig.
Gabriel: Boom. Auch mit dem langfristig machen ist genau das, warum ich, wie ich
Gabriel: das auch sehe, wie ich das auch mache, wie ich das ganze Projekt
Gabriel: angelegt habe,
Gabriel: long and steady und einfach machen und dann kommt das alles schon.
Gabriel: Aber ich merke gerade, ich sehe halt, wenn ich das und das machen
Gabriel: würde, es würde funktionieren. Und in mir denkt sich etwas, ja, aber ich
Gabriel: sollte das ja machen, weil ich muss ja maximal effektiv sein und
Gabriel: trotzdem weiß ich vom Bauchgefühl heraus, ich mache es nicht, ich will es
Gabriel: nicht machen
Gabriel: und das heißt, wahrscheinlich ist der Konflikt oder mein Problem,
Gabriel: dass ich keine Entscheidung getroffen habe. Wäre das jetzt vielleicht ein
Gabriel: guter Take?
Kia: naja, du sagst, du willst das ja nicht machen, du sagst, aber der
Kia: Podcast an sich macht dir Spaß. Was du nicht machen willst, sind diese
Kia: Highlights zu schneiden oder was genau jetzt?
Gabriel: Highlight zu schneiden, auf Kram für jeden Tag einen Clip zu posten und
Gabriel: halt einfach dann zum Beispiel in
Gabriel: den Clip, zum Beispiel, wir reden jetzt über das Thema und dann, anstatt
Gabriel: einfach den Clip für sich zu stehen zu lassen, schreibe ich irgendwie als
Gabriel: Überschrift, Psychologe redet über, keine Ahnung, wie was wir vorher über
Gabriel: was politisches gesagt, das Psychologe erklärt, warum alle ausgenutzt
Gabriel: werden, bla bla bla. Das würde ich jetzt einfach nicht machen wollen.
Gabriel: Würde aber definitiv zwei Klicks mehr kriegen, wenn ich das reinschreibe.
Gabriel: So war das gemeint.
Gabriel: Und da merke ich, es ist ein innerer Konflikt da, dass ich das
Gabriel: nicht machen will, aber von mir denke, ich sollte es eigentlich machen.
Kia: Ja, gut. Die Frage ist, wie viel kostet dich, soll dich
Kia: Erfolg kosten?
Kia: Wie viel willst du das? Es gibt Leute, die machen Onlyfans und werden
Kia: weltberühmt oder sonstiges. Ist das erstrebenswert, frage ich mich dann.
Kia: Du musst für dich selber rausfinden. Ich, für meinen Teil, ich will bekannt
Kia: dafür werden, dass ich ein Psychologe bin, der die Wahrheit sagt und der
Kia: Menschen in erster Linie helfen will. So, aus keinem anderen Grund.
Kia: Ich habe nicht die Intention, irgendwie groß und bekannt zu werden, damit
Kia: ich mir selber auf die Schulter klopfen kann.
Kia: Eigentlich ist sogar mein größtes Ziel, ich möchte, dass Psychologie ein
Kia: Schulfach in Deutschland wird. Das ist das übergeordnete,
Kia: langfristige Ziel, was ich mir in den Kopf gesetzt habe, warum ich mit
Kia: diesem Account angefangen habe, ist, dass ich die fehlende Bedeutung
Kia: und Wertschätzung für Psychologie in der Gesellschaft bei gleich, also
Kia: bei erhöhterem Interesse und bei erhöhtem
Kia: Psychopathologien, dass ich da wieder die richtige Richtung für die
Kia: Politik mit einschlage und dass ich eine Gegenbewegung zu diesen
Kia: Entscheidungen werde. Und ich sehe es als
Kia: größte Stärke einer Gesellschaft, wenn sie
Kia: psychologisches Fachwissen vermittelt bekommt. So wie
Kia: du die Aussage schon
Kia: getätigt hast, dass jeder sollte in Psychotherapie.
Kia: Ich würde schon viel früher ansetzen. Warum erst in Psychotherapie müssen?
Kia: Warum nicht jede in Psychologie lehren? Warum nicht gemeinsam
Kia: sozialpsychologische Phänomene erkunden?
Kia: Differenzielle Psychologie, Biopsychologie,
Kia: Sozialphänomene so interessant für Kinder. Warum mobben wir eigentlich?
Kia: Wie entstehen Gruppen? Welche Dynamiken entstehen dabei?
Kia: Ich hatte das alles im Studium und dachte, hätte mir das ein Dozent,
Kia: damals ein Lehrer in der 4., 5., 6., 7., 8.
Kia: Klasse erklärt, da hätte die halbe Schule weniger gemocht.
Kia: Und das hat mir so zu denken gegeben, das hat sich nie wieder
Kia: verändert, diesen Konsens zu verstehen, Psychologie muss in die
Kia: Gesellschaft. Wir brauchen eine reife, psychologisch
Kia: interessierte, aber auch kompetente Gesellschaft.
Kia: Das ist eine starke Gesellschaft.
Kia: So wird man handlungsfähig.
Gabriel: Ja, aber das
Gabriel: finde ich eben krass, so wie du es beschreibst.
Gabriel: Ich gebe dir vollkommen recht. Ich habe auch deswegen selber angefangen,
Gabriel: mich sehr, sehr viel mit Psychologie zu beschäftigen und finde es einfach
Gabriel: so, so wichtig, aber ich mache es halt autodidaktisch und ein Studium
Gabriel: und finde es aber dann trotzdem spannend,
Gabriel: dass sozusagen, obwohl ich so viel Wissen habe, so wirklich einfach dieses
Gabriel: Tun so ein
Gabriel: im Vergleich
Gabriel: untrainierter Muskel ist. Also ich sehe es so mittlerweile echt so, ich bin
Gabriel: eigentlich echt schon ganz gut, aber ich bin halt nur noch nicht dort,
Gabriel: wo ich hin möchte und deswegen fühle ich mich die ganze Zeit nicht
Gabriel: gut genug,
Gabriel: aber kein schlechtes Gut genug, sondern halt einfach so ein,
Gabriel: der Blick ist so ein bisschen zu sehr dort, wo ich hin möchte
Gabriel: und zu wenig da, wo ich gerade bin, aber trotzdem habe ich ein
Gabriel: sehr hohes Selbstwertgefühl, deswegen ist es gut genug, das ist ein falsches
Gabriel: Wort, aber so eher Ungeduld, Ungeduld endlich dort zu sein, wo ich hin
Gabriel: möchte. So würde ich es eher nennen.
Gabriel: Aber das finde ich einfach sehr interessant, das auch gerade so zu merken,
Gabriel: hey,
Gabriel: auch gerade der Konflikt ist einfach nur, alles was du gesagt hast, wusste
Gabriel: ich. Ich habe aber jetzt so gerade gemerkt, eben deswegen habe ich das
Gabriel: gesagt mit der Entscheidung,
Gabriel: je länger ich
Gabriel: denke, hey, ich sollte das machen, aber ich will es nicht machen
Gabriel: und dann in diesen Kreislauf reinkommen,
Gabriel: naja, dann, wenn ich es nicht machen will und nur weil ich es
Gabriel: sollte, dann werde ich es echt machen und dass das eigentlich die Antwort
Gabriel: ist und damit hätte ich mir wahrscheinlich relativ viel
Gabriel: Gedankenkreisen ersparen können und was du auch sagst, eben mit Spaß, der
Gabriel: Formel,
Gabriel: ich merke halt auch, dass dadurch, dass ich je mehr ich darüber nachgedacht
Gabriel: habe, wie soll ich das jetzt verpacken, wie soll ich das jetzt machen,
Gabriel: ist für mich auch die Freude des Podcasts weniger geworden, weil ich eben
Gabriel: das
Gabriel: Gefühl hatte, ich darf ihn nicht so machen, wie ich ihn möchte, weil
Gabriel: sonst wäre er nicht erfolgreich. Also ich merke gerade so, ich bin so
Gabriel: vom Hundertsten ins Tausendsten, so von,
Gabriel: weil ich das nicht mache, darf ich das nicht und sozusagen ist eine
Gabriel: Kette in meinem Kopf eigentlich losgegangen, finde ich sehr interessant, der
Gabriel: eigentlich sehr leicht zu zerteilen ist und ich glaube, so geht es aber
Gabriel: vielen Leuten, dass man sozusagen von Problemen teilweise gar nicht erkennen
Gabriel: kann, wie sie sich verketten, wie sie sich verknoten und wie verkompliziert
Gabriel: sie dann auch werden, obwohl es sehr, sehr einfach ist, wenn man dann
Gabriel: eben mit jemandem wie dir darüber redet, der einem einfach guten Spiegel
Gabriel: vorhält, weil das ist, glaube ich, das, warum ich auch ein Fan bin,
Gabriel: von anderen Leuten einfach zu sagen, was sie machen sollen, weil du siehst
Gabriel: es ja auch beim anderen viel leichter und was ich gerade mit dir
Gabriel: merke, ist, dass der Spiegel halt dann check ich selber und das ist
Gabriel: natürlich mächtiger, als wenn man einfach nur hört, was man tun soll, aber
Gabriel: ich glaube, dass beides seine Daseinsberechtigung hat, aber ich glaube, es
Kia: Das freut mich, das freut mich, dass ich dir in Spiegel sein kann.
Gabriel: ist sehr, sehr interessant.
Gabriel: Ja, ich sage danke dafür, ich frage mich gerade, wir könnten noch
Gabriel: drei Publikumsfragen machen, so als Abschluss, ich habe die jetzt so
Gabriel: genannt,
Kia: Ja, ja, gerne.
Gabriel: hast du noch Bock?
Gabriel: Perfekt, dann würde ich sagen, starten wir rein mit, warum ist aktuell
Gabriel: zwischen Mann und Frau so ein Krieg? Wie siehst du das gerade?
Kia: Oh Mann, großes beladenes, aufgeladenes Thema. Da muss man auch
Kia: wirklich aufpassen, was man mittlerweile sagt.
Gabriel: Ja,
Kia: Ich denke, dass historisch viel aus
Kia: diesen patriarchalen Strukturen entsprungen ist und
Kia: dass man dann im Zuge dessen die
Kia: Feminismusbewegungen, die ja sehr Gutes, sehr viel Gutes
Kia: bewirkt haben in vielen Gesellschaften, dass
Kia: Teil dieser Bewegung natürlich auch immer extremes Verhalten ist.
Kia: Und rein aus diesem extremeren Verhalten haben wir jetzt einfach zwei
Kia: Gegenbewegungen gegeneinander. Hier werden Männer und Frauen gegeneinander
Kia: aufgespielt oder gegeneinander.
Kia: Und für mich persönlich, ich bin kein Politiker, ich bin Psychologe.
Kia: Ich will immer nur Unterschiede verstehen und ich will daraus keinen
Kia: Geschlechterkampf machen. Ich denke, dass Männer genauso benachteiligt sein
Kia: können in einer Gesellschaft und werden wie Frauen auch.
Kia: Und dass wir uns
Kia: nicht schuld zu schreiben sollten, sondern dass wir anfangen sollten,
Kia: vielleicht Missstände zu verändern. Und nur zu
Kia: sagen, ja, patriarchale Systeme. Und was hat denn der Autonormalmann mit dem
Kia: patriarchalen System zu tun? Dann nicht alle Männer, aber immer ein Mann.
Kia: Also das sind genau die Pauschalisierungen aus der linken Ecke, die ich voll
Kia: oft höre, wo ich mir dann denke, wenn ich denselben Satz jetzt mit
Gabriel: ganz schlimm.
Kia: der Anekdote zu Ausländern machen würde, nicht alle Flüchtlinge, aber immer
Kia: ein Flüchtling, da sind das die Ersten, die Rassismus rufen.
Gabriel: Ich
Kia: Also da sieht man auch, wie schwierig es ist, mit
Kia: diesen Menschen überhaupt in einen Diskurs zu gehen.
Kia: Also ich habe selber wirklich mit dieser gesamten identitätspolitischen
Kia: Bewegung habe ich große Probleme, überhaupt mal in eine
Kia: Diskussion zu kommen, weil es moralisch, wenn jemand moralisch überlegen
Kia: ist, dann passiert immer wieder eine Sache.
Kia: Dadurch, dass sie denken, sie haben sowieso Recht, kommt man gar nicht erst
Kia: auf Augenhöhe und kann in eine Diskussion.
Kia: Deswegen wird es immer sofort alles abgekattet.
Kia: Was mein Problem dabei ist, und ich sage nochmal, ich bin kein Politiker,
Kia: ich treffe keine Entscheidung und am Ende des Tages habe ich damit gar
Kia: nicht so viel Berührungspunkte. Aber für mich steht die Wahrheit an erster
Kia: Linie und die sollte auch in erster Linie in der Gesellschaft stehen.
Kia: Und was ich zunehmend in dieser Gesellschaft beobachte, ist, dass die
Kia: Wahrheit nicht mehr ausgesprochen werden kann, ob das jetzt Fakten sind, die
Kia: rassistisch sind oder ganz normale Bewegungen.
Kia: Es ist immer wieder so, dass alles auf einmal auf die Waagschale gesetzt
Kia: wird und das ist eine Richtung in der Gesellschaft, die
Kia: ich nicht mehr für förderlich halte, weil Menschen so langfristig einfach
Kia: nicht mehr sagen, was sie denken.
Gabriel: finde das eben, dieses krasse Gegeneinander, ich finde es auch sehr schade,
Gabriel: dass es vor allem sehr Anti -Männer alles wurde, wodurch dann die
Gabriel: letzten Jahre dann eigentlich die einzigen Leute, die Content für junge
Gabriel: Männer gemacht haben, genau die anderen toxischen Leute waren, wie Andrew
Gabriel: Tates und wie sie alle heißen, die dann wenigstens so ein bisschen die
Gabriel: Themen angesprochen haben, die junge Männer interessieren, aber auch eine
Gabriel: Art und Weise, die genau gleich schlimm ist und viele würden nicht sagen,
Gabriel: was du kannst, Andrew Tates, der ist ja viel schlimmer, nein, ich finde
Gabriel: das eigentlich, jede Richtung, die spaltet, ganz, ganz schlimm und da haben
Kia: Genau.
Gabriel: alle ihren gleichen Anteil dran.
Kia: Fühlt
Gabriel: Dann kommen wir zur nächsten Frage, die mich noch fragt, was ist so
Gabriel: deine Meinung zu Self -Help -Büchern? Weil ich sage, haben teilweise sehr
Gabriel: viel Nutzen und teilweise ist es einfach nur, ich lese jetzt ein
Gabriel: Buch, wo ich jetzt weiß, wie ich Dinge tun kann, aber ich ändere
Gabriel: es nicht,
Gabriel: aber ich fühle mich eben so, hey, ich habe ja was getan.
Kia: sich so, als hättest du was getan? Ja, du hast Wissen gesammelt.
Kia: Du hast nachgedacht, bestenfalls.
Gabriel: Naja, wenn ich jetzt,
Kia: Naja, Denken ist schon der allererste Schritt im Zuge der
Gabriel: genau, aber ich habe in meinem Leben nichts verändert.
Gabriel: Ja.
Kia: Verhaltensveränderung. Da gibt es so verschiedene Schritte, wie verändere
Kia: ich mein Verhalten, aber darüber nachzudenken, ist schon mal der allererste
Kia: Schritt, überhaupt ein Problem anzuerkennen. Und wenn du dir ein Buch
Kia: gekauft hast, dann scheint dir der Schuh da irgendwo zu drücken.
Kia: Da zeigt dir dein Leben schon, oh, da interessiere ich mich, da habe
Kia: ich vielleicht ein Defizit oder da möchte ich mich erweitern.
Kia: Deswegen, so ein Buch kann ein super Mittel sein, um das
Kia: Fundament zu setzen, um noch mehr Motivation aufzubauen, weil du dann
Kia: erst merkst, wie viel mehr Wissen du brauchst, wie viel mehr Handlung, wie
Kia: viel mehr Kompetenz du bekommen kannst. Das ist quasi der allererste Schritt
Kia: in die richtige Richtung, in die du dich entwickeln willst.
Kia: Deswegen sind grundsätzlich, ich lese ja auch, ich habe angefangen mit
Kia: Aktien zu handeln und habe Bücher dann gelesen über Aktien und für mich
Kia: dann, für meine Werte, meine Haltung, eins der besten Bücher, die ich je
Kia: gelesen habe, Psychology of Money. Und dabei geht es darum, dass man das
Kia: Fundament, ah, kennst du das, ja super.
Gabriel: Das ist geil, das ist ganz gut, ja.
Kia: So, und ich sage dir jetzt, so, genau. Und als Psychologe sage ich
Gabriel: Morgen Hausl.
Kia: dir, für mich die Kompetenz dann zu haben, am Aktienmarkt teilzunehmen und
Kia: den zu verstehen, aus einer psychologischen Hinsicht, ist was für mich, wo
Kia: ich einen viel einfacheren Zugang, natürlicher habe, weil ich
Kia: Menschenbewegung, weil ich Menschendenken, weil ich Wandel verstehe, besser
Kia: als wenn ich die Rohdaten von irgendwelchen Umsätzen von
Kia: Großfirmen wie Apple oder so verstehe. und dadurch, ne, habe ich dann viel
Kia: besser Zugang. Würde ich jetzt sagen, so ein Selfbook, das hilft mir nicht,
Kia: im Gegenteil, das hat eigentlich nur mein Interesse für Marktpsychologie
Kia: gefördert. Ne, und dann kommt man in die Umsetzung, fang an zu traden,
Kia: fang an zu gucken, ob du richtig liegst.
Gabriel: Ja, aber das sehe ich eben nicht, dass diese Transferleistung so vorhanden
Gabriel: ist. Ich glaube, und das habe ich eben bei mir selber beobachtet, dass
Gabriel: da einfach irgendwann einmal einfach nur eine Sammlung an Wissen vorhanden
Kia: Ja,
Gabriel: ist,
Gabriel: aber eben die Leute nichts ins Tun kommen und ich glaube, das ist
Gabriel: ganz, ganz verbreitet in dieser vor allem amerikanischen Self -Help
Gabriel: -Industrie, dass die Leute halt einfach nur eigentlich am Content
Gabriel: konsumieren sind und gar nichts ins Tun kommen, weil Content zu konsumieren
Gabriel: von Self -Help, hey, ich lese das Buch von Morgen Hausl, ich habe
Gabriel: ja gerade gelernt, wie die Welt funktioniert, fühlt sich ja so, ist ja
Gabriel: auch ein Tun und deswegen kommt man wenig in das richtige Tun, weil
Gabriel: lernen, da tue ich was, aber habe kein Output, sondern nur Input.
Kia: naja, wie gesagt, das ist der erste Schritt. Man muss dann für sich
Kia: selber auch entscheiden, möchte man und kann man.
Kia: Ich persönlich muss sagen, von allen Büchern, die ich gelesen habe, so zehn
Kia: Stück, sind bestimmt 70 % der Informationen, die ich
Kia: gesammelt habe, vielleicht sogar mehr,
Kia: sind am nächsten Tag schon vergessen gewesen.
Kia: 30 % habe ich verinnerlicht, 15 %
Kia: habe ich für ein Leben lang. Und das hat einen großen Mehrwert.
Kia: Das ist ein großer Hebel auf mein Leben. Zu wissen,
Kia: dass ein Buch, was mich vielleicht fünf, sechs, zehn Stunden gedauert hat,
Kia: zu lesen,
Kia: lebenslang einen Glaubenssatz geshaped hat, also formiert
Kia: hat, und dass ich daraus einen großen Hebel für mein Leben habe.
Kia: Deswegen, ich würde das nicht aberkennen und sagen, da gibt es keine
Kia: Wirkung. Aber das ist ja auch individuell, von Mensch zu Mensch verschieden.
Kia: Ich lese tatsächlich nur Bücher, die mich in irgendeiner
Kia: Hinsicht erweitern. Ich bin wirklich ein Typ, ich gucke dann, wo
Kia: habe ich ein Defizit derzeit? Wie könnte ich mich erweitern?
Kia: Und dann kaufe ich mir Bücher und versuche genau in dieser Hinsicht
Kia: weiterzuarbeiten.
Kia: Es geht mir immer darum, kompetenter zu werden.
Kia: Wie kann ich mit meinen Klienten systemische Beratung optimieren?
Kia: Wie kann ich darin besser werden? Es
Gabriel: Ja, finde ich, bis zu einem gewissen Grad genau mein Ansatz,
Gabriel: ich habe mich nur interessiert, was du erstens einmal spannend, dass du als
Gabriel: Psychologe auch positiv bist für Self -Help, ich habe das eher auch
Gabriel: erwartet, dass du eben eher die Position vertrittst, die ich heute
Gabriel: angenommen habe, von wegen, dass es eher sozusagen nur ein weniger bringt,
Gabriel: finde ich irgendwie cool, das war jetzt für mich unerwartet
Gabriel: und was mich jetzt auch interessieren würde, ist nochmal zum Mann -und -Frau
Gabriel: -Thema, aber auch zu einem Beziehungsthema vermischt, Red Flags vor einer
Gabriel: Beziehung, wie schaut das aus, wie willst du das so sehen?
Kia: ist einfach nur ein beladener Begriff. Alles, was Englisch klingt, klingt
Kia: erstmal psychologisch, autoritär, besser. Am besten sagt es noch ein
Kia: Psychologe, Red Flags.
Kia: Würde ich gar nicht so ernst nehmen.
Kia: In erster Linie geht es ja darum, zu sagen, was sind Werte, die
Gabriel: Ja, true.
Kia: ich in einem Partner mir wünsche.
Kia: Und eine Red Flag ist vielleicht, wenn einer dieser Werte nicht eingehalten
Kia: wird.
Kia: Und deswegen, die Idee von Instagram ist ja immer, oder
Kia: von Social Media überhaupt zu polarisieren und strenge, harte, schwarz -weiß
Kia: -Denken irgendwie zu implementieren in die Gesellschaft.
Kia: Und jedes Mal, wenn ich so ein Video sehe, dann denke ich mir
Kia: in erster Linie einfach nur, das ist deine Meinung, darfst du, interessiert
Kia: mich nicht. Es ist so, ich prüfe ja Fakten. Ich mache ja Reaktionsvideos
Kia: und immer, wenn ich so ein Red Flag Video sehe, dann, da gibt
Kia: es ja nichts zu prüfen. Das sind deine Red Flags.
Kia: Das sind für dich Red Flags. Ja, klar könnte man auch sagen, ist
Kia: der eine oder andere wirklich ein Red Flag? Ist es ein Glaubenssatz, der
Kia: dir vielleicht gar nicht so dienlich ist? Oder, oder, oder.
Kia: Aber es ist eine Sache, die faktisch nicht wirklich angreifbar ist, weil da
Kia: Menschen ihre Bedürfnisse äußern. Und das dürfen sie.
Kia: Deswegen, wenn jemand sagt, das, das, das ist eine Red Flag für mich,
Kia: darf es. Was es nicht darf ist, dass du sagst, das geht für
Kia: alle. Weil dann pauschalisierst du, dann stellst du deine Bedürfnisse über
Kia: die Bedürfnisse von anderen. Dem einen kann es total wichtig sein, jeden Tag
Kia: eine Nachricht zu bekommen. Dem anderen kann es sogar schaden, weil der gar
Kia: keine Lust hat, jeden Tag ins Handy zu tippen.
Kia: Und da die Unterscheidung zu treffen, Menschen sind individuell.
Kia: Wir haben individuelle Bedürfnisse. Ja, klar, wir wollen alle haben im
Kia: Normalfall ein Bedürfnis nach Nähe, aber auch da, wie viel Nähe ist gut.
Kia: Wie viel Nähe, wie viel Abstand brauchen wir? Und das muss man mit
Kia: seinem Partner individuell gestalten und rausfinden.
Kia: Deswegen immer wieder, wenn ich Social Media öffne und Influencer sehe, die
Kia: Ratschläge geben und Red Flags erläutern, dann kann ich
Kia: eigentlich nur wegswipen.
Gabriel: Finde ich gut, wie du das beschreibst, was ich so als Learning in
Gabriel: meinem Leben mal hatte, weil du eben auch sagst, das, was der eine
Gabriel: möchte, muss für den anderen keine Red Flags sein, wir funktionieren ja aber
Gabriel: so, dass,
Gabriel: wenn ich jetzt irgendwie eine Frau kennenlerne und jetzt mit dir jetzt,
Gabriel: keine Ahnung, wir reden gerade so, hey, ich habe die kennengelernt, aber
Gabriel: irgendwie, das tagt mir nicht, was sie da macht, das will ich ja
Gabriel: dann von dir eigentlich Bestätigung als Freund, so, ja stimmt, das passt
Gabriel: doch überhaupt nicht und dieses Learning,
Gabriel: das, was ich nicht möchte,
Gabriel: muss ich nicht haben und das ist okay und das braucht eigentlich keine
Gabriel: Erklärung und was auch immer, sondern du darfst wollen, was du willst, die
Gabriel: Frage ist, ob du kriegst, was du willst, muss man auch dazu sagen,
Gabriel: aber du darfst alles wollen, alles und auch sagen, hey, das will ich
Gabriel: nicht, das will ich schon und da brauchst du keinen Red Flag Listen,
Gabriel: so, meistens ist so dieser Satz, den ich mal gelesen habe
Gabriel: und viel länger gebraucht, um zu verstehen, dass er wirklich stimmt, also
Gabriel: so, wie tiefgreifend er stimmt,
Gabriel: je mehr du darüber nachdenkst beim Anfang einer Beziehung, ob das jetzt gut
Gabriel: ist oder nicht,
Gabriel: dann ist es meistens einfach nicht gut, wenn du darüber nachdenken musst,
Gabriel: wenn du darüber nachdenkst, hey, ist das jetzt schlecht, das Verhalten, wie
Gabriel: finde ich das, also, wenn du anfängst, Red Flag Listen zu googeln,
Kia: Kann auf jeden Fall ein Hinweis sein, dass du in der Stadt, in
Gabriel: dann ist es meistens einfach nicht die richtige Person.
Kia: die Beziehung zu investieren, eher dich fragen musst, warum was nicht läuft.
Kia: Und dann hast du eigentlich schon einen Punkt. Da hast du absolut recht.
Kia: Da merkst du ja schon, irgendwas stimmt nicht.
Gabriel: Mhm,
Kia: Irgendwie Krise jetzt am Anfang. Ja, das Problem bei Social Media ist, dass
Kia: halt, wir haben, die Aufmerksamkeitsspanne ist auf 1,30, auf zwei Minuten
Gabriel: mhm,
Gabriel: mhm,
Kia: gekürzt. Du musst so viel Informationen wie möglich reinpacken, so
Kia: authentisch und emotional wie möglich. Die Wahrheit ist gar nicht so
Kia: interessant, sondern Menschen wollen sich wiedersehen und Menschen wollen
Kia: entlastet werden. Wie kann man Menschen entlasten?
Kia: Indem man denen Schwarz -Weiß -Denken verkauft.
Kia: Wir gegen die anderen, links, rechts,
Kia: Red Flags, Green Flags. Aber menschliches Verhalten und die Gesellschaft
Kia: ist um einiges komplexer. Und wenn wir diese Komplexität
Kia: einfach wieder zulassen, dann haben wir eine Gesellschaft, die reifer wird.
Kia: Deswegen diese Gegenbewegung, ich sehe das jetzt teilweise, muss ich
Kia: wirklich sagen, ich sehe ein paar Influencer -Psychologen, die gerade
Kia: anfangen, die Wahrheit zu sprechen, die fangen an, Zusammengehörigkeit
Kia: zu pushen. Ich sehe mich da wirklich auch dazu und ich
Kia: bin guter Dinge, dass die Gesellschaft da langsam entgegenwirkt
Kia: und dass wir uns nicht spalten lassen, weil davon haben, am Ende hat
Kia: niemand was davon. Das sind alle Verlierer.
Gabriel: mhm, stimmt. Dazu eine Frage, die ich mir auch aufgeschrieben habe, ist,
Gabriel: wenn, kannst du jemanden mögen, dessen Taten du nicht
Gabriel: gut findest, das heißt, zum Beispiel, ein Freund von dir behandelt andere
Gabriel: Menschen nicht so gut, aber dich, du mit ihm, alles top, kann
Kia: Ein Freund, der mich nicht gut behandelt.
Gabriel: man mit so jemandem befreundet sein?
Gabriel: Nein, nein, du hast einen Freund,
Kia: Ja,
Gabriel: du mit ihm, beste Zeit, ihr versteht es euch extrem gut, aber du
Gabriel: weißt, er behandelt andere Menschen nicht gut.
Gabriel: Ist das ein Grund, eine Freundschaft zu beenden?
Gabriel: Ich
Kia: das ist eine sehr spezifische Frage und ich gehe sie gerade durch.
Kia: Die Frage ist, inwiefern er andere Menschen schlechter behandelt und ob
Kia: das entgegen meiner Wertvorstellung ist, also wirklich gänzlich dagegen.
Kia: Wenn es jetzt ein Mensch ist, der Schwierigkeiten hat, Verbindungen mit
Kia: anderen Menschen einzugehen, weil es vielleicht auf der narzisstischen Ebene
Kia: sehr stark ausgeprägt ist,
Kia: dann kann ich mir vorstellen, dass ich mit dieser Person
Kia: befreundet bleibe, sofern ihr Verhalten mir
Kia: gegenüber respektvoll bleibt und auch gesund.
Kia: Aber im Normalfall, deswegen ist die Frage auch jetzt nicht so
Kia: logisch, Schlüsse.
Gabriel: stelle die Frage nochmal anders, kann man mit jemandem, kann man mit
Gabriel: jemandem, der eine andere politische Meinung hat, als man selber, befreundet
Gabriel: sein?
Kia: Absolut. Dualität, also Dualismus, darum geht es.
Kia: Meine besten Beziehungen, meine besten Freundschaften, die ich mittlerweile
Gabriel: Mhm.
Kia: habe, sind mit Menschen, die komplett gegensätzlich zu meiner Ideologie und
Kia: Gedanken sind. Ich habe, einer meiner engsten Freunde ist
Kia: strenggläubig, muslimisch. Und
Kia: das zeigt mir, wie sehr wir uns gegenseitig respektieren,
Kia: wie sehr wir uns gegenseitig auch unsere Werte
Kia: akzeptieren und aushalten können und daneben stehen können.
Kia: Und das zeigt mir Kompetenz, das zeigt mir Verantwortungsübernahme für die
Kia: Person. Ich würde dem niemals sagen, sei weniger muslimisch oder glaube
Kia: weniger an den Islam, im Gegenteil. Und ich bin mit dem,
Kia: tatsächlich waren wir in Marokko und ich bin mit ihm zum ersten Mal
Kia: in meinem Leben in eine Moschee gegangen. So, ich habe sogar dann Anteil
Kia: an seinem Weltbild und an seinem Leben. Und ich
Kia: erwarte selbiges dann auch zurück. Es geht darum, dass man
Kia: Menschen anhand ihrer Beziehungsqualitäten für sich
Kia: gewinnt und nicht anhand ihrer Ideologie. Und da jemanden pauschal
Kia: auszugrenzen, zeigt mir einfach nur ein fehlendes, bestehendes Problem.
Kia: Und zwar bist du einfach nur unreif.
Kia: Du kannst deine Emotionen nicht regulieren, du kannst andere Wahrheiten
Gabriel: Definitiv.
Kia: nicht aushalten.
Kia: Konstruktivismus, wir erschaffen uns alle unsere eigene Wahrheit.
Kia: Es gibt nicht die eine Wahrheit.
Kia: Und auch zu wissen, deine Moral ist nicht die beste Moral.
Kia: Wer entscheidet überhaupt, was moralisch richtig oder falsch ist.
Kia: Aber da demütig genug zu sein,
Kia: als Psychologe ist man da oftmals sehr demütig.
Kia: Das hilft einem.
Gabriel: Ja, und so war die Frage auch gemeint, sozusagen, weil wenn jemand andere
Gabriel: Werte hat, dann tut er ja auch Dinge, die vielleicht in deinem Wertsystem
Gabriel: als nicht ideales, nicht gutes Verhalten sind.
Gabriel: So war die Frage gemeint. Und, was ich mir noch so denke, als
Gabriel: Abschluss, aber, du hast so viel mit Klienten, die
Gabriel: in deinen Schicksalsschläge wahrscheinlich passiert sind, Drogensucht, aber
Gabriel: jetzt auch wahrscheinlich auch Klienten, die wahrscheinlich mehr Geld haben,
Gabriel: um jetzt sozusagen dich im Privat,
Gabriel: wie nennt man das, privatwirtschaftlich, buchen zu können.
Gabriel: Was lernst du immer noch oder so über die Zeit von deinen
Gabriel: Klienten als Psychologe, wo du dir auch selber gedacht hast, so wow, ich
Gabriel: dachte so, nach dem Studium kenne ich mich aus und dieser Mensch hat
Gabriel: mir gerade so viel beigebracht.
Kia: Jeder Mensch konfrontiert dich halt mit deren Problemen.
Kia: Und nicht alle deine Probleme siehst du in den Problemen von Klienten.
Kia: Das heißt, du hast sehr oft, ich sage es immer so, manche Menschen
Kia: sagen, sie haben 100 Bücher gelesen und dann haben sie 100 Leben gelebt.
Kia: Ich habe mit 100 Menschen gesprochen,
Kia: sehr tiefgründig. Und ich habe 100 Menschen Leben gelebt.
Kia: Und so fühlt sich das an. Ich lerne von jedem meiner Klienten, egal
Kia: ob es in der Suchtberatung mit jemandem war, der schwer drogenabhängig,
Kia: heroinkrank war.
Kia: Jeder Mensch hat seine eigene Erfahrungshaltung, jeder Mensch hat seine
Kia: eigenen Erfahrungen und Wissen gesammelt. Und jedes,
Kia: ich bin naiv genug
Kia: oder intelligent genug zu wissen, dass ich nicht alles weiß und man kann
Kia: von jedem Menschen lernen. Und das finde ich, bis heute ist das eine
Kia: Grundhaltung von mir, dass ich nicht nur eine wohlwollende,
Kia: akzeptierende Grundhaltung habe, sondern dass ich weiß, ich kann von diesem
Kia: Menschen lernen, wenn ich ihm zuhöre, wenn ich seinen Weg beobachte.
Kia: Ich sehe ja auch, wie er das dann meistert. Und anhand seiner
Kia: Lösungsvorschläge und an seinen Musters lerne ich ja auch dazu.
Kia: Es gibt keinen Klienten, wo ich nicht dazu lerne.
Kia: Im Gegenteil.
Gabriel: Nach fast drei Stunden sind wir aber tatsächlich jetzt am Ende angelangt.
Gabriel: Und dann will ich noch auf jeden Fall danke für deine Zeit sagen
Gabriel: und ja,
Gabriel: Abmoderation in den letzten Worten gehören wir weiter.
Kia: Vielen Dank, Gabriel. Es war mein erster Podcast.
Kia: Ich hoffe, ich habe mich gut geschlagen mit der Technik.
Kia: Aber ich bin dir wirklich dankbar für diese Chance.
Kia: Ich habe das sehr genossen und es tut auch gut, sich für
Kia: sowas oder sich auf dem Podcast tatsächlich auch mal vorzubereiten, weil es
Kia: mir hilft, meine Gedanken und meine Welt auch mal zu sortieren und dass
Kia: sich das dann vermittelt an andere Menschen weitergeben kann.
Kia: Das hat mich sehr glücklich gemacht. Vielen Dank.