GOLDRAUSCH

Hier ist eine Spotify-Beschreibung, die neugierig macht, ohne zu viel vorwegzunehmen:
Wachstum – ein Wort, das oft mit mehr Erfolg, mehr Leistung oder mehr Geld verbunden wird. Doch ist das wirklich die Art von Wachstum, die uns langfristig erfüllt?
In dieser besonderen Folge sprechen Katharina Naumann und Sebastian Hess zum ersten Mal ohne Gast miteinander. Sie gehen der Frage nach, woran Menschen wirklich wachsen – und warum Veränderungen, Krisen, Beziehungen, Kinder, Gesundheit und neue Perspektiven oft die größten Lehrmeister sind.
Es geht um äußeres und inneres Wachstum, um die Kraft der Reflexion, den Mut, andere Meinungen zuzulassen, und darum, weshalb persönliches Wachstum selten laut beginnt, sondern oft in der Stille entsteht.
Eine ehrliche Unterhaltung über das Leben, das Älterwerden und die Frage, wie wir uns unsere Neugier und Offenheit bewahren können.
Themen dieser Folge:
  • Was persönliches Wachstum wirklich bedeutet
  • Warum Krisen uns verändern können
  • Kinder, Beziehungen und Wandel als Wachstumsfelder
  • Gesundheit, Bewegung und innere Balance
  • Die Kraft von Reflexion, Stille und Perspektivwechsel
  • Warum Zuhören manchmal wichtiger ist als Recht haben
  • Weshalb Wachstum nicht immer „mehr“, sondern oft „weniger“ bedeutet
Falls ihr möchtet, lasst gerne eine Bewertung da und teilt die Folge mit Menschen, die gerade selbst auf ihrem Weg des persönlichen Wachstums sind.

Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen der Inspiration und persönlichen Reflexion und ersetzen keine individuelle Beratung oder Therapie.

Was ist GOLDRAUSCH?

In Goldrausch sprechen wir mit Menschen aus Spitzensport, Business und dem echten Leben über das, was hinter Leistung wirklich passiert: Fokus, Zweifel, Rückschläge – und die Frage, was Erfolg jenseits von Medaillen, Titeln und Zahlen bedeutet.

Wir glauben an hohe Ansprüche, ehrliche Gespräche und daran, dass man leistungsfähig sein kann, ohne sich selbst zu verlieren. Goldrausch ist kein Motivationstheater, sondern ein Raum für Klarheit, Tiefe und neue Perspektiven.

Für alle, die etwas erreichen wollen – und dabei ein andersglücklichleben suchen.

Die Inhalte dienen der Inspiration und ersetzen keine individuelle Beratung.

Intro/Outro:

Willkommen bei GOLDRAUSCH - Anders glücklich leben. Der Podcast von Katharina Naumann und Sebastian Hess über die Balance zwischen Leistung, Leben und Leidenschaft.

Sebastian:

So, herzlich willkommen bei GOLDRAUSCH zu 1 neuen Folge. Wir haben heute eine Premiere. Wir nehmen heute eine gemeinsame Folge auf, aber wir sind nicht gemeinsam in einem Raum. Katharina ist in München, ich sitze im Schwarzwald und wir sind online miteinander verbunden.

Katharina:

Hoffentlich klappt das gut.

Sebastian:

Das schauen wir mal. Wir haben jetzt in den letzten 10 Minuten schon bisschen an der Technik rumgewerkelt. Genau, wir hoffen, dass das klappt. Ja, wir wollen heute über ein besonderes Thema, würde ich sagen, sprechen. Wir hatten im Vorfeld überlegt, welches Thema wir vielleicht als nächstes platzieren und Katharina, Du bist eigentlich auf eine ganz gute Idee gekommen und hast gesagt, lass uns mal über Wachstum reden.

Katharina:

Genau, damit ist natürlich das menschliche Wachstum gemeint.

Sebastian:

Genau, wir haben jetzt so 10 Folgen von GOLDRAUSCH abgedreht und wir merken, dass wir jetzt kein neues Thema unbedingt suchen mit unseren Gästen oder auch mit den Folgen, die wir aufnehmen, aber dass sich Goldrausch natürlich auch verändert. Und es darf sich auch verändern, das war von Anfang auch so geplant. Und wir merken einfach und haben festgestellt, dass ja viele Gäste schon auch eine sehr ähnliche Sprache sprechen und dass es bei allen Gästen, die wir bisher auch hatten und vermutlich auch bei denen, die kommen werden, schon auch son bisschen über dieses Thema Wachstum geht.

Katharina:

Nicht nur bisschen, ne. Es macht ja wirklich auch das Leben ein Stück weit aus mit den Höhen und Tiefen, woran man wächst. Und es betrifft ja alle Lebensbereiche auch. Es betrifft alle Berufe, Sparten, jeden Menschen. Jeder Mensch ist dazu da, zu wachsen, bin ich der Meinung.

Katharina:

Und das ist auch die Frage, die mich einfach eigentlich seit Jahren trägt. Und auch mein höchster Wert ist tatsächlich wachsen. Hab ich hier selbst, war mir das total unbewusst, aber das steht tatsächlich bei mir auf Platz 1 hier neben meinem Schreibtisch auf meiner Werteliste, lebenslanges Lernen und Wachsen. Und dann dacht ich, eigentlich ist es genau das, was ich auch beruflich die letzten Jahrzehnte getan habe oder mein ganzes Leben lang, dass ich mich mit der Frage beschäftigt habe oder auch mit der Entwicklung, was lässt Menschen wachsen lässt, was lässt mich wachsen? Und es ist genau das, worüber wir auch in jedem Gespräch irgendwie ja zurückkommen und thematisieren.

Sebastian:

Ja, da bin ich ganz bei dir. Also das das sehe ich genauso und deswegen finde ich's spannend, heut mal mit dir ein bisschen darüber zu sprechen. Was glaubst Du denn, wenn Du so auf dein Leben bisher zurückschaust, gibt's irgendwo einen Punkt, wo Du denkst, da bin ich am meisten gewachsen? Gibt's so was?

Katharina:

Oh nee, also ich glaube, es sind auch nicht so einzelne Bereiche, die einen total wachsen lassen, sondern vielleicht natürlich der Prozess und die Entwicklung. Ich könnte jetzt nicht einen einzelnen Punkt sagen. Natürlich finde ich, man wächst mit einem Sieg, weil man daran merkt, dass das nicht die Lösung ist. Ich würde schon sagen, dass das was mit einem macht. Ich weiß ja auch, der Dieter Lange sagt zum Beispiel, Erfolg macht unglücklich.

Katharina:

Das ist genau der Moment, wo das Streben mal eine Pause hat, weil man das erreicht hat, wonach man jahrelang gestrebt hat und vielleicht neue Gedanken findet. Und daran wächst man bestimmt.

Sebastian:

Ja, ist total spannend. Ich würd's genau umdrehen. Ich glaub, wenn ich son bisschen auf auf meine Karriere zurückblicke auch als Trainer, dass ich vor allem, glaub ich, gewachsen bin in den Momenten, wo kein Sieg da war. Vielleicht nicht direkt in dem Moment, aber auf jeden Fall danach. Und ich glaube, so das größte Wachstum findet wahrscheinlich auch in den Bereichen oder hat bei mir in den Bereichen stattgefunden, wo ich einfach so, man sagt so schön, ins kalte Wasser geschmissen wurde.

Sebastian:

Also wo ich mit der Situation völlig gefordert war oder ich würd sogar sagen, vielleicht überfordert, weil da war, glaub ich, bei mir so die stärkste Lernkurve. Das waren wahrscheinlich nicht die schönsten Abschnitte in meinem Leben, aber im Nachhinein betrachtet glaub ich, die, wo ich tatsächlich am meisten gewachsen bin.

Katharina:

Aber dann nicht die schönsten Abschnitte. Also ich stimme dir zu, ins kalte Wasser geschmisst zu wurden, wurde ich hier auch hier und da. Allerdings habe ich das irgendwie auch direkt genossen Und hinterher dachte ich, ja, das das ist genau meins. Gott sei Dank habe ich das gemacht und nicht erst viel später. Also das kam bei mir total sofort.

Katharina:

Also ich erinnere mich akut an mein erstes Training zum Beispiel, was ich gegeben hab als Kommunikationstrainerin. Da dachte ich auch eigentlich, warum soll ich das jetzt können? Warum bin ich hier die Trainerin? So richtig gelernt hab ich's ja gefühlt auch nicht gehabt, aber ich weiß nicht.

Sebastian:

Das

Katharina:

Du

Sebastian:

jetzt zu.

Katharina:

Das gebe ich jetzt zu. Seitdem habe ich halt ganz viel gelernt, aber das 1. Training war wirklich ziemlich intuitiv aus der Hüfte rausgeschossen. Und es war aber sensationell. Ich weiß, ich hab mich da von Anfang an in meinem Element gefühlt und dachte, okay, das war vielleicht noch gestern eine schlaflose Nacht, aber morgen gehört es zu meiner Identität dazu.

Sebastian:

Ja, das ist natürlich, glaube ich, der Unterschied. Wenn ich jetzt so zurückblicke an meine Anfänge als Trainer, dann bin ich auch ins kalte Wasser gesprungen. Ich würde auch sagen, dass ich jetzt nicht so ultraviel Ahnung hatte vom eigentlichen Inhalt, aber hab angefangen damit, aber wurde halt von allen Seiten kritisiert. Dann ist es natürlich viel schwieriger und deswegen hab ich, glaub ich, diese Phase auch nicht so gut in Erinnerung, sondern erst den Prozess, der danach kam, nämlich als es dann funktioniert hat und die Stimmung dann son bisschen umgeschwenkt

Katharina:

Das stimmt. Also mit Kritik hatte ich jetzt nichts zu kämpfen.

Sebastian:

Lass uns doch mal son bisschen vielleicht grundsätzlich erst mal über Wachstum sprechen. Ich glaub, Wachstum, das hat ja, Du Du hast es in der Einleitung schon gesagt, wir wollen übers persönliche Wachstum sprechen, aber wenn wir allgemein rausschauen und über Wachstum sprechen, dann wächst ja irgendwie alles. Also es geht immer mehr Umsatz, es geht mehr Geld, es geht mehr Reichweite, es geht mehr Leistung. Es geht mehr Erfolg. Es geht immer mehr.

Sebastian:

Und das, sagen wir, ist Wachstum. Aber ist es das, dass man am meisten wächst, wenn man immer mehr bekommt?

Katharina:

Na ja, ich meine von Anfang an natürlich eher den inneren Wachstum als den äußeren. Das, ich mein, unweigerlich gehört das irgendwie zusammen, aber es kann ja auch das Streben nach absoluter Freiheit sein, dass man losgelöst ist von diesen ganzen Dingen im Außen, die man sich anhäuft und die gar nicht mehr braucht, irgendetwas zu kompensieren. Also ich mein absolut den Goldkern, den inneren Wachstum, wonach, glaube ich, einfach die wenigsten Streben so ganz offensichtlich für sich auserkoren. Die meisten streben leider nach äußerem Wachstum.

Sebastian:

Aber glaubst Du denn nicht, dass grad, wenn man nach äußerem Wachstum strebt, eigentlich dem im Grunde sich erhofft, dass man dadurch auch Stück weit innerlich wächst? Ob das nicht so da auch oft hineinprojiziert wird, also wenn ich die nächste Karriereleiter erklimme, wenn ich den nächsten Abschluss mach, wenn ich die die Leistung hochschraub, wenn ich mehr Reichweite bekomm, dass mich das dann auch innerlich automatisch wachsen lässt. Geht das nicht son bisschen einher in vielen Köpfen?

Katharina:

Das weiß ich nicht, was in vielen Köpfen einhergeht. Ich glaube, die Leute erhoffen sich ja davon, glücklicher zu werden. Aber nur glücklich sein ist für mich nicht innerlich gewachsen sein. Also man kann ja total Unglück im Außen haben, aber trotzdem innerlich mit sich im Reinen sein. Und das zu schaffen, ist ja auf ganz anderen Wegen der der Fall und die Suche.

Katharina:

Und das ist für mich auch ein inneres Wachsen.

Sebastian:

Und wenn wir jetzt so auch, ich ich hake da mal ein, an unsere Podcastgäste zurückdenken, die wir in den letzten Monaten so interviewt haben. Da waren ja auch viele dabei, die hatten, da da lief nicht immer alles nach Plan, sondern die hatten auch ihre Krisen und ihre Rückschläge. Da hab ich mir so die Frage gestellt, wir haben jetzt neulich erst Podcast gehört von jemandem, der eine schwere Krebserkrankung überstanden hatte. Wir haben jemanden da gehabt, der sein Kind verloren hatte, ob nicht diese Krisen, sag ich mal, am Ende tatsächlich deutlich mehr den Menschen innerlich wachsen lassen, als wenn das Leben einfach Friede, Freude, Eierkuchen verläuft?

Katharina:

Also ich glaube, kein Leben verläuft nach Plan. Das gibt's ja wirklich nicht. Deswegen, ich weiß nicht, ob es so große Krisen braucht, zu wachsen. Also ich habe, was mir letztens auch aufgefallen ist lustigerweise, es gibt ja so das Experiment, das, was heißt Experiment, die Übungen, eine Lebenslinie zu zeichnen. Und meine Lebenslinie, würde ich jetzt mal ad hoc, würde ich vom Gefühl her immer sagen, hey, ich steh auf der Sonnenseite des Lebens.

Katharina:

Also ich hatte so viel Glück und mir ist so viel zugeflogen und ich hab so viel Talent mitbekommen und Gott bin ich glücklich. Ich kann mich glücklich schätzen und bin dankbar. Aber wenn ich diese Lebenslinie zeichne, dann ist da schon ganz schön viel unten unter dem unter der Nulllinie, wo ich denk so, okay, krass. Ich hab das gar nicht so empfunden. Also vielleicht in den Momenten, aber nicht im im Gesamten, in der Gesamtempfindung, denke ich absolut, bin ich ein glücklicher, glücklich getroffener Mensch auch nach wie vor.

Katharina:

Aber die Lebenslinie zeigt eigentlich, boah, ganz schön viele Tiefen, an die ich mich irgendwie ja nur erinnere, wenn ich aktiv nachdenke, Gott sei Dank. Und trotzdem bleibt das Gefühl vom Großen und Ganzen, dass es alles in Ordnung ist.

Sebastian:

Aber das ist vielleicht auch sone Gehirnsache, dass man natürlich auch das ein Stück weit versucht, auch auszublenden und sich dann dem Positiven eher widmet, oder?

Katharina:

Ja, das da hatten wir ja schon mal drüber gesprochen. Ich glaub, das ist auch Typsache, ob man sich dem Positiven widmen möchte und oder ob man ja, sich eher da in der Opferrolle biegt und wälzt.

Sebastian:

Aber jetzt mal noch eine Frage, finde ich interessant, wenn Du so diese Lebenslinien beschreibst und sagst, da ist doch einiges, was eher so nach unten zeigt anstatt nach oben. Trotzdem fühle ich mich eigentlich als grundsätzlich glücklicher Mensch. Wärst Du was wärst Du heute für Mensch ohne diese Linien, die einfach auch mal nach unten ausschlagen?

Katharina:

Ja, das weiß ich natürlich nicht, was ich für ein Mensch wäre. Na ja, was lernt man durch da Man lernt natürlich irgendwie weiterzumachen, mit Krisen umzugehen und ja, aber man lernt sich, ja, vielleicht auf das das Positive zu besinnen, eigene Taktiken, in die Akzeptanz zu kommen. Natürlich, das gehört alles mit zum Wachsen.

Sebastian:

Also kann man schon sagen, dass dass diese Ausschläge nach unten tatsächlich auch dazu beitragen, dass man wächst.

Katharina:

Unter anderem ja, unter anderem. Ich glaube, Klarheit und Akzeptanz gehören auch noch dazu und daraus resultiert dann so eine innere Haltung, die einen trägt. Und die innere Haltung ist ja, hatten wir auch schon mal in einem Podcast thematisiert, nicht leicht beizubringen, ja, eine grundsätzliche innere Haltung und ist aber so ausschlaggebend fürs ganze Leben. Aber man fragt, man sollte sich ja nicht nur in der Krise fragen, wohin will ich eigentlich? Also und man sollte nicht nur in der Krise lernen zu akzeptieren.

Katharina:

Also weil Du kannst auch guten Tag haben und im Stau stehen und brauchst dich nicht ärgern.

Sebastian:

Nö, genau. Also wenn die Kinder vorher irgendwie auf Toilette waren, dann ist schon mal viel gewonnen, würd ich sagen, wenn dann der Stau kommt. Oder das denk ich immer so. Da braucht man sich nicht aufregen, sondern kann man sich glücklich schätzen. Das war auch 1 so Thema, wo ich mir gedacht hab, okay, bei mir, wo hat Wachstum stattgefunden?

Sebastian:

Ganz krass auch bei in 'nem ganz positiven bei positiven Sache. Und da würd ich tatsächlich sagen, so wenn wenn man Kinder in die Welt setzt, die verändern doch sehr, sehr viel und man wächst unweigerlich, ob man das will oder nicht und es ist was Schönes.

Katharina:

Ja. Mhm. Ja, man wächst insofern, dass man zum ersten Mal merkt, dass man nicht mehr selbst der wichtigste Mensch im Leben ist. Ich glaub, das ist so das Gefühl, was viele Eltern haben, wo man sagt, okay, es dreht sich jetzt gar nicht mehr mich, grad am Anfang, weil wenn's so intensiv ist und man auch kein keine Zeit mehr hat für sich selbst, ist das natürlich schon ein Learning, so komplett weg von einem selbst. Aber es darf natürlich nicht so bleiben.

Sebastian:

Nee, das stimmt. Und man lernt aber auch viele. Ich find, ich bin sehr gewachsen, auch mit Schlaf gut mit wenig Schlaf gut auszukommen. Das haben mir meine Kinder auch ganz schnell beigebracht, wo ich davor immer gedacht hab, das funktioniert überhaupt nicht. Also da gibt's, glaub ich, ganz, ganz viele Dinge, wo ich irgendwie so gewachsen bin und wo ich mich dann auf einmal auch gezwungen gefühlt hab, mich mit Dingen zu beschäftigen, wo ich vorher mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht hab.

Katharina:

Ja, es beeinflusst ja auch die ganzen Gewohnheiten, ne, die man so vorher gelebt hat. Also ich weiß noch, sonntags hab ich immer erst 3 Stunden Zeitung gelesen, die Süddeutsche. Das war eine schöne, schöne Gewohnheit, das hab ich sehr genossen. Das war natürlich mit einem Schlag vorbei Und das hat bis heute noch nicht wieder Einzug gefunden.

Sebastian:

Das wär die nächste Frage gewesen, wann war das? Hat das irgendwann in letzter Zeit mal wieder stattgefunden?

Katharina:

Ein einziges Mal tatsächlich letztens. Ja, aber das ist jetzt auch selbst gewählt, dass das nicht nicht mehr da ist. Alles gut. Aber es ist, was einen wachsen lässt. Ich würd's gar nicht auf die Krisen beschränken, sondern einfach auf Wandel vielleicht, ja.

Katharina:

Kinder sind ein mit der größte Wandel, der den man im Leben haben kann. Aber auch einfach ja, die ganzen Lebensphasen mit ihren ganzen Wandlungen, die sie mitbringen, lässt einen hoffentlich wachsen, sofern man weiterstrebt. Ich glaub, die einzige Wandlung, die vielleicht in sonem normalen Lebenszyklus nicht wachsen lässt, ist das, in Rente zu gehen. Und da hört man ja auf mit allem. Und ich glaube, das trägt jetzt nicht unweigerlich dazu bei, weiter zu wachsen.

Katharina:

Und ich deswegen ist dann auch, glaube ich, das Ende sehr nah, wenn man aufhört zu wachsen, zu streben. Das ist auch in der Natur so, dann geht man ein. Das sollte man einfach es sein lassen.

Sebastian:

Also in Rente gehen schon, aber dann sollte man sich was suchen vielleicht.

Katharina:

Ja, absolut. Also man es gibt ja so unfassbar viele Felder, ja. Wer viel weiß, weiß, dass er nichts weiß, weil's unendlich einfach ist. Und ich bin überzeugt, dass da eigentlich auch am Lebensende noch viele interessante neue Themen zu erforschen sind, die einen weiterhin wachsen lassen, geistig, mental fit bleiben, aber auch körperlich, ja? Am Ball bleiben, sportlich aktiv zu sein, rauszugehen, zu reisen vielleicht, ja, wenn man das nötige Kleingeld hat, dass auch Reisen und andere Welten kennenlernen.

Katharina:

Mit dieser Offenheit und Neugier, die zu bewahren, das lässt einen weiterhin wachsen.

Sebastian:

Jetzt hast Du schon ganz viele Themenbereiche auch angeschnitten, da kommen wir vielleicht gleich noch drauf zurück. Noch eine Frage an dich, weil Du so auch gesagt hast, Wandlung lässt einen wachsen. Da bin ich total bei dir. Ich glaub, genau diese Wandlung ist es. Also am Ende ist so Veränderung, also Dinge verändern sich einen rum und dann muss man sich irgendwie neu orientieren oder neu justieren.

Sebastian:

Das lässt einen wachsen, aber wir lehnen ja eigentlich grundsätzlich Veränderung oft ab. Also wenn wir draußen in die Gesellschaft schauen, also Veränderung wird immer erst mal kritisch gesehen, ja. Wenn sich Dinge verändern, das wird eher erst mal kritisch gesehen. Lehnen wir dann eigentlich am Ende auch persönliches Wachstum ab?

Katharina:

Na ja, wir lehnen ja Veränderungen meistens ab durch Angst. Ich würde jetzt nicht sagen, persönliches Wachstum würde an sich Angst machen. Vielleicht wächst man halt auch daran, einfach durch die Angst durchzugehen. Das wäre ja sicherlich nicht verkehrt, deswegen sagen wir, Veränderung und Wandel lässt einen wachsen. Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Leute aktiv inneren Wachstum ablehnen, aber oder oder auch Angst davor haben.

Katharina:

Das würd ich jetzt mal nicht sagen. Weiß ich nicht. Vielleicht vom Partner. Der muss natürlich mitwachsen, gell?

Sebastian:

Ja, das ist auch spannendes Thema. Genau, wenn man wenn man unterschiedlich. Man weckt, ich mein, wir sind ja nicht alle gleich, ja. Jeder wächst so auf auch mit seiner Geschwindigkeit und in seinem Leben und hat ja vielleicht auch andere Herausforderungen als vielleicht der Partner. Und das ist natürlich dann spannend, wenn's bei dem einen ganz krasses Wachstum gibt und beim anderen nicht.

Sebastian:

Was passiert dann? Aber das ist dann eher so auf auf Beziehungsebene. Da machen wir vielleicht dann mal irgendwann Themenkomplex auf. Jetzt hast Du vorhin schon son paar Bereiche. Wir hatten's mal im Vorgespräch auch gesagt, es gibt so Säulen, die über über Wachstum und eine hast Du so schon bisschen angesprochen.

Sebastian:

So hast Du gesagt, ah, so mit Fitness und Sport und so, da wär für mich so der große Überbegriff auch Gesundheit. Lass uns doch mal auf diese Säule Gesundheit bisschen näher eingehen. Also Du hast schon so Fitness und Sport gesagt, aber zu Gesundheit gehört ja eigentlich noch viel mehr.

Katharina:

Ja, das Thema ist natürlich riesengroß und mai, kann man ja gar nicht einzürnen. Aber wir gehen jetzt einfach mal davon aus, mentale und körperliche Gesundheit zu meiden. Und natürlich gehört dann noch, ja, Regeneration im Sinne von Schlaf und Ernährung und all die Themen hinzu. Und ich würd jetzt auch gar nicht sagen, dass man in allen Bereichen immer top irgendwie optimal das leben muss, wie's irgendwie mal hier und da, geraten wird. Ich glaube eher, dass man ein bisschen mit Achtsamkeit für seinen Körper leben darf, ein bisschen intuitiv sein darf und auch durch Bewegung vor allem mehr Körpergefühl spüren darf und sich darauf verlassen sollte.

Katharina:

Weil wir leben ja da son bisschen im Autopilot durch die ganze Hektik und durch den ganzen Alltagstrubel, dass wir eigentlich gar nicht Wir essen, weil's 12 Uhr ist und nicht, weil wir Hunger haben, dass wir bisschen da achtsamer einfach mit unserem Körper sind. Und das passiert am ehesten durch Bewegung meiner Meinung nach.

Sebastian:

Ja, jetzt hast Du grad schon gesagt, also man soll jetzt irgendwie nicht krampfhaft. Ich glaub, das ist ja auch son bisschen, was ich hier so beobachte draußen. Also man versucht alle Bereiche irgendwie krampfhaft zu optimieren. Also man soll eigentlich von morgens bis abends, ja. Und dann endlich ist dann irgendwann Abend und dann soll man keine Bildschirmaktivität mehr haben und dann soll man kein elektrisches Licht mehr anmachen, sondern nur noch mit Kerzen.

Sebastian:

Und dann soll man so langsam irgendwie in den Schlaf kommen und dann soll man natürlich auch mindestens siebeneinhalb Stunden schlafen, aber auf keinen Fall 8, weil der Schlafzyklus ja 90 Minuten beträgt und man soll, man soll, man soll. Und so geht's irgendwie 24 Stunden rum, aber das kann ja kein gesundes Wachstum sein, wenn ich den ganzen Tag in meinen verschiedenen Säulen stecke und im Optimierungswahn unterwegs bin, weil ich sag, ich muss überall wachsen.

Katharina:

Das stimmt. Also Dauerstress also lässt einen ja überhaupt nicht wachsen.

Sebastian:

Wenn Du jetzt so schaust, Du hast son paar Sachen angesprochen. Also Sport und Bewegung hast Du gesagt, das würde für dich so an erster Stelle auch kommen. Schlaf hast Du noch gesagt, Ernährung hast Du noch gesagt, Achtsamkeit, also Ruhephasen vielleicht auch mal zu haben am Tag hast Du noch gesagt. Aber das ist ja schon einiges in der heutigen Welt, wo wir so wachsen können.

Katharina:

Ja, aber das ist einfach, ne. Also ich finde, das sind äußere Sachen. Also die kann man ja wirklich rational einfach bestimmen und machen. Da braucht man Disziplin, dann kann man sich Wissen aneignen und dann hat man die Sache abgehackt. Also so schwer finde ich das nicht.

Katharina:

Ich finde ich finde es viel interessanter wie ich innerlich wirklich. Ja, also der der Körper, den zähle ich jetzt eigentlich zu außen, ja, zum im Außen wachsen. Ja, manche haben einfach Fitnessziele, damit sie gut aussehen. Das ist genauso wie ich will mir 'n Geld auch ein, ja, mir Ferrari zu kaufen. Das ist für mich absolut das Gleiche, das ist im Außen veranlagt.

Katharina:

Tut natürlich gut, der Körper ist Transporter vom Geist, ja. Deswegen, das hängt natürlich zusammen, deswegen ist vielleicht in den Körper besser investiert als in den Ferrari. Aber die Motivation ist meistens eine andere, die auch eher so, ja, wie im Außenansicht ist und deswegen auch rein rational recht gut abzuackern ist. Also ich glaube, da da würde ich viel mehr Wert drauf legen, dass man wächst, sich wieder selbst zu spüren. Ja, dass ich einfach ständig weiß, wie geht's mir eigentlich?

Sebastian:

Wie machst Du das ganz konkret, festzustellen, wie geht's mir eigentlich? Also ich versuche ja regelmäßig, unregelmäßig Tagebuch schreiben. Da schreib ich ja schon auch mal rein, wie's mir geht. Wir wissen's ausm Leistungssport, dass ganz viele Athleten Trainingstagebuch schreiben. Da gibt's immer auch so eine Spalte.

Sebastian:

Wie wie geht's mir? Also wie fühl ich mich? Wie machst Du das so? Hast Du auch irgendwo oder setzt dich einfach auf auf einen Stein ab und zu und blickst so über die letzte Woche zurück?

Katharina:

Also ich brauch Stille. Ich brauch jetzt auch kein Schreiben oder so. Ich brauch die Ruhe und die Stille. Und dann darf das auch eine Autofahrt sein, die ja sehr meditativ ist, wo ich einfach mal kein Radio höre oder irgendwas anhab. Dann darf das aber auch die Joggingrunde sein, durch den Wald geht, in der man das feststellen kann.

Katharina:

Es kann aber auch einfach aufm Sessel sitzen und Augen schließen sein.

Sebastian:

Stellst Du das immer dann, wenn Du es feststellst, machst Du das an verschiedenen Dingen fest, wie es grad aussieht oder sind das irgendwo unterschiedliche Sachen? Dass Du immer sagst, na ja, keine Ahnung, wenn jetzt jemand sagt, na ja, Schlaf war jetzt letzte Woche wieder super oder nicht so gut, machst Du es an irgendwas fest?

Katharina:

Also früher habe ich das als Leistungssportlerin ja immer nur an Trainingseinheit festgemacht, so ganz klassisch. Wenn man sich so krass damit identifiziert, dann ist es, ja, wie geht's dir Training mal gut? Mir geht's gut und andersrum. Das ist ja heutzutage überhaupt nicht mehr so. Und vielleicht war das auch mein größter Wachstum, mich von äußeren Dingen zu befreien.

Katharina:

Äußere Dinge bestimmen jetzt nicht mehr, wie's mir geht.

Sebastian:

Das ist, finde ich, total guter Punkt, weil das find ich, ist sehr schwer. Also ich seh es auch im im Spitzensport natürlich, dass wir immer so auf die Leistung schauen oder war's gut oder war's schlecht und das ist der ausschlaggebend, ist der Tag gut oder ist der Tag schlecht. Aber und das ist ja jetzt nicht nur im Leistungssport so, sondern das machen wir ja an ganz, ganz vielen anderen Dingen im Alltag, können wir das auch festmachen, ob das guter Tag ist oder schlechter Tag. Und viel hat ja dann auch mit der Bewertung zu tun auch von außen, ja. Und da ist, glaub ich, keiner so richtig gefeit.

Sebastian:

Und sich da Stück weit locker zu machen, ist, glaub ich, tatsächlich sehr, sehr guter Schritt. Hast Du Tipp? Wie kann man kann man sich locker machen von dem, was andere sagen, was andere schreiben, von irgendwelchen Kommentaren auf LinkedIn oder Instagram, die wo man denkt, muss das sein oder?

Katharina:

Also konkret dafür hab ich keinen Tipp, weil das tu ich mir einfach nicht an, ich les die nicht. Also ich glaube tatsächlich, dass also da bin ich ja jetzt auch nicht in der in der Sichtbarkeit, da irgendwie so viel entgegengeworfen zu bekommen. Ich hab das damals im Leistungssport schon zur aktiven Zeit gemerkt, wie sehr es einen mitnimmt, wenn die Presse etwas schreibt, was einfach nicht so gemeint war. Und da dacht ich auch so, boah, also wenn das wenn mir das jetzt schon hier im kleinen, ja, in dieser kleinen Pupsblase Leichtathletik so so schwerfällt, wie ist das dann mit wirklich prominenten Persönlichkeiten? Dass man daran wirklich zu knapsen hat, das kann ich total nachvollziehen.

Katharina:

Also ich glaube, da ist aber auch der einzige Weg, das zu versuchen, nicht zu konsumieren.

Sebastian:

Aber jetzt haben wir also jetzt das war jetzt klassisch so Social Media Medienlandschaft, aber man hat ja auch irgendwelche Kollegen, man hat irgendwelche Vorgesetzten, da gibt's ja auch manchmal ja dementsprechend, ich sag jetzt mal positiv Feedback, was einem vielleicht manchmal auch nicht so passt. Und dann macht man ja auch manchmal Dinge, da einfach gut dazustehen oder ums denen recht zu machen oder weil man weiß, die haben den oder den Anspruch an einen oder wollen das?

Katharina:

Ich glaube, es ist schon an sich vielleicht eine gute Grundhaltung, alles als Herausforderung zu sehen. Alles, was einen entgegentritt als, ja, Chance und Herausforderung und nicht als Widerstand und ja, so negativ behaftete Kritik. Ich hatte gestern Abend ein sehr interessantes Gespräch mit meiner Tochter, ich ja jetzt selbst in der Leichtathletik trainiere. Und sie findet, ich bin so eine unfassbar strenge Trainerin. Bin ich, glaube ich, auch.

Katharina:

Und sie hat sich beschwert, dass ich sie viel mehr kritisiere als die anderen. Und dann hab ich ihr versucht zu erklären, dass das der Fall ist, weil sie mir am wichtigsten ist. Und ich glaub, das war eigentlich ganz schön. Also es war sehr, sehr schönes Gespräch. Sie hat's auch am Ende verstanden, weil sonst, ja, wenn ich ihr das nicht zuspiele, dann lass ich sie ja im Fehler, dann lass ich sie ja da im Unvermögen und das wäre ja einfach nicht fair.

Katharina:

Das ist doch das ist doch die eigentliche Bestrafung.

Sebastian:

Aber ist ja eigentlich superschönes Beispiel und eigentlich auch eine tolle Überleitung in den nächsten Wachstumsbereich, nämlich es geht so bisschen Beziehungen. Und deine Tochter wächst in der Beziehung Leichtathletik mit dir gemeinsam, weil Du Auge drauf hast und einfach auch dementsprechend Dinge sagst, die dir auffallen, die man noch besser machen kann.

Katharina:

Ja, es wäre ja auch fatal, das ist ja da auch meine Aufgabe, das sag ich auch den anderen Kindern. Aber sie empfindet das natürlich, ne, wenn's aus der Familie kommt, noch mal ganz anders als als die anderen, die mich als neutrale Trainerin dort sehen. Aber ich glaube, es Genau, das ist ja einerseits die Beziehung zum Kind. Ich glaub, daran wächst man auch, weil man sich selbst neu kennenlernt als in der Rolle des Vaters oder der Mutter. Und das ist zu einem, das ist ja ganz interessant, das ist ja mal eine neue Rolle in einem Alter, in dem man recht reflektiert bereits ist.

Katharina:

Und da lernt man sich ja komplett neu noch mal kennen. Und ich glaube, da hat jeder hier und da so Gedanken von wegen, okay, ich hätte mir das und das immer anders gedacht oder ich dachte, ich wäre eine andere Mutter, als ich's letztendlich bin oder Vater. Und allein das Reflektieren führt ja dazu, dass man vielleicht hier und da was anderes macht und daran wächst auch. Und drüber nachdenkt, wie wär ich's denn lieber? Was möchte ich denn stattdessen?

Katharina:

Dafür ist halt Reflexionsvermögen gefragt. Und ich glaub, das ist ganz die dadurch, dass die Kinder einen immer spiegeln und so viel Ehrlichkeit dir zurück schmeißen ins Gesicht, ist das ist das wertvolles Learning, warum man an Kindern, glaube ich, so wächst. Weil man die zwingen einen, sich selbst zu hinterfragen und auch, woher komme ich überhaupt? Wie bin ich eigentlich groß geworden? Wie wurde ich eigentlich erzogen?

Katharina:

Ich glaub, über die Dinge denkt man erst nach, wenn man selbst plötzlich erzieht und überlegt, wie geht das überhaupt?

Sebastian:

Ja, gebe ich dir absolut recht. Ich find Kinder Manchmal ist es auch für einen selber nicht grad angenehm, wenn die dir den Spiegel vorhalten oder Du denkst irgendwann, den Satz hab ich schon mal selber gesagt und ich find's jetzt eigentlich nicht so toll, dass das Kind mir den gleichen Satz son bisschen entgegenhält. Und ich würd auch sagen, dass grad so Familie ist eigentlich so der Kernbereich, wo man echt wachsen kann, vor allem, wenn Kinder dazukommen. Ich hab mich nur so gefragt, welche Menschen außerhalb der Familie lassen mich wachsen, ja? Und wie passiert das?

Sebastian:

Also welche Beziehungen sind sind wichtig? Und da bin ich tatsächlich schon auch wieder auf Menschen gekommen, die mir oft ehrliches Feedback geben oder wo's tatsächlich auch mal, Konflikt ist vielleicht das falsche Wort, aber wo man zumindest mal in eine Diskussion kommt über Punkt und verschiedene Ansichten teilt. Weil ich glaub, daran bin ich am ehesten gewachsen. Ich hab mich son bisschen auch dran erinnert. Ich war mal auf Trainerfortbildung mit Kollegen und dann hat war da Referent und mein Trainerkollege und ich, wir haben absolut unterschiedliche Ansichten von von diesem Thema gehabt.

Sebastian:

Und am Ende sind wir heimgefahren und mein Trainerkollege hat sich so irgendwie gesagt, ach, ich fühl mich irgendwie bestätigt in dem, was ich so gedacht hab. Und ich hab gedacht, nee, ich fühl mich überhaupt nicht bestätigt in dem, was ich so gedacht hab. Und ich hab gemerkt, dass ich vor allem auch wachs, wenn mir ganz krasse gegensätzliche Positionen entgegengehalten werden zu meiner eigenen. Wenn ich nämlich über diesen ersten Zustand der kompletten Ablehnung und des Blockens hinweg bin und denk, okay, jetzt denk doch mal drüber nach, vielleicht ist ja doch bisschen Wahrheit dran, dass mich das dann, nicht dass ich die komplette Meinung veränder, aber dass ich dann auf jeden Fall anfang, ein Stückchen vielleicht auch Dinge in in meinen Sachen zu verändern. Und und das lässt mich eigentlich am am meisten wachsen.

Sebastian:

Und es ist nicht so, dass ich jetzt immer nur Wachstum bekomm von Menschen, die absolut genau meine Meinung auch 1 zu 1 teilen.

Katharina:

Das stimmt. Also ich glaube, schön, Du noch hinzugefügt hast nach der inneren Ablockung, ja, weil ich glaub, das ist natürlich Grundlage dafür, dass man an anderen Meinungen wegwachsen kann, dass man irgendwann sich öffnet am oder am besten auch von Anfang an offen ist, andere Meinungen zuzulassen. Und da wirklich einfach mal in die Tiefe zu gehen, nachzubohren und zu versuchen, warum der andere das denkt, was er denkt. Überhaupt dieses Verstehenwollen einander. Ich glaub, das ist ganz viel, wo man dran wachsen kann.

Katharina:

Und wenn man verstehen will, dann stellt man ja Fragen. Man wächst an Fragen, die man entweder gestellt bekommt oder selbst stellt.

Sebastian:

Absolut, genau. Da würde ich dir recht geben. Ja, wenn wenn Du so sagst, wenn man sich Man wächst, wenn man sich son bisschen in die andere Position vielleicht hinein begibt. Und da denk ich mir aber es oft so, dass auch grad draußen in unserer Gesellschaft im Moment son Schwarz Weiß Denken auch herrscht. Es gibt das eine oder es gibt das andere und dass son bisschen auch der Zwang herrscht, dass ich mich auf eine Seite schlagen muss.

Sebastian:

Also ich muss mich zu irgendwas bekennen. Finde ich das gut oder finde ich das nicht gut? Also keine Ahnung, vegane Ernährung, ja? Finde ich das jetzt gut oder finde ich das nicht gut? Es gibt nicht, ja, ist okay, ohne dass ich's jetzt total promote, sondern entweder Du bist halt absolut dafür oder Du bist absolut dagegen.

Sebastian:

Und ich glaub, diese Positionen sind son bisschen in den letzten Jahren sehr krass geworden in vielen Bereichen. Und da find ich immer so die Problematik, wenn wir jetzt feststellen, eigentlich wachsen wir, wenn wir uns mal einlassen, uns mit der mit der Meinung zu beschäftigen, die vielleicht nicht unserer entspricht, dann könnte Wachstum entstehen, dass nämlich genau das eben oft nicht passiert, wenn ich halt einfach mich auch entscheiden muss und auch vielleicht son bisschen gefordert bin, mich auch zu positionieren.

Katharina:

Ja, da geborene ich dir recht. Also im Moment wird das ja auch deswegen als alles sehr anstrengend empfunden, ne, dass man sich so irgendwie auf eine Seite des Lagers gefühlt schlagen muss, irgendwas sagen zu dürfen, ansonsten ist man lieber ganz still. Aber ich frag mich ohnehin, ob Deutschland jetzt so in letzter Zeit wirklich gewachsen ist in der Gesellschaft. Sehe ich ehrlich gesagt leider nicht.

Sebastian:

Ja, also genau, das das würd ich mal so vielleicht so auch als Gedankenanschluss für draußen mitgeben. Versuchen wir doch vielleicht mal wieder bisschen mehr tatsächlich zuzuhören, unabhängig davon von den Positionen Positionen und nicht grundsätzlich alle Positionen von vornherein zu verdammen. Sondern ich glaub, viele Positionen haben auch immer wieder Teile, wo tatsächlich man selber auch vielleicht was Gutes für sich auch rausziehen kann. Jetzt hast Du grad schon gesagt, also Beziehungen oder auch Gespräche sind wichtig. Ich hab jetzt auch gedacht, so grad unser Podcast, seitdem wir den aufnehmen, ist auch total schön.

Sebastian:

Man lernt irgendwie völlig unterschiedliche Menschen kennen in unterschiedlichen Situationen. Und das Schöne ist ja auch, dass Du kennst Menschen, ich kenn Menschen und manchmal führen wir die Interviews ja auch oft allein mit den Gästen und ich kenn den Mensch nicht. Und wenn ich dann das Interview hör, denk ich mir, ach cool, so jemand hätt ich wahrscheinlich gar nie eingeladen. Und jetzt hab ich hier zu 'nem Thema mal eine Meinung bekommen, wo ich vielleicht gar keine Berührungspunkte hätte oder auch vielleicht sogar sag, na, weiß ich nicht, hätt ich vielleicht mich eingeladen, weil ich nicht so ganz überzeugt bin von der Meinung. Das find ich total schön, dass man dann einfach mal was anhört, wo man einfach ja vielleicht auch hier und da 'n kleines bisschen wachsen kann.

Katharina:

Ich finde auch, was ich auch vielen in meinem Training mitgebe, so die innere Haltung bisschen mehr zu Akzeptanz, Offenheit und Verständnis zu führen, mal Biografien zu lesen von Menschen, die man eigentlich nicht mag. Also Menschen irgendwelche, zum Beispiel Britney Spears, ja, hat eine Biografie veröffentlicht. Wenn man jetzt nicht total ultra Britney Spears Fan war, dann die trotzdem einfach mal zu lesen. Denn ich muss einfach sagen, das das ist auch der Effekt, den ich immer in den Trainings hab. Ich ich ich seh da immer wieder neue Menschen vor mir, die ich nicht kenne und man hat einfach, von Anfang an kann man ja gar nicht abstellen, gewisse Kategorien Schubladen im Kopf.

Katharina:

Und dann geht's aber in die Übungen und jedes Mal bin ich gezwungen, die Schubladen zu öffnen und das feier ich auch innerlich. Und das ist auch so mein Wachstum, mein Gewinn in dem Training, immer wieder überrascht zu sein. Aber dafür muss man sich natürlich auch erst mal überraschen lassen. Und wenn man nicht zuhört oder sich dafür öffnet, was andere denken und meinen und leben, dann wird man nicht mehr überrascht. Dann bleibt man ja in seiner Bubble und bestätigt sich immer wieder selbst.

Katharina:

Ja, das tut gut. Das mag das Gehirn, sich immer wieder selbst zu bestätigen, bloß nicht hinterfragen, neue Wege bauen. Und dafür ist tatsächlich ja eine sehr einfache Tätigkeit, einfach mal ein Biographie zu lesen von Menschen, wo ich einfach mal überrascht sein darf.

Sebastian:

Ja, das finde ich super, superguten Tipp. Am Ende ist es vielleicht auch son bisschen Neugier zu behalten und zu entwickeln und ich find genau das ist ja auch son bisschen das Kernproblem von Social Media, dass nämlich, wenn ich halt einmal irgendwie auf vegetarische Ernährung klick, dann bin ich in dieser Bubble irgendwann gelandet, krieg nur noch irgendwelches Posts vorgeschlagen, die genauer natürlich meine Meinung bestätigen und bestärken mich. Und ich sehe aber gar nicht über den Tellerrand hinaus, dass es vielleicht auch noch was anderes gibt und dass das auch vielleicht positive Aspekte beinhalten kann. Und somit kann ich mir am Ende ja auch ganz schwierig eine Meinung bilden, weil ich immer in dieser gefangen bin. Und eine gute Meinung zu sich zu bilden, muss man sicherlich auch mal die Gegenseite oder andere Ansichten kennenlernen.

Katharina:

Ja, also ich finde auch nicht, man muss auch nicht immer eine Meinung haben, ja? Man darf doch einfach mal sagen, hey, ich weiß darüber zu wenig, mir eine Meinung zu bilden. Ich stelle jetzt einfach ganz viele Fragen. Vielleicht hab ich am Ende eine Meinung, aber vielleicht auch nicht. Sind doch die besten Gespräche.

Sebastian:

Ja, genau. Das würde ich auch so unterschreiben. Deswegen sprechen wir ja auch so gern miteinander, weil wir auch relativ häufig dann nicht absolut 1 Meinung sind. Und in dem Moment ist es aber, ich find, wenn man dann den anderen irgendwie, wenn man dem anderen zuhört und sich bisschen Gedanken macht, dann tut das am Ende vielleicht auch gut, selbst wenn man in dem Moment tatsächlich denkt, na, weiß ich nicht.

Katharina:

Das denkst Du also immer, ja, wenn wir miteinander hin. Ja, weiß ich nicht, was ihr miteinander hört.

Sebastian:

Immer hab ich nicht gesagt, aber ich glaub, hier und da haben wir einfach andere andere Ideen, glaub ich schon. Und das ist ja eigentlich das Gute auch und deswegen ja, kann man voneinander auch profitieren, wenn wir jetzt immer, das ist ja bei allen so, wenn wir immer, wenn jeder mit dem anderen 1 zu 1 immer tupfend gleicher Meinung ist, dann findet, glaube ich, wenig Wachstum statt. Das ist wie mit der Bubble.

Katharina:

Ja, das stimmt. Ja. Genau. Aber und man ist halt die man ist halt durch den Alltag immer in der Bubble, ja? Man muss also jeder im beruflichen Umfeld, im sportlichen Umfeld und jeder hält son bisschen seine Bubble für die einzig Ware und für die eine Wirklichkeit.

Katharina:

Und jeder müsste doch in dieser Bubble Bescheid wissen. Das find ich auch bisschen schade. Und da rauszukommen ist natürlich, ja, neue Gewohnheiten entdecken wie zum Beispiel Lesen. Eine neue, alte, beste Gewohnheit, sag ich jetzt mal, wär der 1. Tipp, wo ich sagen kann, okay, das lässt einen am aufm direkten Weg wachsen, ganz weitreichende unterschiedliche Literatur zu lesen.

Sebastian:

Ja, und nicht immer nur Krimis oder immer nur Fachbuch, sondern einfach mal so querbeet. Deswegen vielleicht auch ein 1 Tipp, den ich manchmal tatsächlich beherzige, dass ich Freunden einfach ein Buch schenke, wo ich denk, das passt eigentlich nicht so richtig zu ihm, ihn einfach mal so zu überraschen und ich krieg das auch tatsächlich. Ich hab son paar Leute auch in meinem Umfeld, die schenken mir auch immer Bücher und im ersten Moment, wenn Du das auspackst, dann denkst Du so, na ja, ich weiß ja nicht. Und dann leg ich's einfach mal irgendwo hin. Und irgendwann blättert man vielleicht doch rein und dann kriegt man mal eine ganz neue Seite und liest irgendwas, was man vielleicht nie gelesen hätte.

Katharina:

Mhm. Ja.

Sebastian:

Jetzt sind wir schon son bisschen von der Zeit her fortgeschritten. Wir könnten vielleicht mal noch son bisschen ganz am Ende persönlich werden und einfach mal überlegen, wo sind wir denn in den in in letzten Zeit gewachsen oder wieder gewachsen? Ich hab mir paar Gedanken gemacht im Vorfeld, wo ich gedacht hab, okay, das hat mich irgendwie bisschen wachsen lassen. Also ganz ehrlich, wenn ich so an die Anfänge unserer Podcastidee denke, das war irgendwann so im Winter Ende letzten Jahres, da war ich doch ganz schön überfordert, wie kriegen wir überhaupt das aufgenommen? Was brauchen wir für Equipment?

Sebastian:

Wo ist, Du hast vorher so schön gesagt und dann noch auf den roten Knopf drücken. Wo muss man überall drücken? Was muss man einstellen? Wo was muss man regeln, damit dann tatsächlich nachher irgend eine Tonspur irgendwie funktioniert, die ich dann irgendwie hochladen kann und die man dann anhören kann? Welche Kanäle muss man bespielen?

Sebastian:

Wie geht das mit der Kontoeröffnung bei Spotify, bei Apple, bei wo auch immer. Also ich glaub, da tatsächlich war so ein Bereich, wo ich gewachsen bin. Ich hatte überhaupt keine Ahnung. Ich hatte auch son bisschen hatte keine Angst davor, aber ich hatte son bisschen ungutes Gefühl, irgendwas, wo ich mich noch nie damit beschäftigt hatte. Und jetzt auf einmal musste ich mich damit beschäftigen, damit dieser Podcast überhaupt entstehen kann.

Sebastian:

Also ich glaub, das war tatsächlich ein Bereich von Wachstum. Ein anderer Bereich von Wachstum ist, dass ich mich letztes Jahr im Dezember dazu entschlossen hab, dieses Jahr Marathonrennen zu wollen. Und das ist jetzt nicht so das total Überraschende, weil ich das ab und zu vor vielen Jahren auch schon mal gemacht hab, aber das irgendwie mit Familie, 2 Kindern, Selbstständigkeit unter einen Hut zu bringen, das hat mich jetzt doch irgendwie wachsen lassen, weil früher war's einfach so, wenn Du harten Lauf hattest, dann hast Du den irgendwie aufs Wochenende verlegt oder langen Lauf und dann hast Du dich nachm Mittagessen vielleicht noch mal Stündchen aufs Sofa gelegt und dann irgendwann, wo wenn Du dich richtig gut gefühlt hast, dann bist Du losgerannt. Und da hast Du dein Training natürlich qualitativ hochwertig abgespult und dann warst Du irgendwann supergut für diesen Marathon vorbereitet und neulich hat mich der Chef vom Fitnessstudio gefragt, Du hast gesagt, kommst heut Abend noch mal bisschen Kraft machen. Macht das denn Sinn, Ausdauer vor Kraft zu machen?

Sebastian:

Das lernt man eigentlich andersrum. Und dann hab ich gesagt, ja, das kann gut sein, dass die Trainingslehre das andersrum beschreibt, aber ich hab überhaupt keine Zeit dafür, das andersrum zu machen, weil jetzt hab ich die Zeit, länger laufen zu gehen und nachher hab ich halt nur noch Zeitfenster von 45 Minuten. Ich muss es halt so nutzen, wie es ist. Also ich glaub, das lässt mich auch wachsen, einfach das jetzt so zu machen, wie es eben die Umstände auch Stück weit erfordern. Und ich glaub, genau, so gibt's einige Bereiche in letzter Zeit, wo ich tatsächlich wachsen durfte.

Sebastian:

Und ich glaub auch, wenn ich mir son bisschen Gedanken gemacht hab, ich glaub, Wachstum ist auch nie irgendwie gestoppt komplett, sondern Du wächst eigentlich immer jeden Tag an vielen, vielen Kleinigkeiten oder kannst wachsen, wenn Du sie siehst. Ich glaube, wir beschränken's auch immer so auf die großen Steps. Wer muss jetzt gleich Podcast auflegen und dann geschieht Wachstum, sondern das glaube ich gar nicht. Ich glaub, Wachstum geschieht auch zwischendurch ganz oft.

Katharina:

Mhm. Ja, also interessant, dass Du dieses Podcastbeispiel genommen hast. Ich mein, das betrifft mich ja auch. Ich hab jetzt nicht das Gefühl, daran gewachsen zu sein, ehrlich gesagt, weil ich es genau andersrum für mich definieren würde. Ich würde sagen, ich mein, ich hab auch viel Neues gemacht, aber das ist auch die Konstante in meinem Leben, dass ich dass ich generell immer Neues mache.

Katharina:

Ja, also ich hab ja auch zum ersten Mal ein Buch geschrieben und hab nicht wirklich das Gefühl, dass ich daran gewachsen bin jetzt, muss ich wirklich sagen. Es ist ja auch ehrlicherweise sehr schwer zu definieren, oh, jetzt das das Gefühl ist es, das ist Wachstum gewesen. Also ich glaub, das hat ja keiner. Oder? Also hast Du das?

Sebastian:

Also nicht das direkte Gefühl. Irgendwann später resümierst Du vielleicht und sagst, das war eine Phase, da bin ich irgendwie wahrscheinlich dran gewachsen.

Katharina:

Ja, das kann, ja. Aber wenn man wenn man überhaupt so resümiert irgendwann. Ich glaube, man darf auch nicht nur in dem Neuen und Hinzutun von etwas wachsen, sondern auch im Sinne von Störfaktoren sich entledigen, ja, und weniger ist mehr. Ich glaub, das ist eher der den Weg, den ich gegangen bin, zu sagen, okay, ich habe immer neue Projekte und Ideen und immer neue Interessen und immer neue Bücher. Das ist das ist nicht mein Thema.

Katharina:

Mein Thema ist eher, bei einem Thema zu bleiben und dadrin aufzugehen und in der Akzeptanz zu sein, dass es jetzt dieses eine Thema ist und das zu genießen, ohne was anderes zu vermissen gleichzeitig. Und das ist ja eher das ganze Gegenteil von dem, was Du gerade beschrieben hast, sondern es einfach genießen, was man gerade tut, was sein darf, ohne schon wieder gedanklich in einem anderen Zukunftsprojekt zu sein.

Sebastian:

Superschön. Ich glaub, damit können wir die Folge beschließen, denn das war ja jetzt eigentlich par excellence, dass wir beide vielleicht unterschiedliche Meinungen ausgetauscht haben und wenn wir jetzt irgendwann resümieren, vielleicht auch sagen, ja, da hat der andere vielleicht Punkt. Da Da könnte ich mir mal Gedanken drüber machen, ob das nicht vielleicht auch bei mir so ist. Vielen herzlichen Dank, dass das alles so gut geklappt hat heute, hoffen wir zumindest. Und wir sind schon ganz gespannt, wie die nächsten Folgen bei GOLDRAUSCH werden.

Katharina:

Wir freuen uns drauf.

Intro/Outro:

Das war GOLDRAUSCH. Anders glücklich leben. Danke, dass Du dabei warst. Katharina, Sebastian und ihre Gäste freuen sich, wenn Du den Podcast abonnierst und die Reise weiter mitgehst.