Björn Bobach und Jan Gustav Franke beschäftigen sich in ihrem Podcast mit vielfältigen Aspekten rund um das Thema Coaching. Der Podcast richtet sich an alle, die ihre persönliche Entwicklung vorantreiben wollen und sich für Coaching interessieren.
Coach und Coach. Eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching Podcast mit Björn Buhrach und Jan Gustav Franke.
Björn:Einen schönen guten Tag oder guten Abend oder guten Morgen zu 1 neuen Folge von Coach und Coach. Wir freuen uns sehr, dass ihr wieder dabei seid. Ich begrüße den Jan, den ich virtuell vor mir sehe. Hallo Jan.
Jan:Hallo Björn.
Björn:Wir reden heute über ein Wunschthema von dir und das haben wir gerade so betitelt, frische Gedanken in neuer Umgebung. Jan, wie bist Du denn jetzt im Sommer nur auf dieses Thema gekommen?
Jan:Ja, Sommerzeit ist ja nicht zuletzt auch oft Urlaubszeit und so stand jetzt auch bei mir ein kleiner Urlaub an. Gar nicht so der richtige Urlaub mit der Familie, sondern ein kleines Abenteuer, was ich mir zusammen mit meinem besten Freund ausgesucht habe, und zwar sind wir nach Schweden gefahren, zum Kanufahren. Das war schon seit längeren Jahren jetzt geplant und da sind wir auf den Weg gegangen von Deutschland aus bis nach Schweden, Grenze Norwegen, also nördliche Süd Schweden, sag ich mal, und haben uns dann mehrere Tage auf eigene Faust mit dem Kanu durch die Wildnis geschlagen, könnte man jetzt etwas etwas dramatisch formulieren, aber wir waren halt eben ein paar Tage da auf dem See unterwegs. Es ist ein 70 Kilometer langer See und haben dann da halt einfach im Freien übernachtet, uns da versorgt, Fische gefangen, was man da halt so tut und das war sehr, sehr inspirierend für mich.
Björn:Mhm. Also eine wirklich ganz neue Umgebung, sehr wahrscheinlich, ne. Also gut, man... Sehen und Natur gibt's hier auch, aber halt in Schweden ist da noch mal was anderes, ne. Und so völlig weg von der Zivilisation ist ja auch nicht so alltäglich.
Björn:Und da sind hier frische Gedanken gekommen, hast Du das gemerkt?
Jan:Ja, absolut. Also man kann sich das ja so vorstellen dort, man ist jetzt natürlich auch nicht in absoluter Wildnis unterwegs. Da sind erstens natürlich auch andere Leute mit' Kanu oder Boot schon mal unterwegs, wobei wir jetzt noch ein bisschen vor der vor der Hauptsaison unterwegs waren und auch entlang dieses Sees siehst Du von Zeit zu Zeit dann durchaus noch mal wieder ein Ferienhaus oder sowas, was Du aber da gar nicht hattest, waren Straßen, Autos oder sowas, also wirklich mal eine ganz, ganz andere Umgebung und genau, so hatte man natürlich wirklich dann sehr, sehr viel Zeit für sich. Also in diesem Fall jetzt nicht komplett alleine, sondern sondern zu zweit waren wir unterwegs und das war tatsächlich mal eine ganz interessante Geschichte. Interessant war auch,
Intro:jetzt hol ich ein bisschen aus, aber
Jan:ist ja vielleicht trotzdem mal ganz interessant, wir sind gestartet von' von' Basiscamp von Kanuking d e. Ist tatsächlich ein ehemaliger Arbeitskollege von von mir noch von von früher aus dem Jagdladen, in dem ich gearbeitet habe im Studium. Der betreibt da dieses Camp, ist seit 20 Jahren in Schweden da unterwegs und wir haben dann quasi erst ein ersten Abend da in diesem Basiscamp gehabt, haben dann auch übernachtet, haben da auch noch diverse andere Personen kennengelernt und was ich interessant fand, auch so aus Coaching Sicht, ist, dass da auch schon viele Menschen unterwegs sind, die sich da auf diesen Weg machen, die nicht nur sich auf den Weg machen irgendwie in die Natur, sondern gefühlt auch son bisschen auf dem Weg zu sich selbst.
Intro:Mhm.
Jan:Also da war schon irgendwie, schwang auch manchmal so mit, dass da irgendwie son son Thema ist, was in den Leuten arbeitet, dass sie halt irgendwie mal rauskommen wollen, mal auf neue Gedanken kommen wollen. Und bei mir war das tatsächlich eher sozusagen dieser Hang hin zu dieser Erfahrung, zu diesem kleinen Abenteuer, sag ich jetzt mal, weil das ja jetzt auch nichts ist, was man tagtäglich hat, dass man mal für ein paar Tage die Sachen in den Kanuparkt, rauspaddelt und draußen da und auch nicht zurückkommt ohne Weiteres. Und ja, aber das hat mich tatsächlich irgendwie sehr beschäftigt dann auch noch, dass so viele Menschen dann da auch unterwegs sind, die halt eben auch solche Themen dann durchaus mitnehmen, da mal in Ruhe drüber nachdenken zu können. Wie ist das mit dir? Hast Du schon mal sone Erfahrung gemacht, dass Du irgendwo rausgegangen bist, all alone oder nur mit' Freund oder oder so was und und da mal so für dich warst, komplett zur Ruhe gekommen bist?
Björn:Also ehrlich gesagt ist das bei mir auf in jedem Urlaub so. Also jede Reise, die ich mache... Also ich hab eigentlich immer das gleiche Phänomen, dass ich mich im Vorfeld des Urlaubs total darauf freue, einfach nichts zu tun und vor allem nichts zu müssen. Mhm. Und da kann ich jetzt wieder ein bisschen ausholen, ich war oder wir waren auf Bali das 1.
Björn:Mal dieses Jahr im Frühjahr. Und das Verrückte bei mir ist und da kann ich eigentlich den Kalender danach stellen, wenn ich im Urlaub bin, dass ich diese ersten Tage wirklich auch sehr bewusst gar nichts mache und je nach Umgebung, der aber eigentlich ist jede fremde Umgebung da ein Katalysator für, kommen mir dann nach ein paar Tagen von ganz alleine also ganz neue Ideen. Ja. Ganz frische Ideen tatsächlich, wie wir das auch betitelt haben, ganz frische Ideen. Und ich habe einen unheimlichen Tatendrang.
Björn:Nicht nur was das angeht, was ich im Urlaub mache, sondern auch was ich mit meinem Beruflichen mache, mit meinem Coaching, mit den anderen Dingen, in denen ich unterwegs bin. Und ich hab dann einen regelrechten, ich will jetzt nicht sagen Innovation, weil ich mach dann ja nichts grundlegend Neues, aber es ist ein unheimlicher Motivationsschub, weil ich völlig neu Betrachtungswinkel für verschiedene Dinge habe und ich tatsächlich dann ganz oft im Urlaub, ist halt auch Selbstständigkeit, ne, aber im Urlaub anfange, schon Dinge neu anzufangen und umzusetzen. So nebenbei natürlich setze ich mich da nicht 10 Stunden am Tag von meinem von meinem iPad oder irgendwie sowas, aber das habe ich eigentlich in jedem Urlaub und das ist für mich auch mit ein Grund, warum ich das so genieße, in Urlaub zu fahren, weil ich das in 1 nicht alltäglichen Umgebung, selbst wenn ich da schon mal war, also ich fahr ja zum Beispiel relativ häufig tauchen, dann auch sehr häufig auf die gleiche Insel in Thailand. Obwohl ich diese Umgebung kenne, weil die aber dem Alltag so fremd ist, gibt mir das im Kopf ganz viel Raum für Neues Und das ist bei mir in jedem Urlaub so und das ist auch das, warum ich so gerne wegfahr.
Jan:Das ist ist ganz interessant. Also ich hab tatsächlich das mal, also ich hab's auch diesmal so unter sonem Motto gestellt, weil ich kenn das ganz gut, was Du beschreibst, ne. Also dass man dann halt auch in in eine neue Umgebung kommt und dann diese Sachen auch arbeiten und ich hab das auch im Nachgang jetzt zum Beispiel zu diesem Urlaub gehabt, dass mir auch so ein, 2 Ideen kamen zu Workshopkonzepten und so weiter, zu zu Offsites, die man organisieren könnte, auch für Kunden, Klienten und so. Aber ich hab tatsächlich diesmal mal son anderes Motto mir mitgenommen und zwar, es gibt ein Podcast, ich weiß nicht, ob wir über den auch schon mal hier gesprochen haben, den den hör ich ganz gerne, der ist vom SWR. Der heißt, glaube ich, 40 plus die Podcast Therapie.
Björn:Ist ganz Nee, haben wir noch nicht drüber gesprochen.
Jan:Nein. Ist gerade... Also wird quasi gehostet von einem SWR Moderator zusammen mit einem Psychiater, der jetzt, sag ich mal, so am Ende seiner Karriere steht und die sprechen halt so über die Themen der Generation 40 plus, zu der ich ja bei Weitem noch nicht gehöre, das noch mal Nein. Zu zu sagen. Nein, Scherz, aber
Björn:Ich auch schon nicht mehr. Aber
Jan:das Interessante ist, dass quasi dieser Psychiater eben auch so viele viele Manager und so weiter coacht und der im Grunde nur als Empfehlung auch mitgibt, man sollte eigentlich so einmal im Jahr oder von Zeit zu Zeit irgendwo auf eine einsame Hütte gehen, nichts mitnehmen, kein Buch, höchstens irgendwie ein leeres Buch und ein Stift und sagen mal, dort nichts tun und zu seinen Gedanken kommen, so. Mhm. Und unter dem Motto habe ich jetzt so gedacht, mal gucken, was dann passiert, weil ich bin eigentlich auch so, ich, auch wenn ich irgendwo hinfahre, ich nehme mir dann 1000 Sachbücher mit, Fachbücher mit, dann lese ich, dann habe ich Zeit, dann denke ich darüber nach und danach. Jetzt hab gedacht, komm, machst Du's mal anders. Jetzt hatte ich natürlich ein Freund mit dabei, das heißt, ich war nicht ganz alleine und wir sind ja auch tagsüber ein bisschen gepaddelt, aber es war schon so, dass irgendwie viel Zeit für Ruhe da war und ich das einfach mal so hab hab wirken lassen, was da passiert.
Jan:Und interessant ist, dass eben in diesem Podcast, von dem ich gerade gesprochen habe, eben auch die These aufgestellt wurde beziehungsweise es wurde die Frage von dem von dem SWR Moderator gestellt, ja, was passiert denn... Es kann ja passieren oder kann das passieren, dass ich da hingehe und irgendwie feststelle, oh oh, mein Leben ist ja total doof? Das habe ich mir alles gar nicht so vorgestellt. Dann sagte der Psychiater, ja klar, das kann passieren. Aber wichtig ist ja, dass man sich da mal bewusst drüber wird und das nicht irgendwie immer unbewusst in einem herumgärt und man da halt irgendwie gar nicht so weiß, was Farce ist, sondern dass man sich mal wirklich mit sich selbst auseinandersetzt.
Jan:Mhm. Und so unter dem Motto hab ich mich da auch son bisschen mal auf die Reise gemacht und war so in mich hinein gehorcht. Und was ich halt ganz interessant war fand, war, dass da nicht so richtig was kam. So, jetzt kann man ja sagen, das ist ja doof. Ich fand das aber ganz interessant, weil ich hab gedacht so, ich führ ja auch ein relativ dynamisches Leben, ist so mein Eindruck, aber dass ich dachte, okay, vielleicht musst Du da vielleicht kommt da irgendwie so was hoch und Thema, wo Du sagst, da musst Du was verändern, da musst Du dieses oder jenes tun oder so was oder ein Konflikt, der da aufkommt oder so was.
Jan:Und tatsächlich, was kam, war erst mal... Ich musste mich da erst mal son bisschen einschwingen und mal irgendwie da zur Ruhe kommen, okay. Als das dann aber erreicht war, war das tatsächlich eher so son Einklang, den ich so wahrgenommen habe, ne, mit dem, was ich da in meiner Umgebung sehe, mit der Situation allgemein. Ich hab natürlich auch son bisschen über andere Aspekte so in meinem Leben nachgedacht und so und und war da eigentlich sehr zufrieden jetzt in der Situation, was ich superinteressant zu beobachten fand.
Björn:Mhm.
Jan:Und auch mal diesen Moment zu haben, überhaupt und das haben wir, glaube ich, selten in der heutigen Zeit, mal so zur Ruhe zu kommen, dass Du fast an den Punkt kommst oder an den Punkt kommst, dass Du dich theoretisch langweilst, ne. Das ist ja die Frage, was passiert da in dir? Also Du bist jetzt irgendwie ungeduldig und denkst Du, Du musst was tun oder kannst Du dann halt irgendwie einfach diese Ruhe genießen, aber dieses Mal so richtig zur Ruhe kommen und und zu gucken, was passiert da? Das habe ich als total bereichernd wahrgenommen, ne? Also wirklich mal Handy beiseite, ja, kein Social Media, keine E-Mails, keine Anrufe, tagsüber Flugmodus.
Jan:Einmal in der... Am Tag habe ich mich bei meiner Familie gemeldet, aber ansonsten da irgendwie so zur Ruhe kommen, zu schauen, was passiert da? Also, war eine unheimlich interessante Erfahrung.
Björn:Ich weiß
Jan:nicht, ob das Ja. Nur mir so geht oder ob das vielleicht etwas ist, was was mehreren so gehen könnte. Ich denke aber fast eher Letzteres, weil das nach meinem Eindruck sehr selten ist, wenn ich so mich schaue.
Björn:Ja, das ist, glaube ich, eine Erfahrung, die macht man in der Regel, also im Alltag sowieso gar nicht, ne. Was was ich grad gedacht habe und das geht vielleicht son bisschen in die Richtung, wenn man sagt, man nimmt einfach nichts mit, sondern lässt alles so zurück, was ich auf solchen Reisen immer feststelle, ist, dass ich merke, was mich zu Hause oder im Alltag tatsächlich stört. Mhm. Also das ist etwas, was ich dann vor allem merke, wenn ich nicht da bin, weil ich da keine Lust drauf habe, wenn ich mir vorstelle, ich fahr wieder zurück. Also dieses dieses dieses aus dem Alltag raus und ich würd jetzt mal sagen, den alltäglichen Reizen raus, auch wenn ich in meinen Urlaub ja in der Regel neuen und anderen Reizen mich aussetze, weil ich also das, was Du da beschreibst, klingt für mich auch schön.
Björn:Ich weiß aber nicht, ob das so mein Ding ist, weil ich im, weil ich dann zu viel erleben möchte. Also ich bin, ich glaube, ich bin, ich brauche das Erlebnis im im Urlaub, aber das ist ja auch eine Typfrage. Wär vielleicht mal interessant, das für mich auch mal auszuprobieren, einfach so. Ich denk mal drüber nach. Aber dieses dieses aus den alltäglichen Reizen rausgehen lässt mich immer ganz doll erkennen, was vermisse ich denn eigentlich zu Hause und worauf hab ich überhaupt keine Lust?
Björn:Und was will ich eigentlich nicht? Und das lässt mich dann auch Entscheidungen treffen, die manchmal unangenehm sind, ne? Was lasse ich hinter mir, was will ich verstärken? Auch was Kontakte angeht, ne? Welchen Kontakt will ich ausbauen, welchen Kontakt will ich nicht mehr so?
Björn:Auch was Kundenbeziehungen angeht zum Beispiel. Ja. Und Du hast eben das Wort Offside angesprochen. Das finde ich finde ich eine ganz schöne Brücke dazu, weil ich geborene ja auch Workshops für Firmenkunden und ich habe einen Kunden, der das hier, glaube ich, auch hört, das heißt, der wird schon wissen, dass ich über ihn spreche. Ich habe einen Kunden, der sucht immer unglaublich tolle Locations für diese Workshops aus.
Björn:Das sind immer irgendwelche abgefahrenen Hotels, die in an wirklich schönen Orten der in der Natur sind und der die einem so einen frischen Input geben. Das ist für mich als der, der den Workshop gibt, zwar irgendwie schön, aber auch ein bisschen schwierig, weil ich mich da nicht drauf einlassen kann in dem Moment. Ich muss ja meinen ich muss ja meinen Workshop halten. Ich muss ja mein Programm da durchziehen. Das heißt, ich muss mich da immer son bisschen von distanzieren.
Björn:Mhm. Aber ich find das so toll, weil das für die Teilnehmer einfach auch son Freiraum im Kopf schafft, weil halt der Alltag gar nicht präsent ist. Mhm. Und deswegen, also ich kann mich kann mich erinnern, dass dass ich immer schon, ich bin immer schon unheimlich gerne in Urlaub gefahren und auch gerne sehr weit gefahren, weit weg von allem, was Alltag ist. Aha.
Björn:Und meine Familie, von der ja nicht mehr viel da ist, also die einzigen direkte Familie, die noch lebt, ist mein Bruder und der hat das nie gesagt, aber meine Eltern haben immer gesagt, oh, schon wieder in den Urlaub. Warum fährst Du denn schon wieder weg? Warum fährst Du denn schon wieder so weit weg? Das hat sich durch die ganze Familie gezogen. Ich glaub, das ist son familiäres Ding, was man einfach nicht in Urlaub fahren muss oder irgendwie so was oder nicht weit wegfahren muss.
Björn:Und ich konnt das damals nicht erklären, aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke, ist das eigentlich genau der Punkt, weil dieses weit wegfahren mir den Freiraum im Kopf gibt, neu und anders zu denken und mehr zu spüren, was muss ich denn zu Hause für mich verändern und was will ich denn davon verstärken und was will ich Und das ist bei solchen Offsides dann halt auch möglich, wenn man das möglichst weit weg vom Firmenkontext macht. Meine Beobachtung als Workshopgeber ist nämlich, dass das viel effektivere Workshops sind, wenn sie nicht in' Firmengebäude stattfinden oder in der Stadt, wo die Firma sowieso sitzt, weil die Leute völlig aus ihrem Kontext raus sind und viel mehr bereit sind, sich ganz andere Gedanken zu machen.
Jan:Genau und das ist, glaub ich, son Punkt, entweder viel mehr bereit sind, sich neue Gedanken zu machen, das wäre der eine Aspekt, aber der andere ist auch, dass Du unter Umständen eben in gleicher Umgebung auch in gleichen Mustern steckst. Genau. Also es ist ja auch so, wir verbinden ja auch emotional etwas mit Umgebung, mit Gebäuden, ne. Also wenn ich zum Beispiel immer im in einem Gebäude arbeite, da meine Arbeitsbeziehungen habe, vielleicht auch Arbeitskonflikte habe oder so was, dann assoziiere ich ja auch irgendwann sozusagen diese diese Umgebung mit diesen Gefühlen. Mhm.
Jan:Ich verhalte mich vielleicht auch in 1 Umgebung entsprechend 1 Rolle oder 1 erlernten Rolle oder wie auch immer. Das ist ja auch ganz interessant, finde ich, wenn man mit Kollegen beispielsweise, wenn man die mal im privaten Kontext kennenlernt, zum Beispiel irgendwie im im im Kontext ihrer Hobbys, ne. Oder auch, wenn man Menschen, die man nur ausm Hobby kennt oder ausm privaten Bereich, auf einmal im beruflichen Kontext sieht und sich denkt, ach Mensch, die Person kann ja total professionell sein, das hätte ich gar nicht gedacht, ne. Ja. So oder jemand, der irgendwie immer total geradlinig ist auf der Arbeit, auf einmal irgendwie ganz, ganz locker ist woanders, ne.
Jan:So, und das breche ich natürlich damit auch auf, wenn ich halt mal woanders hinkomme und eine andere Umgebung habe. Jetzt hast Du gerade gesagt, ja, möglichst weit weg, ne. Jetzt ist ja die Frage, es ist ja nicht immer möglich, ne, also auch nicht für alle Personen möglich, sag ich mal, räumlich jetzt die Distanz maximal zu
Björn:schaffen, aber Lass mich das
Jan:macht ja schon den Unterschied.
Björn:Ja. Lass mich das vielleicht noch mal spezifizieren, möglichst weit Ich glaube, ich meine damit nicht mal so sehr die Distanz, sondern möglichst anders als gewohnt, sagen wir's genau.
Jan:Ja. Ja. Genau und da wär ich nämlich komplett dabei. Also man ist, glaub ich, hilfreich, da einfach diesen diesen Kontext aufzubrechen, da mal eine neue Umgebung, neue Impulse zu bekommen und darüber sich dann auch neue neue Gedanken machen zu können. Und das ist ja vielleicht auch genau das, was was Urlaub auch mit ausmacht, ne, dass man halt eben, ja, eben über diesen über diese diese diese Umgebungsänderung auch ein ganz anderen Zugang wiederum zu eigenen Gedanken, eigenem Empfinden und so gewinnt, ne.
Jan:Das finde ich total total wertvoll.
Björn:Es gibt noch ein zweiten Aspekt und zwar, dass man in 1 1 Umgebung, in 1 fremden Umgebung auch mehr bereit ist, Dinge von sich zu füttern, die im Alltag keine Rolle spielen. Mhm. Sollen oder dürfen vielleicht. Kann ich aus dem Persönlichen erzählen, dass ich ein, ich bin ein totaler Freizeitpark Freak. Mhm.
Björn:Ich
Jan:Das weiß ich
Björn:ja. Das weißt Du, ja. Das weißt Du. Ich bin, das lebe ich aber hier in Deutschland nicht so aus. Also ich natürlich gehe ich hier auch, wie ich auch schon mit' Freund mal in son Freizeitpark, wie hieß er denn da, Toverland gefahren, ne, weil dann weil da eine neue Achterbahn oder so aufgemacht hat.
Björn:Und das macht mir auch Spaß, aber es hatt dieselbe Qualität, wie wenn ich das im Ausland mache. Also jetzt ganz konkret, ich liebe diese Disney Parks in Florida. Mhm. Und das hat aber ganz viel damit zu tun, dass ich da Dinge auslebe und auf eine Art und Weise mich frei fühle, die auszuleben, wie ich das hier im Alltag nicht tue.
Jan:Ja.
Björn:Und das gibt gibt mir da die Möglichkeit, einfach jeden Abend beim Feuerwerk Pippi in den Augen zu haben, ne. Was ich wo dazu bin ich hier viel zu professionell und viel zu kontrolliert. Das ist etwas, was ich mir anscheinend nur in diesem Kontext erlaube. Oder das andere Beispiel ist das mit dem Tauchen. Dazu muss ich vielleicht ausholen, dass das mit dem Tauchen bei mir angefangen hat in' Urlaub, wo ich grad in' blöden Trennung steckte und das für mich son son Katalysator war, so der Gedanke, ich muss jetzt was völlig Neues machen.
Björn:Ich muss was völlig Neues machen, auf andere Gedanken zu kommen. Und ich habe, ich erzähl das immer so, dass für mich dieses 1. Mal wirklich im Meer tauchen, also wenn man diese ganzen Trainingstauchgänge im Pool hinter sich hat und das 1. Mal so ins Meer springen und da untertauchen und diese Welt da unten zu sehen, das war für mich wie eine Befreiung. Das hat sich mir eingebrannt.
Björn:Das war ein solcher eine solche friedliche Erfahrung, obwohl natürlich da auch Mord und Totschlag ist und Abwasser darf man ja nicht vergessen, ne. Aber das war für mich eine solche friedliche Erfahrung und das dieses Konzentrieren auf den eigenen Atem und und und. Und deswegen ist auch das etwas, was ich so herbeiseh, ne, weil das in dem Moment genau das Richtige für mich war. Wenn ich jetzt in den Urlaub fahre, ohne dass ich in' schlimmen Trennung stecke, hat es aber den gleichen Effekt, weil diese Erinnerung damit gekoppelt ist. Geht aber nur im Ausland, weil ich kann nicht in den Bodensee springen und tauchen.
Björn:Ne, das kann ich zwar, aber das hätte nicht den gleichen Effekt, weil da ist es kalt und nicht so bunt und farbenfroh. Aber deswegen ist es sind manche Dinge auch daran gekoppelt, dass sie nicht im Alltag stattfinden. Mhm.
Jan:Also es gibt da... Ach so, Entschuldigung, erzähl.
Björn:Nee, nee, alles gut. Also ich glaube, das ist ist der Neue, der das Frische und Neue, was man noch nicht kennt, was einem den Kopf öffnet, aber auch halt Umgebungen, von denen man weiß, dass sie einem ermöglichen, bestimmte Kanäle zu füttern.
Jan:Mhm, ja. Also mir gehen da gleich 2 Gedanken durch den Kopf. Das eine ist, was Du gerade gesagt hast, auch so, was man sonst so im im Alltag nicht nicht kann oder nicht darf. Das ist natürlich so dieses dieses Dürfen ist natürlich gleich so, da springen ja Coaches, glaube ich, sofort drauf an, ne. Also wer wer erlaubt das denn,
Björn:ob man
Jan:das
Jan:sagt,
Jan:ja oder
Björn:Ja,
Jan:das Aber aber das Interessante ist ja überhaupt, zu dieser Erkenntnis zu kommen, dass das so sein könnte, dass man sich das im Alltag nicht zugesteht. Na, allein das ist ja schon eine Betrachtung, Ja. Die die eben eine Erkenntnis ist. Genau, der andere Aspekt, der mir grad noch so durch den Kopf ging, ist, es gibt ja auch zum Beispiel in der Meditation dieses Bild davon, dass Du die Schönheit 1 Wasserfalls nicht erkennen kannst, wenn Du mit' Wasserfall stehst. Mhm.
Jan:So, sondern dann bist Du voll im Rauschen und und weißt gar
Björn:nicht so richtig, wo oben
Jan:und unten ist. Alles ist laut und so weiter und so. Und wenn Du dann daraus hervortrittst, Abstand dazu gewinnst, dann kannst Du quasi das gesamte Bild sehen.
Björn:Mhm.
Jan:Und auch das ist für mich son Aspekt von von diesem Reisen oder von von diesem Rauskommen aus dem Alltag und vielleicht auch das, was Du gerade gesagt hast, ne. Also diese Erkenntnis darüber, was tut mir auch gut? Was tut mir weniger gut? Was möchte ich vielleicht verändern und und wie viele fühle ich mich vielleicht in manchen Situationen? Und da hat man im Alltag manchmal gar nicht so richtig die Möglichkeit, das so richtig zu erfassen, ne, weil man so im Strudel ist, ne, oder so in diesem Wasserfall steht.
Jan:Und wenn man dann eben in den Urlaub fährt, mal was ganz anderes hat, auch Abstand dazu, dann kann man dann unter Umständen auch, ja, emotional Abstand gewinnen, das ganz anders betrachten, vielleicht ein bisschen neutraler betrachten oder man muss ja nicht mal wertend sagen im Sinne von neutraler, sondern vielleicht einfach mal aus 1 anderen Perspektive betrachten, ne, und kommt dann vielleicht genau zu solchen Erkenntnissen. Ja. Ist ja zum Beispiel auch so, also mir mir geht's dann auch oftmals so, wenn Du auch in, Du kennst das auch mit Projektgeschäft und so, ne, es ist es sind Deadlines, es ergeben sich Dynamiken innerhalb von Teams und so weiter und das ist, glaube ich, dann wirklich auch mal gut rauszukommen, ne? Und auch dann mal außerhalb dieser dieses Systems, auch menschlichen Systems, in dem man unterwegs ist, ne, in diesen ganzen Beziehungen, dann noch mal so draufzuschauen, zu sagen, sag mal, sind wir da überhaupt grade auf dem richtigen Weg, ne? Also Mhm.
Jan:Verrennen wir uns da vielleicht auch in unserem eigenen Drama grade und das ist alles gar nicht so wild, das das kann man auch irgendwie anders organisieren. Das ist ja auch mit die die Kunst des in Anführungsstrichen eigentlich immer so diese Distanz auch zu behalten, aber es unterstützt natürlich auch jenseits der mentalen Fähigkeit, das zu tun, halt eben auch mal diesen räumlichen Aspekt mitzunehmen und darüber mal eine andere Perspektive mitzugewinnen. Deshalb ist auch aus meiner Sicht wichtig, dass, was ja eine Binsenweisheit ist, es weiß ja eigentlich jeder, man sollte im Urlaub Urlaub machen.
Björn:Mhm.
Jan:Also und trotzdem neigen wir ja mittlerweile viel dazu, trotzdem im Urlaub auch irgendwie immer am Ball zu bleiben, ne, alle Informationen mitzubekommen und so weiter und so Und ich sag mal, je nach Lebenssituation, ne, Geschäftssituation oder wie auch immer, kann das ja auch durchaus gerechtfertigt sein, dass man halt irgendwie da gerade am Ball bleibt oder ich glaube, da muss man sich schon klar prüfen, wo wär's denn jetzt auch mal absolut in Ordnung, auch mal zu sagen, ich mach jetzt mal ein Cut. Mhm. Ich gönne mir jetzt mal irgendwie ein, 2 Wochen, die ich tatsächlich mal gar nicht reinschaue, höchstens im Notfall oder so was, kontaktiert werde und gewinn darüber eben auch die Möglichkeit, überhaupt da eben zu meinen eigenen Gedanken zu finden, eine neue Perspektive für die Arbeit zu bringen, die einen ja auch wieder mit in den Alltag reinzubringen. Auch das kann helfen. Genau.
Jan:Also, man sozusagen diese neuen Gedanken, auch die Dinge, die die... Für die man vielleicht auch Wertschätzung wahrnimmt, ne, wo man irgendwie sich im Alltag drüber ärgert, ob das jetzt privat oder beruflich ist, kann ja wohl nicht wahr sein und vielleicht kommt man ja auch über diesen Abstand mal dazu, dass man sagt, na ja gut, vielleicht sind ja diese anderen Perspektiven auch gerechtfertigt, ne? Und man kommt dann wieder auch mit neuen Gedanken, neuen Impulsen zurück und kann das dann auch wieder sinnvoll integrieren oder hat dann eben auch Veränderungsimpulse, wie Du beschrieben hast, ne und geht dann die Dinge aber auch aktiv an und tut dann was.
Björn:Richtig oder fast Pläne, was man wie man was man vielleicht oder fast andere Ziele, ich würd nicht mal Pläne sagen, dass sich die Ziele einfach ein bisschen verschieben, ne. Also dass man, wenn man die Distanz dazu hat, Impulse im irgendwo anderen Impulsen ausgesetzt ist, andere Lebensentwürfe beobachtet vielleicht auch, ne, wenn wir jetzt mal von diesem Urlaubsbild, ich bin in der Einöde oder ich bin auf' einsamen See wegnehmen, dass man ja auch oft andere, ganz andere Lebensentwürfe... Das ist zum Beispiel etwas, was ich jetzt auf Bali erlebt hab, natürlich eine völlig andere Gesellschaftsstruktur, die da herrscht, ganz anderes Familienbild, das da herrscht, ganz andere Ja. Ganz andere soziale Strukturen, die da herrschen. Und das ist natürlich so, dass man, wenn man sowas sieht, das im sofort auch unbewusst vergleicht mit dem, wie ist es denn bei uns zu Hause?
Björn:Wie ist es denn bei uns in Deutschland zum Beispiel? Und ich beobachte schon, dass mit jeder anderen Kultur, die ich kennenlerne, sich meine eigenen Lebensziele und mein eigenes, das das das Bild davon, wo möchte ich in 10 Jahren und wie möchte ich da aufgestellt sein, son bisschen verschiebt, weil ich eigentlich alles immer so als Bereicherung dann mitnehme, was wo ich denke, damit würde ich mich auch wohlfühlen. Ja. Ne, also das ist... Ich empfinde das immer als unglaubliche Bereicherung in' in' fremden Kontext zu sein und nicht unbedingt jetzt in' einsamen Kontext, aber einem Kontext, der völlig neu für mich ist.
Jan:Ja. Ja, ich denke auch, es ist ein Plädoyer dafür zu sagen, mal raus aus der eigenen nicht nur Komfortzone, sondern Alltagszone, ne. Und ob das jetzt räumlich ganz weit weg ist oder ob das auf dem Campingplatz 2 Orte weiter ist, aber man hat auch nicht Camping gemacht oder es ist halt irgendwie allgemein eine neue Erfahrung und es ist vielleicht auch noch etwas Raum da, dass man mal in Ruhe zu seinen eigenen Gedanken kommt. Also nicht nur quasi zugeballert sein mit mit neuen Impulsen, sondern auch mal ein bisschen bisschen Raum für sich, ja.
Björn:Ja. Also die vielleicht nicht nur der Raum, ich glaub, man muss dazu halt auch grundsätzlich bereit sein. Das ist aber nicht jeder, ne. Also das ist, hatte ich eine und vielleicht das so als letzte Geschichte, aus dem letzten Urlaub wieder Bali, da gibt es eine Tradition, das sind diese Feuertänze, Kitschak Dance nennt sich das. Und das sind traditionell sind es Tänze, die das sind nur Männer, die mit ihren Stimmen halt sonen sonen traditionellen Gesang machen.
Björn:Hat was sehr Meditatives, sehr rhythmisch, sehr viel Energie, wahnsinnig viel Energie. Das hat mich unglaublich beeindruckt. Und das fand statt in sonem Tempel an soner Klippe direkt, also man guckt irgendwie 40 Meter runter aufs Meer an zu Sonnenuntergangszeiten, findet das statt und ist dann irgendwie nur so beleuchtet von soner Öllampe. Also ganz beeindruckende Kulisse. Und dann halt dieses dieser rhythmische, rituelle Gesang.
Björn:Und mich hat das total geflasht. Also ich hab da gesessen und war so was von überwältigt von diesem von diesem von dieser Energie, die da aus diesen aus diesen Menschen rauskam. Aber uns rum war war halt... Da ging's halt die ganze Zeit nur darum, es ist zu hart, die man sitzt unbequem. Also es wurde sich die ganze Zeit eigentlich beschwert.
Björn:Das hat's mir sehr schwer gemacht, mich da hundertprozentig drauf einzulassen. Und im Nachgang hab ich so gedacht, wie schade es eigentlich ist, wenn man nicht dazu, wenn so überwältigt von von seinen Gewohnheiten ist, es darf nicht zu warm sein, es darf nicht zu hart sein, es darf ne und nicht zu eng, weil wir saßen da auch wirklich wie die Hühner auf der Stange. Man muss halt bereit dazu sein. Man muss offen dafür sein, dass Dinge anders sind und dass sie nicht dem eigenen Komfortlevel entsprechen oder der eigenen Komfortzone entsprechen. Und dann kommen neue Eindrücke und Gedanken und Emotionen eigentlich ganz von alleine.
Jan:Mhm. Ja. Also ein großer Mann der Medien sagt, danach kann nichts mehr kommen,
Björn:ne? Genau.
Jan:Ja, wir hoffen auf jeden Fall, dass euch diese Folge den einen oder anderen Gedanken mitgegeben hat. Vielleicht habt ihr die Gelegenheit, jetzt auch im Sommer und im Rahmen vielleicht des Sommerurlaubs oder vielleicht auch des ein oder anderen längeren Abends mal, ja, ganz neue Kontexte, Umgebungen zu erleben. Vielleicht habt ihr auch Lust, Bereitschaft, Neugier, da zu euren Gedanken noch mal anders zu kommen und die dann auch mit in den Alltag zu bringen. Und wir freuen uns natürlich wie immer über euer Feedback, über eure Gedanken dazu und freuen uns schon, wenn wir das nächste Mal miteinander sprechen. Und ich würd sagen, Das verabschieden wir uns.
Björn:Das tun wir.
Jan:Bis bald, tschau. Auf Wiederhören.
Intro:Coach und Coach, eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching Podcast mit Björn Burach und Jan Gustav Franke.