Der Podcast für Gründer und Solo-Selbständige mit Günter Schmatzberger und Camillo Patzl. Jede Woche: 1 Frage, 15 Minuten, 2 Sichtweisen.
Wie nutze ich meine Selbstständigkeit für neue berufliche Wege .m4a
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Speaker 1
00:01 - 00:40
Wie nutze ich meine Selbstständigkeit als Sprungbrett für ein neues berufliches Kapitel? Hallo liebe Hörerinnen, lieber Hörer. Willkommen zu dieser wöchentlichen Podcast-Folge mit meinem lieben Günther Schmatzberger, Gründungsberater Deluxe. Hallo lieber Camillo, Camillo Patzl.
Speaker 1
00:40 - 01:04
Wir beide machen unseren wöchentlichen Podcast Leib und Gründen und schauen uns jede Woche eine Frage an und diesmal hat der Camillo eine ganz spannende Frage mitgebracht. Camillo, sag sie nochmal. Genau, also die Frage befasst sich diesmal, wie nutze ich meine Selbstständigkeit als Sprungbrett für ein neues berufliches Kapitel? Erklär mal.
Speaker 1
01:04 - 01:39
Ja, es gibt Gründer und Gründerinnen, und da nehme ich mich selbst nicht aus, die wahrscheinlich in Situationen geraten, wo sie sagen, ich könnte wieder in ein Dienstverhältnis gehen. und sozusagen aus der Selbstständigkeit wieder komplett in ein Dienstverhältnis gehen. Es gibt aber auch Gründer und Gründerinnen, die sagen, ich habe jetzt meine erste Firma, mein erstes Unternehmen gegründet. Ich bin am Überlegen, ein neues, weiteres Kapitel, also ein weiteres Unternehmen zu gründen.
Speaker 1
01:40 - 02:00
Wie nutzt man das eine zum anderen? Also könnte auch genauso gut sein, dass man die vorige Firma vielleicht sogar verkauft hat und jetzt wieder irgendwo bei Null starten will. Okay. Und ja, so ist einfach diese Frage entstanden.
Speaker 1
02:00 - 02:17
Ist es überhaupt möglich, das zu nutzen, auch in unserem Breitengraden? Sollte man es vielleicht gar nicht erwähnen? Ist es Wurscht? Also so in die Richtung gedacht, ja.
Speaker 1
02:17 - 02:52
Bleiben wir vielleicht mal bei der Idee, dass ich jetzt sage, okay, ich möchte wieder in ein Dienstverhältnis einsteigen und entweder vielleicht meine Selbstständigkeit ganz aufgeben, aber muss ja gar nicht. Ich kann ja auch sozusagen nebenbei oder weiterhin selbstständig bleiben und das mit einem Dienstverhältnis kombinieren. Und ich finde die Frage schon spannend, inwieweit hilft einem das beim Jobinterview oder beim Bewerbungsprozess. Mein Gefühl würde mir sagen, dass eine Selbstständigkeit in vielen Bereichen grundsätzlich nicht gerade förderlich ist, was jetzt den Arbeitgeber betrifft.
Speaker 1
02:52 - 03:14
Also mein Gefühl würde sagen, Der Arbeitgeber, der jemanden einstellt, der selbstständig ist, nebenbei und das auch bleiben möchte, wird wahrscheinlich nicht mit Freude reagieren, sondern eher mit Skepsis, oder? Genau. Ist auch meine Erfahrung, dass da viel Irritation da ist. Vor allem, was soll das, was wird das?
Speaker 1
03:14 - 03:35
Bin ich tatsächlich der Sprungbrett für dich? Wofür auch immer, kann sich der Arbeitgeber ja denken. Und das will der Arbeitgeber ja in dem Sinn nicht, weil was wünscht sich der? Eine längerfristige Arbeitsbeziehung, wo man sagt, ich habe hier ein Investment zu tätigen in deine Person, in deine Ausbildung, sozusagen.
Speaker 1
03:35 - 04:07
in die Integration, in diese Apparatur oder in die Organisation. Und da wäre es schade, wenn ich dann sozusagen nur als Sprungbrett benutzt werde. Das heißt, der Arbeitgeber hat so den Verdacht, dass man dann nur kurzfristig bleibt, als Übergangslösung gesehen wird und eigentlich das Herz an der Selbstständigkeit hängt und deswegen nicht sozusagen als Plan B oder als zweite Wahl zur Verfügung stehen möchte. Genau.
Speaker 1
04:07 - 04:39
Umgekehrt, wenn man sich sozusagen in die Person … Also, ich hatte diesen Gedanken lustigerweise ja selbst am Anfang meiner Gründung einmal kurz, weil ich mir gedacht habe, na ja, jetzt starte ich. In einem schwachen Moment ist dann sozusagen die Frage dagewesen, wenn das jetzt nicht klappen sollte. Und ich habe nach ein paar Monaten oder vielleicht nicht einmal nach einem Jahr die Erkenntnis, Okay, das war es nicht. Was nutzt mir das?
Speaker 1
04:39 - 05:18
Habe ich dann sogar so eine Lücke in meinem Lebenslauf? Oder wie kann ich das verkaufen? Weil gerade hier in Österreich, Deutschland und so weiter ist ja dieses Scheitern einer Business-Idee gar nicht mal so positiv behaftet. Wenn man sich aber, weiß ich nicht, Bücher aus Amerika oder irgendwo durchliest von Biografien, dann ist das sehr positiv, dass man sagt, ja, ich war schon zwei, drei Mal, zwei, drei Firmen hatte ich, und ob die jetzt verkauft wurden oder quasi gescheitert sind, aber dieses Wort Scheitern ist
Speaker 1
05:18 - 05:40
ja auch eher positiv behaftet im Sinne von etwas gelernt dabei. Ja, vor allem ja auch deswegen, weil es ja nicht einmal sein muss, dass ich gescheitert bin. Ich kann mir einfach sagen, ich mag nicht mehr selbstständig sein, sondern ich mag jetzt ein Anstellungsverhältnis haben, aus welchem Grund auch immer. Das heißt, dieses Scheitern muss ja nicht einmal gegeben sein.
Speaker 1
05:40 - 06:09
Ich kann mich einfach umentscheiden, aber ich gebe da vollkommen recht. Diese Unterstellung, dass ich sozusagen nur deswegen wechsle, weil das mein Plan B ist, und weil ich eigentlich gescheitert bin in meiner Selbstständigkeit. Wenn es diese Unterstellung oder zumindest diese Idee gibt beim Arbeitgeber, dann ist es nicht gerade ein Vorteil. Genau.
Speaker 1
06:09 - 06:52
Trotzdem würde ich sagen, für den Bewerbungsprozess oder quasi für seine eigene Karriere, Jeder, der sich einmal im Leben selbstständig gemacht hat, du sagst es ja oft, jeder sollte sich einmal im Leben selbstständig gemacht haben. finde ich, ist eine wahnsinnige Persönlichkeitsreise, die man dadurch laufen kann. Ja, total. Und diese Erfahrungen, die man hier sammelt, nicht nur über seine eigene Person, sondern generell, was es überhaupt bedeutet, sich selbstständig zu machen, wie man Aufträge abwickelt, zu Kunden kommt und all diese Dinge, die kann Ihnen ja keiner mehr wegnehmen.
Speaker 1
06:52 - 07:41
Absolut. Auch das Mindset, was man hier entwickelt, wie man denkt, kann einem keiner mehr wegnehmen. Und das ist, glaube ich, schon etwas, wo man sagt, das könnte man für Bewerbungsprozesse oder für zukünftige berufliche Schritte auf jeden Fall positiv sich mitnehmen, dass man sagt, Ich habe Erfahrungen gesammelt, die auch meinem Gegenüber helfen oder Erfahrungen gesammelt, die, wenn ich jetzt nicht an ein wechselndes Dienstverhältnis denke, sondern ich gründe ein neues Unternehmen, wenn ich es einmal schon gemacht habe, ein Produkt- oder Dienstleistungsangebot zu entwickeln und das doch dementsprechend zu verkaufen, ob das Unternehmen jetzt profitabel war oder ich sozusagen, ja, ins Auge gegriffen habe.
Speaker 1
07:41 - 08:07
Dieses Learning hilft mir wesentlich schneller wieder in eine Aufbaufase zu kommen, in eine Entwicklungsphase zu kommen. Und das damalige Learning ist ja ein Stück weit abgekürzt, weil ich manche Fehler, die ich schon einmal gemacht habe, sicherlich nicht noch einmal machen werde. Ja, da gebe ich dir vollkommen recht. Und auch dieses Diese ganz starke Kundenzentrierung, die ich ja haben muss als Selbstständiger.
Speaker 1
08:07 - 08:39
Ich muss ja immer überlegen, was bedeutet das für den Kunden? Wie komme ich an den Kunden? Das heißt, der erste Gedanke jeder Aktion sollte ja sein, und dieses Jahr mit der Fortdauer der Selbstständigkeit auch, dass ich mir frage, okay, was bedeutet das für den Kunden und was bedeutet das für den Umsatz? Und wenn ich solche Menschen Wenn ich solche Angestellten hätte, die konsequent kundenorientiert denken, dann wäre das ja für die allermeisten Unternehmen ein riesen Potential und auch eine riesen Veränderung, weil die allermeisten Angestellten ja nicht so denken.
Speaker 1
08:39 - 09:21
Klarerweise, weil sie das ja nicht gewohnt sind und weil es auch nicht ihre Aufgabe ist. Aber wenn ich an den richtigen Positionen unternehmerisch denkende Menschen habe, die das selber schon einmal gespürt haben, wie das ist, wenn man dem Kunden gegenüber tritt, welchen Wert man da versprechen muss, damit sich der tatsächlich auch von seinem sauer verdienten Geld trennt, dann ändert das ja alles. Gleichzeitig glaube ich, dass solche Typen, die so unternehmerisch denken und sehr kundenorientiert sind, in das eine oder andere Unternehmen auch ein bisschen Unruhe reinbringen können, weil die natürlich einige Dinge sehen, die vielleicht jetzt gerade nicht so besonders kundenorientiert sind oder vielleicht ein bisschen ungeduldig sind mit Aktionen, wo man das Gefühl hat, okay, was bringt das jetzt?
Speaker 1
09:21 - 09:51
Weil ich mir das in der Selbstständigkeit ja nicht leisten hätte können. an solchen Dingen zu arbeiten, die nicht den Zug zum Kunden, die nicht den Zug zum Umsatz haben. Ja, es ist eine Gratwanderung, ganz sicherlich. Wie du das gesagt hast mit dem unternehmerisch Denken, ja, man wünscht sich das, glaube ich, in einer Organisation, in einem Unternehmen, dass Mitarbeiterinnen oder Kolleginnen unternehmerisch denken, aber das sagt sich so einfach.
Speaker 1
09:52 - 10:26
Aber wahrscheinlich, wenn man es challenged, wissen die meisten gar nicht, was überhaupt damit gemeint ist oder was das heißt. Genau, da müssen Sie sich unsere Podcast-Folge zu diesem Thema anschauen. Wir haben eine Folge zum Thema, was ist eigentlich unternehmerisches Denken. Aber ich gebe da völlig recht, es ist oft leichter hingesagt, man wünscht sich Mitarbeiter, die mitdenken, ja das vielleicht schon, aber diese ganz, ganz, ganz starke Kundenorientierung und diese ganz starke Frage, was tun wir hier eigentlich und wie setzen wir unsere Ressourcen gut ein, Das ist oft was
Speaker 1
10:26 - 10:44
anderes. Das kann nämlich zu unbequemen Fragen führen oder zu unbequemen Erkenntnissen. Ja, das stimmt. Darum ist es wahrscheinlich wieder die Frage, was konkret ist der nächste Schritt oder das nächste Ziel?
Speaker 1
10:44 - 11:33
Welche Position steht hier vielleicht im Fokus und würde jetzt hier zum Beispiel die Selbstständigkeit positiv für dieses neue berufliche Kapitel vielleicht einzahlen? Wie gesagt, dieses vielleicht eine zusätzliche neue Geschäfts-ID, die ich verfolgen möchte und ich ein weiteres Business eröffne, auch das kann ja hier entsprechend dann vielleicht positiv dargestellt werden und mir durchaus als Sprungbrett nützlich sein. wenn du zur Bank gehst und du musst dich irgendwie finanzieren. Für diese Finanzierungsfrage kann auf jeden Fall die Selbstständigkeit auch wieder ein Befürworter sein oder ein Hindernis sein.
Speaker 1
11:33 - 12:05
Also es ist immer wieder die Frage, was ist mein Vorhaben? nutze ich das eine für das andere, um zu Ergebnissen XY zu kommen. Also habe ich ein profitables Unternehmen, werde ich sicherlich meine Kredite, mein Kapital kriegen für eine neue Geschäftsidee. Ist die gescheitert, läuft das nicht so gut, gut, dann werde ich wahrscheinlich in meiner Darstellung ein Problem haben, wenn ich sage, aber jetzt, ich starte durch und aber jetzt wird es funktionieren, wenn ich da keinen sauberen Businessplan oder Planumsatzkalkulation vorlegen kann.
Speaker 1
12:05 - 12:31
dann wird es mich wahrscheinlich würfeln. Ja, das wird wahrscheinlich so sein. Es reicht nicht nur aus den Fehlern zu lernen, sondern ich muss auch schauen, dass das für andere dann gut nachvollziehbar ist. Vielleicht ein Aspekt, den man auch einbringen kann, es gibt manche Situationen im Leben, da kann ich relativ gut argumentieren, warum ich jetzt wechsle.
Speaker 1
12:31 - 13:01
Also zum Beispiel, wenn sich im privaten Umfeld etwas verändert, keine Ahnung, ein Kind ist unterwegs oder Kinder sind da, das ist für die Arbeitgeber dann meistens ein guter Grund nachvollziehen, okay, der war jetzt selbstständig und jetzt ist Familie gegründet und es mag er nicht mehr selbstständig sein oder sie nicht mehr selbstständig sein nach der Karenz und so weiter. Das sind glaube ich sozial akzeptierte Gründe, warum man da wechselt. Das verstehen die meisten, das ist dann auch nicht wahnsinnig erklärungsbedürftig.
Speaker 1
13:01 - 13:38
Das kann man ausnutzen, um sozusagen Veränderung in der Lebenssituation, das als Argument zu nehmen, als Begründung zu nehmen für den Umstieg oder den Wechsel oder das Hinzunehmen von einer Anstellung oder vom Wechseln in ein anderes Business. Das funktioniert, glaube ich, ganz gut. Da braucht man sich relativ wenig rechtfertigen. Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft, wo ich viele Bewerbungsgespräche führen habe dürfen, ist eine Selbstständigkeit bei mir nicht negativ gewesen, egal wie sie verlaufen ist.
Speaker 1
13:38 - 14:12
Auch wenn sie kurz war, zumindest den Eindruck vermittelt bekommen habe, dass da eine entsprechende Lebenserfahrung auch mit rein schwingt. Als Gründungsberater, wenn ich einen Gründer vor mir sitzen habe, der sozusagen schon mehrere Selbstständigkeiten, also Ideen verfolgt hat in Richtung Selbstständigkeit, oder schon war, dann habe ich schon gemerkt, okay, was war denn der Grund, warum wir jetzt heute widersprechen? Irgendwo gibt es vielleicht etwas, was nicht so funktioniert hat. Was sind die Learnings?
Speaker 1
14:12 - 14:42
Was sind die Hindernisse damals gewesen und was kann man damit machen? Das heißt, da war ich einfach ein bisschen hellhöriger vielleicht. Und aus eigener Erfahrung, was jetzt das berufliche neue Kapitel, was auch immer das ist, betrachte, ich glaube, die Selbstständigkeit oder das Selbstständigsein hat sicherlich einen Nutzen für den eigenen Weg ebenfalls. Genau.
Speaker 1
14:42 - 15:24
Also ich glaube, es ist zwar vielleicht eine sehr pauschale Zusammenfassung, aber wer alles im Leben hat, hat auch die Selbstständigkeit Vor- und Nachteile, wenn man was verändert daran. Ich persönlich meine die Vorteile überwiegen. Ja, wir brauchen uns für unsere Selbstständigkeit und die Erfahrungen, die wir machen in der Selbstständigkeit, egal ob sie positiv sind oder negativ, die Erfahrungen sind, wie sie sind, die Ergebnisse können positiv oder negativ sein. Aber wir brauchen uns dafür nicht genieren, wir brauchen uns dafür nicht verstecken, wir brauchen uns dafür auch nicht rechtfertigen und wir haben alle Möglichkeiten zu jeder Zeit, wo uns das Spaß macht oder wo wir das für sinnvoll halten, neue berufliche Pfade einzuschlagen mit oder ohne Selbstständigkeit.
Speaker 1
15:24 - 15:47
Da steht uns genauso frei wie allen anderen. Danke, lieber Günther, für die abschließenden Worte. Wenn auch du, liebe Hörer, liebe Hörerin, jetzt sozusagen Lust bekommen hast, mit uns zu sprechen, wir sind verfügbar. Über unsere Webseite leibern.business sind wir zu finden.
Speaker 1
15:47 - 16:12
Dort kannst du ein kostenloses Erstgespräch buchen, um vielleicht deine Selbstständigkeit oder die Idee dazu mit uns zu besprechen. Es gibt auch einen sehr leibernden Newsletter, den ich empfehlen kann, da mal reinzulesen, wer Lust und Laune hat. Und ja, ansonsten freue ich mich auf nächste Woche mit einer neuen Folge mit dir, lieber Günther. Ebenso, lieber Camillo.
Speaker 1
16:12 - 16:20
Ich wünsche dir eine schöne Woche. Euch auch, liebe Hörerinnen und Hörer, wünsche ich alles Gute. Bis nächste Woche und bleibt es leibernd.